Wochenblatt.- rzx
können, daß dem Engelander besonders richtiges und tiefes Nachdenken eigen z daß er zu starken und heftigen Empfindungen aufgeleget und melancholischen Temperamentes sey. Hieraus werde ich alsdenn viele einzelne Eigenschaften erklären können. Z. E- seine Liebe zur Freyheit, nach der freyes und tiefes Denken , weil es durch Sclaverey gehindert wirdz noth- wendig streben muß. Die Liebe zum heftigen und sonderbaren kommt dazu/ und würket die tollkühnen und wilden Handlungen bey der Verteidigung der Freyheit/ wovon wir bisweilen Proben m den Zeitungen lesen z die uns in Erstaunen setzen. Demohngeachtet aber sind die übrigen sanften Empfindungenmicht aus ihren Herzen verbannt. Es giebt eine Menge der zärtlichsten Liebhaber und Freundez Und der rechtschaffensten Christen unter ihnen z und man kann alle Temperamente unter denselben finden, ob gleich das melancholische das herschende ist. Alts dem Bewustseyn der Vorzüge ihres Verstandes und ihres Landes, vermöge welchen sie fast' nichts von andern Nationen nöthig haben, entstehet die ihnen eigene übertriebene Liebe ihrer z und Verachtung anderer Nationen, insbesondere der' Franzosen, deren Denkungsart freylich merklich von ihrer verschieden, ja beynahe die entgegen gesetzte ist. Doch darf man sich auch diesen Haß gegen andere Nationen nicht so groß vorstellen, als gememiglich geschiehed.- Aus dieser Liebe ihrer Nation entstehet auch die über-triebene Liebe ihrO Sprache. Sie können es durchaus nicht leiden, wenn Fremde ihre Sprache nicht recht aussprechen, sie schimpfen auf sie, oder hören sie gär nicht an. Insbesondere pflegen sie dies gegen die Franzosen zu thun, für welche sie ein besonderes nichts bedeutendes Wort zusammen gesetzet haben, das sie ihnen, um Gelächter zu erregen, aussprechen lassen. - Mit diesem Temperament, und daher entstehenden Character dieser Nation findetman 'auch ihr Ctima und ihre Nahrung übereinstimmend. Die Luft in England ist immer trüb und neblicht, und dahero schwer. Sie macht insonderheit in den Monathen -October, November so melancholisch , daß sich in diesen viele das Leben'Nehmen, weswegen man sie die Henge- Monathe zu nennen pflegt. Ihre Nahrung aber ist hauptsächlich Rindfleisch und starke Getränke, welche also nothwendig diÄ Geblüt machen muß.? • 1 i'. /-•»' ft-j; *--r. rjvl • ’.j y ' < V. . ' . ' ' * if1
Ich bin bey den Engeländern etwas weikläustig gewesen. Es schadet nichts. Denn von dieser ihren Character pflegt man sich am meisten falsche Vorstellungen zu machen. Der Franzosen ihr Eharackter ist vielleicht etwas bekannter und berüchtigter. Von einem flatt-tthasttn und sarr- mrmijvrL Ss r Zumischen


