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76 Wochenblatt.

atm Abend eine Meile von Wetzlar, gegen Mitternacht r Meilen von Marburg/ und gegen Morgen zwo Meilen von Grünberg. Diese La- ae gibt ihr auch deswegen einen Vorzug vor den übrigen HeßischenStad- ten, weit die Hauptstraße von gantz Hessen / die nach Franckfurr und Speyer führet / mitten durch die Stadt gebet, vermög welcher auö ganz Sachsen und den meisten umliegenden / so wohl mittägigen / als auch Abend-und Morgendgegenden des gesamten TeukschlandeS, den Stu- denken und übrigen Einwohnern der Stadt wöchentlich Briefe durch die sichere Briesposten von ihren Eltern und Anverwandten überschickt/ an­dere Nothwendigkeiten aber durch die Postwagen ohne große Kosten zuge­führt werden können. Die Fortsetzung folgt.

Das heldenmürhige Rind.

Ein Knabe war noch nrcht acht Jahr /

Als ihn aufs nächste Dorf/ wo etwa Kirchmeß war, Um auch einmal ihm eine Lust zu machen, Der Vater mit zu Pferde nahm.

Der Knabe der vorher nicht aus der Stube kam, Sah lauter wunderbare Sachen.

Neugierig war er von Natur,

Und das ist überhaupt den kleinen Bürgern eigen. Wie vielmal bat er nicht den Vater, abzusteigen, Und ihm bald das, bald jenes recht zu zeigen ! Bald sah er eine grosse Flur, Die war ihm schon cm Reich, ein Hügel - Pyrenäen, Ihm waren Teiche grosse Seen, Ein Birkenbusch ein ungeheurer Wald.

Zum Unglück kam aus einem Bauergute

Ein grosser Budelhund daher.

Was ist das, sprach das Kind, das nie mit Fragen ruhte. Ach! rief der Varer aus, mein Sohn, ein Bär! ein Bar! - Umarme mich! Er lechzt nach unftrm Blute! - Hier müssen wir des Todes seyn.

Gut! sprach das Kind, mir fallt ein Mittel ein. , Gleich werfen Sie mich von dem Pferde;

Indem ich mich nun fressen lassen werde, So jagen Sie davon. Das wird doch Sie befreyn!

Held! welcher Muth in scheinbaren Gefahren

Für einen Knaben von acht Jahren! Michaeli».