Wochenblatt-
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fpatetn Jahren oft feine Zeit, oft keine Gelegenheit U Dieser Vorschmack aber von verschiedenen Kenntnissen , wozu soll er timen ? Zu sehr viel. Erstlich werden Kinder dadurch immer nützlich beschäftigt erhalten, und zwar ohne daß es ihnen sauer wird, und dies bat bey der Erziehung aus- gebreitete gute Folgen, die bekannter sind, als daß ich sie erst anführen soll- te. Ferner, so kann man hierdurch auf die bequemste Art die Fähigkeiten des Jünglings erforschen und probiren, welches zur Bestimmung der künftigen Lebensart nothwmdig ist. Woher kommt es größtentheilö, daß man so viele unbrauchbare Glieder des Staats, und der bürgerlichen Gesellschaft sieht? man hat in der Jugend ihre Fähigkeiten durch Vorlegung mancher- ley Kenntnisse zu prüfen vergessen, oder für unnöthig gehalten, Sie haben sich eine Lebensart auf geradewohl gewahlet, und wahrend der Zuberei- tungsjahre dazu, oder meistens erst nachher sehen sie ein, daß sie kein Geschick und keine Fähigkeiten zu der gewählten Lebensart hatten. Zu dieser so nöthigenPrüfung der Fähigkeiten also, dienet der Unterrichtvieler Kenntnisse in der Jugend. Man kann hier deutlich abnehmen, zu welcher Art von Kenntnissen der Knabe am geschicktesten sey, und wozu er die meiste Neigung habe. Man flehet ihn in einer Art unerwartet immer weiter fort» neben, und in der andern immer zurücke bleiben. Man schliesse nun von der Beschaffenheit der Kenntnisse, in denen er so guten Fortgang macht, auf die Beschaffenheit seiner Fähigkeiten. Der Schluß wird allemah! richtig fern Endlich so sind auch bey allen Lebensarten viele Arten von Kenntnissen', wenigstens ein Vorschmack derselben, bey der jetzigen Verfassung der Dinge, fast unentbehrlich. Wir können dieselben überall in der Folge gebrauchen, und Vortheil daraus ziehen.
Also mehrere Kenntnisse, als blos Lateinisch, und Christenthum,müssen den Kindern beygebracht werden. Solche Kenntnisse, die sie nachmals als Gelehrte, als Künstler, als Kaufleute gebrauchen können, und durch welche die Seelenkraste ausgebildet werden. Wenn man nun hierauf bey der Erziehung der Kinder sieht, so wird man auch einen zweyten Fehler vermeiden, nemlich diesen, daß man Kindern schon sehr frühe ihre künftige Lebensart bestimmt, ohne ihre Fähigkeiten geprüfet zu haben, und nach dieser Bestimmung gleich ihren Unterricht einschränket. Diejenigen, dienicht studieren sollen oder wollen, bekommen gemeiniglich einen überaus schiechen Unterricht, weil man es bey ihnen ganz für unnöthig hält. Den Un- arund dieses Verfahrens nun, wird man leicht einsehen, wenn man von h^ ersteren, das ich gesaget habe, überzeuget ist.


