Wochenblatt. 19 f
Indessen kann man doch kühnlichchehaupten, daß Gott der Bosheit der Menschen gewiß nicht fteycn Lauf lasse. Wenn nichts die Ausführung alter der verderblichen Anschläge der Menschen aufhielte, in welchem Grade würden wir unglücklich seyn! Aber wir sehen so oft, welche große Hindernisse d-e Lasterhaften in ihren Absichten finden , und wenn sie darmn auch Fortgang haben, so sind doch nicht alle Folgen ihrer Handlungen so in ihrer Gewalt, daß sie nicht zugleich von tausend andern Umständen adhingen, die sie endlich ganz anders ausscblaqen machen. Gleichwohl kann man nicht käugnen , daß zur Quaal des menschlichen Geschlechls, sehr viel Unglück und Elend daraus erwachse, und daher glauvt man behaupten zu können, daß die Regierung der Welt unendlich besser seyn würde, wenn Gott aller Bosheit und Verwagenheit der Menschen einen unbezwinglichen Zaum anlegte. . • < . ..
Freylich wäre eS Gott ein leichtes, einem Alexander den Tod zu geben , ehe er noch so viele tausend aufcpsern, oder einen ungerechten Rlckter verstummen zu lassen, ehe er einen gewissenlosen Spruch rkate. Bey einer solchen Einrichtung könnten wir dann ruhig und zufrieden der Vergnügungen des Lebens genießen, wenn uns nur Gott auch Gefund- hert und alle übrigen Güter verlreher und auf diesen Fuß möchte man die Welt gerne regiert haben, um uns alle glücklich zu sehen; die Bösen sollten außer Stande seyn, ihre Bosheiten auSzuüben, und die Guten sollten im Besitze und im rubigcn Genüsse aller der Güter verbleiben, die fit sich immer nur wünschen könnten. , , v
Man glaubt mit Recht, daß Gott das Glück der Menschen ernstlich wolle, und man erstaunt daher, diese Welt von dem Plane so ver- fchttden zu finden, den man sich zur Erreichung dieses Endzweckes als den schicklichsten vorgestellet hatte. Nicht allein sind die Lasterhaften sehr oft m, Besitz aller der Freuden und Vortheile des Lebens, sondern was noch mehr ist, sie sind auch im Stande, ihre verderblichen Absichten, zur Verwirrung des rechtichafnen Theils der Menschen , auSzuführen; allem dieser un Gegenrheil unterdrückt und von den empfindlichsten U beln , von Schmerzen, von Krankheiten, von Kummer, von ansehnlichem Verlust der Güter und überhaupt von Widerwärtigkeiten aller Arten verfolgt wird, und endlich eben so unfehlbar, als die Lasterhaften, sterbcn muß. Welche- noch pow.allen Uebeln das größte zu seyn scheint. m c s ,
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