Ausgabe 
2.7.1771
 
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izi, Wochenblatt.

fio zu gedachtem Buch Gelegenheit gegeben. Dem seye aber wie ihm wolle diese Meynung faßte Wurtzcl. Das wäre aus einer gedoppelten Ursache kein Wunder. Die Beschaffenbeit her Zeiten wäre einmal so, daß die ungereimtesten Lehren die gröste Verwunderung zu verdienen schie­nen; Zweitens wurde hierdurch dem Stoltz der Clerisey , welche durch die Einsetzung eine so grose Sache bewirken konnte, ungemein gcschmau- chelt. Diese Meynung nun hatte sich ausgebreitet , wäre aber noch nicht canonr'siret/ und nichts als ein Gegenstand der Streitigkeiten einzelner Lehrer. In dem eilften Jahrhundert bestritte sie Berenganus aufs neue, und zwar heftig ; bekäme viele Anhänger und auch viele Femde. Es wurden über diesen ßerengarium auch zwölf concilia gehalten. Bald wurde er verdammt, bald zum Wicderruf genöthiget und losgesprochen. Bald wurde ibm eine harte, bald eine gelindere, bald aber wieder eine härtere Abschwörungsformul vergeschrieben. Dergleichen Sinnesände­rungen sind gar nicht zu verwundern. Die Bußpredigten damaliger Zelt waren von dem grösten Nachdruck. Eisen und Scheiterhaufen sind gar triftige Bewegungsgründe, welche auch das härteste Herz rühren können. Das waren die gewöhnlichen Argumente gegen wahre oder vermeinte Ke­tzer. Es ginge daher öfters gantz kurtz in den Untersuchungen zu , aber auch um desto sblider. Ein Beweis hiervon ist das Unheil des Bl- schoss in Lüttich Deoduvini in der Sache Berengarii. Als dieser von einem neuen Synodo, der in dieser Sache gehalten werden sollte, hörte, so wunderte er sich daß man noch wegen dieser Meynung beratbschlagen woll­te, man habe, meinte er, jetzo nichts weiter zu thun als sich über die Todesart zu berarhschlaqen, welche man diesem Ketzer anthun sollte. Dre- seS wäre dem Geschmack damaliger Zeiten vollkommen gemas. Beren- sariu8 wäre also ein Ketzer, und dieses litte keinen Zweifel, dann sein Lehrer Fulbertus Carnot. sähe schon bey ihm als einem Schuler den Teufel stehen. Dieses konnte nun keine andere Wirkung haben, als daß die Gegenmeinung sich desto häufiger ausbreitete, und dieses um so viel mehr, ie wunderbarer sie wäre. Man hatte eine ergiebige Quelle Lehren m erweisen, das waren die Wunder Ein Bischof in Cantelberg Odo stäche sich bey der Messe in den Finger und bewiese mit dem Blute hie LrMissirbstantrarion. Die welche anders dachten, batten diegrösten Ursa­chen stille zu sevn. °tn diesem Zustand bliebe diese Sache bis zu den Zeiten Bavsts lnnoc. lli. Dieser hatte die Vorsorge,die Kirche mit etlichen Glau­bensartikeln zu bereichern. An. ui; hielte er eine Kirchenversammlung (La-