Ausgabe 
2.7.1771
 
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Giesser Wochenblatt. Sieben und Zwanzigstes Stück«

Dienstags dm r. Juli 1771.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.

Vdm Ursprung des Frdhnleichnamsfestes.

Sir sind zur Beantwortung dieser Frage aufgefodert worden, und wollen solche in möglichster Kürze abhandeln. Man muß die entfernte Ursache dieses Festes von der näheren unterscheiden, wenn man begreifen will, wie sich eine solenne Ceremonie durch einen gro- sen Theil der Christenheit habe verbreiten und erhalten können.

Die entfernte Gelegenheit zu diesem Feste gäbe die an. m; aus- genommene Lehre von der Transsubstanriatidn.

Vor dem neundten Jahrhundert wäre man in der Christenheit so glücklich, daß man wegen des theuren Sakramentes des h AbendmalS keine Streitigkeiten unterhielte, An. 8zr lieft es sich ein Abt Paschafius Radbertus einfallen ein Buch von dieser Materie zu schreiben, worinnen er die Gegenwart Christi in diesem Sakrament erklären wollte. Er ver­fiele auf Ausdrücke, welche eine Verwandelung des Brods anzeigten. A. 845 vermehrete er sein Werk, und eignete es Carolo Caluo zu. Hieraus entstünde Aufmerksamkeit und Widerspruch. Bertramus und Erigena Scotus waren die wichtigsten Widersacher. Man wäre schon vorher geneigt die Transsirbstantratron zu glauben , obgleich dieses Wort noch nicht solennisiret war. Es wird daher von verschiedenen behau­ptet Benramus oder Rarramnus ftye der angreifende Theil gewesen, und ha­be sich der schon einreiffenden Mcynung widersetzet, und dadurch Pafcha-

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