für die einzige Gewähr eines dauerhaften Friedens er⸗ schließen. Die sozialistische Partei lehnt die politische und wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands ab, hält aber die Vernichtung des preußis Militarismus für not⸗ endig, da er für die Sicherheit Welt und für Deutsch⸗ land selbst gefährlich sei. Die Wiederaufnahme der Beziehun⸗ en mit den deutschen Sozialisten wird erst dann ins Auge gefaßt werden können, wenn diese den Grundsätzen der Internationalität wieder Kraft und Leben gegeben wird.— Der Kongreß beauftragte die sozialistischen Ab⸗ geordneten, weiter durch Bewilligung der Kredite das Mit⸗ tel zu sichern, den Sieg zu erreichen und an der natio⸗ alen Verteidigung teilzunehmen, und stimmte im Hinblick darauf, daß kein Sonderfriede geschlossen werden solle, dem von Asquith im Unterhause gesprochenen Worte zu. Der Kongreß erinnert schließlich alle militanten Sozialisten daran, daß die Einigkeit der Partei mehr denn je ge⸗ bieterische Notwendigkeit sei.— Dem„Matin“ zufolge hat der Sozialistenkongreß den Beschlußantrag mit der er⸗ drückenden Mehrheit von 2736 Stimmen gegen 76 Stimmen bei 102 Stimmenthaltungen angenommen. 5 i„„ 3 1
Desterreichs Antwort auf die zweite Ancona⸗Note.
5 Wien, 30 Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die österreichische Regierung hat unterm 29. Dezember dem amerikanischen Botschafter in Wien die Antwort auf die zweite Note Amerikas in Sachen der Versenkung der„An⸗ cona“ überreichen lassen. Die Antwortnote stellt zunächst gendes Grundsätzliche fest:
„In Beantwortung der sehr geschätzten Note Nr. 4307 vom 21. ds. hat der Unterzeichnete die Ehre, Ew. Exzellenz dem Herrn. Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Frederik Court⸗ land Penfield, Nachstehendes ganz ergebenst zu eröffnen:
Die kaiserliche und königliche Regierung stimmt mit dem Washingtoner Kabinett durchaus darin überein, daß den geheiligten
geboten der Menschlichkeit auch imKriege Rechnung getragen werden muß. Wie sie schon bisher niemals und niemandem Anlaß gegeben hat, an ihrer Achtung vor diesen Geboten zu zweifeln, hat sie auch im ganzen Verlauf dieses Krieges, der sehr erschütternde Bilder sittlicher Begriffsverwirrung darbietet, dem Feinde sowohl als den Neutralen zahlreiche Beweise menschenfreundlichster Gesinnung gegeben, und es lag nicht an ihr, wenn sie mit dem Washingtoner Kabinett vor nicht langer Zeit gerade in dieser Frage nicht einig wurde, die sie im Einklang mit der ganzen öffentlichen Meinung in Oesterreich⸗Ungarn hauptsächlich als eine Frage der Menschlich⸗ keit betrachtete. Auch dem in der sehr geschätzten Note zum Aus⸗ druck gebrachten Grundsatz, daß feindliche Privatschiffe, soweit
3 nicht fliehen, oder Widerstand leisten, nicht vernichtet werden dürfen, ohne daß die an Bord befindlichen Personen in Sicherheit gebracht werden, kann die kaiserliche und königliche Regierung im wesentlichen beipflichten. Für die BVersicherung, daß die Bundesregierung Wert darauf legt, die guten Beziehungen, die glücklicherweise zwischen Oesterreich⸗Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika bestehen, aufrechterhalten
zu sehen, ist die kaiserliche und königliche Regierung sehr empfüng⸗ lich. Sie erwidert diese Versicherung auf das wärmste and ist nach wie vor bestrebt, diese Beziehungen, soweit es an ihr liegt, noch zlicher zu gestalten. 8 f 17775
Von dem gleichen Geiste der Offenheit geleitet, wie die Re⸗ gierung der Union, ist die kaiserliche und königliche Regierung, viewohl sie in der mehrerwähnten Note nicht die Antwort auf alle von ihr aufgeworfenen Fragen findet, be⸗ ö regierung das
25 F 9 mitzuteilen, welches auf Grun henden ernen Vor⸗ schriften sofort nach Einlangen des Flottenberichts über die Ver⸗
8 5 9. 1 80 war und in der aller⸗ jüngsten Zeit zum Abschluß gediehen ist.“ 3 Die österreichische Regierung teilt dann ausführlich ihre
kung
Ermittelungen über den Hergang des Schiffes mit. Es geht
daraus unzweideutig hervor, daß der Kapitän trotz der Warnung des U-Bootes zu entkommen versuchte 5 den U-Bootskommandanten zur Verfolgung und zum Lösen scharfer Schüsse zwang, von denen drei das verfolgte Schiff trafen. Das wurde sofort eingestellt, als daraufhin die„Ancona“ stoppte. Auf dem Schiffe herrschte große Panik, das U-Boot ließ deshalb den Insassen des Dampfers mehr als die erforderliche Zeit, um das Schiff auf den Rettungsbooten zu ver lassen. An Bord waren noch mindestens 10 Rettungsboote, die zu der Rettung der noch an Bord befindlichen Personen mehr als genügten. Einige von diesen Booten hingen vollbesetzt und halb an⸗
gedreht an den Bootskrahnen. Da aber im übrigen keine
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weiteren 5 15 5 85 getroffen wurden, die Boote auszu⸗ setzen, beschloß der Kommandant nach Ablauf von 5 Minuten, das Schiff derart zu torpedieren, daß es noch längere Zeit über Wasser bleiben mußte, damit inerseits die Ausbootung beschleunigt würde und anderer⸗ seits hinreichend Gelegenheit bliebe, um die noch an Bord befindlichen Menschen zu retten. IJIgn der Note heißt es dann weiter: Kurz darauf wurde ein Dampfersichtbar der mit großer twicklung auf die„Ancona“ zuhielt und anscheinend durch pruch der„Ancona“ herbeigerufen worden war. Da der Un⸗ eebootskommandant mit einem Angriff des Dampfers, den er ür einen feindlichen Kreuzer hielt, rechnen mußte, tauchte er, nachdem er um 12 Uhr 35 Minuten nachmittags aus 800 Meter Entfernung einen Torpedoschuß in den vorderen Laderaum
au
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dabei wurde versucht, das halb ausgedrehte Rettungsboot vollends 5 fiel ins Wasser⸗ Das Boot
andant, auf den ersten Booten die eigene Rettung bewerkstelligte und die hrem Schutz anvertrauten Passagiere sich selbst überlassen hatte. das Wetter war zur Zeit des Vorfalles gut und die See ruhi⸗
9, o daß die Rettungsboote ohne Gefahr die nächste Küste hätten reichen können, wie denn auch tatsächlich die Rettungsboote nur ei dem unsachgemäßen Aussetzen, nicht aber erst nach 15 Streichen im Wasser zu Schaden gekommen sind. Der Ver⸗ lust von Menschenleben ist keineswegs in erster Linje auf das Sinken des Schiffes zurückzuführen, sondern, und aller Wahrschein⸗ ichkeit nach in viel höherem Maße, auf das Hin unterwerfen der ersten Bvote in voller Fahrt, sowie darauf, daß die Besatzung, nur auf sich bedacht, gie Passagiere der gekenterten Boote nicht rettete, wohl auch auf die Geschosse die das fliehende Schiff trafen, aber auch der Tod der Personen, die mit dem Dampfer verfanlen, ist vor allem dempflicht widrigen Ver⸗ halten der Mannschaft zuzuschreiben. 0 5 Wie aus dem vorangeführten Sachverhalt erhellt, geht die sehr geschätzte Note vom 9, ds. in mehreren Punkten von un z u⸗ treffenden Voraussetzungen aus. Unrichtig ist die
dei
boot den Dampfer wü der Verfolgung sberholte(over⸗ hauled); unrichtig ist, daß zur Ausbobtung den Personen nur eine kurze Frist(Brief period) gewährt wurde. Vielmehr ist ge⸗
e der„Ancona“ ungewöhnlich lange Zeit zur Aus⸗ schiffung der Pafsagiere gelassen worden. Unrichtig ist endlich, daß auf den„nachdem er gestoppt hatte, noch mehrere Schüsse(number of Shells) abgegeben wurden. Der Sachverhalt läßt des weiteren erkennen, daß der Kommandant des Unterseebvotes dem Dampfer volle 45 Minuten, also mehr als hinreichend Zeit gelassen hat, um den an Bord befindlichen Per⸗ sonen Gelegenheit zur Ausbootung zu geben. Sodann bewerk⸗ stelligte er, als die Leute noch immer nicht geborgen waren, die Torpedierung auf eine solche Art, daß das Schiff möglichst lange Zeit über Wasser bleiben konnte, dies in der Absicht, die Ausschiffung auf den noch vorhandenen Booten zu ermöglichen. Er hätte, da der Dampfer noch weitere 45 Minuten über Wasser blieb, diesen Zweck auch erreicht, wenn die Besatzung der„Ancona“ die Passagiere nicht in pflichtwidriger Weise im Stich gelassen hätte. Bei aller Würdigung dieses auf die Rettung der Besatzung und der Passagiere hinzielenden Vorgehens des Kom⸗ mandanten ist die kaiferliche und königliche Marinebehörde aber zu dem Schluß gekommen, daß er es ünterlassen habe, auf die unter den Passagieren entstandene, das Ausbooten erschwerende Panik, auf den Geist der Vorschrift, daß die kaiserlich und könig⸗
lichen Seeoffiziere in Not niemandem, auch dem Feinde nicht,
Hilfe versagen sollen, hinreichend Bedacht zu nehmen. Sohin ist der Offizier wegen der Ueberschreitung seiner In⸗ struktionen gemäß den hierfür geltenden Normen bestraft worden. 5
Die kaiserliche und königliche Regierung steht bei dieser Sach⸗ lage nicht an, bezüglich der
Schadlos haltung
der durch die Versenkung der Prise betroffenen amerikanischen Bürger die entsprechenden Folgerungen zu ziehen, muß jedoch in dieser Hinsicht folgendes bemerken: Die Unter⸗ suchung über die Versenkung der„Ancona“ konnte selbstverständ⸗ lich keinen Anhaltspunkt dafür liefern, inwieweit den amerikanischen Bürgern ein Anspruch auf Ersatz zuzusprechen ist. Für die Schäden, die durch die zweifellos gerechtfertigte Beschießung des fliehenden Schiffes entstanden sind, kann die kaiserliche und könig⸗ liche Regierung wohl auch nach Ansicht des Washingtoner Kabinetts nicht haftbar gemacht werden; ebenso dürfte sie für die Schäden einzustehen haben, welche sich vor der Torpedierung durch fehler⸗ haftes Ausbooten oder durch Kentern der ausgesetzten Boote er⸗ gaben. Die kaiserliche und königliche Regierung muß annehmen, daß das Washingtoner Kabinett in der Lage und gewillt ist, ihr die in dieser Hinsicht erforderlichen, gewiß nicht unwesent⸗ lichen Informationen zukommen zu lassen. Sollten der Re⸗ gierung der Union jedoch bei etwaigem Fehlen des entsprechen⸗ den Beweismaterials die näheren Umstände nicht bekannt geworden sein, unter denen die amerikanischen Angehörigen zu Schaden
gekommen sind, wäre die kaiserliche und königliche Regierung in
Berücksichtigung des menschlich tief bedauerlichen Vorfalls und von dem Wunsche geleitet, der Bundesregierung neuerlich ihre freundschaftliche Gesinnung zu bekunden, gerne bereit, über diese Lücke der Beweisführung hinweg zugehen und den Ersatz auch auf jene Schäden zu erstrecken, deren unmittelbare Ursache nicht festgestellt werden konnte. a t
Indem die kaiserliche und königliche Regierung mit den vorstehenden Ausführungen die Angelegenheit der„Ancona“ wohl als bereinigt ansehen darf, behält sie sich gleichzeitig vor, die scchwierigen völker rechtlichen Fragen, die mit dem Unterseebootkrieg zusammenhängen, in einem späteren Zeitpunkt zur Erörterung zu bringen.„
Der Unterzeichnete hat die Ehre, die Gefälligkeit Seiner Ex⸗ zellenz des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika Brit der ganz ergensten Bitte in Anspruch zu nehmen, das Vor⸗ stehende zur Kenntnis der Bundesregierung bringen zu wollen, und benützt zugleich auch diesen Anlaß, Ew. Exzellenz den Ausdruck seiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern“
Burian m. p.
5 ö F Die Wehrpflichtfrage in England.
London, 30. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet: Wie zu erwarten gewesen, sei die Ent⸗ scheidung der Regierung zugunsten der Einführung der Dienstpflicht Un verheirateter im ganzen Lande vorzüglich aufgenommen worden. Die allgemeine Aufmerk⸗ samkeit richte sich nunmehr auf Me Kenna und Run⸗ ciman, deren Haltung noch ungewiß sei. Einige Blätter glauben, daß die beiden Minister im Kabinett bleiben, an⸗ dere, wie die„Times“, daß sie unweigerlich gegen die Dienst⸗ pflicht opponieren.„Daily Chronicle“ hofft, daß sie bleiben, da es dann der Regierung möglich sei, dem Parlament einig gegenüberzutreten. Wenn die Minister zurücktreten, wäre es aus rein persönlichen Gründen, was keinesfalls bedeuten würde, daß sie gegen die Dienstpflicht als solche sind. Ihr Rücktritt würde daher den Regierungsbeschluß nicht schwächen. Jetzt frage es sich, welche Form der Dienst⸗ pflicht einzuführen sei. Es könne natürlich von allgemeiner Dienstpflicht wie auf dem Kontinent keine Rede sein. Wahr⸗ scheinlich würden die Un verheirateten zwischen 19 und 40 Jahren aufgefordert, sich zu melden. Sie würden das⸗ selbe Recht haben, wie die freiwillig Angeworbenen, ihre Enthebung vom Militärdienst zu verlangen. Man könne die Lage dahin zusammenfassen, daß die grundsätzliche Oppo⸗ sition gegen die Dienstpflicht vollständig geschwunden sei, außer bei einer unbedeutenden Anzahl von Gegnern, die kein Kompromiß wollten, aber im politischen Leben keine
Rolle spielen würden. London, 30.(WTB. Nichtamtlich) In einem
Artikel über ben Beschluß der Regierung, die Dienst⸗ p
pflicht einzuführen, schreibt die„Westminster Ga⸗ zette“: Wir betrachten es als einen besonbers großen Vor⸗ teil und als etwas, auf das das Land stolz sein kann, daß
Der wir Dreiviertel unserer großen Armeen, das größte Frei⸗
willigenheer, das jemals existierte, ohne Zwang haben. Es ist gut, daß wir keine Minute früher zum Zwang übergehen, als es notwendig ift. Aber kein Anwalt des Freiwüligen⸗ Systems, als des normalen für dieses Land, kann die Augen vor der Tatsache verschließen, daß ein Krieg, in dem wir gezwungen sind, uns mit den Konskriptionsarmeen der größten militärischen Staaten zu messen, uns zwingen kann,
auch ihre Rekrutierungsmethode anzunehmen, ehe der Krieg be⸗
endet ist. Das Uebergreifen des Kriegs auf den Balkan und die Notwendigkeit, unser Reich im fernen und nahen Osten zut verteidigen, ohne aue treitkräfte an der westlichen Front zu schwächen, eröffnete für uns ein neues Kapi⸗ 1 machte die Aufstellung neuer Streitkräfte not⸗ wendig.
Paris, 30. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Die Pariser Blätter würdigen fast sämtlich das große Dilemma, in dem sich Asquith befindet.— Das„Journal“ meint, es wäre fast ein Wunder, wenn es dem Geschick des Premiers gelänge, die Einheit des Kabinetts aufrechtzuer⸗ halten, was die Durchbringung der Vorlage sehr erleich⸗ tern würde.—„La Presse“ schreibt verwundert: Wer hätte vor sechs Monaten, selbst vor einem Kriegsjahr sagen wollen, daß das liberale Kabinett Asquith eine solche Vor⸗ lage würde einbringen müssen? Den Kennern der engli⸗ schen Sitten und Gewohnheiten des Volkscharakters muß
der Regierung der Union zugekommene Information, daß auf den Dampfer sogleich ein scharfer Schuß(solid Shot toward the Sleams hip) abgegeben wurde; unrichtig ist, daß das Untersee⸗
die gestrige Ministerentscheidung einfach ungeheuer⸗ lich vorkommen. f K g 0 f.
1 Das einige ZSulgarten. 1 Sofa, 30. Mit der E des Gesetzentwurfes uber einen außerordentlichen it von 500 Millionen Leve für militärische Zwecke durch die So⸗ branje ist die Einigkeit aller Parteien verwirk⸗ licht. Genadiew, der bekannte Ruffenfreund, erklärte: Mit Bedauern muß ich feststellen, daß ich als Minister den Bukarester Vertrag unterschrieben habe, wodurch. donten für Bulgarien verloren ging. Der Weltkrieg hat dies 3 Er D die e e des ganzen Volkes. Die Armee, die Gr arien schuf, muß die nötigen Mittel haben. 5 1 5 1 0* 1* Besetzung einer griechischen Jusel Athen, 30 Le, 8 b en, 30. Dez. Ni ich) Von dem Vertreter des WTB: Die Franzosen haben die. Castellorizo Behörden ei was von der Insel
mit 500 Mann besetzt und französische
hier unangenehm auffällt. Die nzosen hoffen,
aus die Sicherheit an der türkischen Küste bedrohen zu können. Der Landung dürfte keine Be i n werden, so⸗ lange Saloniki nicht aufgegeben wird, da es dem Vierverband für gleichzeitige Unternehmungen auf fünf Fronten im Orient an Truppen fehlt. Die griechische Regierung hat gegen die Besetzung prokestiert. 8 f 5
5 1
Sonderbare englische Leimruten
(WTB) Berlin, 31. Dez.(Nichtamtlich.) 5 3
Ein Offern zu der fleißig Deutscher Soldaten from Das Officier Commandeering der Eng⸗ ee e 9 i sleibig. Wir 5
Ich weiß sie sind Soldaten ind sehr fleißig. kunnen mutig soldaten sehr leiden aber sie Mane jetzt wissen das der seig ist unsere. Sie sind sehr mutig mein komeraden aber wollen sie krieg machten wenn sie kann der Friede haben. aufpassen. Sechs uhr(abend) 6 th Dezember 1915 zu Sechr (morgen) 7 th Dezember 1915. Jeden Deutscher soldat(order daten) das kommen zu unsere zitte uber das rechts oder links, Boutillerie Weg, wo das fluß geht wollen haben en recht gut Eng⸗ lishe Gruße. Sie wollen nach England Fahrn und haben da viel zu essen. Wenn das krieg ist fertig, sie kannen nach Deutschland zurick fahrn ganz frie, order zu einen anderen Lande ob sie wollen. Wenn die in England sind wir wollen jaden solda 125 marks geben. Ein Englishe soldat, er kann et wass Deutch sprechen, will on das Boutillerie Weg watton. Ich guaranteer si ealle das ich haben hier geschrieben. Zu leben ist gut— Danken sie ob ihr hause— Machten sie kein 1 krieg, aber kommen und leben sie wohl. Das zeit ist blos from Montag sechs uhr(abend) 6 th De⸗ 77755 1915 zu Deainstag sechs uhr(morgen) 7 1915. Durch diese zeit mein officiers und soldaten will kein krieg En das Bontillerie Weg machten. Sie mussen vn das zitte der Weg laufen und es muß ganz dunkel sein. Sie kannen suf mir sechnen Kommen Sie, jetzt ist der zeit,
Die Verlesung dieses verlockenden englischen Schützengra⸗ benaufrufs in der Berliner Presseversammlung vom 29. De⸗ zember hat große Heiterkeit erregt, genau wie in den mit diesem Sprachverbrechen heimgesuchten Schützengräben.
0** *
Deutsche Kulturarbeit in Belgien. Büffel, 30. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Von zustän⸗ diger Seite erhalten wir eine Bestätigung der Nachricht, daß die Frage der Errichtung einer vlämischen Hochschule; die sich nach den in der belgischen Kammer gestellten Anträgen auf die Forderung der Umwandlung der Universität Gent in eine vlämische verdichtet hat, nunmehr dank der Initiative des Generalgouverneurs einen entscheidenden Schritt vor⸗ gerückt ist. Der Generalgouverneur hat nämlich angeordnet, daß in den Etat 1916 Summen eingestellt werden, die zunächst erfor⸗ derlich sind, um die Umwandlung der Universität Gent in die Wege zu leiten. Weiter sollen die für die Neugestaltung des Unterrichtes notwendigen organisatorischen Maßnahmen von fach⸗ kundiger Seite vorbereitet und in Angriff genommen werden. Da⸗ mit geht einer der wesentlichsten Wünsche der vlämischen Be⸗ 0 wegung seiner Erfüllung entgegen, ein Wunsch, der je länger je 1 mehr auch von den Wallonen als berechtigt anerkannt wurde. Gerade vor 75 Jahren, 1840, wurde der erste Anfang auf Einrichtung eines höheren Unterrichts in vlämischer Sprache in den Kammern eingebracht, im Jahre 1912 der letzte, derjenige der Abgeordneten Franck, Cauwelaert und Huysmans. Möchten nunmehr alle beteiligten Kretse in ruhigen Erwägungen abwägen und die Maßnahmen vorbereiten helfen, die zu der Lösung führen und der hundertjährigen Alma Mater die wissenschaftliche Bedeu⸗ tung und innere Tüchtigkeit erhalten, die ihren Ruhm bilden, l sie zugleich aber auch, und zwar in höherem Maße als bisher, be⸗ fähigen, die Trägerin späterer vlämischer Kultur und der För⸗ 1 des Wissens und Könnens in den vlämischen Landen zu erden. 1 0 ee 7%„ Kälte und Hungersnot in Petersburg. Stockholm, 30. Dez. Ganz Petersburg friert. Die
sonst üblichen„ewigen Feuer“, die das winterliche Straßen⸗ bild so eigenartig belebten und an denen sich die Passanten zu wärmen pflegten, gibt es dieses Jahr infolge Holz⸗ mangels nicht. Wo sich nur ein Schlitten mit Holz zeigt, wird er sofort im Sturm von den Wohlhab' 1 während der Arme ohne Holz bleibt. Er flüchtet
ei den herrschenden Frösten von Minus 24 in die berüch⸗ tigten Teehäuser, die nun auf Befehl der Polizeibehörden, wie„Rjetsch“ meldet, deshalb die ganze Nacht offen ge⸗ halten werden. Die Rettungsgesellschaften und die Polizei atrouilltieren das Newaufer entlang und finden immer sehr viele Halberfrorene, sogar Tote. In 1 und der Umgebung wurden viele Tote gefunden. In vielen Häusern sind die-Wasserleitungen erfroren und Peter steht vor einer Wassernot, da die Hauptbehälter teil⸗ weise durch Eis verstopft sind. Infolge des Frostes sind auch die unterirdischen Telephondrähte beschädigt worden.
Der Seekrieg. Ein schwedischer Irrtum.
Berlin, 30. Dez.(We Nichtanttlich) In der schwebe⸗ schen Presse wird die Behauptung aufgestellt, daß am Dienstag, den 28. Dezember vormittags, unter der schwedischen Küste, nahe
innerhalb schwe⸗
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Karlskrona nur zwei Seemeilen vom Lande, also i 1
discher Hoheitsgewäffer, ein schwedischer Dampfer von zwei deut⸗ schen Torpedobooten angehalten worden sei. Das zur Festung Karlskrona gehörige Fort auf der Insel Haesthom
habe durch blinde Schüsse die Torpedoboote an der Aufbringung des Dampfers und der damit verbundenen Neutralitätsverletzung gehindert und die Torpedoboote zum Rückzug veranlaßt. Die Zei⸗ tungen melden übereinstimmend, daß wührend der ganzen Zeit nebliges Wetter unter der Küste herrschte.— Wie wir hierzu von zuständiger Stelle erfahren, sind obige Behauptungen un zu ⸗ treffend. In der Zeit von Montag den 27. Dezember abends bis e 28. Dezember nachmittags war überhaupt 1 8 Kriegsfahrzeug unter der schwedischen Küste ber ona. 5 5
Aus dem Reiche. Der Stand der Reichsbank. Berlin, 30. Dez.(WTB. Nichtamtlich
des Zentralausschusses der Reichs b
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