Ausgabe 
(29.12.1915) 306. Erstes Blatt
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88* seln verzichten, wogegen der Zustand vor Ausbruch des Krieges aufrecht erhalten bleiben würde.

5. Bulgarien müßte selbstverständlich Mazedonien erhalten, ebenso einen von Nisch bis Semendria reichenden Korridor zur Donau. Das frühere Altserbien soll selbständig bleiben oder mit Montenegro zu einem Königreiche ver⸗ einigt werden.

6. Albanien müßte die früher zugestandene Selb⸗ 1 unter einem selbstgewählten Fürsten tatsächlich erhalten.

7. Die Ansprüche Rumäniens und Griechen⸗ lands scheinen in diesem Augenblicke noch nicht ganz festzustehen.

Wir glauben, so fährt der Artikel fort, daß es die Pflicht der neutralen Presse ist, die Diskussion über die Grund⸗ bedingungen des künftigen Friedens zu eröffnen, denn es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieselben eine sehr empfindliche Verschärfung erfahren würden, wenn weitere größere kriegerische Ereignisse zugunsten der Zentral⸗ mächte entscheiden würden. Man darf sich darüber keiner Täuschung hingeben, daß Deutschland trotz seiner aufrich⸗ tigen und tief empfundenen Friedenssehnsucht mit neu ent⸗ fachtem Grimme zum Schwert greifen wird, wenn die dar⸗ . Hand in einer tragischen Verkennung der wirklichen

age zurückgestoßen würde.

Das Wolffsche Telegraphen⸗Bureau bemerkt dazu: In der Schweiz will man in diesem Artikel einen von deut⸗ scher Seite ausgehenden Friedensfühler sehen, Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß diese Auffassung selbstverständlich unbegründet ist.

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Türkische Berichte.

Ho nstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. Auf der Jrak⸗Front wurde eine feindliche Abteilung mit zwei Maschinengewehren und einer stattlichen Zahl von Reitern, die, geschützt von zwei Monitoren vor Iman ali Guarbi, östlich Kut el Amara gelegen hatte und Kut el Amara zu Hilfe kommen wollte, in der Richtung auf Iman ali Guarbi zurückgeworfen.

Auf der Haukasusfront zwangen einzelne unserer Patrouillen starke feindliche Patrouillen zur Flucht.

An der Dardanellenfront warf ein Kreuzer einige Bomben auf die vom Feinde verlassenen Stellungen bei Anaforta und Ariburnu und zog sich darauf zurück. Bei Sedd ül Bahr warf die feindliche Artillerie eine große An⸗ zahl, Bomben gegen unseren rechten Flügel und richtete ein ununterbrochenes Feuer mit Maschinengewehren, Bomben und Lufttorpedos gegen unseren linken Flügel. Unsere Ar⸗ tillerie antwortete, brachte die feindliche Artillerie zum Schweigen und zerstörte einen Teil der feindlichen Grä⸗ ben. Am 25. Dezember bewarfen feindliche Flieger 7 8 los und ohne Schaden anzurichten die Umgegend von Gala

Takoy mit Bomben. Von den am Ufer von Buys Kemikli] Bur

gescheiterten feindlichen Transportschiffen nahmen wir die nützlichen Gegenstände fort.

Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanel⸗ lenfront wurde eines von drei feindlichen Flugzeu⸗ gen, die Ari Burnu 8 durch das Feuer unserer Artillerie beschädigt und fiel ins Meer. Zwei Schiffe schleppten seine Trümmer gegen Imbros. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr dauert der gewöhnliche Kampf mit allen Arten Bomben und Lufttorpedos an Ein Panzerschiff der Agamemnonklasse beschoß unter dem Schutze zweier Kreuzer, zweier Monitore und acht Torpedobooten eine Zeitlang mit Unterbrechungen unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte und traf mit zwei itzen das Panzerschiff und einen Kreuzer. Am 27. Dezember warf ein hinter der Insel Merkeb aufgestellter Monitor 80 Haubitzengranaten auf die anatolische Küste der Meerenge. Unsere anatolischen Meer⸗ engen⸗Batterien nahmen die Landungsstellen von Tekke Burun und Sedd⸗ül⸗Bahr verschiedene Male unter Feuer, verhinderten und störten den feindlichen Transport, ver⸗ sen bei Tekte Burun ein Boot und zerstörten einen 17 5 Schuppen durch zwei Treffer. Eines unserer Wasser⸗ lelghange warf nachts mit Erfolg vier Bomben auf ein Zeltlager. Sonst nichts Neues.

Zum Türkensieg an den Dardanellen.

Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In⸗ folge der Siege über die Engländer und der Räumung von Anaforta und Ari Burnu ließ der Sultan dem Ober⸗ befehlshaber der fünften Armee, Liman von Sanders Pascha, seine kaiserlichen Grüße übermitteln, wofür dieser durch Vermittlung des Kriegsministeriums dem Sultan danken ließ.

Tonstantinopel, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der vorgestrigen Uebergabe der Fahnen an die Truppen hielt der Sultan in Marschallsuniform an die Soldaten eine Ansprache, in der er seine hohe Befriedigung über die Fort⸗ schritte der Armee ausdrückte, dem Allmächtigen für den Sieg dankte und ihn anflehte, daß weitere folgen möchten. Der Feier wohnten der Kriegsminister Enver Pascha, alle übrigen Minister und der bulgarische Militärattache bei

onstantinopel 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau des Kriegsministeriums teilt mit: Die Engländer behaupten, daß der Rückzug von Anaforta und Ari Bur nu mit geringen Verlusten einen Erfolg darstelle. Wir sind über diese Behauptung der Engländer, die die von ihnen ausgeführten Rückzüge überall als einen Erfolg ansehen und gewöhnt sind, ein Vergnügen dabei zu empfinden, wenn sie Rückzüge ausführen, nicht erstaunt. Wenn wir, wie die Engländer, die Gesetze der Menschlich⸗ keit und Zivilisation mit Füßen getreten hätten, dann wäre dieser den Engländern sehr teuer zu stehen ge⸗ kommen. Wir haben mehrere Male mitgeteilt, daß die Engländer. zum Transport gesunder Soldaten und von Kriegsmaterial mißbrauchten. Trotz⸗ dem respektierten wir das Zeichen des Roten Kreuzes und behinderten diese Transporte nicht durch unser Feuer. Das Henn Geheimnis des Erfolges des Rückzuges der Engländer eruht also im Schutze durch die Genfer Flagge. Sie wer⸗ den niemals vergessen, daß sie den Erfolg Diefer Flagge verdanken, deren rötlicher Abglanz stets auf ihren Gesich⸗ tern ruhen wird.

Die Räumung von Solum.

London, 28. Dez. Die change Telegraphenagentur meldet folgende Einzelheiten über den von Fecher und einem deutschen Tauchboot unternommenen Ueberfall auf den englischen Küstenposten von Sol um an der ägyptischen Mittelmeerküste: In Solum befand sich außer einer kleinen englischen küstenwache nur eine schwache Besatzung ägyptischer Infanterietruppen. Es stehen dort 60 bis 80 Mann, die von einem englischen Offizier befehligt wurden. 8 eine Meile von Solum entfernt befindet sich ein arabisches Lager, von wo aus eine Abteilung von Aufrührern den Angriff gegen Solum unternahm, während sich vom Meere her ein deutsches U⸗Boot der Küste näherte und die ägyptischen Truppen beschoß. Diese wurden so

zwischen zwei Feuer genommen und mußten unter Hinterlassung von ungefähr 20 Toten zurückweichen. 5*** 8 Der wankende Asquith.

Genf, 28. Dez. Die Pariser Regierungspresse will die aus englischen Oppositionsblättern übernommenen Nach⸗ richten von einer Erschütterung der Stellung von Asquith noch bezweifeln. Eine zur Beschwichtigung aus⸗ gegebene Havas⸗Note versichert, Asqufth werde nach den Parlamentsferien die Rekrutierungstätigkeit, vollkommen rechtfertigen. Aber mittlerweile erlitt Asquith, dessen poli⸗ tisch⸗militärische Voraussagen bezüglich des Balkan durch eine lange Reihe von Tatsachen widerlegt worden sind, eine neue Schlappe hinsichtlich der von ihm als durchaus britenfreundlich bezeichneten Haltung der Senussi. Das französische Marineamt erhielt über die Kämpfe bei So lu m und Mat ruh einen ausführlichen Bericht, beschränkte sich jedoch auf die knappe Meldung, daß in der Bucht von Solum ein französischer Kreuzer nach zweistündigem Gefechte gegen zwei feindliche U-Boote deren Spur verlor.

Der englische Mehlpreis.

Berlin, 20. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Der eng⸗ lische Mehlpreis steigt weite r. Nach dem Markt⸗ bericht derTimes vom 21. Dezember 1915 ist der Mehl⸗ preis in London wiederum um einen Schilling per englischen Sack erhöht worden. Er beträgt jetzt 49 Schilling; für erst⸗ klassige Ware werden drei bis vier Schilling extra bezahlt. Zu Anfang Dezember 1913 betrug der entsprechende Mehl⸗ preis in London 26 Schilling 6 P. Der englische Mehlpreis beträgt also heute e Prozent mehr als in Friedenszeiten. Der Preis von 49 Schilling per eng⸗ lischen Sack entspricht einem Preis von ca. 39,40 Mark per Doppelzentner. Der Berliner Mehlpreis beträgt für Weizen⸗ 12915 36,75 Mark, für Roggenmehl 33,50 Mark pro Doppel⸗ zentner.

Englischer Bericht.

London 28. Dez.(WTB. h Amtlicher Bericht:

Gestern früh ließ der Feind gegenüber unserer Linie südöstlich der Hohenzollernschanze eine Mine springen. Wir verschanzten uns nächst dem Trichterrand. Unsere Artillerie beschoß erfolgreich die Schützengräben des Feindes südlich der Bahn LilleArmen⸗ tieres. Der Feind antmortete kräftig, Schaden an. Sonst die übliche Artillerietätigkeit.

Das Kriegsamt teilt zum türkischen Heeresbericht vom 27. Dezember mit, daß vom 14. Dezember bis 24. Dezember kein Gefecht zwischen britischen Truppen und Arabern an der Westfront Aegyptens stattfand. Am 25. Dezember wurde die arabische Streitmacht ungefähr 8 Meilen von Mersa Ma⸗ truh angetroffen, angegrissen und auseinandergetrieben. Die britischen Truppen hatten geringe Verluste. e

Zurückziehung der Inder aus Frankreich.

reau meldet: Daß die indischen Truppen aus Frank⸗ reich entfernt wurden, gehe aus der amtlichen Meldung hervor, daß der Prinz von Wales vor dem Abzug der indischen Armeekorps aus Frankreich den Truppen ein Telegramm des Königs überbracht hat, in welchem dieser den Indern, die jetzt an einem anderen Kriegsschauplatz benötigt würden, war⸗ men Dank für die geleisteten Dienste ausspricht.

Allgemeiner Bußtag in England.

London, 28. Dez. Der Lordmayor der City von London hat an alle Mayors und Pyvovosts im vereinigten Königreich ein Schreiben gerichtet und den dringenden Vorschlag gemacht, daß in jeder Stadt ein offizieller feierlicher Bittgottesl dienst für den 2. Januar veranstaltet werden sollte. In London werde die Stadtvertretung dem vom Erzbischof von Canter⸗ bury abzuhaltenden Gottesdienst in der St. Pauls⸗Kathedrale beiwohnen. Die Aufforderung hat überall Zustimmung gefunden und von über 250 Mayors und Provosts im Königreich sind be⸗ reits Ansagen offizieller kirchlicher Feierlichkeiten eingegangen.

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Die Lage bei Saloniki.

Budapest, 29. Dez. Nach Sofia wird aus Athen gemeldet, daß die Lage zwischen der griechischen Regierung und der Entente sehrekritisch sei. Die Verbündeten beharren auf ihrem Wunsche, daß Griechenland größere Truppenmassen im Gebiete von Sa⸗ lonikt zurücklasse. Die griechische Regierung ist jedoch der An⸗ sicht, daß sie mit dem Abtransport der Truppen nur einen öfters geäußerten Wunsch des Vierverbandes erfüllt. Sie ser nicht ge⸗ pe jeden Stimmungswechsel unter den Verbündeten zu re⸗ pektieren.

Haag, 29. Dez.Echo de Paris meint, daß man in artilleristischer Hinsicht in Saloniki für alle Fälle ge⸗ rüstet sei, aber die Zahl der Mannschaften lasse noch immer zu wünschen übrig. Die Verbündeten hätten bis jetzt 1100 Geschütze in Salonikr ausgeschifft, eine Anzahl weiterer allergrößten Ka⸗ libers sei noch unterwegs. Ferner seien 800 Kilometer Stachel⸗ 1 in Saloniki und an den äußeren Verschanzungen verwendet worden.

Berlin, 29. Dez. DerCorriere della Sera mel⸗ det laut verschiedenen Morgenblättern, der griechische Minister Rhallis habe auf die Frage, was die Regierung tun werde, wenn ein gemischtes Korps, aus Bulgaren und Deutschen bestehend, die griechische Grenze überschreiten würde, mit der Gegenfrage ge⸗ antwortet: Warum brachtet Ihr uns in diese Lage? Warum versteift Ihr Euch darauf, in Saloniki zu bleiben? Ihr kamt, um Serbien zu helfen, aber diese heldenmütige Nation ist vernichtet. Demnach besteht der Zweck Eurer Expeditton nicht mehr. Wir sind besorgt um Leben und Eigentum von vielen griechischen Untertanen in der Türkei und Kleinasien. Geht fort von Saloniki, dann wird kein Deutscher, kein Bulgare, kein Türke griechischen Boden betreten. 1

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Das Fiasko der französischen Anleihe.

Haag, 28. Dez.Nieuw Financier sagt: Das hol⸗ ländische Publikum warf sich in blinder Begeisterung auf die französische Kriegsanleihe, denn es ist kein alltägliches Ereignis, eine fünfprozentige. een zum Kurse von 72 er⸗ 5 zu können. Aber schon jetzt sinkt der Wert dieses

apiers. Daher ist es fraglich, ob nicht durch das Sinken des Kurses dasjenige wieder verloren wird, was die hohe Verzinsung einträgt. Die New Porker französische Anleihe, die hier mit 91 notiert, müßte infolge des gesunkenen Dollarkurses in New Pork wenigstens 98,4 stehen. Da der Kurs aber dort viel niedriger ist, verlieren die holländischen Anleger jetzt schon er⸗ heblich. Das Blatt meint, Holland solle sich von allen fremden Kriegsanleihen fernhalten. Dagegen beständen leine Schwierig⸗ keiten bei der Anlage in freuden Papieren. Besonders seien 1 8 10 Hypotheken zu empfehlen, die konservativ verwaltet würden.

Gegen die französischen Lügen meldungen.

Bern, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) DasBerner Tage⸗ blatt teilt mit, daß zurzeit aus Hunderten von deutschen Flugzeugen Flugschriften auf die Städte, Dörfer und Schützengräben in Frankreich herniederflattern; sie enthielten die wörtliche Wiedergabe der Rede des deutschen Reichskanz⸗ lers über den Frieden, die bekanntlich von Havas gänzlich entstellt, ja ins Gegenteil verkehrt den Franzosen Übermittelt worden sei! Das Blatt sagt weiter, weil man in Paris offenbar die Wirkung

aul verhoischen. So bringen die Pariser

er richtete nur wenig g

London, 27 Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Reutersche Pfl.

tler zah* aus Bern, Basel, Zürich und Lausanne über Hungersnot und Deutschland. Das französische Publikum hat 3

Meutereien in hat 1 nicht das rechte Vertrauen zu solchen Meldungen; so muß er N Schweizer denn herhalten. Die gesamte französische Presse brachte am 26. Dezember ein Telegramm, nach dem ein Parteiführer schweizerischen Sozialdenokratie über einen Aufruhr während de Reichstagsverhandlungen in Berlin, über das fürchterliche Elend n Deutschland usw. aufklärende Mitteilungen von Haase, Bernstein und Liebknecht erhalten hätte, die jetzt wüßten, wie das deulsche 5 Volk betrogen wird. DasBerner Tageblatt kritisiert scharf diese Pressemache und schließt mit der Bemerkung: Am besten wäre es, man ließe uns Schweizer überhaupt aus dem Spiel und datierte seine Meldungen aus Paris, wo sie entstanden sind.

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Das Zahlen verhältnis der Kriegführenden.

Bern, 27. Dez. In derZüricher Post wird von de⸗ sonderer militärischer Seite eine sehr gründliche Unter⸗ suchung über das Zahlenverhältnis der kriegführenden Mächte angestellt und das Ergebnis wie folgt zusammen⸗ gefaßt:So lange Rußland und Italien durch das öster⸗ reichisch⸗ungarische Heer, den dritten Teil des deutschen und die türkische Kaukasusarmee in Schach gehalten werden, bedeutet das Zahlenverhältnis auf den übrigen Fronten, selbst nach den Einwohnerzahlen berechnet, kein leber gewicht für die Entente Die bisher noch weni zur, Geltung gebrachte, durch Verluste nur unerheblich ge⸗ schwächte Wehrkraft der Türkei kann im weiteren Verlauf des Krieges immer größere Bedeutung er⸗ langen. Was im 2 das Verhältnis 2 85 Frank⸗ reich und Deutschland betrifft, so kann das deutsche Deer, selbst wenn die Verluste in der bisherigen Höhe an⸗ dauern, noch auf lange Zeit in un verminderter Stärke erhalten werden. Die Kopfzahl des ben ae f

Heeres aber muß im Laufe des zweiten Kriegsjahres finken, beim Eintritt größerer Verluste sogar bedeutend. Ein immer F Teil der französischen Front wird von eng⸗ ischen Truppen eingenommen werden müssen; die Mög⸗ lichkeit eines ausreichenden Ersatzes der 3 5 osen durch die Engländer ist auf das unsichere Ergebnis illigen Werbung gegründet. 5 0 Die türkischen Finanzen.

Konstantinopel, 28. Dez.(WTB. 1 1 egierung hat in der Kammer einen Gesetzentwur gebracht, in dem sie ermächtigt wird, in Deutschland Vorschuß von 20 Millionen Pfund aufzunehmen. 72 Holländische Ambulanzen für die Zentralmächte. 06. Amsterdam, 28. Dez. Heute früh sind von hier die zwei Ambulanzen, die Holland nach Deutschland und Ungarn versendet, abgegangen. Diese Tat ist die beste Antwort, die Holland auf all das deutschfeindliche Geschwätz und die Hetzereien imTelegraaf geben konnte. Noch kurz vor der Abreise, als schon alles fertig war, meldeten sich Aerzte und egerinnen zur Teilnahme an der Fahrt. ö 1255 Die beiden Ambulanzen sollen bestehen aus zusammen 74 Mit⸗ gliedern. Sie werden nach Gleiwitz in Schlesien und nach Buda⸗ pest weitergesandt werden, um dort ihre 9 aufzunehmen. Jede der beiden Ambulanzen wird von 6 zten und einem Zahnarzt begleitet sein und über 200 Betten und 4 Material verfügen. Ein Sonderzug mit allem Nötigen 5 nächste Woche von Amsterdam abgehen. N 3 Die Ford⸗Expedition unter Polizeiaufsicht. Kopenhagen, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) WieExtra⸗ bladet erfährt, wird der amerikanischen Friedenserpe⸗ dition in Kopenhagen verboten werden, Versammkun⸗ gen abzuhalten. Keinem Amerikaner wird es gestattet, weder öffentlich noch in geschlossenen Versammlungen zu sprechen. Das Verbot gründet sich auf einen Beschluß, den die Regierung nach dem Björnson⸗Skandal gefaßt hat und nach dem keinem Ausländer mehr in Kopenhagen erlaubt ist, Vorträge über Fragen zu halten, 3 5 mit dem Kriege in Verbindung stehen. Das Verbot wird unzweife

haft zur 195 haben, daß die Expedition schnellstens Kopenhagen

wieder verlä Der Seekrieg. Opfer unserer Unterseeboote. 9 0 5

London, 27. Dez. 1 Nichtamtl.) Lloyds Agentur meldet, daß von den Passagieren und der Besatzung des ver⸗ senkten französischen DampfersVille de la Ciotat 80 umgekommen sind. Der britische DampferPeddo aus Glasgow(4552 Bruttotonnengehalt) ist versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Der britische Dampfer Cottingham(513 Tonnengehalt) ist versenkt worden; sieben Mann wurden gerettet. Der belgische Dampfer Ministre Beernaert(4215 Bruttotonnengehalt) ist versenkt worden; sieben Mann wurden gerettet. 105 London, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet? Der britische Dampfervan Stirum ist versenkt worden; die Besatzung ist gerettet. ö

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Ymuiden, 28. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Der Dmuider DampftrawlerErin N 88 stieß gestern früh beim en in der Nordsee auf eine Mine; drei Mann der Besatzung wur⸗ den getötet, drei audere schwer verwundet. Acht Ueberlebende wur⸗ 995 1 durch einen anderen Pmuider Dampftrawler hier gelandet.

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Aus Stadt und Cand. Gießen, 29. Dezember 1915.

Gegen die Brotgetreide⸗Verfütterung. 5 Leider mehren sich die Fälle, in welchen ungesetzlicher⸗ weise Brotgetreide von Landwirten verfüttert wird, in erschreckender Weise. Aus allen Gebieten des Deut⸗ schen Reiches kehren, so schreibt eine halbamtliche Korre⸗ spondenz, täglich Zeugnisse hierfür wieder, sei es, daß die Zeitungen über Bestrafungen von Landwirten berichten, die sich dieses Vergehens schuldig gemacht haben, sei es, daß Landräte A erlassen müssen, die nochmals und immer wieder mit Nachdruck darauf verweisen, daß die Verfütterung von Brotgetreide verboten ist und daß Ueber⸗ tretungen streng bestraft werden. Um ein Beispiel aus vielen herauszugreifen, sei eine Mitteilung des Osna⸗ brücker Tageblattes vom 9. November 1915 genannt, in der eine Reihe dieser Vergehungen für einen lokalen irk zusammengestellt worden sind. Dort hatten Landwirte Roggen verfüttert, weil sie gemeint hatten, daß derselbe nicht als Brotgetreide angesehen werden könne, da es sich um minderwertige Körner oder um mit anderen Getreide⸗ körnern vermischten Roggen handele. Ein Landwirt hatte Roggengarben verhäckselt, ein anderer behauptete, das Ver⸗ bot, Hinterkorn zu verfüttern, nicht gekannt zu haben, wieder ein anderer hatte die beim Dreschen abgerissenen Aehren zusammengeharkt und zu Häcksel verschnitten, wieder ein anderer wurde von dem Gendarmeriewachtmeister dabei 8 betroffen, als er auf seiner Schrotmühle ein Gemisch von 1 Hafer und Roggen zusammen mit Mais verschroten wollte, usw. Dieser unsere Ernährung im Kriege geradezu be⸗

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dieser Aufklärungsarbeit bereits spüre, arbeite das Pressebureau am Quai d'Orsah mit Hochdruck, um diesen Eindruck schnellstens

drohende Zustand muß eine Aenderung und zwar ei

sehr schleunige Aenderung erfah'