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Nacht des 15. Vezember wurden zwei feindliche Transportschiffe, die am Landungshafen von Art Burnu ausgeladen wurden, durch unsere Artillerie in die Flucht gejagt. Ein feindlicher Kreuzer, der ein Feuer gegen unseren rechten Flügel von Sedd⸗ül⸗Bahr eröff⸗
nete, wurde durch vier Geschosse unserer Artillerie getroffen; er entfernte sich auf die hohe See. Ein feindliches Flugzeug wurde gestern von unserer Artillerie heruntergeschossen.
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unsere Militär- und Marine-Attachés in Washington.
Washington, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus: Der britische 1 ist ermächtigt worden, Boy⸗Ed und von Papen be⸗ dingungslos freies Geleit einzuräumen. Die bei⸗ den Attachss beabsichtigen, am Dienstag mit dem Dampfer „Nordham“ abzureisen.—
Die Vermählung Wilsons.
Berlin, 16. Dez.(Privattelegramm.) Der„Berliner Lokal⸗ Anzeiger“ meldet aus Haag: Wil son heiratet am Samstag. Er gibt zwei diglomatische Festessen, so daß die Ver⸗ treter feindlicher Mächte nicht gleichzeitig eingeladen sind. Eine amerikanische Note an Frankreich.
New Pork, 16. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Eine amerika⸗ nische Note, in welcher gegen das Vorgehen des fran⸗ zösischen Kriegsschi 110 5„Descartes“ gegen amerika⸗ nische Schiffe Einspruch erhoben wird, ist nach Paris ab⸗
egangen. Die Note fordert die sofortige Freilassung der se s Deutschen und Oesterreicher, die von Bord der Dampfer „Coamo“,„San Juan“ und„Carolina“ weggeführt wurden.
Der neue schweizerische Bundespräsident.
Bern, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die vereinigte Bundesversammlung unter dem Vorsitz des Nationalpräsi⸗ denten Engster wählte zum Bundespräsidenten für 1916 den bisherigen Vizepräsidenten Camille Dec oppet mit 185 von 188 gültigen Stimmen. Der neue Bundespräsi⸗ dent gehört dem Bundesrat seit Juli 1912 an, wo er als Nachfolger Ruchets gewählt wurde. Er stammt aus Suecvaz bei Pperdon und steht im Alter von 53 Jahren. Vor seinem Eintritt gehörte er lange dem waadtländischen Staatsrat an. Zum Vizepräsidenten des Bundesrates für 1916 wurde mit 180 von 187 gültigen Stimmen gewählt der Bundesrat Edmund Schultheß von Villnachern im Aargau, der eben⸗ falls im Juli 1912 als Nachfolger Deuchers in den Bundes⸗
rat eingetreten war. Der neue Vizepräsident ist 47 Jahre alt.
Die Behandlung der Gefangenen.
1 Berlin, 16. Dez.(WTB. Amtlich.) Wie wir von Aunterrichteter Seite erfahren, hat die deutsche Regierung vor kurzem der russischen Regierung mitgeteilt, ie bereit, den russischen Kriegsgefangenen die Feier des Namenstages des Zaren am 19. Dezember 1915 zu gestatten, wenn in Gegenseitigkeit den n Kriegsgefangenen in Rußland freigegeben würde, den Ge⸗ burtstag des Deutschen Kaisers festlich zu begehen. Wenn den deutschen Kriegsgefangenen unter dieser Gegen⸗ seitigkeit ermöglicht würde, einen Tag ihres gleichförmigen traurigen Gefangenenlebens festlich zu begehen, so wäre das nur zu begrüßen.
Aus dem Reiche.
Der Zehnmilliardenkredit im Reichstagsausschuß angenommen.
Berlin, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Nach⸗
tragsetat, der den Reichskanzler ermächtigt, zehn Mil⸗
liarden Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen,
ist heute abend vom Hauptausschuß des Reichstages ohne
Widerspruch angenommen worden.
Eine neue Bundesratsverordnung über Bereitung von N Kuchen und Süßigkeiten. N Berlin, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat bat am 16. Dezember eine Verordnung über die Bereitung von Kuchen, sowie eine Verordnung über die Herstellung von Süßigkerten und Schokoladen erlassen. Die Ver⸗ ordnungen bezwecken eine Vorratsstreckung von Eiern, Sveise⸗ fetten, Pitter, Milch und Sahne. Für die gewerbliche Herstellung 0 5 Kuchen, wer he 110 ane Rensen ordert über die Zusammensetzung des Teigs 1 assen gegeben; die gewerb⸗ liche Herstellung von Backwaren in siedendem Felt, Baumkuchen, Fettstreußel und Eiweiß⸗, Fett⸗, Milch⸗ und Schneecremen ist verboten. Als Triebmittel ist Backpulver gestattet, Hefe wird ver⸗ boten Die Hausbäckerer wird an sich von der Verordnung nicht betroffen, das Ausbacken von Teigen und Massen, die nicht n. Betrieben hergestellt sind, wird aber für ge⸗ werbliche Betriebe verboten. Für Keks⸗, Zwieback⸗ Honig⸗, feffer⸗ und Lebkuchenfabrifen, die von der Reichsgetreibe⸗ stelle mit Getreide oder Mehl beliefert werden, gelten e Vorschriften und die Verordnung nicht, da mit ihnen von der Reichsgetreidestelle bereits ähnliche Abmachungen ge⸗ troffen worden sind. Die Sußigkeitsverordnung gestattet den ge⸗ erbli. Betrieben, in denen Süßigkeiten vertrieben und her⸗ gestellt werden, für das Jahr 1916 nur noch die Hälfte der Zucker⸗ menge zu Süßigkeiten zu verarbeiten, die sie vom 1. Oktober 1914 bis 30. September 1915 hierzu verarbeitet haben. Milch, Sahne
und Fett dürfen zur gewerbsmäßigen Hersellung von Süßig⸗ keiten und Schote lde nicht pen werden.— Der 8 rat ferner eine Vero über Zeitungsanzeigen
erla wonach in periodischen Druckschriften Angebote über Ge⸗ ge 1 des tägli Bedarfes, insbesondere Naben und suttermittel aller Art, sowie rohe Naturerzeugnisse, Heiz⸗ und euchtstoffe, Düngemittel oder Gegenstände des Kriegsbedarfs nicht angezeigt oder eingefordert werden dürfen.
l Die Versorgung der Kriegsbeschädigten.
Berlin, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der Be⸗ rechung der Besoldungs⸗ und Rentenfragen im aupt⸗ a ler des Reichstages erklärte der stell vertretende Kriegs⸗ nister die unterstellten Kommandos seien angewiesen, den Kriegsbeschädigten bei der Aufnahme der Berufsarbeit nicht gleich die Rente zu kürzen. Auch solche Kriegsbeschädigte, die bisher cht in militärischen Betrieben waren, sollen Au ahme finden. würde ihn freuen, wenn sich viele melden würden Gesetzent⸗ ürfe betreffend Versorgung und Ansiedlung der riegsbeschädigten seien in Vorbereitung. Gegenüber der 75 einer Aenderung der Grundsätze bei der Renten⸗ abmessung betonte der Staatssekretär des Reichsschatzamtes die chwierigkeiten einer alsbaldigen Aenderung der Kriegs versor⸗ . Er verwies auf seine früheren Aeußerungen hierzu. 5 endgültige Ordnung sei erst nach Friedensschluß möglich wenn die finanzielle Gesamtlage im Reiche einigermaßen über⸗ sehbar sei. Die Reichsleitung
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0 5 sei sich darüber klar, wie wichtig die en der e sei, die um jeden Preis eder lebendige Glieder unserer Volkswirtschaft werden müßten, 5 deshalb, weil es nach dem Kriege sehr an Arbeitskräften für ie große volkswirtschaftliche Wiederherstellungsarbeit fehlen werde. Weeiter bemerkte der stellvertretende Kriegsminister, daß es nicht Grundsatz sei, einen Anstellungsschein an die Mannschaften zu 5 1 2 5 aber er könne gegeben werden. Man wolle sie nicht in die . e. schabsoten der langen Wartezeit. sei es, wenn die Krieg ädigten ihren alten oder einen ähnlichen Beruf ergreifen würden. 9
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Berlin, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Auf Ver⸗ anlassung der Vereinigung deutscher Ueber⸗ seer, Sitz Frankfurt a. M., ist von einer großen Zahl inter⸗ essierter Firmen dem Reichskanzler folgende Eingabe über⸗ sandt worden: Die unterzeichneten Ueberseefirmen halten es zur Wahrung des deutschen Ansehens im Auslande für erforderlich, daß die feindlichen Mächte im Frie⸗ densschluß gezwungen werden, überall da, wo das Ansehen des Deutschtums in deutschen und fremden Kolonien mit direkter oder indirekter Unterstützung der feindlichen Behörden durch entwürdigende Behandlung Deutscher während des Krieges herabgesetzt und geschä⸗ digt worden ist, in einer offiziellen Form Genugtuung derart zu leisten, daß bei der einheimischen Bevölkerung das Ansehen des Deutschtums voll und ganz wiederhergestellt
feld
erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des peimat⸗ blättes. Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man
den feldpost⸗Bezug
des Gießener Anzeigers für das nächstc Vierteljahr CJan.⸗febr.⸗arz)
schon jetzt erneuern
Alle Fostamter nehmen die bestellung cnigegen. der vierteljahrs⸗öezug be⸗ trägt k. 3.50 einschlietßlich der Um⸗ schlag⸗bebühr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch die
Ceschäftsstelle des bichener Anzeigers
Aus Stadt und Land. a Gießen, 17. Dezember 1915.
Kartoffelbeschaffungsstelle für Süd⸗ und
. Westdeutschland.
Die Kartoffelversorgung der Städte, ins⸗ besondere der minderbemittelten Bevölkerung, vollzog sich bekanntlich nicht in der Weise, wie dies mit Rücksicht auf die Bedeutung der Kartoffel als Volksnahrungsmittel und die vorgeschrittene Versorgungszeit dringend notwendig wäre und wie dies überhaupt im öffentlichen Interesse ge⸗ legen ist. Das von der Reichsbartoffelstelle geübte Bezugs⸗ schein⸗Verfahren ließ sich wegen der verschiedenartigen be⸗ W Maßnahmen nicht immer mit Erfolg durchführen. Diese Tatsache gab Veranlassung, in eine Erwägung dar⸗ über einzutreten, wie sich die Versorgung unter fachkundiger Mitwirkung der mit den süddeutschen Verhältnissen ver⸗ trauten Genossenschaftsverbände und Handelsorganisationen rascher und günstiger gestalten ließe. Die in den letzten Wo⸗ chen abgehaltenen Beratungen ergaben die dringende Not⸗ wendigkeit der Mitwirkung des Handels- und Genossenschafts⸗ wesens, an den vom Reich und den Reichsstellen durchzuführen⸗ den Versorgungsarbeiten. Zu diesem Zwecke wurde die sofor⸗ tige Gründung einer gemeinnützig wirkenden Fartoffel⸗ beschaffungsstelle für Süd- und Westdeutsch⸗ land mit dem Sitz in Frankfurt a. M. beschlossen. Bei ihr sollen in paritätischer Weise die Produzenten und Konsumenten mitwirken und zwar durch Vertretungen der Landwirtschaftskammern und Handelskammern, der Kom⸗ munalverbände, Städte und landwirtschaftlichen Vereini⸗ gungen der südwestdeutschen Bezirke. Auf diese Weise hofft man die Versorgungsarbeiten der Reichskartoffelstelle wirk⸗ sam unterstützen zu können. Der Vorstand besteht aus Ver⸗ tretern der Landwirtschaftskammern und Handelskammern, der Städtevertretungen, des landwirtschaftlichen Genossen⸗ schaftswesens und des Handels, die die e Tätig⸗ keit der Geschäftsführung unter ständiger Kontrolle halten. Die vorläufige Geschäftsstelle der Kartoffelbeschaffungsstelle für Süd⸗ und Westdeutschland zu Frankfurt a. M. befindet sich Fichardstraße 51, Fernsprecher Hansa 717. Es dürfte im Interesse aller beteiligten Kreise liegen, die gemeinnützig wirkende südwestdeutsche Kartoffelbeschaffungsstelle in jeder Weise zu unterstützen und zu fördern und so zur Aenderung der jetzt zweifellos noch vorhandenen Notlage beitragen.
* Weihnachtsbäume und Feuersgefahr.
Der Verband öffentlicher Feuerversicherungs⸗Anstalten in Kiel schreibt: Um die Weihnachtszeit finden sich in den Tageszeitungen häufig Berichte über durch Weihnachts⸗ bäume verursachte Brände. Rechnet man zu diesen Bränden noch die weit zahlreicheren hinzu, von denen die Oeffentlich⸗ keit nichts erfährt, so ergibt sich eine erschreckend große Zahl von Bränden, die, ganz abgesehen von dem materiellen, 8 Teil eine bedeutsame Höhe erreichenden Schaden, auch eben und Gesundheit zahlreicher Personen in ernstliche Gefahr N Es ist daher dringend geboten, zu Beginn der Weihnachtszeit die Ausmerksamkeit auf die Gefahr der Verursachung von Bränden durch Weihnachtsbäume 6u lenken und zeinige einfache und doch wirksame Vorsichts⸗ maßregeln in Crinnerung zu bringen. Weihnachtsbäume dürfen nicht in der Nähe von Fenster⸗ und Türvorhängen aufgestellt werden, denn der geringste Luftzug, der durch Oeffnen einer Tür, eines Fensters, durch rasches Vorbei gehen und dergl. verursacht wird, genügt, um die Vorhänge in die brennenden Kerzen hineinzuwehen. Als Baumschmuch sollen nur solche Sachen Verwendun finden, die schwer entzündlich sind. Die von Straßenhänblern viel verkauften sog. Wunderkerzen sind durchaus nicht ungefährlich; bei ihrem anne selbst ist größte Vorsicht geboten. Die 1 am Baume selbst müssen so angebracht werden, daß sie senk⸗
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recht stehen und über ihnen liegende Zweige nicht anzünden die Kerzen dürfen auch nicht so dicht übereinander 1 5
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werden, daß die unteren die overen erwarmen, zum Ve biegen und zum Herausfallen aus dem Lichthalter bringen. Kindern sollte das Anzünden oder Auslöschen von Kerzen nie gestattet werden. Für alle Fälle ist— besonders wenn die Bäume längere Zeit stehen und ausgetrocknet sind— ein Eimer mit Wasser, noch besser eine Gießlanne bereit zu 1 55 beben. Brande sofort und ener⸗ isch zu Leibe gehen zu können.
gis Werden diese wenigen en de befolgt, so lassen sich zahlreiche Brände um die Weihnachtszeit mit Leichtigkeit vermeiden. Es wäre dies in der jetzigen Zeit um so erfreulicher. 7 i 5
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Landsturm⸗Gefr. Friedrich Dietz, Pionier⸗Batl. 21, aus Burgsolms.— Musk. Albert Zimmermann, Inf.⸗Regt. 118 aus Wetzlar.— Res. Karl Queckbörner aus Wettsaasen— Leopold Sommer aus Crainfeld— Hugo Schnell aus Rei⸗ chelsheim(Wetterau).— Unteroff Gg. Stieler, Inf.⸗Regt. 353, aus Rainrod— Musk. Georg Kratz, Inf-⸗Regt. 17, aus Wett⸗ saasen.— Musk. Ludwig Kimpel, Maschinengewehr⸗Abteilung 245, aus Ober⸗Widdersheim.— Musk. Jak. Aug. Reuter, Nes.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Niederweisel.— Ers.⸗Res. Phil. Heinr. Baumann, Inf.⸗Regt. 116, aus Erbstadt.
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„Auszeichnung. Dem Hornisten Wilhelm Schreie; aus Gießen, vom Res.-Inf.-Regt. 116, wurde das Eisern e Kreuz verliehen.— Em Gießener, der Ableilungsvetermär Dr. dugo Docter, Hamburg, erhielt die Heslische Tapfer keitsmedaille, nachdem er bereits im Dezember 1914 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.
Amtliche Personal nachrichten. In den Ruhe⸗ stand versetzt wurden der Lokomotwführer Heinrich ofmann zu Bischofsheim, der Rottenführer Heinrich Binz zu Nieder Olm, der Weichensteller Justus Raiß zu Bischofsheim und die Bahn⸗ wärter Martin Heil zu Babenhausen, Nikolaus Porth zu Bischofsheim, Friedrich Schäser zu Lampertheim, Theodor Schmitt zu Budenheim und Georg Zumer zu Wiebelsbach, sämtlich in der Hessisch-Preußischen abe vom I;, Jamar 1916 an.— Am 16. Dezember d. J. wurde der Großh. Pfandmeister Heintich Welz zu Michelstadt t. O. vom Tage seines Diensiantrits an in gleicher Viensteigenschaft in den Beitreibungs⸗ bezirk Bingen versetzt.
Butterverkauf. Dem Kommunalverband Gießen stehen nur noch sehr beschränkte Mengen Butter zur Ver⸗ fügung, die von heute ab nur in den drei Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb, Dampfmolkerei, in Paketen von ½ Pfd., zum Preise von 2.20 Mk. für das Pfund verkauft werden.
n Keine Geheimschrift bei Mitteilungen an Kriegsgefangene in Feindesland. Der Schriftverkehr der in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten unterliegt in Feindesland einer scharfen Prüfung, auch auf das Vorhandensein unsichtbarer Schrift. Die aus den Briefen Gefangener gelegentlich hervorgehenden An⸗ regungen, dem Antwortbriefe Mitteilungen in einer bestimm⸗ ten unsichtbaren Schrift beizufügen, scheinen zuweilen auf listige Veranstaltung des Feindes zurückzu⸗ führen zu sein, Auf diese Weise versuchen unsere Gegner, die Mitteilungen über Vorgänge und Verhältnisse in Deutschland zu Schlüssen zu benutzen und zu unserem Nachteil zu ver⸗ werten, für sie wichtige Nachrichten zu erhalten. Um so mehr ist damit zu rechnen, daß Mitteilungen in geheimer Schrift entdeckt, und daß durch ihr Bekanntwerden die Interessen des Reiches gefährdet werden. Der Gefangene selbst wird den schwersten Nachteilen in Bezug auf seine Behandlung und seinen Briefverkehr ausgesetzt sein, sobald er überführt er⸗ scheint, unsichtbar geschriebene Nachrichten aus Deutschland heimlich zu erhalten. Deshalb muß dringend davor ge⸗ warnt werden, bei Mitteilungen an die in Kriegsgefangen⸗ schaft befindlichen Deutschen Geheimschrift anzuwenden.
* Im Oberhessischen Kunstverein ist unter den gegenwärtig ausgestellten, bereits ausführlich gewür⸗ digten Stücken Raum für mehrere Künstler geschaffen wor⸗ den, auf deren Schöpfungen wir in erster Linie im Ge⸗ danken an das kommende Weihnachtsfest n machen wollen: Sie stellen zum überwiegenden Teil 1 Gelegenheitskäufe von beachtenswerter Eigenart dar. So stellt Minna Weber⸗Lich Batikarbeiten aus, Kissen, Tücher, Lampenschleier und dergleichen in jener veizvollen, aus Java zu uns gekommenen Technik, die ihre zartlinigen Ornamente auf feine Stoffe mit flüssigem Wachs aufträgt; das ganze Stück wird alsdann kingefärbt und nach dem Auskochen des Wachses erscheinen die Ornamente in der ausgesparten Grundfarbe. Die Künstlerin zeigt durchweg Stücke von feinem Farbenklang, deren beschwingte, bei allem Reichtum sicher überdachte Linienführung jenen intimen, persönlichen Hauch atmet, den die Entwicklung unserer Wohnungskultur immer mehr bevorzugt. Neu in der Aus⸗ stellung sind weiterhin farbige Holzskulpturen Franz Scheibers in München, der z. B. mit einer in Linden⸗ holz geschnitzten, stark aus dem Material W hl. Familie sowie mit zwei weiteren, mit liebevollster Klein⸗ arbeit geschaffenen religiösen Statuen Stücke von schlichter, echter Innigkeit bietet. Mit zahlreichen Holzschnitten mitt⸗ leren Formats ist Dr. Daniel Greiner ⸗ Jugenheim ver⸗ treten, der in den Räumen des Kunstvereins kein Unbe⸗ kannter mehr ist. Während es bei einzelnen seiner Blätter schwer hält, zu Idee und Durchführung eine innerliche Stellungnahme zu finden, sprechen andere, wie mehrere groß gesehene, ins Gigantisch⸗Figürliche erhobene Schöp⸗ fungsphasen, eine unmittelbare, starke Sprache. Eigen ist allen Blättern die konsequente, bisweilen, z. B. in der Hexenküche, meisterliche Durchführung der Lichtverbreitung. Mancher wird unter der Sammlung mit. Technik sehr sauber hingesetzter, trotz der beschränkten Ausmaße monumental wirkender Arbeiten einen willkommenen, wert⸗ vollen Schmuck für ein gepflegtes Heim finden können. Ein paar entzückende Radierungen von feinstem Ton und fast minutiöser Nadelarbeit, darunter einen kernhaften, derben Landsknechtskopf unter der Sturmhaube, bringt Heinrich Haberl⸗ München. Auch der Huth schen Radie⸗ rungen und Aquarelle, deren Reichtums im Feuilleton unseres Blattes seinerzeit gedacht wurde, sei in diesem Se noch einmal Erwähnung getan. Wir glau⸗ en, mit diesen Namen dem einen oder andern, der der Kunst, die heuer einen gar schweren Kampf zu kämpfen hat, unter seinem Weihnachtsbaum ein Plätzchen einrichten will, einen brauchbaren Fingerzeig gegeben zu haben.
e Prüfungstermine in Nassau. Vom Provinzial⸗ Schulkollegium wurden die für das Jahr ssel vor; 1 9 1 5 Prü⸗ fungstermine an Seminaren und Prdparanden⸗Anftalten im Re⸗ gierungsbezirk Wiesbaden folgendermaßen festgelegt: Lehrerseminar Dillenburg Aufnahmeprüfung 20. September, Entlassungs⸗ prüfung 28. August; Präparandenanstalt Herborn Aufnahme⸗ 1 0 1657 September. An den Lehrerseminaren Montabaur und Usingen finden am 3. bezw. 12. April Aufnahmeprüfungen Neeugpe. eie Ann dee abgehalten, da sämtlsche
rüflinge im Felde en. Am Lehrerinnen⸗Seminar ill findet die Aufnahmeprüfung am 3. Ap 8


