Ausgabe 
(17.12.1915) 297. Erstes Blatt
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Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: biermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wenal wöchentl. Kreis- blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche öeitftagen Ferusprech- Anschlusse: für die Schriftlettung 12 Verlag, Geschäftsstelleöl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Hiessen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnununer

Der Wechsel im

(TB.) Großes Hauptquartier, 16. Dezember. 1915.(Amtlich.) 5

(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaß. 995 Lebhafte Artilleriekämpfe und rege Fliegertätigkeit auf dem größten Teile der Front. 5 5

5 Bei Vail ly wurden zwei kleine Postierungen, auf dem Südufer der Aisne nachts von den Franzosen überfallen.

Leutnant Immelmann brachte gestern über Valen ciennes das slebente feindliche Flugzeug, eine englischen Eindecker im Luftkampf zum Absturz. 5

Der vorgestrige Fliegerangriff auf Mu llhein. Baden) soll nach französischer Darstellung als Ziel di dortigen Bahnhofsanlagen gehabt haben. In deren Näh⸗ ist aber keine der geworfenen Bomben gefallen, dagegen wurde in der Stadt ein Bürger getötet, ein anderer verletzt Der rein militärische Schaden beschränkt sich auf die Zer störung einiger Fensterscheiben im Lazarett.

Oestlicher Kriegsschauplaß.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Russische Abteilungen, die nördlich des Dryswjaty⸗ Sees bis in unsere Stellung vorgedrungen waren, wurden durch Gegenangriff zurückgeworfen. 5 5

In der Gegend der Beresina⸗Mün dung brach ein Vorstoß des Feindes im Feuer unserer Infanterie zusammen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Nachts kam es zu kleinen Patrouillenzusammenstößen.

Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Bei Berestiany scheiterte ein feindlicher Angriff. Ein russisches Flugzeug mußte östlich von Luck im Be⸗

reich der österreichisch⸗ungarischen Truppen landen.

Balkan⸗Kriegsschauplaßz. i Die Kümpfe in Nord⸗Montenegro wurden mit Erfolg fortgesetzt. Die österreichisch⸗ungarischen Truppen stehen nahe vor

Bilelopolje. Oberste Heeresleitung. 5

Der Rücktritt des englischen Feldmarschalls French beweist, daß etwas faul ist im Staate Dänemark. Das Londoner Kriegsamt glaubte besonders klug zu handeln, wenn es erklärte, der General habe auf seinen eigene n Wunsch von Frankreich Abschied genommen. Aber es wäre weisellos viel unverfänglicher gewesen, wenn man Krank⸗ it und Unpäßlichkeit als Grund dieserVeränderung angegeben hätte. Es ist immerhin möglich, daß so etwas durchaus Menschliches auch einem Feldherrn passiert, und auch ein solch bloßer Vorwand hätte nicht die Aufmerk⸗ samkeit erregt, die jetzt hervorgerufen worden ist, da es heißt, der Feldmarschall habe selbst gehen wollen. Warum eigentlich?, so fragt jedermann höchst interessiert. Was hat denn dem Alten nicht mehr gepaßt? Wenn auf dem Kriegsschauplatz in Flandern und Frankreich die Rose der Hoffnung noch blühte, wenn Aussicht bestände, die Deut⸗ schen zu verjagen und den Krieg auf deutsches Gebiet zu tragen, würde der aus dem südafrikanischen Krieg be⸗ kannte Reitergeneral wohl nicht die Flinte ins Korn ge⸗ worsen haben. Böse Kritiker, sein gespanntes Verhältnis zu Lord Kitchener, die 5 Mißerfolge bei der letzten englisch⸗französischen Offensive haben zusammengewirkt, um diesen Wechsel im Kommando herbeizuführen. Wie Niko⸗ lajewitsch nach den Katastrophen in Rußland verschwinden mußte, so soll ein neuer englischer Führer die schweren Nebelschwaden trüber Stimmung ein wenig beseitigen hel⸗ sen. Ganz besonders ist anzunehmen, daß bei den häufigen Kriegsberatungen, die in der letzten Zeit abgehalten worden sind, Mißhelligkeiten sich entwickelt haben. Die Franzosen mögen dem englischen Befehlshaber, der so wenig ihre Hoff⸗ nungen erfüllte, mit der Zeit immer ärger zugesetzt haben. Die mehrfachen Besuche von Mitgliedern der englischen Re⸗ gierung im Kriegslager Frankreichs haben keine Erfolge sezeitigt, aber wohl Bitterkeiten hinterlassen. Unsere Feinde ühlen allenthalben, daß bei ihnen etwas nicht stimmt, und 5 suchen die Fehler in der Führung, oder der Organisation ieser Führung. Aus diesen Gründen hat man ja auch den General Joffrebefördert, und heute hören wir, daß dessen Ernennung auch in Italien einen Nachhall gefunden 155 Cadorna hat eine ähnliche Rangerhöhung wie Joffre kommen, und sie wird merkwürdigerweise damit begrün⸗ det, daß Herrn Joffre damit eine Stütze geschaffen werden solle Dieses lebhafte Drauflosorganisieren ins Blaue hinein ist ein für uns erfreuliches Zeichen der Zeit. Wir können ruhig warten, bis die Feinde damit zum Ende gekommen sind Gerade die sehr begründete Vermutung, daß alle die Beförderungen Joffres, Frenchs, Cadornas im Grunde nur verkappte Kaltstellungen sind, da sie ihren bisherigen Feldherrnsunktionen mehr oder weniger enthoben werden, muß der inneren Unruhe in den feindlichen Lagern neue Nahrung geben. Der frühere holländische Kriegsminister General Staal gibt im AmsterdamerVaterland gleich⸗ falls der Ueberzeugung Ausdruck, Joffre sei in heit Sa 9 und 7795 5 über den französischen rer sagt, e wörtli ür den 11

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werden in Frankreich schon Stimmen laut, di if. daß man allmählich die Geduld verliert, und die 1 Kunktator⸗Praxis gebrochen werde. Mau wird sagen: die

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General⸗Anzeiger

165. Jahrgang

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Franzosen sind anscheinend der Meinung, daß Joffre nicht schul⸗ dig sei, denn er wurde zum Generalissimus ernannt und ihm ist die allgemeine Leitung aller Heere ge jeden. Das ist doch ein Beweis von Vertrauen! Es ist allerdings möglich, daß das der Fall ist. Aber es ist auch möglich, daß dies nicht der Fall ist und daß man, obwohl man der Meinung ist, daß es wünschens⸗ wert sei, einen anderen altlwen General an le ne Stelle zu setzen, eingesehen hat, daß man bei Joffre auf etwas Rücksicht nehmen muß, und zwar dieses: daß sein Name eine Parole geworden sst, die man in hohen Ehren halten muß! Wenn man Joffre einfach pfern würde, würde das auf das Volk und das Heer einen latastro⸗ »halen Eindruck machen und vielleicht eine Entmutigung wecken. die einheilvolle Folgen nach sich ziehen könne. Und darum ist es möglich ich sage nicht, daß es wirklich so ist), daß man seinen Namen um se⸗ en Preis als Parole erhalten will, daß man ihm zwar den Ober⸗ efehl im Westen nimmt, aber unter dem Vorwaude, er sei zu einem zöheren Posten berufen. Was wird der General in seiner höheren Stellung zu tun haben? Wird er irgendwo ein Bureau beziehen, um mit den Vertretern der anderen Mächte zu beraten? f

a Der Held von Kimberley und Pretoria wird sichjeden⸗ falls aufs Altenteil zurückziehen. Ein Berliner Mitarbeiter ruft uns über ihn folgende Erinnerungen wach:

French hatte sich seinen Namen im 9 gemacht durch die Kavallerieattacke am 15. Februar 1900, mit der er die Stadt Kimberley entsetzte. Auch seine Operationen gegen General Cronje, die Gefechte am Paradeberg sowie bei Pretoria am 10. bis 12. Juni waren für England so glücklich, daß French der berühmte Reitergeneral wurde. Nach Beendigung des Burenkrieges machte man ihn zum kommandierenden General des 1. Armeekorps, 1907 zum Generalstabschef. Die Londoner Tantam⸗ schläger riefen ihn beim Kriegsausbruch als denenglischen Häseler⸗ aus und er selbst hat den Mund mehrmals zum Selbst⸗ lob geöffnet, z. B. als er öffentlich erklären ließ, seine Soldaten seien Kopf für Kopf besser als die deutschen, sowohl im Gefecht als in Bezug auf die Ausdauer, und seine Geschütze seien eben⸗ falls besser als die deutschen. DieseFeststellung ist es wahr⸗ scheinlich, die French jetzt die Würde eines Viscount einge⸗ bracht hat.

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz.

Im Gebiete des Korminbaches wies die Armee des Erzherꝛogs Josef Fe dinand einen russi chen Vorstoß ab. Südwestlich von Olyka wurde ein feind icher Flieger zum Landen gezwungen und gefangen. Eines unserer Flugzeug⸗ geschwader belegte die an der Bahn MiedwiezeSarny liegende Eisenbahnstation Antonowka und den Bahnhof von Klewan mit Bomben. Die Aktion hatte Erfolg. Bei Klewan entstand ein Brand. Alle Flugzeuge kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt zurück.

Italienischer Kriegsschauplah.

An der Tiroler und an der Isonzofront fanden einzelne Geschützkämpfe statt. Im Flitscher Becken bemäch⸗ tigten sich unsere Truppen durch Ueberfall einer italienischen Vorstellung. 4

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Truppen warfen gestern den Feind auch südöstlich von Glibaci in die Tara⸗Schlucht hinab. Andere öster⸗ reichisch⸗ungarische Kolonnen gewannen unter heftigen Kümpfen die Höhen unmittelbar närdsich iiesa⸗ podje und das Gelände halben Weges zwischen Rozaj und Berane. 5

Westlich von Ipek hat der Gegner den Rückzug gegen Pla und Gusinje angetreten. Die Zahl der gestern mitgeteilten Gefangenen erhöhte sich auf 900 Mann.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs

v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Der Rücktritt des Feldmarschalls French.

London, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs⸗ amt gibt bekannt, daß Sir Douglas Haig zum Nach⸗ folger des Feldmarschalls French als Befehlshaber in Frankreich und Flandern ernannt worden ist French wurde auf sein eigenes Ersuchen seines Postens enthoben und zum kommandierenden Feldmarschall der Truppen des Ver⸗ einigten Königreichs ernannt. Ferner gibt das Kriegs⸗ amt bekannt: Seit Beginn des Krieges hat Ae French während sechzehn Monaten in ununterbrochener an⸗ gestrengter Tätigkeit unsere Armeen in Frankreich und Flandern mit dem größten Geschick befehligt. Er legt jetzt auf eigenen Wunsch das Kommando nieder. Die Regierung hat ihn in voller Anerkennung seiner hervorragenden Ver⸗ dienste und zum Dank dafür gebeten, die Stelle eines Oberstkommandierenden Feldmarschalls der Truppen des Vereinigten Königreiches anzunehmen. Feldmarschall French hat die Stelle angenommen. Der König verlieh ihm die

Würde eines Viscount.(In einesn Teil der Auflage wieder⸗

holt.)

Berlin, 17. Dez. Zur Beförderung von Sir John French schreibt Major Moraht imBerliner e Man zu Recht oder zu Unrecht ihm in England Unfähigkeit vorwarf, soll jetzt nicht untersucht werden. Aber dieMorning Post ist nur eine Stimme unter vielen, wenn sie schreibt, daß der Krieg nur eine lange Reihe von Fehlern und 75 chlägen sei. Wenn man in Lon⸗ don entschlossene und fähige Männer sucht, so begehrt man sie nicht nur für die nach englischer Auffassung wichtigeren Sättel im Kriegsamt, sondern wünscht sie auch für die Sättel in Flau⸗ dern und N Die Offiziere des deutschen Heeres, welche der Spitze der britischen Armee nunmehr seit 17 Monaten gegen⸗ überstehen, werfen keinen Stein auf ihn. Ich hörte an der Front vie im belgischen und französischen Etappengebiet oft genug die Schätzung vor dem Gentleman heraus. Der Nachfolger des Be⸗ örderten ist als Führer in großen Kriegslagern ein Neuling. Nan darf in ihm wohl eine Wahl Lord Kitcheners erblicken. In derTäglichen Rundschau heißt es: Wir glauben einstweilen. daß der Wechsel im englischen Kommando kaum von

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für Oberhessen

bis zum Abend vorber. Rotatlonsdruck und verlag der Brühl schen Univ.- Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, milie in Gießen.

1 Freitag, 17. Dezember 19¹⁵

Bezugsvrein monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pl.; durch die Post Mk. 2.30 viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf. ausw. 20 Pf. Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sur Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H.

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ben Oberkommando im Westen.

wesentlichem Einfluß auf den Verlauf der kriegerischen Ereig⸗ zisse sein wird, denn die Mängel in der oberen Führung bei den engländern dürften weniger am einzelnen Manne liegen, als an em ganzen Geist und System. Heerführer im Sinne Deutsch⸗ lands nationaler Kriegführung sind dem Engländer sowohl seiner innersten Natur wie seinem Wesen nach ungemäß⸗ Deutsche Kriegsführung und Heeresleitung im Sinne nationaler Sammlung zu 87 grenzenlosen, 1 Hingabe sind dem englischen Kriegshandwerkertum fremd. 5

Sir Douglas Haig, der im Jahre 1861 geboren ist er ist neun Jahre jünger als Marschall French ist wohl der bekannteste Truppenführer der englischen Armee in Frankreich.

Nach der großen Septemberoffensive der Engländer und Fran⸗ zosen schrieb Marschall French in einem Tagesbefehl:Ich will

Sir Douglas Haig, sowie den Korps⸗ und Divisionsgenerälen, die während des Hauptangriffs unter seinem Befehl standen, für die treffliche Führung besonders danken.

Eine Beförderung Cadornas.

Berlin, 17. Dez. Wie dasBerliner Tageblatt be⸗ richtet, soll nach Schweizer Blättern Cador na zum Obe r⸗ befehlshaber sämtlicher italienischen Streit⸗ kräfte ernannt werden, um so der überragenden Stellung Joffres einen. Stützpunkt zu bieten.

* Der bulgarische Bericht.

Sofia, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der

Bulgarischen Telegraphenagentur. Amtliche Mitteilung über die Operationen am 14. Dezember: Die Engländer und Franzosen sind auf griechisches Gebiet zurückgewor⸗

fen. Unsere Truppen befinden sich an der griechischen Grenze, 1

nachdem sie vorläufig die Verfolgung des Feindes eingestellt haben. An der ganzen 1 herrscht Ruhe. Wir nahmen dem Feinde 1234 Gefangene, darunter 18 Offiziere,

und 14 Geschütze, 62 Munitionswagen, zehn 3

zweispännige Sanitätskarren und viel anderes Kriegsmaterial ab. Von nun an wird der Generalstab Be⸗ richte nur an jenen Tagen veröffentlichen, an welchen be⸗ deutende Operationen zu melden sind. Bulgarien und Griechenland. Sofia, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich Bulgarischen Telegraphenagentur. Nachdem die bulgarischen Armeen durch die Einnahme von Monastir und Resna in die Nähe der griechischen Grenze 1 sind, hat die bul⸗ arische Regierung, von dem Wunsche geleitet, jede Mög⸗ lichkeiten von Zwischenfällen zwischen Vorposten der bul⸗ garischen Armeen und griechischen Grenzwachen auszuschal⸗

ken, der griechischen Regierung den Vorschlag ge⸗ 5

macht, eine neutrale Zone dadurch zu errichten, da

die Truppen je zwei Kilometer von der Grenzlinie zurück⸗ N

Meldung der

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gezogen werden. Seitens der hellenischen Regierung ist die 9

Antwort eingetroffen, daß sie den bulgarischen Vorschlag 2 enischen

annehme, und daß der Kriegsminister den h.

Behörden die nötigen Befehle erteilt hat, sich mi bul⸗

garischen Offizieren wegen der Errichtung einer neutralen Zone ins Einvernehmen zu setzen. 1

Die Vorgeschichte der feindlichen Balkanunternehmung.

Bern, 16. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Zur Geschichte bediene 1

der über die Fortsetzung der Balkan⸗ Expedition läßt si

derSecolo von seinem Pariser Berichterstatter folgendes 3

melden:

Zu Beginn der Ausschiffung der Verbandstruppen zögerte England infolge des griechischen Protestes, während Frankreich

selbst die Gefahr einer Ministerkrisis auf sich nahm und alle

seine Truppen landete. Erst auf das Drängen Frankreichs schiffte England einige Kontingente aus. Ein französisch⸗englisches Zu⸗ sammengehen erschien jedoch wegen der Bedenken Kitcheners wenig sicher. Nach den Reisen Kitcheners und Denys Cochins, auf denen

beide in ihrer Abneigung gegen das Balkan⸗Unternehmen bestärkl

wurden, teilte die englische Regierung am 3. Dezember der Pariser Regierung ihren Entschluß mit, ihre Truppen loniki zurückzuziehen und anderweitig für die Verteidigung Aegyp⸗

tens Maßnahmen zu treffen. Die französische Regierung wies auf alle Gefahren hin, die aus einer Aufgabe Salonikis besonders

für die französische Balkanpolitik entstehen konnten. Daraufhin trafen am 4. Dezember englische Minister, darunter Asquith, mit französischen Ministern, darunter Briand, zusammen, bei deren Beratungen jedoch kein versöhnender Ausweg gefunden wer⸗ den konnte. Alliierten statt. Gleichzeitig traf in London ein französischer Mi⸗

nister ein. Der Kriegsrat erklärt bereits in der ersten Sitzung, . einen un⸗ heilbaren Fehler bilden würde Ebenso fand der französische Mi⸗ London viele englische Kollegen, die seiner Anschauung beipflichteten. Daraufhin verlangte die französische Regierung, u London von neuem die

Fortsetzung der Expedition, so daß schließlich am 9. Dezember Asquith, Grey und Kitchener nach Paris gingen, persönlich mit Tittoni verhandelten und alsdann mit Briand, Joffre, Gallien! u. a. berieten. Bei diesen letzten Besprechungen wurde endlich

daß die Aufgabe der Balkan⸗Expedition militärisch nister in

unterstützt von Italien und Rußland, in

eine Verständigung über Soloniki und den Orient erreicht. ** *

Der türkische Bericht.

susfront nichts von Bedeutung. An der Dardanellen⸗ front war der Feuerkampf, namentlich das Bombenwerfen, schwach im Vergleich zu den anderen Tagen.

ben, ohne jedoch nennenswerte Ergebnisse zu erzielen.

n Sa⸗ 1

Am 5. Dezember fand in Paris ein Kriegsrat den

f b Nur bei Sedd⸗ül⸗ Bahr warf der Feind gegen unser Zentrum ungefähr 3000 Bom⸗

u der