Schwierigkeiten darein willigte, entsprechend seinen beiden früheren Erklärungen einer wohlwollenden Neutralität, die verlangten Zu⸗ ificherungen zu geben, verschwanden nunmehr Argwohn und Miß⸗ trauen. Die Alliierten werden mit dem griechischen Königreiche wieder die besten Beziehungen in vertrauensvoller Herzlichkeit auf⸗ nehmen, auf Grund deren es leicht sein wird, im einzelnen die Un⸗ verletzlichkeit und die Bewegungsfreiheit der die Truppen der Alli⸗ ierten betreffenden Fragen befriedigend zu lösen, sowohl was Salo⸗ niki, als auch was die Zugangsstraßen und die Sicherheit der Seewege zur Verproviantierung anbelangt. 5
Die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Serbiens hat immer einen springenden Punkt in der Politik Italiens auf dem Balkan gebildet.(Hochrufe auf Ser⸗ bien.) Diese Politik entspringt einer vitalen Notwendig⸗ keit und der Existenz Italiens selbst als Großmacht. Eine politische und wirtschaftliche Aufsaugung Serbiens 3 durch Oesterreich⸗-Ungarn würde für Italien eine schwere und 20 ständige Gefahr bedeuten und gleichzeitig unserer wirtschaft⸗ 5 lichen Ausdehnung auf der jenseitigen Küste des Adriatischen Meeres eine unüberwindliche Mauer errichten.(Zustimmung.] Das Grünbuch, das ich vergangenen Mai die Ehre hatte, dem Parla⸗ ment vorzulegen, hat unsere Aktion zur Verteidigung Serbiens noch vor unserem Eintritte in den Krieg bekannt gemacht. Im Einvernehmen mit unseren Alliierten wollen wir als unumgäng⸗ liches notwendiges Ziel dieses großen Krieges die Wiederherstellung des serbischen Volkes in seiner vollen Unabhängigkeit!(Lebhafter Beifall. Die Abgeordneten erheben sich unter Hochrufen auf Serbien.)
Die friedliche Zuteilung Mazedoniens an Bulgarien durch den Vertrag der Balkanstaaten vom Jahre 1912 mit den großen Zugeständnissen, die Serbien erhalten hat, bildete die Grundlage des politischen Abkommens, das von dem Vier⸗ verband in die Wege geleitet wurde. Aber wenn die Politik des Vierverbandes auf eine Einigung der Balkanstgaten gerichtet war, so schürte diejenige der Zentralmächte im Gegensatz dazu Streitigkeiten und Nebenbuhlerschaften. Unglücklicherweise fanden sie einen günstigen Boden. Die Gefühle des Hasses und der Rache, die als eine Folge des zweiten Balkankrieges zurückgelas⸗ sen waren, bildeten für unsere Feinde naturgemäß wirksame Hand⸗ haben für eine Aktion, über die der Vierverband für den Zweck, den er im Auge hatte, nicht verfügte. Andererseits konnte die diplomatische Tätigkeit sehr wenig tun gegenüber dem Geistes⸗ zustand, der sich in der öffentlichen Meinung und bei dieser Re⸗ gierung infolge der militärischen Ereignisse bildete. Ihre Geistes⸗ verfassung blieb unbeeinflußt von jdem Ereignis, während sie insbesondere eine Würdigung der Gesamtlage. aus der sich das Vertrauen auf einen schließlichen Sieg der Alliierten ergeben mußte, außer Acht ließen. Die Regierenden in diesem Lande waren einzig von dem Gedanken an eine unmittelbare Wieder⸗ vergeltung beherrscht und verloren die größeren und wichtigeren Gesichtspunkte der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Völker aus dem Auge. Bulgarien verschmähte die vor⸗ teilhaften Angebote des Vierverbandes und kehrte die Waffen gegen, Serbien, als es sah, daß dieses tapfere kleine Volk von den ver⸗ einten Armeen der beiden Zentralmächte nach großen kriegerischen Vorbereitungen angegriffen war. Unter diesen Umständen war der Weg für Italien klar vorgezeichnet. Wir erklärten Bul⸗ garien den Krieg zugleich mit unseren Verbündeten, mit denen wir auch in den Ausgleichsversuchen ständig einmütig vorgegangen sind. So hat sich der Entwicklung der Ereignisse, in der vollen Eintracht bei den diplomatischen Bemühungen und Verhandlungen, sowie in dem hartnäckig fortgeführten Kampfe der Waffen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen, die volle und herzliche Gemeinbürg'schaft der Alliierten bewährt.
Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nachträgliche Mel⸗ dung. Ueber die italienische Hilfeleistung für Ser⸗ 8 bien äußerte sich Sonnino in seiner Kammerrede wie folgt:
Heute sucht die serbische Armee unter dem Druck eines doppelten Angriffes einen Rettungsweg nach dem Meere. Trotz der lobens⸗ werten Anstrengungen der in. englischen und französischen Korps kann Italien nicht unempfindlich bleiben gegen den Ruf, der über die Adria zu ihm gelangt. Wir werden also so bald wie möglich tun, was von uns abhängt, um der serbischen Armee Hilfe zu bringen, indem wir im Einvernehmen mit un⸗ seren Verbündeten ihre Versorgung mit Lebensmit⸗ teln und Munition sichern und ihre Konzentration erleich⸗ tern. und indem wir ferner den Augenblick erwarten, da die Anwesenheit unserer Fahne auf dem anderen Adria⸗ Ufer auch die traditionelle Politik Italiens hinsichtlich Albaniens wieder bekräftigen wird, welche jetzt wie in der Vergangenheit ein Interesse ersten Ranges für uns bildet, da unser Schicksal eng mit dem Gleichgewicht auf der Adria verknüpft ist. 5 Sonnino sagte noch, die eifersüchtige Wahrung unserer Le⸗ bensinteressen im Mittelmeer ist eine der ersten Sorgen der Re⸗ gierung. Als vor vier Jahren das Gleichgewicht im westlichen Mittelmeer bedroht war, war Italien gezwungen, zur Eroberung Libyens Krieg zu führen; unser Volk hat die hohe politische Bedeutung dieses Ereignisses ganz begriffen. Und als die Sicher⸗ heit des Gleichgewichts im östlichen Mittelmeer wieder in Frage gestellt war, diesem Mittelmeer, wo die ruhm⸗ reiche Geschichte unserer Seerepubliken unauslöschliche Spuren zurückgelassen hat, wo blühende Kolonien erwarten, daß das Vater⸗ land seine Stellung und sein Ansehen gegen den Wettkampf der anderen Mächte stets hoch und unerschütterlich aufrecht erhalte, konnte Italien sich nicht furchtsam auf die Seite stellen, durch seine Interesselosigkeit von allem ausgeschlossen werden und seinen Verzicht auf alles erklären. Sonnino schloß, indem er nochmals verkündete, daß Italien fest entschlossen sei, den Krieg mit allen Kräften fortzusetzen, daß es zu allen Opfern bereit sei, bis seine heiligen Ansprüche, sowie die allgemeinen Bedingungen der Unabhängigkeit, Sicherheit und gegenseitigen Achtung der Völker verwirklicht seien, die die einzige Grundlage für das Bündnis Italiens mit den Alliierten bildeten. Die Anwesenheit unserer Flagge auf dem jenseiti⸗ gen Ufer des Adriatischen Meeres wird auch dazu beitragen, die traditionelle Politik bezüglich Albaniens zu bekräftigen, das jetzt wie in der Vergangenheit ein Interesse ersten Ranges für uns darstellt insofern, als sein mit der Gestaltung der Besitzverhältnisse am Adriatischen Meere eng verbundenes Schicksal, sowie die Auf⸗ rechterhaltung der Unabhängigkeit des albanischen Volkes, dessen ausgesprochene und altehrwürdige Nationalität aus selbstsüchtigen Gründen verleugnet worden ist, für Italien von der größten Be⸗ deutung ist.(Lebhafte Zustimmung.) Für die Wiedererwerbung unserer natürlichen Grenzen und die Eroberung der Pfor⸗ ten Italiens sorgt mit ebenso großer Zähigkeit wie Selbst⸗ verleugnung und Elan die Tapferkeit der italienischen Truppen. Die strategische Verteidi gung des Adriatischen Mee⸗ res bildet einen anderen springenden Punkt in unserer politi⸗ schen Aktion. Für Italien ist die Schaffung einer Lage am Adria⸗ tischen Meere, die die ungünstige Lage unserer Küste wettmacht, eine Lebensnotwendigkeit. Sonnino entbot schließlich den Alliierten 88 19 zur Erreichung ihrer Ziele und eines dauernden Friedens. r
Die Sitzung der Kammer wurde kurz vor 6 Uhr geschlossen. Die Diskussion über die Regierxungserklärung beginnt am Donners⸗ tag. Man erwartet, daß die Kammer mit einem Vertrauensvotum für das Kabinett am Sonnabend schließen wird.
Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Im 8 an die Bemerkung über das Verhältnis Italiens zu Oester⸗ reich⸗Ungarn erwähnte Sonnino auch Deutschland und zwar mit folgendem Satze: Nach unserer. an Oesterreich⸗Ungarn notifizierte uns Deutschland, daß es seine Beziehungen zu Italien als abgebrochen betrachte.
Bern, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mailän⸗ der Meldung des„Matin“ unterzeichnete Italien erst am 30. November das Londoner Abkommen.
Der Kammerpräsident Marcora sagte, Italien beschreibe derzeit vielleicht das schönste und strah⸗ lendste Blatt seiner Geschichte seit der Wiedererweckung. Die Na⸗ tion bestätige auf diese Weise die Voraussetzung Gladstones, daß Italien bestimmt sei, eines der bedeutendsten Werkzeuge des menschlichen Fortschritts und der Zivilisation zu sein,(Zustimmung.) Der Redner bringt den Aufruf des Königs bei der Uebernahme des Oberbefehls in Erinnerung, in dem gesagt
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wird, daß die Stunde der nationalen Wiedervergeltung geschlagen habe. Das einfache und besckeidene, aber würdige Wort des Kö⸗ nigs und sein erhabener und großzügiger Geist, der, frei von Ueberhebung die Achtung auch dem Gegner nicht versagt, der seiner⸗ seits so voll beleidigender Anmaßung sei(lebhafteste Zustimmung), dieses ehrenhafte und entschlossene Wort habe die Herzen aller Ita⸗ liener entflammt.(Beifall.).
In bewegten Worten erwähnt der Präsident, daß die Italiener aus allen Gegenden und den entferntesten fremden Ländern unter die Fahnen herbeigeeilt seien und sagt: Unsere Soldaten über⸗ winden als Volk(sehr lebhafter, anhaltender Beifall) unter Füh⸗ rung ihres weisen Befehlshabers, von einem auch bei den Feinden schon anerkannten Mut beseelt und von kühnen Führern aller Grade befehligt, mit Unerschrockenheit alle Schwierigkeiten des Krieges, der noch härter wird durch die Natur der Gegend und alle möglichen Hinterhalte, die der Verbündete von gestern im Hinblick auf den gegen uns geplanten Augriff seit langen Jahren vorbe⸗ reitet und mit Hilfsmitteln unerhörter Grausamkeit ausgerüstet hat. (Anhaltender Beifall.) Marcora rühmte den König mit den Wor⸗ ten: Er ist unser Stolz und ist uns ein Vorbild der Tapferkeit. Er ist in der Schlacht immer zur Stelle, verachtet jede Gefahr und ist voll Hingebung für den schlichten Mann, der ihn anbetet.(An⸗ haltender Beifall, Rufe: Es lebe der König!) Unsere Watrosen sind die wachsamen Hüter unserer Küsten und erwarten ungeduldig die ersehnte Stunde der Vergeltung. 8 92
Der Redner sagt weiter? Das Volk hat die barbarischen An⸗ griffe gegen wehrlose Städte, un bewaffnete Schiffe, Menschen und künstlerische Kostbarkeiten mit unerschüt⸗ terlicher Ruhe hingenommen. Ueberall von den niedrigsten Küsten bis zum Palast des Königs wird unter Führung der beiden Köni⸗ ginnen gearbeitet, die Kämpfer auf jede mögliche Weise zu unter⸗ stützen.(Lebhafter Beifall.) Der Präsident grüßte mit Ehrerbie⸗ tung die uihmreichen Gräber der auf dem Felde der Ehre Ge⸗ fallenen(lebhafter Beifall), entbietet einen Gruß dem König, den Prinzen, der Armee und Flotte, dem ganzen Volk und Parlament. In der sicheren Erwartung, daß die Eintracht und Standhaftig⸗ keit des ganzen Landes unverweilt jeder Forderung Rechnung tra⸗ gen, die durch den Krieg notwendig werden kann, selbst wenn der Weg, den wir schreiten müssen, lang und schwierig ist. In unerschütterlichem Vertrauen, fest an unsere Verbündeten geschlossen, durchschreiten wir ihn mit Seelenruhe und im Vertrauen auf den endgültigen Sieg.(Langanhaltender Beifall.) Der Präsident schloß: Italien hat sich erhoben, um die Grundsätze der Nationalität, Freiheit, Zivilisation und Gerech⸗ tigkeit zu verteidigen, nicht nur um seiner selbst willen, sondern auch für die ganze Welt.(Langanhaltender Beifall.) Gehen wir an die Arbeit mit dem Rufe: Es lebe der König, die Armee und Flotte, das Volk und Italien!(Stürmischer Beifall.)
Italienische Pressestimmen. 1
Rom, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ schreibt zu der Rede Sonninos, die Mitteilung von der Zustimmung Italiens zum Londoner Vertrag setze endlich den unsicheren Erörterungen über die Lage Italiens gegenüber den, Verbün⸗ deten ein Ziel. Durch gegenseitige Verpflichtung sei Italien zur Erreichung der Ziele des gemeinsamen Krieges an die Ver⸗ bündeten gebunden, ebenso die Alliierten an Italien, zur Durch⸗ setzung seiner Sonderziele.—„Giornale d'Italia“ meint, Son⸗ ninos Erklärungen lieferten einen neuen Beweis für unbedingte Loyalität, Redlichkeit und diamantartige Reinheit der italienischen Politik.— Die„Idea Nazionale“ mißt der Rede einen hohen politischen und geschichtlichen Wert bei. Nur von einem habe Sonnino nicht gesprochen. Dies sei in dem, was er sagte, offenbar stillschweigend enthalten, da es eine Be⸗ dingung für die Verwirklichung der Absichten Italiens sei, nämlich der Krieg gegen Deutschland.— Auch der„Corriere d. Italia“ weist versteckt auf die Kriegserklärung an Deutschland hin, über die aus militärischen und diplomatischen Gründen noch nichts ge⸗ sagt werde. 5 5
Mailand, 2. Dez. WTB Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ lobt die Rede Sonninos, die klar und bestimmt war. Die Nachricht von der Zustimmung Italiens zu dem Vertrage von London habe dem Fortbestehen von Zweifeln und Mut⸗ maßungen ein Ende gemacht. An das Unterbleiben der Kriegserklärung gegen Deutschland hätte man sonst in Verbindung mit jenen Zweifeln übertriebenen Pessimismus auf der einen Seite und zweideutigen Optimismus auf der anderen Seite knüpfen können. Nun hat aber Italiens Eintreten in den Vertrag von London jede verdächtige Auslegung dieser Art für uns und unsere Verbündeten beseitigt.— Der„Secolo“ bemerkt, die Nachricht von einer vollständigen Gemein hürgschaft Italiens mit den Verbündeten treffe nicht allein Oesterreich, mit dem Italien schon im Kriege stehe, sondern unmittelbar auch Deutsch⸗ land, dem es jetzt offenbar obliege, eine der Würde und Logik entsprechende Antwort zu geben. 5
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Die Lage von Monastir. 0 Berlin, 3. Dez. Die Lage von Monastir schildert der Berichterstatter Magrini dem Mailänder„Secolo“, verschiedenen Morgenblättern zufolge, als trostlos. Die Kaufläden seien an hellen lichten Tagen geplündert wor⸗ den. Der italienische Konsul sei nach Saloniki abgereist, während der russische, der englische und der französische Kon⸗ sul in Florina verblieben, um dort den Schluß der Tragödie abzuwarten. Die Kapitulation von Monastir sei in Gegenwart des griechischen Konsuls, des serbischen Metro- politen, des Bürgermeisters von Monastir und der bulgari— schen und deutschen Delegierten unterzeichnet worden.— Mehrere Morgenblätter bemerken ausdrücklich, daß die Uebergabe von Monastir von anderer Seite bisher noch nicht bestätigt worden sei.
0 Der bulgarische Bericht.
Sofia, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 400 November. Unsere Truppen führen die Offen⸗ sive über Prizren hinaus fort. Seit KHriegs⸗ anfang gegen Serbien(14. Oktober) 1. nahme von Prizren(29. November) haben wir den Serben folgende Beute abgenommen: 50000 Gefangene, 265 Geschütze, 136 Artilleriemunitionswagen, ungefähr 100 000 Gewehre, 36000 Granaten, drei Millionen Gewehrpatronen, 2950 Eisenbahnwagen und 63 Lokomotiven.— Nach der Ein⸗ nahme von Kichewo und Krusewac besetzten wir Brodi auf der Straße Kichewo Prilep.— Auf der Front der englisch⸗ französischen Truppen keine Veränderung. 5
Landungen an der albanischen Küste.
Berlin, 3. Dez. Von einem in Sofia eingetroffenen Führer der Albanier will der Berichterstatter der„Vossischen Zeitung“, Mario Passarge, erfahren haben, daß die Entente längs der albanischen Küste kleinere Ab⸗ teilungen gelandet habe, die zur Begleitung von Proviant und Munition für die Serben bestimmt waren, deren Vormarsch aber durch die feindselige Haltung der Albanier aufgehalten wurde, so daß ihre Aufgabe nunmehr hinfällig geworden sei. Die Albanier hätten den Bulgaren vielfach große Dienste geleistet..
Eine wichtige Regierungsberatung in Griechenland.
Athen, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Skuludis hatte eine lange Unterredung mit dem König, der, wie die Zeitungen sagen, die Ansicht der Regierung vollkommen teilt. In einem dringlich ein⸗ berufenen Ministerrat berichtete der Ministerpräsident über den Meinungsaustausch mit den Gesandten des Vier⸗ verbandes. Der Ministerrat erörterte alle Möglichkeiten der Lage. Es entspann sich eine lange Auseinandersetzung über die Haltung, die Griechenland unter den vorliegenden Um⸗ ständen einzunehmen hat. Der Chef des Generalstabs wohnte der Beratung bei. a 8
* 1* 0 Aus Deutsch⸗Belgien.
Brüssel, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Verord⸗ nung des Generalgouverneurs gibt bekannt: Nach⸗ dem die Provinzen Hennegau, Limburg, Lüttich, Luxemburg, Namur und Ost- und West-Flandern über die Finanzierung der ihnen auferlegten Kriegskontribution Beschluß gefaßt haben, die Provinzen Antwerpen und Braban! zu einer endgültigen Entschließung aber nicht gelangt sind, und da ferner die erste Rate der Kriegskontribution bereits am 10. Dezember fällig ist, werden die Provinzialräte der Provinzen Antwerpen und Brabant zu einer weiteren außer⸗ ordentlichen Tagung am 4. Dezember in die Provinzial⸗ Hauptstadt zusammenberufen. Die Tagesordnung ist dieselbe wie in der letzten Tagung am 30. November.
Ein Ehrentag des Kaisers Franz Jofef.
Wien, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Jahres⸗ tag der Thronbesteigung des Kaisers ist in der ganzen Monarchie durch Festgottesdienste, patriotische Schul⸗ feiern und Veranstaltungen für Kriegsfürsorgezwecke be⸗ gangen worden. Blätter aller Nationalitäten und aller Parteirichtungen widmen dem Festtage Artikel, in denen sie darauf hinweisen, daß die 67jährige Herrschertätigkeit des Kaisers stets dem Wohl und der friedlichen Entwickelung seiner Völker gewidmet gewesen ist, die in dem Augenblick, da der Monarchie der Krieg aufgezwungen wurde, sich ein⸗ mütig um den Thron scharten zur Verteidigung des Be⸗ standes und der Rechte der Monarchie.
Die englischen Gesamtverluste: eine halbe Million.
London, 2. Dez.(Zens. Frkft.) Reuter meldet offiziell: Die Gesamtzahl der britischen Verluste bis zum 19. November beträgt: Getötet oder gestorben: 4620 Offiziere, 69 227 Mann, verwundet: 9754 Offiziere, 240 283 Mann, vermißt: 1583 Offiziere, 24446 Mann. Im Gebiete des Mittelmeeres getötet oder gestorben: 1501 Offiziere, 21531 Mann, verwundet 2860 Offiziere, 70 148 Mann, ver⸗ mißt 350 Offiziere, 10 211 Mann; auf den anderen Kriegs⸗ schauplätzen getötet oder gestorben: 227 Offiziere, 2052 Mann, verwundet 337 Offiziere, 5587 Mann, vermißt 76 Offiziere, 3223 Mann. Flotte: getötet oder gestorben 589 Offiziere, 9928 Mann, verwundet 161 Offiziere, 1120 Mann, vermißt 52 Offiziere, 310 Mann. Insgesamt betragen die Verluste 510 230 Mann. a
der Seelrieg.
Malta, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)
Der britische Dampfer„Malinche“(1155 Bruttotonnen) ist versenkt worden. Die Besatzung ist 1 1 8 London, 2. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Calenso“ ist ver⸗ senkt worden; die Besatzung wurde gerettet. Der Dampfer „Drange Prince“ ist versenkt worden
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