hinter diese Stellungen zurückgedrängt. Alle ihre Versuche, nord⸗
westlich der Cerna vorzugehen, blieben erfolglos. Heute be⸗
findet sich kein einziger Serbe oder Franzose aufdemlinken Ufer der Cerna. Die Brücken des Flusses bis zur Mündung in den Vardar wurden von den Serben und Franzosen auf ihrem Rückzuge zerstört.
Paris, 30, Nov.(WTB Nichtamtlich.) Unter Hinweis auf das zahlenmäßige Mißverhältnis der Streitkräfte der Alli⸗ ierten und der Mittelmächte auf dem Balkan fordert„Temps“ an der Spitze der Pariser Blätter dringend Verstär kungen der Landungstruppen in Saloniki. Griechenland sei kein Hindernis mehr in der Freiheit der Bewegungen Hieser Truppen. Es gilt zu handeln, nämlich Saloniki zu halten, „Temps“ stellt fest, daß Italien zwar bereits Truppen nach Saloniki und Durazzo gesandt habe, läßt aber deutlich durch⸗ blicken, daß die Alliierten nach der Rede Orlandos und den zu erwartenden höchst wichtigen Erklärungen Sa⸗ landras bei der Kammereröffnung bedeutend mehr erhoffen. Die vollkommene Solidarität Italiens müsse zu einem vollständi⸗ geren Eingreifen führen als zu dem, was ihm durch die Sorge um Albanien diktiert sei. Italien habe, wie die anderen Alliierten, so starke Interessen, daß das Germanentum nicht durch die Aegäis ans Mittelmeer komme. Die Küste Albaniens gegen einen all⸗ fälligen Angriff zu schützen, genüge nicht. Serbien müsse ge⸗ holfen werden, wieder eine aktive Rolle zu spielen, also müßten die Mittelmächte verhindert werden, nach Saloniki zu kommen.— „Echo de Paris“ droht Griechenland, solange Krieg sei, wird Saloniki besetzt gehalten werden. Nur wenn die Alliierten Sieger seien, könne Griechenland da wieder einziehen.
Hristiania, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der mili⸗ tärische Mitarbeiter des„Morgenbladet“ schreibt in einem Artikel „Finis Serbiae“: i
Nach den Ereignissen der letzten Tage ist die Lage des serbischen Heeres und der Serben verzweifelt. Die letzten Teile ihres Landes werden bald erobert sein. Ihre Heere oder was davon noch übrig ist, wird gezwungen sein, Zuflucht in Montenegro und Albanien zu suchen. Ihre Wider⸗ standskraft, gar nicht zu reden von der Offensivkraft, ist gebrochen. Das Heer ist außer Spiel gesetzt. Die Ver⸗ bündeten und die Bulgaren können binnen wenigen Tagen den größten Teil ihrer Streitkräfte gegen neue Ziele führen. Jeden⸗ falls ist der erste Teil des großen Krieges auf dem Balkan ab⸗ geschlossen. Der Feldzug wurde von den Verbündeten, und den
Bulgaren mit einer Kraft und Tüchtigkeit geführt, die ihn in die Reihe mit vielen hervorragenden militärischen Taten der eersten Zeit des Krieges stellen. Ein Heer von 250 000 Mann,
wohl der Tapfersten und Kriegsgeübtesten der Welt, belagern und bis zur Machtlosigkeit verringern und noch dazu in einem Lande, das so geeignet ist für eine hartnäckige und zähe Ver⸗ teidigung wie Serbien, mit den denkbar elendesten Wegen, 1 in wilden Gebirgsgegenden, wo überhaupt keine
ege sind und ununterbrochene Regengüsse und Schnee allen Kriegshandlungen und jeder Zufuhr die größten Schwierig⸗ keiten bereitet 5 alles das im Laufe von sechs oder sieben Wochen zu vollbringen, ist eine so großartige Leistung, daß e tapfere Kampf der Serben für ihr Land dagegen
Der amtliche französische Vericht.
Paris, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht bon gestern abend: Nördlich des Labyrinths vertrieben wir durch einen lebhaften Angriff den Feind aus einem Trichter. Die Verluste des Gegners sind merklich, die unsrigen leicht. Von dem übrigen Teil der Front ist nichts zu melden. Am gestrigen 3 mußte eines unserer Flugzeuge bei Dompevrin auf dem linken Maasufer vor den feindlichen Stellungen landen. Trotz hef⸗ tigen Feuers der deutschen Artillerie wurde das Flugzeug nur wenig beschädigt; der Flieger blieb unverletzt.
Belgischer Bericht: Beschießung unserer Stellungen nördlich von Dirmuiden. Unsere Batterien erwiderten das Feuer der feindlichen Artillerie. Zur Vergeltung wurden auf die deut⸗ schen Schützengräben Schüsse abgegeben und Arbeiter in der Rich⸗ tung auf den Grenzstein 12⸗Yser und auf Possele beschossen. Orientarmee: Ruhe auf unserer Front. Die Serben wurden bei Monastir nicht angegriffen. Zwischen dieser Stadt und Kalkandelen wurden die bulgarischen Operationen durch Schnee gehindert. Die Engländer melden die Ankunft einer gewissen Zahl bulgarischer Deserteure in Saloniki. Die Stellung von Kruschewo ist unverändert. Die Serben scheinen die Stel⸗ lungen südlich von Prilep zu halten. Nichtsdestoweniger ist die Lage der serbischen Armee, die jeden Zoll Bodens helden⸗ mütig verteidigt, als sehr kritisch anzusehen. Gestern bega⸗ ben sich 26 bulgarische Soldaten, die zu der dem Kriege stark widerstrebenden Agrarpartei gehören, zu englischen Vorposten der 21 von Strumitza. Nach einer gut unterrichteten Quelle sollen sich deutsche Streitkräfte nach Bulgarien begeben, um den Bulgaren für den Fall eines russischen Einfalls bei⸗
zustehen. Die Haltung Griechenlands.
Konstantinopel, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Bezüg⸗ lich der Antwort Griechenlands auf die Note des Vier⸗ verbandes drücken die Blätter, indem sie die schwierige Lage Grie⸗ chenlands anerkennen, die Meinung aus, daß das letzte Wort in dieser Frage den Streitkräften gehöre, die wie eine Lawine von Norden herabkommen.„Tanin“ schreibt: Sicherlich ist es nicht wünschenswert gewesen, daß Griechenland, die Entwaffnung der Ententetruppen fordernd, sich Feindseligkeiten seitens der Entente gussetzte. Morgen wird Griechenland sich vor einer neuen Lage finden, die neue Entschlüsse fordern wird. Da Griechenland ange⸗ sichts der Forderung der Entente nach einer raschen Antwort seine Entscheidung nicht bis zur endgültigen Klärung der Lage auf⸗ schieben konnte, empfand es die Notwendigkeit, sofort zu antworten. Es war jedoch nicht möglich, durch eine negative Antwort eine feindselige Haltung anzunehmen. Griechenland hat, es vorge⸗ zogen, Zeit zu gewinnen, indem es die Entente teilweise zufrieden stellte und teilweise eine reservierte Haltung eingenommen hat. Nach unserer Meinung ist dies das beste Vorgehen gewesen. Griechenland wird seine endgültige Entscheidung am Tage ent⸗ scheidender Ereignisse fassen. Wenn die Ereignisse ihren normalen Verlauf nehmen, wird die Entschließung sicherlich gegen die En⸗ tente fallen. 0
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Kitchener in Paris.
Paris, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Präsident
Poincars empfing heute vormittag Kitchener.
Paris, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des
3 drs Bureaus: Kitchener hatte nach seinem Emp⸗
355 Poincaré eine lange Unterredung mit
nd..
London, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Kitchener ist in England ange⸗ kommen. Am Donnerstag wird ein Ministerrat statt⸗ finden, dem Kitchener beiwohnen wird.
5 Berlin, 1. Dez. Ueber Kitcheners Besuch in Rom wird nach einem Telegramm der„Kreuzzeitung“ aus
Wien aus zuverlässiger Quelle berichtet, daß 1 nicht auf die Teilnahme italienischer Truppen am Balkan ge⸗
drängt habe, sondern daß es sich vielmehr um eine Beteili⸗
f g Italiens in der Verteidigung Aegyptens handelte.
5 Nan schien in Rom diesen Gedanken nicht unbedingt abzu⸗
lehnen und an eine mit den Engländern gemeinsame Ver⸗
teidigung Aegyptens und Libyens zu denken. 5 Die Stimmungsmache in Frankreich. Berlin, 1. Dez. Mehrere Morgenblätter lassen sich aus Geuf melden: Gustave Tery bringt im„Oeuvre“ einen offenen Brief an den Finanzminister Ribot, in dem er die Enthül⸗ lung macht, daß das französische Finanzministerium durch Ver⸗
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schen Blätter 50 Millionen Francs, an jedes Blatt 7500 Francs, für Aufnahme der Reklameartikel des Ministeriums für die neue Anleihe verteilen ließ. Der Abgeordnete Bernard wird voraus⸗ sichtlich in der Kammer an den Minister eine Anfrage in dieser Sache richten.
Eine russische Mission in London.
London, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die russische militärische und maritime Mission, die heute in London ein⸗ getroffen ist, besteht aus dem Vizeadmiral Russine, dem Generalmajor Savrainowitsch und sieben anderen Mitglie⸗ dern. Die Mission ist der„Times“ zufolge vor allem mit der Aufgabe betraut, Lieferungen von Munition für die russische Armee und Flotte zu erleichtern.
Die Verschuldung Englands an Amerika.
London, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Mail“ sagt in einem Leitartilel, der Verkauf amerika⸗ nischer Wertpapiere werde nicht weit reichen, um dis, Ver⸗ schuldung Englands an die Vereinigten Staaten, Ne in diesem Jahre 613 Millionen Pfund Sterling betrage, auszu⸗ gleichen. Das Blatt verlangt eine größere Sparsamkeit und empfiehlt, nachdeutschem Musterflesschlose Tage einzuführen.
Der Kampf um die Wehrpflicht in England.
London 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Buxeaus. Gestern abend ist eine Versammlung gegen die Wehrpflicht von Londoner Studenten, Australiern, Canadiern und Neuseeländern gesprengt wor⸗ den. Die Eindringlinge nahmen den Flaggenschmuck herunter, zertrümmerten den Stuhl des Vorsitzenden und warfen die ursprünglichen Versammlungsteilnehmer heraus. Hierauf veranstalteten sie eine Gegenversammlung, in der die Entschließung angenommen wurde, den Krieg nicht früher zu beenden, als bis die Bedingungen der Alliierten angenor'⸗ men seien.
Ans Aegypten.
Kairo, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu⸗ terschen Bureaus. Ein amtliches Comuniqus besagt: Der Scheriff der Senussi behält eine durchaus freundliche Haltung zu der Regierung bei. Aber gewisse feindliche Kreise des Westens reizten einige westliche Araber zu geringfügigen Angriffen auf die Grenz⸗ posten und die Regierung auf. Die Regierung konzentrierte daher kleinere Grenzposten in Matruh, wo reichliche Streitkräfte aufge⸗ stellt sind, um die Araber zu schützen.
Die Kämpfe um Kamerun.
London, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich wird über die Kämpfe um Ka⸗ merun mitgeteilt, daß seit dem 23. November westlich Jaunde, dem Sitze der deutschen Verwaltung, heftig gekämpft wird. Hier rücken französisch⸗britische Expeditionstruppen längs der Straße und Eisenbahn nach Edea erfolgreich vor. Eine britische Abteilung drang bis zum Puge⸗Fluß weiter vach Süden vor. Eine französische Abteilung besetzte Makondo. Die deutschen Truppen hatten schwere Verluste. Im nördlichen Kamerun wurden die feindlichen Streitkräfte geschlagen. Auseinandergetriebene kleine Gruppen Flüchtiger werden euergisch verfolgt. Ansehnliche fran⸗ zösische Streitkräfte, die von Franzöfisch⸗Aequatorial⸗Afrika kämp⸗ fen, sich den Weg durch Kamerun bahnten, nähern sich Jaunde von
Osten und Südosten. 8 Der Seekrieg.
Berlin, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Athener Zei⸗ tungsmeldungen vom 27. November bringen die Nachricht, daß drei deutsche Unterseeboote bei den Orkney⸗ Inseln in ein Netz geraten seien und sich mit der gesam⸗ ten Besatzung ergeben hätten. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß diese Nachricht völlig aus der Luft ge⸗ griffen ist.
Rotterdam, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Auf der Doggerbank ist der englische Torpedobootszerstörer „Fervent“ auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der Besatzung sind nur fünf Mann gerettet.
London, 29. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agen⸗ tur meldet: Der französische Dampfer„Algérien“ ist versenkt worden. Acht Personen sind gerettet, eine Leiche wurde gefunden; 29 Mann werden noch vermißt. Ferner sind der französische Dampfer„Omara“ und der britische Dampfer„Tanis“ versenkt worden; die Besatzung letz⸗ teren Schiffes wurde in zwei Rettungsbooten 2 andet. London, 30. Nov.(WTB. Nichkamtlich.) Lloyds mel⸗ det: Der britische Dampfer„Dotterel“ ist ver⸗ senkt worden.
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Aus dem Reiche.
Zum Geburtstag des Reichskanzlers. Berlin, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Dem Reichs ⸗ kanzler sind an seinem gestrigen Geburtstage zahlreiche Glückwünsche zugegangen. Der Kaiser„ eine ko stbare BVase zum Geschenk gemacht und folgendes Telegramm ge⸗ sandt:„Ich gratuliere Ihnen, mein lieber Bethmann, von zu Ihrem heutigen Geburtstage, welchen nun schon zum zweiten Male leider im erl. Sie waren mir in dieser schweren Zeit eine treue und bewährte Stütze, deren Erfolge meine aufrichtigen Glückwünsche ebenso verdienen, wie sie Ihnen von unseren Feinden beneidet werden, und wie die Vor⸗ sehung sie Ihnen auch im kommenden Lebensjahre gönnen wolle zum Segen für Kaiser und Reich, e Freude für die 1 Das ist der aufrichtige h ee 0 5 tlhelm I. R.“ Von dem König von Bayern ist nachstehender Glück⸗ wunsch eingegangen:„Zum morgigen Tage, an dem Ew. Exzellenz zum zweiten Male seit Ausbruch des großen Völkerringens Ihr Geburtsfest feiern, spreche ich Ihnen meine herzlichsten und auf⸗ richtigen Glückwünsche aus. Großes haben Deutschlands Heere und Deutschlands Volk in dieser ernsten Zeit geleistet. Uner⸗ schütterlich ist unser aller Zuversicht und unser Wllle, durch⸗ uhalten bis zum siegreichen Ende und zu einem, den großen pfern würdigen und ehrenvollen Frieden. Ludwig.“
Ebenso gedachten der König von Sachsen, die Großherzogin Luise von Baden, der Großherzog und die Großherzogin von Baden und der Herzog und die Herzogin von Braunschweig des Tages. Zahlreiche andere stehende Persönlichkeiten, darunter General⸗ schall von Hindenburg, haben dem Reichskanzler
feldmars⸗ ind 5 brieflich oder telegraphisch ihre Geburtstagswünsche ausgesprochen.
Der Arbeitsplan des Reichstags. Berlin, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ael⸗ testenrat des Reichstages ist mittags zusammengetreten, um über die Erledigung der vorliegenden Arbeiten zu be⸗ raten. Zunächst sollen auf die Tagesordnung noch folgende Punkte gesetzt werden: 1. erste Beratung über die gesetzlichen Vorschriften über Altersrenten, 2. erste Beratung des Ent⸗ wurfs des Gesetzes über vorbereitende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne, 3. Entwurf des Gesetzes über die Besteuerung der Reichsbank. Man einigte sich dahin, diese drei Punkte debattelos an einen Ausschuß zu verweisen. Es ist weiter beschlossen worden, daß das Plenum nach Erledigung der heutigen Tagesordnung sich
mittelung der„Societe Générale des Annonces“ an die französi⸗
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bis zum 9. Dezember vertagt, um dem Ausschuß Zeit
e
u Beratun lassen. Man hofft, bis . Weihnachtsferien die Arbeiten 15 ellen. 0
*. 25
Karlsruhe, 30. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der heuti⸗ gen Sitzung des Budgetausschuffes erklärte der Minister des Ie, nern, es sei beabsichtigt, die Stelle des stellvertretenden Bundesrats bevollmächtigten in Berlin(Ministerial⸗ 1 direktor) nicht mehr zu besetzen. Der neue Gesandte werde die Ge⸗ 8 schäfte des Bevollmächtigten mitbesorgen. 3 Saarbrücken, 30. Nov.(WTB. e An; einfacher und würdiger Weise wurde heute hier das Jubi⸗ läum der 100 jährigen Zugehörigkeit des Sgaar⸗ brücker Landes zu Preußen begangen. An der Feier nahmen teil der Oberpräsident der Rheinprovinz, Exzellenz von Rheinbaben, Regierungspräsident Dr. Baltz i
Plenum fertigzu⸗
General Exzell Below und di Spißen der 5 5 eneral Exzellenz von Below und die Spi r Zivil und Militärbehörden. Bekanntgegeben wurde, daß vom Kreistag von Saarbrücken 500 000 Mk., von der Firma Röch⸗ ling in Völklingen 100000 Mk., von Freifrau von Stumm⸗ Halberg 100000 Mk. und von Kommerzienrat Böcking 40000 Mk. für Zwecke der Kriegsfürsorge aus Anlaß der Jubiläumsfeier gestiftet worden sind. Vom Saarbrücker Kreistag und von der Saarbrücker Stadtverwaltung wurden Huldigungstelegramme an S. M. den Kaiser abgesandt.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 1. Dezember 1915.
. g Dezember.
Karl der Große, der, wie bekannt, den Monaten deutsche Namen gab, hat den Dezember„Heiligmonat“ genannt. Dieser Name bedarf keiner näheren das Weih⸗ nachtsfest, die Feier der Geburt des Hellandes, die in die letzte Woche dieses Monats fällt, beherrscht ja den Monat. Es ist sehr zu bedauern, so schreibt uns ein arbeiter, daß die schönen deutschen Bezeichnungen, die Karl der Große für die zwölf Monate ausfindig 5 hat, später aus der Uebung gekommen sind und daß die altrömi⸗ schen Monatsnamen auch bei uns wieder Geltun
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haben. Eines der wenigen Völker, bei denen si mische Monatsnamen sestseten konnten, sind die Polen; bei ihnen heißt der Dezember grudzien nach dem polnischen Worte gruda(die gefrorene Erde). Im Englischen, Schwe⸗ dischen und Dänischen heißt der Monat december, im Fran⸗ zösischen décembre, im Italienischen dicembre, im
nischen diciembre, im Portugiesischen decembro, im Griechi⸗ schen dekembrios und im Russischen dekabr. Diese Zu⸗ sammenstellung zeigt uns, ein wie großes Verbreitungs⸗ gebiet die altrömischen Monatsnamen erlangt haben. Bei allen diesen Monatsnamen muß man noch heute den Fehler
mit in den Kauf nehmen, den Cäsar in seiner Kalender⸗ reform dadurch beging, daß er die Namen der zehn alten römischen Monate beibehielt, obwohl er zwei neue an den Anfang des Jahres gesetzt hatte. Gerade bei dem De⸗ zember macht sich dieser Fehler wohl am stärksten bemerk⸗
bar, weil wir das römische Zahlwort decem auch sonst vielfach anwenden, wie in Dezimalb und De⸗ zimalsystem. Bei den Monatsnamen ist es eben ähnlich wie
bei den neuen eisernen Kriegssechsern. Obwohl wir seit mehr denn 40 Jahren keine Sechspfennigstücke mehr haben, sondern nur Fünfpfennigstücke, vedet man in dem größten Teile von 5 and immer noch von„Sechsern“ und nennt demgemäß die neuen eisernen Münzen auch„Kriegs⸗ sechser“.— Als die von Karl dem Großen eingeführten deutschen Monatsbezeichnungen schon längst aus der Uebung gekommen waren, entstanden immer wieder neue den che Benennungen für die Monate in unserem Vaterlande. Von diesen entfielen weitaus die meisten auf den
Wir erwähnen nur die folgenden: Windmand,
monat, Hartmonat(von den harten Frösten), Hasenmann
(von den Treibjagden auf Hasen), Wolfmonat, Ehristmonat, Andresmonat, Thomanmonat, Speckman(in Pommern Speckmonat), Slachtmand(am Mittel- und am Niederrhein ⸗ Schlachtmonat), Adventmonat, Lest⸗Monat(— letzter Monat
in Bayern), Lesemande(in Hessen; diese Bezeichnung ist wohl aus„letzter Monat“ entstanden). Manche dieser Be⸗ nennungen haben sich in verschiedenen deutschen Mund⸗ arten bis zum heutigen Tage erhalten. Die Be⸗ zeichnungen„Schlacht- und Speckmonat“ beziehen sich
auf die Schweineschlachtungen, die auch heute noch auf dem Lande am meisten im Dezember vorgenommen werden. In der Zeit der harten Dezemberfröste sich für die Viehherden die Wölfe am gefährlichsten,
der Name Wolfmonat. Die ichnung Thomanmonat
darauf Bezug, daß 91 den 21. Dezember der Gedenk
des Apostels Thomas fällt. Für die große Bedeutung, die
bei uns dem Andreastag mit seinen Liebesorakeln, der spricht pie. Heeg Ade ent fe wurde, pricht die eichnung Andreasmonat für 5
die sich bei Fischart findet f 5 170 Auszeichnung. Dem Sanitäts⸗Unt ier Wilhelm Bonarius aus Geer, der in einem aN Weben
steht, wurde das hessische Militär⸗Sanitätskreu Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. 455
* Ehrentage der 222er. 30. November 1914: Im Walde von Ruda wurden die vom Feinde stark besestig⸗ ten Stellungen abends gestürmt, dabei viele Waffen, Mu⸗ nition und Pferde erbeutet und eine Anzahl Gefangener gemacht. 3. und 4. ber 1914: Bei und Mala Mierszonska stößt das Regiment bei der Verfolgung 1 1 meu verschanzten Gegner, greift erfolgreich an, macht 1200 Russen zu Gefangenen und erbeutet 6 Geschütze.
Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mittwoch abend hielt Geh. Justizrat Prof Dr. Mitter⸗ maier seinen zweiten Vortrag über die Eindrücke, die er gelegentlich eines Truppentransportes nach dem Osten
ewonnen 12 5 Seine interessanten Schilderungen von zand und Leuten und dem Leben unserer Feldgrauen auf dem den Jh Kriegsschauplatz wurden mit großem Dank von den Zuhörern 1 Am Sonntag nachmittag 1 auf dem Trieb exerziert und Entfernungsschätzen geül
* Den Prüfungskommisskonen für die Prüf der Aspiranten zum Staatsdienst im Piedienngleanh ehen Veterinärfach in Tarmstadt gehören für das Jahr 1915 an: als Vorsitzender: Staatsrat Hölzinger, Vorfttzender der Mi⸗ nisterialabteilung für öffentliche Gesundheitspflege, als Mitglieder: a) für die Prüfung im Medizinal fach: die Geheimen Ober⸗ medizinalräte Dr. Hauser und Dr. Balser, Geh. Sber⸗ medizinalrat Professor Dr Heyl, Medizinalrat Professor Dr. Dannemann, Direktor der Landes⸗Heil⸗ und Pflegeanstalt bei Heppenheim und Kreisarzt Medizinalrat Dr. Groos in Darm⸗ stadt, b) für die Prüfung im Veterinär fach: Geheimer Ober⸗ medizinalrat Dr. Hauser, Geheimer Obermedizinalxat und Lan⸗ desgestüttsveterinärarzt Professor Dr. Loren 8 Geheimer Ober⸗
rektor
medizinalrat Professor Dr. Heyl, Schlachthofdirektor Veterinär⸗ rat Dr. Garth in Darmstadt und Kreisveterinärarzt 1 ling in Mainz. 1 f
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