25. e g 8 Stadttheater. Man schreibt uns cus dem Theater⸗ bureau: In der nächsten Freitags⸗Abonnemenksvorstellung wird Otto Ludwigs bekanntes Schauspiel„Der Erbförster“ gegeben werden. Die Aufführung dürfte um so mehr interessieren, als das erk im neuen Haus noch nicht gegeben worden ist und der der⸗ 5 eine sehr gute Besetzung in den Hauptrollen glicht. Sißener Butterhändler werden in einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in heutiger Nummer aufgefordert, bis zum 3. Dezember auf dem Stadt⸗ 17 5 anzugeben, wieviel Butter sie in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September bezogen und in der Stadt Gießer— verkauft haben 4 Streikumden Pumpernickel. In vielen Zeitungen ist vor einigen Tagen eine Entscheidung der Strafkammer erwähnt worden, wonach Pumper n. ckel nicht als Brot anzusprechen ist, sondern ohne Brot⸗ karte als Delikatesse frei verkauft werden darf. Das Frank⸗ surter Polizeipräsidium macht nun darauf aufmerksam, daß diese e von den Verwaltungsbehörden nicht ge⸗ teilt wird und gegen das Urteil Revision angemeldet wurde. Die Angelegenheit ist somit keineswegs endgültig entschieden. Fälle von Abgabe von Pumpernitkel ohne Brot⸗ schein dürften nach wie vor strafrechtlich verfolgt werden. Eine Ausnahme macht nur der Pumpernickel, der aus Getreide hergestellt ist, das von der Reichsgetreidestelle aus⸗ drücklich zu dieser Verwendung überlassen ist. Außerdem muß sich der Pumpernickel in Originalpackung ach i auf der die Herkunft des Getreides ersichtlich gemacht istt J* Der heurige Aepfelwein Auch in der Chronik
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der Aepfelweinjahre wird das Jahr 1915 in gesegnetem An⸗ denken bleiben. Die großartige Obsternte in allen Gebieten
der Heimat schloß von vornherein den Bezug ausländischen
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Obstes völlig aus und lieferte trotzdem einen Wein, der, wie sich jetzt mehr und mehr herausstellt, so hochprozentig an Zucker⸗ und entsprechendem Säuregehalt ist, wie kaum in Einem Jahre zuvor. Neben der gewaltigen Menge ist der gekelterke Wein von hervorragender Güte. Die Aepfelwein⸗ kelterer, zu denen in diesem Jahre nicht nur die Wirte, sondern auch fast alle Obstzüchter zählen, legten beim Kel⸗ tern besonderes Gewicht auf die Sortenmischung. Der 1915er Aepfelwein dürfte dem verwöhntesten„Geschworenen“ ge⸗ nügen und seinen Geschmack befriedigen. f Landkreis Gießen. f= Burkhardsfelden, 30. Nov. Nach Tagen banger Ungewißheit traf heute Nachricht ein, daß sich der als vermißt geltende Musketier Hermann Be cker in russischer Gefangen⸗ schaft befindet. Il Lang⸗Göns, 30. Nov. Den Heldentod starben von hier bis jetzt 21 Mann; ferner sind zwei Mann vermißt, drei Mann in französischer Gefangenschaft.— Die Hessische Tapserkeits⸗ medaille erhielt der Fahrer Wilhelm Ohly bei der Munitions⸗ olonne des Dragoner-Regiments Nr. 7. b II Holzheim, 29. Nov. Auf dem Felde der Ehre fielen bisher elf einheimische und sieben auswärtige Holzheimer. fl. Lang d, 30. Nov. Dem Gefreiten Otto Schuppe, Maschinen⸗ gewehrzug des Dragoner⸗Regts. 23, wurde die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille verliehen.— Der Opfertag am Geburts⸗ tage unseres Großherzogs brachte hier den Betrag von 120 Mark ein. An den Folgen einer schweren Krankheit v erstarb in einem Feldlazarett der Landsturmmann Louis Römer. .[Weickartshain, 30. Nov. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt Wilhelm Zimmer im Landwehr-Infanterie⸗ Negiment Nr. 116. 5 5 5 Z. Geilshausen, 30. Nov. Heinrich Wagner III., bei einer Munitionskolonne im Westen, erhielt die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille. 8 1 Kreis Alsfeld. Homberg a. d. Ohm, 1. Dez. Dem Gefreiten der Land⸗ wehr Karl Strauch aus Homberg a. d. Ohm, im Landwehr⸗ 2 75 116, z. Zt. Telephonist beim Stabe, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Klͤreis Schotten. 8 Sichenhausen, 29. Nov. Gefreiter der Reserve Heinrich Beuler wurde zum Unteroffizier befördert und erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. 0 1 Starkenburg und Rheinhessen. „Groß-Gerau, 30. Noo. An der Eisenbahnstrecke von Mainz nach Darmstadt trug sich heute früh zwischen den Statio⸗ nen Groß⸗Gerau und Nauheim ein schweres Unglück zu. rei jugendliche Arbeiter, die auf dem Wege nach ihrer Arbeits⸗ stelle Bahnkörper benutzten, wurden bei dem unsichtigen Wet⸗ ter von einem Güterzuge überfahren und so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle verstarben.„ Kreis Wetzlar. 8 ra. Kinzenbach, 30. Nov. Lehrer Richard Kuhl, früher in Wißmar, 1955 als Kriegsfreiwilliger im Inf.-Regt. 99, Zabern, ausgerlckt ist, wurde zum Leutnant befördert. 5 ra. Reiskirchen, 30. Nov. Lehrer Wilhelm Rausch (eErsatz⸗Reservist im Inf.⸗Regt. Nr. 138) starb im Alter von 26 Jahren den Ehrentod. a Hessen⸗Nassau. . Marburg, 30. Nov. Auch unserer Stadt ist jetzt 775 An⸗ fsucken zur bleibenden Erinnerung an den Weltkrieg ein erbeu⸗ tetes Geschütz überwiesen worden. Es fand heute seine Auf⸗ stellung auf dem Marktplatze unmittelbar neben dem alten Portal des Rathauses. Mit Rücksicht auf die gestiegenen Lederpreise hatte die hiesige Schuhmacher in nung letzte Woche beschlossen, eeine abermalige Preiserhöhung eintreten zu lassen. Als Fioolge der jetzt eingetretenen Preisregelung auf dem Ledermarkt wurde dieser Beschluß wieder rückgängig gemacht.
() Marburg, 29. Nov. Im Fürsten haus fanden am Sonn⸗ abend und heute die Ergänzungswahlen zum Marburger Kreistage statt. Gewählt wurden von den Vertretern der Land⸗ gemeinden die Bürgermeister Ruth⸗ Leidenhofen, Rauch⸗Wit⸗ telsberg, Breitstadt⸗ Hassenhausen und Gutsbesitzer Klingel⸗ höfer⸗Kaldern. Die beiden letzteren gehörten schon seither dem
Kreistage an. Die ausgeschiedenen Vertreter des Großgrund⸗ besitzes, Kaufmann Stumpf⸗ Marburg, Rittergutsbesitzer Gene⸗ ralleutnant z. D. Erz. von Heidwolff⸗ Hof Germarshausen und Rittergutsbesitzer Neume her⸗Bürgeln erzielten einstim⸗ mige Wiederwahl.— Wie der Ausschuß für, Kriegsfür⸗
for ge mitteilt, wurden bis zum 1. Oktober 54 297 Mk. freiwillige Gaben gespendet. Betreffs der Verwendung der Gelder sei er⸗ wähnt, daß der Arbeitslohn für Kriegerfrauen allein 7361 Mk. ausgegeben wurden. Die Kriegsvol ksküche am Marktplatze wird immer mehr in Anspruch genommen. Auch die vielen son⸗ stigen Gebiete der Kriegswohlfahrtspflege beanspruchen andauernd Mittel. Es wurde beschlossen, die Volksspende durch Einholung von Wochenbeiträgen aufzubessern.— Hier ereignete sich der seltene Fall, daf; Vater und Sohn mit dem Eisernen Kreuz in diesem Kriege ausgezeichnet wurden. Es sind dies der Fried⸗ hofsverwalter Feldwebelleutnant Philipps, der im Westen kämpft, und der Unteroffizier Philipps, der sich im Osten diese Auszeichnung erwarb. Vater und Sohn haben sich jetzt im Hei⸗ matsurlaub getroffen. 5— Frankfurt a M., 29. Nov. Der Magistrat hat eine Denkschrift über die städtische Lebensmittel⸗ und Futtermittel⸗Versorgung herausgegeben, die am kom⸗ menden Donnerstag der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wird. Die hochinteressante Schrift bietet ein umfassendes Bild von der Tätigkeit der städtischen ebensmittelkommission während der vom J. November 1914 bis Ende Oktober 1915. Von der rteilungsstelle wurden 193 675 Doppelzentner Weizen⸗ und ehl im Werte von 7 573 225 Ml. und 12 890 Doppel⸗ 6 im Werte von 572 265 Mk. abgesetzt. An e en verkaufte man 1744 Zentner
minister Bericht über einen
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im Betrage von 246 708 Mk. Die bis zum 1. Februar 1915 be⸗ schafften 5088 Gefrierschweine im Gewicht von 491 785 Ki⸗ logramm kosteten 650 000 Mk. Ferner kaufte man 563 285 Dosen Sckweinefleischkonserven im Wert von 646611 Mk. an. Sämtliche Dauerwaren sind ausverkauft. Andere Kapitel befassen sich mit der Versorgung mit Kartoffeln, Obst, Gemüse, Butter, Fett, Milch und Eiern und dem Einkauf von sonstigen Lebensmitteln. Frankfurt a. M., 30. Nov. Durch das überraschend schnell eingesetzte Tauwetter trat in dem gesamten Betrieb der elektrischen Weichen des hiesigen Hauptbahnhofes heute früh gegen acht Uhr eine Störung ein, so daß sämtliche Apparate den Dienst versagten. Die Folge waren erhebliche Betriebsstö⸗ rungen. Eine Anzahl Züge konnte nicht einfahren und mußte teils vor dem Bahnhof, teils schon auf den letzten Stationen liegen bleiben. Ebenso konnten viele fällige Züge nicht ausfahren. Erst nach zwei Stunden war die Störung behoben. g
—Usingen, 30. Nov. Wie die hiesige Polizeiverwaltung bekannt gibt, wurde bei der kürzlich stattgefundenen Getreide⸗ vorratserhebung in den meisten Gemeinden des Krei⸗ ses in leichtsinniger Weise ein großer Prozentsatz der Gesamt⸗ ernte der Behörde verschwiegen. Ter Landrat hat den Kreis⸗ bewohnern zur Berichtigung ihrer Bestandsangaben eine Frist von 48 Stunden gewährt. Vom 1. Dezember an wird gegen die„Ver⸗ 9 mit der ganzen Härte des Gesetzes vorgegangen
erden.
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vermischtes.
Ein Eiseubahnunglück in Italien.
Bern, 30. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des„Secolo“ erfolgte des Nachts wenige Kilometer vor Rom bei Ciampina infolge falscher Weichenstellung ein sehr heftiger Zu⸗ sammenstoß eines Militärzuges mit einem Güterzug. Ein Soldat wurde getötet, 12 schwer verletzt.
f Büchertisch.
—„Der Flieger von Ypern“. Eine Geschichte aus dem großen Weltkriege. Deutschlands Jugend erzählt von C. F. Stauffer. Mit Bildern von G. Bachem, Fein gebunden Preis Mk. 3.—. Verlag von A. Auton& Co., Leipzig und Berlin.— Die Schicksale eines jungen Mannes werden geschildert, der bei Ausbruch des Krieges in englische Gefangenschaft gerät, der aber aus ihr entflieht, in das deutsche Heer eintritt und als Soldat an den Kämpfen um Ypern zu Lande, zu Wasser und in der Luft her⸗ vorragenden Anteil nimmt.
e Grimmelshausen, Simplicius Simplicis⸗ simus, neu herausgegeben von Will Vesper. Verlag von Josef Singer, Straßburg und Leipzig. Gut geb. Mk. 3.—, in Halblederband Mk. 4.50. In einer Kriegszeit wie der heutigen ist es doppelt interessant, den Beobachter einer ebenfalls kriegerischen Zeit zu hören, einen Beobachter, der nicht nur ein unentwegter Abenteurer, sondern ein ganz großer Künstler war. Die Neuher⸗ ausgabe des prachtvollen Romanwerles Simplicius Simplicissimus ist als eine wertvolle Tat zu begrüßen. Einen Abenteurerroman wie diesen hat kaum ein anderes Kulturvolk aufzuweisen. Rein und üppig sprudelt hier die Quelle deutscher Erzählungskunst, die Bilder, die das Buch bringt, sind unvergänglich wie Kupferstiche Dürers. Alfred Boese hat ganz recht, wenn er in seiner deutschen Literaturgeschichte den Simplieissimus in eine Reihe setzt mit den neuesten klassischen deutschen Bildungsromanen, mit Goethes Wil⸗ helm Meister und Goltfried Kellers Grünem Heinrich. Die Neu⸗ ausgabe von Will Vesper, die durch eine lesbare Ortographie und Verdeutschung unverständlicher Worte das Buch genußreich für den modernen Leser macht, wird bei der prächtigen Ausstattung und dem billigen Preis von Mk. 3.— gut gebunden und Mk. 4.50 in Halbleder allen und nicht zuletzt unseren Kriegern im Schützen⸗ graben große Freude machen.
— Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens(Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart) bietet in ihren schmucken und handlichen Vierwochenbänden, in vielen tausend Familien eingeführt und in Millionen verbreitet, für 75 Pfennig einen überaus reichen und abwechslungsreichen In— halt(240 Seiten) in Wort und Bild, durchweg gute und anregende geistige Kost zur Kurzweil und Weiterbildung. Die Bibliothek kann im Felde auch bei der Feldpost abonniert werden.
Handel. Eine ungarische Erdgasgesellschaft.
Buda pest, 30. Nov.(WTB Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erstattete der Finanz⸗ ertrag, den er mit einer unter Führung der Deutschen Bank stehenden Gruppe abgeschlossen hat, die behufs Ausbeutung von Erdgas und Mineralöle die Ungarische Erdgasgesellschaft gründen soll. Dieser Finanzgruppe ist der Ausbau der Erdgasleitungen in Klausenburg, Maros⸗Vasarhely und Groß⸗Wardein, späterhin auch in Elisabeth⸗ stadt und Arad überlassen worden. Die Konzession dauert 50 Jahre und wird, falls die Gesellschaft eine Investition von 100 Millionen in den ersten 35 Jahren nachweist, auf weitere 25 Jahre verlängert. Die Regierung erhält als Kaufpreis Aktien der Gesellschaft mit der weiteren Bedingung, daß die Gesellschaft, falls sie einen Rein⸗ gewinn von 10 bis 25 Prozent erzielt, sie davon 10 Prozent und im Falle eines noch höheren Reingewinnes 50 Prozent abzugeben hat. Der Vertrag bezieht sich auf Mineralöl, das etwa gefunden werden sollte. Die Ungarische Erdgasgesellschaft wird mit einem Aktienkapital von 20 Millionen gegründet, das in 20 000 Stück Aktien im Nennwerte von 1000 Kronen zerlegt wird. 4000 Aktien werden der Regierung als Entgelt für die Konzession und für die in den Gasfeldern gemachten Vorarbeiten überlassen. Außerdem wird die Gesellschaft 20000 Stück Genußscheine ausgeben, wovon 8000 dem ungarischen Finanzminister überlassen werden als Er⸗ gänzung des Kaufpreises für Erdgase und Leitungsvorarbeiten. Diese Genußscheine sind am Reingewinn nur beteiligt, falls eine Dividende von 10 Prozent verteilt wird.
Märkte.
ke. Frankfurt a. M.. 1. Dez. S ch w einemarkt. Auf⸗ getrieben waren 135 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiiogramm Lebendgewicht 108,00 00,0) Mk., Voll⸗ fleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 78,00— 93,0) Mk., Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118 bis 00,00 Mk., Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebend⸗ gewicht 129,00 00,00. Geschäft flott, geringer Ueberstand.
1e. Frankfurt a. M., 1. Dez. Frucht⸗ und Futter- mittelmarkt. Die Lage ist seit Montag unverändert. Das Angebot besonders in Futtermitteln ist etwas besser, doch ist die Kauflust infolge der hohen Preise nicht groß. Man notierte: Lein⸗ kuchen 7779 Mk., Kleie 51 bis 52 Mk., Kraftfutter 41— 42 Mk., Rapskuchenschrot 5557 Mark., Hopfentreber 41—43 Mk. Alles per 100 Kilo.
e. Frankfurt a. M., 1. Dez. Kartoffeln im Großhandel und in loser Ladung ab 6,10 Mk. per 100 Kilogramm.
Kartoffelmarkt. Bersandstation
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 2. Dez. 1915:
Fortdauer der bestehenden Witterung..
Letzte Nachrichten.
Sofia, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer Generalstabs⸗Bericht vom 29. November: Mittags haben unsere Truppen nach kurzem Kampf von entscheidender Be⸗ deutung die Stadt Prizren genommen. 16 000 bis 17000 Gefangene wurden gemacht, 50 Feldgeschütze und Haubitzen, 20 000 Gewehre, 148 Automobile und eine Menge Kriegsmaterial erbeutet. Die Zahl der Gefangenen wüchst un⸗ aufhörlich. König Peter und der russische Gesandte Fürst
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Trubetzkoi sind am 28. November nachmittags ohne Beglei⸗ tung mit unbekanntem Ziel davongeritten. Aller Wahrschein⸗ lichkeit nach wird die Schlacht von Prizren, wo wir die Reste der serbischen Armee gefangen nahmen, das Ende des Feld⸗ zuges gegen Serbien bedeuten.
Zum Wiener Kaiserbesuch.
i. Köln, 1. Dez. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Wien: Personen, die mit Kaiser Wilhelm während seines Be⸗ suches bei Kaiser Franz Joseph in nähere Berührung kamen, rühmen das gesunde Aussehn, die geistige Regsamleit und die zu⸗ versichtliche, wenn auch ernste Stimmung des deutschen Kaisers. Ebenso bestätigen sie, daß Haiser Franz Joseph trotz seinem hohen Alter von einer staunenswerten. geistigen Rührigkeit ist, die ihn befähigt, den Weltkrieg bis in seine klein⸗ sten Einzelheiten zu versolgen und sich ein entschiedenes Urteil über alle seine Seiten zu bilden. Der Besuch des deutschen Kaisers in Wien war seit langem geplant und wurde nur mit Rücksicht auf den schonungsbedürftigen Zustand Kaiser Franz Josephs bis in den 16. Monat des Weltkrieges hinausgeschoben. Aus demselben Grunde wurde er auch so kurz und einfach wie möglich gestaltet.
Der bulgarische Vormarsch gegen Djakova. Budapest, 1. Dez. Der„Az Est“ berichtet aus dem Kriegspressequartier: Die Armee Köveß, die Rudnik be⸗ setzte, steht nur noch 30 Kilometer von Ipek entfernt. Die Bulgaren dringen rasch gegen Djakova vor. Bei Rud⸗ nik wurden 1300 Gefangene gemacht.
Der serbische Rückzug auf Durazzo. 5 Haag, 1. Dez. Die„Times“ berichten aus Saloniki: Den deutsch⸗österreichischen Truppen, die jetzt gemeinschaftlich mit den Bulgaren gegen Montenegro vorrücken, gelang es offenbar, sich von den östlich Prilep operierenden französischen Truppen zu lösen. Sie treiben die kleinen Trupps Serben, die sich ihrem Vormarsch entgegenstellen und ihn aufzuhalten versuchen, vor sich her. Die Hauptmacht der Serben geht jetzt in der Richtung auf Duraz zo und Skutari zurück. Es sei zwecklos, noch weiter zu leugnen, daß das ganze serbische Königreich mit Ausnahme des kleinen von den Engländern und Franzosen besetzten Teiles, sich in einigen Tagen in der Macht des Gegners befinden werde. Die Armee Sarrail bedroht.
Lugano, 1. Dez. Dem„Corriere della Sera“ meldet Fraccaroli vom 28. aus Saloniki: Die Armee Sarrail,
die auf der Front Gradske Strumitza steht, ist der Umklammerung
und den Angriffen von Heeren ausgesetzt, denen sie unmög⸗ lich gewachsen ist. An tatkräftige Hilfe von Saloniki aus ist selbst bei den Truppen, die neu ausgeschifft werden, nicht zu denken. Die Lage der Armee Sarrail ist bereits ein Problem, dessen Lösung äußerst schwierig sein wird. Französisch⸗englischer Rückzug nach Saloniki.
8 Lugano, 1. Dez. Der„Corriere d'Italia“ in Rom er⸗ fährt, daß der Rückzug der Verbündeten nach Saloniki bereits begonnen hätte, da sie dem furchtbaren Druck der Bulgaren nicht mehr stand zu halten vermöchten.“
Athen will eine Erklärung.
Amsterdam, 1. Dez. Die„Times“ berichten aus Athen: Die griechische Regierung hat Frankreich um eine Erklärung verschiedener Punkte der neuen Note gebeten und wartet die Antwort der französischen Regierung ab,
Die türkische Presse über die Balkanlage.
Konstantinopel, 1. Dez. Die hiesige Presse gibt ihrer Zuversicht über die weitere Entwicklung der militärischen Lage auf dem Balkan Ausdruck.—„Tanin“ schreibt: Wir haben die innere Linie auf dem Balkan in unserer Hand. Für die Entente kommt alles zu spät. Andere Zeitungen sagen allen neuerlichen Versuchen der Entente, Rumänien zu beeinflussen, einen gründlichen Mißerfolg voraus.
Die Japaner auf Formosa.
Berlin, 1. Dez. Die„Vossische Zeitung“ erhielt folgen⸗
den Bericht auf Umwegen aus Tokio: In den ersten Monaten
des Jahres wurde in Formosa eine Verschwörung gegen die japanische Regierung entdeckt, in deren Folge etwa 1000 Personen
in Anklagezustand versetzt wurden. Vor kurzem wurde nun berich⸗ tet, daß der Generalgouverneur von Formosa dem Minister des Innern einen amtlichen Bericht über die Sachlage übersandt hat. Nach diesem Bericht wurden im Tainun⸗Provinzialgericht von 89 Insurgenten 61 zum Tode verurteilt, sechs zu 12 Jah⸗ ren Gefängnis und 22 zu neun Jahren. Kurz darauf wurden von demselben Gericht von 163 Insurgenten 156 zum Tode ver⸗
urteilt, drei zu 15 Jahren Gefängnis, drei zu 12 Jahren und
einer zu neun Jahren Zwangsarbeit. In den nächsten Tagen dar⸗
auf sind in der gleichen Sache 55 Insurgenten zum Tode ver⸗ urteilt worden. Nach Blättermeldungen sind eine große Anzahl
dieser Todesurteile bereits vollstreckt worden.
Amerikanische Steuer auf die Ausfuhr von Kriegsmaterial..
London, 1. Dez. Nach einer Meldung der„Daily News“ aus Washington soll in der Kongreßsitzung der nächsten Woche eine Steuer von mindestens 20 Prozent auf die Ausfuhr von Kriegsmaterial eingebracht werden. Man schätzt, daß diese Steuer etwa 40 Millionen Pfund Sterling einbringen wird, da die Ausfuhr von Kriegsmaterial in den letzten neun Monaten etwa 200 Millionen Pfund Sterling betragen hat. Sie kann jedoch unter Umständen noch ein höheres Ergebnis bringen, näm⸗ lich, wenn als Kriegsmaterial auch Getreide, Schuhe und Leder⸗ waren aller Art, rohe und verarbeitete Baumwolle für die Be⸗ steuerung herangezogen werden.
Die amerikanische Friedenspropaganda. Amsterdam, 1. Dez.„Daily News“ bringt ein Reutertele⸗
gramm aus Washington, das augenscheinlich von den anderen eng⸗
lischen Blättern unterdrückt worden ist. Es besagt, daß die un⸗ garische Frauenrechtlerin Josika Schwimmer und die Ameri⸗ fanerin Frau Snowden eine Unterredung mit dem Präsidenten
Wilson hatten, die ¾ Stunden dauerte und der eine große
Versammlung vorherging, bei welcher Henry Ford seine erste
öffentliche Friedensrede hielt. Die ganze Versammlung begleitete
die beiden Frauen zum Weißen Hause. Nach einer Version hat Wilson die Frauen sehr ermutigt.
Vom Deutschen Reichstag. 5 Berlin, 1. Dez. Die sozialdemokratische Reichs⸗ tagsfraktion soll, wie heute im Reichstage erzählt wurde,
die Absicht haben, den Reichskanzler ütber die allgemeine Lage
zu inter pellieren.
Preis: ½ Flasche M. 1.50 ½ Flasche 93330 I 85 Pfg.
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