Ausgabe 
(25.11.1915) 278. Erstes Blatt
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Wasserflugzeugen eins zum Absturz, das zwischen den Armen der unteren Maritza niederfiel, wo es verbrannte. Der Weihnachtsverkehr nach den Kriegsschauplätzen. Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Der Verkehr bei den Militärpaketdepots läßt bereits erkennen, daß unsere Truppen auch in diesem Jahre mit Weihnachts pake⸗ ten reich bedacht werden sollen. Die Heeresverwaltung und die Reichspost haben alle Vorbereitungen zur Ueberwälti⸗ gung dieses Verkehrs getroffen. Von ihnen wird angestrebt, alle bis 1 1 5 10. Dezember aufgelieferten Sendungen(Pa⸗ kete, Päckchen und Frachtgüter) den Empfängern im Felde möglichst bis Weihnachten zuzustellen. Bei den besonderen Verhältnissen auf dem russischen und Balkankriegs⸗ schauplatz kann aber nur dringend empfohlen werden, die dorthin bestimmten Sendungen schon früher und zwar so zeitig wie möglich aufzugeben. Die Zuführung nach Serbien kann nur allmählich stattfinden; die Versandbedingungen sind die gleichen wie bisher. Auf deutliche Angabe des Emp⸗ fängers und Absenders auch im Innern des Pakets so⸗ wie feste Verpackung ist zu achten. Zur Vermeidung von Umwegen sind besondere innerdienstliche Anordnungen ge⸗ troffen worden. Aus diesem Grund kann nur dringend emp⸗ fohlen werden, wegen der für die Sendung zuständigen Paketdepots bei dem nächsten Militärpaketdepot anzufra⸗ gen. Die bei jeder Postanstalt erhältlichen grünen Doppel⸗ karten werden von der Post unentgeltlich befördert.

Englands Geldbedarf.

London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Unterhaussitzung erklärte Mac Kenna: Bei der letzten Kriegsanleihe haben die Einzahlungen der kleinen Sparer, die bis zum 1. Dezember fortdauern sollten, einen Gesamtbetrag von nur fünf Millionen Pfund Sterling erreicht. Das sei angesichts der hohen Löhne, von denen viel gespart werden könnte, keineswegs soviel, als man erwartet habe. Die Erfahrung lehre, daß die Arbeiterklasse Wertpapiere, deren Bewertung Schwankungen unterworfen sei, abweise und ihr Geld lieber auf die Spar⸗ kassen trage, daß es aber auch an einer organisierten Be⸗ einflussung des Volkes, die gebotenen Vorteile auszunützen, gefehlt habe. Mac Kenna teilte mit, es sei die Aus gabe fünfprozentiger Einpfundbonds geplant.

London, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause erklärte der Schatzkanzler Mace Kenna bei Be⸗ antwortung einer Anfrage des Mitgliedes der Arbeiter⸗ partei, Thorne, das Nationalvermögen Englands werde auf zwanzig Milliarden und das jährliche Einkommen auf vier Milliarden Pfund Sterling geschätzt.

Churchill.

Amsterdam, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesigen Blatte zufolge teilt der Korrespondent derTimes bei dem englischen Hauptquartier mit, daß Churchill den Garde-Grenadieren als Major zugeteilt worden ist und bereits Dienst im Schützengraben getan hat.

Ein russischer Armeebefehl.

ben, daß sich immer noch Individuen finden, die 1135 mit Taten brandmarken, welche ein Fleck für die ganze russische Armee sind. Zu solchen Taten neigen vor allem annschaften der im Rücken der Armee stehenden Formationen oder solche, die sich von ihrem Truppenkörper losge⸗ treunt haben, selbständig Kommandierte oder aus verschiede⸗ nen Gründen Beurlaubte. Se. Majestät ordnet an, keine Mit⸗ tel zu unterlassen, um die strengste Disziplin einzuführen, die strengsten Strafen bei er⸗ sprengten, Marodeuren, Räubern und Brand⸗ stiftern anzuwenden. Das von Sr. Majestät ge⸗ zeigte Ziel soll um jeden Preis erreicht werden; auf den Eisenbahnen und öffentlichen Straßen, die von der Front 5 führen, sollen Offiziere mit genügend starken Abteilungen Wache halten, um alle von ihren Truppenkörpern Entlaufenen festzu⸗ Diese sollen als abschreckendes Beispiel strengstens bestraft Se. Majestät befiehlt allen Höhergestellten, besonders aber Truppenkommandanten, ihre volle Aufmerksamkeit auf die⸗ ses Uebel zu lenken, das sich in der Armee so einge⸗ bürgert hat. Nur der größte Eifer und Ausdauer, die größte Strenge der Vorgesetzten und die strengsten Strafen bei den Schul⸗ digen können diesen Umtrieben, die die völlig begründeten. Klagen über das Militär hervorrufen, ein machen. Je mehr das Uebel um sich gegriffen hat, um so strengere Disziplin muß in der Truppe gehalten rden, umso unerbittlicher die Strenge des Kommandanten; nur die Erhaltung der inneren Ord⸗ nung kann uns dem Ziel näher bringen. Se. Majestät der Kaiser hat angeordnet, den Stand des Offizierkorps durch Abkommandie⸗ rung nicht mehr zu schwächen. Die Stäbe, Kommandanten und mili⸗ tärischen Verwaltungen sollen die bereits Abkommandierten in ihre Truppenteile rückversetzen. Se. Maj. hat den festen Glauben, daß die Kommandanten aller Grade ihren Untergebenen ans Herz legen werden, welche Bedeutung die Ordnung für das Heer besitzt,

daß sie den Ausschreitungen gegen die Bevölkerung ein Ende macken werden, unnütze Brandstiftereien, Vernichten von Fabriken, Werkstätten und Raubanfällen strengstens verfolgen, sowie alle Art Marodeure und Verbrecher, die sich von ihrer Truppe los⸗ getrennt und ihre Soldatenpflicht vergessen haben, rücksichtslos strafen werden.

nehmen.

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Alexejew. Iwanow.

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Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich. Amt⸗ licher Bericht des Großen Hauptquartiers: An der Irakfront nichts Wichtiges, abgesehen von bedeutungslosen Plänkeleien zwischen unseren Vorposten und feindlichen Truppen in der Gegend nördlich Torna und am Tigris. Am 21. No⸗ vember erbeuteten wir ein englisches Flugzeug, das von uns her⸗ untergeschossen wurde. Der Führer, der Majorsrang hatte, wurde leicht verwundet und wurde gefangen genommen. An der Kau⸗ kasusfront Patrouillengefechte. g 585

An der Dardanellenfront bei Anaforta und Ari Burn gegenseitiges Artilleriefeuer mit zeitweiligen Unter⸗ brechungen und Bombenkämpfe Bei Sedd ül Bahr versuchte das Zentrum des Feindes am 21. November an unsexe vorgescho⸗ benen Gräben heranzukommen und sich in ihnen festzusetzen. Wir

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diesen Gräben und schlugen einen Gegenangriff, den der Feind durchzuführen versuchte, vollständig ab. Am 22. November starker Artilleriekampf auf dem rechten Flügel. Unsere Artillerie zerstörte einen Teil der feindlichen Gräben. Im Zentrum heftiger Bomben⸗ kampf. Eine Mine, die der Feind auf dem linken Flügel zur Entzündung brachte, richtete keinen Schaden an.

Der Seekrieg.

Berlin, 24. Nov.(Priv.⸗Tel.) DieVoss. Ztg. be⸗ richtet aus Amsterdam: Dem LondonerDaily Expreß zu⸗ folge ist ein Teil der Besatzung des im Mittelmeer ver⸗ senkten DampfersWoodfield bei der Landung an der nordafrikanischen Küste in die Hände arabischer Räu⸗ berbanden gefallen, die in einem Schreiben für jeden Gefangenen 4000 Mark Lösegeld verlangen.

Aus dem Reiche.

Die badische Finanzpolitik. 5

Karlsruhe, 24. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer legte Finanz⸗ minister Dr. Rheinboldt den Staatsvoranschlag für 1916/17 vor, der mit einem Fehlbetrag von rund 17½ Millionen Mark abschließt. Zu dessen teilweiser Deckung wird eine 20prozentige Erhöhung der Ein⸗ kommensteuer vorgeschlagen, wodurch die Einnahmen um 8 Millionen gesteigert werden. Die kleinen Einkommen bis zu 1600 Mark bleiben von der Steuererhöhung frei. Zur Bestreitung außerordentlicher Kriegsausgaben wird ein Kredit von 50 Millionen Mark erbeten. Für den Fall, daß die vorgesehenen Mittel nicht ausreichen, ersucht die Regie⸗ rung um die Ermächtigung, weitere Mittel bis-zum Betrage von 75 Millionen Mark im Wege des Kredits zu beschaffen Der seit Kriegsbeginn für Familienunterstützun⸗ gen aufgewendete Betrag dürfte bis Jahresschluß 43 Millio⸗ nen Mark erreichen. Der Minister betonte, wie dringend not⸗ wendig es sei, daß vom Reiche seinerzeit mit seinen Finanz⸗ plänen nicht Wege eingeschlagen würden, die in das einzig den Einzelstaaten noch verbliebene Steuergebiet, das der direkten Steuern, hineinführen. Für das Reich bestünden genug Möglichkeiten, seinen Geldbedarf, mag er auch noch so hoch sein, ohne Beschränkung der bundesstaatlichen Steuer⸗ hoheit und ohne Erhöhung der Matrikularbeitragslasten zu befriedigen. Die Zweite Kammer hat das bisherige Präsidium per Akklamation wiedergewählt. Aus dem Hause ist eine große Reihe von Anträgen eingelaufen, die sich hauptsächlich auf den Lebensmittelmarkt beziehen.

Der Abg. Südekum über deutsche Ziele. Berlin, 25. Nov. Der sozialdemokratische Abgeord⸗ nete Dr. Südekum tritt imHamburger Echo den Ver⸗ suchen unserer Feinde entgegen, jede Aeußerung der Hoff- nung auf Frieden, die aus Deutschland kommt, als ein Zeichen deutschen Niederbruches anzusehen und zu neuer Aufstachelung ihrer Massen zu mißbrauchen. Südekum sagt: Wir wollen ganz gewiß die Leiden, die uns drücken, nicht verkleinern, aber es ist ein frevelhaftes Spiel, das die ver⸗ antwortlichen Männer in Frankreich mit der aus tausend Wunden blutenden Bevölkerung ihres Landes treiben. Deutschland ist nicht das Opfer einer Hungersnot, nicht der Furcht vor dem blanken Mangel r sondern sein gerechter Zorn und der Unmut weiter ise macht sich manchmal in drastischen Worten gegenüber den Sünden mancher Interessenten Luft. Es gibt keinen vernünftigen Menschen bei uns, der nicht aus den bisherigen Leistungen unseres Heeres die feste Ueberzeugung schöpfte, der Wall aus Stahl werde jedem neuen Ansturm der Feinde wider⸗ stehen. Die Hoffnung auf innere Unruhen kön⸗ nen unsere Feinde ruhig begraben. Auch die Opposition, die sich gegen angeblich zu weit gesteckte Kriegs⸗ ziele in Deutschland bemerkbar t,. mit ganz

bedeutungslosen Maßnahmen nicht die Pflicht der Vater⸗ landsverteidigung. Die Spekulation auf den Hungertod des deutschen Volkes ist töricht. Nachdem auch noch der Zugang m nahen Orient erlämpft und die Abschnürung der Mittelmächte von den Vorratsgebieten verhindert worden ist, darf jede Gefahr ökonomischer Vernichtung als von uns abgewendeterachtet werden. Die von der Regierung immer erklärte Friedensliebe des deuts Volkes ist nicht der Ausdruck der Schwäche, sondern der menschlichen Gesinnung einer starken Nation. Wehe, wenn unsere Feinde mit dieser edlen Selbstbescheidung unseres Volkes weiter ihr frivoles Spiel treiben wollen. Auf sie kommt das Blut, das dann dort fließen muß. 8

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Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Nachdem es ge⸗ lungen ist, die Erzeugung von Benzol zu steigern, kann es mehr als bisher für solche Zwecke freigegeben werden, für die bestimmungsgemäß Benzol nicht verfügbar ist. Dabei kommen namentlich die Gewerbezweige in Be⸗ tracht, denen Ersatzstoffe nicht zur Verfü tehen, und die deshalb beim Fehlen von Benzol stilliegen müßten. Ein⸗ gehend begründete 1 wolle man an die Inspektion des Kraftfahrwesens Berlin 5 2 510 richten.

Berlin, 24. Nov.(WTB. Amtlich.) Von amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß Mitte Dezember eine Bekannt⸗ machung der Heeresverwaltung über eine Einschrän⸗ kung der Neujahrswünsche zu erwarten sei, daß der ae von Neujahrskarten zwischen der Heimat und dem Felde unterbleiben müsse.

Berlin, 25. Nov. Bei der gestrigen Feier des fünfzig⸗ jährigen Geburtstages Adolf Damaschkes, des Begrün⸗ ders und ersten Vorsitzenden des Bundes deutscher Boden⸗ reformer, haben die Freunde der Bodenreform eine Spende von 33 000 Mark süberreicht, die für die Weiterausbrei⸗ tung und Durchsetzung des Bodenreformgedankens verwen⸗ det werden soll.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 25. November 1915.

Des Großherzogs Geburtsfest, dem im vergangenen Jahre als schömstes Angebinde der Wunsch geweiht wurde, es möge für alle Zukunft nur mehr in Tage des Friedens und Glückes fallen, wird zum zweiten Male vom Donner der Kanonen begleitet. Ernst und schlicht tritt das Land vor seinen Fürsten, um ihm als bestes Ge⸗ schenk abermals das Treugelöbnis mitten in Not und Tod darzubringen. f Dennoch verstreicht der Tag nicht ganz ohne kleine äußere Zeichen, daß die Gedanken der Bevölkerung heute zu der Residenz hineilen. Sind es auch nur die Fahnen an den öffentlichen Gebäuden oder die Kinder, die sich des schulfreien Tages freuen mehr verlangt auch der vater⸗

gingen zum Gegenangriff über und vertrieben den Feind aus

ländische Sinn nicht, um seinem Gefühl gegenüber dem

Herrscherhaus in dieser schweren Zeit Ausdruck zu geben. Die Bürgerschaft wird heute abend im Stadttheater im Rahmen einer Festvorstellung Gelegenheit haben, in schlich⸗ tester Form ihrer Anteilnahme an dem Ehrentag des Groß: herzogs Ausdruck zu geben. Jedes Mehr müßte den Ein⸗ druck, den die gehaltene Ruhe des Festtages machen soll,

nur abschwächen. i

Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Musk. Karl Gerlach, Inf.⸗Regt. 252, und Musk. Heinr. Gerlach, Inf ⸗Regt. 250, aus Niederdieten. Musk. Phi⸗ lippus, Inf.⸗Regt. 365, aus Dillenburg. Musk. Hieronym. Duseberg aus Lauterbach. Ersatz-Res. Ernst Hartmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 353, aus Groß⸗Felda. Ers.⸗Res. Karl Weg⸗ fahrt, Landw. ⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Eulersdorf. Gefr. Walter Spaar, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Alsfeld. Landwehrm. Heinr. Eckstein, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Eifa. Musk. Otto Fink, Landw. ⸗Inf.⸗Regt. 349, aus Nieder⸗Breidenbach. Ersatz⸗Res. Phil. Mandler, Inf.⸗Regt. 149, aus Kinzen⸗ bach. Musk. Karl Uhl, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Bonbaden. Musk. Franz Feuerbach aus Friedberg. Musk. Karl Schmidt, Juf.⸗Regt. 17, aus Eifa. Landsturmm. Wilhelm

Robert, Inf.⸗Regt 186, aus Liederbach. Hauptm. Franz Schulz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 219, aus Offenthal(Off. Landsturmm. Heinr. Bocklet, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Offen⸗

bach a. M. Ers.⸗Res. Aug. Müller, Inf.⸗Regt. 99, aus Mandeln. Ers.⸗Res. Fritz Groos, Inf.⸗Regt. 90, aus Man⸗ deln. Musk. Karl Förder aus Friedberg. Landsturmm. Chr. Henkel IV. aus Landenhausen. Unteroff. Conr. Eich⸗ mann, Inf.⸗Regt. 167, aus Buchenau. Vizefeldwebel Orch. Wolf aus Cölbe. Landsturm⸗Rekrut Isidor Löb, Res.⸗Inf. Regt. 221, aus Wetzlar. Erf.⸗Res. Friedrich Heis, Inf. Regt. 116 und Wehrm Wilh. Kinzenbach, Inf.⸗Regt. 81 aus Münchholzhausen. Musk. Wilh. Sehrt, Infant. 53 aus Bernsfeld. Füs. Gg. Franz, Füs.⸗Regt. 35 aus ber⸗Ros⸗ bach. Musk. Hugo Schnell, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221 aus Rei⸗ chelsheim. Res. Heinrich Rabe aus Schlitz. Musk. Johs. Loos, Inf.⸗Regt. 254 aus Willofs. Res. Hein. Schmidt aus Fraurombach. Musk. Ludw. Jakob aus Inheiden. Unteroff. Christ. Hofmann Res.⸗Inf.⸗Regt. 221 aus Worms. Gefr. Wilh. Schmidt aus Borsdorf. 0

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L.⸗Ul. Der Großherzog hat anläßlich seines Ge⸗ burtstages der Landesuniversität folgende Gnadenbeweise gegeben: Charakterisiert wurden als Geheimerat der Geh. Hofrat Prof. Dr. Siebeck, als Geh. Medizinalrat die Pro⸗ fessoren Dr. Pfeiffer und Dr. Poppert, als Geh. Justizrat Professor Dr. Mittermaier, als Professor der Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Dr. Fritzsche.

Berufung. Der Professor der neutestamentlichen Theologie und Religionsgeschichte D. Wilhelm Bousset, der erst kürzlich zum Mitgliede der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen erwählt war, hat einen Ruf nach Gießen als Ordinarius der Theologischen Fakultät erhalten und zum Sommersemester 1916 angenommen. Er veröffentlichte soeben als Nachtrag zu seinem größeren WerkeKyrios Christos eine Schrift u. d. T.Jesus der Herr(Göttingen, Vandenhoeck& Ruprecht. Preis 2.80 Mk.), welche durch ihre Fülle neu aufgefundenen religionsgeschicht⸗ lichen Stoffes besondere Bedeutung hat..

Kirchliche Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hermann Schmidt zu Sprendlingen in St. die evangelische Pfarrstelle zu Roßdorf übertragen und den von dem

ürsten zu Ysenburg und Büdingen in Büdingen auf die evang. farrstelle zu Rohrbach präsentierten Pfarrer Adolf Ströher zu Haingründau für diese Stelle bestätigt. l

* Sammlung für kriegsgefangene Deut⸗ sche in Rußland. Wie uns das Hreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe mitteilt, sind aus Anlaß der vorgenannten Sammlung noch weiter aus fol⸗ enden Landgemeinden die beigesetzten Geldbeträge bei dem

eiskassenrechner eingegangen: Burkhardsfelden 2 Mk., Dorf⸗Gill 15 Mk., Göbelnrod 81 Mk., Holzheim 25 Mk., Lauter 40,15 Mk., Queckborn 107,73 Mk., Watzenborn⸗Stein⸗ berg 83 Mk., Hauptlehrer Schneider, Heuchelheim 3 Mk., zu⸗ sammen 356,88 Mk. Mit den früher bereits eingegangenen und in unserer Nr. 255 vom 29. Oktober l. Is. bekannt ge⸗ gebenen Spenden ist hiernach eine aus sämtlichen Land⸗ gemeinden des Kreises Gießen eingegangene Gesamt⸗ spende von 13 447,2 0 Mk. zu verzeichnen, die, abzüg⸗ lich der für die Anschaffung von 150 Paketen erwachsenen Auslagen in Höhe von 4992 Mk., an den Hessischen Landes⸗ verein vom Roten Kreuz abgeführt worden ist. Dieser wird die Gelder zur Unterstützung notleidender Gefangenen in Rußland durch Zuweisung von Barmitteln so verwenden, wie dies in dem in unserer Nr. 277 vom 24. l. Mts. ab⸗ gedruckten,Geldspenden des Roten Kreuzes für Gefangene in Rußland überschriebenen Artikel angedeutet wurde.

** Turnerisches aus dem Gau Hessen. Am nächsten Sonntag, nachmittags 2 Uhr, findet unter Leitung des Bezirksturnwarts P. Schüler eine Bezirksturn⸗ stunde in Wetzlar statt. Bei dieser Gelegenheit werden die noch rückständigen Diplome von dem Gauturnen auf dem Schiffenberg ausgegeben.

* Die Gießener Freilichtbühne im zwei⸗ ten Kriegsjahr. Unsere Freilichtbühne hat sich von den Kriegsläuften in ihrem Beruf ebenso wenig irre 8 lassen, wie ihre größere Schwester an der Süd⸗Anl; ie hat ebenfalls während zweier Kriegsspielzeiten durchgehal⸗ ten und darf mit Fug und Recht auf das Lob Anspruch er⸗ heben, manch großes und kleines Gegengewicht auf die eine Wagschale gelegt zu haben, als die Zeit gar zu sehr die andere, in der sich die Last des Tages befand, niederdrückte. Mit einem Künstlerabend zum Besten vergessener Krieger und im Anschluß daran mit der Bereitstellung einer statt⸗ lichen Liebesgabensendung krönte die Bühne vor einigen Tagen ihr Werk, und es mögen aus diesem Anlaß der ver⸗ flossenen Spielzeit ein paar Worte nachgesagt sein, die sicher⸗ lich die e der Freunde der Waldbühne fin werden. Daß es nicht leicht gewesen ist, mitten im Wechsel der Zeit den Betrieb aufrecht zu erhalten, liegt auf der Hand; denn von seiten des Stadttheaters, mit dem die Waldbühne sonst wohl gemeinsam den Gang durch die Sommersonntage gemacht hat, war naturgemäß eine größere Unterstützung diesmal nicht zu gewärtigen, da dasselbe mit seinen eigenen Schwierigkeiten vollauf zu tun hatte. So sammelte sich denn unter der nimmermüden Führung Prof. Dr. Bernbecks eine kleine, frohe Schar von Dilettanten, die viel Zeit und Mühe darauf verwandten, droben im Walde für ein paar Sonntagsstunden Zivilisten und nicht zuletzt feldgraue Freunde den Krieg vergessen zu machen. In welch erfreulichem Maße ihnen das gelungen ist, ist ihnen f ern an dieser Stelle attestiert worden, und daß es wirklich Hübsches war, was sie boten, bewies von Fall zu Fall die zahlreiche Teilnahme der Bürgerschaft. Unter der eifrigen und sachkundigen Leitung von W. W. Goettig wirkten zusammen die Namen seien voll 2 erkennung noch einmal genannt die Damen Gre Thessa Mulch, Agnes Vetters und die