Ausgabe 
(24.11.1915) 277. Erstes Blatt
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Aeroplane und Hydropflane Bahnlinie Dedeagatsch Badoma, besonders nach Se⸗ res, die von den Türken vor Ausbruch des ersten Balkankrieges als wichtige N 8 1 8 N 2. be ben Fabi Bombardeme jeb erfolglos, wur ädigt, konnte jedoch ee 1 7

Das rumänische Parlament.

Bukarest, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlicht einen königlichen Erlaß, durch den das Parlament für den 28. November zur ordentlichen Tagung einberufen wird.

Ein türkischer Erfolg. Konstantinopel, 23. Nov.(WTB. Nichtamklich.) Nach einem Telegramm aus Bagdad hat die türkische Artillerie an der Jrak⸗ Front ein drittes englisches Flugzeug zum Niedergehen gezwungen.

Aus Persien.

Petersburg, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphen⸗Agentur meldet aus Teheran: Unsere Feinde haben bei Kum von der 1 n= linie von Teheran nach Südpersien und In⸗ dien Besitz ergriffen.

Aus Buschir wird telegraphisch gemeldet, daß der eng⸗ lische Konsul und die Mitglieder der englischen Kolonie in Schiras verhaftet worden sind.

Teheran, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen⸗Agentur. Die telegra⸗ phische Verbindung mit Indien ist wiederher⸗

gestellt. Aus dem Reiche.

Zur bevorstehenden Reichstagstagung. Berlin, 24. Nov. Zur bevorstehenden Reichstags⸗ tagung bringen die Blätter aus derKöln. Ztg. die Mit⸗ teilung, daß der Reichstag bei seinem Zusammentritt die Vorlage des Reichsschatzamtes über die Vorbereitung des Kriegsgewinnsteuergesetzes vorfinden werde. Nach der Vorlage würden die Handelsgesellschaften verpflichtet werden, 50 Prozent ihres Kriegsgewinnes in Reserve zu stellen. Eine längere Rede des Reichskanzlers über die Lage der auswärtigen und inneren Politik wird erwartet. Es wird jedoch angenommen, daß sie erst nach dem Abschluß der Ausschußverhandlungen gehalten werden dürfte, die manches neue Moment zutage fördern möchten. Die Verhandlungen der sozialdemokratischen Fraktion des Reichs⸗ tages, die heute beginnen und weitere Tage in Anspruch nehmen werden, gewinnen ein besonderes Interesse dadurch, daß sich der Reichstagsabgeordnete David gegen denVor⸗ wärts wendet, in dem er in der Internationalen Korre- spondenz über die mehrfach erwähnten Aeußerungen des Sprechers der sozialdemokratischen Kammerfraktion in Paris, Renaudel, schreibt: Diese Sprache ist wahrhaftig klar und deutlich genug für jeden, der sich der Verpflichtung unserm eigenen Lande gegenüber bewußt ist, und es kann nur eine Antwort darauf geben: Solange die Franzosen an ihrem Zerschmetterungswillen festhalten und solange sie die Rückgewinnung Elsaß⸗Lothringens zur Vorbedingung ihres s vi machen, können sie auf ein Entgegenkommen unser⸗ seits nicht rechnen. DieVoss. Ztg. meint, die Mehrheit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion werde sicherlich mit David einverstanden sein. 5 5 Der der fortschrittlichen Volkspartei bhörige e Pachnicke tritt in derVoss. Ztg. dafür ein, daß unsere politischen Verbindungen wirtschaftlich verankert werden. Der Wille zur Erlangung dieses Zieles sei erwacht, das Gefühl der Zusammengehörigkeit durch die gemeinsamen Blutopfer verstärkt. Wir drängen uns den Oesterrei und Ungarn nicht auf, aber wir weisen die Hand nicht zurück, die sich uns von der Donau her ent⸗ 15 5 Es ist bedeutungsvoll, daß sich bereits vier große österreichische Handelskammern für den Gedanken einer wirtschaftlichen Einheit ausgesprochen haben. Die Stunde sei günstig und es gelte, diese Gunst noch während des Krieges auszunützen.

Die Lebensmittelversorgung.

Berlin, 23. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Der Beirat der Reichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise trat am Diens⸗ tag vormittag in seinem Ausschuß für Vieh, Fleisch, Wurst⸗ waren und Fische unter dem Vorsitz seines Präsidenten Dr. Kautz wieder zu einer zusammen. Die Ergebnisse der Viehzühlung vom 1. Oktober 1915 sind, wie mitgeteilt wurde, Durchaus befriedigend Hinsichtlich Rindvieh und Rindfleischpreise

wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß eine wesentliche Ster⸗ gerung nicht eintreten werde. Die Möglichbeit, die Preise für Rindvieh durch eine Verordnung zu regeln, wurde eingehend er⸗ örtert. Die Frage wurde indes als noch nicht geklärt betrachtet und weiterer Erörterung vorbehalten. Die Einführung von Höchstpreisen für Rindfleisch wurde als durchführ⸗ bar und zweckmäßig bezeichnet. Bei Besprechung der Schweine⸗ preise zeigte sich eine allgemeine Uebereinstimmung dahin, daß an den jetzigen Höchstpreisen festzuhalten sei Festgestellt wurde, daß der Höchstpreis für Schweinefleisch auch für die besten Sorten gilt. Die Erfahrungen mit der Einführung der fleisch⸗ und fett⸗ freien Tage wurde als erfreulich bezeichnet. Weiter wurde be⸗ kannt gegeben, daß die Festsetzung von Höchstpreisen für Wild un⸗ mittelbar bevorsteht. Für Süßwasserfische ser die Regelung in 5 während 3 Einführung von Höchstpreisen für efische Erwägungen schweben.

Berlin, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die Ver⸗ handlungen mit den Sachverständigen abgeschlossen sind, hat der Reichskanzler Höchstpreise für Wild festgesetzt. Diese be⸗ tragen für den Verkauf vom Jäger an den Händler mit Decke, Balg oder Federn für das Pfund bei Rot⸗ und Dammwild 9,60 Ml., Rehwild 0,70 M., Wildschweinen 0,55 M.; für das Stück bei Hasen 3,75 M., Kaninchen 1,00 M., Fasanenhähnen 2,50 M., Fasanenhennen 1,75 M. Die Kleinhandelspreise sind danach von den Gemeinden festzusetzen. Ihre oberen Grenzen hat der Reichs⸗ kanzler folgendermaßen bestimmt: Für das Pfund ber Rot⸗ und Damwild 1,40 M., Rehwild 1,80 M., Wildschweinen 1,10 M.; für das Stück bei Hasen mit Fell 5,00 M., ohne Fell 4,50 M.; Kaninchen mit Fell 1,60 M., ohne Fell 1,30 M.; Fasanenhähnen 3,50 M., Fasanenhennen 2,50 M.

Ein großes Werk der Eleltrizitätsversorgung für Bayern.

5 München, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Staats⸗ ministerium des Innern hat dem Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten heute einen ausführlichen Bericht über den Stand der Arbeiten zur Durchführung des Walchen⸗See⸗

beständig die Straße und

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vorgelegt. Der Bericht stützt sich im wesentlichen auf Erhebungen und 5 über die rationellste und billigste Art der Clektrizitätsversorgung für Bayern, die von dem Reichsrat Herrn v. Miller, dem Gründer des Deutschen Museums vorgenommen worden find. Danach erachtet das Ministerium eine Wehranlage bei Krünn als die zweckmäßigere. Zur Verwertung der Walchensee⸗ kraft soll eine eigene Gesellschaft, dasBayernwerk, er⸗ richtet werden, das zugleich auch einen Zusammenschluß der großen Kraftwerke im rechts rheinischen Bayern vorsieht. Als Strom⸗

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werkes zur Versorgung von ganz Bayern mit Elektrizität kenpfl

und gemeindliche Versorgungsgebiete in Betracht. Die Gesellschaft Bayernwerk' hätte für ein 100 000 Voltnetz mit Zubehör den Be⸗ trag von rund 31 Mill. M. aufzubringen. Die Hälfte davon könnte in festverzinslichen Anleihen begeben werden, während etwa 15 Mill. als Gesellschaftskapital verblieben. Die Teilhaber der Gesellschaft würden bilden: Der Staat, die Ueberlandwerke und die Städte, welche sich mindestens mit Kapitalien beteiligen können, welche sie für eine Erweiterung ihrer eigenen Kraftwerke ersparen, und die an der Ausführung des 100 000 Voltnetzes beteiligten Firmen mit einem Teil der ihnen zufallenden Baukosten. Bei einem jährlichen Gesamtverbrauch von 630 Millionen Kilowatt⸗ stder in den nächsten 10 Jahren sicherlich erwartet werden könne, werde durch den Zusammenschluß in einBapernwerk gegenüber der Einzelversorgung durch getrennte Stromerzeugungs⸗ anlagen eine jährliche Ersparnis von 4,2 Millionen Mark erzielt werden. Der Bericht der Regierung schließt, daß das Ministerium des Innern in Uebereinstimmung mit dem Finanz⸗ und Verkehrs⸗ ministerium mit diesen Grundzügen des Vorschlages des Reichs⸗ rates von Miller einverstanden ist. Das Hauptinteresse des Staa⸗ tes an dieser Gründung bestehe darin, daß durch dasBayern⸗ werk die Stromerzeugung des ganzen rechtsrheinischen Bayern

Maße dazu beitrage, der nach dem Kriege aufstrebenden Industrie und Landwirtschaft bedeutungsvolle Vorteile zu sichern.

Der Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten begann in seiner heutigen Sitzung bei der Beratung des Etats der Staats⸗ bauverwaltung bereits mit der Beratung des ganzen Projektes.

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Karlsruhe, 23. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Badische Landtag ist heute vormittag 912 Uhr von dem Präsidenten des Staatsministeriums, Staatsminister v. Busch, im Auftrage des Großherzogs mit einer Ansprache eröffnet worden. Aus dieser geht hervor, daß die Regierung in einer zweiten Denkschrift über die durch den Krieg bedingten Maßnahmen Rechenschaft geben wird. Ferner werden dem Landtag einige kleinere Gesetzesvor⸗ lagen, darunter eine solche über Niederschlagung von Straf⸗ verfahren gegen Kriegsteilnehmer, zugehen. Dank der guten Ordnung der Finanzen und der reichlich vorhandenen Rück⸗ lagen zur Zeit des Ausbruchs des Krieges ist es gelungen, bis jetzt allen Anforderungen ohne wesentliche Schädigung gerecht zu werden. Der Voranschlag nimmt auf die beson⸗ deren Kriegslasten keine Rücksicht. Ihre Behandlung soll vielmehr außerhalb des Etats mit Hilfe eines besonderen Kriegskredits erfolgen. Es ist nicht gelungen, im gegen⸗ wärtigen Voranschlag Einnahmen und Ausgaben auszu⸗ gleichen. Zur teilweisen Deckung des Fehlbetrages schlägt die Regierung nach dem Vorgang anderer Staaten eine Ver⸗ mehrung der Einnahmen durch eine angemessene Er⸗ höhung des bisherigen Erhebungssatzes der Einkom⸗ mensteuer unter Freilassung der untersten Steuerstufen vor. Nach Beeidigung der neueingetretenen Mitglieder beider Kammern erklärte der Staatsminister den Landtag für eröffnet, worauf die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Großherzog auseinanderging.

Im felde

erwarten unsert Angehörigen den regelmäßigen Eingang des heimat- blattes. um cine unterbrechung in der zustellung zu vermeiden, wolle man

len feldpost⸗Beæaug

des bießener Anzeigers fur nlonat dez.

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Alle Postamter nehmen die Bestellung entgegen. der monatliche Bezug be⸗ trägt Mk. 1.17 einschließlich der Um⸗ schlag⸗ Gebühr. Außerdem vermittelt dic Bestellungen wie bisher auch die

Ceschaftsstelle des Gießener Anzeigers

Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. November 1915.

Zweiter Tätigkeitsbericht des Hessischen Landes vereins vom Roten Kreuz. 5

Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz veröffentlicht in diesen Tagen den zweiten Bericht über seine Tätigkeit im Krieg, umfassend im wesentlichen die Arbeiten der Monate März bis Oktober dieses Jahres. Aus dem umfangreichen Bericht entneh⸗ men wir die folgenden wesentlichsten Angaben:

Die hauptsächlichste Sorge in den Berichtsmonaten war wieder⸗ um die Bereitstellung und Bereithaltung von Pflegepersonal jeder Art für Etappen⸗ und Heimatgebiet, sowie die Vermehrung der Zahl der Lazarette und der Betten in ihnen. Die Zahl der ausgebildeten Helferinnen hat sich um 184 vermehrt. 360 Hel⸗ ferinnen konnten im ganzen zu Hilfsschwestern ernannt werden, so daß am 1. Oktober 833 Helferinnen und 537 Hilfsschwestern vom Roten Kreuz, zusammen also 1370 ausgebildete Personen, zur Verfügung standen. Krankenpfleger und Krankenträger wurden zusammen 183 neu ausgebildet. Von dem gesamten ausgebildeten Personal wurden 132 Kranfenpfleger, 32 Krankenpflegerinnen in das Etappengebiet geschickt. Zurzeit sind 395 Krankenpfleger und 186 Krankenpflegerinnen, zusammen also 581 Personen, im Etap⸗ pengebiet verwendet. In dieser Zahl sind enthalten 10 Schwestern, die in ein deutsches Lazarett nach Konstanttnopel entsandt worden sind. Im Heimatgebiet waren am 1. September d. J. 174 Kran⸗ eger, 1110 Krankenpflegerinnen, 17 Laborantinnen, 192 Köche und Köchinnen, 807 Krankenträger, 121 Leute des Depot⸗ personals, einschließlich Schreiber, 16 Desinfektoren und 474 son⸗ stige Personen, im ganzen rund 3000 Personen tätig. Die Zahl der Vereinslatzarette ist auf 63 mit 3785 Betten gestiegen. Die Zahl der verpflegten Personen betrug rund 25 000 mit weit über 1 Million Verpflegungstagen. An Lazarettkosten, die zum größten Teil von der Militärverwaltung wieder ersetzt werden, sind seit Kriegsbeginn mehr als 2 600000 Mark ausbezahlt. An Liebesgaben wurden seit Beginn des Krieges Gegen⸗

10 kommen München, die bereits in Bayern bestehenden Abellunb⸗ und Groß kraftwerke, sowie sonstige Elektrizitätswerke

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stände im Werte von über 2 Millionen ins Feld und in die Laza⸗ rette geschickt. Auch die Flotte wurde daber nicht vergessen; kriegs⸗

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wesentlich verbilligt wird und daß hierdurch der Staat in hohem 9

und zivilgefangene Hessen in Frankreich sowie in England en beschenkt und Spenden im Werte von 60 000 Mark wurden an die in Rußland Gefangenen geschickt. Auch die notleidenden Ostpreußen und Elsässer wurden bedacht. Den im Osten stehenden Divisionen gingen 5 Krankenkraftwagen zu, von denen jeder vier liegende Kranke oder Verwundete oder auch eine größere Anzahl Leicht⸗ verwundeter befördern kann. Ebenfalls für die im Osten kämpfen⸗ den Tivisionen wurden Bade⸗ und Desinfektionswagen beschafft, die den Divisionen im Laufe des Sommers zugingen.. 5

Auch auf dem Gebiete des Unterstützungswesens hat der Landesverein wohltätige Arbeit geleistet. N

Der Vereinslazarettzug 1 1 hat bis 1. Oktober d. J. 32 Reisen mit insgesamt 32 310 Kilometern befahrener Strecke zurückgelegt und auf diesen Fahrten an Verwundeten und Kranken 279 Offiziere, 7431 Mannschaften, zusammen also 7710 Personen in die Lazarette der Heimat zurückverbracht, während der Vereins⸗ lazarettzug O0 3Großherzogin von Hessen, zu dem die g durch die von der evangelischen Landeskirche veranstalteten Samm⸗ lungen aufgebracht worden waren, in 16 Fahrten ungeführ die Hälfte der vorangegangenen Mannschaften beförderte. Zur Nach⸗ forschung nach Vermißten und zur Fürsorge für Gefangene hat der andesverein eine neue, besondere Abteilung für Vermißten⸗ ermittlung und Gefangenenfürssor ge eingerichtet, unter der die 7 Bezirksgusschüsse im Lande ersprießlich arbeiten. Ein be⸗ sonderer Ausschuß für Unterricht und berufliche Fortbildung von Kriegsbeschädigten nahm sich der Sorge für diese durch Veranstaltung von belehrenden und unterhaltenden Vorträgen, praktische Unterweisungen, Führungen durch Museen, gewerbliche Betriebe usw. an. 5.

Die Aufwendungen, die der Landesverein für alle voran⸗ geführten Aufgaben gemacht hat, belaufen 1 bis jetzt auf nahezu 500 000 Mark. Insgesamt wurden der Kasse des vereins 1283000 Mark zugeführt. Der Bericht macht aber auf die ernste Tatsache aufmerksam, daß die Spenden an Na⸗ turalien zurzeit, im Gegensatz zu den ersten Kriegsmonaten, weit hinter dem Bedarf an Liebesgaben für das Feld und die Lazarette zurückbleiben, und daß für Anschaffung solcher Liebes⸗ gaben deshalb demnächst viele Hunderttausende von Mark wer⸗ den ausgegeben werden müssen, daß ferner ein großes Betriebs⸗ kapital für die vorschußweise Zahlung der Lazarettpflegekosten an die Vereinslazarette notwendig sei, und daß die Aufgaben ins⸗ besondere nach Beendigung des Krieges ebenfalls erhebliche Sum⸗ men notwendig machten. Interessant ist auch die Feststellung, daß im rrege 18 70 bis Ende Mai, also in rund 11 Monaten, vom Hilfsverein(früherer Name des Landesvereins) und vom Alice-Frauenverein zusammen rund 1800 000 Mark gesammelt worden waren, also nahezu anderthalbmal so viel wie in den 14 Monaten des diesmaligen Krieges, über die der Landesverein berichtet. Der Geschäftsbericht schließt mit einem warmherzigen Aufruf an die Bevölberung, sich rege an den kommenden Opfertagen zu beteiligen. 9 8 1

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Ausbau gemeinsamer Arbeitsübernahme durch

das Handwerk.

Es ist bekannt, daß das fortgesetzte Bestreben der Hand⸗ werksvertretungen bereits zahlreiche Verbesserungen in den behördlichen Vergebungsvorschriften gebracht hat. Auch die Versuche, durch gemeinsame Uebernahme größerer Aufträge dem Handwerk Arbeitsgelegenheit zu bringen, zeitigten recht gute Ergebnisse, wie vor allem in den größeren Städten beobachtet werden kann, in denen die durch langjährige Er⸗ fahrungen geschulten Innungen und Vereinigungen sich seit langem in dieser Weise betätigten.

Hieraus ergaben sich die eee g zu örtlichem fachlichem Zusammenschluß e und wäre es besser um das n bei Kriegsbeginn bestellt gewesen, hätten die Ermahnungen größeres Verständnis gefunden. Sah sich doch auch das Handwerk plötzlich vor neue, große Aufgaben gestellt, be⸗ sonders als die Heeresverwaltung dazu überging, bei Be⸗ schaffung, von Ausrüstungsgegenständen nach Möglichkeit Selbsthersteller heranzuziehen, wobei möglichst weite Kveise des werktätigen Volkes berücksichtigt werden sollten. Um dies verwirklichen zu können, ohne eine allzu starke Ar⸗ beitsbelastung der militärischen Stellen herbeizu 1 mußte die Heeresverwaltung bei Vergebung handwerklicher Erzeugnisse die korporative Betätigung des Handwerks als Voraussetzung der Auftragserteilung fordern. Wie im ganzen Deutschen Reich, war es auch in Hessen die Handwerkskammer, die sich bemühte, die vielfach mangelnde Organisation zu ersetzen. Sie übernahm die Auf⸗ träge und brachte sie gemeinsam mit der Hessischen Hand⸗ e ee e A.⸗G. in zweckmäßiger Weise durch das Handwerk zufriedenstellend zur Erledigung. Die hierbei allgemein gesammelten Erfahrungen haben erneut gezeigt, daß das Handwerk befähigt ist, Lieferungen großen Umfangs zu übernehmen, wenn es ihm nur gelingt, sich in eine zweckmäßige Organisationsform esche eee beschästigt daher 55

ie Organisationsfrage beschäftig zurzeit 5 alle die Stellen, denen die Hebung des e 8 Berufs⸗ oder freiwillige Aufgabe zusteht. Der deutsche Hand⸗ werks⸗ und Gewerbekammertag Hannover hat gemeinsam mit verschiedenen wirtschaftlichen Verbänden ätze hierüber aufgestellt und empfiehlt, innerhalb der Handwerkszweige die Gründung von örtlichen Lieferungs⸗ vereinigungen, Landes⸗Lieferungsverbänden auf genossen⸗ schaftlicher Grundlage, die wieder in besonderen Zentralen für das Deutsche Reich zusammengefaßt werden sollen. Die Bearbeitung der Organisation innerhalb der Hand⸗ werkskammerbezirke soll an Hand dieser Richtlinien unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse erfolgen.

Die hessische Handwerkskammer steht nach ein⸗ gehender Beratung auf dem Standpunkt, daß es zurzeit gilt, die wirtschaftlichen Fragen gemeinsam mit den zur Hebung des Handwerks unerläßlichen Bestrebungen ideeller Natur zu behandeln. Auf Grund gesammelter Erfahrungen soll auf dem seither befolgten Wege weiter gearbeitet, d. h. vor allem der örtliche fachliche Zusammenschluß der einzelnen Handwerkszweige weiter empfohlen werden. Diese örtlichen Korporationen haben die Tätigkeit der Liefe⸗ rungsvereinigungen auszuüben. Die Handwerker⸗Zentral⸗ genossenschaft als Verbindungsstelle der Handwerkskammer übernimmt die Funktionen der Lieferungsverbände. Den Korporationen wird empfohlen, als Aktionär in die Hand⸗ werker⸗Zentralgenossenschaft einzutreten. Den für die ein⸗ zelnen Handwerkszweige für das Reich zu errichtenden zen⸗ tralen Stellen soll beigetreten werden. Durch Verbindung der bestehenden und sich bildenden handwerklichen Korpo⸗ rationen und der genossenschaftlichen Einrich läßt sich dieser Organisationsplan in erfolgversprechender Weise für das hessische Handwerk regeln. Bei dem 6 dig größerer Heschäftsgewandtheit und n erbringt diese Organi⸗ sation dem Handwerk größere Vorteile, ohne ihm nennens⸗ werte finanzielle Belastungen aufzuerlegen. 5

Diesen unter Berücksichtigung der hessischen Verhältnisse aufgestellten Vorschlägen ist der Aufsichtsrat der Hessischen Handwerker⸗Zentralgenossenschaft- und Großh. Zentralstelle für die Gewerbe beigetreten. Hoffentlich 5 1 7 33 Best

bungen Beachtung und Verständnis in H