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*Der Geburtstag des Großherzogs wird nuch in diesem Jahre ohne alles äußere Gepränge vorüber⸗ gehen, wie es dem Geiste der Zeit eutspricht. Im Stadt⸗ theater wird man des Tages mit einer Festvorstel⸗ lung gedenken, die Laubes„Karlsschüler“ bringt. Eingeleitet wird die Vorstellung durch Beethovens Egmont⸗ Ouvertüre, die die Kapelle des Ersatzbataillons Infanterie⸗ Regiments 116, unter Leitung von Musikmeister Bruno Herrmann zum Vortrag bringen wird. Oberbürger⸗ meister Keller wird eine kurze Ansprache an die Bürger⸗
schaft richten, die hoffentlich recht zahlreich erscheinen wird, E
um dem doppelten Zweck des Abends Rechnung zu tragen: Er gilt einmal der er des Großherzogs, und ferner ist sein Reinertrag zu einer Weihnachtsgabe für unsere Krieger bestimmt. Die Geburtstagsparade des Regiments muß in diesem Jahre natürlich wieder unterbleiben. Das Ersatz⸗ Bataillon wird gemeinsamen Kirchgang halten.
** An den bevorstehenden Opfertagen, am 25. und 26. November, wird auch die Kapelle des Land⸗ sturm⸗Ersatzbataillons von 3 Uhr nachmittags an auf dem Lindenplatz konzertieren.
** Geldspenden des Roten Kreuzes für Ge⸗ fangene in Rußland. Vom hessischen Landesverein vom Roten Kreuz geht uns folgendes Schreiben zu:„Die unlängst auf Veranlassung des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz veranstaltete Sammlung von Geld- mitteln zugunsten derdeutschen Gefangenen in Rußland hat, wie schon mitgeteilt, ein recht erfreuliches Ergebnis gehabt, über das demnächst genauerer Bericht erstattet werden soll. Nach lien en von 1650 Liebesgabenpaketen im durch⸗ schnittlichen Werte von etwa 35 Mark wird ein nicht un⸗ erheblicher Geldbetra 21 85 bleiben, der in der Haupt⸗ sache dazu verwendet herben soll, notleidende Gefangene in Rußland noch besonders durch Zusendung barer Geld⸗ mittel(durchschnittlich etwa 20 Mark) zu unterstützen. Zu diesem Zwecke fordern wir die bedürftigen An⸗
ehörigen von deutschen Gefangenen in Rußland auf, pätestens bis zum 5. Dezember d. J. bei dem zuständigen Vezirksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche die für eine Unterstützung in Betracht kommenden Gefan⸗ genen in Rußland genau nach Vor⸗ und Familiennamen, Regimentszugehörigkeit, militärischem Dienstgrad und Auf⸗ enthaltsort(Gefangenenlager) in Rußland anzuzeigen. Zuständig ist der Bezirksausschuß für vermißte und kriegs⸗ gefangene Deutsche in Darmstadt für die Kreise Darmstadt, Dieburg, Erbach und Groß⸗Gerau, derjenige in Offenbach für den Kreis Offenbach, derjenige in Heppenheim für die Kreise Heppenheim und Bensheim, derjenige in Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten, derjenige in Friedberg für die Kreise Friedberg und Büdingen, derjenige in Mainz für die Kreise Mainz, Bingen und 19 5 5 885 und derjenige in Worms für die Kreise Worms und Alzey.“ 9
* Vortragsabend. In der kleinen Aula wird morgen abend 8½ Uhr Sahriftsteller Faelsch-Rogewi über die Kar⸗ pathen, Galizien und die Bukowina sprechen. Auf diesen vom Kaufmännischen und vom Ortsgewerbe⸗Verein veranstalteten Vor⸗ trag machen wir noch einmal besonders aufmerksam.
5 8 oder Militär gemeinde? Ein
Frankfurter mter, der zu Kriegsbeginn als Offizier einberufen wurde, verlangte vom Tage seiner Einberufung ab seine Befreiung von der Kirchensteuer weil er nach der Verordnung vom 19. Oktober 1904 zur Militär⸗
gemeinde gehöre und während des Krieges aus der Kirchen⸗
gemeinde ausgeschieden ei. Die Kirchengemeinde vertrat
jedoch den Standpunkt, daß der Beamte trotz seiner Zu⸗ ee un m Militär noch Mitglied der Kirchengemeinde leibe und 1 auch die Kirchensteuer zu entrichten habe. Das Oberverwaltungsgericht, bei dem die Entschei⸗ dung der interessanten Frage anhängig gemacht wurde, gab der Kirchengemeinde recht.
* Ein aufregender Vorfall trug sich gestern nachmittag auf der Ludwigstraße zu. Die Pferde eines Rollfuhrwerkes waren scheu geworden und rasten mit dem Wagen die Straße hinunter gerade auf eine Gruppe Kanal⸗ arbeiter zu, die an einer Kanalöffnung beschäftigt waren. Diese taten geistes gegenwärtig Nächstliegende; Sie warfen den Gäulen kurzerhand die Drahtleine, mit der sie arbeiteten, über die e. Der eine Durchgänger kam dabei zu Fall, und die wilde Jagd fand ein Ende, glück⸗ licherweise ohne zu weiterem Schaden geführt zu haben.
n Winterschutz im Ziergarten. Je nach dem Wetter, jedenfalls nicht zu früh, muß man im Ziergarten für Eindecken der empfindlichen Pflanzen sorgen Für Rosen ist der 1 Frostschutz das Bedecken mit Erde. Wenn 25 s Frostes die Rosen das Laub abgeworfen haben, so ckt man die Buschrosen etwa 25 bis 30 Zentimeter je nach der Größe der Büsche, mit Erde. Die herausragen⸗ den Aeste und Zweige können erfrieren, da sie ohnedies im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Die Hochstämme biegt man vorher vorsichtig auf den Boden und hakt sie fest, um sie gleichfalls mit Erde zu bedecken. Auch Rhododendren,
een und Kirschlorbeer bedürfen eines Schutzes; weniger wegen der Kälte als wegen des Glatteises und Rauhreifes. Man baut ein leichtes gen⸗ oder Lattengerüst um und über die Gruppen, worauf Tannenreisig gedeckt und mit Weiden befestigt wird. Auch Sackleinen und Matten erfüllen diesen Zweck, wirken aber unschön. Empfindliche Stauden oder Gräser werden leicht mit frischem Laub bedeckt, über welche noch einige Tannenzweige gelegt werden. Auch die
eineren Ziergehölze werden mit Tannenreisig umhüllt.—
ei günstigem Wetter 9 sich ein leichtes Umgraben der Blumen⸗ und Erdbeerrabatten, wodurch dem Unkraut sehr gestenert wird.
* Forellen billiger. Wohl wird noch immer Geld für Austern, Steinbutt und andere feine Gerichte, die aus dem Auslande stammen, ausgegeben, den Genuß von Forellen aber scheint der größte Teil des bemittelteren Publikums für einen un⸗
verzeihlichen Luxus zu halten. Infolgedessen sind unsere Forellen⸗ züchter, die schon durch die Unterbindung der Ausfuhr nach Frank⸗ reich und dem Mangel an Futtermitteln empfindlich zu leiden haben, in eine Notlage gekommen. Um den Absatz wieder zu be⸗ leben und nicht dauernd große Bestände weiter füttern zu müssen, hat sich eine große Zahl von Forellenzüchtern bereit erklärt, so⸗ wohl kleine Post⸗ wie Bahnpakete frisch geschlachteter, fertig aus⸗ genommener Forellen zum Preise von 2 bis 3 Mark für das Pfund— gegen 3 bis 5 Mark früher— direkt an eine Haus⸗ haltung für eine oder mehrere Familien, die gemeinschaftlich be⸗ ziehen wollen, zu versenden. So ist es den Hausfrauen möglich, ein vorzügliches, äußerst gesundes Gericht von 3 bis 4 Fischen zu diesem verhältnismäßig sehr billigen Preise zu bereiten. Auch erden Warenproben von 2 Fischen in wasserdichten Rollen ver⸗
sandt. Die Adressen der liefernden Fischzuchtanstalten weisen die.
Landes⸗ und Provinzialfischereivereine nach.. 5 Landkreis Gießen.
a„ Reiskirchen, 24. Nov. Die goldene Hochzeit
feiert morgen(25. Nov.) unser Mitbürger Heinrich Schomber und seine Frau Marie, geb. Peter. Der Ehejubilar steht seit der im Jahre 1891 erfolgten Gründung der hiesigen Spar⸗ und rlehnskasse dieser als Direktor vor; die besten Wünsche Mitglieder der Kasse, sowie der übrigen Einwohnerschaft be- belpaar auf seinem ferneren Lebenswege.
5 Ju
Du
Kreis Schotten.. —Schokten, 23. Nov. Die Eisenbahndirektion, zu Frankfurt a. M. hat gegen vier hiesige und zwei Besitzer, die sich weigern, das für die Bahnhofserweiterung Schotten erforderliche Gelände zu Verfügung zu stellen, das Ente i g⸗ nungs verfahren eingeleitet. Es handelt sich um etwa 3200 Quadratmeter.
Starkenburg und Rheinhessen. + Darmstadt, 24. Nov. Eines der ältesten Mit lieder der Stadtverordneten-Versammlung, Stadtverordneter Philipp Wittmann, ist Sonntag nach längerem Leiden gestorben. Er war u. a. Ehrenvorsitzender des Verbandes hessischer Zimmerer und des Verbandes Darmstädter Zimmermeister.
Offenbach a. M., 24. Nov. Ein tödlicher Unglücks⸗ fall trug sich hier in der Karlstraße zu. Dort stieß ein Kohlen- fuhrwerk mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Der Anprall war so heftig, daß der Kohlenwagen zur Seite fiel und einen Laternenpfahl eindrückte. Infolge des Anpralles wurden der Wagen; besitzer und sein 12jähriger Sohn herabgeschleudert. Der Junge wurde im gleichen Augenblick von der Straßenbahn erfaßt und auf der Stelle getötet. Sein Vater kam mit dem Schrecken
davon. Hessen⸗Nassau. f
Marburg, 23. Nov. Vergangene Nacht stellte sich so starker Frost eins daß heute früh die Lahn eine Eisdecke zeigte.— Der kürzlich hier ins Leben gerufene Oausfrauenverein hat schon nahe an 1800 Mitglieder.— Die Stadtverordneten be⸗ willigten zum Ankauf von Zigarren und Tabak für Weih⸗ nachtsliebesgaben für die in Marburg aufgestellten Ba⸗ taillone 1000 Mark.— Die Stadt Marburg kaufte 65 Tonnen Hochsee⸗Vollheringe, die bei 12 Kaufleuten zum Preise von 16 Pfg. das Stück, mit Verpackung 18 Pfg., abgegeben werden. Ferner verkauft die Stadt Zwiebeln, das Pfund 18 Pfg.
Usingen, 23. Nov. König Ferdinand von Bulgarien hat der hiesigen Stadtverwaltung auf ein ihm zugesandtes Huldigungsschreiben folgendes Tele⸗ gramm zugehen lassen:
Sofia, Palais, 20. Nov.
Der treue Gruß der meinem Herzen nahestehenden Bür⸗ ger von Usingen langte heute an mich. Wie oft seit nun⸗ mehr 10 Jahren 8 meine Gedanken an den lieblichen Ufern der Usa, bei den alten Tannen, die Walrads Denk⸗ mal umgeben, bei Euch, die Ihr einst dem Wanderer mit deutscher Gastlichkeit begegnet. Von Herzen sage ich allen Bürgern Usingens wärmsten Dank, unserer gemein⸗ samen heiligen Sache so innigen Anteil zu widmen. Der Geist des großen Walrad hilft weiter.
Ferdinand, R.
vermischtes. Schweres Unwetter in Sizilien.
Rom, 23. Nov.(WTB. Nichtamtl.) Der„Messagero“ meldet aus Palermo: Sintflutartige Regengüsse verursachten in ganz Sizilien schweren Schaden, beson⸗ ders in den Provinzen Trapani, Girgenti und Catania. Wirbelstürme entwurzelten starke Bäume, stürzten Mauern um und beschädigten die Häuser. In Mazzara und den umliegenden Feldern wurden bedeutende Verheerungen angerichtet. Girgenti steht unter Wasser. Die Bevölkerung ist geflohen, mehrere Menschen sind umgekommen. Die Bahn⸗ linie Syrakus—Canicatti ist unterbrochen. Die hochgehende See und das anhaltend schlechte Wetter erschweren die Hilfs— arbeiten, die die bürgerlichen und militärischen Behörden an Ort und Stelle sofort eingeleitet haben. ö
Die„Agenzia Stefani“ berichtet: Der Wirbelsturm, der Sizilien verheerte, hat auch in Burgio großen Scha⸗ den angerichtet. Zwei bedeutende Weinlager und eine benach⸗ barte Kaserne sind eingestürzt. Opfer an Menschenleben sind nicht bekannt geworden.
Bern, 23. Nov.(WTB. Nichtamtl.) Ueber den Wirbel⸗ sturm auf Sizilien wird gemeldet: In Licota wurden Neugierige, die von einer Brücke aus den angeschwollenen Fluß Solso beobachteten, mit der Brücke in die Fluten ge⸗ rissen. Etwa 100 Personen sind ertrunken. In Trapani ist eine Landsturmkaserne eingestürzt..
*
»Italienische Columbus⸗Feier in Amerika. Die Italiener in New Pork, die in anderen Jahren den Tag der Entdeckung Amerikas mit einem großen Fest begingen, mußten sich jetzt im Kriege mit einer kleineren Feierlichkeit begnügen. Wie die „Perseveranza“ berichtet, versammelten sich die italienischen Gesell⸗ schaften in den Parks und ehrten den großen Italiener durch Wett- spiele. Die Hauptversammlung fand im Centralpark statt, wo sich mehr als eine halbe Million Zuschauer eingefunden hatten. Die Hauptattraktion war eine Vorstellung mit dem vielversprechenden Titel„Die Eroberung Amerikas“. Der Darsteller des Columbus, der außerordentlich naturgetreu aussah, hatte ein Gefolge von Kindern in Kostümen der Zeit. Dann kamen Indianer und hinter diesen wieder 40 fahnentragende Kinder. Das Programm bestand in einem Tanz der Indianer vor Columbus, der gerade ans Land steigt, worauf der Treuschwur auf die Fahne und ein Tanz der Kinder folgten.
Büchertisch. —„Welcherlei Versorgungsansprüche
dem r seinen Familienangehö⸗ rigen und Hinterbliebenen zu!“(Alber Buchverlag, Stuttgart, geh. 40 Pfg.) Es ist ein ge⸗ meinverständliches Auskunftsbüchlein, ein wichtiger Bestandteil der „Tornisterbücherei“. In aller Kürze, aber auch in aller Klarheit gibt der sachmännische Verfasser(Kanzleirat Ströhmfeld, Ab⸗ teilungsvorstand bei der Versicherungsanstalt) unter Anfügung von Tabellen und zahlreichen Beispie en Anleitung über das Wesen und die Erlangung von Familienunterstützung Einberufener, Auf⸗ wandsentschädigung söhnereicher Familien, Kriegsbeihilse für Wöchnerinnen, Militärrenten, Verstümmelungszulagen, Kriegs- witwen⸗ und Waisengelder, einmalige Zuwendungen an Kriegs⸗ witwen und Waisen, Kriegselterngeld, außerordentliche Fürsorge⸗ maßnahmen, Rente und Zivileinkommen, Renten und Ansprüche auf Grund der Reichsver de i und der Angestellten⸗ versicherung. Wertvoll sind die Winke über die Anmeldung der Ansprüche und den Rechtsweg, auch sind bie neuesten, auf die letzten Reichstagsverhandlungen im August d. Is. ergangenen Ver⸗ fügungen und Maßnahmen darin aufgenommen. Ein Sachregister erleichtert das Nachschlagen. 5
Märkte.
te. Frankfurt a. M., 24. Nov. Schweinemarkt. Auf⸗ getrieben waren 135 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiiogramm Lebendgewicht 108,00—00,00 Mk., Voll⸗ fleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 78,00- 93,00 Mk., Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118 bis 118,50 Mk., Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebend⸗ gewicht 129,00— 00,00. Geschäft flott, geräumt.
fe. Frankfurt a. M., 22. Nov. rucht⸗ und Futter⸗ mittelmarkt. Schwacher Besuch, kleines Angebot. Tendenz sest. Nur Leinkuchen zu 7879 Mk. und Kleie zu 5153 Mk. für 100 Kilo waren angeboten. In Getreide ketn Angebot.— Da das Angebot aus Hessen und Oberhessen durch die Ausfuhrverbote noch fehlt und nach anderer Ware nur geringe Nachfrage herrschte, war
das Geschäft ruhig.
* Monatl. Uebersicht der Todesfälle in der Stadt Gießen. Monat Oktober 1915. 18 Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszisfer; 24,97% Nach Abzug von 39 Ortsfremden: 11,12 ½
Er⸗ Kinder Es starb us. 5. bis starben an Zul. wachsene en v ges. 48a. Angeborener Lebensschwäche 2 0— 20 0— Altersschwäche 7(5) 7(5)—— Folgen des Kindbetts 1(¹ 100—— Diphtherie 6(5)—— 6() Rose 1() 1(‚)—— Lungentuberkulose 6(3) 5(3)— 1 Lungenentzündung 6(I) 2 2 2(I) anderen Krankheiten der Atmungsorgane 1() 1(ö)—— Krankheiten des Herzens usw. 7(3) 7(3)—— Gehirnschlag 4 4—— anderen Krankheiten des Nervensystems 3(2) 3(2)—— Magen⸗Darmkatarrh 1— 1— anderen Krankheiten der Verdauungsorgane 5(4) 4(3)— 100 Krankheiten der Harnorgane 3(1) 3(1)—— Krebs und anderen Neu- bildungen 11(68 11(08)—— Verunglückung 4(2) 2(2)— 2 anderen Todesursachen 2(I)— 2(I)— Summa; 70(39) 5 r 7
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 25. Nov. 1915: Wechselnd bewölkt, nur leichte Niederschläge, keine Temperatur-
Letzte Nachrichten.
Die Flucht der serbischen Regierung.
Berlin, 24. Nov. Zur Flucht der serbischen Regie⸗ rung nach Saloniki heißt es im„Berliner Tageblatt“: Aehnlich wie die belgische Regierung sucht nun auch die ser⸗ bische Regierung ein schützendes Exil auf. Der Unter⸗ schied besteht aber darin, daß die belgische Regierung bei ihrem Bundesgenossen in Havre ein Asyl gefunden hat, wäh⸗ rend die serbische Regierung, einstweilen wenigstens, in dem neutralen Griechenland sich niederlassen will. Sollte sie nicht die Absicht haben, sich in Saloniki nach einem anderen Zu⸗ fluchtsort einzuschiffen, so würde ihre Anwesenheit dort für die Griechen eine neue Unbequemlichkeit bedeuten.
In Monaftir.
Lugano, 24. Nov. Magrini berick 155 vember aus Kraljewo dem„Secvlo“: Die französischen Marinefoldaten aus Belgrad sind gestern nach Marsch von Nisch über Kraljewo, Mitrovitza und Albanien und trotz der schwersten Strapazen in Monastir eingetroffen. Von den englischen Marinesoldaten fehlen noch alle Nachrichten. In
Monastir ist eine Panik ausgebrochen. Manerwartet jeden
Augenblick das Einrücken der Bulgaren. Die Ser⸗ ben scheinen sich von Babuna südöstlich auf Morilovo zurück⸗ gezogen zu haben, um den Versuch zu machen, sich mit den west⸗ 5 des Varbar stehenden Franzosen zu vereinigen. Man glaubt, daß die Bulgaren nach der Besetzung von Monastir sich nach Resno wenden werden. Nachrichten aus Albanien besagen, daß im Lande vollständige Ruhe herrsche.
Der Zar bei den Truppen in Bessarabien.
Bukarest, 24. Nov. Blättermeldungen zufolge trug der gestrige Empfang des Zaren in Reni einen volkstüm⸗ lichen Charakter. Man ließ die Volksmenge in aller Freiheit an dem Empfange teilnehmen. Aus Reni begab sich der Zar nach Ismail. Reni ist in ein großes Militärlager umgewandelt. Im Hafen sind 200 Schlepper voll vorzüglich ausgerüsteter Soldaten. Im Laufe des gestrigen Tages war der Dampferverkehr zwischen Galatz und Reni unterbrochen.
Rückberufung der griechischen Offiziere. Rotterdam, 24. Nov. Dr. Dillon meldet dem„Daily Telegraph“ aus Rom, daß die dortige öffentliche Meinung die Haltung Griechenlands als beunruhigendansieht. Die kürzlich erfolgte Zurückberufung sämtlicher griechischen Offiziere aus dem Auslande, die Verstärkung des griechischen Generalstabes in Sa⸗ loniki und anderes seien als ominöse Zeichen zu deuten.
Ein englisch⸗russischer Geheimvertrag gegen Rumänien und Bulgarien.
Budapest, 24. Nov. Die Bukarester Blätter veröffent⸗ lichen einen bisher unbekannt gebliebenen Geheimvertrag zuungunsten Rumäniens und Bulgariens. Der angeblich dieses Jahr geschlossene Geheimvertrag verspricht Rußland außer Kon⸗ stantinopel Burgas und Constanza am Schwarzen Meere. Die Blätter nageln die Tatsache fest, daß sowohl Rußland wie Eng⸗ land zu derselben Zeit den Regierungen von Rumämien und Bul⸗ garien große Versprechungen gemacht haben. ö
Die Marseiller Handelsflotte für den Balkanfeldzug.
Genf, 24. Nov. Eine Abordnung der parlamentarischen Marinekommission ist in Marseille angekommen. Es wurde unter Hinzuziehung der Marseiller Reeder eine Konferenz
abgehalten, an der auch Admiral Bienaimé teilnahm. Diese be⸗
schäftigte sich mit der Frage der Requirierung sämtlicher Schiffe der Marseiller Handelsflotte für die Bedürfnisse der Balkan⸗
expedition. 8 Die indischen Meuterer.
Konstantinopel, 24. Nov. Es wurde authentisch be⸗ stätigt, daß indische Regimenter, die den gegen Bagdad vorrückenden englis. Streitkräften angehörten, sich weigerten, gegen die Türken zu kämpfen. Als dann der Befehl gegeben wurde, jeden zehnten Mann von ihnen zu erschießen, ging ihr passiver Widerstand in offene Meuterei über. Die Meuterei gab den Anlaß, daß die englischen Befehlshaber ihre gegen Bagdad an⸗ b Streitkräfte mangels Verstärkungen wieder zurücknehmen mußten.
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Liebesgaben sind allen unsern im Felde stehenden Sol⸗ daten willkommen. Darum möchten wir unsere Leser darauf hinweisen, daß Wybert⸗Tabletten, die in allen Apotheken und Drogerien in versandfertigen Feldpostbriefen erhältlich sind, sich ganz besonders zu Liebesgaben eignen. Bei den ungeheuren Stra⸗ pazen, denen unsere Soldaten im Winterfeldzug ausgesetzt sind, spielen Erkältungskrankheiten der Stimmorgane und der Lungen eine große Rolle. Vor solchen Erkältungen schützen Wybert⸗ Tabletten wie kein anderes Mittel. Dazu bommen ihre durst⸗ löschenden Eigenschaften, durch welche den Truppen mit Wybert⸗ Tabletten eine große Wohltat erwiesen wird. Wer wollte da nicht seinen Lieben im Felde einen
praktischen Feldpostbrief mit einer oder zwei Woh, and! Nac
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