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. London, 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Asqutth er⸗ klärte in der Antwort auf das Schreiben Churchills, er bedaure den Entschluß Churchills sehr und spreche ihm seine hohe Aner⸗ kennung für die von ihm geleisteten Dienste aus. 3 Amsterdam, 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Nach der Meldung cines hiesigen Blattes hat der plötzliche Rücktritt Churchills in London vorübergehende Aufregung hervor ge⸗ rufen, da er unerwartet kam. Dem Vernehmen nach beabsichtig! Clhurchill, nach der Front zu gehen. In emem Brief an As⸗ g ufth, in dem er seinen Nicktritt anzeigte, schrieb er u. a.: „Ich bin Offizier und stelle mich ohne Vorbehalt den Mili⸗ tärbehörden zur Verfügung. Ich mache Sie darauf auf⸗ merksam, daß sich mein Regiment in Frankreich befindet.
London, 14. Nov.(WTB Nichtamtlich)„Weekly Dis⸗ patsch“ berichtet: Churchill reist am Mittwoch zu seinem Re⸗ gimente nach Frankreich ab.
London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der parlamen⸗ tarische Mitarbeiter der„Times“ schreibt: Das Unterhaus billige zweifellos Churchills Wunsch, zu seinem alten Regiment zu⸗ Kkrückzukehren, so sehr es auch das Verschwinden seiner glänzenden Peersönlichkeit bedauern werde. Sein Abtreten von der politischen Bühne dürfte übrigens nur vorübergehend sein.—„Daily Chro⸗ nicle“ überschreibt einen Artikel über Churchills Rücktritt mit den Worten:„Großer Verlust“. 0
Der neue Kriegsrat in England.
London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der neue Friegsrat hielt gestern seine erste Sitzung ab. As⸗ quith, Lloyd George, Bonar Law, Balfour und Mac Kenna nahmen daran teil. Grey und der Generalstabschef Murray wurden zugezogen.
Die Kritik im englischen Parlament.
London, 13. Noo.(WTB. Nichtamtlich) Das Unter ⸗ haus setzte in der Sitzung vom 11. November die Aussprache über die Kredite fort. Asquith bedauerte, daß 8 sämtliche Minister abwesend waren, und versprach Abhilfe. Joy nson Hicks(Untonist) sprach über das Luftwesen und forderte, daß die großen, neuen deutschen Aeroplane auch in England eingeführt würden. Im Flottenfliegerkerps herrsche große Unzufriedenheit, weil Balfour einen im Flugwesen unerfahrenen Admiral an die Spitze des Flugdienstes gestellt habe. Der Redner fragte: Weshalb bauten wir keine Luftschiffe? Weshalb ist der Bau der englischen Zeppeline im Januar eingestellt und erst acht Monate später wieder aufgenommen worden? Die Regierung hätte wenigstens ein großes Luftschiff bauen sollen, das die Ostküste bewachte. Jede Luft⸗ un an der ganzen englischen Küste sollte reichlich mit erstllassi⸗ gen Flugzeugen versehen sein. Wer die Geschätze gesehen hat, die die Londoner in den Glauben einhüllten, daß sie artilleristisch ver⸗ teidigt seien, wundere sich nicht, daß sie die Zeppeline in einer Höhe von 15.000 Fuß nicht treffen konnten. Der Redner for⸗ derte eine energische Verteidigung der Reichshauptstadt, sowie den Schutz der Ostküste durch schwere ue ütze und eine groß⸗ zügige Offenstve, um die deutschen Luftschiffhallen zu Lynch(Nationglist) sagte, England gewänne den Krieg nicht wegen der Unfähigkeit der Obersten Heeresleitung. Kitcheners Ruf sei wesentlich von den Zeitungen gemacht worden. Er hat vom ersten Auf lick an, wo er bie diltatorische Macht übernommen hat, seine Unfähigteit bewiesen. Kitcheners größter Fehler ist die Muni⸗ tionsfrage gewesen; er hat Monate gebraucht, um die elementare Wahrheit zu entdecken, daß der Kriegserfolg von der Munitions⸗ menge abhänge. Kitchener hat dies nicht einmal selber entdeckt. Die Fehler, die Belgien ruiniert haben, werden ber Serbien wieder⸗ Polt. England kann auf der Westfront nur siegen, wenn es die Deutschen über den Rhein treibt. Aber hat Kitchener Vorkeh⸗ rungen für die Eroberung des Rheins getroffen? Nein! Unter der gegenwärtigen Heeresführung treiben wir unvermeidlich dem nen Ende entgegen, nämlich einem unentschiedenen Krieg und einem unbefriedigenden Frieden. Die Unfähigkeit der Führer hat verursacht, daß Griechenland und Rumänien neutral geblieben ind.(Beifall.) Der Redner forderte, daß zunächst French verab⸗ schiedet würde. Mindestens 70 Prozent der höheren Offi⸗ exe müßten beseitigt werden. 0. 8 Balfour verteidigte die Regierung und sagte: Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Luftfahrzeugen, die leichter als Luft d, befinden sich 1 im Bau und sind für die Auf⸗ klärung bestimmt. Ein besonderer Küstenschutz gegen Luftangriffe ist nötig. London braucht gußerdem eine lokale Verteidigung Alles geschieht, um den Luftdienst zu entwickeln. Wir waren zurückgeblie⸗ ben; wir waren immerfort während des Krieges zurückgeblieben. (Ironischer Beifall.) Das Haus muß die unglückliche Tatsache hinnehmen, daß es uns an Geschützen fehlt, die für die Verteidigung Londons notwendig sind. Aber wir tun alles, um die artilleristische i 1212 1 5 1 Londons zu verbessern. Eine aviatische Offensive ist unausführbar. . i Hogge(Liberal) kritisierte die Beschlagnahme des„Globe“, während die„Evening News“, die dasselbe 175 hat, frei aus⸗ 5 begen gen, ist. Hogge schloß: Asguith hat die Veröffentlichung „Globe“ für eine boshafte und böswillige Lüge erklärt. Aber ch selbst glaube mit Rücksicht auf gewisse Tatsachen, daß Kit⸗ chener seine Entlassung angeboten hat. Natürlich wird das dementiert werden, Die Mebrbeit der Nation wird As⸗ quith mehr glauben als mr.— As quith prote gierte nachdrück⸗ lich gegen die Unterstellung Hoge, solole gegen den neuerlichen Angriff Joynson Hicks in der„Morning Post“, daß er bewußt die Unwahrheit gesagt habe. Pringle(Liberal) bestritt die An⸗ Asquiths, daß der„Globe“ die Nachricht über den Rücktritt itcheners erfunden habe, und tadelte, daß der„Globe“ allein be⸗ straft worden ist, während andere Zeitungen unbohelligt geblieben sind. Er erinnerte daran, daß auch der Rücktritt Carsons amtlich dementiert worden ist, obwohl es sich bald darauf als richtig heraus⸗ gestellt hat. Der Staatssekretär des Innern, Sir John Simon verteidigte das Verfahren gegen den„Globe“. Law(Nationalist) warf die Frage nach der Unterstützung Serbiens auf. 15 Date (Unionist) sagte, eine gewaltige Woge der Aufregung werde Asien überfluten, wenn die Türken die Engländer zurücktreiben würden. Sir Edward Grey legte dann nochmals die von der Regierung zur. Serbiens unternommenen Schritte dar. London, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Morning Post“ richtet in einem Leitartikel einen scharfen Angriff gegen saldane. Wenn die Regierung Haldane auf kurze oder lange Zeit zum Kriegssekretär machen würde, so würde das die ganze Nation von oben bis unten spalten. 1 Im Unterhause sagte Grey über Haldane, es läge im öffentlichen teresse, wenn die Verdienste Haldanes zu der 5 Tätigleit verwendet werden würden, zu der sie verwend⸗ a
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zerstören.
bar seien. As quith erklärte später mit großem Nachdruck, daß Haldane im Kriegsamte unschätzbare Dienste geleistet habe London, 13. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Bei der Beratung über die Finanzfrage im Ober haus erklärte Middle⸗ ton, das Publikum habe volles Vertrauen zu Kitchener, besonders zu seiner neuen Aufgabe. Der Redner kritisierte sodann das System, unter dem Kitchener eine Zehnmännerarbeit tun müßte. Er war, so führte Middleton aus, Kriegssekretär, Generalinspektor und Oberst⸗Kommandierender in Großbritannien und Generalstabschef. Er leitete ferner die Munitionsbeschaffung, führte den Vorsitz im Finanzausschuß des Kriegsamtes und hatte wiederholte Beratungen mit den französischen Militärbehörden. Kitcheners Genie verhinderte einen militärischen Zusammenbruch, Troßdem wirtschaften die Deutschen aus 15 Schilling den Wert eines Pfund Sterling heraus, während England für jedes aus⸗ gegebene Pfund mir den Wert von 10 bis 15 Schilling erzielt. Der Redner kritisierte die Berworrenheit der Finanz ⸗ fage und sagte, er könne nachweisen, daß im Munitionsministe⸗ rium ein Chaos herrsche. e sagte, daß er sehr un⸗ erfreuliche Dinge über Munitionsaufträge in Amerika gehört habe. Es e der Regierung, namentlich As auith, an Energie und Entschlossenheit. Seine Reden über die Sparsamkeit seien prächtig, aber die Regierung gehe der Nation mit einem schlechten Beispiel voran. Die Finanzlage sei sehr ernst, wenn auch nicht beunruhigend. Selbor ne verteidigte die Regierung und die Schnelligkeit, mit der das Munitionsministerium geschaffen wurde.
Sie verursachte notwendig einige Fehler, sowie viel Verwirrung und Geldvergeudung. Das brilische System ser jedoch besser als das deutsche, wobei die Kriegslasten absichtlich den Armen auf⸗ gebürdet würden. 5 5 . Englischer Landzuwachs. London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) England hat die Annektion der Gilbert⸗Inseln und Ellie⸗Inseln,
vie 1892 zum Protektorat erklärt worden waren, vollzogen. **
Vom serbischen Uriegsschauplatz.
Paris, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Journal“ meldet aus Athen: Die serbische Regierung, welche dieser Tage in Raschka weilte, hat den Ort am 12. November verlassen und wird sich wahrscheinlich nach Prizrend begeben.— Man meldet, daß bedeutende bulgarische Streitkräfte von Petovo gegen Gostiwar marschieren die auf starsen Widerstand gestoßen sind, so daß der Vormarsch zum Stehen kam. In Monastir sind zahlreiche serbische Truppen zusammengezogen. Die Lage in Albanien scheint nicht beunruhigend. Die Straßen, welche dem Rückzug des serbischen Heeres dienen, sind von feind⸗ lichen Banden gesäubert.
Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Bir⸗ shewija Wjedemosti“ meint, die serbische Armee beabsichtigte auf der Front Prizrend—Hostivac—Babuna eine entscheidende Schlacht zu liefern. Die Lage der Serben sei aber sehr gefährlich, da sich im Rücken der serbi⸗ schen Armee nur Berge ohne Straßen befänden. Die einzige Hoffnung sei eine ausgiebige Unterstützung durch die Kräfte der Alliierten.
Eine französische Niederlage gegen die Bulgaren.
Sofia, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Heeresbericht vom 12. November. Die Operationen auf allen Fronten entwickeln sich zu unseren Gunsten. Wir warfen die Franzosen, die über das südliche Ufer der 18 r- nareka gegangen waren, in einem Gegenangriff über den Fluß zurück.
Der Donau⸗Verkehr.
Berlin, 15. Nov. Der regelmäßige Donauverkehr zwischen Orsova und Galatz soll am Dienstag auch, wie das „Berliner Tageblatt“ meldet, für Passagiere aufgenom⸗ men werden. s 9
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Der Zar an der Nordostfront..
Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Zar und der ben ölgen sind am 10. November in Reval eingetroffen. Sie besichtigten die Befestigungswerke und hielten eine Parade über die Garnison ab. Nach dem Frühstück besuchten Zar und Zarewitsch den Hafen und begaben sich an Bord des i e„Europe“, wo die Bemannungen der russischen und englischen Unterseeboote versammelt waren. Zar Nikolaus übergab persönlich zwei Kommandanten englischer Unterseeboote das Georgskreuz 4. Klasse, worauf der Zar und der Thronfolger die russischen und englischen Untersee⸗ boote besichtigten. Sodann besuchten sie die Fabriken und Werften. Am folgenden Tage reiste der Zar mit dem Zarewitsch nach Riga, wo der kaiserliche Zug nach dem linken Dünaufer fuhr. Der Zar wurde von dem General Radko Dimitriew, dem Oberbefehlshaber der befestigten Gebiete von Riga, empfan⸗ gen. Von da begaben sich der Zar und der Thronfolger im Auto⸗ mobil nach der Stadt und hielten über die Truppenabteilungen der Riga verteidigenden Korps eine Parade ab. Am 12. November verließ der Zar mit dem Thronfolger Riga. Er hielt über die bei Witebsk lagernde Divpision eine Parade ab, besuchte das Militärgebiet von Dünaburg und nahm eine Parade Über die Truppen ab, denen er seinen warmen Dank aussprach und einen schließlichen Sieg wünschte.
Die„Nowoje Wremja“ über das russische 5 Sanitatsweseu.
Petersburg, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der „Nowoje Wremja“ stellt Menschikoff mit tiefem Be⸗ dauern fest, daß die Russen in der ärztlichen Wissen⸗ schaft aufs Kläglichste hinter Europa herhin⸗ ken und im besonderen von Deutschland übertroffen wer⸗ den, was dieser Krieg wiederum erwiesen habe. Im Deut⸗ schen Reiche kehrten 60 Prozent Verluste wieder an die Front zurück, während es Rußland nur auf 18 Prozent bringe. Demnach habe Deutschland bei jeder Million an der Front gewissermaßen einen Vorsprung von 420000 Mann oder 10½ Armeeborps; dadurch erklärt sich die Unerschöpflichkeit der deutschen Reservemannschaften. Nicht nur artilleristisch sei die deutsche Ueberlegenheit zu erklären, sondern auch aus den mehr als dreifachen Heilerfolgen. Dieses Verhältnis 60 zu 18 könne für Rußland schicksalsschwere Folgen haben. Nach dem Kriege 1870 war es sprichwörtlich, daß die deutsche Schule die Franzosen geschlagen habe, jetzt seien der deutsche Arzt und der deutsche Techniker der gefährlichste Feind der Alliierten. Ebenso wie Rußlands Waffenbestellungen im vorigen Kriege die deutsche Kriegsindustrie gestärkt hätten, ebenso habe der große Prozentsatz der russischen Kranken, die deutsche Badeorte besuchten, zur Verbesserung der deutschen Aerztewissenschaft beigetragen.
Der russische Staatsvoranschlag für 1916.
Petersburg, 14. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Der Voranschlag des Staatsbudgets für 1916 sieht vor: Ordent⸗
nahmen 336 832 192, ordentliche Ausgaben 3174 124091,
außerordentlichen Ausgaben 76 791 106 Rubel. Die gesam⸗
ten Einnahmen und Ausgaben balancieren mit 3 250 915 197
1 5 das sind ungefähr 48½ Millionen Rubel mehr als 5.
In seiner Begründ 75 zu dem Voranschlag erklärt der Finanzminister, der Fehlbetrag von 260 Millio- nen Rubel in dem Ordinarium sei durch die Abschaffung des Branntwein⸗Monopols, durch die Kriegslage und durch das Wachsen der Zahlungen für die Staakskredite hervor⸗ gerufen worden. Zusammen mit dem Fehlbetrag und den außerordentlichen Ausgaben beträgt das Gesamtdefizit ungefähr 327 Millionen Rubel, deren Deckung durch Kreditoperationen geplant ist. Der Finanz⸗ minister erachtet es als notwendig, neue Einnahmequellen in erster Linie auf dem Gebiete der direkten Steuern zu schaffen. Obenan steht die Einführung einer allgemeinen progressiven Einkommensteuer, die zudem das beste Mittel für eine gerechte Verteilung der Steuerlast darstellt.
Die Kriegsausgaben, die nach vorläufiger Be⸗ rechnung bei einer Dauer des Krieges bis Ende 1916 etwa 8 Milliarden Rubel erreichen, können keinesfalls aus den beständigen Budgeteinnahmen gedeckt werden, sondern er⸗
fordern Deckung durch Kreditoperationen.
liche Einnahmen 2 914083 005 Rubel, außerordentliche Ein⸗ D
Die Eröffnung des türkischen Parlaments. Konstantinopel, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Eröffnung der Parlamentssession fand heute mittag unter Entfaltung des bei solchen Gelegenheiten üblichen orien⸗ talisch-alzidentalischen Gepränges statt. Außer den Deputterten waren der Scheich ül Ist am, der Groswesir die sämtlichen Minister, die Generalität, die Hofeeamten, die hohen geistlichen Würden⸗ träger und das diplomatische Korps anwesend. Nach dem Er⸗ scheinen des Sultans und des Thronfolgers verlas der erste Sekretär des Sultans die Thronrede, in der besonders unter dem Beifall des Hauses das Bündnis mit den Mittel mächten und die Eröffnung des direkten Weges Berlin— Wien— Konstantinopel betont wurden. Ferner wurde angekündigt ein Gesetzentwurf betr. den türkisch⸗bulgarischen Vertrag über Grenzregulierungen Die Feier wurde durch arabische Gebete eines hohen geistlichen Würdenträgers und eines Deput eren beschlos⸗ sen. Bei der Abfahrt des Sultans brachte die Menge dem Khalifen begeisterte Kundgebungen. N. 975
Die neue türtische Zollpolitit.
Tonstantinopel, 13. Nov(WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat der Kammer einen Gesetzentwurf betreffend die Einführung eines Zolltarifes unter⸗ breitet, der die gegenwärtigen 15prozentigen Wertzölle für die Dauer des Krieges durch 30prozentige ersetzen fell. Die Regierung verlangt eine dringliche Behandlung des Gesetz⸗ entwurfes, Der Präsident Hadschi Bey wies auf die Wichtigkeit des Entwurfes hin, der eine vollständige Aende⸗ rung und gewissermaßen eine Umwälzung in der bisher von der Türkei befolgten Finanz⸗ und Wirtschaftspolitik bedeute. Der Entwurf wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen.— Die Regierung unterbreitete 8 der Kam⸗ mer einen n Gesetzentwurf, in dem die Ermäch⸗ 11 515 zum Abschluß einer Anleihe in Höhe von 2112 000 Pfund mit Deutschland gefordert wird, die zur Voll⸗ endung der Bagdadbahn verwendet werden soll.— Der der e Kammer unterbreitete Entwukf be⸗ trifft die ain der vor dem Kriege von dem ehemaligen Finanzminister Dschavid Bey mit der französischen Are wurden den e träge. Die Entwürfe wurden den Ausschüssen überwiesen.
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Eine fünfprozentige Anleihe in Frankreich.
Paris, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat einstimmig einen Antrag betreffend die fünfproze w⸗ tige Anleihe angenommen. Ri bot erklärte zuvor, daß der Antrag den Willen Frankrei zeige, den Krieg mit Waffen und mit Geld bis zum vollständigen Sieg fort⸗ zuführen. Die Regierung der Republik biete heute einen a al an, weil nach dem Kriege der Geld⸗ zins infolge des allgemeinen Kapitalbedarfs notwendiger⸗ weise steigen werde und Frankreich nicht wolle, daß 88 jenigen, die ihm während der Kriegstage Geld leihen, weni⸗ ger begünstigt seien, als die, die ihm nach dem Siege leihen werden. Ribot mahnte schließlich zur Mitwirkung aller, der Armen und Reichen, denn alle wüßten, daß das nationale und moralische Leben auf dem Spiele stehe. Die Rede Ribots ist mit großem Beifall aufgenommen und ihr öffent⸗ licher Anschlag einstimmig beschlossen worden. 5
Eine Kriegskontribution in Belgien.
Brüssel, 13. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ralgouverneur hat folgenden Befehl erlassen: g
In Gemäßheit des Artikels 49 des Haager Abkommens be⸗ treffend die Ordnung der Gebräuche und Gesetze des Landkrieges wird hierdurch der belgischen Bevölkerung bis auf weiteres zu den Kosten der Bedürfnisse des Heeres und der Verwaltung des besetzten Gebietes eine Kriegskonttibution in Höhe von monatlich 40 Millionen auferlegt. Der deutschen Ver⸗ waltung bleibt das Recht vorbehalten, die Aus zahlung der monat⸗ lichen Raten ganz oder teilweise in deutschem Geld zum Um⸗ rechnungskurse von 80 Mark für 100 Franken einzufordern. Die Verpflichtung zur Zahlung liegt den neun Provinzen Bel⸗ Noten ob, die für die geschuldeten Beträge als Gesamtschuldner aften. Die 1 1 der ersten Rate hat spätestens bis zum 10. D er 1915, die der folgenden jeweils bis zum 10, eines jeden Monats an die Feldkriegskasse des Kaiserlichen General⸗ gouvernements in Brüssel zu erfolgen. Werden zur Beschaffung 920 1 51 60 der 1 5 gestellt, so bestim ren Form u aiserli neralkommissar für Banken 11 Belgien.
Aus China..
London, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich)„Daily Telegraph“ meldet aus Peking: Die Antwortnote der chinesischen Regierung an die Alliierten besagt, daß die Frage der Wiederherstel« lung der Monarchie bis auf weiteres hinaus ge cho⸗
ben ist. 5 Der Seekrieg.
Die Versenkung der„Ancona“,
Amtliche Darstellung des Flottenkommandos. Wien, 13. Nov(WTB. Nichtamtlich.) Nachtrag zum Com⸗ muniqué vom 13. November. 5 Ereignisse zur See. 5 Ueber die Versenkung des italienischen Dampfers„Ancona“ werden, wie nicht anders zu erwarten, von der feindlichen Presse ebenso verhetzende wie unwahre Darstellungen verbreitet. Sachverhalt ist kurz folgender: Das Unterseeboot gab einen Warnungsschuß vor dem Bug des Dampfers ab, worauf dieser in voller Fahrt floh Dabei befolgte er die bei Kriegsausbruch allen italienischen Dampfern auf amtlichem Wege erteilte Weisung, bei Anhaltung durch ein feindliches U⸗Boot je nach dessen Position entweder s0 fliehen oder das U⸗Boot an⸗ pie u Der fliehende Dampfer wurde von dem U-Boot ver⸗ folgt und beschossen und stoppte erst, nachdem er einige Treffer erhalten hatte. Zum Verlassen des Schiffes, auf dem die größte Panik herrschte. wurden 45 Minuten gewährt. ennoch wurde nur ein Teil der Boote herabgelassen und besetzt und zwar hauptsächlich von Personen der Schiffsbemannung, die mit den ersten Booten eiligst weitab ruderten. Ein großer Teil der Boote, die wahrscheinlich 1 1 Rettung aller ügt hätten, blieb unbesetzt. Nach zirka 50 Minuten mußte das hrzeug vor einem sich rasch nähernden Fahrzeug wegtauchen und korpedierte den Dampfer, der erst nach weiteren 45 Minuten sank Wenn dabei viele Passagiere das Leben verloren, so liegt die Schuld nur an der Besatzung, weil der Dampfer, anstatt auf den War⸗ nungsschuß zu stoppen floh und dadurch das U⸗Boot zum Schießen zwang, und weil die Besatzung nur an die eigene und nicht 8 0 Rettung der Passagiere dachte, wozu reichlich Zeit und Mittel vor⸗ 115 75 waren. Daß das U-Boot auf die Rettungs“ vote und die im asser Schwimmenden geschossen hätte, ist eine tendenziöse Erfin⸗ Mar schon weil für die U⸗Boote die Munition viel zu kostbar i Nachdem der Dampfer stillstand, wurde natürlich kein Schuß mehr abgefeuert. Flottenkommando. Rom, 14. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Der„Messaggero“ meldet: Nach den von der Auswanderungsbehörde überprüf en An⸗ gaben wurden von den 507 Fahrgästen und Mannschaften der z Ancona“ 299 gerettet. Die Zahl der an Bord befindlichen Amerikaner betrug 10, wovon einer gerettet ist. ö *.
Rom 13. Nov.(WT. Nichtamtlich) Meldung der Agenzia Stefani: Der Da 11 9 5 Sociein Marittima Italiana ist auf der 8 nach Port Said von einem Unterseeboot mit österreich⸗ungarischer F. 00
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