ist die Ausfuhr von gesalzenen Heringen, also nicht nur von Fettheringen, bis auf weikeres verboten worden. Die Ausfuhr ist jedoch zu gestatten, wenn der Aus⸗ führende beim Zollamt eine Abgabe entrichtet, die vier Kronen für die Tonne bei einem Gewicht bis zu hundert Tonnen netto beträgt. Der Landwirtschaftsminister ist er⸗ mächtigt, diese Beträge dafür zu verwenden, daß die Be⸗ völkerung Heringe zu annehmbaren Preisen erhält. Zu 7 Zwecke sollen verschiedene Verkaufsstellen eingerichtet werden.
Die amerikanische Ausfuhr.
London 9. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Die„Times“ berichtet aus New Pork vom 7. November: Es sei wichtig, anläß⸗ lich der amerikanischen Note an Großbritannien darauf zu verweisen, daß während der ersten acht Monate des Jahres 1914 die Vereinigten Staaten Güter im Werte von 31 200 000 Pfund Sterling nach Deutschland ausführten. Während derselben Monate des Jahres 1915 haben die Vereinigten Staaten Gitter im Betrage von 232 000 Pfund Sterling verschickt. Im selben Zeitabschnitte nahm die Einfuhr nach Schweden, Norwegen und Holland um 24 960 000 Pfund Sterling zu. Nach den Sta⸗ tistiken der Abteilung für den Außenhandel der National Citybank wäre in der am 30. Oktober endigenden Woche eine riesige Zu⸗ nahme der Schiffsfrachten nach skandinavischen Ländern zu ver⸗ zeichnen gewesen.
Eine Erklärung der freien Organifation der Alliance Israelite universelle.
Berlin, 9. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die freie Or⸗ vanisation der Alliance Israelite Universelle hat auf ihrer Tagung vom 7. November folgende Entschließung ge⸗ faßt:„Die heute versammelten Mitglieder des Zentral⸗Komitees der freien Organisationen A. J. U. stellten mit Entrüstung fest, daß der Sekretär der A. J. U. unter Mißbrauch ihres Na⸗ mens einen Aufruf verbreitet hat, den das Zentralkonsistorium der Israeliten Frankreichs an die Juden der neutralen Länder versandte, und der von schwersten Angriffen gegen unser Vater⸗ land erfüllt ist. Wir erheben den schärfsten Widerspruch dagegen, daß der Sekretär der A. J. U. entgegen ihrer Satzung unter völliger Verkennung ihrer Aufgabe als reine Wohltätigkeits⸗ organisation die ihr als solcher obliegende Neutralität verletzt hat. Wir werden die maßgebende Stelle zux Rechenschaft ziehen und erwarten, daß das Zentralkomitee das Verfahren seines Sekretärs mißbilligen und uns volle ee gewähren
wird. Solange das nicht geschehen ist, sind unsere Beziehungen zur A. J. U. gelöst.“*
5 Der türkische Bericht.
WTB. Konstantinopel, 9. Nov. Nichtamtlich. Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront dauerten die üblichen Feuergefechte an. Bei Anaforta zerstörte unsere Artillerie ein schweres Geschütz des Feindes an der Mündung des Azmakdere und eine Minen werferstellung nördlich von Mestantape. Bei Ari Burnu und Sunghubair Infanterie⸗ kämpfe mit heftigem gegenseitigem Handgranatenkampf. Unsere Artillerie beschoß dort wirksam die feindlichen Schützengräben. Ber Sedd⸗ül⸗Bahr verursachte das feindliche Artilleriefeuer in unseren Schützengräben leichten Schaden. Unsere Artillerie eröffnete ein wirksames Feuer auf arbeitende feindliche Soldaten. An dieser Front war langes gegenseitiges Infanterie⸗ und lebhaftes Artilleriefeuer und Kampf mit Bomben. Zwer feindliche Moni⸗ tore und ein Torpedoboot nahmen an diesem Feuer teil, ohne jedoch Wirkungen zu erzielen. ö
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Der Seekrieg.
Genf, 9. Nov.(WTB. Nichtamtl.) Die Agence Havas meldet amtlich aus Algier: Der französische Dampfer„Yser“, der auf der Fahrt nach Bizerta den italienischen Dampfer „Elisa Francesca“(nicht„Luisa“, wie ursprünglich gemel⸗ det) gerettet hatte, wurde seinerzeit torpediert. Besatzung und Fahrgäste konnten die Küste erreichen.(Hier ist bisher nichts von dem Dampfer„Elisa Francesca“ bezw.„Luisa“ bekannt geworden. 5
London, 9. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Dampfer„Buresk“ und der japanische Dampfer„asikuni⸗Kumi⸗Maru“ (5100 Tonnen) sind versenkt. Die Besatzungen wurden gerettet. Ein weiterer britischer Dampfer soll ebenfalls versenkt und seine Besatzung gerettet sein.
Aus dem Reiche.
Zur Regelung des Lebensmittelmarktes.
Um die Fleischversorgung gleichmäßig durchführen zu können, beabsichtigt, nach der„Frankf. Ztg.“, die Regierung, ähnlich den Brotkarten auch Fleisch- und Fettkarten aauszugeben. Die entsprechende Verordnung wird in der nuächsten Zeit ergehen. Auch der Erlaß einer Verordnung über Höchstpreise für Fische sei in den allernächsten Tagen
zu erwarten.
Kirche und Schule.
Dekanatssynode des evangel. Dekanats Gießen. . 8„.
Die 8 evang. 5 Gießen wurde gestern na mittag in— Gemeindesaal der Johanneskirche abgehalten. Die Eröffnungsansprache hielt im Anschluß an Ev. Johannis Kap. 11, Vers 40 Pfarrer Bernbeck⸗ Wieseck. Er wies in ein ooller Rede darauf hin, daß der Segen des Krieges für unser Volk in der Hauptsache von unserem Glauben abhänge. Sodann begrüßte der Vorsitzende, Dekan Gußmann, die Anwesenden. Na dem der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder in der üblichen Weise gedacht worden war, wurden die zur Prüfung vorliegenden Wahlen ein⸗ stimmig genehmigt. Der Bescheid Großh. Oberkonsistortums auf die Beschlüsse der vorigen Synode lautet zustimmend.
Den Bericht des Dekanatsausschusses über feine Tätigkeit im Jahre 1914 über den lirchlichen und religibs⸗sitt⸗ lichen Zustand der Dekanatsgemeinden, sowie die Berichte der Ver⸗ trauensmänner für äußere und innere Mission, die Deka⸗ natskrankenpflege, den Gustav⸗Adolf⸗Verein und den Evangelischen Bund lagen der Synode gedruckt vor. Demselben ist folgendes zu entnehmen: Im Personalbestand der Geistlichen und Kirchenvorsteher kamen durch Pensionierungen, Stellenwechsel und Todesfall einige Aenderungen vor; erwähnt sei der Heldentod des Pfarrassistenten Barth⸗Lollar. In allen HbSeemeinden wurden Kriegsbetstunden gehalten, in einigen auch 5 Gedächtnisgottesdienste für gefallene Krieger. Kürchenvisitattonen. f durch den Dekan fanden in Beuern und Lang⸗Göns statt. Die ö Feier der üblichen kirchlichen Feste fiel infolge des Krieges meist aus, ebenso mußten die Kirchengesangvereine und Posaunenchöre 15 aus Mangel an münnlichen Kräften ihre Tätigkeit meist ein⸗ stellen. Dagegen fanden die bestehenden Frauenvereine in der Mit⸗ hilfe bei der Kriegsfürsorge ein reiches Feld der Betätigung. Die Seelenzahl des Dekanats betrug 60 935 pon denen 340 nicht der Landeskirche angehören. Ausgetreten sind 4, eingetreten 2 Perfonen. Taufverweigerungen sind nicht vorgekommen, dagegen blieben 49 rein evangelische Ehen(meist Kriegsehen) leider ohne kirchliche Trauung. Der Kirchen⸗ und Abendmahlsbesuch hat um
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den Gottesdiensten und durch die notgedrungene Stillegung des Wirtshauslärms gehoben. Nur die Jugenb in noch nicht wehr⸗ fähigem Alter hat den Exnst der Zeit vielfach noch nicht begriffen. Für die 5 7 evangelisch⸗kirchlicher Liebestätig⸗ leit gingen ein 68 490 Mk., oder auf den Kopf der Bevölkerung 1.12 Mk. In einigen Orten fanden durch Missionare Vorträge statt, die überall gut besucht waren. Der Verein für Innere Mission ließ in den oberhessischen Lazaretten und bei hessischen Regimentern Schriften erbaulichen und unterhaltenden Inhalts verbreiten, viele Pfarrer senden ihren Gemeindeangehöri regel⸗ mäßig religiöse Schriften ins Feld, die mit großem Dank empfan⸗ gen werden. Auch in die Arbeit der Erziehung und Unter⸗ bringung von gefährdeten Kindern hat der Krieg eine ver⸗ mehrte Tätigkeit gebracht. Die Dekanatskrankenpflege hat zurzeit? Stationen, von denen eine unbesetzt, 2 durch den Krieg verwaist sind, da die beiden Schwestern zur Pflege in Reservelazaretten nötig sind. Die Leitung der Dekanatskranlen⸗ pflege ist von Pfarrer Schwabe⸗Gießen auf Dekan Gußmann übergegangen infolge Arbeitsüberlastung des ersteren. Die Leistun⸗ en für den Gustav⸗Adolf⸗Verein haben den seitherigen Durchschnitt um ein Beträchtliches überschritten, was bei der durch die Kriegsschäden im Osten und Westen unseres Vaterlandes in vielen evangelischen Gemeinden entstandenen Notlage sehr zu begrüßen ist. Die Tätigkeit der Zweigvereine des Evangeli⸗ schen Bundes wurde durch den Krieg etwas gehemmt, indem die üblichen Familienabende ausfallen mußten, doch wurde viel Aufklärungsarbeit in deutsch⸗evangelischem Geiste durch Flug⸗ schriften und Kalender geleistet.
Nach einer kurzen Aussprache über die Berichte folgte der Vortrag des Pfarrers Dörr⸗ Heuchelheim über„Kriegsaufgaben in der Seelsorge mit besonderer Berücksichtigung der Zukunft der Kirche“. Der Vortrag stellte eine Berichterstattung über die gleich⸗ namige Schrift des Generalsuperintendenten Blau dar. Er führte aus, daß die Zahl der wirklich Gläubigen nach dem Krieg aus ver⸗ schiedenen Gründen größer werden würde. Darum hat die Kirche eine große Aufgabe in Predigt, Seelsorge, Jugendpflege, Liebes⸗ arbeit u. a. zu erfüllen, damit die im Krieg erlangten Eindrücke zu bleibenden werden. Dazu bedarf das Pfarramt der Hilfe der freien Vereinstätigkeit. Außerdem wird die Kirche gut tun, sich in finanzieller Hinsicht auf eigene Füße zu stellen. Besondeve Energie wird der Kampf gegen die zwei Hauptschäden unserer Zeit, Alkoholismus und Unzucht, bedürfen.
In der sich an den Vortrag anschließenden Aussprache betonte Pfarrer Schwabe die Pflicht der Kirchenvorsteher, rechte Gehilfen der Pfarrer zu sein. Pfarrer Adolph beklagte die sittliche Verrohung mancher Volkskreise. Pfarrer Köhler wies auf die Zuchtlosigkeit der Jugend hin und brachte eine diesbezügliche Kundgebung an das stellvertretende General⸗ k o mmando ein, die einstimmig angenommen wurde.
Mit dem Gesang von„Ach bleib mit deiner Gnade“ wurde die Synode gegen 4½ Uhr geschlossen. f
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Aus Stadt und Cand. Gießen, 10. November 1915. Das deutsche Christentum im Kriege.
Unter diesem Titel hat Professor D. Dr. Martin Schian seine neulich in der Stadtkirche zu Gießen gehalte⸗ nen Vorträge(im Verlage der J. C. Hinrichsschen Buch⸗ handlung zu Leipzig) soeben in Buchform herausgegeben. Vielen, die diese Vorträge gehört haben, wird es erwünscht sein, die darin ausgesprochenen Gedanken noch einmal in der Stille auf sich wirken zu lassen, und zweifellos wird das Buch durch seine gehaltvollen, geistreichen Ausführungen sich einen großen Leserkreis erwerben. Schian zeigt sich uns hier zunächst als 1 der religiösen Be⸗ wegung, die sich durch den Krieg in Deutschland ausgewirkt hat. Aus vielen Zeitungsnotizen, Feldbriefen und einer Fülle von Kriegsliteratur hat er seinen Stoff 1 getragen, diesen kritisch gesichtet und geprüft und uns eine interessante Schilderung des religiösen Lebens in Deutsch⸗ land seit dem 1. August 1914 gegeben. Ein Stück Zeit⸗ geschichte tritt in seinen Ausführungen uns entgegen, aber seine Schrift ist doch mehr als bloße Zeitgeschichte, namentlich im zweiten und dritten Teile finden wir tief⸗ ründige Auseinandersetzungen, die der deut⸗
schen Frömmigkeit für die Zukunft die Wege weisen.. Schian ist in seinem ersten Vortrage der gewissen⸗ hafte Beobachter, der lieber zu wenig als zu viel sagt und in seinem Urteile vorsichtig itt. Er stellt fest, daß unzweifel⸗ haft mit dem Ausbruche des Krieges eine neue reli⸗ e Bewegung einsetzte. Daß diese sich nicht ohne usnahme auf alle deutsche Volksgenossen erstreckte, ist sicher. Der Chemiker Ost wald, der in einem in Schweden gehaltenen Vortrage die deutsche religiöse Bewegung auf atavistische Instinkte zurückführte, der wunderliche Ham⸗ burger Pastor neh Uruk der das Beten als ein Zeichen der Schwäche ansieht, Ernst von Wolzogen, der erzählt, daß er im Felde Andachten unter Ausschaltung alles Christ⸗ lichen gehalten habe, sind hierfür Beweise. Andererseits steht fest, daß in Kreisen, die seither der ⸗Volksfrömmigkeit fremd gegenüberstanden, wie in den Kreisen der Gebildeten und der Arbeiter, eine andere Wertung Platz ergriffen hat. Der Sozialdemokrat Anton Fendrich stellt das ausdrück⸗ lich für Hunderttausende von Arbeitern fest. Besonders ge⸗ wissenhaft und in pfychologischer Zergliederung prüft Schian, ob nicht auch ein e Rausch⸗ oder Erregungs⸗ zustand in dem religiösen Erleben der ersten Kriegsmonate mitgewirkt habe, und kommt dem Resultate, daß diese Frage zu verneinen sei, daß es sich vielmehr um eine ernste und große Bewegung gel lt habe. Dagegen ist er— und nach unserer Meinung mit vollem Rechte— der Ansicht, daß die l eigentliche Bewegung nicht von Bestand sei, daß sie vielmehr schon jetzt im langsamem Abebben begriffen sei, daß sie aber reiche Früchte getragen habe. Im übrigen werde es auch hier wieder Alltag werden, man dürfe weder auf eine Wiedergeburt des ganzen Volkes rechnen, noch darauf, daß nun aller kirchlicher Parteistreit zur Ruhe kommen werde, aber, so führt der Verfasser aus,„wir werden das religiöse Erleb⸗ nis in die kommende Zeit mit hineinnehmen“. Die rung der Nähe Gottes sei ein Erlebnis, das nicht zu schnell vergessen werden könne. Sehr geistvoll in diesem Zusammen⸗ hange ist die Bemerkung:„Es ist dun icher, daß kein Sol⸗ dat im Dreißigjährigen Kriege so vie ieg erlebt hat, wie die Mehrzahl unserer Soldaten. Nach jenem Maßstab ge⸗
messen, führen wir schon ein Jalhrhundert Krieg.“
Der zweite Vortrag behandelt die enge Verbin⸗ dung des deutsch⸗ nationalen und des reli⸗ giösen Empfindens in der großen Bewegung des
dichten, Predigten, Andachten, Reden und Aufsätzen zutage. Sie fußt auf der Erkenntnis, daß die Deutschen r Pee Kriege für eine gerechte Sache kämpfen und auf der anderen, daß Deutschland in der Welt eine besondere 5 zu er⸗ füllen habe. Eine zweite Gedankenreihe handelt von der religiösen und sittlichen Unvollkommenheit unseres Volkes und stellt fest, daß die Erkenntnis von dieser Unvollkommen⸗ heit weniger in der Frömmigkeit der breiten Masse als in der Predigt zutage getreten sei, daß aber die allgemeine Ueberzeugung die sei, daß unser Volk an diesem Kriege un⸗ schuldig ist. Die Frage nach der Berechtigung der nationalen
5020 Crwoch 1587 Kinder gegen das orjahr „ sch durch bessere keilnahme an! Einschränkungen bejaht. Vor dreierlei mwisse unser Bolt in
Auch die Sonntags heiligung hat
Frömmigkeit wird eingehend erörtert und unter gewissen
ersten Kriegsjahres Diese Verbindung tritt in vielen Ge⸗ nom
dieser Hinsicht sich hüten: vor dem Zurückfinken in die alk
testamentliche Vorstellung, das auserwählte Volk zu sein, vor der Gefahr 995 en. und von der Meinung, als habe es das Weltgericht zu 1
Ob es berechtigt sei, von einem„deutschen Chri⸗ stentum“ zu reden, erörtert der dritte und letzte Vortrag. 1 4 Arthur dun di Burg⸗ graf, au iedrich Lange sind die Perkündiger einer deutschen Religion“. Schian ist der Ansicht, daß es grund⸗ falsch sei, wenn unser Volk das Christentum für sich allein in Anspruch nehmen wolle, seine Ansicht gipfelt in dem
Satze:„Das Christentum muß Weltreligion sein, oder es wird gar nicht sein.“ Das hindert daß überzeugte Katholiken in diesem Kriege durchaus deutsch
empfinden, und daß die evangelischen Landeskirchen von ihrem Ursprung an sich den nationalen Grenzen angepaßt haben. Deutsches Christentum wollen wir pflegen, aber um der Volksart willen darf unser Christentum seinen Ewigkeitsgehalt nicht verlieren.—
Der Verfasser macht in seiner Schrift darauf aufmerk⸗ sam, daß man angesichts des Umstandes, daß religions⸗ seindliche oder kirchengegnerische Aeußerungen jetzt von der Zensur nicht gestattet werden, mit Urteilen über die religiöse Bewegung unserer Zeit vorsichtig sein müsse Damit hat er recht. Die eigentliche Geschichte der religiösen Bewegung während dieses Krieges kann erst nach dem Kriege geschrie⸗ ben werden, wenn jeder wieder rückhaltlos seine Melnung sagen kann und wenn die Bewegung, in der wir jetzt noch stehen, ganz zum Abschluß gekommen ist. Aber ian wird dann der rechte Mann sein, diese Geschichte zu schreiben, sie so zu schreiben wie die Ausführungen seiner Vorträge: nüchtern prüfend, allseitig Umschau h. und in gro Gedankengängen das Gewonnene zusammenfassend. H. B.
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Ers.⸗Res. Christ. Pracht, Inf.⸗Regt. 116, aus Grünberg. Chfefr. Otto Spehr, Kurhess. Jägerbatl. 11, aus Aßlar.— Musk. Wilh. Glatthaar, Inf.⸗Regt. 186, aus Bernsfeld.— Musk, Louis Reitz, Inf.⸗Regt. 88, aus Eleeberg.— Pioni Ludwig Schmidt, Straßenbaukompagnie 18, aus Dor— Res. Otto Möser, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Eichelsdorf.— Musk. Wilh. Reichard, Inf.⸗Regt. 88, aus i— Einj.⸗Gefr. Karl Wes p aus Fehlheim.— Musk. Karl Valen⸗ tin, Inf.⸗Regt. 166, aus Oberlemp.— Grenadier Wilh Engel, Kafser⸗Alexander⸗Gärde⸗Regt. 1, aus Groß⸗Rechtenbach.— Ge⸗ freiter Heinr. Wienold aus Rimbach.— Musk. Ernst Reuter, Inf.⸗Regt. 71, aus Dautphe.— Musketier Christian Ban gard, Inf.⸗Regt. 251, aus Bottenhorn.— Ct. Rud. Stei⸗ ber, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Bad⸗Nauheim.— Tambour Karl Schmirmun d, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Rainrod.— Ar⸗ mierungssoldat Ferd. Nahrgang, Armierungsbatl. 77, aus Alsfeld.— Kreisstraßenwart Heinr. Schmidt aus Nieder⸗ Breidenbach.— Ers.⸗Res. Wilh. Hainz, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Burkhards.— Musk. Hugo Kraft, Inf.⸗Regt. 118, aus Wohnbach.— Musk. Otto Altvatter aus Heegheim.— Landsturmm. Heinr. Mais aus Ranstadt.— Schütze Georg Raab, Inf.⸗Regt. 118, aus Ossenheim.— Wehrmann Friedr. Walker, Inf⸗Regt. 80, aus Leun. sturmm. Heinr. Schweitzer, Res.⸗Inf.⸗Regt. 88, aus Hochelheim.— Grena⸗ dier Johs. Albach, Grenad.⸗Regt. 261, aus Hochelheim— Ers.⸗Res. Konr. Wirth aus Sickendorf.— Unteroff stud. phil. el. Walther Denn aus Laubach.— Jäger Ernst Drey⸗ ling, Jägerbatl. 8, aus Grünberg.— Vize mann Gaub, Inf.⸗Regt. 186, aus Alsfeld.— Gefreiter Friedrich Schäfer Res.⸗Inf.⸗Regt. 234, aus Naunheim.— Musk. Wilh Ziegle r, Inf.⸗Regt. 365, aus Dillenburg.— Musk. Mar⸗ tin Müller, Inf.⸗Regt. 83, aus Dillenburg.— Musk. Petrus Dandl, Bayr. Inf.⸗Regt. 2, aus Butzbach.— Musk. Phil. Hahn, Inf.⸗Regt. 186, aus Kirtorf.— Wehrmann Ferd. Lei ß aus Bindsachsen. 4
** Weihnachtsgaben für das Feld. In allen deut⸗ schen Herzen regt sich beim Nahen des Weihnachtsfestes der Wunsch, unserer Helden draußen im Felde in greifbarer Form zu gedenken, ihnen zu zeigen, wie ihrer in der Heimat gedacht wird und zu ber⸗ 0 ihnen auch auf diese Weise einen kleinen Teil der Dankes⸗ chuld abzutragen, die sie in heldenmütigem Aus harren und in über⸗ menschlichem Rin, Bei keinem Anlaß tritt der Wunsch, bestimmte Personen, bestimmte Truppenteile, mit denen man durch heimatliche Bande und Bezie⸗ hungen verknüpft ist, durch Liebesgaben zu erfreuen, so in den Vor⸗ dergrund, wie zu Weihnachten. Diesem Wunsche Rechnung tragend, hat die Heeresverwaltung verfügt, daß allein einem Kor ps⸗ bezirk gesammelten Liebesgaben auch den Truppen⸗ teilen und Formationen, die in diesem Korpsbezirk ihren Ersatz⸗ truppenteil haben, zugeführt werden sollen. Zu diesem Zweck ist die Versorgung sämtlicher Truppenteile und Formationen eines Korpsbezirk dem betreffenden Territorialdelegierten der freiwilligen Krankenpflege in engster Fühlungnahme mit dem zuständigen stell⸗ vertretenden Generalkommando übertragen worden. Die Versor⸗ gung aller Verbände mit Weihnachts gaben aus der Heimat ist aber eine gewaltige Aufgabe und nur dann durchzuführen, wenn alle Sonderbestrebungen unterbleiben, wenn alle sam⸗ melnden Vereine, Zeitungen usw. die eing Spenden den Stellen zuführen, die zu ihrer Verteilung berufen sind. Dabei sollen die von den Spendern geäußerten Wünsche nach Berückft ö bestimmter Truppenteile und Formationen weitgehend beachtet und erfüllt werden. Besonders erwünscht sind Einzel⸗ pakete in ungefährem Umfang einer Zigarrenkiste. Der Wert der⸗ selben je nach den Verhältnissen des sammelnden Heimatsbezirks; keinesfalls soll der auf den einzelnen Empfänger entfallene Be⸗ trag 5 Mark übersteigen. Es bleibt dem Spender unbenv 5 die Weihnachtspakete durch Aufkleben von Vereinsadressen, Ein⸗ legen von Name und Adresse der Geber oder dergleichen kenntlich zu machen, damit der Empfänger sieht, von wem er bedacht worden ist.— Transporte für Feldtruppen in ganzen Wagenladungen müssen, um eine gesicherte Zufü zu gewährleisten, von der Anfangs⸗ station bis zum Etappenhauptort, und wenn es die zeitige Kriegs⸗ lage gestattet, auch über den Etappenhauptort hinaus von zuver⸗ lässigen Leuten begleitet werden. Personen, die sich hierfür zur Verfügung stellen wollen, haben sich bei dem zuständigen Terri⸗
Erfah⸗ torialdelegierten zu melden, der seinerseits im Einvernehmen mit
dem stellvertretenden Generalkommando die Auswahl derartig trifft, daß aus allen Berufen und Kreisen in erster Linie diejeni⸗ gen berücksichtigt werden, die sich auf dem Gebiete der freiwilligen Liebestätigkeit besondere Verdienste erworben haben. Die Be⸗ dingungen, unter denen die Begleitung gestattet ist, sind demnächst von dem Territorialdelegierten oder dem stellvertretenden General⸗ kommando zu beziehen.— Die Versorgung der in den Lazaret⸗ ten des Kriegsschauplatzes befindlichen Verwundeten und Kranken mit Weihnachtsliebesgabenpaketen hat in dankenswerter Weise das Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz über⸗
men. 1 * Oberhessischer Verein für innere Mis⸗
sion Der Verein hat im Jahre 1914 aus Anlaß des Krieges auf Abhaltung der üblichen Jahresversammlung verzichtet, hält es aber nun doch für richtig, nach zwei Jahren wenig⸗ stens eine kurze Kriegstagung zu Bericht und Beratung abzuhalten. Er ladet daher Mitglieder und Freunde auf Mittwoch, 24. November d. J., nachmittags 3 Uhr, in den oberen Gemeindesaal Kirchstr. 9 zu Gießen ein. Den Jahres⸗ bericht wird der neue Vorsitzende, Prof. D. Schian, er⸗ statten, den Kassenbericht Fabrikant Kauffmann. Pfarrer Bechtolsheimer von hier wird die in der Oeffentlichkeit aufgeworfene Frage:„Hat die Kirche versagt?“ krit leuchten: an seinen Vortrag schließt sich eine A Ssp
sich bei den Daheimgebliebenen erworben haben.
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