zwei Abschnitten zurück.— Sonst nichts Neues.
während hinter Wilna an der ausgedehnten Seenkette die Ope⸗
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ertlärt, daß Japan den Verbündeten leine Truppen schicken tonne, da es nicht über die notwendigen Transporte verfüge. Dagegen gewähre Japan durch die Mobilmachung seiner Arse⸗ nale militärische und maritime Hilfe. Japan nehme die Rolle einer Schildwache im äußersten Osten ein, um die Feinde zu verhindern, die muselmanischen Völker zum Aufstand aufzureizen. Es wache darüber, 1 77 transsibirische Eisenbahn⸗ linie, die zur Verproviantierung ußlands dient, nicht zerstört werde. Der Ministerpräsident fügte hinzu, Japan freue sich, daß sein Mitwirken vielleicht das Ende des Krieges beschleunigen würde.
* 1* Dom serbischen Kriegsschauplatz.
Athen, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Operationen in Serbien dauern an. Der bulgarisch⸗deutsche Plan ist, den Rückzug der Hauptmacht des nordserbischen Heeres gegen Süden abzu⸗ schneiden, das Bestreben des serbischen Generalstabes ist es, den Rückzug in guter Ordnung auf eine neue Verteidigungs⸗ linie zu sichern. Griechische Militärkreise halten die Lage des serbischen Heeres für schwierig, aber nicht für ver⸗ zweifelt. Die Wiedereinnahme von Veles durch die Bul⸗ garen bestätigt sich.
Aus Rumänien.
Bukarest, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern fand die von der unionistischen Foederation veranstaltete öffent⸗ liche Versammlung in fünf Städten statt, in denen die Führer Reden hielten, wie sie es vor einer Woche in Bukarest taten. Es kemtzeichnet die Beurteilung, welche die Foederation an der ganzen Moldau erfährt, daß keine der Städte, wo die Versammlungen abgehalten wurden, in der Moldau liegt. Die Versammlungen verliefen ohne Zwischenfall.
Bukarest, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Liga der nationalen Einheit hat gestern eine öffentliche Versamm⸗ 5 1 die sich für die Politik der Regierung aussprach.
Ein englischer Oberst diese Stellung un Aufcrag bestch⸗ tigt und ärt, daß sie nach seiner Meinung uneinnehmbar wäre. Es scheint, daß die Engländer den diefer Zeit von der Mög⸗ lichkeit eines russischen Widerstan überhaupt noch überzeugen wollten und sich mehr auf die Beriche ihrer„Kontrollöre“ als auf die russischen Angaben verlassen wollten. Ich weiß nicht, ob russische Offiziere die englischen Stellungen in Flandern kon⸗ trolliert haben, auf jeden Fall scheint mir der englische Besuch in dieser Form auch wieder einmal ein Streiflicht auf die eigen⸗ artige Lage der Russen England gegenüber zu werfen
Selbst die Meinung der englischen Autorität— die uns be⸗ kannt wurde— hielt die deutsche Leitung aber nicht ab, die Stel⸗ lung, die allerdings durch die vorgelagerten Sümpfe außerordent⸗ lich stark war, am 17. September zu nehmen. Während an der Stelle, da die Linie die Chaussee bei Sckhamelki schnitt, demon⸗ striert wurde, 1 man alle verfügbaren Kräfte gegen die Seen⸗ enge zwischen Tschitschkry⸗ und Owile⸗See versammelt. Die Russen meldeten mit Stolz den Zusammenbruch der(Schein⸗An⸗ griffe auf Schunelki. Der mit Wucht vorgetragene Angriff auf die Seenenge überraschte sie völlig, er gelang nach dreistündiger Artillerie-Vorbereitung vollkommen, die Durchbruchslücke wurde erweitert und nach Sulden die ganze Stellung aufgerollt, in der Verfolgung wurde Nowo⸗Alexandrowsk erreicht. g Die neue russische Stellung, die sich vom Gut Lauzensee bis Bahnhof Turmont vor die Straße legte, wurde sofort am nächsten Tage trotz der Anstrengung der Truppen angegriffen, um den Russen keine Zeit zu lassen, Verstärkungen heranzubringen. Die Wirkung der schweren Artillerie in dem Waldgelände war hier besonders stark, so daß die Infanterie schon eine Stunde vor der festgesetzten Angriffszeit stürmte, weil ste die Stellungen für erschüttert hielt. Die Stämme, die ich heute im winterlichen Wald hinter Alexandrowsk sah, waren in ihrer Zersplitterung eher Palmen als Kiefern ähnlich, ganze Grabenstücke waren bei Lauzensee von den niederschlagenden Baumriesen zerfetzt worden. Bei Lauzensee trat der seltene Fall, daß ein einzelner Musketier entschei⸗ dend den Kampf beeinflußte, ein. Die vielen kleinen Seen bringen es mit sich, daß eine ganze Stellung unhaltbar wird, wenn der südliche oder nördliche Seerand beherrscht wird, weil dann flankiert werden kann. Der Musketier Weiß durchschwamm in der Nacht den See bei Gut Lauzensee an seinem Nordrand, durch⸗ schnitt das russische Drahthindernis, holte sich zwölf Kameraden und nahm mit ihnen die Besatzung der Hügelkuppe, die gegen Flankie⸗ rung schützen sollte, samt Artilleriebeobachtern gefangen. Der kommandierende General belobte das Bataillon, das daraufhin die Stellungen im Sturmlauf nahm, auf dem Marktplatz von Nowo⸗Alexandrowsk und überreichte dem Musketier das Eiserne
Von der Zarenfamilie. Petersburg, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser und der. sind heute früh von der Front des Feldheeres nach Zarskoje Sselo zurückge⸗ kehrt. Die Kaiserin Alexandra Feodorowna und ihre
Söcht 5 f 1 Erster. WWW Auf der südlichen Seite der Chaussee setzten die Russen, die in 8 größter Eile mit Fraftwagenkolonnen inzwischen neue Verstär⸗
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Auf der Dardanellenfront nichts von Bedeutung, abgesehen von örtlichen, teilweise heftigen, teil⸗ weise schwachen Feuergefechten. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr nahmen zwei feindliche Kreirzer an dem Feuer teil, indem sie verschiedene Stellen wirkungslos beschossen. Bei Sedd⸗ ül⸗ Bahr und bei Ari Burnu zerstörte unsere Artillerie drei Minenwerferstel⸗ lungen des Feindes. Unsere Batterien an den Meerengen zer⸗ streuten feindliche Truppenansammlungen, die bei Monoliman und Elias Burnu gesichtet wurden.— Auf der Kaukasusfront schlugen wir mit Erfolg zwei Ueberfallversuche des Feindes in
kungen herangebracht hatten, zu heftigen Gegenstößen au. Sie drangen in der Nacht bis auf die Höhe von Nowasa vor. Es war eine dunkle, sternlose Nacht, die Landwehr war dabei, sich ein⸗ zugraben, als die Russen kamen. Man hatte die Schippe zur Hand und nahm sie als furchtbare Waffe Die Höhe von Nowaja war am Morgen mit Toten übersät, mit Toten, deren Schädel die klaffen⸗ den Wunden der Schippenblätter zeigten.
In den nächsten Tagen folgten sich Angriff und Gegenangriff. Am 23. wurde Kurzem in heftigem Stoß genommen und die da⸗ hinter liegende Stellung im Anschluß an den Angriff durchbrochen. Die Russen wurden bis Meddum, etwa 15 Kilometer vor Düna⸗ burg, zurückgeworfen.
Gegen diese Stellung haben die Russen im Oktober bis auf den heutigen Tag Angriff auf Angriff eingesetzt, mit einem Aufgebot von Artillerie, wie sie im Osten bisher äußerst selten war. Die Angriffe fingen am 10. Oktober in größerem Maßstab an und steigerten sich bis zum 17. Oktober. Hier erreichten sie einen Höhepunkt. Gegen ganz schmale Frontabschnitte wurden gegen sieben russische Divissonen(2 Divisionen vom 4. Korps, 2 Di⸗ visionen vom 14. Korps, die finnische Schützenbrigade, Teile des 5. sibirischen Korps und Reserven), vorgeworfen. Am 15. griffen die Russen in Zugkolonnen, vierundzwanzig Glieder tief, südlich der Chaussee an Es war einsach. nicht möglich, selbst mit Naschtnen gewebe bie der Meurgeugrauel angreifenden dicken Massen abzumähen. Ein Teil drang in die Gräbelle in benen sich ein wütender Kampf, Mann gegen Mann, entspann. Bei auf⸗ kommendem Licht rückten unsere Bataillone wieder vor und nahmen die verlorenen Stücke, die inzwischen unter unserem Artillerie⸗ feuer lagen, wieder. Was von den Russen übrig blieb— 300 Mann— wurde gefangen genommen. Ostpreußen, schlefische Land⸗ wehr. Rheinländer zeichneten sich hierbei besonders aus. Am nächsten Tage wurden sechs russische Angriffe gegen die Stel⸗ lungen geführt. Am Morgen stürmten vier russische Regimenter, um 2.30 Uhr folgte der zweite Angriff, weitere um 5.45 Uhr, 7 Uhr, 9.30 Uhr. Die Leichen lagen schichtweise vor den deutschen Stellungen. g 5 5 8
Ganz unzweifelhaft hatten die Russen die Absicht, um jeden
Der Seekrieg.
London, 1. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel⸗ det: Der britische Dampfer„Toward“ ist ver⸗ senkt worden; die Besatzung wurde gerettet.
Kriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch aushurgsweise, verboten.) Die Kämpfe an der Dünafront. 1 5 5. 5 ichzeiti it den hefti, Kü n um Wilna ging im e e erer 8 5 die Düna. Aber
ration einen vorläufigen Abschluß gefunden hatte, und wir dort die erreichten Erfolge in einer starken Stellung festgelegt hatten, gehen die Kämpfe an der Dünafront weiter. Es kam bei der Festlegung der Stellung in Litauen darauf an, daß nicht die im Kampf erstarrte Linie, sondern eine leicht verteidigungs⸗ fähige und günstige Grabenführung den Truppen jede mögliche Erleichterung gab. Zu dem Zweck wurde an manchen Stellen erheblich über die beabsichtigte Stellung vorgestoßen, um dann ungestört ausbauen zu können. Unser Zurückgehen auf diese vor⸗ bereitete Linie, in dem Augenblick, da sie fertig war, haben die Russen dann regelmäßig als Erfolg ihrer Angriffe ausgegeben. Das vorläufige Ziel ist jetzt, wie gesagt, in Litauen überall erreicht, wie weit das Ziel an der Tünafront gesteckt ist oder gesteckt wird, ist selbstwerständlich nicht zu erörtern, in dem Augen⸗ blick, da ich hier an der Front weile, ist jedenfalls die Offensive gegen den Brückenkopf von Dünaburg und die 9 11 Dünalinie 5 da 6 0 0 5 im Fortschreiten trotz der heftigen russischen Gegenangriffe und nischen Munitionsmengen und jaanischer Geschütze die russische der starken Anhäufung von Truppen auf der russischen Seite. Artillerie wieder aktionsfähig gemcht. Es wurden diese Angriffe
4. ja auch nur angesetzt, weil man ihnn mehrstündiges Trommelfeuer
icken konnte in einer Stäße, wie es von russis. Seite n Sebhnber waren un der Straße Wiltomir⸗Diuab urg, Pri inen ane 0 9 15
wurde. Man wollte offenbar auch auf russischer Seite den großen September⸗Oktober⸗Druck unterstützen, um uns zum Aufgeben an⸗ derer Pläne zu zwingen..
Die Truppen hielten in den Hräben, die noch ohne Hindernis waren, selbst dem schwersten rusischen Ansturm bewunderungs⸗ würdig stand. In den ja schließich ganz anderen östlichen Ver⸗ hältnissen ist diese Leistung ein Gegenstück zu den großen Kampf⸗ tagen im Westen. Der Erfolg var ein Ermatten der Russen. Gefangene sagten aus, daß in da Dörfern hinter der russischen Front kein Platz mehr für die* war, sodaß man sie im Freien unterbringen mußte. Banze Kompagnien, die unser Artilleriefeuer nicht mehr ertragn lonnten, liefen über. Die polnischen Regimenter, die seit de Besetzung Polens überhaupt nicht mehr recht bei der Sache ware, fingen an zu versagen. Dagegen hat unzweifelhaft da Eintreffen der großen japa⸗
Preis durchzubrechen, eine Absicht, die mit aller Energie verfolgt[i
19, bi kaum angesetzt wurde. Di dabei verwendete Munition. die von Kawnp gerade auf den Düna⸗Brückenkopf führt, noch keine aher 97 0 starken russischen Kräfte versammelt, weil die Russen alle verfüg⸗ baren Reserven einsetzten, um die gegen Wilna marschierende Armee Eichhorn bei Troki⸗Nowe zu durchbrechen. 5 Willomir war erreicht. Während sich Teile der Armee Eichhorn genau nach Osten schoben und das große Spiel um Wilna begann, flankierte der rechte Flügel der Niemen⸗Armee die Straße Wil⸗ komir—Dünaburg von Kowarsk⸗Andronischki aus, so daß die Russen auf ihre starken Stellungen südlich und nördlich von Autalogi zurückgehen mußten. Vom 10. September an vollzogen sich dann die Operationen der hier in Betracht kommenden deut⸗ schen Kräfte in nordöstlicher Richtung längs der Straße nach Dünaburg. In sehr schweren, fast täglichen Kämpfen mußte der Boden fast schrittweise gewonnen werden, je mehr man sich dem Brückenkopf Düna näherte, umso enger war das Netz der russischen Stellungen, und zuletzt suchten die Russen, vermutlich auf strengen Befehl des Zaren, mit Einsatz aller Kraft und ziemlich bedeutender Artillerie den immer enger Kreis gegen die Brückenkopf⸗ Stellung zu e e 55 Zunächst ging unser Angriff in ziemlich regelmäßigem Tempo vorwärts. Die Antalogi⸗Stellung wurde südlich und nördlich bei Tirmney und Norhjany umfaßt— ein Jägerbataillon, das bei Stobalunki ein russisches Regiment warf und 800 Gefangene machte, zeichnete sich hierbei besonders aus— so daß die frontal kaum zu nehmende Linie am 10. abends in unserem Besitz war. Andere deutsche Kräfte hatten inzwischen von Norden her Druck ausgeübt In den Gefechten bei Dusjaty und Wileiki konnte sich das 3. russische Korps nur durch größte Marschanstrengung vor der Urklammerung retten. Es wurde hinter die Swientaja urückgeworsen, der Fluß wurde fast gleichzeitig von den deutschen ruppen 1 itten. Am Abend des Schlachttages fand man bei einem russsschen Stabsoffizier den russischen Rückzugsbefehl, ber den sofortigen, eiligen Rückzug in die vorher ausgebaute Stellung zwischen Owile⸗See über die Chaussee nach dem Samawa⸗ See führend, anordnete. Am 13. September wurde festgestellt,
war ausschließlich japanischer Herkuft, ich habe selbst die Geschoß⸗ boden und Sprengstücke mit japaischen Zeichen gesehen. Auch das kleinkalibrige japanische Gewehrhat sich an der Beute und an den Verwundungen überall gezeigt. 77 Mit Hilfe dieser herangebrachtt Munitionsmenge sollte, das sei noch einmal betont, ein Durbruch großen Stils versucht werden. Ein sehr beträchtlicher Teil er russischen Armee ist an der Dünafront geworfen worden, sodafdie bisher erreichten Ersolge: Einengung des Kreises gegen Dünalrg, Erreichung der Düna und Beherrschung der Bahnlinie Dünarrg—Riga, Näherschieben an Riga in ausgezeichneter Stellung ir das schützende Sumpfgebiet, umso höher zu werten sind. ö 5 5 Rolf Brand) Kriegsberichterstatter.
Aus dem deiche.
Berlin, 1. Nov. Der Vatand der sozialdemo⸗ kratischen Fraktion de Reichstags hat die so⸗ fortige Einberufung des Richstages beim Reichs⸗ kanzler beantragt, weil die Lebhismittelfrage und der Be⸗ lagerungszustand eine schleune Erörterung erheischten.
Berlin; J. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Die Einzah⸗ lungen auf die dritte Hriesanleihe in der Woche vom 23. bis 30. Oktober sind u 225,5 auf 9008 Millionen Mark, gleich 74,4 Prozent der ßesamtzeichnung, gestiegen. Zur 4 Zeit haben sich digon den Darlehnskassen für
w der dritten Kriegsanlei hergegebenen Gelder nur Um 24,4 auf 590,2 Millionen öht.
Carranza mordet? London, 1. Nov.(WTB. chtamtlich.) Exchange Tele⸗
daß bieser Befehl befolgt war.
graph Company meldet aus N York: Nach aus San An⸗ tonio eingelaufenen telephonsen Meldungen ist Car⸗
L d lu g 0 5 von den Vereinigten Staaten als Präsident von Mexiko anerkannt worden.
Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 2. November 1915.
Per sonalnachricht. Zum bayerischen Kriegs mini. sterium kommandiert 2 Pb Boeckner(Gießen), bis⸗ her Kompagnieführer im Bayer. Feld⸗Inf.⸗Batl. Nr. 2. 0
* Auszeichnung. Ernst Schwabe, Sanitäts⸗ Unteroffizier z. Zt. in der Landwehr⸗Sanitäts⸗Kompagnie 24, der vor kurzem das Eiserne Kreuz erhalten, wurde mit dem Hess. Sanitätskreuz ausgezeichnet.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat durch Entschließung vom 23. Oktober 1 den Charakter als Leutnant vom 1. November d. J. ab dem seitherigen Kreisoberwachtmeister Johannes Roth im Großherzoglichen Gen⸗ darmeriekorps verliehen.— Durch Entschließung Großh. Mini⸗ steriums des Innern wurde der Lehramtsreferendar Dr. Hans Medert zu Darmstadt zum Lehramtsassessor ernannt.— Der Großherzog hat am 30. Oktober d. J. den Vorstand des Finanzamts Alzey, Finanzrat Georg Tag zu Alzey unter An⸗ erkennung seiner treuen Dienste vom 1. November 1915 ab bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt.
** Die Rote⸗Kreuz⸗Medaille zweiter Klasse haben erhalten: Korwan, Hans, Generalleutnant 8 D. in Darmstadt, D. Nebel, Ludwig, Präsident des Sber⸗ konsistoriums in Darmstadt, Schaefer, Hermann, Ober⸗ bürgermeister a. D., Hauptmann a. D., in Darmstadt, Frau Oberstallmeister Freifrau Auguste von Nordeck zur Ra⸗ benau, geborene Freiin von Riese⸗Stallburg, in Darm⸗ stadt, Frau Geheime Kommerzienrat Elisabeth Strecker, geb. Merck, in Mainz; die Rote⸗Kreuz⸗Medaille dritter Klasse haben erhalten: von Hombergk zu Vach, Mi⸗ nister des Innern in Darmstadt, Harth, Joseph, Kom⸗ merzienrat in Mainz, Dr. Usinger, Karl, Geheimerat, Provinzialdirektor in Gießen, Frau Staats minister Marie von Ewald, geborene Valckenberg, in Darmstadt.
— Militärische Ausbildung der Jugend. Am Samstag abend der vorletzten Woche führte eine Nacht⸗ ü bung 1 Jungmannschaften nach dem Gelände vor dem Bergwerkswald. Die n begann um 8 ¼ Uhr und war gegen 10 Uhr beendet. Die Aufgabe der Nachtübungen ist, die jungen Leute an die Dunkelheit zu. ins⸗ besondere das Patrouillengehen zu üben, also Auge und Ohr zu schärfen. Andererseits verschafft die Beibehaltung dieser Uebungen, solange die Witterung einigermaßen günstig ist, nicht nur den Jungmannschaften, sondern vor allem auch den sehr stark in Anspruch genommenen Füh⸗ rern alle 14 Tage einen freien Sonntag⸗Nachmittag für ihre Familien.— Am Mittwoch abend wurde nach den allgemeinen Uebungen die Bedeutung der Vereini⸗ gung der verbündeten Heere mit dem bulgari⸗ schen, die der Tagesbericht mitgeteilt hatte, dargetan. Am letzten Sonntag nachmittag fanden zwei kleinere Ge⸗ fechtsübungen auf dem Trieb statt. Die Mittwoch⸗ Uebungen fallen in dieser Woche aus.
Die Preisprüfungsstelle für die Stadt Gießen, die in der vorigen Woche ihre Tätigkeit begonnen hat, hielt am Samstag ihre erste Sprechstunde ab, die, wie an dieser Stelle in der letzten Freitagsnummer ausgeführt wurde, in erster Linie der engen Fühlungnahme zwischen der Prüfungsstelle und dem Publikum dienen soll. Der Erfolg war überraschend: Weder am Samstag noch in der gestrigen Sprechstunde ist jemand erschienen. Wenn man daraus den Schluß ziehen dürfte, daß nun in Gießen auf bon Ocbeusmittelmarkte ZJustänbe herrschen, die über jede Beschwerde und jeden Tadel erhaben sind, so wäre das ja hocherfreulich. Leider erscheint diese Schlußfolgerung aber nicht sehr berechtigt; denn der Hausfrauen, die auch jetzt noch ohne langes Nachdenken ein Dutzend Fälle aufzählen können, wo„die Polizei einschreiten müßte“, oder wo sie sich übervorteilt glauben, sind immer noch mehr als 9 vorhanden. und wenn am Wirtshaustisch das a „Wucher und Teuerung“ aufs Tapet kommt, ist schwerlich jemand da, der nicht Einzelheiten zu berichten weiß. Auf⸗ sallenderweise versagt diese Wissenschaft sofort, wenn es 0. handelt, sie der Allgemeinheit nutzbar zu machen, indem man sie der isprüfungsstelle unterbreitet. Es kann immer nur noch einmal gesagt werden, daß alles Reden und Lamentieren nicht den geringsten Wert hat; an der Straßenecke und hinterm Glase verpuffen die Beschwer⸗ den, und wenn sie noch so berechtigt sind, wirkungslos. Sie fend en vor die zuständigen Organe, und das ind in den meisten Fällen die Preisprüfungsstellen. Auf alle Fälle sollten diejenigen, die ihnen ihre Wahrnehmun⸗ 25 nicht vortragen wollen, bedenken, daß sie sich damit es Rechtes auf jede andere Kritik begeben: Wer die Waffe, die ihm das Reich zu seinem persönlichen Schutz an die Hand gegeben hat, ni Behle will, beklage sich nicht, wenn ein anderer sich seine Wehrlosigkeit zunutze macht. Es sei noch⸗ mals darauf e daß die Preisprüfungsstelle tg lich und zwar Montags bis eitags von 11½ bis 12¼ und Samstags von 16—12 Uhr in Zimmer Nr. 11 des Stadthauses zu sprechen ist. Mitteilungen nehmen auch alle Mitglieder der Prüfungsstelle, deren Namen in Nr. 251 des„Gieß. Anz.“ bekanntgegeben wurden, entgegen. Es sei nochmals ausdrücklich betont, daß die Sprechstunden einem wohlerwogenen Zwecke dienen und jeder berechtigten Klage ein offenes Ohr leihen wollen; und daß sie anderseits ihre Pflichten schwerlich erfüllen können, wenn sie nicht vom Vertrauen der Bevölkerung getragen werden.
* Vortrag. Kaufm. Kere und Ortsgewerbe⸗ verein veranstalten morgen abend pünktlich 8½ Uhr, in der neuen Aula der Univeristät einen Vortra gsabend. Redak⸗ teur Adrian Mayer, Straßburg wird über:„Die Vogesen 1 Kampfstätten“ sprechen. Lichtbilder werden den Vortrag
Gemüseverkauf durch die Stadt. Die Stadt hat einen größeren Posten Weißkraut beschafft, der im Spital am Seltersweg und im ehemaligen Gewerbeschulhaus Asterweg eingekellert wurde. An Verbraucher soll das Weiß⸗ kraut der Zentner mit 5,50 Mk. zum Verkauf kommen.
* Rumänische Gerste ist in ziemlich erheblicher Menge vom Kommunalverband beschafft worden. Sie soll Fe end e, dan für 21 8 e der Geflügel⸗
0. n auch für die besse i tungsbedingungen N VVV Kupfer Messing, Nickel. Die Frist zur An⸗ meldung der beschlagnahmten Gegenstände 5 Kupfer, Messing und Reinnickel dauert nur noch bis zum 16. l. Mts. Wer bisher nicht freiwillig abgeltefert hat und auch seiner
Anmeldepflicht noch nicht nachgekommen ist, sei auf die neuen im Kreisblatt Nr. 96 vom Meengtag ben 2. es zur Veröffentlichung kommenden Strafbestimmungen, die
wesentlich verschärft worden find, hingewiesen.
Nachtragsbekanntmachung des Stellvertretenden General⸗
kommandos des 18. Armeekorps vom 29. v. Mts liegt in den Geschäftsräumen des Kreisamts zur Einsicht ein
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d ermorber worben.— Qurkunga wall vor kurzem


