Beschlagnahme und 8 und Fertig fabrikaten, Durch die Bekannt 1 1/7. 15. K. R. A.(in Kraft getreten am 20. Juli 1915) ist eine Bestandsmeldung von Fertigfabrikaten,
Nachmeldung von Kup⸗
ie ganz oder teilweise aus reinem Kupfer bestehen, angeordnet worden. Die Verfügung über Kupfer aus Ferti fabrikaten wurde darin gewissen Beschränkurczen unterworfen, doch enthielt die damalige Anord⸗ nung noch die„Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme und Nachmeldung von Kupfer in Fertigfabrikaten“ vom 2. 5 Reihe der in Bekanntmachung M. 1/7. 15. F. R. A. aufgezählten Gegenstände der Beschlagnahme unterworfen. Es han⸗ delt sich nach 8 2 der Bekanntmachung hauptsächlich um gewerb⸗ liche Anlagen und Apparate, so daß unter normalen Umständen Privatpersonen und Haushaltungen von der Beschlagnahme nicht betroffen werden Den Kreis der betroffenen Perfonen usw. legt 8 3 der Bekanntmachung fest. Die von der Bekanntmachung be⸗ troffenen Gegenstände dürfen an die Metall⸗Mobilmach⸗ un 15 stel le des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Ber⸗ lin W. g, Potsdamterstraße 10/11 verkauft werden. Anderweitige Verfügung(auch zur Ausführung von Krie slieferungen!) ist nur mit Zustimmung der Metallmobilmachungsstelle zulässig. Für alle Personen, die ihre Meldepflicht nach Verfügung M. 1//. 15. K. R. A. bisher nicht genügt haben, wird eine neue Meldefrist bis zum 30. November 1915 gesetzt. Es wird dringend da⸗ vor gewarnt, diese Nachfrist ungenutzt verstreichen zu lassen, da ein Unterlassen der Meldung strafrechtliche Verfolgung nach sich zieht. Die Bekanntgabe der neuen Verordnung II. 5395/9. 15. K. R. A erfolgt in der üblichen Weise durch die zuständigen Mili⸗ tärbefehlshaber mittels Anschlages und Abdrucks in amtlichen Zeitungen. Sie ist u. a in der heutigen Ausgabe des„Gießener Anzeigers“ enthalten. Die Beschlagnahme von fertigen, gebrauch⸗ ten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel, mit deren Durchführung die Kommunalverbände be⸗ auftragt sind, hat mit der neuen Verordnung nichts zu tun.
r Von dem Hausarbeitsgeset vom 20. Dezember 1911 sind die 88 3, 4 noch nicht in Traft gekreten. Sie behandeln im wesentlichen die Bekanntgebung der Löhne an die Hausarbeiter
durch offene Auslage von Lohn verzeichnissen oder Aus⸗ d
hängen von Lohntafeln(s 3) sowie die Aushändigung von Lohnbüchern oder Arbeitszetteln an die Haus⸗ arbeiter(8 4). Ausnahmen von diesen Vorschriften können von
dem Bundesrat bewilligt werden; sie haben jedoch den Antrag K Beteiligter zur Voraussetzung. Eine möglichst baldige Inkraft⸗ b
ne der Vorschriften der 88 3, 4 ist im Hinblick auf die ständig zunehmende Bedeutung der Heimarbeit während des Krieges eboten. Zu diesem Zwecke sind Erhebungen zur Vorhereitung 5 Bundesratsbeschlüsse über etwaige Anträge auf Befreiung von den Pflichten aus den genannten Paragraphen des Haus⸗ arbeitsgesetzes erforderlich. Den Arbeitgebern von Hausarbeitern muß hiernach empfohlen werden, etwaige Anträge möglichst um⸗ hend bei dem zuständigen Kreisamt unter eingehender Begrün⸗ 2 75 zu stellen. Es darf die Erwartung ausgesprochen werden, daß nur wirklich begründete Anträge gestellt werden, umal, soweit die seither gemachten Beobachtungen schon jetzt einen luß zulassen, in zahlreichen Fällen, in denen Befreiung vom 5 3 Abf. 1 des Hausarbeitsges etwa begehrt werden sollte, ie Durchführung nicht unmöglich, sondern nur mit mehr oder weniger erheblichen, bei gutem Willen aber wohl zu überwinden⸗ den Schwierigkeiten für die Gewerbetreibenden oder ihre Vertreter verbunden ist. Auch der Ausführung der in§ 4 vorgesehenen Be⸗ stimmungen über die Aushändigung von Lohnhüchern oder Ar⸗ beitszetteln werden sich beachtliche Schwierigkeiten, wenn über⸗ haupt, so doch nur für einen sehr beschränkten Kreis von Hausarbeitern entgegenstellen. Nach 94 Abs. 3 bleibt bei Ausnahmen gemäß 8 4 Abf. 2 des Hausarbeitsgesetzes die Kleider⸗ und Wäschekonfektion überhaupt außer Betracht. a ** Aus dem Reichs⸗Gesetzblatt. Das Reichsgesetz⸗ blatt Nr. 151 enthält eine Bekanntmachung über die Festsetzung der Höchstpreise für Kartoffeln und die Preisstellung für den Weiterverkauf vom 28. Oktober 1915 und eine Bekanntmachung über die Abänderung der Bekanntmachung über die Kartoffelver⸗ sorgung vom 9. Oktober 1915 vom 28. Oktober 1915.— Das Reichsgesetzblatt Nr. 152 enthält Bekanntmachungen über die Regelung der Kartoffelpreise, zur Einschränkung des Fleisch⸗ und Fettverbrauchs, über die Regelung der Fisch⸗ und Wildpreise, wegen Aenderung der Bekanntmachung, betr. Einschränkung der Trin inerzeugung, vom 31. März 1915, alle vom 28.Ok⸗ tober 1915.— Diese höchst wichtigen Verordnungen werden vor⸗ aussichtlich in einem be onderen, dem Gießener Anzeiger bei⸗ liegen Kreisblatt veröffentlicht werden.* 5 ** Personalnachrichten der Kaiserlichen Ober⸗ Postdirektion in Darmstadt. Das Eiferne Kreuz 9 5 Klasse wurde dem Postsekretär Jöckel aus Mainz, dem ber⸗Telegraphenassistenten Vetter aus Gießen und dem Postgehilfen Völsing aus Darmstadt; das Herzoglich Sachsen⸗ Meiningensche Ehrenkreuz für Verdienst im Kriege dem Ober⸗ Postassistenten Schlen vogt aus Mainz verliehen. 5 er wurde verliehen beim Scheiden aus dem Amte das Ritterkreuz weiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen 2 Postsekretär Mees in Darmstadt.— Zu Postgehilfen wurden Realgymnasiast Stoll aus Budenheim, die Oberrealschüler Fi⸗ cher und Wölfel aus Mainz und Flick aus Bechtolsheim, die Realschüler Diefenthäler aus Armheim und Schäfer aus Michelstadt; zu. e ne bai die Oberrealschüler Hechler aus Worms und Rössing aus Oppenheim; zu Telegraphen⸗ gehülfinnen: Auguste Alt in Darmstadt und Katharine Zikesch in Mainz; als Postagentin: Marie Seeger in Lützel⸗Wiebels⸗ ich angenommen.— e wurden Postsekretär August Schmidt von Friedberg nach Wittenberg(Bez. Halle) als Ober⸗Postsekretär, Ober⸗Postassistent Jockel von Lich nach Gießen, Postassistent Jacoby von Mainz nach Darmstadt; die Tele⸗ aphengehilfinnen Ben 3 von Darmstadt nach Berlin⸗Wilmers⸗ 3 Schöttler von Berlin⸗Wilmersdorf nach Darmstadt und Christine Walther von Offenbach nach Gießen.— Vor dem Feinde sind gefallen: Telegraphenassistent Schäfer aus Offen⸗ bach und Postgehilfe Bernet aus Rüsselsheim.— Ge orben sind: Postsekretär Borchhardt in Mainz und die ostgehil⸗ fin a. D. Heil aus Obermörlen.
i Gefangenentrans port. Gestern gegen 11 Uhr abends langten hier ca. 1300 Franzosen, die bei den Kämpfen vor Tahure gefangen genommen wurden, an. Die Leute waren sämtlich mit den neuen blau⸗grünen Uniformen und mit Stahlhelmen ausgerüstet, schienen mit gutem Schuhwerk versehen und trugen fast durchweg Wickelgamaschen. In dem Transport waren auffällig viel jugendliche Soldaten in der Größe von Knaben. 5
* Gefaßt. Der Dieb, welcher im Schützenhaus und in der Kaserne verschiedentlich Waffen entwendet hat, ist in dem 19jährigen K., wohnhaft am Schiffenberger Weg, ermittelt und dingfest gemacht worden. Der junge Mensch soll, nachdem er erst im Besitz von Munition und Gewehr war, um die Stadt herum auch gewildert haben.
Landkreis Gießen.
u. Heuchelheim, 1. Nov. Vizefeldwebel K. Rinn von hier, der sich augenblicklich infolge einer in den Champagnekämpfen empfangenen Wunde im evangelischen Schwesternhaus zu Gießen befindet, erhielt dieser Tage das Eiserne Kreuz. 2. Klasse. Klein⸗Linden, 1. Nov. Der Turnverein hielt gestern seine Hauptversammlung bei Gastwirt Rinn ab. Nach dem
vorliegenden Jahres⸗Kassenbericht bewilligte der Verein bei Kriegs⸗ beginn dem Roten Kreuz 100 Mk. und verausgabte bis jetzt für Unterstützungen und Liebesgaben an seine Mitglieder 524.90 Mk. Der Verein 25 41. Mitglieder im Felde stehen und bis jetzt den Turner Unteroffizier H. Klein durch den Tod auf dem Schlachtfelde verloren; außerdem werden das Mitglied A. Knapp und dere zweite Turnwart W. Ander mann vermißt. Von einer Vorstandswahl wurde Abstand genommen und es bleiben die fol⸗ . Mitglieder bis zum Friedensschlusse in ihren Aemtern: 1 5. f Weinandt Schriftf.; K. Klein, Rechner, neu⸗ F uscheing, 1. Turnwart: J. Frey, O. Lang und Gr. Weigel, Beisitzer.— Bei qgünstiger Wikterung unternimmt N 5„ 8 1 0 3
*
eine Beschlagnahme. Neuerdings werden nun burchs da November 1915 eine d
der Verein am 14. November seinen Herbstturngang nach
Wetzlar.. i
—Burkhardsfelden, 1. Nov. Der Krieg hat auch hier wieder ein neues Opfer dert. Der Landwirt Karl Haas erhielt die amtliche Nachricht, daß sein Sohn in Rußland den Heldentod gestorben sei. Terselbe kämpfte zuerst in Frankreich, überstand dort glücklich eine schwere Typhuserkrankung und rückte un nach Rußland aus, wo er jetzt fürs Vaterland gefallen ist.— Von dem seit den Kämpfen in der Champagne als vermißt gelten⸗ en Ersatz⸗Res. Ludwig Mohr traf heute Nachricht ein, daß er 510 verwundet worden sei und sich in einem Lazarett in Vichy(Allier) befinde. 5
[watzenborn⸗Steinberg, 1. Nov. Die seit den letzten schweren Kämpfen im Westen vermißten Krieger unserer Gemeinde haben sich bis auf einen wieder gefu nden Von Lehrer Bender, Georg Schäfer vl. und Konrad Bu 8 traf die Nachricht ein, daß sie sich in französischer Gefangen— schaft befinden, im übrigen ginge es ihnen gut. Adolf Nunen- hal, der einzige Sohn und das emzige Kind seiner Eltern, ist leider gefallen.— Eine weitere offizielle Trauernachricht vom Regiment aus dem Felde erwies sich glücklicherweise als Irrtum. Vor einigen Tagen wurde dem Jakob Schmandt XII. in Watzen- born, in Diensien des Braunsteinbergwerkes, vom Komvpagnie— seldwebel gemeldet daß sein Sohn Heinrich in der Nacht vom J. zum 2 October d. J. bei einem Patrouillengang den Heldentod gestorben sei, und es wurde der beirü ten Familie die Anteilnahme der Offiziere, Unteroffiziere und Manuschaften der Kompagnie aus- gesprochen, auch zum Schluß bemerkt, daß die Wertsachen des Ge— jallenen schon an die Eltern abgesandt seien. Am vorigen Freitag traf nun eine Posikarte des Totgemeldeten aus Smolensk(Ruß land) ein, daß er wohl und munter sei und daß man sich wegen seiner keine Sorgen machen solle. Er ist also in russischer Ge— sangenschaft.
W. Lich, 2. Nov. Am vergangenen Sonntag veranstalteten die beiden Jugend⸗Kompagnien Lich und Umoebung unter Leitung des Gend.⸗Wachtmeisters W eber und des Herrn Roth eine Marschübung, verbunden mit Gefecht bei Bad⸗Salz⸗ hausen und Nidda. Vorher wurde bei Borsdorf abgekocht, wozu ie Gemeinde Borsdorf den Jungmannen bereitwilligst Holz und Wasser zur Verfügung stellte. Hierauf hielt Pfarrer Freitag⸗ Lich Feldgottesdienst ab. Punkt 3 Uhr begann das Ge⸗ fecht bei Nidda mit der dortigen Jugendwehr, unker Leitung des ompagnieführers Vetzberger. Das Gefecht war gegen 5 Uhr eendet. Feind wie Freund hatten ihre Aufgaben tadellos er⸗ füllt. Dann zogen sämtliche Führer und Jungmannen unter Vorantritt der Spielleute in Nidda ein, wo im Hotel„Gambrinus“ kurze Rast gehalten wurde. Hier hielt Kompagnieführer Vetzberger die Begrüßungsansprache, worauf Wachtmeister Weder im Namen der Licher Jugendwehr dankte. Darauf wurde ein Hurra auf Kaiser, Großherzog und Armee ausgebracht. Gegen 6 Uhr fuhren beide KFompagnien vergnügt von Nidda per Eisenbahn wieder nach ihrer Heimat zurück.
s. In heiden, 1. Nov. auf dem westlichen Kriegsschauplatze steht und bereits mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet ist, wurde zum Vize⸗ feldwebel befördert.
Kreis Büdingen.
* Bleichenbach, 1. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt
der seit August v. Is. im Felde stehende Dragoner⸗Gefreite Heß
im Drag.⸗Regt. 24.
i Calbach, 1. Nov. Die hessische Tapferkeits⸗
1 erhielt der Unteroffizier Krömmelbein im Drag.⸗ egt. 23.
Stockheim, 1. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der
Oberjäger Schmidt. 5 8
„ Heegheim, 1. Nov. Fürs Vaterland starb im Osten der Reservist Alt vatter. 0
„ Echzell, 1. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Schmidt.
Kreis Lauterbach. 5
M. Lauterbach, 1. Nov. Generalmafor von Heyl⸗ Darmstadt, der von Samstag auf Sonntag bei der Freiherrlich Riedeselschen Familie zu Gaste war und am Sonntag morgen zur Besichtigung der Alsfelder Jugendwehr weiter reiste, begrüßte vor seiner Abfahrt die gerade im Burghof zum Kirchgang au⸗ tretende Lauterbacher Ju endwehr. In einer Ansprache bedauerte er, daß er wegen des Todesfalles seiner Schwägerin ver⸗ 1 5 war, der am vergangenen Sonntag vorgenommenen Be⸗ ichtigung der Jugendkompagnien des Kreises terbach beizu⸗ bauten N freue ihn aber, mitteilen zu können, daß die Lauter⸗ ba⸗ pagnie, wie ihm berichtet wurde, bei der Besichtigung besonders gut abgeschnitten hätte.
rr. Schlitz, 1. Nov. Von herrlichem Sonnenschein be⸗ günstigt, hielt gestern nachmittag die hiesige Jugendwehr einen von Hunderten besuchten Feldaotkes dienst in der „Musterslinde“ ab. Unter Begleitung einer Musikkapelle sang man zunächst:„Ein feste Burg ist unser Gott“. Sodann predigte Stadtpfarrer Boeckner auf Grund des Schristwortes:„Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost, denn der Herr kann auch große Dinge tun.“ Mit dem Gesang des Liedes: „Lobe den Herrn“ schloß die religiöse Feier. In längerer Aus- sührung verherrlichte Lehrer Gompf sodann den Kaiser und das Heer und brachte auf beide ein begeistert aufgenommenes Hoch aus. Es folgte ein Exerzieren der Jugendwehr, und mit einem Parade⸗ marsch, den einige Offiziere aus Bad Salzschlirf abnahmen, schloß die wohlgelungene Veranstaltung.
Kreis Wetzlar.
Wetzlar, 1. Nov. Unsere Unterofsizierschule, die mit Beainn des Krieges geräumt wurde, weil die gesamte Mann- schaft ins Heer eintrat, ist seit 14 Tagen wieder mit Unteroffizier⸗ schülern voll belegt. Die Räume der Schule waren bisher als Lazarett oder auch als Unterkunst für den Landsturm benutzt
worden.
„ra. Kinzenbach, 31. Ott. Die beiden Ersatz⸗Reservisten Wilhelm Viehmann und Karl Hofmann, die seit den Kämpfen am 25. und 26. September als vermißt galten, haben
lich jetzt beide aus französischer Gesan genschaft(Limoges und
Marseille) gemeldet. 5 Hessen⸗Nassau.
Wm. Kirchhain, J. Nov. Die Preisprüfungs⸗ kommission für den Kreis Kirchhain hat die Höchstpreise für Butter und Milch, von heute ab, wie folgt festgesetzt: Für Molkerei⸗Süßrahmbutter 2,10 k., für Landbutter 1,70 Mk. für das Pfund, für Vollmilch 22 Pfg. für den Liter.
Frankfurt a. M., 1. Nov. Jeden Mittag um 12 Uhr verließ der 35jährige Kaufmann Philipp Herr seine Wohnung in der Bergerstraße, um als Vertreter auswärtiger Geschäfts⸗ 1 zu wirken. Unter dem Arm trug er die dicke Mappe, ge⸗ üllt mit„Briefen“, Aufträgen“ u. dgl. Herr besuchte zwar hiesige Kaufleute die Menge, aber er wählte für seine Besuche stets die Zeit, wenn die Geschäftsräume geschlossen waren. Er half sich aber und entnahm der Mappe Dietriche, Hammer, Brech⸗ eisen und anderes Handwerkszeug, erbrach die Räume, plünderte und stahl nach Herzenslust. Dann steckte er das Gerät samt der Beute in die Mappe und machte anderwärts ähnliche Besuche, bis man den Herrn Herr ertappte und festnahm. Man ent⸗ deckte in ihm einen länast gesuchten Einbrecher, der gestand, in jüngster Zeit nicht 1 als 83 Einbrüche in Frankfurt ber⸗ übt zu haben, alle nach dem geschilderten Verfahren. Herr hat sich nun am Samstag als die Flut von Anzeigen wider ihn noch immer nicht nachließ und er sich von einem Geständnis zum andern bequemen mußte, im Geri Sgefängnis erhängt.
ul. Limburg, 1. Nov. Im Kreise Limburg sind im ganzen 10959 Mk. für die deutschen Kriegsgefangenen in Ruß ⸗ land gesammelt worden. Auf die Stadt Limburg entfallen dabon 3482.72 Mk. An der Sammlung sind auch Limburger Eisenbahner in Lüttich beteiligt.
Aniversitäts⸗Nachrichten.
Marburg, 1. Nov. Die theologische Fakultät der hiesigen Universität verlieh dem bekannten Kirchenhistortker Konsistorialrat Hermann Dechent, Pfarrer an der Weißfrauenkirche in Frank⸗
Unteroffizier W. Gerhardt, der M
furt a..., die Würde eines Ehrendoktors. Das Diplom wurde dem Gelehrten, der sich besonders um die Geschichte der Reformatton verdient gemacht hat, am Resormatlonssest überreicht.
Vermischtes.
Berlin, 2. Nov. Der Schöneberger Polizei gelang es, einem seit langer Zeit betriebenen Mehlschwindel auf die Spur zu kommen. Die Firma Kosterlitz war vom Magistrat mit Mehllieferungen für die Kleinhändler betraut. Durch minder⸗ wertiges Mehl, das sie in Verkehr brachte, wurden die Verbraucher geschädigt. Dabei brachte es die Firma fertig, unter der Hand sich einen größeren Vorrat an Mehl zu beschaffen, als ihr nach der Zahl ihrer Abnehmer zustand, wodurch die Allgemeinheit be⸗ nachteiligt wurde. Der stellvertretende Inhaber der Firma wurde 55 festgenommen, da die Polizei die Schließung des Geschäfts erfügte.
Giessen, 2. Nov.
Märkte. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Vid 2,00— 2, 10, Hühnereier das Stück 172—21 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pig. Käsematte 1. Stück 3—0 Pig. Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00— 2,50 Mk., Hahnen 1,50— 2,50 Mk., Gänse d. Pid.„201,30 Mk., Ochsenfleisch das Piund Mk. 1,20—1,24, Kuhfleisch 110—00 Vfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,90—0,o0 Mk, Kalbfleisch das Pid. 1,20 1,24 Mk., Hammkelfleisch das Pfund 100—116 Pfg. Kartoffeln 1 Ztr. 3.5) bis 4,00 Mark, Milch das Liter 26 Pfg.: Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 00—40 Pfg. Spinat 2025 Pfg. das Pfund; Wirsing 10-15 Pfg. das Stück, Gelberuͤben 10—12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißtraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg., bessere 00-00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 23-00 Mt. Zlüsse 100 Stück 40—50 Pig, Blumenkohl 2050 bfg Tomaten d. Pfd. 25—3 Pfg. Sellerie 6— 10 Pig. d. St. Endivien 10—12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10 1,15 Mk., Rindfleisch- Bratenstück das Pfund 1,101.15 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,70 Mk., Nierenfett das Pfund 1 Mk. Leberpreßklopf Mk. 1,40 das Pfund, Fleischwurst Mk. 1,40 das Pfund.
se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom J. Nov. Auftrieb: Rinder 2289(Ochsen 247, Bullen 48, Kühe und Färsen 1994) Kälber 326, Schafe 118, Schweine 1032.
Marktverlauf: Rin zer- und Kalbermarkt flott, Schafe ruhig, geräumt, Schweine gedrückt, bleibt Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht-
Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästele, höchsten Schlacht- Mk. Mk. Wertes, 1 Jahre alt: 1 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere aug t äßig genährte junge 3 gut genährte ältere 665-68 118-124 Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 69—72 120—125 Vollfleischige, jüngree 5 6366 115—120 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 64—70 126134 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu;? Jahren 869.99 129 130 Wenig gut entwickelte Färsen.. 3 57—62 114—124 Aeltere ausgemästete Kühe 4855 96-110 Mäßig genährte Kühe und Färsen. 40—47 80-94 Gering genährte Kübe und Färsen.. 3239 7889 Kälber. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber„„ 128 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber... 75—78 127133 Geringe Sauigkälbensns 8 Schafe. Mastl's mmer und Masthammel.. 60-00 130-00 Aeltere Masthammel, gut genährte junge Schase und geringere Mastlämmer. 50-00 120-00
Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht... 135.00. 140.00 170.00 172.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Hebenla wicht dd d 0 166 178.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht... 135.009.140. 00 170.00 172.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 135.00-140.00 170.00- 172.00 le. Frankfurt a. M., 1. Nov. Frucht- mittelmarkt. Tie Haltung der Käufer am Fruchtmarkt ist noch zurückhaltender geworden. Futtermittel liegen nach wie vor sest. Umsätze bescheiden, Angebot ist sehr spärlich, Nachfrage groß. So weit Preise bekannt wurden, sind dieselben gegen die Vorwoche unverändert sest. Getreide vollständig geschästslos se. Frankfurt a. M., 1. Nov. Kartoffelmarkt. Man notierte Sorte Industrie 808,00 Mk. ab oberhessischen und nassautschen Stationen; Sorte Hassia 6.50—7.75 Mk. ab Stationen der Wetterau. Alles per 100 Kg.
2 8—. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
— 55.— rs o 1 2382 Roo. 8 8 8 8 8 8 8 8525 1 S 2— 2 S828 10 E58 Z S S 8 15 e— 8 2 100= 8 S8 f 5 9 75— 8,8 70 83—— 8 Bew. Himmel V% 2. 42— 8,1] 7,6 94——] 9 Bew. 5 ö 0
Höchste Temperatur am 31. Okt. bis 1. Nov. 1915= Niedrigste„ 5. Niederschlag: 3,0 mu.
9.6 0. 1915 1 8,7„
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch,! den 3. Nov. 1015 Fortdauer der bestehenden Witterung: Trüb und regnerisch; Tempe ratur wenig geändert.
Die bulgarische Verteidigung von Warna. Budapest, 2. Nov. Wie das Bukarester Blatt„Uni versul“ zu melden weiß, wurden in Warna 60000 Bul⸗
garen konzentriert. Daß auch türkische Truppen ein⸗ getroffen seien, erklärt das Blatt für unrichtig.
Englands Furcht vor Sonderfriedensverhandlungen.
Genf, 2. Nov. Nach dem„Figaro“ beabsichtigt England. auch mit Italien in Verhandlungen einzutreten, um es zu bewegen, ebenfalls dem Londoner Vertrage beizutreten, durch den es verpflichtet sein soll, keinen Se paratfrieden zu schließen. Die Bekanntgabe, daß Japan diesem Vertrage auch zugestimmt habe, wird von der französischen Presse als ver⸗ früßht bezeichnet. f 9
Die Haltung Dänemarks.
Kopenhagen, 2. Nov. Der Ministerpräsident Zahle erklärte in einer Rede: Die Regierung hat die Aufgabe, Dänemark vor einem Krieg zu schützen, und h ft, dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Es lebe Dänemark! Na ihm sprach der Minister des Innern. Er hob hervor, daß Dänemarks Stellung im Kriege durch die 2 pen e Lage des Landes sehr schwierig war. Es sei aber der 9 egierung gelungen, nach beiden Seiten sich die Wege offen zu halten. Zur Volkswirtschaft übergehend, sagte er: Teuere Zeiten stehen vor der Tür. Alle Staaten kämpfen dagegen leider vergebens. Die Spekulation aber
muß bekämpft werden. Trotzdem man nicht jedermanns Rat folgen kann, müssen Produzenten und Konfumenten geschützt werden.
und Futter⸗


