Ausgabe 
(21.10.1915) 248. Erstes Blatt
Seite
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Ein Erlaß des Zaren über den

Verrat Bulgariens.

Pekeraburg, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Ein kar⸗ serlicher Erlaß besagt:

Wir tun allen unseren getreuen Untertanen zu wissen, daß der Verrat Bulgariens an der flawischen Sache, der mit Treulosigkeit seit Kriegsausbruch vorbereitet, aber dennoch unmöglich schien, vollzogen ist. Die bulgarischen Truppen haben unseren treuen Verbündeten Serbien angegriffen, der von dem Kampfe gegen einen stärleren Feind blutet. Rußland und die Großmächte, unsere Verbündeten, suchten die Regierung Fer⸗ dinands von Koburg von diesem verhängnisvollen Schritt zu⸗ rückzuhalten. Die Verwirklichung der alten Bestrebungen des bulgarischen Volkes auf Angliederung Mazedoniens war Bul⸗ garten auf einem anderen Wege, der den Interessen des Slawen⸗ tums angepaßt war, zugesichert. Aber geheime Berechnungen und Interessen, die von den Deutschen eingegeben waren und der brudermörderische Haß gegen Serbien blieben Sieger. Bul⸗ garien, unser Glaubensgenosse, seit kurzem aus türkischer Skla⸗ verei befreit durch die brüderliche Liebe und das Blut des russi⸗ schen Volkes, hat sich offen auf die Seite der Feinde des christ⸗ lichendes Slawentums und Rußland gestellt. Das xussische Volk sieht den Verrat Bulgariens mit Schmerz; mit blutendem Herzen zieht es das Schwert gegen Bulgarien und über⸗ Abt das Schicksal der Verräter der slawischen Sache der gerechten Strafe Gottes.

Griechenland und dieEntente.

Berlin, 20. Okt.(Priv.⸗Tel.) DieB. Z. meldet aus Amsterdam: Nach einer Reutermeldung aus Athen haben die Gesandten Rußlands und Englands dem griechi⸗ schen Ministerpräsidenten Zaimis eröffnet, daß ihre Regierung mit der griechischen Auslegung der Vertragsverpflichtungen Grie⸗ chenlands gegenüber Serbiens nicht übereinstimmen.

Englische Betrachtungen der Lage.

London, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieWest⸗ minster Gazette schreibt: Der große Schlag, den die grie⸗ chische Neutralität uns versetzt, ist, daß wir uns plötzlich in der Notwendigkeit befinden, den Feldzug in einem sehr schwierigen Gelände zu führen, ohne Hilfe eines Verbündeten, der das Gelände kennt und unserem Mangel an Kenntnissen abhelfen könnte. Nun müssen wir den Man⸗ gel aus eigenen Kräften ersetzen. Das Blatt tröstet sich, daß, auch wenn Deutschland sich den Weg nach Konstantinopel bahne, der Hauptkriegsschauplatz Frankreich und Rußland sei.

London, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieDaily Mail schließt einen Leitartikel, in dem sie die Ver heim⸗ lichungs politik der Regierung scharf angreift, mit den Worten: Wenn die Regierung fortfährt, die Tatsachen zu ver⸗ heimlichen, und wenn das Volk erfährt, in welchem Umfange es getäuscht und irregeführt worden ist, wird eine gewaltsame Umwälzung entstehen, für die die englische Geschichte seit 250 Jahren kein Beispiel bietet.

London, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieTimes erklärt, außer dem Rücktritt Carsons sei ein langer Be⸗ such Bonar Laws im Buckingham⸗Palast ein bemerkenswer⸗ tes Ereignis des Tages.

London, 20. Okt.(WTB.. Ueber die Wah⸗ len in Südafrika schreibt dieTimes: Wenn Botha und seine Anhänger geschlagen werden, wird die Reichssache in Süd⸗ afrika schwer gefährdet sein. Auch wenn sie siegen, wird die Zukunft durch die alten Schwierigkeiten gestört werden, die

jeder Ausfall der Wahlen eher verstärken als lösen wird. DieDaily News bezweifelt in einem Leitartikel, daß Bo⸗ a die absolute Mehrheit gewinnen wird Das Blatt spricht die efürchtung aus, daß die vermutliche Vereinigung der Botha⸗ Partei und der Unionisten wenig Gutes bedeute. Aus dem englischen Unterhaus.

London, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus Das Unterhaus war, da man mit der Möglichkeit politischer Zwischenfälle rechnete, ge⸗ drängt voll. Es ereignete sich aber nichts Besonderes. Carson war nicht anwesend. Lloyd George beant⸗ wortete verschiedene Fragen, die eigentlich an Asquith ge⸗ richtet waren; dieser war abwesend. Dal ziel(liberal) fragte, ob italienische Truppen zusammen mit den eng⸗ lischen und französischen Truppen in Serbien vorgehen werden. Darauf antwortete Lloyd George: die Art, wie sich Italien am wirksamsten an dem Unternehmen be⸗

teiligen könnte, werde von den Alliierten erwogen.(Bei⸗ a fall.) Der parlamentarische Unterstaatssekretär im Kriegs⸗

25 000 britische Kriegsgefangene in Deutschland befunden

hätten. 5 5 Die Erkrankung Asquith'. 5 ö London, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ueber Asquiths Befinden wurde ein Bulletin ausgegeben, wonach der Kranke eine gute Nacht verbracht hat und eine Besserung eingetreten ist; er darf jedoch das Zimmer nicht verlassen. 1 1 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet von der Dardanellenfront: Bei Anaforta beschoß unsere Artillerie feindliche Truppen, welche BVerschanzungen aufwarfen und ein Torpedoboot, welches Kiretsch Tepe beschoß. Bei Ari Burnu wurde in der Nacht zum 19. Oktober ein feindliches Torpedoboot, welches unseren rechten und unseren linken Flügel wirkungslos beschoß, durch das Feuer unserer Artillerie vom linken Flügel gezwungen, das Feuer ein⸗ zustellen und sich zurückzuziehen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zeit⸗ weise aussetzendes Artilleriefeuer und Bombenwerfen von beiden Seiten. Sonst nichts von Bedeutung. ö Die Bagdadbahn. Konstantinopel, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)

Die Strecke der Bagdadbahn von Islahie nach Rad⸗ ju wurde heute dem Betrieb übergeben. Die beiden genann⸗ ten Stationen liegen östlich Amanus im Norden von Aleppo. Die Eröffnung dieser Teilstrecke bringt das syrische Netz um 447 Kilometer näher an den bekanntlich schon durchgeschla⸗ genen Haupttunnel der ganzen Bahn bei Baatsche. f

1 Eine osmanisch⸗israelitische Union. 1 onstantinopel, 19. Okt. Die jüdischen Gemeinden

Armee mehrere Waggons Sanitätsmaterial zukommen lassen. Dr, Alfred Nossig, der zwecks Uebergabe der Spende an die Behörden in Konstantinopel eintraf, wurde vom Sultan, dem Thronfolger Jussuf Izzedin, Enver Pascha, Tallat Bey und Halil Bey empfangen. Die Vertreter der Regierung sprachen siich in sehr anerkennender Weise über die jüdische Bevölkerung

aus, der ihr Wohlwollen gesichert sei. Dr. Nossig und Kommer⸗ zienrat Simon wurden durch Verleihung des Medjidieordens

dt Während des Aufenthaltes in Konstantinopel grün⸗ dete ein Kreis von angesehenen türkischen Juden mit Einwilligung der Regierung eine VereinigungOsmanisch⸗israelitische Union Die Vereinigung, an deren Spitze der Deputierte Carosso steht, strebt die festere Angliederung der Juden an die anderen Be⸗ völkerungsgruppen der Türkei an. Sie gedenkt ferner, mit den die ostjüdische Bevölkerung betreffenden Fragen gelegentlich der in⸗

anmte Tennant teilte mit, daß sich im September etwa

Deutschlands haben als Zeichen ihrer Sympathie der türkischen dem

In dieser Angelegenheit fand auch zwischen der türkischen Regierung und der deutschen Botschaft ein Meinungsaus⸗ tausch statt, der ergab, daß die türkische Regierung ebenso wie die deutsche und die österreichisch⸗ungarische den Bestrebungen zur Besserung des Loses der Juden des Ostens durchaus wohlwollend gegenüberstehen.

Aus Belgien.

Brüssel, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ralgouverneur fordert erneut alle Personen, die wäh⸗ rend des Krieges dem feindlichen Heer angehörten und sich im Gebiete des Generalgouvernements aufhalten und alle diejenigen, die im Auftrage einer feindlichen Regierung hergekommen sind, auf, ihrer Meldepflicht binnen 24 Stunden nachzukom⸗

Generalgouverneur wird l 0 gefangene begnügen. Wer aber nach dieser Frist ergriffen wird, oder solchen Personen Unterkunft, Nahrung oder sonstige Un⸗ terstützung gewährt, hat die strengste Bestrafung nach dem Kriegs⸗ recht zu gewärtigen. Die neuen Kriegssteuern in Italien.

Lugano, 20. Okt.(Zens. Frkft) Das Amtsblatt wird heute abend die Verfügung über die in der letzten Kabinetts⸗ sitzung beschlossenen Steuern veröffentlichen. Eingeführt wer⸗ den eine Wehrsteuer von sechs bis mehreren hundert Lire und Gebühren auf postlagernde Sendungen und Telegramme; erhöht werden die Kinosteuer und Stempelgebühren. Das. der neuen Maßregeln wird auf 50 Millionen angeschlagen, so daß mit den 50 Millionen im September eingeführten Neulasten Italien bisher hundert Millionen dauernde Kriegssteuern einge⸗ führt hat.(Irkft. Ztg.)

Eine päpstliche Vermittlung beim Kaiser.

Rom, 20. Okt(WTB. Nichtamtlich) DerOsservatore Romano meldet, der Papst sei von mehreren Seiten, be⸗ sonders durch die englische und belgische Gesandtschaft an⸗ gegangen worden, sich für die Begnadigung oder Um⸗ N der Todesstrafe der Gräfin Belle⸗ vil le und des Fräuleins Thulier, sowie sieben anderer belgischer Untertanen, die der Begünstigung und Entwei⸗ chung französischer und belgischer Gefangener angeklagt waren, zu verwenden. Der Papst 8 durch den Kardinal⸗ staatssekretär den Erzbischof von Köln telegraphisch ersucht, diese Bitte dem Kaiser zu übermitteln. Erzbischof Hartmann drahtete zurück, der Fatser habe die Hinrichtung aufschieben lassen und einen eingehenderen Bericht eingefordert.

Der Seekrieg.

Der Verkehr in der Ostsee und die Tätigkeit 5 feindlicher u⸗Boote. Berlin, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Von zustän⸗ diger Seite wird uns mitgeteilt: Gegenüber den in der Presse unserer Gegner verbreiteten, weit übertriebenen Gerüchten über die Störung in der Schiffahrt in der Ostsee durch feindliche U-Boote sei folgendes festgestellt. Erstens: Die vom russischen Generalstab gebrachte Mit⸗ 5 7 über das Versenken von sechs deutschen Trans⸗ portdampfern beruht auf Erfindung. Es sind nur Handelsdampfer versenkt worden, wie in der Presse gemeldet worden ist. Zweitens: Bei dem Versenken meh⸗ rerer der vorerwähnten Dampfer ist die schwedische Neutralität auf das Gröblichste verletzt worden. Drittens: Der Handelsverkehr vollzieht sich im übrigen wie bisher. In der Zeit vom 1. bis 15. Oktober sind in der Ostsee allein in bedeutende Handelsorte wegen fehlender Daten noch nicht mitgerechnet sind, 1188 Handelsschiffe abgefertigt worden. Von diesen sind 568 eingelaufen, 620 ausgelaufen. Ihre Ge⸗ samttonnage betrug 514446 Registertonnen. Davon sind 244 966 eingelaufen, 269 460 ausgelaufen. Ausdrücklich sei hierbei bemerkt, daß weder die Küstens chiffahrt der einzelnen Häfen noch die Fischereifahrzeuge, noch örtlich verkehrende Fahrzeuge, wie Fähren usw., in den vorstehenden Zahlen enthalten sind. Viertens: Die von der deutschen Marine getroffenen Gegenmaßregeln, über die Näheres noch nicht gesagt werden kann, lassen zuversichtlich erwarten, daß es den feindlichen U-Booten nicht gelingen wird, die Ostseeschiffahrt in erheblichem Umfange zu schädt en, ge⸗ chweige 5 ihr Ziel, die Unterbindung dieser Schiffahrt, zu erreichen. Trelleborg, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach hier eingetroffenen Meldungen wurden auf die Meldung z weter deutscher Flieger, daß sich bei Stubben kammer zwei englische Unterseeboote befänden, Torpedojäger auf Jagd 57 den Unterseebooten ausgesandt. Sie zwangen diese, sich in nördlicher Richtung zurückzuziehen. Die Unterseeboote blieben die 75 5 unter Wasser, so daß es unmöglich war, sie zu be⸗

Die Erfolge unserer u⸗Boote. Berlin, 20. Okt.(Priv.⸗Tel.) Nach jetzt vorliegenden abschließenden Meldungen hinsichtlich des Handelskrieges 8 8 tember wurden insgesamt durch unfere Unterseeboote versenkt: 29 Dampfer mit 103 316 Brutto⸗Reg.⸗Tonnen; 7 Fischereifahrzeuge mit ca. 1200 Tonnen, 2 Transportdampfer mit 19 849 Tonnen; ferner durch Minen: 6 Dampfer mit 20612 Tonnen. Im ganzen 144977 Brutto⸗Registertonnen. Englische Kampfesweise.

19 5 S überreichte dem

brieflich, unter, dringend

bezeichnet.

Aus dem Reiche.

Die Regelung der Butterpreise. Berlin, 20. Okt.(Priv. ⸗Tel.) Wie verlautet, soll die in Aussicht genommene weitere Regulierung der Butterpreise

ternationalen Verhandlungen nach Beendigung des Krieges sich zu lefassen. a g 5

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darin bestehen, daß der Reichskanzler die Großhandelspreise für Butter am Berliner Markt Tee Der Buttersachverständigen⸗

men. In diesem Falle wird ihnen Straffreiheit zugesichert. Der f sich mit ihrer Abführung als Kriegs⸗ 14 T

sieben Küstenstädten, unter welchen zwei d

ausschuß wird aller Voraussicht nach an diesen wangsnotie⸗ rungen beratend mitwirken. Da die Markt⸗ und Preisverhält⸗ nisse in den verschiedenen Gegenden des Reiches verschieden sind, werden die einzelnen Landesregierungen Abweichungen nach oben oder unten erlassen können. Ueber die Preisstellung bei den Produzenten und Zwischenhändlern werden besondere Vorschrif⸗ ten vom Reichskanzler erlassen werden. Größere Gemeinden,

pflichtet sein kleinere Gemeinden und Kommunalverbände be⸗ rechtigt sein, nötigenfalls für den Kleinhandel mit Butter un⸗ ter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse die Preise festzusetzen. Die Landesxegierungen können hier wieder unter bestimmten Voraussetzungen eine Höchst⸗ und Mindest⸗ grenze für die Festsetzung des Höchstpreises anordnen. Die Fest⸗ eßung der Preise soll in gewissen Zwischenräumen, etwa alle age, neu erfolgen. Wie weiter verlautet, soll eine Reihe von Verordnungen erlassen werden über den Fleischverkehr, den

Milchverkehr usw. 4 Berlin, 20. Okt.(WTB. Amtlich) Es ist nicht ausge⸗ schlossen, daß die von den Zivil⸗ und Militärbehörden getroffenen Maßnahmen sen eine Steigerung der

und vorbereiteten 5 Butterpreise in Kürze eine Verminderung der Butterein⸗

wahrscheinlich solche mit über 10 000 Einwohnern, werden ver⸗

fuhr vom Ausland zur Folge haben werden. Da die Inlands⸗

erzeugung an Butter den einheimischen Bedarf bei der Menge des bisherigen Verbrauchs nicht deckt, ist mit dem Ausbleiben oder einer Verringerung der Buttereinfuhr aus dem Ausland eine Knappheit an Butter auf dem Markte unvermeidbar. Es darf im Interesse der Durchführung der auf eine dauernde Verbilli⸗ 115 der Butter hinzielenden Maßnahmen von der Einsicht der Bevölkerung erwartet werden, daß jedermann einen zeitweiligen Mangel an Butter in Ruhe hinnimmt und daß insbesondere die besserbemittelten Bevölkerungskreise durch Einschränkung im Verbrauch die Wirkungen der Butter⸗ knappheit für die minderbemittelten Kreise zu mildern suchen wer⸗ den. Mit Bestimmtheit kann erhofft werden, daß die Knapp⸗ heit in Kürze vorübergehen wird. Alle Maßnahmen gegen eine wucherische Zurückhaltung der einheimischen Vorräte sind erlin, 20. Okt.(Privattelegramm.) DasBerliner Tage⸗ blatt schreibt: Eine Regelung der Milchverforgung steht unmittelbar bevor. Voraussichtlich werden Milchkarten aus⸗ gegeben werden, wobei namentlich Familien mit Kindern bis zu einem bestimmten Alter besondere Berücksichtigung finden sollen. 2

Berlin, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Der Kaiser hat bei seiner Anwesenheit an der äußersten Westfront und an der a belgischen Küste dem kommandierenden Admiral des Marinekorps, 1 von Schroeder, den Orden Pour la merite ver⸗ iehen.

Berlin, 20. Okt.(WTB. Amtlich.) Die Einzahlungen auf die dritte Kriegsanleihe beliefen sich bis zum 18. Oktober einschließlich, dem ersten Pflichteinzahlungstermin, auf 8269 Millionen Mark, gleich 1 Prozent der gezei⸗ Summe, ge enüber einem Soll von 30 Prozent. 5

Berlin, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Chef⸗ redakteur derVolkszeitung, ehemaliger Reichstagsabgeord⸗ neter für den Kreis Breslau und stellvertretender Vorsitzen⸗ der des Vereins Berliner Presse, Karl Vollrath, ist heute nachmittag im Alter von 58 Jahren gestorben.

Aus Hessen.

Gegen den Lebensmittelwucher. Wie die Ver⸗ tretungen anderer nationalliberaler Organisationen im Reich rich tete auch die Geschäftsstelle der Freien Ve reinigu 11 hes⸗ sischer Nationalliberaler in Mainz, wie sie uns schreibt, an den Geschäftsführenden Ausschuß der Nationalliberalen Partei in Berlin das dringende Ersuchen, gegen die ungerecht⸗ fertigten Preistreibereien in der Lebensmittelversorgung die nö⸗ tigen Schritte zu unternehmen. Die Eingabe weist besonders dar⸗ auf hin, daß das, Durchhalten nicht nur auf militärischem son⸗ ern auch auf wirtschaftlichem Gebiet eine unbedingte Pflicht

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für unser ganzes Volk ist und daß die Stoß⸗ kraft, die wir zum militärischen Durchhalten brauchen, gerade durch Verhinderung des eingerissenen Lebens⸗

mittelwuchers ermöglicht wird. Es erscheine daher von größter Wichtigkeit, daß die Vertretung einer volkstümlichen Forderung in erster Linie durch eine Mittelpartei, wie die Nationalliberale Partei erfolge, damit nicht in weiteren Volksschichten die Meinung platzgreife, daß für offenbare Leiden der minderbegüterten Volks⸗ schichten nur von der Sozialdemokratie der Anstoß zur Abhilfe zu erwarten sei. Die Eingabe gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Parteileitung in einer Kundgebung ihre grundsätzliche Stellung⸗ 1 zu der Frage des e zum Ausdruck bringt und die am 25. Septen d. Is vom Bundesrat erlassene Ver⸗ ordnung ausdrücklich als seinem Empfinden durchaus entsprechend begrüßt. Soweit das noch möglich erscheint, bittet die Eingabe auf die zweckmäßige Ausgestaltung der geplanten Maßnahmen hinzuwirken. Vor allem sei auch darüber zu wachen, daß die Ver⸗ ordnung mit der nötigen Festigkeit unter kraftvollem Schutz der Verbraucherinteressen durchgeführt und, soweit sie sich als un⸗ zureichend erweisen sollte, gehörig ergänzt und ausgebaut wird.

Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Oktober 1915.

eichnung. Dem Unteroffizier Heinr. Haas

e Aus im aktiven Inf 0 0 5

ier, wurden das Eiserne Kreuz und die Hessische Tap⸗ erte e verliehen.

15 Ruhestandsversetzung. Der Großherzog haf am 16, Oktober d. J. den Kanzlei⸗ und Registraturbeamten beim Verwaltungsausschuß der Landesuniversität Gießen Karl Klees auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, zum 1. November 1915 in den Ruhestand versetzt unter Verleihung des Charakters als Kanzleirat.

Milch und Butter. Der Lebensmittelausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die hessische Re⸗ gierung zu ersuchen, beim Bundesrat dahin vorstellig zu werden, daß Milchkarten einheitlich für das ganze Reich nach dem Muster der Brotkarten eingeführt werden. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Butter für unsern Bezirk dürfte morgen erfolgen. N

* Militärische Ausbildung der Jugend. Am letzten Sonntag unternahmen die hiesigen Jung⸗ mannschaften einen Uebungsmars Ohmtal. Um 8 Uhr traten 132 Teilnehmer am Bahnhof an und benutzten den Zug nach Kirchhain. Mit klingendem Spiel ging es durch das Städtchen der steilaufragenden Amöneburg zu. Leider war der Nebel noch so dicht, daß von dem Rundgang um die Stadt aus die herrliche Um⸗ gebung nicht übersehen werden konnte. Am Fuße des Basalt⸗ kegels, an der Brücker Mühle, wurde kurze Rast ge⸗ halten, während der Vorsitzende N 1 5 Vortrag 15 das Gefecht am 21. September 1762 hielt. Nach Besichti⸗ gung der Denksäule im doe des Brücker Wirtshauses ging es in flottem Marsch durch Rüdigheim nach Schweins⸗ berg. Von hier aus war eine Uebung über den Hoch berg gegen die Jungwehr Homberg vorgesehen. Da diefe leider nicht zur Ausführung kommen konnte, wurde gegen einen markierten Feind geübt. In schön entwickelter Schützen⸗ linie wurde um ½3 Uhr die Stellung des Gegners an der Nordseite des Hochbergs gestürmt. Nach kurzem Aufenthalt an dem Kieselguhrbergwerk ging es gen Fam 2 5 Angesichts des r gelegenen Städtchens wurde ab⸗ gekocht. Das geschäftige Treiben der Pad e hatte zahlreiche Freunde herbeigerufen. Bald konnten die einzelnen Gruppen das sachverständig zubereitete Mittags⸗

Regt. 116, Sohn des Kalkbrennereibesitzers Haas

durch das

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