Ausgabe 
(21.10.1915) 248. Erstes Blatt
Seite
117
 
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nr. 248

erscheint täglich, außer

e

der deutschen Vergangenheit pulsiert. Mit

Der Gleßener Anzeiger

Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener amilienblätter; wennal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freilag); zweimal monatl. Land⸗ wolrischaftliche Zeitfragen Ferusprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäits stelleödl Adresse sür Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

General⸗ Anzeiger iir Oberhe 1

Rotatlonsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7.

Donnerstag, 21. Oktober 1015

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(Wer.) Großes Hauptquartier, 20. Oktober.

(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei einem Erkundigungsvorstoß nordöstlich Prun ay in der Champagne machten wir vier Offiziere, 364 Mann zu Gefangenen und erbeuteten drei Maschinengewehre, drei Minenwerfer und viel Gerät.

Bei Middelkerke wurde ein englisches Flugzeug ab⸗ geschossen, die Insassen fielen in Gefangenschaft.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Nordöstlich und nordwestlich von Mitau machten un⸗ sere Truppen weitere Fortschritte. Wir nahmen mehrere feindliche Stellungen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die örtlichen Kämpfe am Styr dauern noch an.

Balkan⸗Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische Truppen dringen auf Sabac

In der Gegend südlich von Ripanj sind weitere

Kämpfe im Gange.

Südlich von Lucica⸗Bozevac ist der Feind erneut geworfen. g

Bulgarische Truppen setzten sich durch schnelle⸗ Zufassen in Besitz des Sultan Tepe(südwestlich Egri Palankg); sie machten beim Vormarsch auf Kumanovo 2000 Gefangene und eroberten 12 Geschütze.

Oberste Heeres leitung.

vor.

1 5 d

Am 21. Oktober 1415 haben im Landtage zu Berlin die Stände der Mark Brandenburg ihrem neuen Herrn, Mark⸗ grafen und Kurfürsten Friedrich VI. von Nürnberg, ihre Huldigung dargebracht. Am 30. April 1415 hatte ihm der Kaiser das Land, in dem er seit 1411 als Statthalter den Frieden hergestellt, als erbliches Eigentum übertragen. Der Burggraf hatte sich große Verdienste um König Sigismund erworben. Die Länder, die ihm dieser zunächst als Pfand gab, erstreckten sich an der Donau bis Pest hin; aber nicht in Ungarn sollte der Adler der Hohenzollern sich niederlassen, sondern oben im Norden Deutschlands, in des heiligen römi⸗ schen Reiches Streusandbüchse. Der König gab seinem treuen Burggrafen die Mark Brandenburg. Dort hat das Haus

Hohenzollern, das aus Schwaben, wo nah dem Hohenstaufen

seine Burg ragt, stammt, Fuß gefaßt, von da hat es seine weltgeschichtliche Sendung durchgeführt.

Wenn wir heute auf ein halbes Jahrtausend Hohen⸗ zollernschen Glanzes zurückblicken, so entrollen sich uns un⸗ gemein reizvolle Bilder, wie sie die Geschichte auf keinen andern Blättern aufzuweisen hat. Denn es sind historische

Ereignisse, die uns ans Herz gewachsen sind, in denen wir

wie auf traute und liebgewordene Kindheit unseres Vater⸗ landes zurückblicken. Alle deutschen Stämme haben an diesem Tage der Hohenzollernkrone, seit der Träger dieser Krone das Oberhaupt des Reiches ist, die herzlichste Anteilnahme gezeigt, und es ist ein All⸗ gemeinempfinden des deutschen Volkes geworden, daß in brandenburgischen und preußischen Sehe das Herz oppelter

Liebe und Treue blicken wir heute auf unser Kaiserhaus, das in den Stürmen des Weltkrieges so heimatfest, stolz, ergeben und pflichterfüllt dasteht, wie es die uns in die Seele ge⸗ wachsene, Ehrfurcht gebietende und Treue fordernde Ueber⸗ lieferung des alten Fürstenhauses gebot. Im Gewoge der Waffen, das sich auf beinahe ganz Europperstreckt, sehen wir, zurückblickend zur Welt vergangener Größe, die Hel den unter den Ahnen unseres Kaisers, das farbige und impo⸗ nierende Soldatenlager, das dem preußischen Staat die Grundlage lieferte und ihm zur Höhe hinaufhalf. Wer sich

den goldenen Schimmer hohenzollernscher Geschichte leb⸗

haft vor das Auge rufen will, der betrachte die reichhaltige, überaus fesselnde Ausstellung Menzelscher Kunst, die gegen⸗ wärtig im Städelschen Museum zu Frankfurt zu andachts⸗ vollem Rundgang einladet. Friedrich der Große und seine tiefbewegte Epoche sind es ja vor allem, die heute unsere Gedanken auf sich lenken und uns ethischen Rückhalt im Streite gewähren. Dem kleinen Preußen war ja das⸗

selbe Geschick widerfahren, wie dem neuen Deutschen 1

Reiche im Großen. Nur durch Kampf und Krieg konnte es sich seinen Platz in der Welt behaupten, der ihm von Fein⸗ den ringsum streitig gemacht wurde. Preußen und die Hohen⸗ zollern haben aber dem deutschen Geiste nicht nur den schar⸗ fen Atem kriegerischer Tüchtigkeit gegeben, sondern auch Auf⸗ klärung, staatspolitische Führung und modernen Aufbau der Städtekultur. DerPhilosoph auf dem Thron selbst war ein Lehrer echt liberaler Auffassung und wohlverstandenen . 8. Und wenn wir in die neuere Zeit der Ent⸗ stehung des Deutschen Reiches hineinblicken, dann wird uns, was verschwand, auch wieder zu leuchtenden Wirklich⸗

leiten: König und Kaiser Wilhelm und seine Pala⸗

dine waren echte Träger und Pfleger hohenzollern⸗ scher Hoheit und preußischer Zielbewußtheit, und sie waren damit mehr, nämlich die Ebner und Ver⸗ wirklicher des deutschen Gedankens, der heute erst zur vollen Größe emporwächst. So führt uns heute das Hohen⸗ zollernhaus in die Herrlichkeit alter Stauffenzeit zurück, wo die deutschen Wege bis in den Orient gebahnt wurden. Möge dem Kaiser und seinem Hause der helle Glanz der alten deutschen Kaiserkrone verliehen werden, möge er Glück und Segen in der Aufgabe finden, der erste Diener eines großen und machtvollen Staates zu sein!

Berlin 21. Okt. Zum heutigen Hohenzollerntage bringen alle Blätter ernste, dankbare und zuversichtlich gehaltene Artikel. DieNordd. Allg. Ztg. schreibt: Mit dem mor⸗ gigen Tage ist die Erinnerung an die Uebernahme der Re⸗ gierungsgewalt durch den neuen Landesherrn verknüpft. Weit⸗ hin leuchtet und strahlt seitdem durch die Jahrhunderte der Schwur des Markgrafen Friedrich I. Ihm selbst war es tiefer Ernst mit seiner hohen Auffassung des Herrscherberufes, dem Nachfolger auf dem Hohenzollernthron. wurde sie zu einem heiligen Ver⸗ mächtnis. In Liebe und Treue gedenkt unser Volk an diesem Tage besonders innig des Hohenzollern⸗Geschlechts und seines gegenwärtigen erlauchten Sprossen, unseres Kaisers und Königs, dessen ganze Regierung Zeugnis ablegt für die ner jenes hehren Geistes in unserem Herrscherhause, der schon den ersten aus ihm hervorgegangenen Markgrasen von Brandenburg erfüllte. Der Kaiser hat während dieser schwersten Prüfung, die unsere Nation betroffen, mehrfach dem Volke seinen Dank ausgesprochen für die herrlichen Taten, die es vollbracht. Aber auch das Volk wird alle das Große nicht vergessen, was es seinem Kaiser und König zu danken hat, jetzt und immerdar.

ImBerliner Lokalanzeiger heißt es: Mitten im Weltkrieg feiern wir den 21. Oktober, an einem Zeitpunkte des Krieges, in dem das Ringen der Weltmächte die gigantischsten Formen angenommen hat. Der tiefe Ernst der Zeit und die völlige Anspannung aller Volksgenossen auf ein einziges Ziel verbietet jetzt ebensosehr wie der würdevolle Stolz eines unerhörten Kraft⸗ bewußtseins jedes Gepränge und jede Rethorik. Die da draußen ersetzen alles, was die Heimat in festlicher Erregung niederhalten muß, durch die Le densch ift der Tat und sie geben der Hohenzollern⸗ feier von 1915 ihren Grundton. Auf den unermeßlichen Ebenen des russischen Landes halten preußische Lanzenreiter ihre Turniere mit Kosaken. Von der Nordsee bis zu den Alpen flammen die Feuerzeichen brüllender Batterien und stößt in Funkenwellen. der Führerwille durch Divisionen und Heere. An der Pforte des Orients aber dröhnt bereits der Faustschlag Deutschlands und seiner Verbündeten. Fürwahr ein Schauspiel auf der Szene der Weltgeschichte, wie es die Menschen noch nicht sahen.

DasBerliner Tageblatt sagt: Wie vor 100 Jah⸗ ren das Hohenzollernhaus recht eigentlich erst mit dem preußischen Volke zusammenwuchs, so wird dieser Krieg das Kaiserhaus erst recht mit dem Reiche zu einer untrennbaren Einheit zusammen⸗ schweißen und noch ein anderer Ausgleich, so hoffen wir, wird sich in diesem Waffengange vollziehen. Das Kaisertum der Hohen⸗ zollern konnte das Reich nur einen im Gegensatz zum Hause Oesterreich. Mit seiner Waffenhilfe, die das geeinte Reich ohne Zaudern dem bedrohten Nachbarstaat geleistet hat, darf der Be⸗ weis als erbracht gelten, daß sie sich künftig inniger zusammen⸗ schließen werden. Ein halbes Jahrhundert sind sie getrennt mar⸗ schiert und mit wachsendem Grauen bemerkt eine feindliche Welt, wie sie nun erst vereint zu schlagen vermögen. So bestätigt uns der Krieg auch die innere Notwendigkeit dieses Kapitels unserer gemeinsamen Geschichte. Und aus dieser Erkenntnis schöpfen wir die zuversichtliche Hoffnung für die Zukunft des Reiches und seines Kaiserhauses, wie der gemeinsamen Sache, wofür wir und unsere Verbündeten im Kriege stehen.

In derVossischen Zeitung wird ausgeführt: 500 Jahre in der Mark, wenn die Menschen schwiegen, würden die Steine veden. Sie würden erzählen, was die Hohenzollern ge⸗ leistet und geschaffen haben, im Kriege, wenn es sein mußte, im Frieden, wenn es sein durfte. Alles aber steht wieder auf dem 2 1 85 alles zu verteidigen gilt es heute, wo einem durch und durch friedliebenden Hohenzoller der fürchterlichste Krieg der Welt⸗ geschichte aufgezwungen wurde, Fürst und Volk brauchen nicht zu bangen. Die blutige Feier ist nicht der Anfang vom Ende, son⸗ dern nur ein Punkt in stetig fortschreitender Entwickelung. Es wird weiter vorwärts gehen, auch in der zweiten Hälfte des Jahr⸗ tausends und auch weiter wird ein festes inniges Band die Märker, die Preußen, die Deutschen mit den Hohenzollern verknüpfen, die ihren alten vom großen Friedrich in scharsen Formen geprägten Wahlspruch noch lange führen dürfen: Der Fürst ist der erste Diener des Staates.

In derFreisinnigen Zeitung wird gesagt: Das Haus Hohenzollern und das Deutsche Reich sind so eng miteinander verknüpft, daß ein Widerstreit der Interessen zwischen ihnen nicht denkbar ist. Mit der Treue, die uns die Herrscherfamilie be⸗ wahrt, halten wir auch an ihr fest.

Die Kreuzzeitung hebt hervor: Alle unsere Feinde bewundern heute in uns die deutsche Organisation, daß jeder an seinem Teil tätig mitarbeitet, wohin er auch gestellt ist, keiner den anderen hindert, und daß ein riesenhafter Gesamterfolg her⸗ auskommt. Zu diesen Fähigkeiten haben die Hohenzollern den preußischen Staat erzogen und das ganze deutsche Volk. Ohne sie wäre die Mark geblieben, was sie war, des heiligen römischen Ri Streusandbüchse, die niemand hat haben wolllen, und sie ist jetzt das Herzstück eines gewaltigen 1 85 Reiches geworden, das seine Schiffe sendet über alle Meere, das friedlich die Welt erobert, und heute einer Welt von Feinden siegreich gegenübersteht.

*** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Im Gebiete von Kolki dauerten, ohne daß es zu einer Aenderung der allgemeinen Lage gekommen ist, die Kämpfe

der Tag der Hohenzollern.

auch gestern an. An der Putilowka erbeutete ein Streif⸗ lommando des Infanterie⸗Regiments Nr. 49 bei der Demo⸗ lierung eines russischen Panzerzuges, dessen Lokomotive einige hundert Schritte vor unserer Stellung einen Granat⸗ volltreffer erhalten hatte, zwei Maschinengewehre, zahlreiche japanische Handfeuerwaffen und viel Munition und Kriegs⸗ material. Sonst im Nordosten nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das starke Artilleriefeuer gegen unsere Stellungen an der Jsonzofront hielt auch gestern den ganzen Tag über an. Gegen die Hochfläche von Dober do nahm es in den Nachmittagsstunden noch an Heftigkeit zu. Die italienische Infanterie griff im Krn⸗Gebiet, gegen den Brückenkopf bon Tolmein dann gegen den Monte Sabotino, Monte San Michele und östlich von Vermegliano an, wurde aber überall unter großen Verlusten abgeschlagen. Auch an der Tiroler Front kam es gestern zu größeren Kämpfen. Bei Tre⸗Sassi und auf der Hochfläche von Vil⸗ gereuth schlugen unsere Truppen je zwei Angriffe ab; die Gefechte bei Trevac führten stellenweise zum Handgemenge⸗ In Judicarien, wo der Feind in der letzten Zeit gleich⸗ falls eine erhöhte Tätigkeit entfaltet, zogen sich unsere vorgeschobenen Abteilungen auf die Hauptwiderstandslini⸗

zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die in der Mac va vordringenden österreichisch⸗ungari⸗

schen Truppen nähern sich Zabac. Bei Ripani und südöstlich von Grocka warfen wir den Feind aus einer stark besetzten Höhenstellung. Deutsche Streitkräfte erkämpften sich südlich von Semendria den Uebergang über die untere Ralia und gewannen südöstlich von Poza⸗ revac in der Richtung von Petrovac erneuert Raum. Die Bulgaren entrissen dem Feinde seine starken Stellungen auf demSultan Tepe, südwestlich von Egri⸗Palanka. Sie nahmen gegen Kumanova vor⸗ dringend 2000 Serben gefangen und erbeuteten 12 Geschütze⸗

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

* *

Die Landungen in Saloniki. 5

Paris, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der Temps aus Athen meldet, landen französische und englische Truppen unausgesetzt in Saloniki. Die Franzosen bilden weitaus die Mehrzahl. die Eisen⸗ bahnlinie für den Transport ungenügend ist, werden große

Truppenmengen auf den Straßen in Eilmärschen nach

dem Norden geschafft.

Paris, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Sonderbericht⸗ erstatter derStampa meldet aus Athen, daß die bis jetzt in Saloniki gelandeten 30 000 Mann Ententetruppen ausschließlich von Gallipoli weggenommen worden sind. 3

Der bulgarische Bericht.

Budapest, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)Az Est mel⸗ det aus Sofia: Amtlicher Bericht vom 18. Oktober: Gestern setzten unsere Truppen das Vordringen auf serbischem Gebiete an der ganzen Front fort. Im Moravatale eroberten

wir Vran ja, wodurch die Eisenbahnlinie Uesküb

Nisch abgeschnitten ist. Bei dem Einzuge in Vranja empfing die Bevölkerung unsere Truppen mit Zivig⸗Rufen und hißte weiße Fahnen. Dann überschüttete sie unsere Soldaten mit einem Geschoßhagel. Unsere Truppen sind im Vordringen von Egri Palanka gegen Stracin; sie nahmen ein serbisches Bataillon mit drei Offizieren gefangen. In dem Bregalnica⸗ Tale eroberten unsere Truppen Kotschana; sie dringen wei⸗ ter gegen Westen vor.

Sofia, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Heeresbericht vom 18. Oktober: Unsere in Serbien vor⸗

rückenden Heere erzielten nachstehende Erfolge: Im Timoktals

besetzten sie die Linie Tscherni Vrh⸗Dorf, Charbonvec⸗Dorf, Aditschevac⸗Dorf, Balinca⸗Inovo⸗Palta⸗Berilowici. Sie nahmen südlich des Wlassinasumpfes die Höhe Pandjin Grob. Der Angriß auf diese Höhe wurde unter Teilnahme unserer Kavallerie durch⸗ geführt, die 180 Serben niedergemacht und 50 gefangen genom⸗ men hat. Infolge eines mutigen Angriffs von Norden aus, der mit einem geschickten Manöver von Süden aus verbunden war, bemächtigten sich unsere Truppen des strategisch wichtigen Punktes Sultan Tepe. An der Front bei Stracin wurden etwa 2000 Gefangene gemacht und zwölf Geschütze erbeutet.

Sofia, 19. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die bulgarische Telegraphen⸗Agentur meldet: Die bulgarischen Truppen sind in die mazedonischen Städte Stip und Rado⸗ wist eingezogen.

Bulgarien und Griechenland.

Sofia, 20. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Von dem Pri⸗ vatkorrespondenten des W. T. B. Die griechischen Be⸗ hörden haben den bulgarischen Reservisten aus eigenem Antriebe freie Eisenbahnfahrt be⸗ willigt, was hier einen vortrefflichen Eindruck hervorgerufen hat. Bezeichnend für das zielbewußte Vorgehen der Bulgaren ist es, daß sie in dem am Samstag besetzten Peh schewo tags darauf eine bulgarische Schule eröffneten. Die Serben

hatten bekanntlich alle bulgarischen Schulen und Kirchen in 8

Mazedonien gesperrt. In dem am Montag eroberten Egri Palanka wurde bereits eine bulgarische Verwaltung ein⸗ gesetzt.

Amtlichen