Ausgabe 
(12.10.1915) 240. Erstes Blatt
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Aus Dünaburg.

N Berlin, 12. Okt. Dünaburg ist, verschiedenen Morgen⸗ blättern zufolge, jetzt vollkommen von der Zivilbe⸗ völkerung geräumt. Letztere war gezwungen, ihre ganze Habe im Stiche zur lassen. Die Wohnungen werden von den russischen Soldaten geplündert. Obgleich der Kanonendonner immer näher kommt, verbleibt die Bevölkerung in der Umgegend der Stadt und verrichtet ungestört ihre Erntearbeiten.

Riga mit Bomben belegt.

Berlin, 11. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat am 10. Oktober ein Ma⸗ rineflugzeug auf einer Aufklärungsfahrt den Bahnhof Riga mit zehn Bomben belegt. Das Flugzeug ist wohl⸗ behalten nach seinem Stützpunkt zurüüdgek ehe

DerRekrutierungsfeldzug in England.

London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Cardiff sollen die Arbeiterführer am Samstag den Rekrutierungsfeldzug mit gutem Erfolg begonnen haben. Truppen seien durch die Straßen gezogen und hätten große Begeisterung her⸗ vorgerufen. Die Arbeiterführer hätten Ansprachen gehalten und darin das Vertrauen ausgedrückt, daß das englische Volk Sorge tragen werde, daß die Dienstpflicht nicht ein⸗ geführt zu werden brauche. Wenn aber nicht genügend Rekruten aufgebracht würden, wäre die Dienstpflicht der zinzige Ausweg.

Der Oberbefehlshaber der französischen Kriegsflotte.

Paris, 11. Okt.(WBB. Nichtamtlich.) Auf Antrag des Marineministers wurde der Vizeadmiral d'Artige Dufournet als Nachfolger des Admirals Bous de La⸗ payrere, der krankheitshalber vom Amte zurücktritt, zum Oberbefehlshaber der französischen Kriegsflotte ernannt. i D' Artige kommandierte seit Kriegsausbruch das syrische i Geschwader und sodann das Dardanellengeschwader.

Eine neue Fahnen⸗ und Wappenordnung in Oesterreich⸗ungarn.

Wien, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser 1 nachstehenden Armee und Flottenbefehl er⸗ assen:

Es ist mein Wille, daß die Fahne meines Heeres und die Flagge der Kriegsmarine ein staatsrechtlich entsprechendes Sinn⸗ bild der in der pragmatischen Sanktion beruhenden Verbindung der zwei Staaten der österreichisch-ungarischen Monarchie darstellen. Ich habe demnach genehmigt, daß die Fahnen und Standarten des

seeres auf der einen Seite die Wappen Oesterreichs und Ungarns nebeneinander verbunden durch das Wappen meines Hauses und umschlungen von dem DevisenbandeIndivisibiliter ac insepara⸗ biliter führen. Auf der anderen Seite befinden sich in der Mitte meine Initialen. In die Ecken sind. die Kaiserkrone und die ungarische heilige Krone gestellt. Fahnen und Standarten sind de fand von schwarz⸗gelben und rot⸗weiß⸗grünen dreieckigen Flammen umgeben. Die Kriegsfahne hat in ihrer unveränderten Farbenanordnung sodann den Schild und WappenHaus Oester⸗ reich und das alt historische rot⸗weiße ungarische Wappen zu zeigen. Hierdurch wird die freudig zusammenwirkende Kraft aller Völker der Monarchie, die veredelt ist in dem f ieg⸗ haften Heldenmut, den mein Heer und meine Flotte in g dem gegenwärtigen Weltkriege betätigen, auch ein Gedenk⸗ zeichen erhalten für die fernsten Zeiten. Der Fahne und der Flagge soll der Kriegsleute Treuschwur immer sich erinnern: Mit vereinten Kräften zu schützen und felsenfest zu be⸗ wahren den Verband Oesterreich⸗Ungarns mit meinem Hause. Die jetzigen Fahnen, Zeugen alter, treu bewährter militärischer Tu⸗ genden meines Heeres, verbleiben den Regimentern und werden erst nach Maßgabe der Notwendigkeit durch die neuen zu ersetzen sein. Vorhandene Fahnen aber bleiben in widmungsgemäßer An⸗ wendung. Die neuen Standarten treten nach der Anfertigung in Gebrauch. Die Kriegsmarine wird an einem noch zu bestimmenden JTage zur selben Stunde die Flagge, welche alle ruhmreichen Tra⸗ 75 nen meiner Flotte übernimmt, hissen. Mit der Durchführung alles hiernach Erforderlichen beauftrage ich meinen Kriegsminister

meinen Marinekommandanten. Franz Josef m. p.

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Wien, 11. Oktober 1915.

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Der türkische Bericht.

Okt.(WTB. Nichtamtlich) mit: An der Dardanellen⸗

45' 5 gezwungen, diese Stellu

zu räumen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr griffen in der Nacht

15 5 9. Oktober unsere Auftlärungskolonnen des linlen

Flügels die feindlichen Gräben mit Bomben an und kamen mit Beute zurück. Sonst nichts Neues.

i Englands Furcht vor der Wahrheit.

5 . Berlin, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt in einem Artikel mit der Awfsche Ein schlechtes Gewissen unter anderem: Nach der 9228 Reichskanzlerrede im Reichstage am 19. August fühlten siich die englischen Staatsmänner unter dem starken Eindruck seiner 5 1 Ausführungen genötigt, dem englischen Publikum in Aussicht zu stellen, daß sie auf die Darlegungen von deutscher Seite bei nächster Gelegenheit im Parlament antworten würden. Dieses tagt jedoch schon einige Wochen; weder Asquith noch Grey fanden sich zu der in Aussicht gestellten Aeußerung bewogen. Der Grund für solche plötzliche Zurückhaltung kann nicht darin liegen, daß man die Dinge für genügend geklärt hält, um eine weitere 1 als überflüssig zu erachten, 55 vielmehr die Furcht vor der ahrheit, die die englische Zurückhaltung erklärt. Oder sollte es vielleicht Abneigung sein, für deutsche Politik Reklame zu machen, wenn z. B. unsere Veröffentlichungen vom 28. Aug zur Erwiderung des Briefes Greys und vom 8 Sept. über Verhand⸗ lungen vom Jahre 1912 von der englischen Presse nur ganz unvoll⸗ 7 717 gebracht werden? Die Reuterdepesche über die erstgenannte Publikation unterdrückte, um nur einige kleine Beispiele anzu⸗ führen, unsere Bemerkung über Einzelausarbeitungen des Generals Ducarne und die Billigung des belgischen Kriegsplans durch General Gierson. Auch unsere Ausführungen über die Haltung Englands und Belgiens in der helgischen Neutralitätsfrage wurden mit Stillschweigen übergangen. Wir möchten übrigens bei dieser Ge⸗ legenheit Grey auf folgendes aufmerksam machen: In der Ausgabe der in München erscheinenden WochenschriftMärz vom 10. Januar 1914 erschien ein Artikel des bekannten belgischen sozialistischen 5 Abgeordneten Vander velde über das ThemaBelgiens Stel⸗ uumg zwischen Frankreich und Deutschland diesem Artikel findet sich bei Besprechung der letzten belgischen Militärvorlage folgende Stelle:Nach der Abstimmung über die deutsche Wehr⸗ vorlage vom 14. Juni 1912 legten verschiedene Mächte der bel⸗

schen 1 nahe, daß man sich nicht mehr für fähig halt 5 2 Lrsalfe die Verlegung der belgischen Neutralität

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Man gab ihr zu verstehen, daß infolge unserer Machtlosigteit die Deutschen, die an der belgischen Grenze wichtige Vorkehrungen ge⸗ troffen hatten, im Handumdrehen den größten Teil des Landes besetzen könnten. Man erklärte ihr, daß unter diesen Umständen, aus Furcht vor den Folgen einer solchen Besetzung andere Mächte, etwa Frankreich oder England, es im Kriegsfall für angezeigt 1555 könnten, Deutschland zuvorzukommen. Auf diese Argumente ich stüzend, setzte Broque ville, trotz der antimilitaristischen. Tendenzen der Mehrheit, es bei eben dieser Mehrheit durch, daß die Kriegsstärke des Heeres etwa verdoppelt und das Heeresbudget um wenigstens 30 Millionen jährlich erhöht wurde

Es kann als ausgeschlossen gelten, daß ein Mann von der Stellung, die Vandervelde im politischen Leben Belgiens ein⸗ nahm, dies geschrieben hätte, wenn Broqueville die vorstehen⸗ den Erklärungen nicht wirklich abgegeben hätte.

Um auf das Reutertelegramm zurückzukommen, so fehlte darin unsere Feststellung, daß England im Jahre 1904 bezüglich Aegyptens über sein ganz Europa feierlich gegebenes Ver⸗ sprechen zur Tagesordnung übergegangen war, ebenso die Be⸗ schuldigung, daß England den marokkanischen Vertragsbruch Frank⸗ reichs unterstüzte. Unsere Veröffentlichungen vom 8. Septem⸗ ber wurden in derTimes in dem kleinsten nur möglichen Druck und unvollständig gebracht. Es wurden alle diejenigen Stellen unterschlagen, die gegen die Veröffentlichung des englischen Aus⸗ wärtigen Amtes polemisierten. Edward Grey fragte in dem Briefe, den er nach der Rede des Reichskanzlers an die englische Presse richtete, im elegischen Tone, ob eineCandid Soul Erei⸗ mütige Seele) in Deutschland sei, die nicht bedauere, daß die deutsche Regierung den Konferenzvorschlag abgelehnt und damit den Krieg verursacht habe. Grey richtete damit an das deutsche Volk eine Frage, die man mit einer Frage an das englische Volk erwidern kann. Deutschland ist nicht frivol in diesen Riesenkampf gezogen worden, man kann sagen: schweren Herzens, von Anfang an sich der Größe des Kampfes und der Opfer bewußt, die er losten werde, aber einhellig überzeugt von der Gerechtigkeit seiner Sache. Von deutscher Seite hörte man zu Beginn des Krieges kein Wort von leichtfertigem Optimismus; der Regierung wie dem Volke war es bitterer Ernst. Die englische Regierung da⸗ gegen zeigte, daß die leitenden Männer in verhäugnisvoller Ver⸗ blendung das Risilo für England nicht allzu hoch einschätzten. Man denke in dieser Beziehung nur an den Ausspruch Greys: Wir werden nur wenig mehr leiden, wenn wir am Kriege teil⸗ nehmen, als wenn wir abseits bleiben. 5 5 l

Zu dieser zynischen Kriegsbegründung, die fortleben wird in der Geschichte aller Zeiten, liefern die täglichen englischen Totenlisten einen tragischen Kommentar. Um aber die wün⸗ schenswerte Kriegsbegeisterung in die Massen zu tragen, mußte die englische Regierung zu dem Mittel greifen, den deutschen Einmarsch in Belgien als Kriegsgrund zu proklamieren und mit der denkbar würdelosesten Propaganda zu popularisieren.

Heuchelei ein unvergängliches Denkmal errichtet. Zehntausende seiner Söhne betrauert heute England als Opfer der Politik der Herren Asquith, Grey und Genossen. Der Nimbus der Seeherr⸗ schast Englands ist vernichtet, die Legende von der Unangreifbarkeit Englands endgültig zerstört und der englische Kredit auf das schwerste erschüttert. Das sind die vorläufigen Ergebnisse der von einer liberalen Regierung seit zehn Jahren befolgten anti⸗ deutschen Politik. 5 a

Die Frage, die wir an das englische Volk richten, lautet: Gibt es heute jemand in England, der nicht bedauert, daß die Politik seiner leitenden Männer das Gewicht Großbritanniens in das Gefährt des Zweibundes mit seinen kriegerischen Ten⸗ denzen legte, das so mit verhängnisvoll vermehrter Wucht und Schnelligkeit dem Abgrunde zueilte? 5

der Seekrieg.

Köln, 11. Okt.(Zens. Blu.) e Blãtter berichten, derKöln. Ztg. zufolge, aus Peters urg: Pri⸗ vate Todesanzeigen in derNowoje Wremja melden den Verlust eines russischen KHreuzers mit dem ge⸗ samten Offizierkorps in der Ostsee.

London, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Der chische DampferDimitrios von 2508 Bruttotonnen und der britische DampferNeweastle von 3493 Brutto⸗ konnen sind versenkt worden. Die Besatzungen wurden

gerettet. Athen, 11. Okt.(Priv. ⸗Tel.) Der englische Dampfer Trieste, 1512 Tonnen groß, ist bei Kythera von einem

U-Boot versenkt worden.

Kriegsbriefe aus dem Westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Das französische Totenopfer in der Champagne. Großes Hauptquartier, 10. Okt. Ueber die neuaufgeflackerte Offensive der Franzosen in der Champagne erfahre ich folgendes: Die vom Feinde angekündigte und von uns erwartete Erneuerung des An⸗ griffes traf überall auf so wohlvorbereiteten Widerstand, daß erhebliche Fortschritte der Franzosen trotz der Ein⸗ setzung großer Uebermacht im voraus ausgeschlossen er⸗ schienen. Die durch seine entsetzlichen Sepbemberverluste nötig gewordene Atempause hatte der Feind dazu benutzt, um seine teilweise aufgeriebenen Regimenter durch neue zu ersetzen. Wir wissen von Gefangenen, daß sie wegen Er⸗ schöpfung aus der Arrasschlacht zurückgezogen wurden mit dem Versprechen, sie in Ruhequartiere zu bringen, daß sie aber dann in der Champagne ausgeladen wurden und unmittelbar in die Schlacht mußten. Nachdem am 5. ein Trommelfeuer begonnen hatte, welches das im September übertraf man rechnete 900 000 französische Artilleriegeschosse auf die Stunde! stürmte am 6. die französische Infanterie in dichten Massen gegen das vernichtende deutsche Artillerie⸗, Maschinen⸗ ewehr⸗ und Infanteriefeuer vor. Sie fielen in Reihen, und ie Toten lagen zu dreien und vieren übereinander,so dicht wie die Latten eines Zaunes, das ist der bezeichnende Ausdruck, mit dem einer unserer Verwundeten das unge⸗ heure französische Totenopfer schildert. Aber für jede fran⸗ zösische Infanteriewelle, deren Wucht im eigenen Blute verebbte, wogte eine neue tiefe, dichte Welle heran. Die Verluste des Feindes müssen gewaltige sein, und die fran⸗ zösischen Gefangenen zeigen, trotzdem sie 9055 mit helden⸗ hafter Tapferkeit und oft dem Mute der zweiflung ge⸗ schlagen haben, diesmal große Enttäuschung und Nieder⸗ geschlagenheit. Sie glauben nicht mehr an die Möglichkeit eines Durchkommens, während unsere Verwundeten, auch die Schwerleidenden, ihre zen über der frohen Pa⸗ 1055 vergessen:Wir lassen sie nicht durch! Durch kommt einer!

Besonders hart war der Kampf um die Ferme Nava⸗ rin und die zugehörige Waldung, um den Knick der sonst kerzengeraden 0 eee bei Marie⸗ aP) und in Höhe der Butte de Tahure. An dem Straßenknie setzte uns eine schneidige Gegenoffensive in den Wieder⸗ besitz der verlorenen Grabenstücke. Auch sonst steht der un⸗ beträchtliche Geländegewinn der Fran osen diesmal no weniger im Verhältnis zu ihren Verlusten, wie bei dem Septemberangriff. Das von ihnen an blich genommene Dorf Tahure liegt so im beiderseitigen rtilleriefeuer. Seit

dem 6. ist der große Angriff in Artillerie⸗ und Nahkämpfe

Die englische Landung in Griechenland hat dieser verächtlichen st

ch Desinfektionseinrichtung und Kranken-,

übergegangen, die mit Handgranaten und u heroischer Zähigkeit durchgeführt werden. 4 b Einer unserer Kampfflieger hat ein kühnes Wagestück vollbracht. Er 1 französischen Fesselballon über dessen Linien mit dem Maschinengewehr an. Als ihm das nicht N schnell zum Erfolg zu 1 flog er auf 10 Meter heran, umkreiste den Fesselballon und setzte ihn mit Leuchtraketen in Brand, worauf dieser explodierte und abstürzte. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

8 Aus dem Reiche.

Die Milchversorgung..

Berlin, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber ver⸗ meintliche Mängel in der Milchversorgung finden sich in ein⸗ zelnen Blättern Behauptungen, die zu grundloser Beunruhi⸗ gung Anlaß geben könnten. Es wird gefagt, daß bei der Ver⸗ teilung von Futterschrot die städtischen Abmelkwirtschaften hinter den landwirtschaftlichen Betrieben zurückgesetzt wer⸗ den, so daß die Säuglingspflege gefährdet erscheine u. dgl. m. Das Direktorium der Reichsgekreidestelle hat auf Grund einer Bekanntmachung des Bundesrates über das Schroten von Brotgetreide zu Futterzwecken aus seinen Getreidebestän⸗ den zunächst 200000 Tonnen zur Verfütterung freigegeben. Hiervon sind je 100 000 Tonnen zur Mästung von Schweinen und zur Verfütterung an Milchvieh bestimmt. Vor allem soll die Erzeugung von Frischmilch zur Versorgung der größeren Städte gefördert werden. Bei der Verteilung des Schrotes werden dementsprechend besonders Milchwirtschaf⸗ ten berücksichtigt, die in Großstädte liefern, wobei zwischen städtischen und ländlichen Wirtschaften kein Unterschied ge⸗ macht werden soll. Die Beschaffung von Futtermitteln für städtische Melkbetriebe, die für Versorgung mit Säuglings⸗ milch eingerichtet sind, ist dabei Gegenstand besonderer Für⸗ sorge. Für Fälle dringenden Bedürfnisses steht für die Fütte⸗ rung des Milchviehs eine weitere Futtermittelreserve zur

Verfügung. g f Ein Lob der sächsischen Truppen. ö

Dresden, 11. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Bei dem König von Sachsen sind folgende beide Depeschen ein⸗ geganen: 5

Ew. Majestät melde ich alleruntertänigst, daß die Trup⸗ pen sich in der jetzt 16 Tage dauernden Schlacht in glänzen⸗ der Weise bewährt haben. Sie haben die unausgesetzten An⸗ türme der Franzosen mit unvergleichlicher Ausdauer und Tapferkeit abgeschlagen und halten ihre Stellung fest in der Hand. Führung und Leistung der Truppen stehen auf gleicher Höhe. 5 v. Einem, Oberbefehlshaber.

Ew. Majestät melde ich ganz gehorfamst, daß ich heute nachmittag dem Kommandierenden General einen kurzen Be⸗ such abgestattet habe. Es ist mir eine besondere Freude ge⸗ wesen, den General v. Kirchbach persönlich begrüßen und bei den tapferen Truppen Ew. Majestät weilen zu dürfen, die in den letzten Tagen in heldenmütigem Widerstand den schweren Anstürmen der vierfach überlegenen Gegner ein zähes Halt geboten haben. Ew. Majestät untertänigster Diener v. Bethmann Hollweg.

Aus Stadt und Cand.

N 5 Gießen, 12. Oktober 1915.

Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Michael Heilos, Martin Pieroth, Karl Breidenbach, sämtlich zu Klein⸗Steinheim. Der Badeanstaltsbesitzer Franz Joseph Schell zu Mainz hat am 12. und 28. Mai 1915 je einen Knaben vom Tode des Extrinkens gerettet. Als Anerkennung hier⸗ für ist ihm vom Großherzo g. eine weitere(dritte) Spange mit der Jahreszahl 1915 zu der ihm bereits verliehenen Rettungs- medaille verliehen worden. Der Großherzog hat am 9. Oktober d. J. den Amtsrichter bei dem Am'sgericht Darmstadt II Amtsgerichtsrat Adolf Warthorst auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1916 in den Ruhestand versetzt. Ernannt wurden am 6. Oktober ds. Is. der Gefangenausseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Ludwig Scharmann zum Gefangenausseher am Pro⸗ vinzialarresthaus in Darmstadt und der Gefangenaufseher am. Provinzialarresthaus in Darmstadt Georg Mayer zum Gefangen ausseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach, beide mit Wirkung vom 16. Oktober 1915. 5

Die Metallabnahmestelle für die freiwillige Abgabe von Kupfer, Messing und Reinnickel wird am Don⸗ nerstag diefer Woche geschlossen. Gestern war, wohl infolge dieser Tatsache, der Andrang bei der Ablieferung noch einmal sehr stark, so daß die Kommission bis gegen 41 Uhr mit der Abfertigung zu tun hatte. Wer also jetzt noch seine Metallgeschirre und Geräte, auch die Altmet 2 freiwillig hergeben und damit einer Enteignung vorbeugen will, muß den Donnerstag noch zur Ablieferung benutzen.

* Preisprüfungsstellen. Im heutigen Kreis⸗ blatt finden sich* die Erri g von Preisprüfungsstellen und die Web e 2 Ge⸗ meinden mit über 10000 Einwohnern sind bekanntlich zur Einrichtung solcher Stellen, denen recht weitgehende. nisse eingeräumt sind und die sich einen beträchtlichen Ein⸗ fluß auf die Gestaltung des Lebensmittelmarktes verschaffen können, verpflichtet. Die Preisprüfungsstellen haben u. a. die Aufgabe: aus ihrer Kenntnis der Marktverhält⸗ nisse die den örtlichen Verhältnissen angemessenen Preise zu ermitteln; die zuständigen Stellen bei der U rwachung des Handels mit 8 des notwendigen Lebens bedarfs, sowie bei der folgung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und über die Regelung des Verkehrs mit Gegenständen des notwendigen Lebens⸗ bedarfs zu unterstützen. Sie sind weiter befugt, von jeder⸗ mann über alle Tatsachen Auskunft zu verlangen, die bei der Preisbildung von Wichtigkeit sind, insbesondere über den Bestand, die Fuhr und die Preise von Gegen⸗ ständen des notwendigen Lebensbedarfs Erhebungen anzu⸗ stellen; Räume, in denen Gegenstände des notwendigen Lebensbedarf hergestellt, W oder feilgehalten werden, zu betreten und daselbst 1 5 ungen vorzuneh⸗ men; mit Zustimmung der zustä⸗ igen Behörde die Vor⸗ lage von allen im Handelsverkehr üblichen Schriftstücken und Büchern, soweit sie sich auf den Ein⸗ oder Verkauf von Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs beziehen, zu fordern und darin 1 zu nehmen. Die Bekannt⸗ machungen empfehlen wir der Aufmerksamlkeit aller, die sich fütr die Verhältnisse am Lebensmittelmarkt interessieren. Der hiesige Lebensmittelausschuß wird sich demnächst über die Zusammensetzung der Preisprüfungsstelle für Gießen schlüssig werden. 1

* Ein neuer Sanitätswagen. Entlau⸗ sung und Desinfektion mit elektrischer Innenheizung. Eine Kombination von Entlausungs⸗, bzw. Verwundeten⸗ transportwagen bildet den e einer Patentanmel⸗ 18 von Privatdozent Dr. C. Thomae in Gießen. Es handelt sich hierbei um einen fahrbar gemachten, im d

Lat

mit Wolltuch oder anderem Isoliermaterial chlage⸗

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