Feinde werden. 5*
Die Spannung der Balkanstaaten.
Paris, 29. Sept.
klärt, daß sich nach den letzten
den beiden
men, welche für die
8 S.
begehen. Platz für viele Fehler sei nicht mehr vorhanden. 85 Die Abreise bulgarischer Studenten aus Berlin.
4 Berlin, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend rreeiste die zweite Abteilung einberufener bulgarischer Stu⸗ denten, etwa 50 an der Zahl, mit dem Wiener D-Zug, in dem ein Wagen ihnen vorbehalten war, vom Anhalter Bahnhof ab. In⸗ folge der Ankündigung ihrer Abfahrt war neben den Herren der Geesandtschaft, dem bulgarischen Konsul Kommerzienrat Mandel⸗ baum und zahlreichen Freunden auch viel Publikum am Bahnhof erschienen. Unter den einberufenen Studenten war auch ein Sohn des Ministerpräsidenten Radoslawow unter den auf dem Bahnhof Anwesenden Frau Legationsrat Anastasow, die Tochter des Ministerpräsidenten. In Abwasenheit des behinderten Gef andten 5 Rizow hielt Legationsrat Dr. Nikiforow eine Ansprache, in der er den Studenten dafür dankte, daß sie dem Rufe des Vaterlandes mit Begeisterung folgten, und sie dazu beglückwünschte, daß 6 in 3 n⸗ setzung der ganzen Persönlichkeit für das Vaterland zu leisten ver⸗
1 Dies deutsche Beispiel möge ihnen als ein Leitstern auf ihrem Wege voranleuchten. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß die gerechte Sache Bulgariens durch die soldatische Tüchtigkeit Jugend, unter der weisen Herrschaft des Zaren Ferdinand und dank der Klugheit der vorausschauenden Regierung nun end⸗ chdringen werde. Ihm dankte der Studiosus Nitschkow. Er schloß mit einem dreifachen Hoch auf den deut⸗ 5 Zaren von Bulgarien. Die Bulgaren sangen nach ihrer Nationalhymne auch spontan„Deutsch⸗ land, Deutschland über alles!“ und schwangen die bulgarischen Schließlich hielt Professor Kastner eine kurze An⸗ ie historische Bedeutung des Augenblicks für Bulgarien hervorhob und die Hoffnung ausdrückte, daß der Zar
Deutschland haben lernen können, was die
möge.
der
lich zum Siege dur
schen Kaiser und den
Fahnen.
sprache, in der er die
Ferdinand bald Herrscher aller Bulgaren sein werde.
18
treter der neuen
Freunde der eeinem bewaffneten
7 in einer Ansprache, in der er u. a. sagte:
Das Verlangen nach Mobilmachung gibt Ihrem Schritt ein auch die Prüfung der Zulässigkeit anderer von Ihnen erörterten Fragen nicht gestattet. Ihr Wunsch nach Mo⸗ g 8 wägungen, daß die Stunde 5 den Eintritt Rumäniens in den Krieg geschlagen habe. Die Regierung teilt diese Ansicht 4 8 hierfür auseinanderzusetzen. Ich kann eine bestimmte Antwort weil diese Antwort nicht für Sie, son⸗ für diejenigen, die Sie hergeschickt haben, bestimmt ist. Ich r die Erörterung der internatio- t gekommen ist. Um der hohen Interessen
Gepräge, das
bilmachung ist das Ergebnis der Er
meinem Bedauern sehe ich mich nicht in der Lage, die
schon darum nicht geben, dern glaube, daß der Augenblick nalen Lage noch 155
willen, die wir vertreten, auf das Vertrauen zu . 8 dem Tage, da die Lage ohne Schaden und Gefa Staat öffentlich besprochen werden kann. Ich weiß, da auf die Mehrheit des Parlaments stützen kann, 1 Augenblick fordert es das nationale Wohl, daß wir
sind wir gezwungen, uns fortdauernd
aber in solchem
zu vermeiden, was die einzige Pflicht erschweren könnte, die wir beute haben, die die Regierung mit aller Kraft und im Bewußt⸗ sein ihrer Verantwortlichkeit zu erfüllen entschlossen ist.
Bukarest, 29 Sept.(WB Nichtamtlich.) Bei der Er⸗
öffnung des neuen Klubs der konservativen Partei hielt der Parteipräsident Marg
klärte: Die einzige Politik fur unser Land ist zuwartende Neu⸗
5 tralität, welche in dem seinerzeitigen Kronrat beschlossen worden
war. Jene, die eine Politik an der Seite Rußlands befürworten, vergessen, daß es nicht nur im Westen und Norden, sondern auch
im Osten Rumänen gibt. In Bessarabien gibt es keine
einzige rumänische Schule mehr. Die Zahl der Analphabeten be⸗ trägt 85 Prozent. In der Verfolgung unseres nationalen Zieles
müssen wir den Möglichkeiten, nicht Sentimentalitäten, Rechnung
tragen. Deshalb müssen wir unparteiisch auf den Beschlüssen des Kroönrates beharren. Von einer Aenderung in der Haltung der Re⸗ .— ist keine Rede. Ich glaube, daß Rumänien frei ist von leder Verpflichtung. Wenn man uns fragt, ob die öffentliche Mei⸗ nung mit dieser Politik des Zuwartens einverstanden ist, so sa⸗ gen wir: Ja, denn die wahre öffentliche Meinung, die sich nur von der Idee einer Vergrößerung des Landes leiten läßt, ist mit den Konservativen.— Die Ver⸗ sammlung war besonders durch Delegierte aus der Provinz sehr zbahlreich besucht und strafte damit die Behauptung Lügen, daß die konservative Partei durch den Austritt ihres Anhängers Fili⸗
pescu zusammengebrochen sei. * 5. 15 Der türkische Bericht.
5 Konstantinopel, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier berichtet von der Dardanellenfront: In der Nacht zum 27. September unternahmen unsere aufklärenden Ko⸗ lonnen bei Anafor ta einen überraschenden Angriff mit Bomben auf die feindlichen Schützengräben. Wir erbeuteten über 50 Ge⸗ wehre, Bajonette und Ferngläser. Bei Ari Bur nu brachten unsere auf dem rechten Flügel stehenden Batterien eine feindliche Batterie von drei Geschützen zum Schweigen und zerstörten ein Geschut. Bei Sedbeul-Bahr am 27. September auf der ganzen Front beiderseitiges Gewehrfeuer, auf dem linken Flügel Artillerieduell, Kampf mit Bomben im Zentrum. Einige fünfzig Feinde suchten anzugreifen, waren aber kaum einige Schritte von ihren Unterständen entfernt, als sie größtenteils durch unser Feuer vernichtet wurden. Der Rest flüchtete in die Schützengräben zurück. Am 27. September traf eines unserer Flugzeuge mit einer Bombe die feindliche Flugzeilghalle auf Lemnos.
5 Aus der türtischen Kammer.
Konstantinopel, 29 Sept.(WT B Nichtamtl.) Die Ka m⸗ mer hat nach 6½ monatiger Pause die Arbeiten wieder aufgenom⸗
gegenwärtigen politischen Lage ganz ausgeschlossen sei, daß die Mächtegruppen nach dem Kriege dieselben bleiben wür⸗ den. Aus Feinden würden Freunde und aus Freunden
(WTB. Nichtamtlich.) Die Presse er⸗ Nachrichten eine gewisso Unschlüssigkeit in der Haltung Bulgariens bemerkbar mache. Die Blätter schreiben das Zaudern der Sofloter Regierung dem Gange der kriegerischen Ereignisse zu, welche gegenwärtig auf i Hauplfronten in einen entscheidenden Abschnitt getreten f sei und deren Ausgang Bulgarien erst abwarten wolle, bevor 5 es die letzten endgültigen Schritte unternehme. Das Echo de Paris“ teilt die Auffassung der übrigen Zeitungen nicht; es ist
fest überzeugt, daß die Absicht Bulgariens zum Angriff
auf Serbien und Griechenland unverändert besteht.— Den Stim⸗ sofortige Entsendung eines Hilfskorps nach Serbien gegen Bulgarien laut wurden, tritt Elemenceau im „Homme Enchains“ energisch entgegen, indem er erklärt, man dürfe sich nicht übereilen. Die Dardanellenoperation, welche infolge un⸗ genügender, mangelhafter Vorbereitung ergebnislos blieb, müsse die Regierung davon abhalten, nochmals einen derartigen Fehler zu
Eine Erklärung des rumänischen Ministerpräsidenten.
Bukarest, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Ver⸗ . parlamentarischen Liga, die am Sonntag in ihrer ersten Sitzung den Beschluß gefaßt hatte,
die Regierung zu einem entschiedenen Auftreten gegen die Zentralmächte in Rumänien und zu c Anschluß an den Vierverband aufzufor⸗ dern, erschienen gestern beim Ministerpräsidenten Bra⸗ tianu um ihm diesen Beschluß zu überreichen. Der Mi⸗ nisterpräsident hörte die Abordnung an und erwiderte dann
stützen, das uns das Parlament gegeben r für den ich mich
0 von allen unter⸗ B stützt werden. Im Namen dieses Interesses bitte ich Sie, alles
iloman eine Rede, in der er er⸗
12. Novemb. zu beenden. Infolge Erkrankung des Präsidenten Halil führte der Vizeprästdent Hussein Dschahid den Vorsitz. Der Großwesir und mehrere Minisder wohnten der Sitzung von der Präsidententribüne aus bei, die jetzt durch eine kleine Galerie von Bildern geschmückt ist, welche von türkischen Malern gemalt sind und Landschaften an den Dardanellen darstellen, vor allem ein großes Gemälde, das den vergeblichen Versuch der feindlichen Ge⸗ schwader zeigt, in die Meerengen einzudringen. Nach Verlesung der Sitzungsberichte, welche der Erledigung der laufenden Arbeiten voranging, verlas der Präsident eine Verlautbarung des Groß⸗ wesirs mit dem Fetwa vom 27. irz, durch welches der Sultan den Beinamen Ghazi oder der Siegreiche erhält. Unter Beifalls⸗ äußerungen stimmte die Kammer dem Fetwa zu und beschloß, den Sultan zu beglückwün schen. Ein Abgeordneter schlug vor, der Armee an den Dardanellen für die heldenhafte Verteidigung der Meerenge und der Halbinsel Gallipoli zu danken. Der Vize⸗ präsident rühmte die Armee mit anerkennenden Worten wegen, ihren heldenhaften Taten und erinnerte daran, wie sehr die Er⸗ eignisse dem Präsidenten Halil Recht gegeben hätten, als er in der letzten Kammersitzung sagte, die Dardanellen würden das Grab der Ententemächte werden. Er fügte hinzu, sicherlich sei die Nation den Truppen an den Dardanellen dankbar, die Wunder an Tapferkeit verrichteten. Die Kammer werde der Dolmetsch dieser Gefühle gagenüber der Armee in der nächsten Sitzung vom 5. Okto⸗ ber sein. Da die meisten Abgeordneten aus der Provinz noch unter⸗ wegs waren und nicht rechtzeitig ankommen konnten, wurde das Haus bis zur nächsten Woche vertagt.
Vom türtischen Heere.
Konstantinopel, 29. Sept.(WB. Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlicht ein provisorisches Gesetz, das die Ermächtigung erteilt, die Achtzehnjährigen', die Eignung besitzen, Offiziere oder Unteroffiziere der Reserve zu werden, oder die die körperliche Tauglichkeit zum aktiven Dienst haben, schon jetzt einzuberufen.
Die Gärung in Indien.
Berlin, 30. Sept. Zur Gärung in Indien wird ver⸗ schiedenen Morgenblättern aus Bombay gemeldet: Ein Transportschiff mit eingeborenen engli⸗ schen Soldaten, das zur Unterdrückung des Aufruhrs der Eingeborenen in Annkaje bestimmt war, ist auf der Fahrt von dem eigenen Maschinisten, einem muselmanischen Inder, zum Sinken gebracht worden. Der Maschinist ging mit dem Schiff unter.
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* Aus dem englischen unterhause.
London, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Asquith antwortete auf die Frage, ob er in den nächsten
tionale Dienstpflicht abgeben wolle, er könne nichts der⸗ artiges versprechen. Die Angelegenheit bilde den Gegenstand sorg- fältiger Beratung der Regierung. Er werde, sobald er in der Lage sei, die zukünftige Politik anzukündigen, Mitteilungen hier⸗ über machen. Asquith richtete an alle Parteien die Mahnung, sich inzwischen der Besprechung der Angelegenheit im Hause zu enthalten.(Beifall.) Er sagte: Wir befinden uns in einem kri⸗ tischen ugenblicke der Geschichte des Krieges. Wir beobachten mit Interesse, Sympathie und Hoffnung die tapferen vereinigten Anstrengungen unserer verbündeten Streit⸗ kräfte.(Beifall.) Man könnte Großbritannien und seinen Ver⸗ bündeten keinen schlechteren Dienst erweisen, als wenn man in der Welt durchblicken läßt, daß hier eine herrscht.(Beifall.) Nach dieser Erklärung wurde die Frage der Dienstpflicht nicht wieder berührt.
ondon, 29. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Unterhaus. Grey sagte in seiner Rede: Nach amtlichen Berichten aus Bul⸗ garien ist die dortige Regierung zur bewaffneten Neutralität übergegangen, um die Rechte und die Unabhängigkeit des Landes zu beschirmen. Das Land hegt keine Angriffsabsichten gegen seine Nachbarn. en ist es nicht Ansicht über die
daß der britische Einfluß und die Bulgarien feindlichen Weise verwendet gariens Haltung nicht feindselig ist,
mung mit unseren Bundesgenossen und ohne Vorbehalt und ohne edingungen zu stellen währen. Wir stehen . 8 1 die 11 1 uung a e ige ist.
ein Abkommen zwischen den Balkanst das ihnen die Unabhängigkeit und soll und auf dem allgemeinen
staaten zu säen. Es spannte zuerst Oesterreich⸗Ungarn vor, um Erropa in den Krieg zu stürzen, mit der Folge, daß dieses Reich
nun vollständig Deutschland unterworfen und von ihm abhängig besten gedient ge⸗
seinen Einfluß von
Fäner Ebenso wird Deutschland jeden Balkanstaat, den es unter einen
der Alliierten, fördern wollen,
Die englisch⸗französische Anleihe.
London, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet aus New Pork: Offiziell wird mit⸗ geteilt, daß die englisch⸗französische Anleihe von 500 Millionen Dollars zu einem Zinsfuß von 5 Prozent und ablösbar in fünf Jahren dem amerikanischen Publikum zu 98 Prozent und dem Garantiesyndikat zu 96 Prozent an⸗ geboten wird. Nach Ablauf von fünf Jahren steht den Be⸗ sitzern der Umtausch in 4½ prozentige englisch⸗französische Anleihescheine mit einer Laufzeit von 10 bis 20 Jahren zu, die wiederum nach dem Ermessen der betreffenden Regie⸗ rungen in 10 oder 8 nach dem Zeitpunkt des Ab⸗ schlusses der ursprünglichen Anleihe eingelöst werden können.
Zum Untergang eines italienischen Linienschiffes.
Rom, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Tele- gramm an den Herzog der Abruzzen anläßlich des Unglücks des„Benedetto Brin“ spricht Salandra von dem tiefen Eindruck, den die Nachricht von dem Verlust des star⸗ ken Schiffes und so vieler tapferer Offiziere und Mann⸗ chaften hinterlassen habe er bittet den Herzog, persönlich
ie Verantwortlichkeit rücksichtlos festzustellen, um das Land Feafen zu beruhigen, und etwaige dige streng zu be⸗ fen.
men, um die gegenwärtige Sitzungsperiode verfassungsgemäß bis
Tagen eine Erklärung über die Rekrutierun g und die na⸗
Meinungsverschiedenheit
Ein Schreiben des Papstes.* Rom, 29. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht ein Schreiben des Papstes an den 1 7 des F für Italien in Florenz. Das Schreiben schließt: l f Die Trauer und der Ernst der gegenwärtigen Stunde und die zunehmende der Geister, die nur allzu tief empfundene Notwendigkeit, den verstörten Nationen die ohltaten des Frie⸗ dens zurückzugeben, bestätigen deutlich, daß Gott will, daß 0 mehr als jemals inbrünstig unablässig gebetet werde, um die gött⸗ liche Gnade zu beschwören und der rächenden Gerechtigkeit in ihrem verhängnisvollen Laufe endlich Stillstand* gewähren Nach so schwerem Blutvergießen, das der Bruderkuß nicht be wich⸗ tigte, sondern noch nährte, beginnt der Rosenkr r ist bestimmt für demütige Gebete zur Mutter der Gnaden und Frie⸗ denskönigin. So ist es unser Wunsch, daß im Oktober in alle für das Gebet des Rosenkranzes bestimmten Gottesdienste ein be⸗ sonderes Gebet für den Frieden aufgenommen wird. Mögen somit alle Gläubigen beten und Tag und Nacht die Hände zum Himmel erheben, um Vergebung, Bruderliebe und Frieden herab⸗
zuflehen. Aus dem Reiche.
Die Ziele des Reichskanzlers. Berlin, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Von verschiedenen Seiten hören wir, daß wieder einmal die Mär herum⸗ getragen wird, als trage der Reichskanzler sich seit längerer Zeit mit dem Gedanken eines vorzeitigen und über⸗ eilten Friedens mit England. Kommentare, die an eine Entschließung des engeren Vorstandes der konservativen Partei geknüpft wurden, deuten an, daß a bei dieser Kundgebung solche Gerüchte mitgespielt haben. Wir sind er⸗ mächtigt, nochmals diese Gerüchte als unbegründete
und bösartige, die Interessen des Reiches schädigende Treiberei zu bezeichnen. 5
*
Berlin, 29. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die Träger der deut⸗ schen Invaliden- und Hinterbliebenen versiche⸗ rung, deren umfassende Tätigkeit auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrt rühmlich anerkannt wird, haben für die dritte Kriegsanleihe über 152 Millionen Mark ge⸗ zeichnet. Da sie zu den beiden früheren Anleihen rund 290 Millionen Mark beigesteuert haben, beteiligten sie sich mit — insgesamt 442 Millionen Mark an den Kriegs⸗ anleihen.
Nirche und Schule. f Berlin, 30. Sept. Das Kultusministerium hat ver⸗ sebiedenen Blättern zufolge beschlossen, die Schülerinnen der Seminar⸗ klassen an den Oberlyzeen mit Osteranfang als Lehrerinnen für Volksschulen heranzuziehen, indem man idnen dle Prüfung
als ordentliche Lehrerinnen ganz erläßt und sofortige Anstellung gewährt. 5
... ͥͤ—..—..—— Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen
Frauenvereins. Am 27. September krat die 28.
gen— höchstmögl irkhamkeit der weiblichen Kulturkräfte. Wir verkennen keineswegs Frau in—
Weg, bewegung seit 5 Jahrzehnten durch diese Probleme sucht hat, der richtige ist, für die Frauen selbst, wie— was mehr und Größeres bedeutet— für das Vaterland. So 2 heute, da uns dies Wort Vaterland mehr denn je erfüllt erscheint von Verantwortlichkeit jedes einzelnen, mit vollster mnerer Ueber⸗ zeugung zu unseren alten Idealen. Wir wissen, daß ihre Ver⸗ b 502 dem— 5 1 4 2 8
ört, au 8 wir n ri en. Möge e Sunne klar und sest zu machen
uns helfen, den Willen dazu rein und die Kräfte zu stählen.“ g 5 5 Die eigentliche Hauptversammlung begann ihre Verhand⸗ lungen am Nachmittag. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß auf dem Hauptarbeitsgebiet des Vereins, der kommunalen Frauen⸗ arbeit, in dem Jahr vor dem Kriege bedeutende Fortschritte 85 sind. Durch die Bemühungen der Ortsgruppen wurde die Einstel⸗ lung der Frauen in. Deputationen, in den Gemeinde⸗ waisenrat, in ehrenamtliche Wohnungspflege, Schulpflege, Gesund⸗ beitspflege mehrsach erreicht. Die rege Beteiligung der Vereine an den Ortskrankenkassenwahlen hat überall eine sturke Steigerung der weiblichen Mitglieder in den Vorständen zur Folge gehabt. Die Berufsberatung der weiblichen 115 wird in fast allen Orts⸗ ruppen teils im Anschluß an städtische Einrichtungen(Arbeitsamt, bee teils selbständig ausgeubt. Der Krieg hat die mannigf⸗ sozialen Einrichtungen der Vereine in den Dienst 5 überall, wo Ortsgruppen des!
der Kriegshilfe gestellt. st 5 0 A. D. F. V. bestehen, ist die Organisation eines nationalen Frauen⸗ dienstes oder doch eine Zufammenfassung aller Frauenvereine zu organisierter Kriegshilfe zustande gekommen. Wenn hier überall die Kriegsarbeit der Frauen unter die Führung der Frauenbewe⸗ gung die Schulung f 0 1 dem Staat eine nützlichere Kraft geworden ist.
Den Hauptinhalt der Verhandlungen bildete der Vortra Frau Dr. Elisabeth Altmann ⸗Gottheiner aus heim über das Problem der Frauenberufsarbeit
nach dem Kriege. Ausgehend von dem Ge
estellt ist, so ist das der beste Beweis dafür, daß durch ür die Mitarbeit im öffentlichen Leben die Frau
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