Ausgabe 
(29.9.1915) 229. Erstes Blatt
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Die Kampfe östlich vun Wi

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Der russische Bericht.

1 Petersburg, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Großen Generalstabs: Ein Angriff der Deutschen in der Gegend von Eckau wurde abgewiesen. Die feindliche Ar⸗ ttillerie fährt fort, ihr Feuer gegen verschiedene Punkte in der Ge⸗ 35 von Riga zu richten. Unsere Artillerie verjagte mehrmals feindliche Flieger in der Gegend von Schlok und störte feindliche Sappenarbeiten. An mehreren Orten in der Gegend von Düna⸗ burg haben die Kämpfe mit der früheren Heftigkeit wieder be⸗ gonnen. Zahlreiche Angriffe der Deutschen in der Richtung auf Nowo Alexandrowsk wurden zurückgeschlagen. Hier erreichte der Artilleriekampf eine große Heftigkeit. Durch kräftige Angriffe Aunserer Kavallerie gegen die Uebergänge an der oberen Wilija, in der Gegend von Delwinow, wurde deutsche Reiterei, aus alten Regi⸗ mentern bestehend, zersprengt; sechs Offiziere und 65 Mann ge⸗ fangen. Wir erbeuteten drei Maschinengewehre und über 100 Sä⸗ bel. Unsere Verluste sind unbedeutend. In der Gegend westlich Wilejka äußerst hartnäckiges Kampf; 4 deutsche Angriffe wur⸗ den zurückgeschlagen. Durch einen neuerlichen deutschen Angriff wur⸗ den unsere Truppen etwas zurückgedrängt. Der Kampf geht un⸗ unterbrochen weiter. Eine unserer Armeen in dieser Gegend nahm den Deutschen während der verflossenen Woche 13 Kanonen, dar⸗ unter fünf großkalibrige, 33 Maschinengewehre, 12 Munitions⸗ wagen und über 1000 unverwundete Gefangene ab. In der Gegend östlich Oschmjary und weiter südlich bis zum Pripjet ent⸗ wickelten sich überall Kämpfe mit äußerster Heftigkeit von beiden Seiten. Der Feind greift an vielen Orten in dichten Reihen mit 2 er Hartnäckigkrit an. Einige dieser Angriffe hatten örtliche 8 1 die aber tatsächlich recht bescheiden und einflußlos auf die Durchführung der allgemeinen planmäßigen Aufgaben unserer Armeen sind. Unsere bemerkenswertesten Erfolge sind: 1. Ein An⸗ griff bei der Ortschaft Deljatitschi am Niemen, der den Feind g, mit großem Verlust sich zurückzuziehen, 2. Zurückweisung aubitber griffe in der Gegend südöstlich des Bahnhofes von Baranowitschi 3. Ein Ueberfall auf ein österreichisches Bataillon kei dem Dorfe Labussy an der Schtschara in der Gegend von Liachowitschi, wo ein Teil der Oesterreicher niedergehauen, 364 Mann und zwei Offiziere gefangen und ein Maschinengewehr erbeutet wurde. Das Ergebnis war, daß der Feind ge⸗ zungen wurde, jenseits des Flusses zurückzuweichen. 4. Tie Einnahme des Dorfes Gliesnetst in der Gegend am unteren Stochod. Hier erreichte die Hetfigkeit des Kampfes die äußerste Grenze. Man stritt mit unerhörter Wut um brennende Häuser. Das Dorf blieb in unseren Händen, der Feind wurde vernichtet. Wir nahmen zwei Mann gefangen und erbeuteten vier Ma⸗ schinengewehre. 5 der Gegend der Eisenbahn KowelSarny, am linken Ufer Styr, mehrere hartnäckige Gefechte. Die Ortschaft Kolki und Umgebung wurden vom Feinde heftig be⸗ schossen. An der Grenze von Galizien lebten die hartnäckigen Kämpfe bei Nowo Aleksiviec wieder auf. Mit Hilfe frischer Truppen zwangen die Oesterreicher uns, die Ortschaft zu räumen. Durch einen erneuten kräftigen Angriff mit Bajonettkampf warfen unsere Truppen die Oesterreicher wieder aus der Ortschaft, töteten viele und machten über 1000 Gefangene. Nach den letzten Berichten greifen die Oesterreicher von neuem Nowo Aleksinier an.

Im ersten Drittel des September hat sich bei den heftigen Kämpfen und Truppenbewegungen besonders deutlich erwiesen, wie erfolgreich unsere Truppen gegen den hartnäckigen Feind zu kämpfen vermögen. Auf dem Gebiete des Mutes und der Pflichterfüllung vollbringen unsere Truppen fortgesetzt Taten, die das Aeußerste erreichen, was menschenmöglich ist. Die Ver⸗ bündeten geben ein glänzendes Beispiel desselben Mutes. Nach den zuletzt eingelaufenen Berichten brachte die Angriffstätigkeit

den Franzosen und Engländern an zwei Tagen nicht nur Geländegewinn, sondern auch 20 000 un verwundete Gefangene und 24 erbeutete Kanonen.

Linsingens Sieg in Wolhynien.

Berlin, 29. Sept. ImBerliner Lokalanzeiger heißt es: Lange hörten wir nichts mehr von General von insingen und seiner Armee. Jetzt sehen wir den ver⸗ dienten General als Heeresgruppenführer neben den gewal⸗ tigen Kameraden im Osten eine vierte Heeresgruppe leiten. Wiederum hat er sein siegreiches Schwert zum Heile der von feindlicher Uebermacht bedrohten verbündeten Armeen in Wolhynien und Galizien geschwungen und mit seinen Verbündeten, den alten Verbündeten aus den Kar⸗

pathen, Schulter an Schulter kämpfend und stürmend, treibt er mit seiner Heeresgruppe den Feind aus Wolhynien, wie

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ein besonderes Kennzeichen von dem edlen Smne Konig Ferdi⸗ nands, der es nicht verschmähte, als erster dem ihm zürnenden Konig Konstantin die Hand zu reichen. Existiert doch gerade zwischen diesen beiden Herrschern noch vom Balkankriege eine per⸗ sönliche Spannung, die damals in dem plötzlichen Abbruch eines ziemlich gereizt gehaltenen Telegrammwechsels ihren Ausdruck fand. Man darf wohl hoffen, daß eine noch zu erwartende Antwort des griechischen Königs in versöhnlichem und freundschaftlichem Sinne ausfallen wird und daß dadurch auch die letzten Anzeichen eines . Verhältnisses zwischen den beiden archen verschwin⸗ 79.

erden. 4 Aus Bulgarien.*

ew York, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DieAsso⸗ ciated Preß meldet aus Sofia vom 26. September: Nach zuverläsfigen Mitteilungen wird die Bildung eines Koali⸗ tionskabinetts beabsichtigt, in das Vertreter der⸗ jenigen Oppositionsgruppen aufgenommen werden, welche ie Absicht kundgegeben haben, die Regierung Radoslawows zu unterstützen. g

Aus Rumänin.

Bukarest, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern hat im sozialistischen Klub eine große Versamm⸗ lung stattgefunden. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: Die versammelten Arbeiter und Bürger legen Verwahrung gegen die skandalösen Vorgänge ein, die seit einiger Zeit von einer Bande von Agenten der Kriegsparteien ausgingen und in Angriffen auf Beitung im Verbrennen von Blättern, in der Terrorisierung der Bewohner der Stadt bestanden. Sie bilden ein Attentat gegen die verfassungs⸗ gemch gewährleisteten Freiheiten der Presse⸗ Die Versam⸗ melten faßten angesichts der Bewegung für die Mobilisie⸗ rung der rumänischen Armee neuerlich den Beschluß, den Kampf für die Aufrechterhaltung der Neutrali⸗ tät fortzusetzen, aus der die Regierung unter den heutigen 1 eine ehrliche endgültige Neutralität machen müsse⸗

Der Seekrieg.

Der Kampf im Hafen von Riga.

Petersburg, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Admiralstab teilt mit: Am 25. September 8 Uhr mor⸗ gens wurden bei der Veschießung der deutschen Stellungen an der Bucht von Riga durch unsere Schiffe der Komman⸗ dant eines unserer Schiffe, Schiffskapitän Widzemsky, und Fregattenkapitän Swinin von feindlichen Kugeln getötet. Um 10 Uhr morgens stellten unsere Schiffe die Be⸗ schießung der feindlichen Stellungenein, nach⸗ dem sie alle Batterien zum Schweigen gebracht hatten. Wir hatten außer den obenerwähnten Verlusten noch fünf Tote und acht Verwundete. 5 ö

London, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das FischerfahrzeugVentnor

i inst aus den Karpathen trieb. Der Rück der 1 1* aus Grimsby ist torpediert worden.

Russen vor der Front von Luck und Dubno ist ein gutes

Zeichen. Die Zensur in Rußland.

Petersburg, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Das Kabinett hat sich ein⸗ stimmig gegen die vorbeugende Zensur ausgespro⸗ chen. Der Ministerpräsident befindet sich im Großen Haupt⸗ quartier.

0 Aus dem Reiche. Berlin, 29. Sept. Vier Führer der deutschen Sozialdemokratie, die Reichstagsabgeordneten Schei⸗ demann, Dr. David, Ebert und Schöpflin, haben, wie ver⸗ schiedene Blätter melden, soeben eine Informations reise zum westlichen Kriegsschauplatz und in die okkupierten Gebiete Nordfrankreichs und Belgiens be⸗ endet. Die Reise trug einen privaten kter. Sie hatte

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Die Kämpfe an den Dardanellen.

Konstantinspel, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanel⸗ lenfront ist die Lage unverändert; unsere nach ver⸗ schiedenen Richtungen ausgesandten Aufklärungsabteilungen lockten zwei feindliche Aufklärungsabteilungen bei Anaforta und in der Umgegend von Kerevisdere in. andere machten überraschende Angriffe auf feind⸗ liche Schützengräben und erbeuteten Gewehre, Munition, Feldtelephon⸗ und Pioniergerät. Sonst nichts Neues.

Explosion auf einem italienischen Linienschiff.

Brindisi, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Agenzia Stefani meldet, ereignete sich im Hafen von Brin⸗ disi in der hinteren Pulverkammer des Linienschiffes Benedetto Brin(13 400 Tonnen) eine Explosion, der ein Brand folgte. Nach den bisher vorliegenden Berich⸗ ten sind von der 820 Mann starken Besatzung 2 Offiziere, 379 Mann gerettet. Unter den Opfern, deren Identität fest⸗ steht, befindet sich Konteradmiral Rubin de Cervin. Die Ursache der Katastrophe ist nicht bestimmt ermittelt. Die Einwirkung irgendwelcher äußeren Einflüsse gilt als aus⸗ geschlossen.

Eine Abstimmung der englischen Sozialistenpartei über den Krieg.

London, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) M.. verschiedenheiten im Ausführenden Ausschuß der engli⸗ schen Sozialistenpartei über den Krieg zu dem Beschluß, eine Abstim mung der Parteimitglieder f. veranlassen. Die Fragen, über die abgestimmt werden soll, lauten: 1. Sind Sie für eine Unterstützung und Fortfüh⸗ rung des Krieges bis zu einem erfolgreichen Ende? 2. Sind Sie für eine Unter stützung der Bewegung für einen Friedensschluß?

Eine neue Bergarbeiterbewegung in Südwales.

London, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Cardiff: Im Kohlengebiet von Süd⸗ wales ist wegen der Auslegung des Lohnabkommens ein neuer Streit entstanden. 15000 Bergleute in Swansea haben am Samstag den Beschluß angenommen, am 4. Ok⸗ tober die Arbeit niederzulegen, wenn die Grubenbesitzer am nächsten Zahltage den Forderungen der Arbeiter nicht ent⸗ sprechen. Die Arbeiter einer anderen Grube klagten über die Zuwanderung zahlreicher spanischer und portugiesischer Bergleute, die der Sprache. wären und den Betrieb gefährdeten. Von sieben anderen Gruben werden Unruhen wegen der Einstellung nicht 1 Arbeiter gemeldet. 4000 Bergleute beantragten, die Arbeit niederzulegen; es wurde beschlossen, eine 14tägige Kündigung einzureichen, um den Nichtorganisierten eine Frist zu geben, der Gewerkschaft

beizutreten.

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Die Spannung der Balkanstaaten.

Depeschenwechsel zwischen dem bulgarischen

und dem griechischen König. Berlin, 29. Sept. Zu dem Depeschenwechsel zwischen dem bulgaxischen und dem griechischen König sagt dieKreuz eitung: Die Tatsache dieses Depeschenwechsels ist in hohem Maße geeig⸗ net, den Kriegshetzern den Mund zu stopfen. Sie ist aber auch

vor allem den Zweck, für das Studium de Fragen, die mit dem Krieg zusammenhängen, durch un⸗

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wirtschaftlichen mittelbare Anschauung Material zu liefern. Mehrfach trafen die Herren auf eee Kollegen, in Brüssel auf den Abgeordneten Südekum und den bayerischen Abgeordneten Dürr, in Mons auf den volksparteilichen Abgeordneten 115 Neumann⸗Hofer.

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Berlin, 29. Sept. Der Münchener Magistr hat die Einsetzung eines Verbandes der Einkaufsgesellschaf⸗ ten deutscher Städte zur Ausschaltung jeder preiskreibenden Konkurrenz untereinander einstimmig 8 Die Gründung des Verbandes soll am 9. Oktober erfolgen.

Dresden, 28.(WTB. Nichtamtlich.). skanzler stattete im Laufe des Vormitt bei taatsminister des Aeußern, Grafen Vitzthum,

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im Privat⸗

Der Rei dem 0 und bei dem Vorsitzenden des Staatsministeriums, minister Beck, Besuche ab. Um 12.45 Uhr König den Reichskanzler im e audienz. Um 2 Uhr fand königliche Frühstückstafel statt, an der außer dem Reichskanzler auch der preußische Gesandte Graf von 5 1* 2 ae ppenh en Am Nachmittag na r Reichskanzler beim preußi Sen ein. Abend beim Grafen Vitzthum Diner statt, worauf die Abreise Reichskanz olgte.

Eisenach, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Deutsche Buchdruckerverein telegraphierte an den Kaiser: Die in Eisenach tagende Hauptversamml der

im Deutschen zusammengeschlossenen Buchdruckereibesitzer Deutschlands entbietet Ew. ö ehrfurchtsvollste Huldigung. Der e in hält seine ersammlung ab trotz schiveren Zeiten, getragen von dem Bewußtsein, daß auch wirtschaftliches Durchhalten für die siegreiche Durchführung des 5 5 Weltkrieges eine 1 ist. Mit der Fürsorge für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Bu druckereigewerbes in der Kriegszeit glaubt er in erster Linie den Interessen des gesamten deutschen Vaterlandes zu dienen. Die Kunst Gutenbergs ist die Vermittlerin für den geistigen Gedankenaustausch und die kulturelle Entwicklung 9 Volkes. Sie hat es mit ermöglicht, unsern Gegnern auf allen Gebieten gerüstet entgegenzutreten. Das Vuch⸗ druckergewerbe ist es auch, das durch die deutsche Presse seit Kriegsbeginn täglich mitwirkt zur Stärkung unseres Volkstums und fel bis 3 reiten 3 daß wir durchhalten müssen bis zum siegr Ende. 1 versammlung der 1 Vuchdruclereibesther spricht die Versicherung aus, daß das deutsche Buchdruckergewerbe weiterhin stets bereit sein will, mit ganzer Kraft, Gut Blut mitzuwirken an dem Blühen und Gedei unseres deutschen Vaterlandes. 7

Konstanz, 28. Sept.(WTB Nichtamtlich) Heute vor⸗ mittag traf hier der beitet erische Wee mit 78 deutschen Kriegsinvaliden und zwei iziere een serwesch 5 5 von einer zahlrei enschenmenge stürmisch begrüßt. Auf dem Bahnhof 5 zum Empfang anwesend! Der

Großherzog und die Großherzogin Hilda, die Großherzogin Luise von Baden und die Spizen der staatlichen und mill

rischen Behörden.