Ausgabe 
(29.9.1915) 229. Erstes Blatt
Seite
168
 
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1 165. Jahrgang

Der Sießener Anzeiger

erscheint täglich, außer 2

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(Dienstag und Freitag):

zwermal monatl. Land⸗

wirtschaftliche Seitfragen

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sür die Schrißtleuung 112

0 politischen Teil und das Verlag, Geschäftsstelleödl N 82 Feuilleton: Aug. Goetz; Adresse für Drahtnach- 6 2 für Stadt und Land, richten: Anzeiger Gießen.* Vermischtes und Ge⸗ Annahme von Anzeigen richtssaal: Otto Braun; für die Tagesnummer

bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steindrucdkerei R. Lange. Schristleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. M

Mittwoch, 20. September 1915

Sezugs yr monatl. 75 Pf., viertel-

. jährl. Mk. 2.20; durch 2 Abhole- u. Zweigstellen 25 monatl 65 Pf.; durch 5 die Post Mk. 2, viertel 5 jährl. ausschl. Be N 25 Zeilenpreis: loke 0 ausw. 20 Uf. Haupt- . schristleiter: Aug. Goetz.

Verantwortlich für den

Erfolgreiche Abwehr im Westen. Neue Siege im Osten.

(B.) Großes Hauptquartier, 28. Sept.] die da in den Zeitungen gegen uns losgelassen werden, haben deer hinter die Gutilowka. Unsere Armeen verfolgen.

Amtlich.) ja alle einen sehr durchsichtigen Zweck. Man will nach se In den Nachhutgefechten östlich von Luck nahmen unsere

ö Westlicher Kriegsschauplatz. pielen Mißerfolgen sich ein bißchen aufmuntern und den ge Truppen vier russische Offiziere und 600 Mann gefangen. Der Gegner sehte seine Durchbruchsversuche auch gestern pannten Zuschauern im Osten eine stolze Pose vormachen An der Ikwa und in Ostgalizien ist die Lage unverändert.

fort, 7 een fc 2 ene erlitt e 5. über die Lage mit vollen Trompeten Italienischer Kriegsschaupla b.

er an vielen Stellen sehr empfindliche Verluste. oßen also vernehmen: 8 i ü. Bei goos unternahmen die Engländer einen neuen Die große Offensive im Westen hat unter den günstigsten Vor An der Delomitenfcont wurde heute früh ein an

ei begonnen, und wenn die erzielten Erfolge kräftig entwickel'] Jriff des Feindes gegen den Col dei Bois mit Handgranaten e e gelablegenden Wögewiesen. Gestern beschossen die Italfener neuerdings das Aenderungen in der milttärischen Lage. Jedenfalls darf man sagen, Spital des Roten Kreuzes in rz mit etwa 50 Granaten, daß niemals ein siegreiches Vordringen mehr zur richtigen Zeil] obwohl diese Sanitätsanstalt, da sie noch nicht vollständig kam. Tie Nachricht wird dem hart betroffenen, aber hochherzigen geräumt werden konnte, noch die Genfer Flagge trug.

Rußland Freude bringen und das tapfere russische Heer in seinem Im Abschnitte von Doberdo vereitelte unser Feuer

Wiberstand gegen den indringling ermutigen. Sie wird die eng einen Angriffsversu egen den Monte Dei sei Busi. lische und französische Armee anfeuern und ihr Vertrauen darauf griff such geg f f

stärken, daß die Deutschen über den Rhein getrieben werden kön⸗ Südöstlicher Kriegsschauplatz. men. Sie bringt dem leidenden Belgien neue Hoffnung auf Hilfe, Unser Artilleriefeuer ftörte feindliche Befestigungsarbei⸗ weil sie das Versprechen enthält, daß die monatelange Untätigkeit ten an der unteren Save. Die Festungsgeschütze von Bel

r 5 2 e grad gaben auf die Stadt Zemun Semlin) einige fehl⸗

erstehen lassen, die noch schwanken. Und vor allem wird sie die gehende Schüsse ab. freche Annahme des Feindes zerstören, daß seine Front im Westen Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs uneinnehmbar sei. Am Samstag lernte er das Gegenteil erkennen. v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Gasangriff; er verpuffte völlig wirkungslos. Unser Gegenstoß brachte neben gutem Geländegewinn 20 Offi⸗ Tere 750 Mann an Gefangenen, deren Zahl an dieser Stelle damit auf 3397 leinschließlich Offiziere) steigt. Neun weitere Maschinengewehre wurden erbeutet.

Bei Souchez, Angres, Roclincourt und sonst auf der ganzen Front der Champagne bis an den Fuß der Argonnen wurden französische Angriffe restlos abge⸗ wiesen.

In der Gegend von Souain brachte der Feind unter merkwürdiger Verkennung der Lage sogar Kavallerie⸗ massen vor, die natürlich schleunigst zusammen⸗ geschossen wurden und flüchteten. Besonders ausgezeich⸗ net haben sich bei der Abwehr der Angriffe sächsische Reserve⸗

regimenter und Truppen der Division Frankfurt a. M. Rheinzauberklänge mischen sich also schon wieder, zwar 8 In den Argonnen wurde unsererseits ein kleiner Vor- ziemlich schüchtern, in diese Musik. Der neutrale Beurteiler a staß zur Verbesserung der Stellung bei Fillemorte aus im BernerBund aber schränkt heute seinen gestern hier Die Mißerfolge der Engländer.

geführt. Er zeitigte das gewünschte Ergebnis und lieferte ßerdem vier Offiziere, 250 Mann an Gefangenen.

Auf der Höhe bei Combres wurde vorgestern und gestern durch umfangreiche Sprengungen die feindliche Stellung auf breiter Front zerstört und verschüttet.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Der gestern auf der Südwestfront von Dünabur g zu⸗ rückgedrängte Gegner suchte sich in einer rückwärts gelegenen Stellung zu halten. Er wurde angegriffen und ge worfen. Südlich des Dryswjaty⸗Sees finden Kavallerie⸗ gefechte statt.

Das Ergebnis des Generalobersten v. Eichhorn in der Schlacht von Wilna, die zum Zurückwerfen des Fein⸗ des bis über die Linie Narocz⸗SeeSmorgon Wischnew geführt hat, beträgt an Gefangenen und Material: 70 Offi⸗ ziere, 21908 Mann, drei Geschütze, 72 Ma⸗ schinengewehre und zahlreiche Bagage, die der Feind auf seinem eiligen Rückzug zurücklassen mußte. Die nn dieser Beute konnte infolge unseres schnel⸗

en Vormarsches erst jetzt erfolgen. Die bislang gemeldeten Zahlen sind in ihr nicht enthalten.

Südlich von Smorgon blieb unser Angriff im Fort⸗ schreiten. Nordöstlich von Wischnew ist die feindliche Stellung durchbrochen. 24 Offiziere, 3300 Mann

wurden dabei zu Gefangenen gemacht und neun Ma⸗ schänengewehre erbeutet.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

angeführten Zweifel an der Unerschütterlichkeit der deutschen Berlin, 28. Sept.(WTB. Pichtamtlich) Der Kriegs⸗ Front schon beträchtlich ein, indem er die feindlichen Aus⸗ berichterstatter des 8 Fin dern Keller- sichten äußerst knapp bemißt; er schreibt nämlich: 4* berichtet 3 Großen Hauptquartier: Mit einem Die deutsche Verteidigung äm Westen hat den ersten großen Ma senaufwand von unition und mit 14 bis 15 Divisionen, Schock der life Ofsensive überstanden. Es darunter ein Teil der Kitchener⸗Armee mit Schotten, Irländern, ist den Verbündeten gelungen, die erste Linie der hefestigten Gurkhas, Shiks und Farbigen aller Schattierungen, mit hundert⸗ Front an zwei Stellen in bideutender Breite aufzureißen, doch besaßen sie nicht mehr genügend nd Feuer⸗ kraft, das Intervall zwischen der ersten und zweiten Linie zu durchschreiten und die stärkere zweite Linie anzugreifen. Sie ha⸗ ben also zwar einen klaren, bestimmt abgegrenzten taktischen Er⸗ folg davon getragen, der ihnen noch eine strategische Auswir⸗ kung verspricht, mußten sich aber damit bes ei den, eine Auf in Etappen lösen zu wollen, die die größte heit der Ausfüh⸗ rung nur durch das erste und über raschende Durchstoßen möglichst vieler Linien des befestigten Kordons empfängt. Es sei an den Durchbruch von Gorlice erinnert, der dergestalk angelegt und mit einer solchen Wucht ausgeführt wurde, daß neun russische Ver⸗ teidigungslinien ohne wesentlichen Aufenthalt aufgerissen und er⸗ obert werden konnten und der Verteidiger vom Dumajec bis zum San geworfen wurde, ehe er sich zu neuer Schlacht zu ordnen vermochte

Interessant ist das Hand⸗in⸗Handarbeiten der Ru ssen mit ihren Verbündeten, selbstredend nur in der Bericht⸗ erstattung. Dem russischen Volke wird mit dem neuesten Bericht der Heeresleitung eine dampfende Schüssel voll Kriegserfolge vorgesetzt mit dem bezeichnenden Anfügen, daß es jetzt auch den Engländern und Franzosen besser schmecke. Wieder vergißt man es nicht, auch ein so gewaltiges Ereignis wie die Gefangennahme zweier deutscher Soldaten im Tagesbericht hervorzuheben. Wie wohltuend berühren da⸗ gegen die neuesten Ziffern Eichhorns! Ganz ohne Bestürzung 1 über die Schlachten im Westen fahren die deutschen Heere Prinzen Leopold von Bayern. im Osten an ihrer Arbeit fort. Vor Dünaburg schieben

Die Brückenköpfe östlich von Baranowitschi sind sich unsere Truppen gegen das Kernwerk des Brücken⸗ nach Kampf in unserem Besitz. 350 Gefangene sind ein⸗ kopfes vor und haben dem Feind nicht Zeit gelassen, gebracht. fe 12 a 8 25 4 N lic

eeresgru 0 estzusetzen. 1 em rechten ge anden südli

J f eren des 23 Kilometer von Dünaburg im Süden beginnenden Die Lage ist unverändert großen Dryswjatysees Kavalleriegefechte statt. Die Armee 8 Eichhorn hat, so umschreibt dieKöln. Ztg. den Inhalt des neuesten Berichtes der deutschen Heeresleitung, mit ihrem rechten, nach Osten gewandten Flügel südlich von Smorgon sich weiter Bahn gebrochen und dabei nordöstlich von Wisch⸗ new über 3200 Gefangene gemacht und neun Maschinen⸗ hre erbeutet. Jetzt werden auch die Ergebnisse der chlacht bei Wilna bekannt, wodurch der Feind gezwungen wurde, den eiligen Rückzug nach Südosten anzutreten. Ueber 22 000 Mann, drei Geschüge, 72 Maschinengewehre und eine Masse von Bagage wurden den Russen dabei entrissen. Aus⸗ drücklich hebt unser amtlicher Bericht hervor, daß die sonst gemeldeten Zahlen hierin nicht eingeschlossen sind. Von den Ereignissen auf der deutschen Front nach Süden wird noch gemeldet, daß die vom Feind noch gehaltenen Brückenköpfe über die Szezara südlich Baranowitschi von der Heeres⸗ gruppe des Prinzen Leopold von Bayern genommen worden sind. Sehr wichtig ist das N der Armee Linsingen auf dem wolhynischen Kampffeld. Unterhalb von Luzk hat sie sich den Uebergang über den Styr erkämpft, und dadurch sind die Russen auf der ganzen Front nördlich von Dubno zum Rückzug gezwungen worden. Es kann heute festgestellt werden, daß die Russen die festen Werke von Luck überhaupt nicht wieder genommen hatten, sosdern nur den offenen Ort vorübergehend besetzt hielten. g

auf dem rechten Flügel der Westfront die Offensive. Ihre Vertluste sind ungeheuer, die Resultate kaum nennenswert. Sie legten vier Tage lang ein schweres Wirbelfeuer auf unsere Gräben und auf bestimmte Abschnitte einen vollkommenen Feuervorhang. Die Hauptvorstöße waren nordöstlich Formelles; hier wurden sie unter schweren Verlusten abgeschmettert, ferner westlich Aubers. Teilweise in unsere Gräben eingedrungen, warrden sie durch einen Gegenstoß geworfen und dabei eine indische Brigade total ver⸗ nichtet. Aehnlich erging es ihrem Angriff bei Givenchy und Festhubert. Sie arbeiteten hier erfolglos mit Rauchbomben. Das

. n die Franzosen von der Lorettohöhe bis Rivisre, südlich Arras, nach einem tagelangen Hagelwelter von Granaten unter Verwendung von Gasgranaten an. Ihre Verluste

Der französische Bericht.

Paris, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amklicher Be⸗ richt von gestern nachmittag:

Im Artois behaupteten wir unsere Stellungen östlich Sou⸗ chez. Unser Fortschritt, der laut der ersten Meldung in⸗ folge Telegraphenstöru angeblich den Norden von Thelus erreichte, überschritt nicht die Gärten von La Folie und die Straße Arras.Lille. Er wurde gänzlich behauptet. Auf der Front südlich der Somme Kampf mit Bomben und Torpedos bei Andechy. Unsere Artillerie bekämpfte heftig die feindlichen Batterien, die unsere Stellungen von Quennevisres beschossen. In der Champagne dauerten die Kämpfe mit Hartnäckigkeit auf der ganzen Front an. Wir besetzten an mehreren Stellen, besonders im Trou Bricot nördlich der Wacguesfarm einige be⸗ reits überholte Stellungen, in denen sich feindliche Truppen be⸗ hauptet hatten. Nicht 200, sondern 300 Offiziere nahmen wir in der Champagne gefangen. Zwischen Maas und Mosel und in Lothringen heftige Kanonade. Ein heftiger Sturm unterbrach in den Vogesen alle Operationen.

Paris, 28. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt von gestern abend:

Nördlich Arras ist die Lage unverändert. Der Feind richtete nur schwache Unternehmungen gegen die von unseren Trup⸗ pen besetzten neuen Stellungen. Die Zahl der in diesem Gebiet gemachten Gefangenen übersdeigt bisher 1500. In der Cham nagne dauert der Kampf unausgesetzt fort. Unsere Trupper sind jetzt vor der zweiten deutschen Verteidigungsstellung, die über die Höhe 185 westlich von den Gehöften Avarrin, über den Hügel von Souain, den Baum an der Höhe 193, über das Dorf und den Hügel von TDahure verläuft. Die 8 dem Feinde abgenommenen Kanonen ist noch nicht genau fesigestellt. übersteigt aber 70 Feldgeschütze und Geschütze schweren Kalibe von denen 23 von dem englischen Heere erbeutet sind Deutschen unternahmen heute in den Argonnen eine Ofen- sive, die vollkommen aufgehalten wurde. Viermal versuchten sie, einen Infanteriesturm gegen unsere Stellungen von Fillemorte auszuführen, nachdem diese mit Geschossen aller Kaliber, mit Granaten und mit erstickenden Gasen heftig beschossen worden warn Der Feind konnte nur an einigen Punkten unsere Sch igräben der ersten Linie erreichen und wurde dort durch das r der Verteidigungsgräben angehalten; sonst wurde er 1 erall mit chweren Verlusten zurückgeworfen. Auf der übrigen Front nichts

ichtiges. Freuchs Angaben.

3 London, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Feldmarschalk French meldet im amtlichen Telegramm: Nordwestlich von Hul luch wiesen wir verschiedene

Oberste Heeresleitung.

In Frankreich und England herrscht bei der Auf⸗ dauschung der neuesten Angriffsergebnisse natürlich eine ge⸗ hobene Stimmung, und ein englisches Blatt meldet aus New

0 ämpfe vom Freitag und Samstag verlauten, beweisen nur, daß die Feinde, besonders

die Engländer, große Verluste erlitten und nicht gerade glän⸗ 2 zend abgeschnitten haben. Die Mauer der deutschen Vertei⸗ Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

diger steht ungebrochen und so fest da wie uvor. D ili⸗ 1 i 1 i tärische Mitarbeiter derTimes schreibt,. 94 lie berlantbart: 28. Sante nr 9 frichtamtlich⸗ ng

holländische Grenze weitergemeldet wird, daß die 7. verlautbart: 28. September 1915. der Verbündeten sich in 1 Körper⸗ 32 ver Russischer Kriegsschauplatz.

fassung befänden undvon ihrer mannigfachen Ueberlegen⸗ Diurch die österreichisch-ungarischen und deutschen Streit⸗ engriffe ab und brachten dem Feinde Verluste bei Safe e 9 9 er dem Feinde durchdrungen seien. Einwand⸗ kräfte am Styr mit der Umklammerung bedroht, sah sich Loos dauert unsere Offensive fort! Wir nahmen 53 Ofliziere

aus der deutschen Front stellen gevade den] der Feind gezwungen, seine unter großen Opfern unter- und 2800 Mann gefangen, eroberten 18 Kanonen und. 32 Ma⸗ 5 1 5 Zeugnis aus. Sie danken] nommene Offensive im wolhynischen Festungs⸗ schinengewehre Der Feind ließ viel Material auf der Strecke ihre kleinen Erfolge einem Gasangriff, nicht etwa ihrem gebiet aufzugeben. Der russische Rückzug dauerte zurück. Die Liste davon fehlt noch

i schneloigen Draufgä um. Aber die Liebenswürdigkeiten, gestern den ganzen Tag über an und führte das feindliche 3

tausenden Kubikmetern giftiger Gase, ergriffen die En gländer

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