Ausgabe 
(28.9.1915) 228. Erstes Blatt
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garien Crgeht. 1 e J nisse auf dem Balkan in Frankreich verstimmt hat. Während die

4 nicht unterdrücke. Viele Blätter, darunterGaulois,

eine Reihe von Angriffen in der Gegend von Wileika. Fonnten sie wiederholt durch Bajonettangriff vertreiben.

Soummepy überschritten, sowie die Baracke an der Straße Souain⸗ Dahrre. Weiter öst ich hallen wic dieHäuser von Champagne Hbesetzt. Der Feind hat in unserem Feuer und im Handgemenge Fehr beträchtliche Verluste erlitten und in den von ihm verlassenen Gräben ein beträchtliches Kriegsmaterial zurückgelassen, das nech nicht gesichtet ist. Bis jetzt meldet man die Erbeutung von 20 Feldgeschützen. Die Zahl der Gefangenen wächst immer mehr und überschreitet Stunde 16 000 Mann Nichtverwundete, darunter mindestens 200 Offiziere. Im ganzen und auf der

0000 unverwundete Gefangene gemacht.

unzufriedene Stimmung der französischen Presse. aris, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Sprache der

Presse, die sich in heftigen Angriffen gegen Bul⸗

und in scharfen Ausfällen gegen den Zar Ferdinand

zeigt, in wie hohem Maße der Gang der Ereig⸗

Presse früher den bulgarischen Herrscher und die Mitglieder seiner

Regierung als kühl abwägende Realpoljtiker bezeichneke, spricht sie heute von ihnen als von Helfershelfern der deutschen Barbaren und von Verrätern. Daneben macht sich eine heftige Erregung gegen

das System der französischen

Zen sur geltend, die die meisten Nachrichten nicht durchgelassen und die Artikel der französi⸗ schen Presse stark zusammengestrichen hat. Die französische Oe ent⸗ lichkeit werde in Unwissenheit gehalten. Die ganze 9 die Aeußerung desTemps auf, daß ein Schweigen die reignisse Figaro, Homme Enchaine undGuerre Sociale, richten heflige Vor⸗ würfe gegen die Diplomatie des Vierverbandes und erklären: Da⸗

mals, als die Russen in den Karpathen standen, war der richtige Augenblick, um die entscheidenden Bemühungen in den Balkanstaa⸗

ten zu unternehmen. Jetzt handle es sich darum, den Wirkungen

Der letzten Ereignisse durch ein sofortiges Handeln zuvorzukommen.

Die den offiziösen und amtlichen Stellen nahestehenden Blätter

Echo de Paris undTemps betonen eindringlich die Not⸗

wendigkeit, Serbien durch Entsendungen von Truppen zu Hilfe zu kommen. DasEcho schreibt, die Fahne der Alliierten müsse in Mazedonien flattern. DerTemps erklärt, die Oeffentlichkeit

fordere geradezu die Entsendung eines Expeditionskorps nach

Serbien; er erörtert die Wege, die den Truppen der Alliierten

offen stünden. Von Serbien aus sei der Weg nach Konstantinopel

und nach Ungarn offen. Serbien sei im Augenblick der wichtigste Punkt des Kriegstheaters. Die Presse betont einmütig, daß die Lage in diplomatischer und militärischer Beziehungkritischerals je zuvor sei und erwartet, daß durch die Entschließungen Rumäniens und Griechenlands, deren Haltung heute noch etwas rätselhaft sei, in wenigen Tagen einiges Licht in die augenblicklich dunkle Lage gebracht werde. Das aller⸗ wichtigste aber für den Vierverband sei, schnell, energisch und zielbewußt zu handeln.

Heldentat eines bayrischen Fliegers.

Berlin, 28. Sept. Zu der im Bericht der Obersten Heeres⸗ leitung ausdrücklich erwähnten Heldentat des Flieger⸗ unteroffiziers Böhm meldet dieBadische Presse: Vier feindliche Flugzeuge näherten sich Sonntag früh der Stadt Frei⸗ burg. Abgehalten durch die Ballonabwehrkanonen und die Ab⸗ wehrgeschütze, gelang es den Franzosen nicht, über die Stadt zu kommen, um ihre Bomben abzuwerfen. Die Flugzeuge be⸗ schrieben vielmehr einen Bogen nach Norden, um von dort her die Stadt zu erreichen. Bald darauf wurden sie von dem Unter⸗ offizier Böhm, der einer Feldfliegerabteilung angehört, an⸗ egriffen. Es gelang dem Tapferen, der sich allein in seinem lugzeug befand und gleichzeitig dieses führen und seine Waffe

bedienen mußte, in einem feindlichen Flugzeug den Fa fag i in einem anderen Flugzeug assagier durch mehrere wohlgezielte

Schüsse zu töten und die beiden Flugzeuge zum Ab⸗ sturz zu bringen. Die beiden Insassen wurden gefangen ge⸗ nommen. Der schneidige bayerische Fliegerunteroffizier wurde vom Großherzog von Baden, der sich zufällig in Freiburg aufhielt,

ückwünscht und sodann ins Armeehauptquartier befohlen, wo sich der Oberbefehlshaber über den Vorfall Bericht erstatten ließ und die tapfere Tat im Auftrage des Kaisers durch die Verleihung des Eisernen Kreußes erster Klasse belohnte.

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Der russische Bericht.

Petersburg, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit:

In der Gegend von Dünaburg wurde es etwas ruhiger. Nach Aussagen von Gefangenen, die wir in den letzten Wochen

bei zurückgeworfenen Angriffen der Deutschen gemacht haben, sind

den Deutschen schwere Verluste beigebracht worden. Gestern wur⸗ den die 2 schen nach Kampf um das Dorf Driswjaty an dem See des gleichen Namens aus dem Dorfe verjagt. Im Wilia⸗ Abschnitt, flußauswärts der Wileiba, dauern die heftigen Kämpfe an. Wir nahmen das Dorf Nestuka. Die Deutschen 3 ir Alle isse wurden zurückgeschlagen. In der Gegend nordwestlich ilejka bemächtigten sich unsere Truppen nach Bajonettanariff des befestigten Dorfes Ostrow und eroberten das Dorf Giry zurück. An der Front von Smorgon und südlich davon dauern

die Kämpfe fort. In der Gegend Lasdung, östlich vom

lecken Imje, entwickelte der Feind ein heftiges Feuer der schweren Artillerie. Unsere Truppen räumten dieses Dorf. Wir bezwangen durch r den hartnäckigen Widerstand der Deutschen bei dem re Podgorie, östlich von Nowo-Grodek und machten 4 Offiziere und 92 Mann zu Gefangenen, Ein ungemein heftiger Kampf wurde den ganzen Tag bei dem Gehöft Marissin östlich von Nowo-Grodek geliefert. Die Schützengräben wechselten die Besitzer. Südlich des Gehöftes Marissin wurde der Ji durch wiederholte Angriffe aus den Schützengräben bei dem Dorfe Alt⸗Kolischitzty geworfen. Wir machten dort etwa 600 Deutsche zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr, zwei Ausrüstungszüge und Kisten mit Munition. Noch weiter südlich nahmen wir nach einem blutigen Bajonettangriff auch das Dorf Podlugi. Am Strumen warfen wir die Deutschen über den Fluß. Der Feind ließ zahlreiche Verwundete und Mu⸗ nition zurück und verbrannte die Brücke bei Stalitschew südlich Pinsk. An der Front südlich des Pripjet und auf dem galizi⸗ schen Schauplatz keine bemerkenswerten Ereignisse. In den Kämpfen, die wir im letzten Zeitabschnitt den Deutschen lieferten,

wurden Bajonettangriffe unserer Truppen, die große Beweise] z

von soldatischer Tüchtigkeit ablegen, zu alltäglichen Ereignissen. Andererseits ist es sehr bezeichnend, daß in den letzten amtlichen Berichten des deutschen Hauptquartiers die Zahlen der Gefangenen, die die Deutschen bei uns machten, sehr bescheiden sind und daß die Erfolge unserer Truppen, wenn sie nicht ganz verschwiegen wer⸗ den, so doch mit allzu großer Aengstlichkeit beträchtlich ver⸗ ringert sind. 0

Anmerkung: In der Gegend von Polowcee westlich Czortkow . es einer Gruppe von 20 unserer Reiter bei einem Ueber⸗ all eine österreichische Abteilung, die an der Befestigung einer ung arbeitete, 18 Mann mit einem Offizier nieder⸗ zumachen und die anderen, nämlich einen Offizier und 47 Sol⸗ daten, gefangen zu nehmen. Sie selbst verloren nur zwei Leicht⸗ verwundete. An einer anderen Stelle griff eine unserer kleinen Patrouillen den österreichischen Sperrvosten von 20 Mann an, nahm 9 Mann gefangen und machte die anderen nieder.

Von der türkischen Front.

Berlin, 27. Sept.(Privat⸗Tel.) ImBerliner Tageblatt meldete Ernst Jaeckh aus dem türkischen Hauptquar⸗

tier:Mit dem Abgeordneten Traub war ich mehrere Tage im Hauptquartier Liman Paschas an den Dardanellen. Wir be⸗ suchten gemeinsam alle Fronten bis in die vordersten Schützen⸗

gräben. Gegenüber den englischen Falschmeldungen können wir als Augenzeugen feststellen: Der Feind hält sich nur auf einem schma⸗ len Kitstenstreifen unter dem ständigen Schutz seiner gewaltigen Schiffsartillerie. Er hat seit den überaus verlustreichen Kämpfen

.* Front haben die Verbündeten in 2 Tagen über

vom 17. und 18. August, sowie vom 27. und 28. August nicht nur keinerlei Fortschritte gemacht, sondern ist im Gegenteil an vielen Stellen aus seinen Positionen geworfen und zurückgedrängt worden. Die türkischen Stellungen beherrschen die feind⸗ lichen Stellungen und sichern die Halbinsel Gallipoli mit allen Verbindungen.

Die Verwicklung auf dem Balkan.

Aus Griechenland.

Mailand, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Ueber Bern. Der Berichterstatter desCorriere della Sera drahtet aus Athen: Vom Samstag abend bis gestern mittag hielten die Zeitungen aller Parteien den Rücktritt von Venizelos für unver⸗ meidlich. Die öffentliche Erregung in Athen war sehr stark. Große Volksmengen umlagerten die Redaktionen. Die Ministerien waren geschlossen. Gestern morgen um 10 Uhr begab sich Venizelos in das Königsschloß von Dekelia, um dem König die Lage zu schildern. Kurz vor 12 Uhr kehrte der Ministerpräsident zurück. Bald darauf wurde eine amtliche Mitteilung herausgegeben, daß die Ansichten des Kabinetts und des Königs über die getroffenen künfti⸗ gen Maßnahmen vollkommen übereinstimmen.

Lyon, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DerNou⸗ velliste meldet aus Marseille: Die Kapitäne der griechischen Handelsdampfer haben Befehl er⸗ halten, in kürzester Frist nach Griechenland zurückzukehren und sich zur Verfügung der Regierung zu stellen.

Die deutsch⸗feindliche Partei in Rumänien.

Bukarest, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern vormittag fand eine Versammlung von etwa 50 Par⸗ lamentariern statt. Der Vorsitzende, Abgeordneter IsSrati, sagte, die Versammlung sei durch die verbrecheri⸗ schen Umtriebe der Deutschen in Rumänien veranlaßt wor⸗ den. Unter den Anwesenden befanden sich Take Jones cu, Filipescu und Delavrancea. Nachdem einige Reden gehalten worden waren, verlas Take Jonescu folgenden Beschluß:

Die unterzeichneten Senatoren und Abgeordneten verlangen, daß der fremden Korruption ein Ende gemacht werde, die das Land entehrt. Im Hinblick auf die Gefahr einer Einkreisung des Landes, die bezweckt, das Land zur Entwaffnung und zum Ver⸗ zicht auf eine hohe Bestimmung zu zwingen, verlangen die Unter⸗ zeichneten, daß die Regierung die Mobilmachung aller mili⸗ tärischen Streitkräfte des Landes anordne.

Dieser Beschluß wird der Regierung durch einen Aus⸗ schuß mitgeteilt werden. Am Dienstag versammeln sich die Parlamentarier wieder, um die Antwort der Regierung zur Kenntnis zu nehmen. Die an der Versammlung keilnehmen⸗ den Parlamentarier gehören sämtlich der nationalen Frak⸗ tion an.

Paris, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Führer der rumänischen Altradikalen, Filipescu, richtete einen Brief an den Direktor der ZeitungJournal, Senator Humbert, worin er zugibt, er irrte sich, als er vor einigen Monaten erklärte, Ru⸗ mänien werde im Frühjahr 1915 eingreifen. Die günstige Lage, welche damals durch die Besetzung Galiziens durch die Russen be⸗ stand, bestehe jetzt nicht mehr. Jetzt müsse man warten, denn im Interesse aller dürse der rumänische Trumpf nicht nutzlos ausge⸗ spielt werden. Die abwartende Haltung Rumäniens sei dem Vierverband nützlich, denn sie versperre den Mittelmächten den Weg durch Konstantinopel. Wenn Serbien unter dem An⸗ sturm der österreichisch-zdeutschen Armeen nach⸗ gebe, dann müsse die rumänische Armee eingreifen, dies seien die Aussichten für diesen Herbst.

1* Ein Wunsch des Papstes.

Berlin, 28. Sept. Der Papfst bereitet, wie derMün⸗ chener Post aus der Schweiz gemeldet wird, ein Rund⸗ schreiben an die Kriegführenden vor, das sie angesichts der Religion und der Menschlichkeit auffordert, eine all⸗ gemeine Waffenruhe am Allerseelentage ein⸗ treten zu lassen. Der Tag soll auf Wunsch des Papstes auf der ganzen Erde dem Andenken der Gefallenen gewidmet sein.

Die englisch⸗französische Anleihe in Amerika.

New York, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die der englisch-fran⸗ zösischen Finanzkommission erzielten eine Einigung über die Einzelheiten der Anleihe. Sie fahren heute nach Chicago, um mit den Bankleuten des Westens

zu beraten. 5

Der Seelrieg.

London, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der bri⸗ tische DampferCornuba(1736 Tonnen) ist am 9. Sep⸗ tember im Mittelmeer versenkt worden. Die Besatzung von 28 Mann landete in einem spanischen Hafen. Das ver⸗ mißte Boot des versenkten DampfersHestian mit 18 Mann wurde gefunden. Die ganze Mannschaft ist somit gerettet..

Lyon, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.)Lyon Reépu⸗ blicain meldet aus Marseille: Der PostdampferMem⸗ phis ist aus Mudros in Marseille eingetroffen. Der Kapitän erklärte, 34 Mann des englischen DampfersNa⸗ tal vom Piräus nach Malta gebracht zu haben. DieNa⸗ tal, die mit einer Warenladung von 6500 Tonnen nach Marseille unterwegs war, wurde am 17. September bei Kreta von einem deutschen Unterseeboot, welches sich zuvor der Nationalität des Dampfers versichert hatte, beschossen. Die Besatzung hatte gerade Zeit, in die Boote u flüchten. DieNatal, welche 10 Granaten erhalten hatte, sank nach einer Stunde. a

Aus dem Reiche.

Eine Vorstandssitzuug der Konservativen.

Berlin, 28. Sept. Wie dieDeutsche Tageszeitung mit⸗ teilt, trat der engere Vorstand der deutsch⸗konserva⸗ tiven Part ei dieser Tage zu einer Besprechung der allgemei⸗ nen politischen Lage zusammen. Mit höchster Anerkennung und be⸗ geisterter Dankbarkeit wurde der unvergleichlichen Leistungen un⸗ seres Heeres und unserer Flotte, der tapferen Mitwirkung unserer Verbündeten und der günstigen Lage auf allen Kriegsschauplätzen gedacht. Dabei wurde der vollen Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die herrlichen Erfolge unserer Waffen die Riesenmacht des russischen Feindes endgültig brechen und die nationale Sicherheit des deutschen Volkes im Osten dauernd gewährleisten werde. Der engere Vorstand der konservativen Partei ist sich, wie es weiter in der Erklärung heißt, zugleich bewußt, daß unter den gewal⸗ tigen Aufgaben, die der Weltkrieg dem deutschen Volke gestellt hat, unverrückbar das Ziel im Vordergrund steht, das er als das wich⸗ tigste ansieht: Die mit allen Mitteln zu erstrebende Nieder⸗ ringung Englands, welches den Krieg heraufbeschworen hat und niemals aufhören wird, unsere 5 in der Welt und unsere Weiterentwicklung für alle Zukunft zu bedrohen und zu un⸗ terdrücken. Schließlich erklärt der engere Vorstand sich eins mit der Gesamtpartei und dem ganzen deutschen Volke zu wissen in dem

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f 7. Entschluß, vor keinem weiteren Opfer zurückzuschrecken, um Krieg zu einem dauernden, ehrenvollen, die Grundlage der deut⸗ schen Zukunft sichernden Frieden durchzuführen. a 24./25. Verbandstag der mittleren Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten.

Der 24.25. Verbandstag des Verbandes mittlerer Reichs⸗Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten wurde am Sonntag abend im Lehrervereinshaus in Berlin durch den Verbandstags⸗Vorsitzenden, Postsekretär Wiechmann (Berlin), mit einer Ansprache eröffnet, die in dem Gelöbnis gipfelte, durchhalten und unermüdlich mitwirken zu wollen an dem endlichen Siege der deutschen Sache, und in ein begeistert aufgenommenes Hurra auf den Kaiser ausklang. Die Verhandlungen wurden eingeleitet durch den vom Ver⸗ bandsvorsizenden, Ober⸗Telegraphenassistenten Gott⸗ schalk(Berlin), erstatteten Geschäftsbericht über die beiden seit dem letzten Verbandstage abgelaufenen Geschäfts⸗ jahre. Während das Jahr vor dem Kriege eine Fülle von standespolitischer Arbeit aufweist, hat der Verband im Ge⸗ schäftsjahr 1914/15 seine Organisation vorwiegend in den Dienst des Vaterlandes gestellt. In erster Linie sind zu nennen die Kriegsfürsorge und die zu ihren Gunsten im Verband eingeleitete Geldsammlung, die bisher rund 313 000 Mk. ergeben hat. Von dieser Summe sind 130000 Mk. verschiedenen Kriegshilfezwecken zugeführt worden; der vor⸗ handene Rest von 183 000 Mk. soll als Kriegsfürsorgeschatz zur Linderung der Folgen des Krieges bereitgehalten werden. Seine vielseiti freundnachbarlichen iehungen zum neutralen Auslande hat der Verband mit lg zur Aufklärung des Auslandes benutzt. Angelegen sich der Verband ferner die N der 7 5 Meinung über die Tätigkeit der Feldpost lassen und damit gute Erfolge erzielt. Beabsichtigt ist die Heraus⸗ gabe einesHeldenbuchs, in dem die Post⸗ und Tele⸗ 1 die ihre Treue zum Vaterland mit dem

ode besiegelt oder sich durch besondere Heldentaten aus⸗ haben, ein bleibendes Denkmal 2 be werden soll. Die Zahl der bis jetzt auf dem Felde der Ehre gefallenen Verbandsmitglieder beträgt über 700. Wie auf durch den Krieg neu geschaffenen Gebieten, hat sich die altbewährte umfangreiche soziale Fürsorgetätigkeit dez bandes auch sonst N entfaltet. Mit einem kurzen Rückblick auf das 25jährige Bestehen des Verbandes, seinen Werdegang und seine Erfolge schloß der Verbandsvorsitzende seinen Geschäftsbericht. In der sich anschließenden allge⸗ meinen Aussprache wurde dem Verbandsvorstande die dank⸗

gezeichnet

bare und freudige Anerkennung ausgesprochen.

Kriegsbeihilfe an gering besoldete Staatsbeamte.

Berlin, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DerStaats- anzeiger veröffentlicht einen Exlaß des Finanzministers und des Ministers des Innern vom 22. September betr. Krregs⸗ beihilfen an gering besoldete Staatsbeamte. Die Gewährung von Kriegsbeihilfen wird mit der durch den Krieg be⸗ dingten Gestaltung auf dem Markte der notwendigsten Bedarfs⸗ gegenstände begründet. Dem Erlaß zufolge erhalten Beamte mit einem Diensteinkommen bis zu 2 100 Mart jährlich für ein oder zwei Kinder unter 15 Jahren je sechs Mark monatlich, für jedes weitere Kind unter 15 Jahren je drei Mark monatlich. Der Erlaß betont, daß es sich lediglich um Kriegsbeihilfen handelt, deren Zahlung nach Beendigung des Krieges einzustellen ist.

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Berlin, 25. Sept. Der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung e. V., Berlin(Reichstag), der bekanntlich seit mehr als einem Jahre auf dem Gebiete der ergänzenden Wollversorgung der Truppen eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet hat, ist während der Früh⸗ jahrs⸗ und Sommermonate nicht untäti 1 Er hat in dieser Zeit u. a. große Mengen waff ichter Umhänge den Truppen an allen Fronten zukommen lassen. Am 18. d. Mts. ist ein umfangreicher Transport mit Wollsachen usw. der Heeresgruppe Hindenburg zug ihrt worden. In diesen Tagen geht wiederum ein größerer Wollzug und zwar zur Armee Mackensen und zu der Bug⸗Armee ab.

Dresden, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ kanzler trifft abends hier ein und wird auf Einladung des Königs im Residenzschloß Wohnung nehmen.

Aus Stadt und Cand. g Gießen, 28. September 1915.

* Beförderung. Der Unteroffizier Ernst Glänzer in der deutschen Süd⸗Arntee, bis 411 Ausbruch des Krieges Schutz⸗ 1 in Gießen, wurde zum Offizier⸗ Stellvertreter

efördert.

** Amtliche Personal nachrichten. Am 24. Sep- tember d. J. wurde der Schreibgehilfe beim Großh.

Gießen, Wilhelm Hönig zu Gießen, zum Bureauvorsteher des Finanzamts iets ernannt.

* Eine zeitgemäße Organisation im Kar⸗ toffelhandel ist unter dem NamenDeutsche Kar⸗ toffelverteilungsstelle mit dem Sitze in Düssel⸗ dorf begründet worden. Auf Grund von Verhandlungen zwi⸗ schens westdeutschen Stadtverwaltungen und dem Deut schen Kartoffelgroßhändlerverband hat letz⸗ terer es übernommen, eine Einrichtung zu schaffen, deren Zweck es ist, Kartoffeln in ausreichender Nen e, von guter Beschaffenheit und mäßigen Preisen zu beschaffen. Die Ab⸗ sicht geht dahin, eine Ermäßigung der Kartoffelpreise

erbeizuführen. Die Kartoffelverteilungsstelle ist unter be⸗ ördliche Aufsicht gestellt und es findet eine amtliche Kon⸗ trolle der Ge ee und des Schristverkehrs der Kar⸗ toffelverteilungsstelle statt. Auf diese ise soll erreicht werden, daß die Preisentwickelung, die Preisforderun der Landwirte, die Unkosten und Provisionen genau sest⸗ gestellt werden können. Es wird gewünscht, daß die Kreise und Städte, die Preh fich als Abnehmer in Frage kom⸗ men dürften, die Preise sich nicht selbstgegenseitig in die Höhe treiben, indem sie alle mögli ändler und Agenten veranlassen, Kartoffeln aufzulaufen oder An⸗ ebote einzusenden. Vielmehr ihnen gewünschten Angebote durch einfordern, und ihr so Gelegenheit geben, Ware zu

Preisen zu beschaffen. Nägere künfte über die Kartoffel⸗ verteilun 9 50 werden Rr durch die Geschäfts⸗ stelle derselben in Düsseldorf gegeben.

* Bestanderhebung von Spinnstoffen. Am 28. September wird durch die Militärbefehlshaber eine Beka ung betreffend Bestandserhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen(Wolle, Baumwolle, Flachs, Ramie, Hanf, Jute, Seide) und daraus hergestellten Web⸗ und Strickgarnen veröffentlicht werden. Die Bekannt⸗ machung führt eine monatliche Meldepflicht für die genann⸗ ten Spinnstoffe und Garne ein und setzt die Bestimmungen der früheren Bekanntmachungen betreffend Bestandser bung unversponnener Schafwolle, betreffend Bestand 5 von Bastfaser⸗Rohstoffen usw. und betreffend Bestands⸗ er regelmäßig wiederkehrende Bestandserhe⸗ bungen angeordnet haben. Zu der Bekanntmachung ge⸗ hören vier Arken von Meldescheinen und zwar: Melbeschein 1

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ung für Baumwolle usw. insoweit außer Kraft, als sie

sollen 5 Städte 5 die 175 f ie eilungsstelle Ware zu willig

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