Nr. 220
Der Sleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen:
Samstag, 25. September 1915
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Erstes Blatt 165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
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Ueber 12 Milliarden dritte Kriegsanleihe.
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Verwirrung.“„Unser einziger unsch ist, die ganze elende Geschichte beendet zu sehen.“ Und dann erinnert der Ver⸗ fasser, Sidney Low, sich daran, daß England auch einmal, wie jetzt die Deutschen, große Tage gesehen hat. Das war die Zeit Wellingtons und Nelsons,„als die mit Lorbeeren geschmückten Eilposten die Siege von Waterloo und Tra⸗ falgar über das Land verbreiteten“. Es ist gerade heute, wo wir die große Schlacht im Innern gewonnen haben, interessant, daß ein Engländer es ausspricht, wir seien jetzt in derselben Stimmung, wie seine Voreltern an der für Eng⸗ land ruhmreichen Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Und doch stimmt dabei etwas nicht. Unsere Tage sind noch größer und leuchtender, die Stimmung unseres Volkes ist noch gehobener und erhebender. Denn wir erkämpfen nicht nur durch geniale Heerführer unsere Siege, sondern wir öffnen unseren Besitz für das Vaterland und senden jetzt eben wieder unablässig und unverzagt neue waffenfähige Mann— schaften unter die Fahnen. Unsere Siege werden vom Volk erkämpft, und es ist ein Sieg der Treue und Eintracht, der uns lohnt. War jene englische Zeit der Nelson und Welling⸗ ton wirklich so groß, wie in der„Daily Mail“ gesagt wird? Gewiß, England erfocht sich die Weltherrschaft und begrün⸗ dete in allen Weltteilen sein Ansehen. Aber trotz der wachsen⸗ den Macht zeigte der englische Staat ernste Gebrechen, die schon einige Jahre nach der Glanzzeit wütend und unheil⸗ voll aufbrachen. Wenige Unternehmer wurden reich, das arme Industrievolk, der kleine Landeigentümer darbten. England häufte eine riesige 1 an. Deutschland steuert anderen Zielen entgegen! Wir streben nicht nur nach äußeren Kriegserfolgen, Ruhm und Herrschaft, sondern auch nach einer gesunden Wirtschafts⸗ und Sozial⸗ olitik. Und wir befinden uns auch in dieser Hinsicht auf 2 besten Wegen. 1
Berlin, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeich⸗ nungen auf die dritte deutsche Kriegsanleihe haben nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen eine Summe von 12030 Millionen erbracht. Einzelne kleine Teilergebnisse stehen noch aus.
Es ist iß keine Stimmung des Jubels und eitler Freude im Volke, trotzdem unsere Heere die Feinde in ge⸗ waltigen Schlägen besiegen und solche Triumphe eines ein⸗ zigen, von einer en feindlichen Welt belagerten Volkes in der Weltgeschichte sich nicht wieder finden. Unser heutiges Geschlecht ist bei allem nationalen Hochgefühl in der Seele verfinstert über die gewaltigen Ströme von Blut, in der dars alte Europa“ versinkt, und erst später wird man die vom Siegesglanze vergoldeten Zinnen und Türme des sieg⸗ reich gewachsenen Reiches mit hellem, hohem Klang be⸗ 5 üßen und bejubeln. Noch schauen wir in düstere Monate
lutigen Krieges hinein. Aber der 24. September dieses Jahres war für das deutsche Volk vielleicht der lichtvollste Tag der ganzen bisherigen Kriegszeit, zu innigstem Ver⸗ trauen ausgeweitet, vom Strahl der stärksten Hoffnungen durchleuchtet. Denn wir haben uns über 12 Milliarden Kriegskosten gesammelt und wissen, daß wir, finanziell alleinstehend, vor den großen Aufgaben der Zeit ruhig werden bestehen können. Ehedem blickten wir mit Stolz und Richrung auf unsere Vorväter zurück, die Gold für Eisen gaben und die von einem fremden Eroberer ausgesogene Heimat zur höchsten Ehre brachten. Dürfen wir uns heute 1 8 noch zufriedener in die Augen schauen? Wo ist ein Volk, so stark und einig, so opfermutig und so reich wie das unsere? Beim Umblick auf die feindliche Welt packt uns eine überquellende ing: die da wähnten, wir
wären zwar ein Militärvolk, gewaltig im Schlagen, Schie⸗ 55 ßen— Streiten, aber verwundbar doch an einer empfind⸗ 2 4 lichen Stelle, der des Besitzes und eigner wirtschaftlicher 33
Kraft— wie sehen sie sich te enttäuscht und entmutigt, da der Tag des Ergebnisses unserer dritten Kriegsanleihe für uns ein wahrer Volks⸗ und Feiertag geworden ist. Neue Milliarden sind frei zu neuen Schlägen! Der Weg des Winterfeldzuges ist frei; wir haben die Mittel, um die Ab⸗ rüstung der Feinde ringsum in ungeschwächtem Maße sechs Monate fortzusetzen und dann immer noch nicht am Ende u sein. Wir zeigen heute die steigende Kraft unseres
olkstums! Die Anleihe vom September 1914 ergab 4½ Milliarden, die vom März 1915 9,1 Milliarden und die heutige dritte ist wiederum in ihrem Ergebnis zu un⸗ geahnter Höhe gewachsen, so daß unser Staatssekretär Dr. Helfferich den aufhorchenden Amerikanern, denen nichts so sehr imponiert wie Unabhängigkeit, Selbständigkeit und— Geld, neue Kräfte und Neigungen erweckend hinüberrufen kann: Die dritte deutsche Kriegsanleihe ist die größte Finanzoperation der Weltgeschichte! Wir haben damit das stolze Britenreich geschlagen. Ein Blick in das gerade tagende englische Parlament, und der Welt wird es klar werden, was der 24. Sep⸗ tember bedeutet. England muß dazu übergehen, seine Ein- kommensteuer um 40 Prozent zu erhöhen und neue Ver⸗ brauchssteuern in Aussicht zu stellen. Was beim Vergleich der englischen mit den deutschen Anleihen zu sagen ist, hat Staatssekretär Helfferich ausgesprochen:„Deutschland hat drei Kriegsanleihen bei gleichem Zinssatz der Reihe nach zu steigendem Preise begeben, England mußte den Zinsfuß von 3½ auf 4¼ Prozent erhöhen und ist aller Voraussicht nach jetzt gezwungen, für die neue Kriegsanleihe, sei es im Inland oder in Amerika, 5 Prozent zuzugestehen. Deutsch⸗ land hat seine Kriegsanleihen ausgezeichnet placiert, was sich darin zeigt, daß der Kurs stets höher als der Ausgabekurs notiert. England hat seine Kriegsanleihen schlecht plasiert, ihre Notierung steht um mehrere Prozent unter dem Aus— gabekurs.“
Wir haben unseren Erfolg nicht nur aus eigener Kraft errungen, sondern auch aus eigener Entschlußfähigkeit der einzelnen Volksgenossen. Die Freiheit, die wir meinen, muß doch nicht so schlecht sein als die unwissenden Kritiker der feindlichen Völker sich gegenseitig verkünden. Wohl hat es bei uns an Aufmunterung und wirksamer Volksbeleh- rung nicht gefehlt. Sogar die Schulen wurden zur Mithilfe aufgerufen und an die Tür der kleinen Sparer wurde ge⸗ klopft. Aber kein Zwang wurde ausgeübt, keine aufdring⸗ liche„nationale Registrierung“ hat sich bemerkbar gemacht. Die erste Anleihe, die bekanntlich 4460 Millionen aufbrachte, wies 1177 235 Einzelzeichnungen auf, die zweite mit ihren 9060 Millionen hatte schon 2691060 Einzelzeichnungen. Wir sind überzeugt, daß die Summe der Einzelzeichnungen heute noch größer ist. Das flache Land wurde stärker heran⸗ gezogen, neben den Sparkassen waren diesmal auch alle Postanstalten als Zeichnungsstellen zugelassen. Und alle, alle kamen! Es wurde offenkundig, daß wir ein reiches Volk sind, und die Abschließung und von unseren Feinden versuchte Aushungerung hat unerwartete Früchte gezeitigt. Zum Siegesbewußtsein, zum vaterländischen Opfermut und Vertrauen kam die durch unsere Kriegstechnik größer ge⸗ wordene Flüssigkeit des eigenen nationalen Kapitals und das bedeutete wahrhaftig nicht etwa eine Notlage, denn es ist zur Genüge bekannt, daß es keine bessere und kater Anlage gibt als die Zeichnung für deutsche Kriegs⸗ anleihe.
In der„Daily Mail“ hat ein betrübter Engländer, 5 2 g.. 3 wie wir nachstehend mitteilen, die Kriegsmüdigkeit seiner Berlin, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Seine Majestät
Landsleute beklagt.„Für ihre Mehrheit ist der Krieg nur der Kaiser hat an den Staatssekretär des Reichsschatzamtes e ermüdende, langsame und unendlich kostspieligel Dr. Helfferich auf die Meldung über den Erfolg der dritten
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Aeußerungen des Staatssetretars Helfferich.
Berlin, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Staats⸗ ekretär des Reichsschatzamtes Dr. Helfferich hat sich gegenüber ertretern der amerikanischen Presse über das Ergebnis der dritten Kriegsanleihe ausgesprochen, die nachstehende — des Staatssekretärs nach den Vereinigten Staaten abelten:
Das Ergebnis der dritten deutschen Kriegsanleihe ist rund 12 Milliarden Mark. Zusammen mit der ersten Kriegsanleihe vom September 1914: 4½ Milliarden Mark und der zweiten Kriegs⸗ anleihe vom März 1915: 9,1 Milliarden Mark stellte also das deutsche Volk rund 25¼ Milliarden Mark in Form langfristiger Anleihen endgültig für den Krieg zur Verfügung. Damit sind alle bisher aufgelaufenen Kriegskosten gedeckt, darüber hinaus ist neues Geld und unser kurzfristiger Kredit verfügbar für weitere Krieg⸗ führung. Wir haben nicht nur neue Heere, wie der Reichskanzler im Reichstag gesagt hat, sondern auch neue Milliarden frei zu neuen Schlägen. Die Finanzierung des Winter⸗ feldzuges bis in das Frühjahr hinein ist gesichert. Die auf die dritte deutsche Kriegsanleihe gezeichnete Summe übertrifft noch die über die ganze Welt als unerreichbare Leistung gerühmte zweite englische Kriegsanleihe. Die dritte deutsche Kriegsanleihe ist mit⸗ hin diegrößte Finanzoperation der Weltgeschichte. Im Wege langfristiger Anleihen hat England bisher insgesamt 18 ¼, Deutschland 25½ Milliarden aufgebracht. Dabei sind die bisher aufgelaufenen Kriegskosten Englands kaum geringer als diejenigen Deutschlands und werden bald größer sein, da England heute fast 100 Millionen Mark, Deutschland nicht viel mehr als 60 Millionen Mark täglich für den Krieg ausgibt. Das sind in Deutschland eine Mark, in England mehr als zwei Mark täglich pro Kopf der Bevölkerung. Ich zweifle, ob die englischen Finanz⸗ leute heute noch glauben, daß sie den längeren Atem haben. In diesem Zweifel werde ich durch folgende Erwägungen bestärkt: Deutschland hat drei Kriegsanleihen bei gleichen Zinssatz der Reihe nach zu steigendem Preise begeben, England mußte den Zinsfuß von 3½ auf 4½ Prozent erhöhen und ist aller Voraus⸗ sicht nach jetzt gezwungen, für die neue Kriegsanleihe, sei es im Inland oder in Amerika, 5 Prozent zuzugestehen. Deutschland hat seine Kriegsanleihen ausgezeichnet plaziert, was sich darin zeigt, daß der Kurs stets höher als der Ausgabekurs notiert. England hat seine Kriegsanleihen schlecht plaziert, ihre Notierung steht um mehrere Prozent unter dem Ausgabekurs. England stattete, um für die zweite Kriegsanleihe einen großen Erfolg zu erzielen, die Titres mit Konversionsrechten für die 2½ prozentigen Konsols aus.
Die erste 3½ prozentige Kriegsanleihe gewährte andere„In⸗ ducements“. Deutschland erzielte einen größeren Erfolg ohne alle künstlichen Reizmittel. Alles, was das Ausland über einen Druck und Zwang verbreitet, ist Fabel. Wir wandten uns lediglich an die finanzielle Kraft und den Pakriotismus der Mitbürger. Der Erfolg muß der Welt die Augen öffnen, wie stark Deutschlands Finanzkraft und wie stark sein Wille ist. England bedrohte die Vereinigten Staaten bei Ausbruch des Krieges durch die rücksichts⸗ lose Zurückziehung seiner Guthaben. Heute sind die Rollen ver⸗ tauscht: England sucht Geld in Amerika; Deutschland dagegen findet die Mittel zur Kriegsführung bei sich selbst und braucht keine fremde Hilfe. Wallstreet scheint allerdings im Begriff zu sein, sich auf das falsche Pferd zu setzen. Das mag der Wallstreet im Verlauf des Krieges mehr Schaden tun, als Deutschland. Wer die Wette verliert, ist schlinmmer daran, als wer das Rennen ge⸗ winnt. Ich vertraue aber darauf, trotz des Zwischenspiels Morgan⸗ Holdeb, daß er Erfolg unserer Anleihe, der von neuem zeigt, daß wir feststehen auf unseren eigenen Füßen, zu guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern beitragen wird, denn die Unab⸗ 1 ist das erste Wort in der amerikanischen Geschichte.
lbstündigkeit ist das erste Unterpfand wahrer Frrundschaft.
Aeußerungen des Kaisers.
Kriegsanleihe nachstehendes Telegramm gerichtet?„Ich danke Ihnen für die Nachricht von dem glänzenden Ausfall der Zeichnun⸗ gen auf die dritte Kriegsauleihe und beglückwünsche Sie zu diesem neuen, schönen Erfolg unserer Ihrer Leitung anvertrauten finan⸗ ziellen Kriegführung. Das deutsche Volk hat im vollen Vertrauen auf die eigene Kraft damit dem Feinde wie der ganzen Welt be⸗ kundet, daß es auch ferner wie ein Mann einmütig zusammen⸗ steht in dem unerschütterlichen Willen, den durch freventlichen Ueberfall uns aufgezwungenen Krieg bis zum siegreichen Ende durchzuführen und für die Sicherheit und Freiheit des Vater⸗ landes jedes erforderliche Opfer an Gut und Blut freudig darzubringen. Wilhelm 1. R.“*
Berlin, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Vom Kaiser ist dem Kultusminister aus dem Großen Haupt- quartier folgendes Telegramm zugegangen:„Wie ich höre, hat zu dem glänzenden Ergebnis der Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe die Tätigkeit der Lehrer und Schüler in erfreulicher Weise beigetragen. In Würdigung des über⸗ raschend großen Erfolges wünsche ich der Schuljugend meinen Dank zum Ausdruck zu bringen und bestimme, daß in den Schulen der Monarchie am morgigen Tage der Unterricht ausfällt.
Stuttgart, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In Würt⸗ temberg wurden 432,8 Mill. Mk. gezeichnet gegen 310,9 Mil⸗ lionen Mark bei der zweiten und 108,5 Millionen Mark bei der
ersten Kriegsanleihe.
***
(WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Sept.
(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Artillerie- und Fliegertätigkeit auf der ganzen Front steigerte sich im Laufe des gestrigen Tages.
Ein südlich des Kanals von La Basse angesetzter
Angriff weißer und farbiger Engländer scheiterte bereits in unserem Artilleriefeuer.
An der Küste wurde ein englisches Flugzeug ab⸗ geschossen. Der Führer ist gefangen genommen.
Oestlicher Kriegsschauplatz. a
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südwestlich von Lennewaden sind die Orte Rose und Strigge, die vorübergehend geräumt waren, wieder ge⸗ nommen.
Vor Dünaburg wurden nordöstlich von Smelina weitere russische Stellungen gestürmt und dabei etwa 1000 Gefangene gemacht.
Unsere bei Wilejka in der Flanke der zurückgehenden Russen befindlichen Kräfte stehen in hartnäckigem Kampfe. Starke russische Angriffe hatten an einer Stelle vorüber⸗ gehend Erfolg. Dabei gingen mehrere Geschütze, deren Be⸗ dienung bis zuletzt ausharrte, verloren. Die dem weichenden Gegner scharf nachdrängende Front hat die Linie Soly— Olschany—Traby— Iwje—Nowogrodek überschritten.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Der Widerstand des Feindes ist aufder ganzen Front gebrochen. In der Verfolgung ist der Serwetsch⸗ Abschnitt oberhalb von Korelitschi, sowie der Szezara⸗Ab⸗ schnitt nordwestlich von Kraschin erreicht. Weiter südlich fanden noch Kämpfe mit feindlichen Nachhuten statt. 100 Ge⸗ fangene und drei Maschinengewehre fielen in unsere Hand.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.
Die vorgeschobenen Abteilungen nordöstlich und östlich von Logoschin wurden vor einem umfassenden russischen Angriff hinter den Oginski⸗Kanal und die Jasiolda zurück⸗ genommen. Sie führten zwei Offiziere, 100 Mann gefangen
mit sich. 5 a Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Veränderung. Oberste Heeres leitung.
„
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 24. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. September 1915.
Russischer Kriegsschauplaßtz.
Im Nordosten trat gestern keine Aenderung ein. Wäh⸗ rend in Ostgalizien Ruhe herrschte, kam es im Raume von Nowo⸗Aleksiniec und an der unteren Ikwa zu heftigen Kämpfen. In dem erstgenannten Abschnitt griffen die Russen unter starkem Artillerieaufgebot elf Glieder tief unsere Linien an. Sie wurden überall unter schwersten Verlusten zurückgeworfen, worauf ihnen unsere im Gegen⸗ angriff nachdrängenden Truppen noch eine Höhenstellung entrissen. Eine russische Batterie wurde durch unser Ar⸗
tilleriefeuer zersprengt. Bei Rydoml fielen auf verhält⸗ 8
nismäßig engem Gefechtsfeld 11 Offiziere und 300 Mann in unsere Hände. Auch die Uebergangsversuche des Feindes über die untere Ikwa scheiterten.


