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Nr. 208 Erstes Blatt 165. Jahrgang Samstag, 4. September 1915
erscheint täglich, außer monatl. 75 Pf., viertel⸗
Der Sleßener Anzeiger S 9
Sonntags.— Beilagen: jährl. Mk. 2.20; durch viermal wöchentlich Abhole-* r die Pot N 2.———— lactfürden tels lezen jährl. ausschl. Bestellg. (Dienstag und Freitag); Zeilenpreis lokal 15 Pf. zweimal monatl. Land⸗ ausw. 20 A.— Haupt- wirtschaftliche deitfr schristleiter: Aug. Goetz.
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e Anzeigen richtssaal: Otto Braun; für die Tagesnummer
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der Aebergang über die Düna erzwungen. Die Stadt Grodno genommen.
0.) Croßes Hauptauartier, 3. Sept.] näher erörtert werden. Baron Ishi reist in der nächsten Zeit (Amtlich.) von London über Paris nach Japan. 85 Westlicher Kriegsschauplat. Auch der„Temps“ berichtet aus Petersburg, daß der
f f neue j is Minist 5 Auswärtigen, Ishi, Bei Sonche z wurde ein französischer Handgranaten⸗ 5 rauche Winter des Auswärtigen, Baron Ishi
iff 8 von der japanischen Regierung den Auftrag erhalten habe, — eu erfolgreiche Sprengungen in Flandern st unverzüglich nach London zu begeben und von dort und in der Champagne. sich zug 0 3 9
nach einer Aussprache mit Grey über Paris, wo gegen⸗ Oestlicher Kriegsschauplaß. 5—.—. W 0 N 1 7 zurückzukehren. n is Berichterstattung sollen weit⸗ ö deeresgruppe des ene arschalts tragende Entschließungen abhängen, über welche der Rat a b. din kenuurg. der Alten ein Gutachten abzugeben haben werde. Nun, Unfere Kavallerie stürmte gestern den befeftigten und bis der Rat der Alten alles erwogen haben würde, wäre die von Infanterie besetzen Brackenkopf bei Lenne sEntscheidung vielleicht auf dem französischen Kriegsschauplatz maden(nordwestlich von Friedrichstadt). Sie machte dabei] bereits gefallen. Aber die Stimmungsmache ist auch etwas .—.— 250 Mann zu Gefangenen und erbeutete ein wert. Die Balkanvölker, die auf die russischen Schlappen 5 ff ehen, Aussichte f e 8 f 1 nt nordwestlich und westlich von sehen, sollen durch andere Aussichten aufgemuntert werden Wilna versuchten die Russen unser Vorgehen zum Stehen zu bringen. Ihre Vorstöße scheiterten unter un⸗
Und in diesem Augenblick sollten wir es nicht für zweckmäßig halten, die Möglichkeit einer Verständigung mit Amerika gewöhnlichhohen Verlusten. Sidöstlich von Merecz ift der Feind geworfen.
zu. fördern? Es heißt neuerdings, die Japaner blickten mit Mißtrauen auf amerikanische Wirtschaftserfolge in China,
Zwischen Augustower Kanal und dem Swislocz
ift der Njemen erreicht. Bei Grodno gelang es
und am Ende wird Herr Wilson sich doch noch einmal in die 3* 5 8 in. in ernsterer Weise abzurechnen. Hat Amerika ei Interesse unseren Sturmtruppen durch schnelles Han⸗ daran, den Hochmut und Einfluß Japans ins Ungemessene deln über den Niemen zu kommen und nach sich steigern zu sehen? In die englisch-amerikanischen Ver- Hüuserkampf die Stadt zu nehmen. 400 Ge⸗ handlungen ist, laut Londoner Stimmen, in den letzten Tagen fangene wurden eingebracht. 5 ein kälterer Ton gekommen. Englische Blätter deuten an, 1— r daran sei die neue deutsche Taktik dem Präsidenten Wilson 1 Die Heeresgruppe nahm gestern ins gegenüber schuld. Wäre dem so, wir könnten uns freuen gesamtüber 300 Russengefangen underbeutete ein Geschütz und 18 Maschinengewehre.
und triumphieren. Aber der verautwortlichen Leitung un— serer Politik müssen wir vorläufig auch ohne Kenntnis der Heeresgruppe des Generalfeldmurschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Vorgänge unser Vertrauen schenken. Der Kampf um den Austritt der Verfolgungskolonnen 2 Sumpfengen nördlich von Prushanh ist Gange.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.
In der Verfolgung ist die Jasiolda bei Sielce und Bereza Kartuska und die Gegend von Antopol(30 Kilo⸗ meter östlich von Kobryn) gewonnen.
Oesterreichisch⸗ungarische Truppen dringen südlich des Bolato-Dubowoje nach Ssten vor.
Sũüdöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals Grafen Bothmer nähert sich kämpfend dem Sereth-Abschnitt. Oberste Heeresleitung.
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Nie sind wir in eine so große Schule politischen Denkens gegangen als in diesem sorgenreichen Jahre. Der Kampf um Sein oder Nichtsein, der jetzt ausgefochten werden muß, zwingt uns, und zwar auch unentwegte Parteidogmatiker, die Schneckenhäuser der Politik zu verlassen und über alle Kirchtürme lange gehüteter Grundsätze und Einzelziele hin auszusteigen. Die Ereignisse müssen, um Entschlüsse und Er⸗ kenntnisse zu ermöglichen, in ihrem Zusammen hang be⸗ trachtet werden, und es gensigt nicht mehr, mit heißem Bemühen sich in ein Problem zu verrennen und darin recht zu behalten. Die deutsche Gründlichkeit muß mit Weitblick und Elastizität gepaart werden. Auch in unseren Beziehun⸗ gen zu Amerika entscheidet nicht allein der beharrlich fest⸗ gehaltene Rechtsstandpunkt, sondern wir müssen das Tüpfel⸗ chen auf dem i auch einmal preiszugeben wissen, wenn Höheres auf dem Spiele steht. Die deutsche Ehre verbietet uns nicht, Zugeständnisse zu machen, auch wenn diese mit unserem Rechtsempfinden nicht übereinstimmen. Die deutsche Regierung war darum besorgt, es mit Amerika nicht zum Bruche kommen zu lassen, und sie hat sicherlich ihre guten Gründe dafür. Wir können diese in genauen Umrissen noch nicht erkennen. Aber angesichts mancher interessanter aus⸗ wärtiger Presseerscheinungen tauchen viele Möglichkeiten auf, Leben wir nicht in einer Stunde bedeutsamer
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die auf dem südwestlichen Kriegsschauplatze im all⸗ gemeinen eingetretene Ruhe hielt auch gestern an.
Im Tiroler Grenzgebiete kam es bei der Mandron-Hütte(im obersten Val di Genova) und südlich Mori zu kleineren Gefechten, die mit dem Zurückgehen des Feindes endeten.
Im Raume von Flitsch und an einigen anderen Stellen der küstenländischen Front fanden Geschütz⸗ und Minenwerferkämpfe statt. Abends schlugen unsere Truppen einen heftigen Angriff auf den Südteil des Tolmeiner Brückenkopfes ab.*
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnaut.
Die Durchbruchsschlacht in Galizien. Berlin, 4. Sept. Ueber die Durchbruchsschlacht von Gologory in Ostgalizien teilt der„Berliner Lokalanzei⸗ ger“ mit: Die jetzige Offensive bei Gologory begann am 27. Au⸗ gust. Dieser Kampf wurde heldenhaft von dem Preßburger fünften Korps geführt. Um 8 Uhr morgens begann die Artillerievov⸗ bereitung, über die sich gefangene russische Offiziere wie folgt ge⸗ äußert haben: Mit Schrecken erinnern wir uns der furchtbaren Schlacht. Mit unheimlicher Prätziston fielen die Geschosse der schweren Geschütze in Abständen von wenigen Schrit⸗ ten genau in unsere Schützengräben, alles vernichtend und ver⸗ schüttend. Die tapfere russische Division, die sich im Kriege den glor⸗ reichen Namen„die Eiserne“ erworben hat, vermochte selbst bei dem größten Heldenmute nicht mehr, die Stellung zu wah⸗ ren. Mehr als die Hälfte der Kompagnie fiel. Gegen einen Feind, der über eine so ausgezeichnete Artillerie verfügt, werden wir nie⸗ lmals aufkommen können. Ztg.“ über die militärische Lage Die russischen Gesamtverluste. *[Berlin, 4. Sept. Laut„Basler Nationalzeitung“ be⸗
Wie die deutschen Heere im Westen sich zum Stel ungskrieg tr; j 3 g 5 f 5 5 5 iegs⸗[tragen, wie verschiedenen Morgenblättern gemeldet wird, die
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erurteilt sehen, so hat die Kavallerie auf den verschiedenen Kriegs russischen Verluste vo Kriegsbeginn bis n
schauplätzen mit Unbehagen, aber pflichtgetreu in den Schützen⸗ gräben mitgekämpft, bis sie wieder zu ihren Pferden zurückkehren 15. August 223 172 Offiziere, wovon 43 124 getötet und 161443 verwundet worden sind; 18 605 werden vermißt.
In der„Köln.
konnte, um in weiten Ritten den Armeen voraus den Feind aufzusuchen und, wo es ging, aus dem Felde zu schlagen. Oefter kam sie dabei in die Lage, zum Fußgefecht zu greifen, und so⸗ eben hat sie in Kurland damit wieder einen schönen Erfolg er⸗ zielt. Sie stürmte den 19 Kilometer nordöstlich von Friedrich- stadt gelegenen Brückenkopf von Lennewaden und machte von der aus Infanterie bestehenden Besatzung 350 Mann zu Gefangenen. Damit ist der Uebergang über die Düna in unsere Hand gefallen. Die Armee Eichhorn hat in den letzten Tagen schwere Kämpfe zu bestehen gehabt. Nordwestlich und westlich von Wilna waren erhebliche Streitkräfte des Gegners, deren Versammlung auch englische Berichte andeuteten, zu einem Gegenstoß über⸗ gegangen, der jetzt unter ungewöhnlich hohen Verlusten gescheitert ist. Die russischen Berichte geben als Gegend dieser Kämpfe die Linie von Wilna nach Wilkomierz an und nennen die Orte Meiszagola, 24 km nordöstlich von Wilna, Schirwinty, 45 km, wo die russische Heereskavallerie angeblich zwei Dörfer genommen haben soll, und Dukszty, acht Kilometer südwestlich von Meiszagola. Es handelt sich jedenfalls um einen verzweifelten Versuch der Obersten russischen Heeresleitung, den deutschen Vor⸗ marsch gegen Wilna zum Stehen zu bringen. Während der linke Flügel der Armee Eichhorn die Aufgabe löste, diese russische Offensive, die zu einer gefährlichen Bedrohung ihrer Flanke werden sollte und zwischen sie und die Armee Below sich eingeschoben hätte, zu vereiteln, hat ihr rechter Flügel von Olita aus gegen Merecz vorgestoßen, das gleichzeitig, wie es scheint, auch von. Westen her angegriffen wurde. Der Feind wurde südöstlich von Merecz geworfen und der Njemen in der Höhe des Augustower Kanals in den Fluß erreicht. Südlich davon ist Grodno in unserm Besitz. In schneller Ausnützung der Einnahme der Westfront der Festung drangen unfere Truppen in die Stadt selbst ein, vertrieben im Häuserkampf' den Feind und stehen jetzt vor den Werken der Ostfront, welche die Russen augenblicklich noch halten, um ihren geschlagenen Heeresteilen den Abzug auf der einzigen noch freien Bahnlinie nach Lida im Osten zu ermöglichen. Süd⸗ östlich von Grodno setzte die Armee Gallwitz den Angriff fort und zwang feindliche Nachhuten an der Straße von Aleksyce, 14 km südöstlich von Odelsk, nach dem Swilocz zum Rückzug. Die Heeres⸗ gruppe des Prinzen Leopold ist im Gefecht um den Austritt aus den Ausgängen des Sumpfgebietes nördlich von Pruszana, wo der Rozanka⸗Abschnitt dem Feind günstige Stellungen bietet. Neben ihr hat der linke Flügel Mackensens sich den Zugang zur Ja- siolda bei Sielee und 3 55 km von Kobrin an der Straße nach Minsk, erzwungen, und ist bis in die Gegend von Antopol, 30 km östlich von Kobrin, an der Bahn nach Pinsk gelangt. Oesterreichisch ungarische Truppen gingen südlich des Bolota Dubowoje genannten Sumpfgebietes vor.
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 3. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. September 1915.
Russischer Kriegsschauplatz.
In Ostgalizien ist der Gegner überall an die Sereth⸗
Linie zurückgewichen. Unsere Armeen verfolgen. An der Reichsgrenze nördlich Zalosze und öftlich Brody, sowie im Raume westlich Dubno und im wolhyni⸗ schen Festungsdreiecke stellte sich der Feind neuerlich] Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß des Ministers des an ganzer Front. Unsere Truppen befinden sich im An⸗ Innern, der den Juden bis zur gesetzlichen Neuregelung griffe. 5 der Bestimmungen über ihre staatsbürgerlichen Verhältnisse Auch bei unseren an der oberen Jasiolda fechtenden gestattet, in allen Städten des Kaiserreiches zu wohnen Streitkräften dauern die Kämpfe fork. Die Russen wurden mit Ausnahme der Hau ptstädte und derjenigen aus einigen am Rande des Sumpfgebietes angelegten Ver- Ortschaften, die der Verwaltung der Ministerien des Hofes schanzungen geworfen. und des Krieges unterstehen.
weise 5½ Millionen.
Die russische Geldnot. Bertin, 4. Sept. Die Reise des russischen Finanz⸗ ministers Bark nach London bezweckt, wie verschiedene Morgenblätter berichten, ausschließlich die Geldbeschaffung für die bis zum 1. Jumuar 1916 fälligen Zinsen der russischen
Staatsschuld. Der russische Bericht.
Generalstabs des Oberbefehlshabers: An der Dünafront bei Piga im allgemeinen keine besondere Veränderung. Angriffe der Deutschen in der Nacht des 1. September und am darauffolgenden Tage in der Gegend Friedrichstadt wurden nlederum zurück⸗ geschlagen. Zwischen der Swenta und Wilija schreiten unsere Truppen erfolgreich vor und nähern sich W ilkomir, sie nehmen die Front Schirwinty- M eischogola— Dukszty ein. Am Abend des 1. September nahm unsere Kavallerie bei dem Flecken Schirwinty durch einen Bajonettangriff zwei Dörfer, zwang die Deutschen zu ungeordneter Flucht und machte Gefangene. Wir drangen am rechten Ufer der Wilija vor und erbeuteten von den Deutschen in der Gegend von Dukszty eine Haubitze und einige Kisten Munition. 8 5 Die Lage zwischen der Wilija und dem Niemen ist im all⸗ gemeinen unverändert. Die stärksten Anstrengungen des Feindes werden längs der Straße Olita— Merechz gemacht, wo wir in der Nacht des 1. September mehrere heftige Angriffe zurüch⸗ warfen. Bei der Ortschaft Oran y entwickelte sich ein hartnäckiger Kampf. Bei Grodno gingen unsere Truppen, nachdem sie den Feind so lange aufgehalten hatten, als für die Räumung dieses Ortes nötig war, in der Nacht des 2. September auf das rechte Ufer des Niemen. Südlich Grodno bis zum Pripjet ist die Lage auf der ganzen Front ohne wesentliche Veränderung. In der Gegend von Luck gingen unsere Truppen, nachdem sie den Feind in hartnäckigen Kämpfen am Flusse Styr zurückgehalten hatten, in der Nacht des 2. September auf die Front Olyka— Rad- ziwiloff zurück. Während des Tages machten wir mehrere Hun⸗ dert Gefangene, unter ihnen einige Offiziere, und erbeuteten Ma⸗ schinengewehre. Der Feind besetzte Luck. In Uebereinstimmung mit dem Rückzug vom Fluß Styr bezogen auch unsere Truppen in Galizien neue Stellungen; die Bewegungen wurden durch Nach⸗ huten geschützt. Die Kämpfe mit diesen Nachhuten brachten dem Feind in der Gegend Zloczow und Zborow sowie an der Mündung der Strypa neuerliche schwere Verluste bei. Wir schlugen 7 zahlreiche wiederholte Angriffe zurück, gingen teilweise zur ffensive über und erbeuteten Gefangene, Maschinengewehre und viel Munition.
Aus Helsingfors.
Berlin, 4. Sept. Einem Stockholmer Blatt wird laut Kölnischer Zeitung“ berichtet, daß einzelne Häuser von Helsingfors unterminiert seien, weil ein Vorrücken der Deut⸗ schen befürchtet wird.
Die Juden in Rußland.
Petersburg, 3. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Das
tischem Hochdruck, durch das besondere Mittel der Ein⸗ schüchterung einzelner beteiligter neutraler Staaten und
ekannt geworden arschiert der ja⸗ s norwegische Blatt
spon je Slowo“ in Tokio t aus offiziöser Quelle, Japan habe sich angeboten, Trup⸗ nach Europa zu schicken. Die Frage eines altiven Zusammen⸗ s mit der Eutente wird nach Empfang der Botschafter⸗ über die Verhandlungen mit den Ententeregierungen
Die Gesamtverluste an Mannschaften betragen schätzungs⸗
Petersburg, 3. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des
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