Ausgabe 
(28.8.1915) 202. Erstes Blatt
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10 000 Letten in einer Stadt eingetroffen, die aber vom Gou⸗ verneur mit der Bemerkung zurückgeschickt wurden, daß sie Deutsche wären. 8 1 1 2 1. 5

0 8 Die deutschen Siege in neutraler Beleuchtung.

A msterdam, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)Nieuws van den Dag schreibt in einem Leitartikel über den Fall von Brest⸗Litowsk. Das Staunenerregende an dem Fall der Jestung ist, daß es so unerwartet gekommen ist. Brest⸗Litowsk ist nicht belagert und kaum bestürmt worden. Der Platz fiel wie Warschau den Angreifern als eine reife Frucht in den Schoß Die vortreffliche Strategie der deutschen Anführer hat diesen Erfolg zustande gebracht. Sieht man von Grodno ab, einer Festung zweiten Ranges und Rowno im Süden, dann liegt nun⸗ mehr das westliche Rußland den Deutschen und Oesterreichern offen.

Zürich, 27. Aug DieNeue Zürcher Zeitung schreibt zum deutschen. Siegeszug im Osten: Dieser Elan und dieses Draufgängertum im guten Sinne des Wortes, die Stellung auf Stellung, Festung un Festung im Sturme greifen, sind das Resultat einer großzügigen und deutlich ineinander⸗ greifenden Führung und gegenseitigen Vertrauens. Dadurch entsteht der feste Glaube an die eigene Unbef iegbarkeit und den endlichen Sieg, den einst das Heer des alten Fritz von oben

bis unten beseelt hat. Dieser moralische Schwung, diese sitt⸗ liche Begeisterung, dieses unbegrenzte Vertrauen sind dort nicht zu schaffen, wo planmäßiges Zurückweichen zur obersten Regel der Führerkunst wird. Und nur schwer wird es dann gelingen, die Soldaten im gegebenen Moment wieder zur Offensive fortzureißen. 8 f f a

Hristiania, 27. Aug.Aftenposten schreibt: In dieser Zeit der Massenniederschlachtung Tüfsäscher Fee stungen ist man leicht geneigt, eine Kapitulation zu unter⸗ schätzen. Es bleibt mur noch die Festung Grodno, deren Tage gezählt sind übrig, dann haben die Deutschen reinen Tisch gemacht.Ver⸗

dens Gang schreibt: Der Fall dieser Riesenfestung muß die meisten überraschen, da man erwartete, daß sie für längere Zeit der Mittelpunkt heißer Kämpfe hätte werden müssen. Der Fall hat nicht entscheidende Bedeutung, sofern nicht in Betracht gezogen wird, daß die Deutschen bald als sekundäres Ziel ihrer Offensive eine starke Verteidigungslinie mit schwachen Kräften halten und

so die Hauptkräfte zur Anwendung auf anderen Kriegs⸗ fttheatern freibekommen.

Entspannung der Stimmung in Amerika.

auf das täten, erklärte

Daily verantwortlichen einen Vorgang, ichklärt. Sie beseitigt die Gefahr uches und sichert die Fortsetzung der Versicherungen für die Zukunft. e N

Der U⸗Boot⸗Angriff auf die englische Küste. Ein

ütz feuer. Die Stichflamme in die Luft. Die seinerzeit in der engli⸗ Presse aufgestellte Behauptung, daß das Unterseeboot

am] Aeu

5(gez.) Behncke. Die zerstörte Benzolfabrik ist eine der größten lands und für die englische Sprengstofferzeugung von N F als es nur wenige derartige Werke in

Ert 1 umso Eng⸗

**

e* Das Fiasko des Vierverbandes auf dem Balkau.

5 Berlin, 28. Aug. Aus Sofia wird derV. Z. ge⸗ meldet: Der Abschluß der türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen ist ein vernichtender Schlag für alle Balkanbestrebungen des Vierverban⸗ des. Seine in Sofia, Nisch und Athen unternommenen Schritte sind gegenstandslos und zwecklos geworden. Wäh⸗ rend sich in Nisch Regierung und Parlament mit der Ant⸗ wort abquälen, die sie dem Vierverband geben wollen, ist durch den türkisch⸗bulgarischen Vertragsabschluß die Entschei⸗ dung über die bevorstehenden Balkanereignisse bereits ge⸗ fallen. Es heißt, daß die Verwirklichung des Vertrages schon in vierzehn Tagen erfolgen soll. Die Bulgaren gewannen so auf friedlichem Wege den Wiederbesitz eines Teiles des thrazischen Gebietes, das sie im ersten Balkan krieg eroberten und das ihnen die Türken während des zwei⸗

senglisch⸗französische Bericht, die beide

Die Ereignisse auf dem Balkan beginnen, ohne daß es schon . Augen sichtbar ist, ein schnelleres Tempo ein⸗ zuschlagen.

Hraphen⸗Agentur meldet, daß die Verhandlungen mit Bul⸗

garien über eine von Serbien zu gewährende Grenzberich⸗

tigung als ergebnislos eingestellt worden sind. , b

1 Der Fall von Brest⸗Litowsk und die französische Kammer. l

Bern, 28. Aug. Mitteilungen von der französischen Grenze versichern, daß die französische Kammer bis kurz vor gestrigen Zusammentreten auf eine Geheim⸗ sitzung bestanden sei. Viviani gelang es aber unmittel⸗ bar mit dem Eintreffen von dem Falle der Festung Brest⸗ Litowsk, der in der Kammer einen großen Eindruck machte, die Mitglieder von einer geheimen Sitzung abzubringen.

Französische Royalisten.

Genf, 27. Aug. Die monarchistische Strömung in Frankreich ist seit einiger Zeit, wie deutliche Anzeichen zeigen, stark gewachsen. DieGazette au Neuschatel meldet hierzu, daß es in Paris täglich zu royalistischen Kundgebungen kommt. Präsident Poincaré hat, so wird behauptet, aus diesem Grunde seit einiger Zeit seine 1 Wagenspazierfahrten in den Champs Elßhsées ein⸗ gestellt. 5

Frankreichs Viehbestände.

Genf, 27. Aug. Der Deputierte Prat publiziert im Temps einen Artikel über die steigende Fleisch⸗ not. Das Volk sei recht beunruhigt wegen des Viehbestan⸗ des. Zahl und Qualität ken. Deshalb sei Abhilfe in absehbarer Zeit unmöglich. Die Schuld trage die Intendanz, welche im ganzen Lande

genommen habe. Der militärischen Verwaltung müsse das Privilegium der Fleischversorgung genommen und dafür Fachmännern übertragen werden behufs Abwendung der Vernichtung des Viehbestandes. 2

Französisches Gold nach Amerika? Kopenhagen, 20. August. Die Bank von Frankreich hat gestern 200 Million geschickt. Das Gold soll in den Kellern der Bank von England lagern und für eine im Interesse beider Länder liegende ge⸗ meinsame Verwendung aufgebraucht werden. DasBerliner Tageblatt schreibt hierzu: Etwas klarer ausgedrückt dürfte das also heißen: Frankreich schickt einen Goldtribut nach Amerika,

um gleichzeitig den Sterlingkurs etwas aufzubessern.

Der französische Bericht. Paris, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 26. August abends: Im Abschnitt nördlich von Arras ziemlich lebhafte Kano⸗

Nähe der Liller Straße. Artilleriekämpfe werden auch aus dem Gebiete von Roye und dem Aisnetal gemeldet, wo wir die deutschen Anlagen nördlich von Soissons beschossen. Der Feind bombardierte Reims ziemlich lebhaft. Wir unter⸗ hielten ein wirksames Feuer gegen die deutschen Schützengräben vor Cerney les Reines. In den Argonnen andauernd sehr leb⸗ hafter Kampf mit Petarden und Handgranaten auf der Ge⸗ samtheit der Front mit nützlichem Eingreifen unserer Artillerie. Im Woevre nördlich Flirey, in den Vogesen, in La Fon⸗ tenekle, im Gebiet von Lusse, im Elsaß, im Dollertal einige Artilleriekämpfe. Im Laufe des 25. August bombar⸗ dierten unsere Flugzeuge im Woevre die deutschen Lager von Pannes und Baussant, wo sie Brände von Bahnhöfen und in den deutschen Biwaks bei Grandpre, Chatel, Cerney und Fle⸗ ville verursachten. Sie bombardierten in den Argonnen den Bahnhof Tergier. Der Flugpark von Vitry⸗en⸗Artois und der Bahnhof von Boisleur wurden von unseren Flugzeugen gleich⸗ falls bombardiert. Das Bombardement, das gemeinsam von Flug⸗ zeugen des französischen, englischen und belgischen Heeres sowie der französischen und englischen Marine, insgesamt se ch z i g Flugzeugen, ausgeführt wurde, war gegen den Wald von Houth⸗Houlst gerichtet, wo mehrere Brandherde entstanden. Alle unsere Flugzeuge kehrten zurück. In der Nacht zum 26. August belegte eines unserer Geschwader den Bahnhof von Noyon mit

127 Granaten. Gilberts Ehrenwort. 5 Basel, 28. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Preßbureau des schweizerischen Armeestabs teilt mit: In Sachen des Flieger⸗ leutnant Gilbert suchen die französischen und andere Zeitungen geltend zu machen, der Entflohene e in gehöriger Weise sein Ehrenwort zurückgezogen, bevor er floh. Wir sind ermächtigt. zu erklären, daß dem nicht so ist, sondern daß Leutnant Gilbert unter Bruch seines Ehrenwortes entflohen ist. **.* W 1 Sie könnens nicht lassen. f

Berlin, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Reichstagsrede des eichsschatzsekretärs vom 20. August brachte die englische und französische Presse bisher nur einen fast wörtlich übereinstimmenden äußerst dürftigen Auszug. Der Bericht unterdrückt alles, was Dr. Helfferich zur Zurückweisung des englisch⸗ französischen Systems der verleumderischen Diskreditie⸗ rung der deutschen Finanzen ausführte; desgleichen alle erungen des Schatzsekretärs über die wunden Punkte in der finanziellen Rüstung unserer Feinde. Dagegen leistet sich der englisch⸗französische Bericht eine geradezu un⸗ geheuerliche neue Verdrehung. Der Schatzsekre⸗ tär hat in seiner Rede dargetan, daß das deutsche Volk bisher im Wege der Kriegsanleihen über dreizehn Milliar⸗ den Mark aufgebracht hat, während die über diese Summe hinausgehenden Kriegsausgaben ihre Deckung ge⸗ funden haben, teils. von Schatzanwei⸗ sungen, teils durch den Kriegsschatz, die bei Ausburch des Krieges vorhandenen Bestände der Reichs hauptkasse und den sich auf 219 Millionen Mark belaufenden Ueberschuß des ordentlichen Etats für 1914/15. Daraus macht der nersten Kriegs⸗ anleihen seien teilweise durch den Kriegsschatz und durch die Bestände der Reichshauptkasse gedeckt worben! Diese neue Verdrehung ist eine weitere Bestätigung dafür, wie empfindlich und unangenehm unsern Gegnern die Tatsache ist, daß das deutsche Volk aus eigener Kraft und ohne künstliche Nachhilfe so gewaltige Summen im Wege der Kriegsanleihe aufzubringen vermag.

*** Englands Nahrungssorgen.

London, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Vor⸗ sitzende der britischen Landwirtschaftskammern Bat hurst klagt in einer Zuschrift an dieMorning Post, daß die Be⸗ richte der beiden von der Regierung eingesetzten Ausschüsse 85 Prüfung der einheimischen Erzeugung von

ebensmitte In nicht veröffentlicht und anscheinend ver⸗ worfen wurden, weil beide eine Ausdehnung der Anbaufläche

n 0

ten Balkankrieges ohne Schwertstreich abgenommen haben.

für Weizen, Hafer und Kartoffeln befürworten und Mindest⸗

Bukarest, 27. Aug.(DD.) Die Petersburger Tele⸗h

sei furchtbar herabgesun⸗ Hok 1

Requisitionen ohne Rücksicht auf lokale Bedürfnisse vor⸗ I

en Frances in Gold nach England den

nade, besonders um Souchez, südlich Neuville und in der B.

preise für die Landwirte forderten. Bath Untersuchung im Jahre 1905 über die 1 sorgung zur Kriegszeit hin, deren Minderheits 1 1 abe, daß es unmöglich sei, einen langen Krieg zu einem erfolgreichen Ende zu führen, wenn die Bevölkerung Hunger leiden müsse. Bathurst fährt fort:Die über⸗ seeische Zufuhr von Lebensmitteln hängt teilweise von der Oeffnung der Dardanellen ab, hauptsächlich aber von der Ausdehnung der Tätigkeit der U⸗ Boote, die sich wahrscheinlich gegen die Zufuhr von Lebens⸗ mitteln richten wird, wenn die englischen Vorräte am meisten erschöpft sein werden. Man muß damit rechnen, daß der Brotpreis des armen Mannes 1916 und 1917 höher steigen wird als in diesem Frühjahr. 5

Revolte unter den englischen Truppen vor deu Dardanellen. Wien, 28. August. DieReichspost meldet, daß unter den englischen Truppen vor den Dardanellen Revolten ausgebrochen sind. Zwei Regimenter, die an di Revolte teil⸗ genommen haben, wurden nach Aegypten gebracht. 0.

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atsache ase 1 5

15 9 Dem deutschen Volke.

.

deut⸗ Berliner auch dem Heim der die sich cczieken F und weiter von⸗

deutschen Volkes. Bei dem am Schluß der Ta vom Präsi⸗ ten auf Kaiser, Vaterland und Volk ausgeb Hoch er⸗ hoben sich alle Abgeordneten ohne Ausnahme.

und die leitende Idee der leitenden Persönlichkeiten sei

Aus Stadt und Cand. Gießen, 28. August 1915.

Aenderung im Qnartierwesen. Die e

sturmbataillone hat in U erden lieleeuche Mer een ene ebhafte Aussprache über diesen Beginn des Krieges zahlte die Stadt an 2 pro Mann und Tag 1.50 Mk., worauf von der behörde 1.20 Mk. zurückvergütet werden, ab en von einem Servisnachschuß, der erst nach dem Kriege an d Stadt bezahlt wird und der für den Mann 1415 Pfg. däg⸗ lich beträgt. Lediglich aus sozialen Gründen ging man dann seitens der Stadt, in der Annahme, der Kriegs. zustand werde nicht allzu lange dauern dazu über, als Vergütung für frefwillig angebotene Quartiere pro Mann und Tag 2 Mk. zu zahlen. Maßgebend dafür war der Gedanke, einem Teil unserer Bürger, Wirten, Zimmer⸗ 5 vermietern usw., die anfänglich durch die Verh. e in ihrem Erwerb beschränkt waren, zu helfen. Di der Stadt monatlich rund 45 Mk. oder ungefähr ½ Million Mark gekostet. Bei der langen des Krieges und nach Lage der finanziellen Leistungsfähig⸗ keit unserer Steuerzahler hielt es die stä tische Verwaltung an der geit, diese Verhältnisse zu äweil sie es der Gesamtbürgerschaft gegenüber nicht verantworten laubt, ein noch größeres Geldopfer für 1 ringen. Die Stadtverordneten 9 beschlossen, die Unterbringung des Landsturms in Stadt wie folgt zu ändern: 1. Die Verpflegung beider Lartbste n beser erfolgt durch die Truppenteile; 2. das erste Bataillon(für die Vewachung des Gefangenenlagers usw. bestimmt) wird in von der Militärbehörde zu errichtenden Baracken in der Nähe des Gefangenenlagers untergebracht; eschlossenen Unterbringung der Mannscha des Kandsturmbataillons stellt die Stadt das Schulhaus an der West⸗Anlage zur Verfügung. Die Einrichtung und Ausstattung erfolgt durch die litärbehörde gegen gah⸗ lung des W 55 Petsch 0 50 Wohl keine der übri größeren i Schwester⸗ städte hat eine so hohe Einquartierungslast wie Gießen übernommen, dagegen hat man ähnlich wie es 511 bei uns geplant ist, die Landsturmleute untergebracht. Es liegt in der Absicht, desse 8 e belassen, wenn en er ein gewisses N i men zeigt; auch die Mannschaft, die in Turnhalle der Stadtknabenschule Unterkunft gefunden, wird dort ver⸗ bleiben. 17 ü 5

5

1 5 ee Zu Professor Dr. Georg Wolff's 70. Geburtstag.

Wolff, d E der heimischen Georg Wolff, der hervorragende Erforscher 1

. und deer Ae heute in Frankfurt a. M.

rtstag. or Uff, ein

1 1 955 und dann bis 1910 am iser Friedrich

Gymnasium als Oberlehrer tätig. Schon während seiner Täti

in Hanau beschäftigte er sich mit ausgedehnten archäologischen der reichen römi⸗

Forschungen, in erster Linie mit der schen Siedlungen und Kastelle von 55 Umgebung: 9 Gr

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