Ausgabe 
(24.8.1915) 198. Erstes Blatt
Seite
126
 
Einzelbild herunterladen

Gießener Anzei erschemt Wan er onntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech⸗ Auschlüsse für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsste e5l oresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Rotationsdruck und verlag der Brühl

Die Festung 0

(Amtlich) 8 Westlicher Kriegsschauplatz. Heute früh e 40 Schiffen vor serer Küftenartille tung wieder abda

mpfte.

Kämpfe in di kopf im Gange. Starke abend teilweise bis in unsere Stellungen. warfen den Feind am Lingekopf wieder zurück. männle und Barrenkopf dauerten heftige Na einzelne Grabenstücke die ganze Nacht an. Et jäger wurden gefangen genommen.

Bei Wabrin(südwestli lisches Flugzeug heruntergeschossen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Die Truppen des Generalobersten v. Eichhorn sind östlich und südlich von Kowno im weiteren Vorschreiten. Am Bobr besetzten wir die von den Russen geräumte Festung Ossowiec. Nördlich und südlich von Tykocin fanden erfolgreiche Gefechte statt. Tukocin wurde genommen. Es fielen dabei 1200 Gefangene, darunter 11 Offiziere, und sieben Maschinengewehre in unsere Hand. , Nördlich von Bielsk mißlangen verzweifelte russische Gegenstößze unter sehr erheblichen Verlusten für den Gegner. Südlich dieser Stadt ging es vorwärts.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Heeresgruppe hat unter hartnäckigen Kämpfen die Linie Kleszezele Raznua überschritten und ft im wei⸗

teren günstigen Angriff. Es wurden 3050 Ge gemacht und 16 Maschinengewehrke erbeutet.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

v. Mackensen.

Der Uebergang über den Pulwa⸗Abschnitt ist auf der Front zwischen Razna und der Mündung nach heftigem Widerstand erzwungen. Der Angriff über den Bug ober⸗ galb des Pultoa⸗Abschnittes macht Fortschritte. Vor Brest⸗ Litowsk ist die Lage unverändert. Beiderseits des Swit⸗ jaz⸗Sees und bei Piszoza söstlich von Wlodawa) wurde der 5 gestern geschlagen und nach Nordosten zurück⸗

getrieben. Oberste Heeresleitung.

*

Berlin, 23. Aug.(WTB. Amtlich.) Am 16. August hat ein deutsches Unterseeboot am Eingang des Finnischen Meerbusens ein russisches 9 ilfsschiff durch einen Torpedoschuß versenkt.

Vor Zeebrügge ist in der Nacht vom 22. zum 23. August ein deutsches Vorpostenboot durch zwei feindliche Zerstörer angegriffen und nach tapferer Gegenwehr zum Sinken gebracht worden. Ein Teil der Besatzung konnte gerettet merden.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes der Marine (gez.) Behncke.

2

Das russische Hauptquartier muß fetzt täglich die fort⸗ schreitenden Niederlagen des Russenheeres zugeben oder be⸗ schwichtigend umschreiben, und da dies eine überaus pein⸗ liche Sache ist, so führt die amtliche Agentur allerlei Beweg⸗ gründe und Entschuldigungen ins Feld. Das nachstehend wiedergegebene kleine russische Kapitel über den Festungs⸗ krieg, Rußland in den letzten Wochen so viel Scherben 1 hat, ist eine Probe dieser Tätigkeit. Man will selbst mit zerschmissenen Festungen und geschlagenen, verworrenen Truppenmassen die Ehre retten und das Ansehen bewahren. Indessen, das genügt den enttäuschten Panslawisten noch nicht Schuld an den Katastrophen im Osten ist nach russischer Ueberzeugung vor allem auch die Untätigkeit der Verbün⸗ deten im Westen. England hat auf öffentliche Vorhaltungen schon mehrfach erwidert, und auch heute präsentiert man von London aus dem russischen Volke eine dampfende Schüssel voll großer Worte und halber Versprechungen. Aber die Petersburger Telegraphenagentur stellt zu gleicher Stunde aus sicherer Quelle fest:

Die Ankunft deutscher Truppen vor unserer Front dauerte bis in die letzten Tage an. Jetzt kann man feststellen, daß die Stärke der Deutschen an der Ostfront über 40 Prozent der gegenwärtig mobilisiertendeutschen Streit⸗ kräfte beträgt Zusammen mit den österreichisch-ungarischen Trup⸗ pen, von denen über 70 Prozent gegen uns operieren, stellt sich die Gesamtsumme der feindlichen Truppen vor unserer Front auf die Hälfte aller mobilisierten Streitkräfte un⸗ serer Gegner, Dieses Verhältnis unterscheidet sich beträcht⸗ lich von dem zu Beginn des Krieges, wo wenig mehr als un⸗

gefähr 38 Prozent der mobilisierten deutschen und österreichisch⸗

ungarischen Streitkräfte uns gegenüßerstanden. Während ferner das gesamte Kontingent der feindlichen Truppen im Laufe des Kriegas auf das ungefähr Anderthalbfache gestiegen ist, haben sich ihre gegen

uns geführten Streitfräfte verdoppelt. Tiese Zunahme kommt

General-Anzeiger

.) Großes Hauptquartier, 23. August.

rschien eine feindliche Flotte von etwa Zeebrügge, die, nachdem sie von un⸗ rie beschossen wurde, in nordwestlicher Rich⸗

In den Vogesen sind nördlich von Münster neue

er Linie LingekopfSchratzmännleBarren⸗ französische Angriffe führten gestern Gegenangriffe Am Schratz⸗ hkümpfe um wa 30 Alpen⸗

ch von Lille) wurde ein eng⸗

angenes die

schen Univ.⸗Buch⸗ und steindru

owiee be

fachte, während die Anzahl der reicher fast unverändert bleibt. a5 divisionen betrifft, die seit Beginn rierten, so stehen diese auch Während dagegen von den von leriedivisionen zu Beginn des K sere Front operierte, sind es de Angaben zeigen klar, mit welch gefähr vier Monaten Tag für

Darin liegt natürlich an Vorwurf gegen die Verbündet, mer wird die russische Not. Fortschritte in Polen und Li sestung Ossowiec in unsere Litowsk schreiten die deutsche fort. Einer Betrachtung der tärische Lage entnehmen wir

Unter dem Eindruck des Fa vor einigen Tagen bereits aus KalwarjaSuwalki Augustowo gen, um dort in einer neuen S entgegenzutreten und den Kolonn den Fluß zu überschreiten. Südl; jetz noch in russischer Hand, do bereits gefährlich auf seine 1 war daher ein von der Notwe dem Brückenkopf noch stehenden Kräf der Abzug abgeschuitten war. Der ist nicht mit großem Nachdruck ge Werke waren bald von der schwe zerstört, aber die neu angelegten Eunst der Geländegestaltung ein teristische Angriff größere Opfer konnte, wenn die Entwicklung d wurde. Diese hat dann die Ruf und unsere Truppen konnten noch Olita von den sämtli an Njiemen und Grodno. Dorthin Raum um Ossowj [Tykogin erfolgre

72

verändert uns gegenüber

kämpfen gezwungen sind

ende Darstellung:

ener Entschluß, die in

griff auf die Festung orden, die dauernden

marsch gezwungen,

n n wird und dahinter n Truppen aus dem

enommen hat. iesen Gefechten. verloren die Russen wieder underte von G fangenen und verschiedene Maschinengewehre. Unsere Truppen befinden sich nur noch einen Tagesmarsch von Bialo⸗ stok, dessen Verbindung mit Brest⸗Litowsk unterdessen durch die Armee Gallwitz schon durchschnitten wurde. Sie war bis Bielsk gelangt und hat hier nördlich der Stadt stegreich verzweifelte russische Gegenstöße abgewehrt, während sie im Süden vorwärts gehen konnte. Ihr rechter Flügel steht in Fühlung mit der Heeres⸗ gruppe des Prinzen Leopold von Bayern, die über die Strecke von Kleszezele, 23 Klm. südlich von Bielsk, nach Razna, wenige Kilometer nordöstlich von WysokoLitowsk, hinauskam und bei diesem Vordringen neuerdings mehvere taufend Gefangene machte und n erbeutete. Bis zum Bug hin hat die Heeresgruppe Mackensen den Pulwa⸗Abschnitt hinter sich gebracht. Die Einschließungstruppen vor Brest⸗Litowsk sind durch diese Er⸗ folge vor einem Flankenstoß von Norden gesichert. Ihr von Süden herankommender Teil hat die Russen östlich von Wlodawa bei Piszeza und auf beiden Seiten des südlich sich erstreckenden Switjaz⸗ sees geschlagen und nach Nordosten gegen die Bahn Kowel Brest⸗ Litowsk geworfen.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 23. Aug.(Wi B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. August 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Oestlich der unteren Pulwa und der von Rias no nach Norden führenden Eisenbahn ist ein Kampf von großer Heftigkeit im Gange. Der Feind verteidigt jeden Fußbreit Boden aufs zäheste, wurde aber entlang der ganzen Front an vielen Punkten geworfen, wobei zahlreiche Gefangene in unsere Häude fielen. Besonders heiß kämpften unsere be⸗ währten siebenbürgischen Regimenter bei den nördlich Riasno gelegenen Dörfern Gola und Suchodol. Das Infanterie⸗ regiment Nr. 64 nahm bei der Erstürmung einer von russi⸗ schen Grenadieren verteidigten Schanze die aus sieben Offi⸗ zieren und 900 Mann bestehende Besatzung gefangen und erbeutete sieben Maschinengewehre.

Vor Brest⸗Litowsk nichts Neues. Oestlich Wlo⸗ 5 wa drangen deutsche Truppen über die Seen⸗Zone inaus.

Im Raume von Wladimir⸗Wolynskij schoben wir unsere Sicherungen bis gegen Turyjsk und in die Gegend östlich Loboml vor. Die Russen wurden zurück⸗ getrieben. In Ostgalizien herrscht Ruhe.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auch gestern schlugen unsere Truppen mehrere Angriffe der Italiener gegen die Hochfläche von Doberdo ab. Stel⸗ lenweise kam es wieder zum Handgemenge. Vielfach versucht sich der Feind nunmehr methodisch an unsere Verteidigungs⸗ linien heranzuarbeiten. Der Brücenkoyf Tolmein stand gestern nachmittag unter Artilleriefeuer. Hierauf griff die feindliche Infanterie bis in die Nacht hinein wiederholt ver⸗ geblich an. Sie erlitt schwere Verluste. An den übrigen Fronten hat sich nichts Wesentliches ereignet. Das Feuer der schweren Artillerie auf unsere Tiroler Werke ließ zeit⸗ weise nach.

Heute ist ein Vierteljahr seit der Kriegserklärung un⸗ seres einstigen Verbündeten verflossen. Die ungezählten An⸗ griffe des italienischen Heeres haben nirgends ihr Ziel

auptsächlich aul Rechnung der Deutschen, deren 1 1 g unserer Front sich imd Laufe des Krieges fast vervier⸗ 1 8

für Obe

er K. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

t. Tykoein genommen.

gegenüberstehenden Oester⸗ sterreichischen Kavallerie⸗ s Krieges gegen uns ope⸗

land mobilisierten Kaval⸗ nur eine einzige gegen un⸗

ein ganze Anzahl. Diese uren Kräften wir seit un⸗ eder der alte versteckte Westen. Immer schlim⸗ ife Frucht der deutschen t nun auch die Bobr⸗ fallen, und um Brest⸗ rungsarmeen rüstig Ztg. über die mili⸗

Kowno sind die Russen nt östlich Mariampol en Njemen zurückgegan⸗ em deutschen Vormarsch ains Zeit zu gewähren, Raumes war Ossow⸗ e die Armee Scholtz Verbindungen, und es

zunehmen, bevor ihnen

eingesetzten Artillerie ngen hatten durch die ke, daß der infan⸗ te, die man sparen n Lage abgewartet

esetzen, so daß nur u und Brückenköpfen

ch die Armee bei P.

Dienstag, 24. August 1915

Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel · jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den 5 politischen Teil und das 5 Feuilleton: 1 Go 8 flir Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

rhessen

Unsere Truppen halten nach wie vor ihre Stellungen an oder nahe der Grenze.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 2

Die Lage im Osten.

Berlin, 24. Aug. Wie dem BerlinerLokalanz⸗ aus dem K. K. Kriegspressequartier gemeldet wird, nimmt

Regiment 64 der Armeegruppe Koeveß nahm den Russen einen starken Stützpunkt weg, wobei sieben Maschinen⸗ gewehre und 900 Mann in den Händen unserer Infanterie blieben. Die Armee des Erzherzogs Josef Ferdina. steht unablässig in schweren Kämpfen; ihr liegt die Zurück⸗ drängung der Russen nordöstlich von Brest⸗Litowsk ob. Sie hat ebenfalls eine Anzahl Gefangene eingebracht Mackensen treibt einen Teil seiner Kräfte über Piszezer i. der Richtung Kolrin vor, macht rüstige Fortschritte und bedroht den Feind empfindlich. Nordöstlich Wladimi Wolynskij gewinnen unsere Truppen ständig Raum. London, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Vertreter des Daily Chronicle meldet aus Petersburg: Die Möglichkeit einer Räumung Peters burgs wird offen erörtert Dis Frage, was mit den Flüchtlingen angefangen werden soll, hat ei beunruhigenden Umfang angenommen. Das Vordringen der deut⸗ schen Heere hatte zur Folge, daß die Bevölkerung der westlichen

rovinzen in stets anwachsendem Strome nach dem Innern des und die r der i i überall Hilfsstellen Man iu öglich über das ganze Land zu ve nach den meisten Teilen Rußlands

Landes kommt Flüchtlinge so viel wie Juden dürfen sich jetzt geben.

Der russische Bericht.

der Gegend von

Die direkten Nachrichten von Nowo⸗Gevrgiewsk vom 20. August fehlen. Die von unseren Fliegern erhaltenen letzten Nachrichten aus Nowo⸗Georgiewsk zeigen jedoch, daß gegen Nacht zum 20. August die Lage der Festung derart schwierig ge⸗

worden war, daß auf einen längeren Widerstand der Besatzung nicht mehr zu rechnen wäre. In dem Schwarzen Meere haben

unsere Torpedobvote über 100 türkische Segler zerstört. Aufstellung am Eingang der Bucht von Rig a. u

Angriff des Feindes zurück, dichten Nebels 5 beträchtliche feindliche Streitkräfte der Feind Erkundungen nach verschiedenen Richtungen aus und Wir verloren das KanonenbootSiwutsch, das wutsch.

Petersburg, 23. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Der N miralstab teilt mit: Am 16. August erneuerte die deutf Flotte mit starken Streitkräften ihre Angriffe 1 unser . 0 Unsere Schiffe schlugen am 16. und 17. August einen der Vorbereitungen zu einem Eindringen in die Bucht unter Begünstigung besonders nebligen Wetters traf. Unter. en in die Bucht von Riga ein, während unsere Schiffe sich zurück⸗ zogen, wobei sie jedoch unausgesetzt Widerstand leisteten und in Fühlung mit dem Feinde blieben. Am 19. und 20. August führte ließ sich gleichzeitig in ein Gefecht mit unseren Schiffen ein. Die Folge waren empfindliche Verluste feindlicher Tr HRN in dem ungleichen Kampfe mit einem feindlichen ruhm⸗ reich unterging, der, von Torpedobooten begleitet, das Kanonen⸗ boot aufsuchte und auf ungefähr 400 Meter beschoß. DerSt⸗ ganz in Flammen gehüllt, erwiderte das Feuer, bis er

unterging, nachdem er ein feindliches Torpedoboot zum Sinken gebracht hatte. Mit Rücksicht auf die Verluste und die Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen scheint der Feind den Meerbusen geräumt zu haben. Vom 16. bis 21. August wurden zwei Kreuzer und nicht weniger als 8 Torpedoboote des Feindes teils außer Gefecht gesetzt, teils versenkt. Zu derselben Zeit gelang es unseren tapferen Alliierten, einen der stärksten Dreadnoughts der deutschen Flotte in der Ostsee zu torpedieren.(Anmerkung: Der russischen Dar⸗ stellung gegenüber muß auf die deutsche amtliche Meldung vom 21. August verwiesen werden.)

Neue russische Einberufungen.

Paris, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der russische Kriegsminister meldet, daß dem⸗ nächst die jüngsten Klassen des zweiten Aufgebots einberufen werden. Durch die Einberufung werden S Millionen Mann von weniger als 35 Jahren zum Heeresdienste herangezogen.

erreicht; wohl aber kosten sie dem Feinde ungeheure Opfer.

Was nützen diese vielen Menschen, ohne die Möglich⸗ keit, sie auszubilden und zu bewaffnen? 5