5 Eine russische Erklarung über die Räumung . der Festuugen.
L Petersburg, 22. Aug. WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger e Ueber die Räumung Kow⸗ nos und den wahrscheinlichen Verlust von Nowo⸗Geor⸗ giewsk wird von zultändiger Seite ausgeführt: Wie betrübend . 4 die neuen Prüfungen fur russische Herzen sind, so muß man doch zugeben, daß die Macht der modernen Artillerie jede Deckung für die Verteidiger einer Festung illusorisch macht derart, daß nicht nur Feldverschanzungen, sondern*. dauerhafte Befesti⸗ gungswerke fast machtlos sind, ihre zerstörende Kraft dn. en. Mit einer mächtigen Artillerie erfordert ein plötz⸗ licher Angriff auf eine Festung keine große Kunst, sondern nur eine große Anzahl von Geschützen neuen mächtigen Typs, vor⸗ b 1 man reichlich Munition hat und ungeheuere Opfer an Kanonenfutter bringt. Diese Bedingungen entscheiden fast den Erfolg so wie es die Erfahrung bei den belgischen und russischen Festungen zeigt. In Zukunft sind Festungen nur noch in Ver⸗ bindung mit operativen Feldtruppen zu brauchen, wie es die Beispiele des langen Widerstandes von Ossowiec und Verdun zeigen. Während der verflossenen Periode leisteten uns Nowo⸗ SGeorgiewsk und Kowno einen großen Dienst als Stützpunkte für Aunsere Reserven an der Weichsel, dem Narew und dem Njemen. Ihre Räumung ist ein Opfer der überlegenen artilleristischen Vorbereitung des Feindes. Jetzt erkennt jeder durch den Augen⸗ schein, wie vernünftig es war, Przemyfl während der letzten am San nur so lange zu halten, wie es für die Feld⸗
armee notwendig war, und dann zu räumen, indem man ver⸗ mied, dort eine beträchtliche Besatzung einzuschließen, deren Ab⸗ trennung die lebendige Kraft unseres Feldheeres geschwächt hätte.
Die„Times“ über die russischen Klagen.
London, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“
schreiben, es sei wohltuend zu erfahren, daß auf Betreiben der russischen Regierung Schritte unternommen würden, um die Ver⸗
breitung des Eindruckes, als ob die westlichen Verbündeten nicht
ihren Teil an den Kriegslasten trügen, zu verhindern. Wenn alle Tatsachen bekannt würden, werde man finden, daß Rußland keeine Ursache habe, über die Unterstützung, die es bei den Ver⸗ bündeten fand und finden werde, sich zu beklagen. Großbritannien und Frankreich folgten den jüngsten Ereignissen auf dem östlichen Kriegsschauplatz mit größtem Interesse und größter Sympathie im Vertrauen darauf, daß die unwandelbare Entschlossenheit der Ver⸗ büindeten schließlich zur Geltung kommen müsse. Die russische Re⸗ gierung wisse bereits, und das russische Volk werde es bald er⸗ fahren, daß alle Verbündeten die gemeinsame Sache mit derselben Hartnäckigkeit verfolgten. Italiens Kriegserklärung an die Türkei sei ein Beweis, daß weder der Dauer noch der Aus⸗ dehnung des Krieges Grenzen gesetzt seien. Solange, bis Deusch⸗
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land und seine sallen endgültig geschlagen seien, ebensolange würden die westlichen Verbündeten die Opfer fortsetzen, die sie bringen wollten. 5 ä
Der türkische Bericht. Konstantinopel, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Hauptquartiers vom 22. August. Der Feind griff die neue Front bei Anaforta an, aber wir schlugen
ihn durch einen Gegenangriff vollständig zurück und brachten ihm schwere Verluste bei. Beim Angriff vom 21. August erlitt der Feind gewaltige Verluste. Allein vor einem Teil unserer Gräben zählten wir mehr als 500 Tote, außerdem nahmen wir einen Offizieß und eine Anzahl Soldaten ge⸗ fangen. Vor Ari Burnu und Sedd⸗ül⸗Bahr ereignete sich nichts wesentliches. An der Irakfront griffen unsere Truppen eine englische Abteilung bei Akike(2) am Wuphrat an und fügten ihr große Verluste zu. Wir erbeuteten mehr Is 200 Gewehre. Auf den anderen Fronten keine Aen⸗ derung.
Der türkisch⸗bulgarische Vertrag., Berlin, 24. Aug. Die hiesige bulgarische Gesandt⸗ schaft empfing verschiedenen Morgenblättern zufolge gestern von ihrer Regierung ein Telegramm, das die Nachricht von der Beendigung der Verhandlungen wegen des Ab- schlusses des Abkommens mit der Türkei brachte. Wie der„Voss. Ztg.“ aus Sofia hierzu berichtet wird, würden die Vereinbarungen wwahrscheinlich am Freitag in Konstantinopel unterzeichnet. Bulgarien verzichte auf KLirkilisse, erhalte aber dafür Karagatsch und von einem gewissen Punkte ab beide Maritzaufer. Die neue türkisch⸗ bulgarische Grenze verlaufe also längs des Tundscha⸗-Flusses bis zu dessen Mündung in die Maritza und hierauf etwa von Külzle Burgas oder Timotika ungefähr 5 bis 10 Kilometer
östlich der Maritza. ö
e Das Kabinett Benizelos.
. Athen, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Telegramm unseres Privatkorrespondenten. Venizelos hat die Bil⸗ dung des Ministeriums übernommen. Die neue Minister⸗ liste wird heute nachmittag dem König vorgelegt werden.
5 Rumänien in Vorbereitung.
Köln, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Köln. beung. aus Soft erfährt hat die 1 ische Ei sen⸗ bahn verwaltung angeordnet, daß vom 14. September ab alles Bahnmaterial zur Verfügung des Kriegsministers 5 frei sein müsse.
5 Der„italienische Homer“.
Wien, 23. Aug.(WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Die italienische Tages⸗ presse verzeichnete jüngst die aufsehenerregende Behaup⸗ tung, daß das österreichische Armeeoberkommando eine Belohnung von 20000 Kronen für die Ge⸗ fangennahme Gabriele d' An nunzios ausgesetzt habe. Diese Nachricht erweist sich schon auf den ersten Blick als eine lächerliche Ente. Es wäre sinnlos, für den Besitz der Person Gabriele d' Annunzios Staatsgelder auszugeben, noch dazu in Höhe eines Liebhaberpreises. Die Stiftung einer solchen Belohnung würde sich auch schon deshalb als unnötig erweisen, weil Italiens Homer, wie man hier⸗ zulande weiß, sich niemals in eine Lage begeben wird, die für ihn Gefahr bedeuten könnte. Das beweist die Fest⸗ stellung des„Avanti“, daß Gabriele d'Annunzio sich weder an der Front noch im Hauptquartier, sondern bis heute
in dem Venediger Hotel„Royal Danielli“ befindet.
Eine Bewegung in Abessinien.
Lyon, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Depeche“ mel⸗ det aus Kairo: Die Lage in Abessinien ist sehr er nst. Der italienische Gesandte in Addis Abeba teilte der Regierung in Rom mit, es wäre angebracht, Truppen nach Abessinien zuentsenden, da die Gefahr einer fremdenfeindlichen Bewegung besteht.
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4 1 85 Verurteilte Hochverräter.
Wien, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Pach mehr⸗ wöchiger Dauer wurde der Prozeß gegen den Reichsrats⸗ abgeordneten Dimitri Markow, den Oberlandesgerichtsrat Dr. Wladimir Kurylowcez, ferner gegen den Advolaten Dr. Cyrill e aus Przemysl, Dr. Johann von Drohomilczki aus Zloczow, einen Grundbesitzer und einen Schlossermeister und endlich gegen den Vertreter der„No⸗ woje Wremja“ Dimitri v. Jantschewecki, sämtlich Angehörige der russischen nationalen Partei, beendet. Die Angeklagten wurden wegen Hochverrats und Verbrechens gegen die Kriegsmacht des Staates zum Tode durchden Strang verurteilt.
Die fremden Federn der italienischen Flotte.
Wien, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Als der italienische amt⸗ liche Bericht die Vernichtung des österreichisch⸗ungarischen Unterseebootes„U 3“ mitteilte, verschwieg er dabei, daß diese Tat nicht von der italienischen, sondern von der fran⸗ zösischen Marine vollbracht worden war. Nunmehr ist die Wahrheit allgemein bekannt. Es fällt der italienischen Presse über⸗ aus schwer, erklären, daß die gefeierte Versenkung des„U 3“ sich in Wirklichkeit als eine französische Leistung herausstellt.
Eine Hetzrede Roosevelts.
London, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Pork: Die Blätter enthalten die Er⸗ klärung Roosevelts, in der er sagt: Er hoffe von Herzen, daß die Regierung nicht zum Abbruch der diplomatischen Be⸗ ziehungen schreitet. Das wäre eine neue Kränkung der Ehre und der Interessen Amerikas. Die Note vom Februar des Präsiden⸗ ten sei ausgezeichnet gewesen, aber alle folgenden seien Produkte der Schwachheit und der Schüchternheit. Die Versen⸗ kung der„Lusitania“ und der„Arabic“, sowie die Angriffe auf die„Gulflight“ und„Falaba“ sowie ähnliche Vorfälle seien die anmaßende Antwort gewesen, die durch Schwachheit veranlaßt worden sei. Deutschland werde sich wenig um den Abbruch der diplomatischen Beziehungen kümmern, denn die Zeit, wo Worte an das Volk hätten gerichtet werden müssen, sei lange vorbei. Es sei unbegreiflich, daß die Erben der Ueberlieferungen Washing⸗ tons und Lincolns und die Mitglieder der Regierung nicht ein⸗ sähen, daß die Zeit zu Taten gekommen sei. Was jetzt ge⸗ schehen sei, sei ein neuer Beweis der Unklugheit des amerikani, schen Volkes, das nicht schon vor 13 Monaten darauf gedrungen habe, mit den militärischen Vorbereitungen zu beginnen.
3 Der Seekrieg.
London, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der bri⸗ tische Dampfer„Martha Edmonds“ ist von einem Unterseebootversenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet.
London, 23. August.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Kapitän und die Besatzung des Dampfers „Coberu“(3060 Bruttoregistertonnen) aus London, der von einem Unterseeboot versenkt worden ist, wurden durch einen holländischen Dampfer in Monnikendam gelandet.
London, 23. August.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Lloydsmeldung sind die englischen Dampfer„Dag histan“ und „Windsor“ versenkt worden. Die Besatzungen wurden ge⸗ rettet. Der englische Dampfer„William Dawson“ ist in die Luft
geflogen. — Aus dem Reiche. Der Budgetausschuß des Reichstags
trat am gestrigen Montag vormittag wieder zusammen und setzte die Beratung der militärischen Angelegenheiten fort, die er schon am Samstag begonnen hatte. Die heutige Sitzung wurde wieder vertraulich erklärt, es wird wahr⸗ scheinlich über die geheimen Verhandlungen wieder ein amt⸗ licher Bericht ausgegeben werden.
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Berlin, 23. Aug.(WTB. Amtlich.) In der Bekannt⸗ machung der Verwaltungsabteilung der Reichs⸗Getreide⸗ stelle vom 21. August ist unter Absatz 2 die Mehl menge, die täglich auf den Kopf der Zivilbevölkerung ver⸗ braucht werden darf, einschließlich der Zulage für die schwer arbeitende Bevölkerung auf 225 Gramm, nicht 250 Gr., wie irrtümlich gemeldet ist, festgesetzt worden.
Berlin, 24. Aug. Der bayerische Opfertag hat, wie die Morgenblätter zu melden wissen, 850 000 Maxk er⸗ geben, von denen 100 000 Mark in der Pfalz worden sind. Das Münchener Gesamterträgnis beläuft sich auf 288 458 Mark. 1
München, 23. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Korre⸗ spondenz Hoffmann meldet amtlich: Der Deutsche Kaiser hat dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern den Orden Pour le mérite verliehen.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. August 1915. Ein Kriegsausschuß für Verbraucherinteressen. Nachdem die Bekämpfung der Auswüchse auf dem Lebens⸗ mittelmarkt und der ungerechtfertigten Preissteigerungen in Gießen in der letzten Zeit so ziemlich auf ein totes Gleis geraten war, hat man sich nun aus der Bürgerschaft heraus zu der Selbst⸗
hilfe entschlossen, die in der Gründung eines auch an dieser
Stelle schon wiederholt empfohlenen Ausschusses für Ver⸗ braucherinteressen liegt. Die Gründung wurde in einer gestern abend im Restaurant„Metropol“ stattgefundenen Ver⸗ sammlung in die Wege geleitet. Auf Veranlassung des Gießener Bürgervereins hatten sich die Vertreter einer großen Zahl von Vereinen zusammengefunden, um zu der überhand nehmenden Lebensmittelteuerung Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende des Bürgervereins, Lehrer Valentin Müller, erstattete zunächst einen einleitenden Bericht, aus dem hervorging, daß sich der Bürgerverein schon seit längerer Zeit mit Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerung befaßt habe. Als man hörte, daß auch seitens des Gewerkschaftskartells Maßnahmen geplant seien, habe man sich mit diesem in Verbindung gesetzt. In einer gemeinsamen Sitzung sei dann der Wunsch geäußert worden, das geplante Vorgehen gegen die Lebensmittelteuerung auf mög⸗ lichst breite Grundlage zu stellen und dafür alle Vereine,
die wirtschaftliche Interessen vertreten, zu interessieren. Er freue such
sich deshalb, daß die Anregung auf so fruchtbaren Boden ge⸗ fallen sei, ein Beweis, daß man in allen Schichten der Bevöl⸗ kerung die Lebensmittelteuerung empfindlich spüre. f Ueber den Weg, der einzuschlagen sei, sei einstweilen fol⸗ gendes zu sagen: Am Sonntag, den 29. August, nachmittags 5 Uhr sollen in der Aula der Universität eine öffentliche Protestversammlung gegen die Lebensmittel- teuerung stattsinden, in welcher Herr Meinig, der Vor⸗ sitzende des Frankfurter Konsumentenausschusses, den einleiten⸗ den Vrotrag halten werde. Hierauf solle eine noch zu bestimmende
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Dame sprechen und schließlich ein Vertreter des städtischen Lebens⸗
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mittelausschusses zu Wort kommen. 5 für Verbraucherinteressen, der sofort zu len sei, solle sich nicht nur mit der Veranstaltung der Versammlung be⸗ fassen, sondern auch vorher genau die Wünsche der Verbraucher zusammenzustellen, die man an Staat und Kommune zu stellen beabsichtige. Dieser Kriegsausschuß soll von der öffentlichen Ver⸗ sammlung bestätigt werden und dann während der Tauer des Krieges seine Tätigkeit im Interesse aller Verbraucher entfalten.
An diese Ausführungen schloß sich eine sehr ausgedehnte Dis⸗ kussion, in welcher allgemein die Notwendigkeit eines derartigen Ausschusses anerkannt, Beschwerden mancherlei Art vorgebracht und wertvolle Anregungen für den Ausschuß gegeben wurden. Mit f den von Lehrer Müller gemachten Vorschlägen erklärte man sich f einverstanden. Die Wahl des Konsumentenausschus⸗ a ses wurde dann in der Weise vorgenommen, daß man 4 Gruppen (1. Frauenvereine, 2. Beamtenvereine, 3. Innungen und Hand⸗ werkervereine, 4. Arbeitervereine) bildete und jeder dieser Gruppen eine Vertretung von 3—4 Personen im Ausschuß zubilligte. Auch bezüglich der Aufbringung der Kosten wurde leicht eine Verständi⸗ gung erzielt. l 0
Der Ausschuß wird sofort seine Tätigkeit aufnehmen und schon heute abend seine erste Sitzung abhalten. Alles weitere soll durch spätere Veröffentlichungen bekannt gegeben werden.
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** Prof. Dr. Ernst Friedberger, der Sohn des verstorbenen Stadtv. Friedberger, Vorsteher der Abteilung für Immunitätsforschung und experimentelle Therapie am pharmakologischen Institut der Berliner Universität, hat einen Ruf als Nachfolger von Prof. P. H. Römer auf das Ordinariat der Hygiene in Greifswald erhalten. Prof. Friedberger, der zurzeit in Flandern im Felde steht, hat, wie wir hören, den Ruf angenommen. 5
8 fichte en Se 5 85 e des 1 wird voraussichtlich im September ei ung aufgelegt wer⸗ 1155 daß al 0 Pie ae Gaer ist e nötig, daß auch dieser Anleihe ein voller und 1 beschieden ist. Ein solcher Erfolg kann micht wen die großen. kapitalkräftiger Firmen und Per⸗ sonen zustande gebracht werden; es ist vielmehr auch die Heranziehung weitester Schichten von Zeichnern mitt⸗ lerer und kleiner Beträge dringend erforderlich. Die kleinsten Stücke der Anleihe sind bekanntlich auf 100 Mk. aus gestellt, so daß die einzelne Zeichnung auf 100 Mk. und auf jedes Vielfache von 100 Mk. lauten kann. Schon bei der helene Kriegsanleihe hat, so schreibt uns die Gießener Handelskammer, eine Reihe von Firmen sich in dankens⸗ werter Weise bemüht, ihre Angestellten und teilweise auch ihre Arbeiter zur Zeichnung anzuregen und ihnen die Zeich⸗ nung zu erleichtern, indem sie die Anmeldungen sammelten, die Zeichnung bei der Reichsbank oder bei einer der Ver⸗ mittelungsstellen ihrerseits übernahmen, die Zahlungen lei⸗ steten und den Betrag von den einzelnen Zeichnern meist durch Abzüge von Gehalt oder Lohn— in Teil⸗ beträgen wieder einzogen. Die Handelsbammer Gi er⸗ hofft von der vaterländischen Gesinnung der Kaufleute und Industriellen ihres Bezirkes, daß das geschilderte Verfahren 1 bei der dritten Kriegsauleihe weiteste Nachahmung indet. 5 5 5
** Der Milchpreis. In Frankfurt hat gestern eine Besprechung der Regierun eter von Wiesbaden und Kassel, des hessischen Staatsministeriums, größerer Städte Hessens und Hessen⸗Nassaus, der Landwirtschafts⸗ kammern Darmstadt, Wiesbaden und Kassel und milch⸗ produzierender Landwirte des Bezirks stattgefunden. Die Versammlung nahm einstimmig fol Beschluß an:
ee nach 6g ef gen und der dro!
zu begegnen, erklären die 1 zenten vereinigung, den in 10705 kommenden Vertretern der Land⸗ wirte und den übrigen Milchproduzenten folgenden Vorschlag machen und auf dessen Annahme ihren Einfluß ausüben 7 wollen: Der Milchpreis beträgt vom 15. September bis 15. No⸗ vember frei Bahnhof des Verbrauchsortes 22 Pfg. das Liter. Sind bis 15. November die Kraftfuttermittel in f 50 Mengen und billiger zu beschaffen, so erhöht sich der 1 kilchpreis von diesem Tage ab auf 24 Pfg. frei Bahnhof des Ver⸗ brauchsortes. Die anwesenden Vertreter der Städte Frankfurt, Offenbach, Mainz und Hanau nehmen von diesem Beschluß Kennt⸗ nis, behalten sich ihre Stellungnahme vor und betonen, daß sie be ee die Keen ener dee e ee ie sie für 00 ich 5 g Men des 18. Armeekorps vorstellig zu werden beab⸗ 712 5 Das bedeutet für die betroffenen Gegenden einen Milch⸗ preis von 28 bzw. später von 30 Pfg. pro Liter, und da auch die Händler ihrerseits nicht ohne größeren Gewinn ausgehen zu wollen erklärt haben, dürfte wohl auch für sie noch ein Zuschlag von 1 Pfg. erhoben werden. Dem⸗ gegenüber erscheint, so bemerkt die„Frankf. Ztg.“ zu diesen Beschlüssen, die e des Generalkommandos um Pro⸗ duzentenhöchstpreise der einzig richtige Weg. Vor einiger Zeit machte eine erfreuliche Notiz die Runde Juka
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durch die Presse, wonach die Milchhändler und von Iserlohn und Umgegend im vaterländischen Interes jede. ng abgelehnt haben. Der Laie wird ich vergeblich bemühen, zwis den Verhältnissen in Iser⸗ lohn und anderwärts einen Unterschied zu finden, der eine Spannung von 9 Pfennig zwischen den Milchpreisen dort und z. B. in Frankfurt rechtfertigt.— Von Gießen aus war die Frankfurter Milchversammlung nicht beschickt worden, weil die Milchpreise hierorts fütr angemessen ge⸗ halten werden.
** Eine Sitzung der Stadtverordneten⸗ Versammlung findek am Donnerstag, 26. August, nach⸗ mittags 5 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung stehen 1. Errichtung einer La neben der Kläranlage durch Gebr. Kahl; hier: deen en 8 5 des Ortsbaustatuts. 2. Verkauf von städt. Gelände an der Krofdorfer Gemar⸗ kungsgrenze an Eduaxd Abel Witwe in Krofdorf, 3. Kredit⸗ erweiterung für die Beschaffung von Elektrizitätszählern. 4. Rechnung der Armenkasse fiütr 1913. 5. Verwendung der Zinsen aus der Stiftung der Peter Wilson Kinder. 6. Ver⸗
sebung der n für 1915/16. 7. Antrag der Drosch⸗ fenbeflher auf Erhöhung der Sätze im Droschkentarif, 8. Ge⸗ der Kaspar Henehe img Witwe um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe im Haus Schiffenberger Weg 63. . 1 des Dachdeckermeisters Heinrich Ruckstuhl um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Stein⸗ straße 76. 6
* Gemeindesteuer⸗Rückstände. Un
11 en amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen efindet sich auch die Mahnung des 1. und 2. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren für das Ri. 1915. Die Zahlung kann noch bis zum 11. September 1915 einschließlich bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Nach Ablauf dieser be erfolgt die Beitreibung, wobei Pfändungskosten erhoben werden. 1


