Ereignisse zur Seer.
. Durch eine Rekognoszierung wurde am 21. August früh festgestellt, daß die Insel Pelagosa von den Italienern viollstündig geräumt und alle Baulichkeiten und Verteidi⸗ gungsanlagen zerstört worden sind. Die Infel, die nur von den Familien der Leuchtturmwächter bewohnt war, wurde
in der Nacht auf den 11. Juli von den Italienern„erobert“
und dann mit Radiostation und Verteidigungsanlagen aus⸗ gestattet: auch ein Unterseeboot wurde dort stationiert. Die
Raids unserer Flieger und die dreimalige Beschießung durch
unfere Flottillen brachten dem Feind immer schwere Ver⸗
luste an Menschen und Material ein. Das Unterseeboot„Ne⸗ raide wurde vernichtet. Dieses mag endlich zur Erkenntnis geführt haben, daß der strategische und taktische Wert dieses Infelchens nicht so hoch war, wie man bei dessen Eroberung glauben machen wollte. Flottenkomman do. Der Kampf im Nigaischen Meerbusen.
Petersburg, 21. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Der Generalstab teilt mit: Starke Kräfte der feind⸗ lichen Flotte drangen in den Rigaischen Meerbusen ein; der Nampf zwischen unseren und den feindlichen Schif⸗ fen dauert fort.
5 Die Lage im Osten.
5 Moskau, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Rußkoje Slowo“ meldet, daß Kowel, Brest⸗Litowsk und Wilna von der Zivilbevölkerung geräumt worden seien.
Berlin, 23. Aug. Ueber Rotterdam meldet das„Ber⸗ liner Tageblatt“: Englische Blätter erfahren, daß in Riga die Stadtteile auf dem linken Ufer der Düna verlassen seien. Zeppeline und Tauben, deren Basis sich wahr⸗ scheinlich bei Tukkum befinde, stellten täglich über den Forts und über der Dünamündung Erkundungen an, flögen jedoch außer dem Bereich der Geschütze. In Wil na herrscht Beunruhigung, große Mengen von Flüchtlingen aus andern Städten seien angekommen.
5 Berlin, 23. Aug. Zur Umzingelung von Brest⸗ Litowsk heißt es in einem Telegramm des„Berliner Tageblattes“ aus dem k. k. Kriegspressequartier: Die Russen setzen der Umkreisung von Brest⸗Litowsk mit starken Kräften giähen Widerstand entgegen, ohne das langsame aber gleich⸗ mäßige Vorrücken der Verbündeten hemmen zu können. Bei⸗ derseits des Bug arbeiten sich Truppen der Armee Mackensen an die Südwerke der Festung heran. Nördlich des Bug ist die Bahnstrecke Brest— Litowsk—Byalistok auf dem ganzen Abschnitt zwischen Wisoko—Litowsk und Narew, nördlich Bielsk in breiter Front überschritten, wobei speziell die Armee Erzherzog Ferdinand und die Gruppe Köveß Raum
F
5 Der russische Bericht. f Petersburg, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die gestrige ittei aus dem Stabe des Generalissimus besagt:
In den Kämpfen im Golf von Riga im Laufe des 18., 19. und 20. August berloren wir das Kanonenboot „Ssiwutsch“. Die feindlichen Verluste betragen mindestens dei Torpedoboote. Ein britisches Unterseeboot torpedierte mit Erfolg einen deutschen Kreuzer.— Zu Lande von der Gegend
von Riga bis zur unteren Wilija keine Veränderung. In der Gegend von Kowno halten unsere Truppen auf der Straße
nach Koschedary den feindlichen Angriff auf. Zwischen Narr e w und Bug, sowie an der Front vor Ossowiec, Bielsk und Wisoko— Litowsk am 19. und 20. August keine beson⸗ dere Veränderung. Unsere Truppen wiesen eine Reihe besonders hartnäckiger Angriffe in der Gegend von Bielsk ab, die dem Feinde ungeheure Verluste kosteten. Am Bug und in der
Gegend von Brest⸗Litowsk keine wichtige Veränderung. Bei Nowo⸗Georgiewsk war der Kampf in der Nacht zum 20. August heftig. Die Deutschen unternahmen einen Sturm auf die Zitadelle auf dem linken Weichselufer, auf der übrigen Front keine Veränderung.
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2 . Der türkische Bericht. Konstantinopel, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Am Ufer des Anafortas griff der Feind mit geringen Kräften an. Er erlitt Verluste, ließ einige Gefangene in unserer Hand und zog sich in seine früheren Stellungen zurück. Bei Ari Burnu und Sedd⸗ ül⸗Bahr nichts von Bedeutung. Unsere Truppen im Yemen nahmen nach örtlichen Gefechten die Stadt Lahaj und die Umgebung ein, die bis dahin einige Zeit in der nd der Engländer war. Während des heftigen 15stündigen 8 fes hatten die Engländer 100 Tote und Verwundete. Wir erbeuteten vier Geschütze, fünf Maschi⸗ nengewehre undeine Menge Kriegs material. Der Feind wurde geschlagen; er schloß sich in Aden ein. Von den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. . Konstantinopel, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Be⸗ richt des Hauptquartiers. An der Dardanellenfront nichts von Bedeutung. Der 8150 d, der am 19. August zurückgeschlagen worden war, 90 Gewehre mit aufgepflanztem Bajonett, eine Menge Munitton, Maschinengewehre, Pioniermatertal, Stacheldraht und Werkzeuge zurückgelassen. Wir machten außerdem fünf Verwundete zu Gefangenen.— An den übrigen Fronten keinerlei Veränderung. Konstantinopel, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront versuchte der Feind am 21. August nach einem heftigen Artillerie⸗ feuer der Land⸗ und Schiffsgeschütze mit mehr als einer Division einen Angriff in der Gegend von Anafarta. Wir schlugen den Angriff des Feindes vollständig zurück und fügten ihm ungeheure Verluste bei. Im Verlaufe der Schlachten vom 10., 17. und 20. August erbeuteten wir 400 Ge⸗ wehre mit Bajonetten, eine Kiste mit Bomben und eine große Menge Material. Am 21. August versuchte der Feind am Nachmittag bei Ari⸗Burnu einen Angriff, der unter unserem Feuer mißglückte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr nichts von Bedeutung.— Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Konstantinopel, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspresseguartier wird gemeldet: Eine unserer Abtei⸗ lungen brachte auf den Höhen der Insel Perim die Straße Balel Mandeb beherrschende Stellung Geschütze in Stel⸗ lung und beschoß und zerstörte erfolgreich die feindlichen Kasernen auf der Insel, Leuchttürme und Werkstätten der Militärverwal⸗ 8 Erfolg macht bei der Bevölkerung einen sehr guten indruck.
Der türkisch⸗bulgarische Vertrag unterzeichnet.
Berlin, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„B. Z. am Mittag“ meldet aus Sofia: Der Vertrag zwischen der Türkei und Bulgarien ist unterzeichnet worden.
Berlin, 23. Aug. Das Abkommen zwischen der Türkei und Bulgarien soll, wie der„Berliner Lokalanzei⸗ ger“ aus Berliner neutralen diplomatischen Kreisen erfährt, noch
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Lösung sprächen. Die Behauptung, es bestände zwischen Italien und Rumänien eine Konvention, derzufosge man in Bukarest nunmehr zum Eingreifen verpflichtet sei, gehöre in das Gebiet der Kombinationen. Es könne mit aller Bestimmt⸗ heit gesagt werden, daß eine solche Verpflichtung Rumäniens nicht bestehe und daß dieser Staat nach wie vor freier Herr über seine Entschließungen sei. Die Antrittsaudienz des stellvertretenden deutschen VBotschafters beim Sultan.
Konstantinopel, 22. Aug.(WTB. Nichtumtlich.) Am Sonntag nachmittag fand die wiederholt wegen des Gesundheitszustandes des Sultans verschobene Audienz desstellvertretenden Botschafters. Hohenlohe statt. Um 3 Uhr fuhren in langer Reihe die Galawagen mit Vorreitern und Kawassen an. Mit dem Fürsten Hohenlohe kamen Botschaftsrat Frhr. v. Neurath, Generalkonsul Mertens, Geheimrat——— sämtliche Mit⸗ glieder des Dragomanats, der Vorstand der Etappe, Hu⸗ mann, u. a. Der Botschafter und seine Begleitung wurden sofort nach ihrer Ankunft in den Empfangssaal geleitet, wo der Sultan im Beisein der Hofwürdenträger den Fürsten erwartete. Dieser überreichte sein Beglaubigungs⸗ schreiben, während der erste Dragoman, Dr. Weber, eine Ansprache verlas. Der Botschafter erklärte, der Kaiser habe ihn beauftragt, den Ausdruck persönlicher Freundschaft und Hochschätzung zu übermitteln, sowie der Befriedigung über die völlige Genesung des Sultans, die ausge⸗ zeichneten deutsch-türkischen Beziehungen und die Waffen⸗ brüderschaft, die nun in blutigem Kampfe besiegelt werde, auszusprechen. Der Botschafter sprach die Hoffnung aus, daß die Pläne der feindlichen Mächte auf Zertrümmerung der Zentralmächte und des osmanischen Reichs zuschanden wer⸗ den an dem Heroismus der Truppen der drei Mächte. Der Allmächtige möge die vereinten Anstrengungen mit einem endgültigen Erfolge krönen, der das Glück und das Gedeihen der Völker verbürge.
In seiner Erwiderung dankte der Sultan für die Beweise kaiserlicher Freundschaft und die Ehrung. die die Entsendung des Fürsten bedeute, sowie die Teilnahme an seinem persönlichen Befinden. Der Sultan versicherte, die Türkei werde alles tun, was in ihren Kräften stehe, der ge⸗ rechten Sache des osmanischen Reiches und der Verbündeten zum Siege zu helfen. Der Allmächtige werde den endgül⸗ tigen* an unsere Fahnen heften. Er schloß mit er⸗ neuten Ausdrücken aufrichtiger, dauernder Freundschaft.— Nach dem offiziellen Empfang war eine zwanglose Unter⸗ haltung, bei welcher der Sultan liebenswürdig und heiter alle Anwesenden durch seine Frische und Lebhaftigkeit in Staunen setzte. Gegen ½5 Uhr fuhren Fürst Hohenlohe, Frhr. v. Neurath und Dragoman Dr. Weber beim Thron⸗ folger Jussuf Izzeddin vor, dem der Fürst im Auf⸗ trage des Deutschen Kaisers das Eiserne Kreuz überreichte.
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** England und die Rede des Reichskanzlers.
London, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In einer Besprechung der Rede des deutschen Reichskanzlers schreibt die„West⸗ minster Gazette“:
Es habe noch keinen Augenblick gegeben, in dem Englands Aufgabe deutlicher zutage getreten wäre und in dem es besser imstande en wäre, sie zu erfüllen. Die Deutschen, die sich so in die Brust werfen, täten gut daran, die Geschichte des letzten großen Kampfes um die Vormacht in Eurvppa durchzulesen. Sie würden dann sehen, daß England Jahre hindurch auf ein und das⸗ selbe Ziel hingearbeitet hat. Die richtige Antwort auf die Prah⸗ lereien der Deutschen ist die, daß wir wieder tun werden, was wir damals getan haben. In der besonderen Abrechnung, die England mit Deutschland zu vollziehen hat, ist bisher nichts vor⸗ gekommen, was nicht für uns vorteilhaft wäre, außer, wenn Deutschland die Vernichtung unbewaffneter Handelsschiffe und das Ertränken ihrer Besatzungen als Erfolg betrachtet wissen will. Am Ende des ersten Kriegsjahres ist die vornehmste Quelle unserer Macht stärker als je zuvor. Wir entwickeln eine militärische Kraft, die Deutschland, so hoffen wir, nicht gering schätzen wird.
Die französische Zensur.
Paris, 22. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Gustave Her vs berichtet in der„Guerre Sociale“, daß die Zen⸗ sur die Veröffentlichung der deutschen, österreich⸗ isch⸗ungarischen und türkischen Tagesberichte verboten hat, damit die öffentliche Meinung nicht be⸗ unruhigt werde.
Unruhen in Indochina.
Paris, 22. August.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet: Infolge der wiederholten Einfälle chinesischer Räuber⸗ banden im Gwenzgebiet von Ober⸗Tenking mußten Truppen dort⸗ hin verlegt werden, um die Banden zurückzuwerfen. Der General⸗ gouverneur von Indochina ließ das betr. Gebiet endgültig militäxisch besetzen, so daß nunmehr die ganze Grenze 7 75 Tonking und China von militärischen Posten überwa wird. a
Aus der französischen Kammer.
Paris, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ausführlicher Kam⸗ merbericht. Nachdem der Präsident Deschanel die Sitzung er⸗ öffnet hatte, rügte der Deputierte Dr. Navarre die Miß⸗ stände im Sanitätsstande. Er hob in seiner Rede her⸗ vor, daß Krankenwärter von Beruf im Frontdienst verwendet würden, während man Handwerker als Krankenwärter benützte. Die Ernennung des Unterstaatssekretärs löse die Frage nicht; man
müsse das System ändern und nach Ansicht des Hygieneausschusses sagen
einen Sanitätsausschuß an die Front entsenden, der dem Unter⸗ staatssekretär Vorschläge für Neuf und Reformen machen werde. Der Deputierte Boussenot fichte Klage, daß die Frage der fahrbaren Ambulanzen, besonders der Automobilambulan⸗ zen, ungenügend gelöst sei. Die oberste Heeresleitung zeige nicht das nötige Interesse für die Verwundeten. Während in der inneren Zone die Verwundetenpflege gut organisiert sei, lasse sie in der Armeezone viel zu wünschen übrig. Auch er betonte die Notwendig⸗ keit, in der Armeezone eine wirksame Kontrolle durchzuführen. Der Deputierte Hennesy erklärte, der Kriegsminister Mille⸗ rand lasse es an der nötigen Umsicht fehlen. Er fordert die Errich⸗ tung eines Unterstaatssekretariats für Luftschiff⸗ fahrt und regelmäßige Konferenzen der Kriegsminister aller Alli⸗ 3 um ein besseres Zusammenwirken der alliierten Armeen zu erzielen.
Nach einer kurzen Rede des Deputierten Merlin, der eben⸗ falls das Sanitätswesen angriff, bestieg der Kriegsminister unter allgemeiner Spannung die Rednertribüne. Die Deputierten strömten in den Sitzungssaal. Millerand erklärte, man habe in der Kammer nicht nur dem Sanitätswesen, sondern ihm persönlich den Prozeß gemacht. Man habe von Untätigkeit und Unfähigkeit ge⸗ sprochen und behauptet, der Kriegsminister wolle die Fehler seiner Mitarbeiter nicht bestrafen, er sei ein Gefangener seiner eigenen Bureaus und des Oberkommandos, sowie ein Feind der parlamentarischen Kontrolle. Er werde in Gedanken an die ant⸗ worten, die für Frankreich leiden, kämpfen und fallen. Man dürfe nicht sagen, daß Untätigkeit, Unfähigkeit und Anarchie im Sani⸗ tätswesen herrschten, das vom Kriege überrascht worden sei; erst zehn Armeekorps hätten damals neues Material besessen. Seit 1913 habe man die Mobilmachung von 250 000 Betten vorgesehen, jetzt habe man 600 000. Augenblicklich werde täglich Verbands⸗
keineswegs vollzogen sein. Dagegen könne gesagt wer⸗ den, daß alle Anzeichen für eine befriedigende
material für 50 000 Verbände hergestellt. In den Sanitätsdienst seien 175 Sanitätszüge und 1800 Automobile eingestellt.
an der Front führen, w 1. nö
0 mmen(Lärm links.) Auf den Rat Godards sei der Direktor des Sanitäts⸗ wesens abgesetzt worden.(Lebhafte testrufe links.) Die Schwie⸗ rigkeiten seien groß, denn man stoße immer auf persönliche Vor⸗ eingenommenheiten, aber man müsse gegen alle gerecht sein. Weil er Männer verteidigte, die dem Lande große Verdienste erwiesen hätten, brachte man das Märchen auf, er sei ein Gefangener seiner Bureaus. Er habe seit Oktober über ein Drittel des Personals des Kriegsministeriums gewechselt. Er glaube gegen das Land zu verstoßen, wenn er gegenüber einem seiner Mitarbeiter Maß⸗ regeln ergreife, die nich gerechtfertigt seien.(Heftige Zwischen⸗ rufe auf der äußersten Linken. Der Deputierte Fabre protestiert heftig. Der Präsident droht, ihn zur Ordnung zu rufen.) Der Kriegsminister fährt fort: Man sagt, ich hätte vor der obersten Heeresleitung abgedankt. Wenn das Land das Glü 4 an der 1 8 7 e 7 n eftiger Tumult aus. Deschanel er i otestierte Der Präsident schwang die Glocke und fo das Haus auf, die Redefreiheit zu achten, die eine Grundlage der Republik sei. Beifallssturm.) 5 Der Minister fuhr fort: Also an der Spitze der Armeen einen General von absoluter Loyalität zu haben.(Beifall auf beinahe allen Bänken, Ein großer Teil der Kammer erhebt sich von den Plätzen und klatscht Leifall, außer einigen Sozialisten. Ein neuer Tumult bricht aus. Deschanel muß lange die Glocke schwingen, ö bevor Ruhe eintritt.) Millerand hob ferner die Verdienste der Obersten Heeresleitung hervor. Seine Beziehungen zu Joffre seien herzlich, wodurch er in der Lage sei, eine Kontrolle auszuüben, Man habe ihn zur Rechenschaft ziehen wollen, weil er Ver⸗ änderungen in der Obersten Heeresleitung vorgenommen habe, angeblich aus politischen Gründen. Man habe einen ernsten Präzedenzfall schaffen wollen, aber er wünsche, daß man militärische Personen in Kriegszeiten nur nach ihrem militärischen Wert beurteilen darf.(Beifallssturm rechts und im Zentrum und auf einigen Bänken der Linken. Anhaltende Unruhe.) Ex wolle die parlamentarische Kontrolle ungehindert durchführen lassen, nur solle sich die Kontrolle nicht auf militärische Dinge ausdehnen. Eine Stelle müsse vorhanden sein, die die Verantwortung trage. Die Oberste Heeresleitung sei der Regierung gegenüber verantwortlich. Dies sei der Leitsatz Joffres, der auch richtig sei. Der Kriegsminister forderte sodann das g Parlament auf, sich eine gewisse Disziplin aufzuerlegen.
Die Verbündeten Frankreichs hätten Vertrauen in dessen Klugheit. Dagegen hofften die Feinde auf Zwistigkesten kreichs. Er hoffe, daß man das Vertrauen der Alliierten nicht täuschen und sie bis zum Ende des Sieges einig bleiben wü(Lebhaften
Beifall rechts und auf einigen Bänken der Linken.) 5
Der Deputierte Franklin Bouillon forderte daß der Ministerpräsident gewisse Erklärungen, die aus dem Munde des Kriegsministers überrascht hätten, schärfer fasse. Er sagte: Wir können die Behauptung, daß uns ein anderes Gefühl als Vater⸗ landsliebe leitet, nicht zulassen.(Beifall auf der äußersten Linken und auf der Linken.) Wir können nicht dulden, daß die Kammer urteilt, ohne alles zu wissen. Wir fordern, daß zu Beginn der nächsten Sitzung der Ministerpräsident eine Erklärung ab⸗ gibt, die alles zerstreut, was das Land beunruhigen könnte.— Der Deputierte Varennes bekräftigte die Aus⸗ führungen Franklin Bouillons und erklärte, es gebe hier keine politischen Vorurteile.(Beifall auf der äußersten Linken.) Wir wollen, fuhr Varennes fort, die heilige Einigkeit nicht stören. Aber es gibt Dinge, welche die Vertreter der Nation nur pelt können, wenn sie vor jeder Indiskretion geschützt sind.(Beifal links, Protestrufe rechts, Unruhe.)
Ministerpräsident Vivian ergriff hierauf das Wort und führte aus, daß er die verlangten Erklärungen geben werde. Er bitte die Kammer, die Sitzung auf den nächsten Donnerstag zu verschieben, da der Kriegsminister am Dienstag
abwesend sei. 5 55 Sitzung wurde darauf unter lebhafter Bewegung auf⸗ gehoben. 0
Die Handelsstatistik Frankreichs.
Paris, 22. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Der amtlichen Statistik zufolge betrug die Einfuhr nach Frankreich in den ersten sieben Monaten des Jahres 1915 4 264 391 000 Franken, die Ausfuhr 1696 285 000 Franken. Der Ausfall
egenüber dem gleichen Zeitraum des Vorj betrug für die infuhr 719 755000 Franken, für die 2 154 668 000 Franken. Im Monat Juli wies die Einfuhr gegenüber 1914
einen Mehrbetrag von 139 527000 Franken auf, dagegen blieb die 1 um 228 913 000 Franken hinter dem Juli 1914 zurück. 5
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1 1 Der Seekrieg.
Der Untergang der„Arabic“. g
Paris, 22. August.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Havas. Die Zahl der Opfer der„Arabic“ beträgt 59, darunter drei Amerikaner. 5
Washington, 22. Aug. 5 8 Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus: Das Staatsdepartement gibt bekannt, ad 8 N„ 1 1 8 wird, die Aufmerksamkei deuts egi auf die den„Arabic“ zu lenken und um Aufflärungen zu ersuchen. 8
W̃ ington, 21. Aug.(WTB. Nic lich.) Staats⸗ sekeiür Lenstng hat nach einer langen ib 1 Wilson den amerikanischen Vertreter in England beauftragt, die Ameri⸗ kaner, die sich an Bord des White Star⸗Dampfers„Arabic“ befanden, eidlich zu vernehmen. I
Lo n don, 22.(WTB. Nichtamtli ie„Times“
vn do n Aug der reg
in ihrem Börsenbericht, der Ver 200 000 Pfund Sterling amerikanischer N an e, hatte eine vorübergehende Schwäche des Wechselkurses zur Folge.
London, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu⸗ terschen Buregaus: Auf dem versenkten White Star⸗
Dampfer„Arabic“ haben sich 2813 Postsäcke, darunter Hun⸗ funde aus Schweden, Norwegen, Dänemark und der Schweiz, be⸗ unden. f * 5.
Stockholm, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Sydsvenska Dagblad“ schreibt: Daß die deutschen Wachtschi englische Unterseeboot„E 13“, nachdem es auf Grund geriet, zu vernichten suchte, ist nicht verwunderlich. Im anderen le konnte es dem Unterseeboot glücken, unterzutauchen, bevor die i 3
f lich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die Dampfer„Gladiator“ von 3359 Tonnen Bruttogehalt, und„Benvracki“, von 3908 Tonnen Bruttogehalt, sind versen li worden. Die Besatz auen
rettet. Nach einer Lloydmeldung sind die Da 5 a von 3173 Tonnen Bruttogehalt, und„Bittern“, von 1 Tonnen Bruttogehalt, versenkt worden. 0 London, 21. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reut Bureau meldet, daß der Frachtdampfer„Boviic“ von gistertonnen der White Star Line versenkt worden sei i
späteren! wird die Anagbe widerrufen, in Mersey angekommen sein. 7
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