Dieso Höchstpreise dürsen nicht für die ganze Ernte gelten, weil man nicht beurteilen kann, wie sich der Futtermittelmarkt ge— stalten wird, wenn eine Einfuhr vom Balkan möglich wird. Ver Redner weist auf einen sortschrittlichen Antrag hin, wonach die Landwirte für das enteignete Getreide Futtermittel erhalten sollen.
Er spricht sich dann weiter für eine Beschlagnahme der Kar- toffeln in dem Maße aus, als zur Versorgung der Stäbte nötig ist. Die beschlagnahmten Kartoffeln mußten gleich den Verbrauchern zugeführt werden. Die Gemeinden könnten den Bedarf angeben Die Preise der Kartoffelfabrikate entsprechen nicht den seiner zeitigen billigen Kartoffelpreisen, unter denen die Fabriken ge kauft haben. An den Verlusten der Gemeinden müßten sich die Einzelstaaten beteiligen. Die Zuchersteuer ist wenigstens vor übergehend aufzuheben! Die Zuclerpreise können erheblich herabgesetzt werden, ohne daß die Fabriken Not leiden. Der Be schlagnahmepreis für Reis war nicht angemessen, da auf den Einstandspreis keine Rülcksicht genommen war. Gegen den Wildschaden ist nichts geschehen, die Behörden haben hier völlig versagt.
Ein sozialdemokratischer Redner führte aus, daß die stellenweise große Not in der Bevölkerung, insbesondere der Angehörigen der Kriegsteilnehmer auch von manchen General kommandos anerkannt werde. Um festzustellen, wo der Wucher getrieben wird, muß einmal eine Kontrolle des ganzen Laufs der Lebensmittel vom Produzenten bis zum Konsumenten durchgeführt und dazu eine Zentralstelle für Lebensmittelversorgung geschaffen werden. Beschlagnahme ist nötig als Voraussetzung
Entschließung wird der Reichsfanzler ersucht, die Getreide⸗ und Mehlhöchstpreise weiter herabzusetzen, für Kartoffeln eine ähnliche Verteilungsorganisation zu schaffen wie für Brotgetreide, wobei die Aufbewahrung der 8 Menge zum größeren Teil den, Verbrauchern überlassen werden kann, endlich Höchstpreise für Fleisch, Milch, Fette, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst mit An⸗ passung an die Durchschnittspreise vor dem Krieg, an die Pro⸗ duktionskosten, aber auch an die Zahlungsfähigkeit der minder⸗ bemittelten Bevölkerung einzuführen und mit Hilfe der Gemeinden eine Hilfsorganisation zum Verkauf dieser Gegenstände zu schaffen.
Ein nationalliberaler Bauernbündler polemisiert gegen die Bestrebungen, die auf Erhöhung der Höchstpreise abzielen und weist auf die Not in den Kreisen der gering besoldeten Beam⸗ ten und des kleinen Mittelstandes hin, die eine verschärfte Teue⸗ rung durchaus unerwülnscht erscheinen lasse. Die jetzigen Höchst⸗ preise, die leineswegs eine Bereicherung der Landwirte bedeuten, find angemessen.
Ein Redner der Reichs partei erklärt: Die Höchst⸗ preise für Brotgetreide sind nicht zu hoch, wenn man berücksichtigt, daß der Krieg die Landwirte besonders schwer durch Aushebung der Pferde, Beschlagnahme des Sal⸗ peters usw. treffe. Dann polemisiert dieser Redner gegen bie Agitation aus Konsumentenkreisen auf Her⸗ allsetßung der Höchstpreise.
Nach diesem Redner trat die Mittags pause ein.
In der Nachmittagsitzung setzte die Budgetkommission die Weiterberatung über die Lebensmittelversorgung einstweilen aus
sen. Insbesondere in Ausnahmefällen soll Reichshilse eintreten Er macht schließlich darauf aufmerksam, von einer vernünf⸗ tigen Verteilung der Lasten dieser Unterstützungen zwischen Reich,
Einzelstaaten und Gemeinden nicht gut abgegangen werden lann.
Wohlfahrtseinrichtungen sollen soweit als irgend möglich geför⸗ dert werden.
Ein Zentrumsantrag will 200 Millionen Mark im Rahmen des Nachtragsetats für Gewährung von Wochenbeihilfen während des Krieges, sowie zur Unterstützung von Gemeinden oder Gemeindeverbänden auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrts⸗ pflege, insbesondere der Erwerbslosenfürsorge und der die gesetz⸗ lichen Mindestsätze Übersteigenden Unterstittung von Familien der Kriegsteilnehmer bereitstellen. Hierzu erklärt der Schatzsekre⸗ tär, daß die eee wiederum eine erhebliche Summe zur Verfügung stellen werde, wie es schon ei durch den 200-Milltonen-Fonds geschehen ist.
Der Ausschuß beschäftigte sich dann mit der amerikanischen Note; diese 1 wurden für vertraulich erklärt.
Ein fortschrittlicher Antrag wünscht, daß den Beamten und Pensionären des Reichs und den Arbeitern der Reichsbetriebe, soweit alle diese auf geringere Bezüge angewiesen sind, weiterhin den Militärrentenempfängern und Militäuinvaliden Kriegsteue⸗ rungszulagen nach Zahl ihrer Familienangehörigen gewährt, sowie die Familienunterstützungen der Mannschaften erhöht und auf die baldige Zahlung der Reichsentschädigung einschließlich der ge⸗ zahlten Zinsen an die Lieferungsverbände hingewirkt werde. Diesem
Antrag glaubt der Unterstaatssekretär nicht in vollem Umfang zustimmen zu können. 0
einer richtigen Verteilung,
auch beteiligt sein. Der
die Errichtung der vorhin erwähnten! verlangt wird, daß den mit der Preisfeststellung der Lebensmittel betrauten Kommunalverbänden die Befugnis erteilt w den Produzenten, Groß- und Kleinhändlern über die Pre
sowie von den Verbrauchern über ihre Vorräte unter Strafan⸗ drohung Auskunft
5¹¹
meister
7
Redner 5
fordern.
Nachruf.
Am 17. ds. Mts. verschied nach schwerem Leiden unser lieber Werk,
Heinrich Schreiner.
Wir verlieren in ihm einen ge— rechten, auf das Wohl seiner Mit- arbeiter bedachten Vorgesetzten und werden ihm, nachdem er uns nach 26 jähriger Tätigkeit entrissen wurde, ein ehrendes Andenken bewahren.
Die Arbeiter der Zigarrenfabrik Wilh. Meyer
Wieseck, 18. August 1915.
Trauer Hüte. Scheier
Wiln. Moll, Seltersweg 36.
stheumatismus-, Ischias- und Gichtleidencdde nehmen die glänzend bewährten
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Eine solche Zeutralstelle darf nicht allein dem Bundesrat überlassen werden, der Reichstag muß an ihr Anträge, in denen t, weiter
entralstelle geforder
In einer
sozialdemokratischen
wesentlichen
auf
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Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein Gatte, unser unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Konrad Schäfer
Kreisstrassenwart
im 58. Lebensjahr.
Die trauernden Hinter
Familien Schäfer, Schienbein, Lein. Hausen, den 18. August 1915.
Die Beerdigung findet Freitag, den 20, August, nach- mittags 3 Uhr, statt.
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Der Jagdvorsteher. Schlund.
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Jagd⸗ Verpachtung. „„Donuerstag, den 26. August d. Js., nachmittags br, findet die Verpachtung der Jagd der Gemeinde Oberwalgern, Kreis Marburg, in der Wohnung des
und ging zu dem Nachtragsetat über. Der Schabzsekret ahr gab zunächst eine Uebersicht über die Finanzlage. Diese ist durchaugz günstig.
N
eine Erhöhung der
erde, von sstützung an die Angehörigen der Kriegsteilnehmer hinauslaufen. bildung,[Der Schatzsekretär hält eine Aenderung der Bestimmungen über
diese Unterstützungen während des Krieges kaum für möglich, verspricht aber, soweit irgend angängig, Erleichterungen zu f
Naturreine
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nan der Obstbau-Kolonie „Eden'frisch eingetrossen von neuer Ernte 5
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. Dann ging der Reichsschaßsekretär auf die aus der Mitte des Ausschusses gestellten Anträge ein, die im Kriegsunter⸗
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Der Ausschuß vertagte sich auf worgen, Donnerstag, vormittags 10 Uhr, um zunächst die vertraulichen Gegenstände und dann die Ernährungsmaßnahmen weiterzuberaten.
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