f Westhartlepool vestimmi, am 16. Nordsee von einem deutschen Unterseeboot den war.
den) nach August in der
versenkt wor⸗
Aus dem Reiche.
Berlin, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ael⸗ testenrat des Reichstags trat abends zur Beratung zusammen. Man einigte sich dahin, daß in der morgigen Sitzung nach den Ausführungen des Reichskanzlers zunächst die Berichte des Reichsschuldenausschusses und Bittschriften⸗ ausschusses erledigt und der Nachtragsetat dem Budget⸗ ausschuß überwiesen werden soll. Am Freitag wird der Reichsschatzsekretär sprechen, an die zweite Beratung der in den Vorlagen schließen soll Ueber den weiteren Verlauf der Tagung ist noch kein Beschluß gefaßt worden.
Berlin, 19. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der„Vor⸗ wärts“ meldet, hat die sozialde mo kratische Reichs⸗ tagsfraktion beschlossen, den geforderten Kriegs- krediten zuzustimmen.
Berlin, 17. Aug. Der Reichstagsabgeordnete Offizierstellvertreter im Kreuz erhalten.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 18. August 1915. Kowno.
„W. T. B. Im Osten haben die Grauen
Mal wieder'ne Festung zusammengehauen. Vierhundert Geschütze unter der Beute!“— Die Fahnen schwingen und Glockengeläute. Von allen Ecken ein eiliges Laufen,
Am Anzeiger steht das Volk zuhaufen,
Ein Fragen, ein Hälserecken und Stoßen
Von Jungen und Alten, von Kleinen und Großen „Die Festung Kowno in unserer Hand!“— Kannst ruhig sein, lieb Vaterland!
Aber dazwischen steht auch Herr Schulze. Vierhundert Kanone? Sein selber Schuld se! Viertausend mißte mer hawwe! Zu dumm! Da renne se owe in Kurland erum
Anstatt uff vernünftige Mensche se hörn
Un de Russe von hinne den Weg abzusperrn!“ Und das Genie der Heeresführung
Herr Schulze geißelt es ohne Rührung. „Vorricke kann ich aach, awwer siege—
Da tut mir der Has im Peffer liege!“
O g Zukunft! O selig Hoffen! Herr Schulze hat euch ins Herz getroffen! err Schulze könnt' einen Heulen lehren, enn nicht— ja wenn die andern nicht wären.
Da standen zusammen drei stramme Jungen, Bei denen hat es schon anders geklungen:
„Ei, des gäb schulfrei, da möcht ich wette!
Ach, wammer doch ewe kaa Ferien hätte!“
Und ein kleines Mädel dicht neben mi
Notiert sich den Fall auf ein Stückchen Papier, Begann dann aus Leibeskräften zu rennen,
Um daheim was Frohes melden zu können.
Und dem Leutnant— den Arm hatt' er noch im Tuch— Auch dem wars mit Lesen nicht genug.
Ein Zähneknirschen, ein Augenblitz!
„Wär doch mein Arm wieder etwas nütz'!“ Breitbeinig sah ich drei Landstürmer stehn.
Was diese dachten, war leicht zu ersehn;
Denn einer sagte nur:„Kamerade,
Ihr seid zu em Schobbe ingelade!“
Und da waren noch zwei alte Frauen,
Denen mußt' ich lange ins Antlitz schauen;
Denen war ein stilles Leuchten im Blick:
„Mein Junge, nun kommst du doch bald zurück?“
Und weiter gings so mit Drängen und Stoßen
Und Lachen Freuen bei Kleinen und Großen.— Da hab' ich nach Schulze mich umgeguckt;
Den aber hatte die Erde verschluckt.
Ob er merkte: Da paß' ich nicht hinein?
Ausschüssen fertiggestellten
sozialdemokratische Dr. Südekum, der als Felde steht, hat das Eiserne
— Mir klangen die Glocken noch einmal so rein.
Die Festung Kowno in deutscher Hand!
Magst ruhig sein, lieb Vaterland!— *
* Doppelauszeichnungen. Der Vize⸗Wachtmeister Christian Savelsberg, 25. Kav.⸗Brig., 3. Div., und Feld⸗ gendarm Sergeant Hermann Savelsberg bei der Etappen⸗ Inspektion Kaiserl. 1 4 Südarmee— beide aus Gießen— wurden jeder mit dem Eisernen Kreuz und der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
Amtliche Personal nachricht. Ernannt wurde am 14. August d. J. der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus Gießen Friedrich Schmitt zum e an dieser An⸗ stalt mit Wirkung vom 1. September 1915. l
darauf hingewiesen,
* Versor gung von 1 e daß lohnende
n. Von. Stelle wi
kriegsinvalide Rentenempfänger und dauernde e eee in den Korps⸗ bekleidungsämtern finden können. Bei der Ausdehnung und Vielseitigkeit dieser Betriebe kommen für die Anstellung nicht nur ausgebildete e und Schneider in Betracht; vielmehr ist auch solchen dwerkern, denen infolge ihrer Verletzungen die Ausübung ihres früheren Berufes nicht mehr möglich ist, günstige Gelegenheit geboten, sich durch Umlernen eine dauernde Unterkunft zu sichern. Sie werden als Zivilhandwerker behandelt und erhalten dementsprechenden Lohn. Die Kasernierung kommt für sie nicht in Frage; für ihre Unterkunft müssen sie selbst sorgen wie jeder Zivilhandwerker. Nähere Auskunft erteilen die Vorstände der Bekleidungsämter.
* Gefangenensendungen sor packen! Wiederholt sind Klagen laut gewo
rentenempfän⸗
fältig ver⸗ en, daß Pakete
5
an kriegsgefangene Deutsche in Frankreich eines Teils ihres
nhalts beraubt am Bestimmungsorte angekommen seien. angelhafte Verpackung der Pakete ist zweifellos nicht ohne Einfluß auf die eingetretenen Verluste gewesen. Es wird daher empfohlen, die an Kriegsgefangene abzusenden⸗ den Pakete fest in Leinwand oder dergl. einzunähen. Nach den gemachten Beobachtungen sind derartige Pakete fast ausnahmslos in gutem Zustande und mit ihrem ganzen Inhalt in die Hände der Empfänger gelangt. Obstpreise und Kreisverwaltungen. Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Noch streitet man ch herum, wer die künstliche Verteuerung der bisherigen sternte verschuldet hat. Das Problem wird wohl einst⸗ mals gelöst werden. Wichtiger ist es aber jetzt, darauf hin⸗ wirken, daß die kommende Obsternte zu erschwing⸗ chen Preisen der Bevölkerung zugut kommt. Ein noch
dessen Rede sich eventuell b
kaum dagewesener Apfel- und Birnsegen steht beuor. Hierbei haben in erster Linie die Kreisverwaltungen als Haupt⸗ 5 1 7 die Preisbildung in der Hand. Es ist zu hoffen, aß die Hreisverwaltüngen sich durch die berech⸗ tigten Interessen der Bevölkerung bei der Preisfest⸗ setzung leiten lassen.
* Kupfer, Messing und Nickel. Die von uns in der gestrigen Nummer angekündigten Ausführun gs bestim⸗ mungen des Kreisausschusses zur Metallbeschlagnaßhme finden sich bereits in der heutigen Ausgabe des„Gießener Anzeiger“. Sie seien der Aufmerksamkeit der Leser dringend anempfohlen, denn im Gegensatz zu vielen amtlichen Bekanntmachungen, die der Krieg mit sich bringt, betrifft die Beschlagnahme von Kupfer, Messing und Nickel alle Haushaltungen. Die Aussührungs⸗ bestimmungen bringen namentlich die notwendige Klarheit dar⸗ über, was alles von der Meldepflicht und der Beschlagnahme betroffen wird. Man legt Wert darauf, das gewünschte Ziel, nämlich die Sicherstellung der notwendigen Metallvorräte, vor⸗ nehmlich auf dem Wege der freiwilligen Ablieferung zu betroffen und die zwangsweise Enteignung und Einziehung der betro fenen Gegenstände nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Bürgermeistereien werden für geeignete Sammel⸗ und Aufbe⸗ wahrungsstellen zu sorgen haben. Die Bekanntmachung enthält ferner die für die abzuliefernden Gegenstände festgesetzten Preise,
e betreffenden Termine und die Strafbestimmungen für Zu⸗
1 *Die Abgabe der Steuererklärungen für das Jahr 196. In einer Bekanntmachung in der vorliegenden
Nummer werden die zur Steuererklärun g Verpflichteten von den Finanzämtern Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen auf⸗ gefordert, ihre Erklärungen zu den näher bezeichneten Terminen bei den zuständigen Stellen einzureichen. Verleitung zum Bruchdes Lehrvertrags. Wie vor ei f Zeit mitgeteilt, wurden in einzelnen Ge⸗ genden des Großherzogtums im Auftrag größerer auswär⸗ tiger Baufirmen Ar
eitskräfte für Armierungsarbei⸗ ten in den 7
ten Gebieten durch Agenten angeworben und hierbei auch Lehrlinge, die durch Lehrvertrag noch gebunden waren, zur Aufgabe ihrer Lehrstelle veranlaßt. Die Lehrlinge 5 1 12 hierdurch nicht nur aus ihrem Beruf herausgerissen, sondern auch größeren Gefahren in mehr⸗ facher Hinsicht b außerdem erwachsen dem Hand⸗ werk bedeutende Nachteile durch Entziehung der erade jetzt so nötigen Arbeitskräfte. Die werks⸗
mer hat im Hinblick hierauf die vorgebrachten Be⸗ schwerden Großh. Ministerium vorgelegt, und es wurden von dort Untersuchungen eingeleitet. Nunmehr ist eine Ver⸗ fügung des Kriegsministeriüms an das Stellv. General⸗ kommando des 18. Armeekorps ergangen, wonach die Ver⸗ öffentlichung von Anzeigen, in denen Handwerker und Ar⸗ beiter für Festungsbauten in den von dem deutschen Heere besetzten Gebieten gesucht werden, in Zukunft nicht mehr für notwendig gehalten werden. Nachdem Anweisung er⸗ gangen ist, daß Armierungsarbeiter nur noch ausnahms⸗ weise und nur mit kriegsministerieller Genehmigung an⸗ geworben werden sollen, dürften solche Anzeigen auch kaum noch erscheinen.
“ Paketverkehr mit der deutschen Südarmee.
Der Privat-, Paket⸗ und Frachtstückgutverkehr an die Angehörigen
der deutschen Südarmee ist wieder freigegeben. Bei Zweiseln über die Zugehörigkeit der Truppenteile wird eine vor— herige Anfrage bei dem nächsten Paketdepot mittels bei den Post⸗
anstalten erhältlichen grünen Karten empfohlen.
Landkreis Gießen.
d Großen ⸗Buseck, 19. Aug. Dem zurzeit hier auf Urlaub weilenden Unteroffizier bei der Korps ⸗Fernsprechabteilung des Marinekorpss Wilhelm Becker wurde das Eiserne Kre u 2. Klasse verliehen.
Großen-Buseck, 18. Aug. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Lehrer Valentin Stumpf aus Groß-Rohrheim, zuletzt in Gkoßen-Buseck, Leutnant der Reserve im Infanterie- Regiment 117.
O Langsdorff, 17. Aug. Musketier Ernst Bender von hier beim Reserve⸗Infanterie-Regiment 224, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet.
O Grünberg, 17. Aug. Der Kriegsfreiwillige Willi Andrae von hier, der an elnem Aus bildungskursus für Offiziere teilnahm, wurde zum Leutnant befördert.
Stockhausen, 17. Aug. Bei dem gestern über unsere Gemarkung hinziehenden schweren Gewitter, das von einem starken Regen begleitet war, schlug der Blitz in ein Gebäude der biesigen Eisensteinwäsche, ohne zu zünden oder sonstigen Schaden anzurichten. Ebenso schlug der Blitz bei Klein⸗Eichen im Felde in die Erde. Ganz in der Nähe standen am Waldrande Leute aus Klein-Eichen, die mit dem Schrecken davonkamen.
§ Lauter, 18. Aug. Der Vizeseldwebel und Offiziers aspirant Theo Feldmann in Lauter ist zum Leutnant befördert
worden. Kreis Alsfeld.
* Aus dem Ohmtal, 18. Aug. Die letzten Gewitter waren trotz der nicht hohen Temperatur von hestigen elektrischen Entladungen begleitet. Vier Blitzschläge wurden beobachtet. In der Gemarkung Ober⸗Ohmen fuhr der Blitz in einen Feldrain im sogen. Judenloch. Ein Mann beobachtete den Einschlag vom nächsten Waldsaum aus. Bei Ruppertenrod traf ein Blitzstrahl einen Kirschbaum. In der Nähe Merlaus wurde vom Blitz eine Pappel getroffen, in Nieder⸗Ohmen auf freiem Felde ein 15jähriges Mädchen erschlagen.
Mücke, 18. Aug. Die Obstbäume an der Straße zwischen Grünberg und hier hängen so voll Aepfel, daß ein großer Teil der Bäume gestützt werden mußte. Gerade an der Straße hat das Obst viel unberusene Liebhaber. Die Straßenwärter haben dadurch viele Arbeit. Um die schon der Reife entgegengehenden Sorten vor Nachstellung zu bergen, wurden die Sorten Kaiser Alexander, Gravensteiner u. a. in Körben gepflückt und ver⸗ steigert. Der Korb wurde mit durchsechnittlich fünf Mark be⸗ zahlt. Angesichts der zu erwartenden reichen Apfelernte ist das
kein billiger Preis. Kreis Lauterbach.
r. Lauterbach, 18. Aug. Die diesjährige Gravelotte⸗ feier wurde gestern abend durch den hiesigen Kriegerver⸗ ein in der üblichen Weise begangen. Ein im Burghof aufgestellter Zug, an dem außer den Mitgliedern des Kriegervereins auch die in den beiden Vereinslazaretten untergebrachten Verwundeten, soweit sie marschieren konnten, sowie die Jugendkompagnie teil⸗ nahmen, bewegte sich zunächst nach dem Kriegerdenkm al am Hohhaus, woselbst der zweite Vorsitzende Gebhardt einen Kranz niederlegte. Sodann wurde nach dem Denkmal auf dem Friedhofe marschiert, wo Stadtpfarrer Schl öss er eine Ge⸗ dächtnisrede über die große Zeit von 1879 hielt und auch der jetzigen ernsten Zeit gedachte. Eine patriotische Nachfeier im Johannisberg bildete den Schluß des Gravelottetags.
Starkenburg und Rheinhessen.
h. Darmstadt, 18. Aug. An den Folgen eines schweren Darmkatarrhs starb auf dem östlichen Kriegsschauplatze Prinz Wilhelm zu Löwenstein, Major à la suite der Armee. Der Verstorbene gahörte der Linie Löwenstein⸗Wertheim⸗Falcken⸗ burg an und wohnte seit Jahren hier in Darmstadt. Er erreichte ein Alter von 51 Jahren. Graf Adolph zu Erba ch⸗ Fürstenau, k. und k. Rittmeister im 1 Nr. 12, ist am 13. August auf dem östlichen Kriegsschauplatz
gefallen. Hessen⸗Nassau.
Marburg, 18. Aug. Auch in hiesiger Stadt werden jetzt mehr und mehr gegen die Lebensmiittelteuerung seitens der Stadt sowohl wie auch seitens anderer Kreise Schritte ei eleitet. So wird u. a. geplant, vom nachsten Samstag an auch einen städtischen Gemüseverkauf ins Leben zu rufen. Ferner wurde in einer Sitzung einer Anzahl Vertreter von Beamten⸗,
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CC
Angestellten⸗, Arbeiter- und Frauen-⸗Vereinen beschlossen, einen örtlichen Kriegsausschuß für Konsumenten⸗Inter⸗ essen ins Leben zu rufen. Außerdem ist für nächsten Freitag eine Versammlung einberufen, in der ein Hausfrauen⸗Verein gegründet werden soll.— Auf dem heutigen Wochenmarkte 9206 en die Preise für Frühkartoffeln von 6,50 Mark auf
Am 16. August abends
Mark der Zentner zurück. th. Rodheim a. d. B., 18. Aug.
schoß der Kgl. Oberförster Obistreis von der Struͤbach einen
starken Zehnender im Distrikt Eulenkopf. Es ist dies seit
Jahren der erste stärkere Hirsch, der in den fiskalischen Waldungen
des Dünsbergs erlegt wurde.
h. Frankfurt a. M., 18. Aug. In besonders herzlicher und feierlicher Weise feierte Frankfurt heute den 86. Ge⸗ burtstag des Kaisers von Oesterreich. Im Dom fand frühmorgens ein Levitenamt statt, das außerordentlich stark be⸗ sucht war. Sämtliche Behörden, hunderte von Kriegern und fast alle österreichischen Stagtsangehörigen nahmen an der Feier teil, die durch erlesene musikalische Darbietungen ein besonders eindrucksvolles Gepräge erhielt. Tiefen Eindruck machte es, als in die Klänge des Tedeums plötzlich die Siegesglocken von Kowno hineinläuteten. Heute nachmittag fand im Zoologischen Garten ein Festkonzert statt, dem später ein von Tausenden besuchter„Oesterreichischer Abend“ folgte. Die Stadt hatte zu Ehren des Tages ein reiches Festgewand angelegt.
h. Kelkheim i. T., 18. August. Auf Anordnung der Bür⸗ germeisterei darf sich nach 8 Uhr abends niemand mehr in den hiesigen Feldern aufhalten. Kindern ist das Herum⸗ laufen in der Gemarkung überhaupt untersagt.— Die in der Ge⸗ markung Kelkheim gezogenen Kartoffeln dürfen nicht aus⸗ geführt, sondern müssen in Kelkheim verkauft werden. Für die Bedürftigen der Gemeinde wurde das Fallobst und das Lesholz im Walde an bestimmten Tagesstunden zum Einsammeln frei⸗ gegeben.
h. Nister, 18. Aug. Hier verstarb der Fabrikarbeiter Wilhelm Schlauch an einer langwierigen Krankheit. Da wegen dieses Leidens sein Wunsch, ins Feld ziehen zu können, nicht erfüllt werden konnte, vermachte er seine gesamte Hinterlassen⸗ schaft testamentarisch den notleidenden Ostpreußen, um auf diese Weise dem Vaterlande dienen zu dürfen. Dem Wunsche des schlichten Mannes ist von den zuständigen Behörden entsprochen worden. J
—
Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeiee am 21. August 1915: Freitag abend 7.05 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.20 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.00 Uhr. —
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Eine wesentliche Aenderung in der Wetterlage ist auch heute nicht eingetreten. Das im Norden über der Ostsee lagernde De⸗ pressionsgebiet wird langsam an Einfluß für unsere Wetterlage verlieren, jedoch werden wir zunächst für morgen immer noch meist trübes Wetter zu erwarten haben.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 20. August 1918 Wolkig, meist trocken, kühl, nordwestliche Winde.
8 Letzte Nachrichten.
Der Fall Kownos im neutralen Auslande.
Rotterdam, 19. Aug. Die dung, daß Kowno, die allgemein als eine der stärksten russis Festungen im Westen gehalten wurde, gefallen ist, hat in Holland großes Auf⸗ sehen erregt. Ueberall sammelten sich Menschenmengen vor den Redaktionsgebäuden, wo die fettgesetzten Aushänge mit der diesbezüglichen Mitteilung des Großen Hauptquartiers eifrig ge⸗ lesen und besprochen wurden.
Geplänkel an der bessarabischen Grenze.
Wien, 19. Aug. An der bessarabischen Grenze finden größere Geplänkel statt. Es gelang, die Russen über⸗ raschend anzugreifen und aus den Frontstellungen zurückzuwer en. Gegenangriffe waren erfolglos. Wir machten viele Gefangene.
Die türkisch⸗bulgarische Verständigung.
Basel, 19. Aug, Aus Saloniki meldet„Neon Asti“, daß die Türken bereits das Gebiet von Lomestica räumen, so daß die türkisch⸗bulgarische Verständi als abgeschlossen zu betrachten sei. Nach einer Mel ung der„Basler Nachrichten“ hat die bulgarische Regierung mit sofortiger Wirkung die strengsten Paßvorschriften erlassen, wie sie nur in kriegführenden Staaten gehandhabt werden.
König und Ministerpräsident einig. 5
Amsterdam, 19. Aug. Reuter meldet aus At hen, da die Unterre zwischen dem König und Venizelos keinen unangenehmen Eindruck hinterlassen habe, wie es anfänglich nach der letzten Audi hieß. Beide seien vielmehr in den Haupt⸗ punkten einig gewesen.
Ein Zusammenstoß zwischen Engländern und Griechen. K t t i 1 1* ichtamtlich. 1— e u s a benen e dean ne 5 i 5 änder bese⸗ mehrere institu e ie in Kranterhaser, in die sie ie e 5 da die Krankenhäuser in Aegypten, auf Lemnos und in der sanbai überfüllt sind.
Aus dem Budgetausschuß des Reichstags.
5 Berlin, 18. August.
Der Budgetausschuß des Reichstages setzte heute vormittag die Beratung der Maßnahmen betr. die Lebensmittel⸗ versorgung fort. Ein fortschrittlicher Abgeordneter er⸗ klärte, nach dem Muster von Posen müßte eine Organisation des Handels mehr als bisher in den Dienst der Lebensmittel⸗ versorgung gestellt werden. Einverstanden erklärt sich der Redner damit, daß nicht bloß die Riesenmühlen für die Reichs⸗ getreidestelle beschäftigt werden sollen. Ueber die Spannung zwi⸗ schen Getreide- und Mehlpreisen werde zu reden sein, wenn die von Unterstaatssekretär Michaelis in Aussicht gestellte Unterkom⸗ mission ihre Arbeit beendigt haben werde. Die Höchstpreise wurden leider erst sehr spät eingeführt, was zur Folge hatte, daß sie hoch ausfallen mußten nach der inzwischen getriebenen spekulativen Preistreiberei. Die Opfer der Landwirtschaft sollen gax nicht bestritten werden, sie liegen ganz besonders auf dem Gebiet der hohen Futterpreise, die vor allem den Klein⸗ und Mittelbesitz am härtesten treffen.— Zur Verhütung einer Unterernährung müssen die Brotrationen so bald als mdglich er⸗ höht werden. Es gibt immer noch Stadtgemeinden, die sich an die Brotkarte nicht kehren. Es muß dafür gesorgt werden, daß im ganzen Reich einheitlich vorgegangen wird. Daher werde eine erschöpfende Statistik über die Vorräte und die Einfuhr erwünscht. Die Aussichten auf eine reiche Kartoffelernte lassen eine leichterung auf dem Futtermarkt erhoffen. Es müssen Höchstpreise für Kartoffeln eingeführt werden, allerdings nicht übermäßig hohe, aber auch nicht wieder so niedrige wie im vergangenen ten.


