Ausgabe 
(19.8.1915) 194. Erstes Blatt
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Anwendung von Vergeltun nen deutschen Soldaten Verhören russischer Gefangener und Verstümmelungen folgende e worden: Die Vergeltungsmaßregel soll im später als 15 Tage nach samer Behandlung erfolge dem soll den Gefan jede neue Grausamk

Bereich des Korps nicht

f eit allerstrengste Vergeltung finden werde. So ist als Antwort auf die Verstümmelung des Kofaken Petschnjew von dem Oberbefehlshaber der Befehl ergangen, von der nächsten Abteilung gefangener deutscher Soldaten 10 Mann, ohne Aus⸗ schluß der Offiziere, zu erschießen für die Grausamkeiten, die in der letzten Zeit von den Deutschem verübt worden sind.(gez.)

General Odischelidse.

Wenn ein Oberbefehlshaber einen so bestimmten Befehl 1035 e ennekmahrden gibt, dann sollte man als selbst⸗ verständlich annehmen, daß die Taten, die gerächt werden sollen, unzweifelhaft feststehen. Das erfordert der euro⸗ r ohne weiteres. Wie steht es aber damit bei russischen Befehl? Alle Berichte über deutsche Greueltaten an russischen Gefangenen sind bisher als Lügen nachzuweisen gewesen. Auch die Verstümmelung des Sol⸗ daten Petschnjew durch deutsche Soldaten konnke von den Russen nicht festgestellt worden sein, weil sie sich nie und nirgends zugetragen hat. Sie ist zwar von dem russischen 6 stab in einer amtlichen Mitteilung behauptet wor⸗ den, doch haben die deutschen amtlichen Untersuchungen ergeben, daß die Hen Geschichte schon deshalb völlig er⸗ hunden ile weil bei den in 1 kommenden deutschen Armeeteilen überhaupt kein Kosak des ussurischen Reiter⸗ reegtiments, dem Petschnjew angehörte, gefangen genommen wurde. Dies ist inzwischen am 7. Juli in einer amtlichen deutschen Erklärung mitgeteilt worden. Ob der Blutbefehl des russischen Oberbefehlshabers bei dem ersten turkestanischen Armeekorps ausgeführt wor⸗ den ist, entzieht sich noch der öffentlichen Kenntnis. Unab⸗ hängig davon gehört aber die Grausamkeit und verbreche⸗ rische Leichtfertigkeit, mit der diese Henkersarbeit ohne 8 genaue Untersuchung angeordnet worden ist, vor den Richter⸗

kuhl der Geschichte. ***

Der Geburtstag des Kaisers Franz Josef. Wien, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser wohnte um 7 Uhr fruͤh einer stillen Messe im Schönbrunner Schlosse bei, an der Prinzessin Gsela von Bayern mit dem Prinzen Konrad, der Erzherzog⸗Thronfolger mit Gemahlin, Erzherzog und Erzherzogin Franz Salvator und Erzherzogin Auguste teilnahmen. Der Geburtstag des Kaisers wird in der ganzen Monarchie durch Gottesdienste und Krieg ktätigkeitsveranstaltungen festlich begangen. dienst im Wiener Stefansdom, hielt, wohnten die Minister und träger bei.

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swohl⸗ Dem Gottes⸗ den der Kardinal Piffl ab⸗ die Hof- und Staatswürden⸗

1 5 des Schlos⸗ Dir im Sieger⸗

nicht nach schönen Wor⸗ chrieben, was wir an un⸗ wir unserem allerhöchsten

tüchtig die Verwundeten euen. Viele Einladungen erhalten daher di Tapferen in schöne Landvillen, wie sie viele von ihnen 3

allem Guten und sich darauf freute, bald wieder an die Front zurückkehren zu

In l i Hamburger und Lübecker fand, hat sich sogar ein Sängerchor unter den Ver⸗ gebildet, den ein bekannter Hamburger Komponist, der holung weilt, ins Leben rief. Er veranstaltete eines e sogar ein Konzert im großen schönen Kurhause, das si dicht gedrängt mit bunten sommerlich geschmückten Gestalten füllte. 5 Es war aber auch ein Vergnügen, die tapferen Krieger ihre patrio⸗ Aͥschen 5 die Erinnerung an Selbsterlebtes und die Bes den Worte blitzte. Der Beifall, den wohl sogar einen Caruso befriedigt. Hunderte von Händen, zart unnd weich, streckten sich ihnen entgegen, dankbar, von jenen einen empfangen zu haben, denen sie selbst hätten Vergnügen en mögen. Einige Tage später wurden die Verwundeten von Lübeck ins Kurhaus als Gäste eingeladen und mit allem Er⸗

0 esiegelung der erheben⸗ sie damit ernteten, hätte dann

quickenden, was die Heimat an schöner Natur, Bequemlichkeit, preußens für völlig ausgeschlossen hielten. Daher vermochte . tem Essen und liebevoller g vermag, erfreut. Erst] Hindenburg die Russen durch seinen Vormarsch nach Kurland und

ö pät mit der letzten Eisenbahn trennte man sich. Dies wurde jedoch 4 nicht ganz leicht, denn bei so großen Anlässen macht man schneller

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gsmaßregeln an gefange⸗ für bekanntwerdende Fälle von unter Anwendung von Folter rgänzende Anweisungen gegeben

Bekanntwerden des Falles von grau- n unter Angabe des Anlasses. Außer⸗ genen allgemein bekanntgegeben werden, daß

ch brücken den Niemen. Zum Andenken an diesen. Krieg ist hier ein

Chorgesänge vortragen zu hören, während aus ihren Augen] O

einbezogen wurde.

unterstützt in Verbindung mit Grodno gegebenenfalls eine Ver⸗

Krucgsherrn verdanken und daß das allerhöchste Geburtsfest seit Menschengedenken stets ein Freuden⸗ und Ehrentag der anzen Wehrmacht war. So schlagen heute inmitten dieses großen Völker⸗ ringens unsere Herzen unserem allerhöchsten Kriegsherrn mit Freude entgegen, vereinigen wir uns in dem Rufe: Seine Maje⸗ stät, der Kaiser und König Franz Josef Hoch! Hoch! Hoch! Als Erzherzog Friedrich geendet 2 95 ertönten be⸗ geisterte und stürmische Hochrufe. Die Kappen wurden ge⸗ schwenkt, die Tafelmusik intonierte das Kaiserlied. Um Uhr verabschiedete sich der deutsche Kaiser huldvollst von den

Friedrich bis zum Ausgang des Schlosses geleitet. Der Deut⸗ . war, wie bei der Herfahrt, von lauten Ovationen begleitet.

Wien, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ presseguartier wird gemeldet: Der Armeeoberkom⸗ mandant Feldmarschall e Friedrich hat an dem Tage des Geburtstages des Kaisers Franz Josef folgenden Armeeoberkommandobefehl er⸗ lassen:

Ich habe heute an unseren allerhöchsten Kriegsherrn folgende Ansprache gehalten: Majestät! In tiefster Ergriffenheit bitte ich Ew. Majestät, zu dem allerhöchsten Geburtsfeste namens der Armee und Flotte bie alleruntertänigsten und herzinnigsten Glück⸗ wünsche zu Füßen legen zu dürfen. In schwärmerischer Liebe und Verehrung und mit au ie Bewunderung blickt heute die ganze Wehrmacht vom Feldmarschall bis zu dem jüngsten Soldaten zu dem allerhöchsten Kriegsherrn, dem ren Vorbilde, dem die göttliche Vorsehung am Abend seines, dem Wohle seiner Völker 7 Arbeits⸗ und opferreichen Lebens die schwere Sorge

es größten Kampfes aller Zeiten aufgebürdet hat. Vor einem Jahre, am Beginn des großen Ringens, gelobten wir Ew. Majestät, standhaft und treu auszuharren. Schwere Stunden waren uns beschieden. Schmerzliche Opfer mußten gebracht wer⸗ den, doch wir hielten unser Gelübde. Der Allmächtige war mit uns und unseren treuen Verbündeten. Der Ansturm des über⸗ mächtigen Feindes im Nordosten ist zusammenge⸗ brochen, die geschlagenen feindlichen Massen fluten zurück. Ver⸗ gebens stürzt sich der heimtückische Feind im Südwesten in blinder Wut auf die treue Wacht. Schild und Schwert, das war Ew. Majestät treue Wehrmacht im vergangenen Jahrel und das wird sie bleiben! Zur eigenen Ehbe! Zum Heil des Vaterlandes! Zum Ruhme ihres allerhöchsten Kriegsherrn! Das walte Gott! Seine Majestät geruhten allergnädigst wie folgt zu ant⸗ worten: Wenn ich in ernster Zeit an meinem Geburtstage mehr denn je Umschau halte über Vergangenheit und Gegenwart, empfinde ich aufs tiefste, was mir Anhänglichkeit, Liebe, Treue und Opfer⸗ mut als Angebinde bieten und weiß ich hochbefriedigt die Wünsche meiner Wehrmacht zu schätzen, die Sie, lieber Feldmarschall, soeben in ergreifenden Worten mir ausgesprochen haben. Aus ganzer Seele danke ich Ihnen und allen Kriegsleuten bis zum jüngsten Soldaten für alle, ein volles ereignisreiches Kriegsjahr erfüllen⸗ den, in Ausdauer und Heldenmut glänzenden Leistungen, die Oesterreich⸗Ungarns Wehrmacht in treuer Waffenbrüderschaft mit dem ruhmipollen deutschen Heere siegend vollbracht hat. Mit Geist und Herz bin ich bei meinen getreuen Streitern zu Lande und zur See; des Allmächtigen Segen erflehe ich für sie. Der göttlichen. Vorsehung vertrauend, wollen wir mit vereinten Kräften alle Prüfungen, Entbehrungen und Gefahren bestehen, die uns zur Erringung eines ehrenvollen, das Wohl des Vaterlandes sichernden Friedens noch beschieden sein mögen. Wie ich warm die Hand drücke, die den Marschall voran führt, so dringe mein herzlichster Dank und Gruß in alle Fernen zu meinen Braven, die im Norden wie im Süden Schild und Schwert Oesterreich-Ungarns sind. Mit mir wird das weite Vaterland so wie jetzt, auch in aller Zu⸗ kunft sich bewußt bleiben, was es an seiner Wehrmacht besitzt. Soldaten! Wir haben nur eine Antwort auf diese huldvollen Worte und des allerhöchsten Kriegsherrn: Treu bis in den Tod! Schönbrunn, am Vortage des 86. Geburtsfestes des Kaisers und Königs Franz Josef. Feldmarschall Erzherzog Friedrich, Armeeoberkommandant.

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* Die Kämpfe an den Dardanellen.

Konstantinopel, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. An der Dardanellen⸗ front warfen wir am 16. August unter beträchtlichen feindlichen Verlusten einen Angriff einer feindlichen Division gegen unseren rechten Flügel in der Gegend von Anafarta zurück und erbeuteten ein Maschinengewehr und Kriegs⸗ material. Unsere Artillerie traf an der Küste bei Kemikli einen feindlichen Transportdampfer und verursachte auf ihm einen großen Brand. Bei Ari Bur nu ist Ruhe. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versuchte der Feind 1 einer heftigen Artillerievorbereitung einen Angriff mi Bomben gegen unseren linken Flügel. Er wurde durch unsere

Festgästen und verließ das Hauptquartier, von Erzherzog

Gegenangrifse in die fruheren Stellungen fen und ließ eine Anzahl Toter zurück. Fronten keine Veränderung. 5

Berlin, 19. Aug. Nach derDeutschen Tageszeitung! aus Athen zugegangenen Nachrichten zufolge hätten sich vor vier Tagen in der Bucht von Pea bei Mytilene die dort weilenden 10000 Mann englische Truppen nach Saros eingeschifft. 5 5 5 Zusammenkunft der seindlichen Finanzminister. Berlin, 19. Aug. Die Finanzminister Frankreichs, Rußlands und Englands bereiten, wie verschiedene Morgenblätter aus dem Haag berichten, eine Zusammenkunft zu einer Besprechung gewisser finanzieller Fragen vor. Die englische Re⸗ gierung hat bereits Vorbereitungen getroffen für eine dritte Kriegsanleihe, die im Oktober aufgelegt werden soll.

Ein holländisches Dementi.

Haag, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Korrespon⸗ denzbureau meldet: Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß die in der ausländischen Presse verbreiteten telegraphischen Meldungen, eine der kriegführenden Parteien hätte um Friedensvermittelungen bei der niederländischen Regierung nachgesucht, ganz unbegründet sind. f 3 0

Italien und die Türkei. 7

Turin, 18. Aug.(WTB. Nichtanttlich) Der römische Korrespondent derStampa drahtet: Sonnino hat gestern nachmittag den türkischen Botschafter Naby Bey empfangen, der seinen Ferienaufenthalt in Vallombroso unterbrochen hat. Man kennt den Inhalt der Unterredung nicht, glaubt aber ver⸗ muten zu dürfen, daß es sich um die kurze und hündige Forde rung an die Türkei handelt, daß sie von ihrem Vorgehen gegen italienische Untertanen in kürzester Frist absteht. Die Unter⸗ redung habe also die ung eines Ultimatums Italiens an die Türkei. Wenn Italien nicht binnen wenigen Tager vollste Genugtuung erhalten werde, werde ein Ministerrat ein⸗ berufen werden, um die erforderlichen Beschlüsse zu fassen. Die schleunige Rückkehr der bisher abwesenden Minister nach Rom dürfte mit dieser Frage im Zusammenhang stehen.

Der Seekrieg. Kristiania, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die nor⸗ weglsche Postdirektion teilt mit: Das deutsche Unterseeboot, das gestern den DampferHaakon VII. auf der Fahrt nach England anhielt, befahl ihm, alle Drucksachen und Pakete nach England, Frankreich, Italien und allen deutschfeindlichen Kolonien über Bord zu werfen. Die Briefpost und Wertpost wurde an Bord des Untersesbootes genommen. Außer der norwegischen Post führte 5 1 sieben Säcke Briefpost von Dänemark nach Lon⸗ on mit. 5 Kristiania, 18. Ang.(WTB. Nichtanttlich.)Verdens Gang meldet aus Bergen, daß der DampferHaakon VII. der Nordensfieldsk⸗Dampfschiffsgesellschaft, der gestern mittag 2 Uhr von Bergen seine gewöhnliche Reise nach England antrat, abends in Beklerwig zwischen Haugesund und Bergen eingetroffen ist, wo er die Mannschaft des norwegischen DampfersMinerva landete, der von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden fei. Tas gleiche Unterseeboot habe auf demHaakon VII. Briefe und Wertsendungen beschlagnahmt und die übrige Post über Bord werfen lassen. Der Haugesunder DampferMinerva war von Bergen nach dem Mafjord unterwegs und hatte eine Wasserver⸗ drcreee 8 5 15 3 5 Norges Handels- og Sföfahrtstidende erklärt dieser Meldung gegenüber, der in den Grund gebohrte hieße nicht Minerva, sondernMineral u e e 9 Die Torpedierung habe elf Meilen südwestlich Marstenan N funden. Die Mannschaft sei von dem DampferHaakon VII. gerettet worden und in Belkerwig an Land gesetzt worden. Den DampferMineral set mit Eisenerz von Narvik nach Neweastle unterwegs gewesen und habe eine Wasserverdrängung von 649

Bel fa st, 18. Aug(WTB. ene Meldung des 1. 858 Suu dee, wurde versenkt; die satzung wu. London 18, dn Wee Nickenich, Neude melder Die norwegischen DampferMineralRomulus Nichtamtlich.) Der

wurden versenkt; die Besatzungen wurden Kopenhagen, 18. Aug.(WB.

dänische DampferElse hat heute in Aarhus die Besatzung

des norwegischen DampfersRomulus(820 Tonnen) gelan⸗

det, der mit Grubenholz(Bannware) von Helmstad(

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Mädchen trugen rote Lampions voran, und von allen Seiten strömten die Travemünder herbei, um am Bahnhof zugegen zu sein. Hier gab es ein gerührtes Schütteln der Hände, ein Zu⸗ rufen und Hinken, noch während sich der Zug schon⸗ bewgete, von einer Lebhaftigkeit, wie man es sonst nur bei schnell empfindenden Südländern gewöhnt ist. Ja, auch der Deutsche vermag sprudelnde Lebensimpulse zu offenbaren, wo es sich nicht um bloßes Stroh⸗ feuer handelt, sondern ein tiefgehender würdiger Anlaß die Herzen des Volkes freudig zusammenklingen macht.Ein Tag am Strande ist mehr als eine Woche auf dem Lande, age mir ein Badearzt inbezug auf die Verwundeten. Nicht allein die Wangen bräunen 5 schnell unter dem Einfluß der reinen freien Luft, sondern das

auschen der Wogen durch die Stille, der Anblick der fortwähren⸗ den Veränderung desselben Elementes übt einen unendlich be⸗ ruhigenden Einfluß auf die Gedanken und seelische Stimmun aus, was unseren Verwundeten in erster Linie nottut. Tatsächli machen auch alle dort einen sehr frischen heiteren Eindruck, sogar die noch mit s Wunden einhergehen. Die Offiziere be⸗ sonders haben in den Räumen des Kur⸗ und Konversationshauses, in dessen Billard⸗ und Spielräumen sie stets Partner und anregende Gesellschaft finden, einen äußerst angenehmen Aufenthalt. Und vielen Verwundeten, die ihre Rekonvaleszens am Meeresstrande haben konnten, wird diese Zeit nach allen ausgestandenen Leiden eine schöne Erinnerung bleiben.

Kowno. Kowno liegt am Knie des Niemen, es hat u. a. die Aufgabe zu erfüllen, die Niemenbrücken zu sichern und die Bahn Abnigeberg Wilna zu sperren. Es ist eine nicht unbe⸗ deutende Handelsstadt, trieb als solche vor dem Kriege einen ein⸗ träglichen Handel mit Ostpreußen auf dem schiffbaren Niemen, in den bei Kowno der große Nebenfluß Wilja einmündet. In der Stadt liegt die Ruine der von den deutschen Kreuzrittern 1383 er⸗ bauten Burg Ritterswerder. In der Nacht zum 24. Juni 1812 überschritt bei Kowno das Heer des korsischen Emporkömmlings auf seinem verhängnisvollen Zuge nach Moskau auf vier Kriegs⸗

Denkmal errichtet worden. Durch seine Lage am Knie des Njemen flankiert Kowno in günstiger Weise den Njemenabschnitt. Für Operationen auf dem nördlichen Ufer dieses Flusses, wie sie eben jetzt stattfinden, gewährt die Festung Rückhalt und Anlehnung. An den Njemenfluß grenzt hier das ausgedehnte Waldgelände des Gouvernements Kowno, das indessen in das Festungssystem nicht Das hat sich bitter gerächt, indem unsere Armeen gegen Norden und Osten vorbrachen. Die Moskowiter legten in diesem Gelände keine befestigten Punkte an, weil sie den Einmarsch feindlicher Kräfte aus dem schmalen Nordzipfel Ost⸗

Livland so sehr zu überraschen. Wer aber überrascht, der diktiert, den Lehren der Weltkriegsgeschichte zufolge, das Gesetz. Kowno

non großer Bedeutung werden. Die Moskowiter betrachteten Kowno bisher als Sperriegel, der gegen eine ins Kurländische eingerückte deutsche Armee vorgeschoben ist.

Ein Denkmal Kaiser Wilhelms U in Heidel⸗ berg. Aus Heidelberg wird uns gese Hans Fries, der Heidelberger Bildhauer, hat speben Entwurf für ein Denkmal Kaiser Wilhelms II. fertiggestellt. Der Entwurf zeigt auf einem nach oben sich verjüngenden in einfachen Linien verlaufenden Sockel auf kühn vorwärtsdrängendem die Reitergestalt unseres Kaisers. Die Rechte mit dem Marschallstab auf den Sattel stützend, die Linke fest die Zügel haltend, sitzt die Reitergestalt in edler Würde. Auf dem Gesichte des Kaisers ist der Ernst und die tiefen seelischen Eindrücke der Zeit un⸗ verkennbar tief eingeprägt. Störend wirkt bei der Reitergestalt, daß der Künstler das Haupt unbedeckt ließ. N Reiter⸗ denkmäler liebt aber bekanntlich unser Kaiser nicht. beiden Seiten des Sockels tragen symbolische Reliefs: Der 1 50 des Ritters mit dem Drachen mit der Inschrift: nie ist Deutschland überwunden worden, wenn es einig war 18 9 scheise T e e e. mit der Inschrift: Nacht od zum Sieg. 5 mal soll beim neuen Bahnhof zur Aufstellung kommen. 8

Die Preußen vor Riga. Schon einmal, im Jahre 1812, haben Preußen tapfer in Kurland gekämpft und vor Riga ge⸗ legen. Wenn sie es damals nicht nahmen, so war einmal die eng⸗ lische lotte schuld daran, die die Russen unterstützte, dann aber vor allem der Umstand, daß sich schon der große Umschwung an⸗ l kündigte, der Preußen au Rußlands Seite führte. Als die Preußen nach Einnahme von Mitau und dem glücklichen Gefecht von Eckau sich Riga näherten, zündete der Kommandant der Stadt zunächst nach moskowitischer Art die Vorstädte an, wodurch große Vorräte unnötigerweise verloren gingen. Gerade wie jetzt. Und noch eins ist dem damaligen und jetzigen Kriege gemeinsam: die Russen versuchten durch ausgestreute gedruckte Proklamationen die 1 Soldaten zur Tesertion 5 verleiten und ließen ihnen auch durch Kosaken Pakete mit russischen Siegesnachrichten zuwerfen. Die preußischen Truppen waren so schwach, Ae die 9 8 nicht einschließen konnten, auch schickte Marschall Macdonald keine Belagerungsartillerie, während Riga alles, Truppen, Geschütze und Proviant, in Fülle hatte, auch abgesehen von der Unterstützung durch englische und russische Kriegsschiffe. Trotzdem und trotz des Eingreifens der Flottille wurden Ausfälle stets zurückgewiesen, und wo es auf ossenem Felde zum Kampf kam, siegten die Preußen. Schließlich, nachdem diegroße 2 3

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in Rußland von ihrem Schicksale ereilt worden war, gab m

politischen Gründen Riga auf. Umsonst war aber die um 9

verbrachte lange Zeit nicht gewesen, denn wie ein hervorragender

Stratege sagt, hatte der unausgesetzte Vorposten⸗ und Detachements⸗

krieg, den die preußischen Truppen dort zu führen genötigt waren. sie geeignet waren, später

sie so kriegstüchtig gemacht, daß Kern der preußischen Volksbewaffnung abzugeben.

und inniger Bekanntschaft als sonst. Im langen bunten Zuge Mulckkehrenden

Fealeneten die Gaste niit Iauzem Gefande die f Die

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teidigung des

Njemen gegen Westen. Dies kann unter Umständen

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