England verteidigt sich gegen rufsische Vorwurfe. London, 17. August.(WTB. Nichtamtlich) Die„Daily Mail“ meldet aus Petersburg: Der britische Botschafter hielt es zum zweitenmale für notwendig, dem russischen Publikam zu erklären, was England im Kriege tue. Er sagte bei einer Unterredung mit den Vertretern der Mos⸗ kauer Presse, der Sieg sei eine Frage der Geschütze und Munition. Wer die deutschen Befestigengen und Abbil⸗ dungen davon sah, könne ihre Stärke beurteilen. Die Deutschen hätten ihre Truppenmacht an der Westfront nicht verringert. Es würde Rußland schädigen, wenn die Alliierten eine große Offen⸗ sive im Westen beginnen würden, bevor sie sicher seien, daß sie durchbrechen könnten. Ueber die Dardanellen sagte der Bot⸗ schafter, daß, als die Türkei den Krieg erklärte, Rußland sich an England mit dem Ersuchen gewandt habe, eine Demonstration zu veranstalten, durch die ein Teil der türkischen Truppen vom Kau⸗ kasus abgezogen würde. Darauf eröffnete England den Feldzug auf Gallipoli zugleich in der Absicht, die Meerengen zu bezwingen und die russische Ein⸗ und Ausfuhr zu sichern. Dadurch ser seine Tätigkeit an der Westfront geschwächt und die Offensive verzögert worden. Der Korrespondent der„Daily Mail“ fügt binzu, die Erklärung des Botschafters sei im ganzen sympathisch aufgenommen worden. Da die schlimmsten Wochen der russischen Niederlagen vorüber sind, besteht eine größere Neigung, Erklärungen für ein Verhalten anzuhören, das man früher unentschuldbare Langsamkeit der Alliierten genannt hat. 8 0 London 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Leitartikel des„Daily Chronicle“ wendet sich erregt gegen den Peters⸗ burger Bericht der„Daily Mail“, in dem gesagt wird, die Russen fragten, was das englische Dreimillionenheer tue. Das Blatt laubt nicht, daß irgend eine Gruppe unterrichteter Russen eine so törichte und verkehrte Frage über die Zulänglichkeit der eng⸗ lischen Kriegsleistung stelle. Das Blatt betont, England habe eine Million Soldaten auf dem Festlande stehen, obwohl es niemals versprach, mehr als 160000 Mann zu senden. Dazu kommen die großen Leistungen der Flotte und der Finanzen, die Aufstellung des nationalen Registers und die Gründung des Munitionsministeriums. Das Blatt bekämpft den Klüngel alter Bureaukraten im Kriegsamt, der die Arbeit Lloyd Georges er⸗ schwere und sagt: Die Regierung bereitet seit langem den Krieg vor. Er mag früher enden, als sie annimmt, aber selbst, wenn er länger dauere, wird England in seinem Mut und dem Zielbewußt⸗ 1 sein nicht nachlassen.
—
33
2
**
Die Ministerkrisis in Frankreich.
5 Berlin, 18. Aug. Der„Deutschen Tageszeitung“ zu⸗ solge besagen im Haag eingelaufene Depeschen, daß die HCoösung in der französischen Regierungskrise noch im Laufe dieser Woche erfolgen müsse. Präsident Poincaré soll mit seinem Rücktritt drohen, falls das Ministerium 5 Viviani gestürzt werde. Man vermutet, daß die radikale Partei vor einer Ministerkrise zurückschrecken werde. doch drängt die starke Mehrheitspartei auf die Demission des Ministeriums. 3 Der italienische Bericht. Mom, 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegsbericht vom Montag. In der Tonale⸗ Zone und im Abschnitt von Val⸗ dassa(Sette Comuni) war der Artilleriekampf gestern heftig. Neue Fortschritte werden im Saxtentale(Drau) gemeldet. Unsere Alttillerie zerstörte die feindlichen Schützengräben auf dem Sei⸗ kofel und an der Roten Wand und brachte die feindliche Artillerie zum Schweigen, die versuchte, sie zu bekämpfen. Die Infanterie drang längs der Täser des Bacherbach und Bodenbach vor, indem sie die feindlichen Verteidigungswerke eroberte und machte Ge⸗ fangene. In der 158 vom 15. August versuchte der Feind, durch einen Gegenangriff seine verlorene Stellung am Boden bach wiederzunehmen. Er wurde zurückgeschlagen. Spätere Nachrichten über das Gefecht am 13. Auguft im Popenatale, von dem im
gestrigen amtlichen Bericht gemeldet wurde, bestätigen, daß der Gegner schwere Verluste erlitt. In einem Schützengraben wurden über 200 Leichen gezählt, darunter einige Offiziere. In Kärn⸗
8 5
8
2 te
serer Infanterie, die durch das rechtzeitige wirksame Eingreifen der Artillerie unterstützt wurde, gelang es, auf der ganzen Front den Feind zurückzuschlagen und ihm schwere Verluste zuzufügen. Im Gebiet des Kru wurden gestern weitere 14 81 gemacht, besonders in der Richtung auf Flitsch. Ungefähr 300 Gefangene sind gemacht worden. General Cadorna.
Der schlechte italienische Kredit.
Bern, 18. lug.(WTB. Nichtamtlich.) Nach italienischen Meldungen beklagen sich die Kaufleute in Genua darüber, daß in Spanien, Portugal und Norwegen, die doch finan⸗ ziell hinter Italien rangierten, die italienische Valuta bis 22 Pro⸗ ent unter pari gesunken sei. Die Kaufleute bäten, um Hilfe bei Frankreich und England nachzusuchen, um den Stand der italieni⸗ schen Valuta zu heben. l
Die Versenkung eines englischen Truppentransportes. Dondon, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische Trausporkt⸗ dampfer, der am 14. 92 510 im Aegäischen Meere von einem Unterseeboot torpediert wurde, hieß„Royal Edward“. Er führte 220(zweihundertundzwanzig) Mann Besatzung, 1350 Eeintausenddreihundertundfünfzig Mann Truppen mit 32(zweiunddreißig) Offizieren. Soweit be⸗ kannt, sind 600 Mann gerettet worden.
2 2
5 Beschlagnahmung von Rohöl
1 in Oesterreichisch⸗ungarn.
Wien, 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) In der morgi „Wiener Zeitung“ wird eine kaiserliche Verordnung veröffent⸗ licht werden, wodurch das gesamte nach dem Tage der Bekannt⸗ machung der Verordnung im Inlande gewonnene Rohöl Fugunsten des Staates beschlagnahmt wird. Die Maßnahme berge Lauptsachlich den Zwec, die Berteilung des Noble auf die Raffinerien in gerechter Weise zu angemessenen Preisen zu
ermöglichen
1 Schweden und die Schweiz. b Basel, 17. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Einer Privat⸗
meldung der„Basler Nachr.“ aus Bern zufolge hat
Schweden bei dem Bundesrat angefragt, ob es ihm
genehm sei, einen schwedischen Gesandten in der
Schweiz zu akkreditieren. Der Bundesrat antwortete, daß ie Schweiz mit Vergnügen in direkte diplomatische Be⸗
E
ziehungen zu Schweden treten werde.
Norwegische Rüstungen⸗ Kristiania, 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Storting hat heute in geschlossener Sitzung einen Be⸗ schluß gefaßt, nach dem außer dem am 11. August bewillig⸗ ten Betrage von 11330000 Kronen die im Jahre 1914 bewilligten Beträge von 1441000 Kronen für Landesver⸗ teidigungsmaßnahmen Verwendung finden sollen. Ferner wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, einen Gesetz⸗ entwurf vorzulegen, den Restbetrag von 10 366000 Kronen
5 1
und eines Unterseevootes, sowie deu cocueuciten acονενεινεοονν der von dem Storting am 6. Juli 1914 angenommenen außerordentlichen Wehrsteuer für Marineneubauten zu ver⸗ wenden. Voraussetzung ist jedoch, daß der sogenannte Ueber⸗ schuß nur zur Deckung in dem Umfange verwandt wird, als es nötig ist, damit die im Jahre 1912 für die Flotte bewillig⸗ ten 16,2 Millionen in ihrer Gesamtheit für derartige Neu⸗ bauten Verwendung finden können. Bis dieses geschehen kann, wird die Regierung ermächtigt, Neubauten von Kriegsschiffen, Instandsetzung von Minen⸗ und Flugmate⸗ rial für die Flotte in dem Umfange einzuleiten, wie es innerhalb der Grenzen dieses Betrages für nötig befunden
wird. Aus dem Reiche.
Der Deutsche Städtetag und der Nahrungsmittelmarkt.
Berlin, 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Nah⸗ rungsmittel⸗Ausschuß des Deutschen Städte⸗ tages hat folgenden Beschluß gefaßt: Der von amtlichen und nichtamtlichen Stellen jetzt vielfach unternommene Ver⸗ such, die Städte für die hohen Preise und sonstige Schwie⸗ rigleiten des Nahrungsmittelmarktes verant⸗ wortlich zu machen, schiebt die Verantwortung einer falschen Stelle zu und ist geeignet, die Entschlußkraft der wirklich verantwortlichen Stellen zu 3 Da das Deutsche Reich ein einheitliches Wirtschaftsgebiet ist, können nur einheit⸗ liche Maßregeln des Reiches helfen, die jeder Ware be⸗ sonders angepaßt sind, zugleich aber die Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse ermöglichen. Die Brotfrage ist ein⸗ wandfrei gelöst, weil die Getreidebeschaffung kinheitlich ge⸗ regelt und nur eine örtliche Mehl⸗ und Brotverteilung nach örtlichen Gesichtspunkten erfolgt ist. Ohne diese einheitliche Ordnung für das ganze Reich irren die Städte planlos auf dem Markte umher und erhöhen durch ihre Einkäufe nur die Preise. Auch die Höchstpreise für den Kleinhandel können nicht örtlich creze werden, da ihre Festsetzung die Gefahr einer Vertreibung der Ware aus dem Gemeindebezirk mit sich bringt. Ueberdies wird ein entschlossenes Handeln in den örtlichen Instanzen durch gleichzeitiges Eingreifen der verschiedensten militärischen und bürgerlichen Behörden oft unmöglich gemacht. Es sind geeignete Grundlagen ge⸗ schaffen worden, in denen sich die Gemeinden gern mit aller Hingabe beteiligen. Dagegen müssen die Gemeinden a den die„ für Mißerfolge solcher Maßnahmen ablehnen, die den Kern der Sache nicht erfassen, den Ge⸗ meinden lediglich formelle Rechte. und ihnen. dann eine Verantwortung auferlegen, die nur die mit er⸗ schöpfenden Machtmitteln ausgestattete Reichsgewalt trifft.
*
——
Berlin, 18. Aug. Reichsschatzsekvetär Dr. Helfferich wird, wie der„Berliner Lokalanzeiger“ zu melden weiß, bei der Einbringung der neuen Kriegskreditvorlage im Reichs⸗ tage eine längere Rede halten, in der er sich auch über die Frage neuer Reichssteuern, besonders auch einer Kriegsgewinn⸗ steuer, äußern dürfte..
2227
Aus dem Budgetausschuß des Reichstags.
Berlin, 17. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Budget⸗ ausschuß des Reichstags trat heute vormittag zusammen. Er beschäftigte sich zunächst mit dem dem Reichstage vorliegenden fünften Nachtrag und der Denkschrift über wirtschaftliche Maßnahmen aus Anlaß des Krieges. Staatssekretär Dr. Delbrück erläuterte die Maßnahmen im einzelnen, besonders die Fragen der Beschlagnahme und die Höchstpreise und prach sich über die gemachten Erfahrungen aus, die zu dem Beschlusse führten, die bisherige Organisation unter Berücksichtigung gewisser hervorgetretener Mängel im großen und ganzen auf das neue Fentefahr zu übertragen. Indes solle, im Unterschied vom vorigen Jahr, für das künftige Wirtschaftsjahr die Beschlagnahme des sämtlichen im Reiche angebauten Brotgetreides zu gunsten des Kommunalverbandes erfolgen, in dessen Bezirk es gewachsen sei, nicht aber zu Gunsten der Kriegsgetreide-Gesellschaft. Bezüglich der Kartoffelfrage führt der Staatssekretär aus, die von der Reichsregierung eingeleitete Hilfsbewegung habe deswegen einen Ausgang gehabt, wie er nicht erwartet wurde, weil man tatsäch⸗ lich die vorhandenen Vorräte erheblich unterschätzt habe, die Karoftfeln sich in Mieten vorzüglich hielten und bei der Aus⸗ pflanzung von Kartoffeln große Ersparnisse durch das Schneiden von Kartoffeln gemacht wurden. Die zutage getretenen Mängel müßten nalkelich nach Möglichkeit zukünftig vermieden werden. Vielleicht sei es möglich, zu einer Organisation des Handels lu hem e, un eiue Pech gan nin Hinsichtlich der Fleischnahrung werde erwogen, ob nicht die minder wertvollen Fleischsorten zu bestimmten Tagesstunden für die minder bemittelte Bevölkerung zum Verkauf gestellt werden, um so die ganze Marktlage zu erleichtern. 5 Der Bud 1 beschloß, aus den vorliegenden reichen Stoffen zunächst die bensmittelfragen auszusondern und zu er⸗ örtern. Die Frage der Erneuerung des Kohlensyndikats 2 an das Ende der Beratungen gestellt werden. Der Staats⸗ ekretär erklärte, der Aushang der Preise habe keine besonderen Erfolge gezeitigt; vielleicht sei 1 erwägen, ob den Gemeinden nicht das Recht zu geben sei, den Verkauf zu übermäßig hohen Preisen zu untersagen. Maßnahmen gegen den Kriegswucher seien nicht getroffen worden, um dem Rechtsgefühl des Volkes Genugtuung zu schaffen und um das Schimpfliche zu be⸗ kunden, das in den Wucherpreisen liege. Vielleicht könne man dazu übergehen, solche Gewerbetreibende für die Dauer des Krieges zur Weiterführung ihres Gewerbes für unfähig zu erklären, viel⸗ leicht sei auch in besonders schwierigen Fällen der Verlust des bürgerlichen Ehrenrechts in Erwägung zu ziehen. Ein Regierungsvertreter gab ein Bild von der voraus- süchtlichen Ernte. Roggen bringe eine schwache Mittelernte, Weizen gute Mittelernte, die Aussichten für die Kartoffelernte seien erfreulich. Am Getreide nähmen wir sieben Millionen Doppel⸗ entner mit ins neue Wirtschaftsjahr. Bezüglich des Hafers fei auf eine Erhöhung der Tagesration von drei Pfund nicht zu rechnen. Weiter verbreitete sich der Regierungsvertreter über
der Nahrungsfrage, mit der die Milch⸗ und Fleischfrage unmittelbar zusammenhängen. Die Hauptaufgabe der Wirtschafts⸗ politik müsse es sein und sei es, der Futtermittelnot zu steuern. Der normale Verbrauch an Zucker sei für das neue Jahr ge⸗ sichert, ein erhöhtes Quantum zu beschaffen, mache Schwierigkeiten. Ueber die Kartoffelfrage sprach sich der Redner zuversicht⸗ lich aus. Bei einigermaßen günstiger Witterung sei mit einer Ernte von etwa 50 Mill. Tonnen zu rechnen. Die menschliche Ernährung erfordere im Höchstmaß 15 Millionen, die gewerbliche Verwertung 5 Millionen, die Saat 7 Millionen, 23 Millionen Tonnen seien für Futterzwecke verfügbar. Die Reichsstelle für Kar⸗ toffelversorgung beschaffte 13 Millionen Zentner, über 10 Mil⸗ lionen habe sie wirklich zur Verfügung. Sie setzte diese Mengen teils an Bedarfsverbände, teils an Stärkefabriken, Trocknereien und Brennereien ab. An Reibungen und Differenzen 5 bei der Abwickelung nicht, aber im großen und ganzen gestalteke sich die Abwickelung befriedigend. Die Fleischfrage biete für die Zukunft ein, befriedigendes Bild. Eine Fleischnot werde es im all⸗ gemeinen nicht geben. Bezüglich der Preisgestaltung würden Maß⸗ nahmen erwogen, um die hohen Preise einzuschränken.— Ein anderer Regierungsvertreter verbreitete sich über die Mehl frage, über Vorräte, Bedarf, Mahllohn samt Nebenkosten. Die höhere Spannung zwischen Mehl⸗ und Getreidepreisen er⸗ kläre sich teilweise durch die Kriegsverhältnisse und den verteuerten
5 plus Zinsen für den Bau zweier Küstenverteidigungsschiffe
Wirtschaftsbetrieb.— Hierauf folgte eine Pause.
die Frage der Futtermittel,„den dunkelstem Punkt“, in In
Gießen, 17. A 5.
Auszeichnungen. Dem Vizefeldwebel Albert Bötz aus Gießen, Reserve⸗Jnf.-Rgt. 222, 1. Komp., wurde e Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.— Dem Vizeseldwebel Ködding, Bildhauer in Gießen, vom Landsturm⸗Bataillon 1 Darmstadt, wurden das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. 0
Kupfer, Messing und Nickel. Ueber die Be⸗ schlagnahmebestimmungen der Gegenstände aus Kupfer, Messing und Nickel herrscht namentlich in Hausfrauenkreisen noch Unklarheit. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß die genaueren Pflichten, die jedem einzelnen aus der Beschlag⸗ nahme erwachsen, erst aus den Ausführungsbestim⸗ mungen dazu hervorgehen, deren Festsetzung den Kommu⸗ nalbehörden zusteht. Für unseren Bezirk sind diese Ausfüh⸗ rungsbestimmungen in den nächsten Tagen zu erwarten. Wir WN an dieser Stelle rechtzeitig darauf aufmerksam machen.
Die Handhabung des Quartierwesens in Gießen wird voraussichtlich in der nächsten Zeit eine durchgreifende Umgestaltung erfahren. Es han⸗ delt sich nicht, wie in der Stadt erzählt wird, um eine Herabsetzung des Quartiergelds, sondern um die völlige Trennung des Quartierwesens von der privaten Mitwirkung. Die Stadt zahlt bekanntlich pro Maur und Verpflegungstag an die Quartiergeber einen so be⸗ trächtlichen Zuschlag zu dem vom Reiche vergüteten Betrage, daß die dafür aufgewandten Kosten durch die wachsende Zahl der Verpflegungstage mit der Zeit eine zu große Höhe erreicht haben. Man beabsichtigt nun, wie wir hören, der Militärverwaltung in der S. die geeigneten Räume 55 kasernenmäßigen Unterbringung der in etracht kommenden Mannschaften zur Verfügung zu stellen. Für die Verpflegung würde dann die Militärverwaltung aufkommen. Die betreffenden Vorlagen werden voraus⸗ sichtlich schon die nächste, bald zu erwartende Stadtver⸗ ordnetenversammlung beschäftigen.
* Die Ausstellung von Handarbeiten in der Aliceschule, Steinstraße 10, wurde bei der Prüfung der Haushaltungsschülerinnen gestern eröffnet und ist heute nachmittag von 3—“ Uhr allgemein zugäng⸗ lich. Sie enthält zwar nur die während des Sommers ge⸗ berg den Arbeiten, ist aber trotzdem so zahlreich beschickt,
aß wir ihren Besuch unseren Leserinnen warm empfehlen. Die Arbeiten der jetzt geprüften Haushaltungsschülerinnen bilden, da deren Unterricht sich hauptsächlich auf die Haus⸗ wirtschaft erstreckt, den kleinsten Teil der Ausstellung. Was diese jungen Damen praktisch geleistet hatten, bestand in der Herstellung eines feinen Mitta⸗ hls und in der Bereitung von Torten und Backwerk, die von einer ö die Angehörigen der Prüflin erweiterten Prüsungs⸗ behörde begutachtet und unter Ausdrücken der Anerkennung verzehrt wurden. Die Mitglieder des Seminars für Haus⸗ wirtschaftslehrerinnen sind an der Ausstellung mit einer Sammlung von Zeichnungen von Gegenständen, die zur Haus wirtschaft in Behle stehen, beteiligt. Was hier in vier Unterrichtsmonaten geleistet worden ist, ge⸗ reicht der Zeichenlehrerin Frl. i hoher Ehre. Einen größeren Raum wieder nehmen die Arbeiten ein, die in den von Frl. Euler geleiteten Handarbeitskur⸗ sen angefertigt sind. Besonders zahlreich aber ist in der Ausstellung das unter der Leitung der Handarbeits⸗ und Zeichenlehrerin Frl. Schmidt stehende Seminar für Hand⸗ arbeitslehrerinnen vertreten. Außer den ausgeführten Ar⸗ beiten selbst wird die Besucherinnen der Ausstellung beson⸗ ders auch die Sammlung von Zeichnungen und Entwürfen nach Objekten aus der Natur interessieren. Wir empfehlen unseren Leserinnen, dem Besuch dieser Ausstellung heute nachmittag ein Stündchen zu widmen. a 5
Die nächste Schwurgerichtssitzung für die Provinz Oberhessen findet am 17. d. J. statt. Vorsitzender ist Landgerichtsrat Strack.
a Landkreis Gießen.
—Großen⸗Buseck, 17. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt der Schulverwalter Valentin Stumpf, Leutnant der Reserve im Inf.-Regt. Nr. 117.
Lich, 17. Aug. Am nächsten Donnerstag wird im hiesigen Sal i 1 85 esa 8. e 5 tags, i 0 riegswirts 1 ein. Main, Verbandes für Volksbildung ein sehr e und billiges Einkoch⸗ und Frischhaltungs verfahren vorgeführt, bei dem jedes gewöhnliche Einmachglas ohne i benützt
werden kann, ebenso eine praktische Vorführung der Kochkiste. Da es gerade in der jetzigen Kriegszeit von besonderer Be⸗ deutung ist, möglichst alle augenblicklich überflüssigen Obst⸗ und Gemüsearten in der billigsten Weise zu späterer Verubun auf⸗ zubewahren, so ist der Besuch der Vorführung zu empfehlen, ebenso aus dem Grunde, daß die Bedeutung der Kochkiste in der Jetztzeit immer noch nicht genügend gewürdigt wird. a Kreis Büdingen. = Büdingen, 17. Aug. Der Kanonier Wilh. Schößler im Feld-Artillerie-Regt, 47, erhielt das Eiserne Kreuz, der Sanitätsgefreite Christ. Schwarz das Hessische Sanitätskreuz, = Rinderbügen. 17. Aug. Auf dem Felde der Ehre fiel der Musketier August Reutzel. Kreis Lauterbach. 28 ? Eichelhain, 17. Aug. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der hiesige Lehrer Julius Sil ß, Leutnant im Landwehr-Inf.⸗Rgt. 116. 5 Kreis Friedberg.
Aug. Primaner Josef sebr. 1898 zu Vußbach ist am 26. Juli 1915 in
8 9025„gefallen. Er war mit 8
Eisernen Kreuz 2. Klasse 1 Im September 1914 l Re chdem er einen 9 Döberitz zum Unter⸗ chon Führich
Hauptmann und Batteriechef der türkischen Armee ere,
nannt. Starkenburg und Rheinhessen. 1 Offenbach, 17. Aug. Der hiesige Fabritant Karl Busse, Mitinhaber der Militäreffektenfabrik Maury& Co., hat dem hiesigen Verein zur Sommerpflegekränklicher Kinder, sowie dem Mainzer Verein für Ferienkolonien die fünsprozentigen Zinsen von 50 000 Mk. deutscher Kriegsanleihe zu⸗ nächst sür die Zeit von 15 Jahren in je gleichen Teilen zugewiesen. h. Neu-Isenburg, 17. Aug. Unweit des hiesigen Bahn⸗ hofs warf sich gestern nachmittag der 17jährige Kaufmannslehrling Heinrich Riß ler aus Frankfurt vor den Darmstädter Personen⸗ zug. Er wurde sosort g et öt et. ö 55 5 Kreis Wetzlar. n. Nauborn, 17. Aug. Unser Gemeindevorsteher erhielt das Kreuz des Allgemeinen Ehrenze Alter von 72 Jahren starb Presbyter Peter Mü


