Ausgabe 
(18.8.1915) 193. Erstes Blatt
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Braunfels, 17. Aug. In der Burgermeist ene zum 1 des Rote. gesa 5 i

waren mit 2150,57 Me. beteiligt. e e 1. 1 Hessen⸗Nasan. a

Marburg, 17. Aug. Als am Sonnt ö 5 Landwirt R. Grau in Heskem, ein Mann Ehe der der Jahre, von einem Gange zurückkehrte, erhielt er am Dorf⸗ Leingange durch einen unglücklichen Schuß eine schwere

Verletzung an der Stirn. Er mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Als Täter kam ein anderer Landwirt in f e e peel einer Unbedachtsamkeit 0 Gewehr, mit dem er si erade z 0

g erte Pane sich gerade zu tun machte,

eefurt a M, 18. Aug. Unter Jorsi 8 Oberbürgermeisters Voigt⸗ Frankfurt a.. N 9 1 mittag im Magistratssitzungssaal eine Versammlung von Ab⸗

aur een pfeufischer, badischer, baperischer und bessischer Stad re

tatt. Die Konferenz, die auf Anregung der Stadt Würzb mr und sehr gut besucht war, beschäftigte sich in er e

Lebensmittelversorgung de ä ä 4 des Krieges. Zur Abstellung der Mißstaude Fecht N 1 sammlung, gemeinsam vorzugehen und jede Uebervor⸗ 0 5 eitens gewissenloser Händler zu verfolgen. Ferner ver⸗ a selte man u. g über den Antrag einer Stadt, die Versamm⸗ ung möge eine Eingabe an die Reichsregierung des Inhalts dichten, daß den Städten die Befugnis erteilt werde, den Ver⸗ brauch der wichtigsten Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände im der Weise zu regeln, wie es bereits seit Monaten mit Brot ö und Mehl geschieht. An den ausgedehnten Verhandlungen, die vertraulichen Charakter tru nahm. ö b K Städte Wiest b gen, nahmen u. a. Vertreter der 1 Städte Wiesbaden, jeßen, Mainz, Darmstadt, Homburg 1 Höchst, Aschaffenburg, Mannheim, Würzburg, Nürnberg, Ludwigs⸗ hafen, Fürth, Hanau, Offenbach und Schweinfurt teil. 4 Frankfurt a. M., 17. Aug. Der Kanonier Arthur Braunschweig vom hiesigen Feld⸗Artillerieregiment 63 wurde mit dem Eisernen reuz erster Klasse ausgezeichnet. 3 en im Oktober 1914 erhielt er das Kreuz zweiter Klasse. Trotz schwerer Verwundungen hielt er tagsüber als Richtkanonier an seinem Geschütz aus und beteiligte sich abends noch am Ein⸗ fangen darchgegangener Pferde. 150 liegt der Tapfere im Laza⸗ rett zu St. Quentin an einer Anzahl erwundungen darnieder: Kopf chuß, Schuß in der Herzgegend, Schuß in den rechten Ober⸗ schenkel, in die linte Halsseite und die linde Schulter. Hier im Lazarett wurde dem Helden das Eiserne Kreuz erster Klasse über⸗ reicht. Braunschweigs Vaterstadt Lüdenscheid sandte ihm ein 3 Weed. n om ester wald, 18. Aug. Jetzt ist auch auf den Höhen des Westerwaldes die Kornernte l N ist damit zufrieden. Der Körnerertrag kann als Mittelernte be⸗ i zeichnet werden, doch ist das Korn dick und hart, so daß es wenig eintrocknen wird. Der Hafer, dessen Schnitt überall eifrig be- trieben wird, ist sehr kurz geblieben. Der Strohertrag wird knapp werden, Zur Abwehr der Futternot haben die Landwirte die Korn- äcker fast alle mit Stoppelrüben besät; dazu läßt die Forstverwaltung zur 92 Jutterreisig für den Winter schneiden.

Aus dem Taunus, 17. August. Wenn die Obsternte vor der Tür steht, werden die obstgesegneten Taunuslande mehr denn je mit rucksackbewehrtenAusflüglern beehrt. Viele Säcke

sind leer, wenn die Inhaber morgens den Zügen entsteigen, dick und prall, oft unförmig geschwollen sind sie, wenn ihre Besitzer 1 abends den Bahnhöfen zustenern. Das veranlaßte Samstag abend die Cronberger Polizei am Bahnhof, einenRuckfackappell abzuhalten, der reichen Erfolg hatte. Denn nicht weniger als 30 Personen hatten ihre Rucksäcke mit O bst gefüllt, eine hatte nebenbei noch 12 Forellen gestohlen. SämtlicheTouristen kamen zur Anzeige. fc. Wiesbaden, 17. Aug. Durch Vermittlung des Deutschen Genesungsheims für Angehörige der österreichisch⸗ungarischen und ottomanischen Armee und Ma⸗ rine, Sitz Wiesbaden, treffen in verschiedenen Badeorten zur Erholung von den Strapazen des Feldzuges Offiziere und Mannschaften ein. In Bad⸗Nauheim werden die ersten 14 Offiziere und 26 Mannschaften der uns verbündeten türki⸗ schen Armee erwartet.

Derr

Gießener Strafkammer.

g 5 th. Gießen, 18. August.

Nach dreiwöchiger Pause verhandelte gestern die Strafkammer

folgende Fälle: 5 ö Wegen Hehlerei und Diebstahls waren angeklagt die Ehefrau D. und der Metzgerlehrling H., beide aus Mücke. Erstere hatte aus den Vorratsräumen ihres Hauseines Metzgermeisters, die Würste und andere Lebens⸗ mittel entwendet und erhielt dafür 3 Monate und 5 Tage 7 sowie drei Tage Haft. Der Strafantrag gegen den Lehrling, den die Frau zum Mundraub angestiftet hatte, wurde zurückgezogen. Ein Vergehen gegen g 380 Str... . unzüchtiger Bilder) trug dem Galanteriewarenhändler p. aus Bad⸗Nauheim eine Geldstrafe von 30 Mk., evtl. sechs Gefängnis ein.

ö Wegen Verfütterns von Roggen 5

ar das Vieh hat das Schöffengericht Butzbach den Landwirt P.

von Ziegenbach zu einer Geldstrafe von 100 Mk., hilfsweise

u 20 onen Gefängnis verurteilt. Der 2 verfolgte

Berufung gegen das Urteil. Es wurde in der Strafkammer⸗

verhandlung erwiesen, daß der Angeklagte Roggenmehl geschrotet und an weine verfüttert hat. Es mußte daher beim ersten Urteil sein Bewenden haben.

Widerstand und Beleidigung gegen den

5 Gerichtsvollzieher.

* Der Landwirt Konrad W. von Bindsachsen liebt es, den Ge⸗ richtsvollzieher, der ihn öfter im Auftrage als Schuldner be⸗ 3 muß, ganz ungemessen zu behandeln, wobei die Ehefrau

ihren Mann kräftig assistiert. Der Beamte hatte eines Tages einen Haftbefehl zur Erzwingung einer Offenbarungseidleistung bei W. zu vollstrecken. Er wurde bei dieser Gelegenheit von

* 1

em Angeklagten nicht nur unflätig beschimpft, sondern auch mit dem Kartoffelstampfer bedroht. Das Schöffengericht Büdingen hat den e wegen Beamtenbelefdigung und Widerstand gegen die atsgewalt mit 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die vom Angeklagten hiergegen eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer kostenfällig verworfen(Forts. folgt.) N Vermischtes. Die billige Landsturqmfrau. Ein zu den Waffen gerufener Landstürmer, der in Eilenburg(Reg.-Bez. Mierseburg) einen Kramhandel betreibt, hat, wie das die Zeitverhältnisse so mit sich bringen, beim Ausrücken ins Feld die Fortführung des Ge- äftes seiner besseren Hälste übertragen. Und es muß gesagt werden, daß sich die Frau ihrer Aufgabe in wahrhaft origineller Weise entledigt. Zunächst hat sie sich in den Inseratenblättern der n Tageszeitungen dem Publikum kurzerhand alsDie andsturmfrau vorgestellt. Eine mit Biederkeit und starkem vaterländischem Gefühl ausgerüstete Natur, die ihre Zeit versteht, setzt die Frau offenbar ihre Ehre darein, einen wohltuenden Gegen⸗ atz zu den in unseren Tagen zu trauriger Berühmtheit gelangten Lebensmittelwucherern zu bilden, d. h., sie ist bestrebt, ihre Ware so wohlseil wie irgend möglich unter die Leute zu bringen. So ent die Wackere auf ihre Weise dem Vaterlande, und sie tut es sogar nicht ohne ein Körnchen Humor. Da liest man beispiels- weise die Anzeige: N 5 Bei der Landsturmfrau 5 kostet 1 Ztr. neue Kartoffeln nur Mk.. Deswegen aber keine Feindschaft! oder: Herunter mit R 3 ge Die Landsturmfrau Ja, ja! das gibts!

Aus Anlaß der letzten großen Siege in Rußland erschien das folgende Inserat:

Warschau und JIwangorod sind gefallen!

Die Zigaretten der Landsturmfrau ebenfalls. Nur an Private, Händler ausgeschlossen.

5 Deswegen aber keinen Haß!

Immer wieder, wenn dieLandsturmfrau ein neues billiges Angebot verkündet, findet sie am Schluß die Worte:Deswegen aber keinen Haß! oderDarum keine Feindschaft nicht, als fühle sie das Bedürfnis, bei ihrer Konkurrenz um Vergebung zu bitten, weil sie dem Drange ihres patriotischen Gemites folgte und so billige Preise in die Welt setzte.

Eine rührende Geschichte. schichte von dem glücklichen Schicksal eines französischen Kriegs- pferdes weiß dieDaily Mail zu erzählen: Ein Bürger aus Lille, der nach Paris geflüchtet war, ging mit seiner kleinen Tochter über einen Boulevard. Da begegnete ihnen ein Trupp im Felddienst untauglich gewordener Pierde, die zur Schlachtbank geführt wurden. Sieh, Vater, rief das kleine Mädchen, auf eine graue Stute zeigend, »das ist unsere Blanchette! Beim Klan dieses Namens wandte das Pferd den Kopf nach dem kleinen Y ädchen, das es als seine einstige Herrin er annte. Der gerührte Liller Bürger kaufte das Pferd, das bei Kriegsausbruch aus seinem Stall eingezogen worden war, um 80 von dem Besitzer des Schlachthauses zurück. Vor der Schlachtung natürlich! Durch ein glückliches Schicksal gerettet wie derDaily Mail-Berichterstatter sich ebenfalls gerührt aus⸗ drückt vermag die graue Stute Blanchette nun ihr Alter in Frieden zu genießen...

Humor der Zeit. Neutralitätswacht in Schweden. Da gehts nicht so stramm, nicht sopreußisch zu, wie wirs gewöhnt sind. Besonders hat Nr. 69 die höchst unkriegerische Angewohn heit, die, morgens lange über die vorgeschriebene Zeit im Bette zu verbleiben. Der Feldwebel weckt ihn, als es wieder einmal recht spät geworden ist und fährt ihn ziemlich barsch an:Will Nr. 69 heut nicht aufstehen? Verwirrt antwortet der Mann:Jawohl, jetzt komme ich wie ein Schuß, Herr Feldwebel. Der Feldwebel geht, aber wer nicht kommt, ist Nr. 69.. Der Feldwebel sucht ihn also noch einmal auß:Wollte Nr. 69 nicht wie ein Schuß kommen?Ja, Herr Feldwebel aber der Schuß hat versagt. Die Gemeinde hat einen neuen Pastor bekommen. Auf dem Wege von der Kirche wird natürlich über seine Persönlichkeit und seine Predigt ein lebhafter Meinungsaustausch gepflogen. Ein be- geisterter Anhänger des neuen Seelenhirten erklärt: 100 muß sagen, unser neuer Pastor taucht tiefer ins Wasser der Wahrheit als irgend einer, den ich predigen gehört habe.Ja, setzt ein Zweiter hinzu,und er bleibt auch länger unten.Ja, und kommt trocken herauf, schließt der Dritte. Der Mann aus Nebraska erzählt:Eines Tages war ich draußen in der Prärie, und wie ich etwa noch so an 50 Km. von Hause entsernt bin, merke ich, daß mir ein surchtbarer Wolkenbruch an kommt, Darauf war ich nicht vorbereitet, also hieß es Fersengeld geben. Ich setzte meinem Pferde die Sporen an und begann in vollem Galopp mit dem Sturm um die Wette zu jagen. Richtig kam ich zu Hause an, ohne daß mich nur ein Tropfen naß gemacht hätte aber mein Hund, der auf der Prärie zehn Meter Vor- sorung vor mir hatte, hat den ganzen Weg schwimmen müssen! InGads Danske Magasin? veröffentlicht Dr. Arthur Christensen eine Reihe scharfgeschliffener Aphorismen von stark satirsscher Haltung, aus denen hier einige mitgeteilt seien: Die französischen Revolulsonsmänner haben die Menschheit gelehrt, was Freiheit ist; sie sehnjtten denen, die anderer Meinung waren als sie selbst, die Köpfe ab. Chauvinismus nennen wir bei den anderen, was bei uns selbst Patriotismus heißt. Aristokratisch nennt man eine Gesellschast, we ein kleinerer geschlossener Kreis die übrigen aus- beutet. Demokratie ist die Gesellschaftssorm, in der jeder, der dazu die Fähigkeit und das hinlänglich geräumige Gewissen besitzt, an der Ausbeutung sich beteiligen kann.

Kriegsehren im Altertum.

Unsere Kenntnis vom Kriegswesen der Alten ist, mit Aus⸗ nahme der Griechen und Römer, ziemlich lückenhaft. Wir stützen unsere Kenntnisse oft nur auf Ausgrabungen.

In der Hauptsache bestand wohl der Lohn der Tapferkeit in. rößerem Anteil an der Beute, und dies war die willkommenste

suszeichnung. Der gemeine Soldat hatte nicht das Recht, auf eigene Faust Beute zu machen. Die gesamte Beute wurde nach der Schlacht zum Feldherrn gebracht, der sie nach Verdienst und Würdigkeit verteilte, nicht ohne sich selbst die besten Stücke gesichert zu haben. Aber selbst Feldherren, die glänzende Siege erfochten hatten, wurden nicht mit Ehrungen überhäuft. Die einzige An⸗ erkennung nach dem Siege bei Marathon für die 10 Feldherren war, daß man ein Gemälde von ihnen anfertigen ließ und öffent⸗ lich aufstellte. Als besondere Ehre wurde Miltiades, der Ober⸗ befehlshaber am Tage der Schlacht, stehend gemalt, während die anderen saßen. Pensionen und Renten an ausgediente und in⸗ valide Soldaten wurden bei den Griechen in reichem Maße gezahlt.

Wesentlich anders war es in Rom. Orden in unserem Sinne gab es nicht, wenn man nicht Hinweise bei den Schriftstellern auf Brustschmuck, den der Heerführer als Auszeichnung verteilte, dafür in Anspruch nehmen will. Die Geschenke bestanden teils in Krän⸗

Einerührende Ge

zen und Kronen, teils in verschiedenen Arten von Waffen(ähnlich,

unseren Ehrensäbeln), Schmuck und Ländereien. An Kronen unter⸗ schied man 7 Arten Die entsprechend benannten wurden für Er⸗ oberung eines Schiffes, einer Mauer, eines Lagers usw. verliehen.

Die angesehendste war die Bürgerkrone für Errettung eines Bür⸗

ers aus Gefahr, und die Belagerungskrone, welche von einer be⸗ agerten Stadt oder einem eingeschlossenen Heere ihrem Befreier verliehen wurde. Die letzteren bestanden aus Eichenlaub bezw. Gras, besaßen also wie unser eisernes Kreuz nur einen ideelen Wert und wollten nur durch ihre Schlichtheit wirken.

Unter den Geschenken behauptete derSpeer ohne Eisen den ersten Platz. Sonstige Auszeichnugen bestanden in den schon oben erwähnten Geschenken, Befreiung von gewissen Diensten und in Gastmählern.

Dieselbe Auszeichnung konnte öfters verliehen werden. So besaß Siccius Deutatus unter anderem 18 Spieße, 25 Brustschilde, 83 Halsketten, 160 Armbänder und 26 Kronen.

Nach einem entscheidenden Siege riefen die Soldaten den sieg⸗ reichen Feldherrn zum Imperator aus. Ihm konnte der Senat den Triumph, der in einem feierlichen Einzug in Rom bestand, gewähren. Weitere Ehrungen waren Dankfeste, Aufstellung von Trophäen. Denksäulen und Beutestücken. l

Büchertisch.

1914 1915. Ein Tagebuch über den Weltkrieg von Prof. Dr. Eduard Engel. Mit Urkunden, Bildnissen, Karten. Band III. Gebunden 5,50 Mk.(Verlag von George Westermann, Braunschweig, Berlin, Hamburg.) Von Professor Eduard Engels großem Geschichtswerk über den Weltkrieg:19141915. Ein Tagebuch(Verlag von George Westermann, Braunschweig) er⸗ scheint soeben der dritte Band:Vom Beginn des Jahres 1915 bis zum Eintritt Italiens in den Krieg(23. Mai 1915). Nach Inhalt und Form hält sich dieser dritte Band des größten und er solgreichsten Buches über den Krieg auf der von Anfang an be tretenen Höhe. Eduard Engel hatte sich vorgesetzt, die Herzens⸗ geschichte des deutschen Krieges zu schreiben, also das Erleben dieser ungeheuersten Umwälzung im Herzen des deutschen Volkes, und das ist ihm bewundernswert gelungen. Bilder- und Karten-

Märkte. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi cht vom 18. Aug. Aucgetrieben waren 703 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 135.00 140.00 Mk., Schlachtgewicht

170.00 175.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

120.00185.,00 Mk., Schlachtgewicht 168.00 172.00 Mek. vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 135.00 140.00 Mk., Schlachtgewicht 170,00175 Mk. volle

3

bis 150 kg Lebendgewicht 135.00 140.00 Mk., Schlachtgewicht 170.00 175.00 Mk. Geschäft rege.

fe. Frankfurt a. M., 18. Aug. Fruchtmarkt. Bei ruhigem Handel, geringem Angebot und kleinem Umsatz notierte man aus- ländische Gerste 72 bis 72,50 Mk., Mais 62 63,00 Wk. Jutter⸗ mittel knapp und sest. Kleie 5252,50 Mk, Leinkuchen 6870 Mk.

le. Frankfurt a. M., 18. Aug. Kartoffelmarkt. Hie⸗ sige Kartoffeln 11,50 bis 12,00 Ml., belgische 10,50 11,00 Mk. frei Frankfurt..

e. Frankfurt a. M., 17. Aug. Auf dem heutigen Heu-

S arkt wa cht s hren. Ke Strohm r rantichts angefah

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Die Wetterlage hat sich seit gestern wenig geändert. Ueber Skandinavien und Jütland ist der Druck zwar etwas gefallen, doch werden wir morgen noch an der Grenze zwischen Hoch und Tief bleiben und mit Fortdauer der bestehenden Witterung zu rechnen haben.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 19. August 1915 Wolkig, trocken, keine Temperaturänderung, nordwestliche Winde.

Letzte Nachrichten

Kowno genommen!

Großes Hauptquartier, 18. Aug.(WTB. Amt⸗ lich.) Die Festung Kowno mit allen Forts und un⸗ zähligem Material, darunter weit mehr als 400 Ge⸗ schütze, ist seit heute nacht in deutschem Besitz. Sie wurde trotz zähester Verteidigung mit stür mender

Hand genommen. 5 Oberste Heeres leitung.

***

Die Balkanwirren. 5

Sofia, 18. Aug. Aus Nisch wird gemeldet: Gestern trafen zahlreiche Deputierte aus der Provinz in Nisch ein. Der Minister⸗ präsident Pasitsch berief eine Versammlung der Parteigenossen, der er den Beschluß der Ententemächte vorlegte, Bulgarien für ein eventuelles Eingreisen in den Krieg territoriale Kompen⸗ sationen n gewähren. Die Ablehnung Griechenlands gegenüber einer Verständigung mit der Entente könne man nicht als endgültig ansehen, vielmehr werde die Entente nötigenfalls mit Gewalt Griechenland zu einer Entscheidung zwingen. Die Vorschläge vom 3. August hätten einen Charakter, daß eine weitere Verschleppung unmöglich sei, da namentlich die Entente zu verstehen gegeben habe, daß die für Bulgarien verlangten Gebietsabtretungen sofort ohne weitere Verzögerung erfolgen müßten. Jede Antwort, die nach einer weiteren Verschleppung aussehen würde, würde als Mißtrauen gegen⸗ über der Entente ausgelegt werden und in diesem Falle werde Serbien für die Zulunft auf seine eigene Kraft angewiesen sein. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man, daß die serbische Antwort nicht so kategorisch sein werde, wie die Griechenlands. Man erwartet hier, sobald Serbien auf die Note geantwortet haben wird, eine neue Note des Vierverbandes. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß die Entente ihre Bemühungen, Bulgarien für sich zu gewinnen, in stärkstem Maße fortsetzen wird, womög⸗ lich durch größere Anstrengungen, um Konstantinopel zu nehmen, um so die großen Niederlagen des Vierverbandes in Frankreich und Polen auszugleichen. Finanzminister Tontsche w erklärte, daß das frieoliche Verhältnis Bulgariens zu den Zentralmächten sich nicht im geringsten geändert habe und

daß es auch durch die neue Note des Vierverbandes in keen

Weise beeinflußt werde. Die Haltung Rumäniens.

Köln, 18. Aug. DerKöln. Ztg. zufolge melden Schweizer Blätter aus Bukarest: Die beiden offiziösen Organe Rumäniens,Independance Roumaine und Vitorul, die in den letzten Tagen eine sehr bedenkliche Schwankung zum Vierverband hatten erkennen lassen, lassen nun wieder in der Beurteilung der Kriegslage im Osten eine andere Stimmung erkennen.Vitorul sagt: Die Russen werden ihr zerschmettertes Heer nicht mehr zusammen⸗ halten können, auch glauben wir wohl selber nicht mehr daran, daß sie die Buglinie mit Brest vermögen. 1

Deutsch⸗bulgarische Interessengemeinschaft. b

Wien, 18. Aug. Der bulgarische Gesandte in Wien hat sich zu dem Korrespondenten des Budapester BlattesVilay geäußert, daß Bulgarien außer dem poli⸗ tischen auch ein wichtiges wirtschaftliches Interesse an

Deutschland und Oesterreich⸗-Ungarn habe, nämlich die

großen wirtschaftlichen Straßen der Zu⸗

kunft, die an der Nordsee beginnen und über Bulgarien

nach Konstantinopel und dann auf der Bagdadbahn zum

indischen Ozean führen. Bulgarien habe keine Lust, dieser Straße fern zu bleiben, die für die Staaten, die sie durch⸗

zieht, Reichtum, Kraft und Blüte bedeute.

Aus Rußland.

Kopenhagen, 18. Aug.Rußkoje Slowo behauptet, daß Ministerpräsident Goremykin in den nächsten Tagen seinen Posten verlassen werde. Die russischen Gesandten in Sofia und Athen sind aufgefordert worden, ihre Abschieds⸗ gesuche einzureichen.

Eine Bitte an Salandra. Bern, 18. Aug. LautCorriere della Paglic richtete

das bürgerliche Hilfskomitee von Bari an den Ministerpräsidenten

Salandra folgendes Telegramm: Das bürgerliche Hilfskomitee von Bari hält es für seine Pflicht, Ew. Exzellenz auf die leb⸗

hafteste Erregung der Bürger aufmerksam zu machen, die dadurch entstanden ist, daß sie fortwährenden Angriffen von feindlichen Fliegern ausgesetzt ist, obgleich man ihr zugesichert hatte,

daß eine Beschießung vom Meere aus sehr unwahrscheinlich sein würde. Das Ereignis von gestern hat die Bevölkerung, beson⸗ ders in der Altstadt, mit lebhafter Besorgnis erfüllt, da sie sich fortwährend ohne jedwede Verteidigung e Gefahren ausgesetzt sieht. Dieses Komitee ist nicht zuständig, Ew..

Exzellenz darauf aufmerksam zu machen, mit welchen Mitteln Küstenstädte zu verteidigen seien, richtet jedoch an Ew. Exzellenz die leb⸗ 5

hafte Bitte, wirksame Maßnahmen ergreifen zu lassen, um größeren Schädigungen vorzubeugen. Die Antwort der Vereinigten Staaten an Deutschland in SachenFrye. Amsterdam, 18. Aug. Reuter meldet aus Washington: Die Antwort der Vereinigten Staaten an Deutschland wegen der

Versenkung des DampfersWilliam P. Frye wird heute

amtlich veröffentlicht. In der Note wird das deutsche Angebot auf Schadenersatz angenommen, der Vorschlag, die strittige Aus⸗ legung des preußisch⸗amerikanischen Vertrages von 1828 einem Schiedsgericht zu unterbreiten, aber abgelehnt.

Unzufriedenheit bei den Grubenarbeitern in Wales.

Rotterdam, 18. Aug. Wie derNieuwe Rotter⸗ damsche Courant aus London erfährt, herrscht unter den Bergarbeitern in Südwales große Unzufrie⸗ denheit, die ihren Grund in der Tatsache hat, daß die Grubenbesitzer die letzthin mit den Bergarbeitern abgeschlosse⸗ nen Vereinbarungen nicht anerkennen wollen, weil diese da⸗ mals nur unter dem Druck der Regierung zustande gekom⸗ men seien. 5s5V2

Das Beste

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zur Zahnpflege

itowsk zu halten

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