Ausgabe 
(10.8.1915) 186. Erstes Blatt
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Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Kamilienblätter; weimal wöchentl. Kreis blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahtnach richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Erstes Blatt 9

5 Dienstag, 10. August 1015

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

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hristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Guter Fortschritt der Kämpfe in Polen. Neue siegreiche Kämpfe der Türken.

TB.) Großes Hauptquartier, 9. August.

118 (Amtlich.)

912 n Kriegsschauplatz.

it Tagesanbruch entwickelte sich ein Gefecht bei

Hooge östlich von Ypern. 5 50

In den Argonnen scheiterten französische Vorstöße.

Gestern wurde bei Dammerkirch und im Schwarzen See, heute früh bei 9 pern, Gondrexange und bei Harboney je ein französisches Flu gzeug durch unsere Kampfflugzeuge abgeschossen. Die letzten beiden Flug⸗ zeuge gehörten einem Geschwader an, das vorher auf die offene, außerhalb des Operationsgebietes liegende Stadt Saarbrücken Bomben warf, natürlich keinerlei mili⸗ tärischen Schaden aurichtete, wohl aber neun friedliche Bür⸗ n 26 schwer und eine größere Anzahl leicht verletzt

5 Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Angriffstruppen von Kow no haben sich näher andie Festung herangeschoben. Es wurden 430 Russen, darunter drei Offiziere, gefangen ge⸗ nommen und acht Maschinengewehre erbeutet.

Auch gegen die Nord⸗ und Westfront von Lomza machten wir unter heftigen Kämpfen Fort⸗ schritte. Drei Offiziere, 1400 Mann wurden zu Ge⸗ fangenen gemacht, 7 Maschinengewehre und ein Panzer auto eingebracht.

Südlich von Lomza wurde die Straße nach O st ro w erreicht und die Straße Ostromw Wyszkow überschrit⸗ ten. Die an einzelnen Stellen noch zäh standhaltenden Russen wurden geworfen.

Nowo⸗Georgiewsk wurde auch im Osten zwi⸗ schen Rarew und Weichsel abgeschlossen.

Gegenüber von Warschau wurde Praga besetzt. Unsere Truppen dringen weiter nach Osten vor. In Warschau wurden einige Tausend Gefangene ge⸗

macht. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Armee des Generalobersten v. Woyrsch über⸗ schritt in der Verfolgung die Straße Garwolin Ryki(nordöstlich von Iwangorod).

Der linke Flügel der Heeresgruppe des Generalfeld⸗ marschalls v. Mackensen drängte die Russen über den Wieyr; zurück. Mitte und rechter Flügel nähern sich der Linie Ostrow HanskUchrus(am Bug).

Oberste Heeresleitung.

***

In der Kriegszeit ist eine völlige Sättigung weder bei den Bedürfnissen des Magens noch denen des! Wissens und

Forschens nach laufenden und kommenden Ereignissen er⸗

.

laubt und durchführbar. Die Berichte unserer Obersten Heeresleitung haben uns indessen noch in keiner Weise ent⸗ täuscht oder gar getäuscht, wie die Engländer, Franzosen und Russen es sich von ihren amtlichen Berichterstattern fast täglich 8 lassen mußten. Darum herrscht bei uns Vertrauen; der Weg führt, das sehen wir alle, auf die Höhe des Sieges, und alle Volkskreise, ausgenommen die We⸗ nigen um denVorwärts, bleiben in der Beurteilung der militärisch⸗politischen Ereignisse guten Mutes. Daß Hin⸗ denburg uns nicht schon jetzt mitteilen kann, ob er zuerst Kowno erobern will eine amtliche russische Darstellung hält die Bewegung an der dortigen Stelle leichtfertiger⸗ weise nur für eine Ablenkungsbemühung oder ob er es

in erster Linie auf Riga, oder die vielgenannten polnischen Ziele abgesehen hat, macht uns nicht unruhig. Es geht über⸗

all voran, das sehen wir auch aus den neuesten Tages⸗

berichten.

Nun scheint es, als ob die alte Frage nach den Kriegs⸗ zielen in vielen Kreisen noch sehr lebendig umgehe. Das wäre wahrhaftig nichts unnatürliches, und ein guter Deut⸗ scher muß sich in seinen Gedanken mit diesen Dingen beschäftigen. Zurückhaltung in der Oeffentlichkeit ist not⸗ wendig und unerläßlich, so viel steht ebenfalls fest. Ganz

im allgemeinen freilich wird das Ausland von selber wissen, daß in so weitverzweigten wichtigen Dingen, wo der eine schärfere und weitblickendere Augen hat als der andere und wo die Neigungen infolge verschiedener Erfahrungen und Vorbildungen sich mitunter seltsam fremd begegnen, nicht alles, was in Deutschland sinnt und denkt, ganz geschlossen und überzeugt hinter der höheren Weisheit der Regierung

herläuft. Freie Meinung bleibt, und es ist nur zu hoffen, daß die leitenden Stellen diese freien Meinungen rechtzeitig ören und ausnutzen. Welche besonderen Ziele der Reichs⸗ nzler bei der Anbahnung des Friedens verfolgen wird, ist ns mit Recht bis heute verschlossen geblieben. Wie voraus⸗ schickt wurde, ist eine Sättigung der Neugierde auf diesem Gebiete noch nicht angängig gewesen. Sonderbarerweise be merkt man heute in einigen Zeitungen Ausführungen, die

gen Auslandspolitik unterhalten soll und angeblich auch ischeiden wird darüber, ob die Partei sich auf den Boden Politik ihres Führers Bassermann stellen will oder nicht. als ob man bis jetzt gehört hätte, wie weite Ziele dieses Herr Bassermann im Auge habe; man unterhält sich

nur grundsätzlich darüber, ob es erlaubt sei, der Regierung gegenüber selbständige Gedanken zu vertreten. Einige Blätter tun dabei freilich so, als ob Bassermann schon jetzt in Mei⸗ nungsverschiedenheiten mit dem Kanzler stände, und schrei ben gutgemeinte, aber doch eben nicht nötige Abwehrepisteln. So lesen wir in der freikonservativenPost: 5

Man sucht dem Volk die Befürchtung beizubringen, daß sein Kriegsziel sich nicht mit den Forderungen decke, die den blutigen und wirtschaftlichen Opfern entsprächen. Dies Raunen, das schon im Herbst v. J. begann, wird allmählich zu einem unerhörten Wagnis. Die Reden des Kanzlers im Reichstage, deren Inhalt sich hinsichtlich des Kriegszieles in dem Aufruf des Kaisers vom 4. August d. J. wiederfindet, tragen den unverkennbaren Cha⸗ ralter positiver Ziele von einer Umschreibung, wie sie besser unter den obwaltenden Verhältnissen, insbesondere nach Maßgabe einer militärisch noch nicht entschiedenenkaum gekennzeichnet wer⸗ den konnte. Es ist bekannt, daß d. private Aeußerungen diese Ziele nicht abgeschwächt wurden. Trotzdem ertönt das alte Lied, wie von einer melancholischen Drehorgel getragen, nach kurzen Unter⸗ brechungen immer wieder. Nur der Leiermann verbirgt sein Haupt. Seine Gesichtszüge sind nicht klar zu erkennen. Sollten etwa die orgelnden Personen ie echseln? Wenigstens kommt man durch das verschiedene Tempo Unkenliedes zu der Ver⸗ mutung, daß auch verschiedene Akt sind. Ueber ein Be⸗ dürfnis zur persönlichen Rechtfertigun, man hinwegkommen; aber etwas anderes ist es, wenn fentliche Meinung über den leitenden Staatsmann irregefi der nächst dem Kaiser an erster Stelle das künftige Wohl ehe Deutschlands in der Hand hat. Denn nach der Rei ng schließt der Kaiser Frieden und der Reichskanzler mt die Verantwortung. Da ist es nicht gleichgültig, ja 1 verhängnisvoll werden, wenn sich im Volk die Befüt tsetzt, seine Wünsche würden nicht genügend vertrDie nicht gestörte Psychose kann soweit wirksam sein, elbst nach günstigem Friedensschluß nicht abgetan ist. er der ganze Spuk?

u Befürchtungen liegt nach d n des Kanzlers kein Anlaß vor. Soll man ande 90 erstellen? Will man etwa in heutiger Zeit einen Kanzlerwechsel? Dagegen wird sich das Volk im großen und ganzen sicher mit aller Energie stemmen! Der Burgfrieden ist ein offenes und stilles Uebereinkommen Aller zur Einigkeit. Soll davon der Kanzler schlossen sein? Wol⸗ len wir etwa französische und englische Zustände nachahmen, oder soll etwa diese stetige Nörgelei andere Ziele für die Zeit nach dem Kriege vorbereiten? Da heißt es doch wohl: Erst einmal ab⸗ warten.

Es ist richtig: man soll abwarten. Aber die exwähnte nationalliberale Parteisitzung wird ganz bestimmt kein Miß⸗ trauensvotum für den Reichskanzler herausbringen. Vor einiger Zeit war es die konservativeDeutsche Tageszei⸗ tung, die für scharfe Aeußerungen gegen die Regierungs- politik amtlich zur Ordnung gerufen worden ist. Wir meinen aber, der Drang nach einer Klärung, nach einem Ein⸗ vernehmen mit der Regierung hat seine Berechtigung. Eine sachgemäße, sich in den gebotenen Grenzen haltende Mitarbeit berufener Organe des deutschen Volkes bei der Neugestaltung der Verhältnisse des Reiches kann nur ge wünscht werden. Ob Herr Bassermann dazu neigt, noch weiter zu gehen und die ihm gesetzten Schranken außer acht zu lassen, bleibt abzuwarten, ebenso wie man dem Kanzler Zeit lassen muß, seine eigenen Absichten in vollem Um fange zu äußern.

tätig

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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 9. Aug.(TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Aug. 1915 mittags.

Russischer Kriegsschauplabz.

Der von der Weichselfront zurückgewiesene Feind wird verfalgt. Oesterreichisch⸗ungarische und deutsche Streitkrüfte haben schon gestern zwischen der Eisenbahn IwangorodLukow und dem Orte G arwolin die große Straße Warschau Lublin in östlicher Richtung überschritten. Das linke Wieprz⸗Ufer und das rechte Weichsel⸗Ufer bei Iwangorod sind vom Gegner gesäubert. Unsere Truppen übersetzten den Wie prz gegen Nordosten und Norden. Die Gefechtsfelder von Lubartow und Miechow wiesen alle Spuren einer eiligen Flucht des Feindes auf. Die Zahl der von der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand gemachten Gefangenen erhöhte sich auf 800 0. Zwischen Wieprz und Bug wird weiter gekämpft. Am Dujestr aufwärts Usciecskow warfen unsere Truppen die Russen an meh⸗ reren Punkten, wobei 1600 Mann gefangen und fünf Maschinengewehre erbeutet wurden.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern stand der Südteil des Plateaus von Doberdo stellenweise unter heftigem Geschützfeuer. Unsere Artillerie antwortete mit Erfolg. Auch in der Gegend von Pla va herrschte erhöhte Artillerietätigkeit. Ein Versuch schwächerer feindlicher Infanterie, in unsere Stellungen bei Zagora einzudringen, mißlang. An der Kärntner Grenze griffen kleinere feindliche Abteilungen an mehreren Punkten erfolglos an. Vor unseren Stellungen auf dem Bladner⸗ Joch ließ der Feind über 100 Tote zurück. Im Tiroler Grenzgebiet wies eine unserer Patrouillen auf der Cresta Bianca(Cristallo-⸗Gebiet) eine feindliche Halbkompagnie ab und brachte ihr hierbei erhebliche Verluste bei, ohne selbst auch nur einen Mann zu verlieren. Westlich Daone, am Lavanech fand in der Nacht zum 8. August ein lebhaftes Feuergefecht statt, an dem jedoch unsererseits keine Truppen beteiligt waren.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

. 8 CCC

Die Uneinnehmbarkeit der Dardanellen.

i. Köln, 10. Aug. DieKöln. Ztg. meldet von der hollän⸗ dischen Grenze:Nieuve Rotterdamsche Courant bringt eine Darstellung der Lage an den Dardanellen aus der Feder seines Konstantinopeler Berichterstatters, der die Lage sehr g.ülnstig für die Türken schildert und schließt: Nach unserer Rückkehr von der Front an den Dardanellen müssen wir bei sachlicher Beurteilung anerkennen, daß es den verbündeten Fein⸗ den nicht gelingen wird, diese Stellungen zu überwältigen, und daß sie sich niemals durch die Stellungen den Weg nach Konstantinopel zu bahnen vermögen werden.

Einzelheiten über die Räumung von Warschau.

Rotterdam, 9. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Rotterdamsche Courant veröffentlichen dieTimes eine Mel⸗ dung des Korrespondenten derChicago Daily News die von diesem am 1. August von Stockholm aus abgesandt worden ist. Sie enthält noch folgende Einzelheiten über die Räumung von Warschau:

Die Stadtteile wurden kurzerhand geräumt. Die Besitzer erhielten die Erlaubnis, was sie von ihrem Eigentum in Sicher⸗ heit bringen konnten, unentgeltlich nach Osten zu verfrachten. Tag und Nacht hörte man die Explosionen von den Sprengungen der

Fabrikeinrichtungen. Jedes Bruchstück der gesprengten Maschinen

wurde mit der Bahn verladen. Tag und Nacht gingen lange Wagenkolonnen nach Osten. Die Soldaten waren da⸗ mit beschäftigt, die kupfernen Telegraphendrähte her⸗ unterzuholen. Alles Kirchengerät wurde nach Rußland gebracht. Das auf den Feldern stehende Getreide wurde vernichtet, die Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Rings um Warschau wurden Feldverschanzungen ausgehoben. Den Bewoh⸗ nern der Vorstädte wurde befohlen, sich zur Stadt zu begeben Keine Zivilperson durfte weiter als hach Brest Litowsk reisen. Mit der Räumung der Städte zwischen Weichsel und Bug wurden begonnen. Die Leute bekamen in der letzten Zeit für Papiergeld kein Brot mehr. Die deutschfreundlichen

Polen hatten eine Liste von russenfreundlichen Polen aufgestellt, 2

um diese den Deutschen bei ihrem Einzug zu übergeben. Infolge⸗ dessen sind viele russenfreundliche Polen geflüchtet. Die Polizei hat fünf deutschfreundliche Polen, die vor der Wohnung eines Russen⸗ freundes eine Kundgebung veranstalteten, kurzerhand erschossen. Mehr als 5000 verwundete Soldaten sind zu⸗ rückgelassen worden.

Amsterdam, 9. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung desHandelsblad aus London bringt die Times eine Depesche des Korrespondenten derChicago Daily News bei dem russischen Heere über die Räumung von Warschau. Diese begann am 15. Juli. Die Polizei suchte jedes Haus auf und forderte die Stadtverwaltung zum Bereitstellen von Frachtwagen auf. 35 000 Personen, dar⸗ unter halbe Ghettos, zogen ostwärts, ungefähr ebenso viel⸗ Bewohner aus der Umgebung kamen dafür in die Stadt. In Warschau sind 10 000 Familien zugrunde ge⸗ richtet. Der Korrespondent kennt vier Fälle von Leuten, die in den letzten Monaten 200 000 Pfund besaßen und jetzt bettelarm sind. Alles, was an Metall in der Stadt war, wurde entweder nach Osten geschafft oder zerstört. Es ist sicher nicht mehr als eine Tonne Kupfer zurückgeblieben. Die schweren Bronzeglocken der Kirchen wurden weggeführt. Seit dem 21. Juli waren alle Fahrzeuge über die Weichsel gebracht worden; 20000 Fuhrwerke fuhren quer durch Rußland nach Moskau. Die Lebensmittel waren in den letzten Monaten ungefähr zehnmal teurer als sonst. Die Wasserleitung arbeitet nicht mehr, weil die Maschinen nach Rußland gebracht worden sind.

Die Polen und der Fall von Warschau.

Wien, 10. Aug. Der Polenklub hielt im Abge⸗ ordnetenhause eine Festsitzung anläßlich der Eroberung Warschaus ab, an der zahlreiche Klubmitglieder teilnahmen. Der Obmann des Polenklubs, Bilinski, feierte die herrlichen Waffentaten der verbündeten Armeen, die zur Eroberung Warschaus und zur Befreiung Polens führten.

Die Deutschen vor Wilna. Rotterdam, 10. August. Nach demDaily Expreß ha⸗ ben fünf deutsche Armeekorps den Angriff auf Wilna unternom⸗ men, wo die Russen von drei Seiten umzingelt zu sein scheinen.

Auch bei Kowno entwickeln sich bereits Gefechte.

Die Besetzung von Praga.

Berlin, 10. Aug. Ueber die Kämpfe am Weichsel⸗ ufer wird demBerliner Lokalanzeiger zufolge dem BukaresterAz Est aus Warschau berichtet: Als die Russen vom rechten Ufer der Weichsel aus der Vorstadt Praga ihr Feuer gegen Warschau richteten, entwickelte sich ein regelrechtes dauerndes Schießen, bald spärlich, bald mit größerer Heftigkeit, und die Kugeln verirrten sich häufig in das Innere der Stadt. Inzwischen bauten die deutschen Infanteristen kaltblütig ihre Deckungen aus und besetzten die zur Erwiderung des Feuers geeigneten Gärten und Häuser an der Weichsel. Spät nachmittags gaben auch einige Batterien Schüsse ab. Bei Morgengrauen begann nördlich der gesprengten Weichselbrücke der Uebergang