gebäude derselben von einer Gruppe unserer Torpedofahr⸗ zeuge durch Geschützfeuer zerstört und der Gittermast um⸗ . gelegt. Hieran anschließend wurde zur Feststellung der Zahl 9 der feindlichen Besatzungen ein kleines Landungsdetachement Aunserer Torpedofahrzeuge zu einer scharfen Rekognos⸗ zierung auf das Eiland gesandt. Dieses drang ungeachtet des heftigen Widerstandes über einen feindlichen Schützen⸗ graben bis zu den stark besetzten betonierten Verteidigungs⸗ anlagen der Italiener vor und brachte diesen, unterstützt durch das Artilleriefeuer aus unseren Fahrzeugen, bedeu⸗ tende Berluste bei. So fiel u. a. der Kommandant der italienischen Besatzung und ein zweiter Offizier. Nach der erfolgreichen Rekognoszierung kehrte unser Detachement trotz der großen Uebermacht des Gegners ohne erhebliche Berluste wieder auf die Fahrzeuge zurück. Feindliche Unter⸗ seeboote lancierten vergebens mehrere Torpedos gegen unsere Einheiten. N Flottenkommando.
Wien, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 30. Juli, 8 Uhr abends. Unsere Kaval⸗ lerie ist heute kurz nach Mittag in Lublin eingerückt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Englische Stimmen über die Lage im Osten. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der„Times“ nennt den deutschen Feldzugsplan gegen Ruffland ein hervorragendes Meisterstück der Kriegsstrategie, einen Einschließungsplan nach dem Muster der Einschließung der Russen durch die Japaner bei Mukden. Wenn eine nördlich des Riemen in der Richtung der Entscheidung sich nähernde Armee nicht kräftig und schnell abgewehrt wird, wird sie nach Wilna zu a marschieren trachten und sich dort quer vor die Rückzugswege der Russen stellen. Das sei das gefährlichste Manöver, das seit Kriegs- beginn gegen Rußland unternommen worden sei. 5 London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Petersburger Korrespondenten Londoner Blätter bestätigen, daß Ruß⸗ land am Vorabend der Entsscheidung stehe, wenn diese nicht schon gefallen sei. Alle stimmen in der Annahme überein, daß Warschau unmittelbar vor dem Falle stehe. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die„Times“ meldet aus War- schau vom 25. Juli: Die heutigen Nachrichten sind unbe⸗ friedigend. Wie verlautet, haben die Deutschen den Narew u überschritten und sich auch im Süden ein⸗ . 7 Der Feind ist nicht sehr weit entfernt. Man sieht den Zeuerschein brennender Dörfer. Selbst Optimisten sind der Ansicht, daß die Räumung Warschaus nur mehr eine Frage von Tagen ist. Zu betonen ist, daß die Russen aus ihren Stellungen nicht vertrieben werden können, sondern ssich lieber zurückziehen, als daß sie eine Schlacht— auf die sie ungenügend vorbereitet sind, so daß eine Nieder⸗ lage entstehen könnte. Man glaubt nicht, daß es in der Nachbarschaft Warschaus zu Kämpfen kommt. Wahrschein⸗ lich werden zwischen chau und der neuen Front nur Rückzu fechte stattfinden. Das Postamt wurde heute geschlossen. Die Beamten haben die Stadt verlassen. London, 31. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Peters⸗ burger Korrespondent der„Morning Post“ weist darauf hin, daß Rußland beschlossen habe, die Warschauer Be⸗ festigungen und die Weichsellinie zu räumen und zu verhindern, daß die Deutschen die russische Front diaurchbrechen. Diese Taktik findet die Billigung der Verbündeten, da die letztere Möglichkeit alle anderen erwägungen in den Hintergrund drücke. 8 1 8 1
Die Kriegslage an den Dardanellen. Konstantinopel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der „ Kaukasusfront dauert die Verfolgung des Feindes auf unserm rechten Flügel fort. An der Dard anellenfront am 29. bald schwaches, bald heftigeres Artillerie- und Infan⸗ terieseuer auf beiden Seiten. Unsere Artillerie traf ein Flug⸗ zeugmutterschiff vor Ari⸗Burnu und nötigte es, sich zurückzuziehen. Sie bewirkte ferner eine von Explosionen gefolgte Feuersbrunst hinter den feindlichen Schützengräben ber Sedd⸗ül⸗ Bahr. Unsere anatolischen Batterien be⸗
schossen die feindlichen Truppen in der Gegend von Tekke K
Burnu.
„Kristiania, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der mili⸗ tärische Berichterstatter don„Morgenbladet“ schreibt über die Kriegslage an den Dardanellen: it dem großen Angriff der Alliierten vom 4. bis 6. Juni fanden offenbar nur bedeutungslose örtliche Gesechte und tägliche Beschießungen statt,
1 ohne daß die Alliierten die geringsten Fortschritte gemacht haben. Offenbar aber beschossen die türkischen anatolischen Batterien die feindlichen Stellungen mit guter Wirkung, obwohl weder die englischen noch die französischen Berichte davon meldeten. Da aber die Kriegsschiffe der Alliierten in letzter Zeit diese Batterien aus weiter Entfernung beschossen, müsse deren Feuer doch lästig 5 3 sein. Bei Tabatepe, wo Australier und Neuseeländer kämpften, sei überhaupt kein Fortschritt zu verzeichnen. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr sei der äußerste Punkt, den die dort kämpfen⸗ den britischen und französischen Kolonialtruppen erreichten, nur fünf Kilometer von der ursprünglichen Landungsstelle ent⸗ fernt. Nach dem, was As quith selbst* habe, hätten diese fünf Kilometer den Briten 45 000 un gekostet, also jeder Kilometer 10000 Mann, oder zehn Tote, Verwundete und Gefangene auf den laufenden Meter, anders ausgedrückt gegen 600 un täglich während voller drei Monate. Hierzu rechne man alle untergegangenen und beschädigten Kriegsschiffe, sowie die französischen Verluste, die nicht bekannt gegeben worden sind. Es werde klar, daß die Alliierten sich auf ein äußerst kostspieliges Experiment eingelassen hätten. 2 1 2 Die Beschießung von Reims. Berlin, 31. Juli. Nach Pariser Meldungen wurde 5 Reims am Montag den ganzen Tag mit 10- und 15⸗Ztm.⸗ Granaten und Brandbomben heftig beschossen. Im ganzen wurden 600 Geschosse gezählt. In der Stadt ent⸗ standen viele Brände; qich die Kathedrale soll mehr⸗ mals getroffen worden sein. Die Beschießung der Stadt wurde am Mittwoch und Donnerstag mit geringerer Hef⸗ tigkeit fortgesetzt. In der Nacht zum Freitag war das Bombardement wieder furchtbar. Eine große Anzahl Men⸗ schen wurde getötet und ungefähr 300 Häuser wurden zerstört. Maßregelung der„bloßgestellten“ belgischen Diplomaten?
Berlin, 31. Juli. Wie die Morgenblätter wissen wollen, verlautet, daß die Demission des belgischen Gesandten in Paris, Baron Guilleaume bevor- stehe wegen der in der„Norddeutschen Allgemei⸗ nen Zeitung“ veröffentlichten Depesche vom 16. Januar
„2
3 * J ö
*
und Delcassé auf König Albert eingewirkt, die Entlassung des Gesandten einem späteren Zeitpunkt vorzubehalten. Die Belgier soden erneut bluten.
Paris, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet: Die belgische und französische Regierung haben ein Abkommen getroffen, nach welchem alle Belgier bis zu 36 Jahren, die der Militärpflicht nicht nachkamen, in Frankreich von der Polizei aufgesucht und zwangsweise den belgischen Militärbehörden zugeführt werden sollen. Die Bestimmung war bisher nur für Belgier bis zu 25 Jah⸗ ren in Kraft.
Aus der französischen Kammer.
Lyon, 30 Juli(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Républicain“ meldet aus Paris: Die Kammer hat gestern einen Gesetzes⸗ antrag angenommen auf Erhöhung des Ausgabebetra⸗ ges der Staatsschatzscheine für die Landesverteidigung auf sieben Milliarden.— Die Kammer trat sodann in die Debatte über einen Antrag gegen den Alkoholismus ein. Auf Antrag des Abgeordneten Barthe wurde eine Bestimmung an⸗ genommen, wonach Personen, welche wegen Trunkenheit wieder⸗
aberkannt wird. Das Haus vertagte sich sodann zur weiteren De⸗ batte auf Freitag.
Paris, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Temps“ hat der Ministerpräsident Vivian i den Abgeordneten aller Kam⸗ mergruppen erklärt, die Regierung sei entschlossen, die parla⸗ mentarische Kontrolle soweit als möglich zu erweitern. Die Regierung behalte sich jedoch das Recht vor, eine vermittelnde Rolle zwischen den Zivilbehörden und den Militärbehörden einer⸗ seits und den parlamentarischen Abordnungen andererseits durch- zuführen. Kriegsminister Millerand hatte eine Besprechung mit dem hygienischen Ausschuß, in deren Verlauf er erklärte, den
terungen gewährt werden, um die Organisation und das Funktio⸗ nieren aller Zweige des Sanitätsdienstes an der Front, in der Etappenzone und in der inneren Zone zu beaufsichtigen und einer Prüfung zu unterziehen. Da hiermit der Zwist zwischen Millerand und diesem Ausschuß beigelegt ist, wird der Ausschuß von einer Erörterung in der Kammer absehen. Ferner wird den Deputierten gestattet, bei Vorzeigen einer Ausweiskarte sich frei an allen Punkten der Armeezone, mit Ausnahme der Etappen⸗ und Militär⸗ zone zu bewegen. General Porro.
Basel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) General Porro, bisher Unterchef im italienischen Generalstabe, soll den„Basler Nachrichten“ zufolge mit der Leitung einer besonderen Armee betraut werden, die jedoch nicht nach den Dardanellen gehen werde.
8
Feindlische Flieger über Freiburg. Berlin, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Heute früh 6 Uhr erschienen drei feindliche Flieger von Süd⸗ westen kommend, über Freiburg. Sie warfen sieben Bomben, durch die eine Zivilperson getötet und sechs, zum Teil schwer, verwundet wurden. Der militärische und sonstige Sachschaden ist nicht erheblich.
Der Arzt des Sultans.
Konstantinopel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Prof. Israel ist gestern morgen nach Bukarest abgereist. Er erhielt den Großlordon des Osmanie-Ordens und zahl⸗ reiche andere 3 ungen von den Mitgliedern des kaiserlichen Hauses als Beweis der Dankbarkeit für die erfolgreiche Anwendung der höchsten ärztlichen Kunst und 0 der Befriedigung über die völlige Genesung des ultans. Ein rumänisches Blatt über den bisherigen Verlauf des Krieges. Vukarest, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich)„Universul“ schreibt in einem Leitartikel unter dem Titel:„Betrachtungen über den bisherigen Verlauf des Krieges“:. Die größte Ueberraschung, die uns der Krieg brachte, liegt bei den Zentralmächten und Rußland. Als es bei Beginn Kriege infolge der eduardischen Einkreisungspolitik Kriegserklä⸗ rungen regnete, sagten sich selbst die eingefleischtesten Anhänger der Zentralmächte, daß diese verloren seien. Wie mächtig der deutsche Militarismus immer sein mag, wie tapfer die Armeen der beiden. Reiche auch kämpfen mögen, so würden sie, glaubte man, mir Ach⸗ tungserfolge davontragen und schließlich zugrundegehen. m ampfe gegen die ganze Welt würden sie wohl einige Wo widerstehen, bis ihre Kraft gebrochen sei. Die größten Erwar⸗ tungen knüpften sich in dieser Beziehung an die Millionenheere Rußlands, indessen sind in diesem Kriege alle nungen über den Haufen geworfen worden. Wir sahen, daß die Deutschen trotz des Kampfes auf beiden Fronten, in Feindesland eindrangen und bedeutende Siege davontrugen. Mit Ueberraschung sehen wir, daß Oesterreicher und Ungarn, deren Kraft gebrochen schien, in Verbrüderung mit den Deutschen heute die Russen auf der Flucht in Feindesland verfolgen, mit einem Worte: Die Be⸗ rechnungen, die zu Beginn des Krieges aufgestellt wurden, ha⸗ ben fehlgeschlagen. Die Bilanz schließt mit einem bedeuten⸗ den Gewinn für die Zentralmächte, und einem großen Defizit für den Vierverband. Die nächste Schlußfolge⸗ rung ist, daß wir, sowie der Vierverband die Kräfte der Zentral⸗ mächte unterschätzten und zwar nicht nur die rein militltrischen, son⸗ dern auch ihre ganze Organisation auf allen Gebieten. Deutschland und Amerika.
ürich, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ meldet aus dem Haag: Die Diplomaten aller Kreise sind nach wie vor sest überzeugt, daß es zu keinem diplomatischen Bruch zwischen Deutschland und Amerika, noch weniger zu einem Kriege kommen werde.
Wie die Mexikaner die amerikanische Flagge respektieren.
Washington, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Die Mexikaner hielten bei Puebla ein Auto an, das unter dem S der ame⸗ rikanischen Flagge diplomatische Schriftstücke weg⸗ führte. Die Flagge wurde entfernt und zu Boden getreten. Zwei Spanier wurden aus dem Auto geholt und zum Tode verurteilt; ein Amerikaner wurde später in Freiheit gesetzt.
ö* 5
der Seekrieg.
Kopenhagen, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Das Ritzausche Bureau meldet: Es ist jetzt festgestellt, daß das Unterseeboot, welches den deutschen Fischdampfer „Senator von Beerenberg“ torpedierte, ein eng⸗ lisches war. Es rettete 16 Mann, von denen es zwei urückbehielt, während es die übrigen an Bord des Feuer⸗ baue Hornrew bringen ließ. Ein anderer deutscher Fisch⸗ mpfer, der zehn Mann des„Senator von Beerenberg“ rettete, darunter zwei Leichtverwundete, lieferte sie gleich⸗ — das Feuerschiff ab. Zwei oder drei Mann sind er⸗ trunken. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Buxeaus. Der belgische Dampfer Prinzeß Marie José“ wurde torpediert und ist gesunken. Vier
1914. Wie der Berliner„Lokalanz.“ erfährt, haben Poincaré
0
Mann der Besatzung sind umgekommen, 21 wurden gerettet.
1
holt bestraft wurden, die Ausübung ihrer politischen Ehrenrechte Im
Abgeordneten des Hygieneausschusses würden künftig alle Erleich⸗] T
London, 30. Juli. Nichtamtlf des Reuterschen Bureaus. englische Fische zeug„Joung Perey“ ist von einem deutschen U-Boot 1 versenkt worden. Die Besatzung wurde gela
..
Aus dem englischen unterhaufsfe.
London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus vom 28. Juli. Lord Robert Cecil sagte auf eine 1 1 der Berliner Vertrag sehe vor, daß kriegführende Mächte, die Gebiete in der Freihandelszone von Afrika besitzen, mit Zustimmung der anderen kriegführenden Mächte diese Besitzungen für die Kri dauer neutralisieren könnten. Der trag legt jedoch keiner Macht eine bindende Verpflichtung auf, diesen Weg einzuschlagen. Die Frage, ob die Gebiete der heutigen Kriegführenden als freie Handelsgebiete in Afrika neutralisiert werden sollten, wurde An⸗ fang August 1914 sorgfältig erwogen. Aber die Ereignisse, die in den ersten zehn Kriegstagen in Afrika eingetreten seien, machten ein solches Vorgehen unmöglich. Chamberlain sagte auf eine Frage: Außer der Strafexpedition in Ober⸗Birma im Januar waren seit Beginn des Krieges dreimal derartige Kämpfe nötig. Januar wurde das Fort Spina Khaisora von den Khostwals Ju te die in ihr Stammesgebiet e wurden. Im März unternahm eine beträchtliche Streitmacht Zadrans einen Einfall in englisches Gebiet. Sie wurde bei Miramfhah angegrif⸗ fen und mit schweren Verlusten zurückgetrieben. Unsere Verluste waren leicht. Im April fielen etwa 4000 Mohmads bei Shab Kadr ein. Sie wurden angegriffen; der Feind zog sich zurück und 8 sich jenseits der Grenze. Unsere Verluste waren etwa
ann.
Nachdem Asquith seine Rede, über welche bereits berichtet wurde, gehalten hatte, führte Sir Henry Dalziel aus: Asquith erachte die Lage in Flandern und Frankreich als völlig befriedigend. ver Redner sei darüber ein wenig erstaunt. Er hätte im Sommer einen großen Vormarsch erwartet. 15 Nutz ätten alle freudig be⸗ grüßt, wenn er stattgefunden hätte, als die Hilfe der Alli⸗ jerten am notwendigsten brauchte, so wie es auch seinerseits den Alliierten in den ersten Zeiten des Krieges gehoß habe. Er er⸗ warte von der 1 Versicherung, daß die gegenwärti Lage in Frankreich von Lieferung von Munition ganz un hängig sei. Was die Dardanellen betreffe, so sei es bemer⸗ gehe Ai ng erben has Ben e e amtliche Mitteilung erhalten. Asqui sagen, we ö die Alliierten dem Feind solange vor der Landung durch den Flot⸗ tenangriff ihre Absicht kundgetan haben. Asquith scheine zu glau⸗ ben, daß das Haus schweigen solle wie in den neun Monaten vor der Bildung der Koalition, Dies sei jetzt unmöglich, weil das Kabinett nicht das Vertrauen wie früher besitze
Es sei unverständlich, daß die Regierung über den von Deutsch⸗ land beabsichtigten Angriff nicht besser unterrichtet gewefen fei, daß Haldane nicht wenigstens vorbereitende Schritte zur i rung der Waffenindustrie getan habe, und ebenso unverständlich sei, daß die Regierung nicht schon im Oktober die Industrien mobili⸗ siert habe, Der Munitionsminister habe im Juni gesagt, daß, wenn die Armee völlig ausgerüstet gewesen wäre, jetzt am Rhein
ekämpft würde und das Ende des Krieges in Aussicht stünde.
er Redner wünschte zu wissen, ob die dafür verantwortlichen Be⸗ amten entlassen worden seien, ferner, ob Lloyd George mit den ihm gesetzlich, W Vollmachten völlig zufrieden sei und ob es wahr sei. daß Sir Percy Gircuard nicht mehr dem Munitions⸗ ministerium angehört. Der Kriegssekretär habe vor Monaten ange⸗ kündigt, daß die Armee mit Chlorgas zur 9 5 den Feind versorgt werden solle. Der Redner fragte nun, was die Ursache dieser außerordentlichen Verzögerung sei. Die Armee ver⸗ stehe nicht, weshalb die versprochenen Lieferungen nicht einträfen. Eine der Ursachen sei angeblich, daß das Kriegsamt und andere Aemter versagten. Sechs Wochen nach der Erteilung des 2 sei es nötig gewesen, alle bedeutenden Firmen des Landes, di Gas herstellen konnten, telegraphisch nach London zu berufen. Der Redner verlangte hierüber eine—— Erkl' und be⸗ merkte weiter, große Fragen der Erörterung des
irrten, so die Preissteigerung der Lebensmittel, die
erschwendung in den Regierungsämtern, die Verschiebung der Be⸗ schlußfassung über das Penstonsgesetz durch das Oberhaus und die Frage der Erklärung von Baumwolle als Bannware. Dalziel beantragte daher, daß das Haus sich auf nicht länger als wie vier Wochen vertage.
Sir Arthur Martha m sagte, Asguith habe in Neptastl bestimmt versichert, die Tätigkeit des Heeres werde durch den Mangel an Munition nicht beeinträchtigt. Dies sei unrichtig ge⸗ wesen. Die ganze Offensive in Frankreich sei einfach deshalb niedergebrochen, weil die Regierung vom Oktober bis zum Fe⸗ bruar keine Munition bestellt habe. Man hätte die unfähigen Beamten des Kriegsamts entlassen sollen; die Dummheit des Kriegsamtes sei grenzenlos. Der Redner griff sodann das Feldzeugamt an und unterstützte den Antrag Dalziels. Er schloß, das Unterhaus folge blindlings allem, was Asquith sage, trotz der Tatsache, daß das Kriegsamt verantwortlich für die beklagenswerte Lage sei, in welcher England sich jetzt befinde.
Henry Craig(Unionist) sprach in demselben Sinne und sagte: Wir wollen nicht eine parlamentarische Regierung, dre nur für gutes Wetter taugt und bei stürmischem Wetter aus⸗
chaltet werden muß. Das Parlament kann die Achtung und
s Vertrauen des Landes nicht besitzen, wenn es in einer solchen Krisis für lange Zeit ausgeschaltet wird. Man kann für die nächsten sieben Wochen mit Sicherheit prophe⸗ zeien, daß Ereignisse von der einschneidend⸗ sten Bedeutung die die Welt je erlebt hat ein⸗ treten werden. Wenn dann das Parlament plötzlich einberufen wird, so ist es der beste Weg, eine Panik im ganzen Lande zu erzeugen. 8
Hodge sagte die Arbeiterpartei werde nur deswegen nicht für den 9 ag Dalziels stimmen, damit es nicht so aussähe, Na
als ob Regierung den Befehlen der Northelifspresse ge⸗ folgt sei. Nachdem noch mehrere Unionisten und Liberale gegen zu lange Su eden 8 Fanrg warnte Bonar Law das Haus vor einer falschen Kritik und sagte: Wenn man nicht bereit ist, eine andere Regierung an die Stelle der gegenwärtigen zu„ so soll man nicht eine Kritik üben, die sie so im Ansehen etzt; daß sie in der Kriegführung geschwächt wird.
Eine Abstimmung über den Antrag Dalziels fand nicht statt. Lloyd George sagte: Die Zeit ist keineswegs da 1 ale Eendeng Keaghen des Gescheg Fee een ge ae volle Erklärung eben. i ganz neuen Beamtenstab, darunter mindestens 90 Männer mit einer erstklassigen Geschäftserfahrung. Die Aufgabe war erstens, die bestehenden l e und zweitens neue Bezugsquellen zu eröffnen. Die Liefer. blieben fast sämt⸗ lich bedauerlich hinter der Lieferungsfrist infolge des Mangels an Maschinen und Arbeitern zurück, außerdem wurden etwa d Viertel der Maschinen nicht mit voller Kraft ausgenutzt, nur ein Fünftel arbeiteten 8. Die angeworbene Munitions⸗ armee beträgt 20 000 Mehrere Tausend gelernte Ar⸗ beiter wurden ferner vom Heere beurlaubt. Eine besondere Schwie⸗ rigkeit bilden die Maßnahmen der Gewerkschaften. Die Arbeiter könnten sicher 25 Prozent mehr leisten, wenn sie mit voller Kraft arbeiteten. Die Kupferschmiede sind gegenwärtig ausständig, dies ist ein beklagenswerter Zustand Lloyd George schloß seine Rede, indem er die Intriganten aufforderte, Hände und Zungen vom Munitionsminister fernzuhalten.
Die Arbeiterparteiler Hodge und Goldstone wider⸗ sprachen den Ausführungen Lloyd Georges über die Gewerkschaften Die Liberalen Guest und Wedgwood traten für die all⸗
ine Wehrpflicht ein. Williams(liberal) sagte: Der Wal⸗ Fer Ausstand war schlimm, aber er zeigte, daß die Nation keinen Staatszwang will. be ennant meinte, es sei sehr zwei haft,. militärische Lage anders sein würde, wenn
nd ößere
die Wehr 4 2 Nationalist) erklärte, di
. chrpfüch würde aur n größt
reif, um
Armer sandt hätte. Man misse ab⸗ pflicht* werden age, bre 1


