Sietzener Anzel erschernt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter;
weimal wöchentl. Kreis⸗
latt für den Kreis Gießen
(Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschluͤsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. me von Anzeigen
für die Tagesnummer
Wunderbar find wir gestellt worden. Die alte We und Woge am 1. einer schnellen, stürmis Anker lösten und hinausf alle nicht kannten. Ein J. unsere Fahrt ist noch nicht z fernen Umrissen unser Ziel, vorübereilenden Wolken ver dem Tag, da wir wieder haben werden, da wir nicht kennen, sondern auch in sei verlieren können. Wir dürfen
iedes, keine geräuschvolle E Hafen des Fri 1 4 so fehlte uns noch
chaulichkeit.
Bunt gemischt lie Kriegsjahres vor un Stimmen der kämpfenden Völker erstickend ist noch die Atmosphäre Weltkrieges. Wir wollen nicht aufzählen, gewonnen haben, über welche Angriffe wir triumphieren durften, wieviel Schiff und welche bitteren Enttäuschungen un Denn noch sind wir nicht am Ende! Di Künstlerin, sie wird die heute noch in vi übersehbaren Gemälde vollenden, umr Gemüter damit erschüttern, Abstand gewonnen haben. Di
Erinnerung an das
in diesen unge
tung gilt, wir mit
Und dieser freudige nationale Geist erfüllt den heutigen Crinnerungstag, dringt aus allen aus Schützengräben und Marschkolon höchsten Reichsstellen, die unsere Die vereinzelten internationalen Bernstein, Kautsky, Liebknecht, bemühen krutierungen in ihrem Sinne zu vera kommt der neue stolze und tatenfrohe Geltung als in dem deutsch-amerikanischen Taktik der U-Boote. Da schaftlicher Wille bemer Forderungen des Präsid Ablehnung zu beantwo rechnung mit England, dem schuldigsten all ist jedem Deutschen eine eiserne Notwendig
Wir haben in die erlitten. Aber Trauer und We wurden überströmt von der
Wahrheit hat an der Seite Deu
angetreten.
Für uns ist der Jahresta
gegenüber keine beneidenswe vielleicht demnächst Hindenburg de aller Reußen nennen.
., Die Ermahnung Volker und ihre Führer,
* n
165. Jahrgang
ner An
General⸗Anzeiger für O
bis vormittags 9 Uhr. Kotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗
2 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— vierteln; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt-
7 schriftleiter: Aug. Goetz.
und steindrucerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulftr. 7. Bet, fannt
Eine Jahreswende!
wischen zwei Welten hinein⸗ t verklang, als Sturmgebraus August 1914 das Deut Fahrt übergaben, al egelten in eine Fremde, die wir ist drüber hingegangen, und u Ende. Wohl sehen wir in dann aber ist es wieder von. fehnen uns nach nter den Füßen nur des neuen Landes Buchten de inneren Täler uns friedlich heute, am Jahrestag des Ab- Feier rüsten. Denn wir sind ch fern, und wären wir auch auf eine lange Zeit die Be⸗
bruchs veröffentlich scheint man aus i erster Linie an di die Schuld am K
t wurde(siehe 2. Blatt!), wendet sich, das hrem Wortlaut entnehmen zu sollen, in e Feinde der Zentralmächte. Diese haben riege und damit auch die suchung der Landstrecken, auf 0 ten abspielen. Vom rein men ist der päpstliche Brief eine erschü piegelt das Empfinden wider. Menschen bei der schrecklichen To Herzen trugen, ohne daß es in ih zu ändern. Wir fürchten, wird den Verlau nicht aufhalten o päpstliche Ermahnung etwa die v Paris, Petersburg und Rom
frevelhaft das nu Sache sei. Die it liche Mahnung in einer unhö e N iber den 12 ern nüber ein größeres Re We, etwa in Deutschlan Tat„noch nicht“
Verantwortung denen sich die schlichen Standpunkt aus tternde Kundgebung; er das Millionen fühlender desernte bisher immer im rer Macht stand, die Dinge ingreifen des Papstes n Auseinandersetzung Es sei denn, daß durch die erantwortlichen Männer in sich belehren ließen, wie reiten für ihre verlorene Presse bespricht die päpst⸗ flichen und abweisenden rwiegend latholischen Län⸗ cht, seinen Rat geltend zu d, wo die Mehrheit in der er in allen Dingen berzeugung, daß der aktisch eine größere wenn er durch seine Autorität g in Rom entscheidend ein⸗ „ so dürfen wir mit dem so unsinniger, frevelhafter Krieg und Sonnino? Der Papst hat gesucht, aber vor dem letzten ickgebangt. Er hätte nämlich 0 le moralischen Gebote die id die Leiden der Welt unnütz önnen. Praktisch würde damit us zwar nichts Entscheiden⸗ als nichts geschehen sein. Der wohlberechtigten e i genen g seiner Residenz Abstand ge-
hüllt, und wir festen Boden u
Ff der weltgeschichtliche der umwenden.
tzlose Weiterst alienische
gen die farbenreichen Geschehnisse des verworren klingen die an unser Ohr, heiß und dieser Jahreswende des welche Siege wir und Machenschaften e wir versenkt haben sere Feinde erlitten. Zeit ist eine große elen Stücken un⸗ ahmen und unsere wenn wir den erforderlichen as deutsche Volk wird in der gestern und heute verklungene Welt- in allen Zeiten noch manche erhebende ssen wir: einig und
dem päpstlichen Weiß zu folgen geneigt ist. Wir sind der Ue
Friedensgedanken pr eben hätte,
Vatikan dem Förderung ge, auf seine unmittelbare Um, gewirkt hätte. Wurde jemals Reichskanzler sprechen, ein eführt, wie von Saland as Unheil zu verhindern Schritte doch schließli von dem Lande, das Kriegsfackel entzündete
vermehrte, sich abwend für die Wiederkunft de des, aber doch Papst hat als Hüter sei Interessen von einer V nommen. Aber die sch der kämpfenden Groß
Friedens noch lebhafter vo wägungen sich leiten lasse humanen Ge bei der Abfaf man auch an silbernen Kugel
„denn so viel wi
unser Wille und unsere Zuversi
stärker und freudiger gewesen Wix sind nicht m die M
1914. Ker Deutsche 2
Volke ruhten. Nun ha
t, zu siegen, sind niemals
politischen Er⸗ die so beweglichen t, die den Papst iteten, so könnte das bekanntlich durch seine Druck auf seine dienstferti— erlängern möchte, aber ein steinernen Händlern kaum ie Waffe unserer U-Boote besseres Mittel, das Insel⸗
n ausschließlich N n. Wenn man sichtspunkte weiter verfolg sung seiner Kundgebung le England denken,
n und mancherlei gen Bundesgenossen den Krieg v moralischer Appell wird bei den etwas ausrichten. Wir halten d für ein praktischeres und darum
volk zur Vernunft zu bringen.
Daß Deutschland im den Oelzweig erhebe, ist unmögli Kundgebung der Genossen Haase, kundig geworden. Selbst die demokratie lehnt ein s den Friedensschluß Ergebnisse des Krieges ni deutsche Volk hat seinen daß ihm mit einem faulen Große Schwierigkeiter räumt werden, bis an Friede ernst nn. Noch verlan den Rhein als Gre noch ist England weit entfernt, erfolge so weit zu achten, daß es eständnissen abfindet. D entschlossen und stark cher; auch gegen solche, em falschen Friedensideal deutschen Volkes in der größte Gewinn gebracht hat, an d
Häusern und Hütten, nen bis hinauf zu den Führer im Kampfe sind.
„Deutsche“ um He ich vergeblich, Re⸗ stalten. Nirgends Geist stärker z Konflikt über die war nur ein einhelliger, leiden⸗ chen, mißgünstigen einer entschiedenen gründliche Ab⸗ r Kriegshetzer,
jetzigen Zeitpunkte zuerst ist bei der bekannten Kautsky offen⸗ Mehrheit der de olches Verlangen ab. Will der so darf er über die bishe cht einfach hinweggehen. Willen deutlich ausgesprochen, cheren Frieden nicht ge⸗ ssen aus dem Wege tlich gedacht werden zialisten, wie Hervs, utschland und Frankreich,
die deutschen Kriegs⸗ sich mit unabänderlichen er 1. August 1915 findet Deutsch⸗ gewappnet gegen seine Wider- die aus Maulwurfsgräben mit winken. Die Einigkeit des seinen allgemeinen großen „den uns das abgelauf em wir uns nichts ab
kbar, die parteili enten Wils on mit rten. Ungehemmte, gen französische So nze zwischen De
ene Kriegsjahr bröckeln lassen
Berlin, 31. Juli. Zu dem Friedensaufruf des Papstes schreibt die„Kreuzzeitung“: die in diesem Aufruf so eindringlich ausgesprochen werden. Allein erst in den letzten Wochen noch haben zahlreiche Aus- lassungen unserer Gegner über die Kriege verfolgen, gezeigt, daß der vom austausch einstweilen zu keinem Ergebn lich auch wir die Opfer empf noch kosten wird, wir müsser vergebens gebracht sind.
Berlin, 31. Juli. einem Berichterstatter des Rüstung ist nach Ablauf des ersten Ki Alles Geld, das der Krieg erfordert, wir zu verzweifelten Kunstmitteln Staaten. Die dritte Kriegsanleihe, kommen wird, wird ebenfalls ein der englischen Kriegskosten auf drei Millionen Pfun pro Tag ist bereits überholt. As, Unterhaus gesagt, 3,2 Millionen P nicht, denn ich
Wer teilte nicht die
Ziele, die sie mit diesem Papst angeregte Meinungs⸗ is führen kann. So schmerz⸗ inden, die die Fortsetzung des Kampfes sie tragen, damit die bisherigen nicht
g des Kriegsausbruchs kein
n unsere Feinde sich die m englischen Unter⸗ esprochene Rede des
Staatssekretär Helfferich erklärte Unsere finanzielle riegsjahres ungeschwächt. wird aufgebracht, ohne daß greifen müßten wie andere die im Laufe des September Erfolg werden. Die
„Pester Lloyd“:
aum noch Eindruck gen, unseres Glückes
quith hat vor einigen Tagen im daß sich die Ausgaben für einen Tag auf fund Sterling berechnen lassen. Ich neide ihm das and nicht den Ehrgeiz, Eng⸗ den ersten Platz streitig machen
habe für mein Vaterl, land in Bezug auf die Kriegskosten
des Papstes an die kriegführenden
Samstag, 31. Juli 105
Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗
Verantwortlich für den
5 politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; — für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗
richtssaal: Otto Braun;
Lublin erobert! g Neue Offensive der deutsch⸗oͤsterreichischen Südfront. Die Russen räumen dort ihre Stellung auf der ganzen Linie. (TB.) Großes Hauptquartier, 30. Jul
(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Bei Perthes in der Champagne wurden von beiden
Flankierungsgraben nordwestlich des Ortes zerstörten. a Im Priesterwalde brach ein französischer Angriff
Artillerie vor unseren Hindernissen zusammen.
In den Vogesen griff der Feind geftern nachmittag
erneut die Linie Lingekopf—Barrenkopf an. Die Nahkämpfe um den Besitz der Stellung sind noch nicht abgeschlossen.
weienglische Flieger mußten nahe der Küste auf
dem Wasser niedergehen und wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Trupben der Armee des Generalobersten v. Woyrsch 1 haben am frühen Morgen des 28. Juli den Weichselüber⸗
an mehreren Stellen erzwungen. Auf dem öst⸗ lichen Ufer wird gekämpft. Es wurden bisher 800 Gefan⸗
1 Nu 1 9 r St 1 0 Guf d ganze Linie. Sie halten nur noch nördlich von Gr ub eszo Oberste Heeresleitung.
8 J Berlin, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) In dem
Kriegsschauplatz, erster Absatz, hat sich ein Druckfehler ein⸗ geschlichen. Es sind nordöstlich Suwalki nicht 2910, son⸗ dern nur 210 Gefangene gemacht worden. 165
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Juli 1915 mittags. 3 Russischer Kriegsschauplatz. 5 35 Nach einer mehrtägigen Pause sind gestern zwischen den Weichsel und dem Bug die Verbündeten wieder an der ganzen Front zum Angriff übergegangen. f 1 Westlich des Wie prz bis in die Gegend von Chmiel wurde die feindliche Front in einer Breite von mehr als 25 Kilometer durchbrochen. Das österreichisch-unga⸗ rische 17, Korps nahm nördlich Ehmiel nach fünfmaligem Sturm die russischen Stellungen. Deutsche Truppen erkümpf. ten abends die Linie Piasski— Biskupice und die
nordöstlich von Krasnostaw und Woyslawice drangen die verbündeten Heere in die feindlichen Linien ein. a Heute früh traten die Russen an der ganzen Front den Rückzug an, wobei sie alles verwuͤsten und selbst das Getreide auf den Feldern verbrennen. Unsere Ver⸗ folgung ist im Gange. l. 3 Nordwestlich von Jwangorod und beiderfeits der Radomka- Mündung wurde am 28. früh unter schweren Kämpfen an mehreren Stellen der Uebergang über die Weichsel erzwungen. Deutsche und österreichisch⸗
Gelegenheit, wieder Beweise hervorragender Tüchtigkeit und opfermutigen Pflichtgefühls zu geben.
Am oberen Bug nahmen die Verteidiger des Brückenkopfes von Sokal ihre Südostfront vor dem An- griff überlegener Kräfte um einige hundert Meter zurück und
in Ostgalizien unverändert.. Italienischer Kriegsschauplatz. Die im Görzischen am Plateaurande noch andauern⸗
den italienischen Angriffen sind vereinzelt vergebliche Vor⸗
stöße feindlicher Abteilungen, die sich gegen die vorspringen⸗ den Stützpunkte unserer Stellungen richten. So versuchten östlich Sagrado und bei Redipu glia italienische Trup⸗
pen, weiter Raum zu gewinnen; sie wurden durchweg ab⸗
gewiesen. Besonders um den Monte dei But der fest in unserem Besitz ist, mühte sich der Feind vergebens. An den anderen Teilen der Front im Südwesten hat
sich nichts Wesentliches ereignet. Am Plateau Cor⸗ mons wurde in den letzten Tagen ein italienischer
Flieger durch den Volltreffer einer Ballonabwehrkanone
abgeschossen. Pilot und Beobachter wurden unter den brennenden Trümmern des Flugzeuges tot aufgefunden.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Die Italiener hatten kürzlich auf dem von uns
ie zum Jahrestag des Kriegsaus⸗
militärisch nicht besetzten Eiland Pelagosa eine Fun kenstation errichtet. Am 28. Juli wurden die Stations.
5
2
2 ²˙
5
1
Seiten Minen gesprengt, wobei wir einen französischen
beiderseits Croir⸗des⸗Carmes im Feuer der Infanterie und
gestrigen Bericht vom Großen Hauptquartier vom östlichen
Bahn östlich davon. Auch bei Kowola und Belsyee
ungarische Pioniere fanden unter schwierigsten Verhältnissen
wiesen dort weitere feindliche Angriffe ab. Sonst ist die Lag,


