Ausgabe 
(23.7.1915) 171. Erstes Blatt
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Ar. Erstes

1 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Krels⸗

latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal mongtl. Land⸗ wirtschaftliche deitfragen Ferusprech-Anschlüsse: für die Schritleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß1 Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Blatt

Gieße

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

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165. Jahrgang

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Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz.

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Freitag, 25. Juli 1015

Bezugsoreis: monatl. 75 Pf., viertel; jährl. Mk. 2.20; durch

Verantwortlich für den 4 politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

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Weiteres Vordringen in Kurland. Neue Vorstöße gegen

Warschau und Iwangorod. Die Mißerfolge der Italiener.

(WTB.) Großes Hauptquartier,

(Amtlich.) Westlicher g estlicher Kriegsschauplatz.

Im Westteil der Argonnen machten unsere Truppen weitere Fortschritte. Lebhafte Artilleriekämpfe fanden zwi⸗ schen Maas und Mosel statt. Südlich Leintrey brachen französische Angriffe dicht vor den Hindernissen un⸗ serer Vorpostenstellungen zusammen.

In den Vogesen griff der Feind gestern südwestlich des Reichsacertopfes sechsmal an. Er wurde durch bayerische Truppen unter großen blutigen Verlusten zurückgeschlagen. Bei einem Gegenstoß gewannen wir das noch in Feindeshand befindliche Grabenstück zurück und machten 137 Alpenjäger, darunter drei Offiziere, zu Ge⸗ fangenen. Auch bei Sondernach wiesen wir abends einen feindlichen Angriff ab.

Ein feindlicher Doppeldecker stürzte im Feuer unserer Abwehrgeschütze in den Wald von Parroy ab. Im Luftkampf über dem Münstertal blieben drei deutsche

lieger über drei Gegner Sieger und zwangen auf der Ver⸗ olgung zwei von ihnen zur Landung im Thanner Tal. Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich Szawle machten unsere konzentrisch vor gehenden Truppen unter erfolgreichen Kämpfen 4150 Ge⸗ fangene; außerdem fielen ihnen fünf Maschinen⸗ gewehre, viele Bagagen und ein Pionier⸗ park zur Beute. f

Der Durchbruch an der unteren Dubissa führte die deutschen Stoßtruppen bis in die Gegend von Grynkiszki⸗ Gudziuny. Auf dem Wege dorthin wurden mehrere feind⸗ liche Stellungen gestürmt. Die Russen weichen auf der ganzen Front von Rakiewosee bis zum Niemen. Südlich der Straße Mariampol Kowno ver⸗ größerten wir die entstandene Lücke und gewannen weiter 1 nd Gelände nach Osten. Vier Offiziere 1210 gefangen genommen, vier Maschinen⸗

Am Narew hat der Feind seine aussichtslosen Gegen⸗ stöße eingestellt. 5

Südlich der Weich sel sind die Russen in die erweiterte Brückenkopfstellung von Warschau, in die Linie Blonie Nadarzyn Gora Kalwarja zurückgedrängt

worden.. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die deutschen Truppen der Armee des Generalobersten v. Woyrsch vereitelten gestern durch kühnes Zufassen die letzten Versuche des Feindes, seine geschlagenen Truppen vor⸗ wärts Iwangorod zum Stehen zu bringen. Gegen Mittag war die große Brückenkopfftellung bei Lagow Lu⸗ gowa Wola von unseren tapferen Schlesiern ge⸗ stürmt. Anschließend wurde der Feind unter Mitwirkung österreichisch⸗ungarischer Truppen auf der ganzen Front in die Festung geworfen, die nunmehr eng ein⸗ geschlossen ist. Nordwestlich von Iwangorod kämpfen österreichisch⸗-ungarische Truppen noch auf dem Westufer der Weichsel. Gestern wurden über 3000 Gefangene ge⸗ macht und 11 Maschinengewehre erobert.

Zwischen Weichsel und Bug nimmt die Schlacht unter Oberleitung des Generalfeldmarschalls v. Macken⸗ sen ihren Fortgang. Südwestlich von Lublin machten

22. Juli.

österreichisch-ungarische Truppen weitere Fortschritte. Zwi⸗ ficht

schen Siennicka Wola(südlich von Rejowiec) und dem Bug wurden breite Abschnitte der feindlichen Stellun gen gestürmt. 2 Oberste Heeresleitung. *** 1

Die großen Schläge in Polen haben in den Vierver⸗ bandsländern einen merkwürdigen Widerhall gefunden. Englands Offenherzigkeiten haben wir mehrfach besprochen; es sieht die Wolken, bewahrt aber im allgemeinen Fassung und Vernunft. In Frankreich aber hat man sich alle fünf Sinne schwer erschüttern 1 und die Pariser Presse meint, das unbesiegbare Rußland habe nicht einmal Schlap⸗ pen erlitten, sondern nur dem deutschen Gegner seinen Willen aufgezwungen, Es mag ja schwer sein, aus der alten Gedankenwelt zu scheiden, in der die russische Dampfwalze eine so große Rolle spielte, und wir begreifen es, daß die französischen Phrasenblüten nicht so unvermittelt schnell verwelken sollen. Aber es gibt doch Uebergänge, langsame Anbahnung zur Vermittlung besserer Erkenntnis. Nichts von alledem will man in Frankreich. Die eitlen Gallier leisten sich auch jetzt noch ihre grotesken Sprünge im unbe⸗ 8 Reiche der Phantasie und Phrase. Selbst in Peters⸗

urg geht man nicht so weit in der Lobpreisung der russi⸗ schen Aussichten als in der französischen Hauptstadt. Bitt⸗ gottesdienste für den Sieg der russischen Waffen sehen be⸗ scheidener und demütiger aus als Frankreichs Opium⸗ räusche. Das Zarenvolk sieht trotz der amtlichen Beschöni⸗ gungen den bitteren Ernst vor sich und es scheut sich davor, angesichts der furchtbaren Schläge, die sein Heer erlitten hat, noch überflüssige Prahlereien von sich zu geben, wodurch sich die Franzosen in den Augen der ganzen Welt lächerlich machen. Die deutschen Heere stehen jetzt unmittelbar vor Warschau und Iwangorod; der russische Rückzug über die Weichselbrücke bei Iwangorod stand schon unter dem Feuer

der deutschen Artillerie! Auch im Norden hat Hindenburg

ungemindert seine Vorstöße fortgesetzt. Diese Tage sind für

N das deutsche Voll ein freudiges Harren und Hoffen.

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Unsere Bundesgenossen im Donaureiche stehen gleich- falls aufatmend und voll neu gestärkten Mutes im Kampfe. In viertägiger erbitterter Schlacht ist es ihnen gelungen, den groß angelegten Angriff der Italiener am Isonzo zu⸗ rückzuschlagen. Der Kampf ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber sein bisheriges Ergebnis ist nicht geeignet, dem Gegner die Angriffslust anzufeuern. Cadorna meldet, wie zur Ent⸗ schuldigung, daß die Oesterreicher Verstärkungen an den Isonzo herangezogen hätten. Der General Porro, der mit den Franzosen und Engländern verhandelt hat, soll auch künftig seine politisch-militäri Rolle weiterspielen und die italienischen Angriffe im Einklang mit den Wünschen der Bundesgenossen erhalten,. an in Rom diese Wünsche restlos zu befriedigen gedenkt England würde man es sicher gern sehen, wenn Ita uppen an den Darda⸗ nellen die Kastanien aus 1 Höllenfeuer holen wollten, und andererseits erbittet ch die Hilfe des Bruder⸗ volkes für seine Ostgrenze. raus entstandene Unsicher heit klingt auch aus der Presse heraus. Man hat plötzlich angebliche Heraus brungen der Türkei entdeckt, und Herr Salandra hetzt sei essetrabanten gegen die sen Machenschaften Enver P und des Jungtürkentums. In Deutschland, und ich anderwärts, schüttelt man verwundert den Ist es denn über⸗ raschend und unverständ! man am goldenen Horn die römischen Treubre die Segenspender des Islams empfängt und vor Salandra in Wien die Kriegserklärung üb hat er mit der Türkei verhandelt und diese vartung, daß Italien sich nicht zu unseren Fei werde, verschiedene Zugeständnisse und Beruh Sgesprochen. Diese Ver⸗ handlungen galten bekann ders dem neuen afrika⸗ nischen Vesit Italiens. N. bbruch der Beziehungen zu Oesterreich-Ungar dem Deutschen Reiche und der Türkei gegen Kegenes Stillschweigen be obachtet, wobei es in de u war, seine Gelüste nach den österreichischen Besitztümern befriedigen zu können, ohne schwere Kämpfe und ohne auf weiteren Schauplätzen Opfer von Gut und Blut dranwagen zu müssen. Heute erkennt es, daß diese Rechnung falsch war, und daher setzt es die Komödie gegen die Türkei ins Werk. Ganz nach Bedarf und Landesinter⸗ essen schlägt Herr Salandra das Buch der Sympathie oder Feindschaft auf. Spiel mit Verträgen und Komödie mit Sitte und Anstand. Wir haben in den nächsten Tagen vielleicht die italienische Kriegserklärung an die Türkei zu erwarten.

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In derVoss. Ztg. gibt Dr. Karl Federn aus Lugano eine amüsante Schilderung desTheaterkrieges, den Held d' Annunzio bisher geführt hat.

Er hat seine große Kriegsrede in Quarto gehalten und der Stadt Genua seine Hotelrechnung im Betrage von zweitausend Lire geschickt; er hat seine Kriegsrede vom Balkon des Hotels Regina in Rom gehalten; er ist dann in Rom auf seine Kriegsreden hin zum Unterleutnant, zum Oberleutnant, zum Adjutanten ernannt worden und, während dreimal seine Abreise zur Front gemeldet wurde, stets in Rom geblieben. Ebenso oft meldeten die Zeitungen, daß er erst nach Pescara gehen werde,die alte Mutter zu um⸗ armen. Auch andere Leute nehmen erst von der Mutter Abschied, ehe sie ins Feld gehen, aber sie veröffentlichen es nicht. Schließlich der Leutnant d' Annunzio wirklich nach Pescara, und so nahe scheint ihm stets ein Berichterstatter seiner Gefühle, daß die Zei⸗ tungen aus dem Abteil des Zuges Rom Ancona seine Worte mel⸗ den können:Ich fürchte mich vor dem Widersehen! Auf dem Bahn⸗ hof von Pescara empfangen ihn der Präfekt, die Freunde und eine Menge von Offizieren. Im Garten des Hauses sinkt erim Schein der untergehenden Sonne vor Donna Luisa d' Annunzio auf die Knie, beide weinen, der Dichter kann nicht sprechen, er schluchzt nur. Endlich ruft er kindlich stammelnd:Mutter, nie wieder werde ich dich verlassen! Erst nachdem die Zeugen diese Worte gehört und die Zeitungen sie melden können, begeben sich Mutter und Sohn ins Haus. Dann nach einigen Tagen reist d'Annunzio wieder der ab, wieder nicht nach der Front, sondern zurück nach Rom. Das wird wieder gemeldet. 2

Endlich am 15. Juli reist er wirklich, diesmal bringt dasGi ornale d'Italia einen ganzen Artikel auf der ersten Seite darüber. Noch einen Händedruck den Freunden, Glückwünsche,Evviva l'Italia!, danndurchschreitet er mit raschen Schritten die Halle, durchschreitet das Spalier schöner eleganter Römerinnen, setzt den Fuß auf das Trittbrett, springt mit jugendlichem Feuer ins Auto⸗ mobil, legt die Hand salutierend an die Mütze der Lanzenreiter von Novara und fährt an die Front? O nein, so schnell noch nicht! Am 16. sah man ihn im Grand Hotel Continental in Sima und später in einem Hotel in Florenz; dann war er von zwei Unter- offizieren begleitet, in Bologna im Hotel Baglioni und wohnte im selben Zimmer, in dem vor wenigen Tagen Ihre Königliche Hoheit, die Herzogin von Aosta, geschlafen. Am 18. war er in Ferrara und hat der Provinz dort feierlich das Manustript seinerParisina geschenkt und hineingeschrieben:Gahriele d Annunzio, in den heiligen Krieg ziehend, überläßt auf seinem Wege der geliebten Stadt Ferrara dieses versprochene Manufskript und trägt dafür die Schönheit Ferraras im unerschrockenen Herzen mit sich fort! Heute wird seine Ankunft in Venedig gemeldet..

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Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht. Wien, 22. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. Der Raum westlich der Weich sel war gestern aber⸗ mals der Schauplatz großer Erfolge der Verbündeten. Die feindliche Hauptstellung, die westlich und südlich Iwan⸗

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gorod in der Linie KozieniceJamowiec angelegt und

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festungsartig ausgebaut war, wurde beiderseits der Straße 5 RadomNowo⸗ Alexandria von deutschen Truppen durch⸗ brochen. Die Russen wichen nach Iwangorod und auf das rechte Weichselufer. Ihr Rückzug über die Brücke von Nowo⸗ Alexandria stand bereits unter dem Feuer der deutschen Artillerie. Oesterreichisch-ungarische Truppen nahen sich kämpfend von Besten, deutsche von Süden den Forts von Iwangorod. Zahlreiche Ortschaften westlich der Weichsel wurden von den fliehenden Russen in Brand gesteckt.. b l Oestlich der Weichsel dauerten die Kämpfe in un verminderter Heftigkeit fort. Der Feind leistet den zühesten 4 Ringen die Russen aus mehreren Stellungen. Die Verlust e. des Gegners sind groß. Die Zahl der bei der Armen des Erzherzogs eingebrachten gestern gemeldeten Gefan⸗ genen wuchs auf 8000, die Beute auf 15 Maschinen⸗ gewehre und vier Munitionswagen. 4 N Auch weiter östlich gegen den Bug hin brochen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen an mehreren Stellen in die feindlichen Linien. Am oberen Bug erstürmten un⸗ garische Regimenter den Brückenkopf Dobrotwor nörd⸗ lich KamionkaStrumilowa. 5 5 An der Zlota-Lipa und dem Dnjestr blieb die Lage un⸗ verändert. 8 f 5

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der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand nach hartem Auch gestern wütete die Schlacht im Görzischen mit unverminderter Heftigkeit. Das Plateau von Doberdo stand tagsüber bis zur Küste unter besonders schwerem Ar⸗ tillerie-Massenfeuer. Die tapferen Verteidiger hielten Stand und. alle Anstürme des Feindes glän⸗ zend ab. 5 In dem Abschnitt von Monte Cozich bis Polazzo schoben sich die Italiener bis zum Abend näher an unsere Stellungen. Nachts griffen sie zuerst bei Selz und dann in der ganzen Front zwischen diesem Orte und Vermegliano erneut an. Heute frühmorgens waren alle Stürme blutig abgewiesen. Der brave ungarische Landsturm hat sich hier wieder heldenhaft bewährt. Mehrere Vorstäße des Geg⸗ ners bei Polazzo waren schon gestern untertags zusammen⸗ gebrochen. Oestlich Sdraussing schritten unsere Truppen 0 heute früh zum Gegenangriff und bemächtigten sich aller ihrer früheren Stellungen. Der Feind ist hie! im Rückzuge. Am Nordwestrande des Plateaus wird er⸗ bittert weitergekämpft. Gegen den Görzer Brücken⸗ kopf brachten die Italiener namentlich in der Richtung gegen Podgora immer neue Kräfte in die Schlacht. Zehn Infanterie-Regimenter griffen hier nacheinander vergeblich an. Fast immer führte der Kampf zum Handgemenge. Drei Stürme scheiterten gestern vor unseren Hindernissen. In einzelne Grabenstücke gelang es dem Feinde einzudringen. Nachts wurde er wieder hinausgeworfen. Ebenso scheiterten Angriffe schwücherer mit Gasbomben bewährter Kräfte bei Peyna. Auch zwei Vorstöße je eines Regimentes auf den Monte Sabotino wurden unter flankierender Mits wirkung unserer Artillerie blutig abgeschlagen. Unsere mit einzig dastehender Begeisterung und Zähigkeit fechtenden Truppen haben somit nach viertägiger Schlacht ihre Stellungen sowohl am Plateau von Do⸗ berdo als auch im Görzer Brückenkopf be⸗ hauptet. Der Kampf ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Bei Plava, Tolmein und weiter nördlich unter⸗ hielt der Feind gestern ein lebhaftes Artilleriefeuer. Die Gefechte im Krngebiet dauern fort. 2 Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet ist die Lage unverändert. Der Stellbertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5

Der russische Bericht.

Petersburg, 22. Juli.(Ctr. Frkft.) Großen Generalstabes vom 21. Juli: N

In der Gegend Riga-Schaulen fanden am 20. Juli im Westen von Mitau und auf den Straßen nach dem Dorfe Janischki Gefechte statt. Am Narew bombardierte der Feind Ostro⸗ lenka und versuchte auf den Brückenkopf zwischen Rozan und Pultusk vorzurücken. Rechts des Narew unternahmen wir lokale Angriffe und vermochten den Feind ein wenig zurückzudrängen. Links der Weichsel griff uns der Feind am 20. Juli in der Gegend LolinGniewaschow erfolglos an. In der Richtung von Lublin hielten wir die Offensive des Feindes auf der Front Khodel-Piaskin auf. Auf beiden Ufern des Wieprz beim Dorfe Sukodoly und in der Richtung des Dorfes Reiowetz ent brannte am 20. ein erbitterter Kampf, der spät am Abend noch andauerte. Die Deutschen wurden auf einige Abschnitte zurück⸗ n und erlitten bedeutende Verluste. Auf der Front Wois⸗ awitzeGrubechow begannen am 20. Juli ebenfalls Kämpfe und eine Kanonade. Am Bug bedrängten unsere Truppen im Abschnitt LitovijSokal Poturjitza feindliche Abteilungen, die auf das rechte Ufer übergingen. In einem erbitterten Kampfe mach⸗ ten wir bis zu 1000 Gefangene. In den übrigen Gegenden liegt kein bedeutendes Treffen vor. N

Schlechte Stimmung in der Presse des Vierverbandes.

Berlin, 23. Juli. Pariser, Londoner und Havreser Stim⸗ mungsberichte lassen, wie verschiedene Morgenblätter berichten, keinen Zweifel über die Panik, welche die Verzweiflungsversuche des russischen Heeres im Vierverbandslager hervorrufen. Man befürchtet eine Katastrophe der russischen Armee. Dazu kommen noch die schweren Sorgen wegen der

Widerstand. Bei Chodel und Borzechow warfen Teile 1 Italienischer Kriegsschauplatz. J

Mitteilung des

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