kriegsgefangenen französischen Offiziere, denen, dem deutschen * Standpunkt entsprechend, die Abgabe des Ehrenwortes überhaupt nicht angesonnen wird, den ganzen Tag über die Möglichkeit
sich frei im Kriegsgefangenenlager zu bewegen, zu besuchen und auch ungehindert die ihnen zur fstebenden Hof- und Gartenräume zu benutzen. nicht 0 ihren Schlafräumen zu verweilen. Die Vorstellungen, die lung zu verschaffen, sind bisher erfo Zösische Offiziere aus Offiziersgefangenenlagern in! strin übergeführt, wo sie in
gehalten werden, wie die siqch die Nachricht bestätigen, 5 Offiziere in Frankreich ähnlichen Besch werden die deutschen Maßnahmen auf
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in Deutschland erstreckt werden. i daß deren Zahl eine vielfach höhere ist, als die der deutschen Offiziere in Frankreich.
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. Eine Maßregel Hindenburgs. Berlin, 12. Juli.(WD. Amtlich.) Auf Grund einer Verordnung des Oberbefehlshabers Ost haben alle Ein⸗ wohner Polens, die ihren Wohnsitz in dem der deutschen Zivilverwaltung unterstellten Gebiet von Polen links der Weichsel verlassen haben, in kehren, sofern sie nicht in Deutschland oder einem ver⸗ bündeten Staate in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehen. Die Nichtbefolgung der Aufforderung zieht Ab⸗ wesenheitssteuer nach sich, die für den Zuwiderhan⸗ delnden auf 5 bis 15 Mark vom Hundert seines 3 festgesetzt ist. Der Chef der Zivilverwaltung setzte als Frist flür die Rücktehr den 1. August 1915 sest.
** 2.
Unstimmigkeiten im englischen Kabinett.
aus London indirekt zu, in dem es heißt, daß ein Intri⸗
nuop, dem Dalziel im Parlament die Schuld an dem Muni⸗ tionsmangel zugeschoben habe.* Weibliche Postbeamte in England.
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35000 Frauen für den Postdienst zum Ersatz für an die Front gehende Beamte. 5 Deutschland und Amerika.
London, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Pork: Die ganze amerikanische Presse, ausgenommen einige deutsche Blätter, verurteilt die deutsche Antwort auf die amerikanische Note in stärksten Ausdrücken als ein unverschämtes Ausweichen vor den amerikanischen Forderungen. Viele Blätter nehmen an, daß die Vereinigten Staaten jetzt die diplomatischen Beziehungen zu Teutschland abbrechen und den Alliierten jede moralische Unter⸗ stützung gewähren würden.
Eine japanische Militärmission in Frankreich?
Zürich, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Neue gürcher Zeitung“ meldet, ist in Marseille eine japa⸗ nische Militärmission unter dem Befehl des Ober⸗ sten Ogala eingetroffen. * Das spanische Epistopat an den Papst.
1 Rotterd am, 9. Juli. Wie die„Tijd“ berichtet, hat das spanische Epistopat am Feste des Heiligen Herzens Jesu folgendes Schreiben an den Papst gerichtet:
75„Die für das Vaterherz Deiner Heiligkeit so überhaupt traurige Tatsache, daß Italien in diesen schrecklichen Krieg eingetreten jd, veranlaßt uns, Dir die Gefühle zu äußern, die unsere Seele 9— und deren getreue Dolmetscher unser katholischer König und seine Regierung waren, als sie dem Oberpriester der Christen⸗ heit das allgemeine Verlangen des Volkes überbrachten. Wenn die Entwickelung der Ereignisse— und wir beten zu dem Herrn, daß dieses nicht geschehen möge— Deine Heiligkeit zwingen sollten, außerhalb der ewigen Stadt, und wäre es auch nur für Leine sehr kurze Zeit, die Mittel zu suchen, Deine hohen Pflichten besser zu erfüllen, so würde das katholische Spanien sich glücklich achten, Dir eine, wenn auch bescheidene aber rütterliche und groß⸗ mütige Zuflucht anzubieten. Wenn Deine Blicke sich nach dem Vraterlande des Rekareds und des heiligen Ferdinands richten würden, und Du dieses Angebot annehmen würdest, so würde Spanien den so geliebten und verehrten Vater auf den Knien empfangen und das kummervolle Herz Deiner Heiligkeit fände vielleicht Trost in dem Feuer und in 99 Freude, womit Deine Söhne Dir ihre Liebe zeigen würden. Während wir diese Bitte an Dich richten, wiederholen wir Teiner Heiligkeit aus tiefsten Seele die Versicherung unserer unwandelbaren Unterwerfung unter Deine Lehren und Deine geheiligten Person und die tiefe Ver⸗ Sprung und Liebe, die Deine niedrigen Söhne zu Dir hegen. Am 5 Feste des heiligen Herzens Jesu im Jahre 1915, küssen, Heiliger Vater, die geheiligten Füße Deiner Heiligkeit Deine demütigen Diener und Deine Dich liebenden Söhne.“(Es folgen die Unter⸗ schriften sämtlicher Kardinäle, Erzbischöse und Bischöfe Spaniens.)
Neues vom Internationalismus.
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renden und neutralen Staaten zur Bildung einer stän⸗
bliszber ihren Beitritt angemeldet. Die Kommission bat beschlossen,
5 die Sekretariatsarbeiten dem Vorstande des Bundes für Mensch⸗ bheitsinteressen, Bern, Erlachstraße 23, anzuvertrauen. Zum Prä⸗ ä Die Kommission hat
sidenten wurde Professor Broda gewählt. f 2 eine Entschließung angenommen, in der die Kulturvereine aller wurde die Gefahr einer Annexion irg gegen den Willen seiner Bewohner behandelt.
die Annexion
Kleinasien gegen 1
Deutschland zu berichten, was sich über
t sangenen in anderen Ländern sagen laßt,
in der
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sich gegenseitig Verfügung Nachts werden sie eingeschlossen, sondern haben nur die Verpflichtung,— bel der französischen Regierung erhoben worden sind, um den deut⸗ schen Offizieren im Fort Entreveaux eine gleich liberale Behand⸗ glos geblieben. Auf An⸗ ordnung der Heeresverwaltung wurden daher zunächst 50 fran 5 ihren verhältnismäßig angenehmen das Fort Zorndorf bei Kü⸗ genau derselben Weise die deutschen Offiziere in Entreveaur. Sollte daß andere kriegsgefangene deutsche ränkungen unterliegen, so eine größere Anzahl, und wenn nötig auf alle kriegsgefangenen französischen Offiziere Dabei ist wohl zu beachten, kriegsgefangenen
die Heimat zurückzu-
5 Berlin, 13. Juli. Ueber Differenzen im englischen Kabinett geht der„Vossischen Zeitung“ ein Drahtbericht
guenspiel gegen Lloyd George gespielt würde und daß am Sonntag eine sehr bedeutende Kabinettssitzung ohne Lloyd George stattgefunden habe, der nach Wales gereist war. Das Kabinett müsse nun wahrscheinlich doch wählen zmwischen Lloyd George und dem Generalfeldzeugmeister Do-
Basel, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die„Basler Nachrichten“ melden, sucht der englische Generalpostmeister
Lausanne, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Hier tagen Vertreter zahlreicher Kulturvereine aus den kriegfüh⸗
digen internationalen Kommission zum Schutze bedrohter Mensch⸗ heitsinteressen. 40 Verbände aus den verschiedenen Ländern haben
Länder aufgefordert werden, den gemeinsamen Kampf gegen die unser kulturelles Erbgut bedrohenden Gefahren und die solidarische Arbeit für Fortschritt und Kultur wieder aufzunehmen. Darauf
i Landgebietes 1 Man sprach sich Belgiens durch Deutschland, des lawischen Dalmatien durch Italien, des türkischen durch Rußland und Persiens durch irgend⸗ welche europäischen Müchte aus. Die Kommission wandte sich eine längere Kriegsdauer und befürwortete eine Verbesse⸗ des Loses der Gefangenen. Sie begrüßte den von schweize⸗ i Delegierten unternommenen Versuch, in Frankreich und e Behandlung der Ge⸗ um so die Stimmung Richtung auf eine beiderseitige Besserung der Behandlung der Geiangenen umpavandeln. Schließlich erhob die Kommission
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Einspuuch gegen das harte Vorgehen der russischen Regierung gegen die jüdische Bevölkerung in Rußland. a * 4* Die türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen.
Köln, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zeitung“ meldet unter der Ueberschrift:„Die türkisch⸗ bulgarischen Verhandlungen“ aus Sofia vom 10. Jul Die Türkei ist im Grundsatz zu Abtretungen im Interesse der Nachbarschaft bereit. Den einzigen Streitpunkt bildet die Umgrenzung der Gebiete von Adrianopel, das der Türkei verbleibt. Die Türkei wünscht den südlichen Vorort Karagatsch mit Bahnhof in dem Gebiete von Adria⸗ nopel einzubeziehen, was Bulgarien wegen der dadurch be— wirkten Unterbrechung der geraden Bahnverbindung nach Neubulgarien unerwünscht ist.
Das Befinden des Königs der Hellenen.
Paris, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas“ aus Athen. Obwohl sich der Zustand des Königs ständig bessert, so erscheint es gewissen Kreisen schwierig zu sein, daß der König bis zum 20. Juli, dem Zeitpunkt der Parlamentseröffnung, genügend Kenntnis von der Lage und den politischen Ereignissen nehmen kann, was zur Erwägung der Möglichkeit einer [Kammervertagung um einen Monat führt. Die darauf bezugnehmende Polemik zwischen der Regierungspresse und Venizelospresse ist äußerst lebhaft. Die letzte vertritt die Ansicht, die Kammer könne zum festgesetzten Zeitpunkt sehr wohl zusammentreten, um den Präsidenten zu wählen, und bezüglich der Vertagung eine Entscheidung treffen. Das gegenwärtige Kabinett könne nötigenfalls im Amte bleiben. Die Frage, ob der König an den Staatsgeschäften tätigen Anteil nehmen kann, wird den Kammerbeschluß beeinflussen.
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7* g Der Seelrieg.
London, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Besatzung des Fischdampfers„Syrian“ ist in Grimsby angekommen. Der„Syrian“ war am Sonntag morgen von einem deut schen Unterseeboot angegriffen worden. Die Besatzung ret⸗ tete sich unter dem Geschützfeuer des Unterseeboots.
London, 12. Juli,(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die amerikanische Bark„Normandy“ landete in Liverpool 14 Mann der Besatzung der russischen Bark„Les“, die von einem deutschen Unterseeboot an der Küste von Pembrokeshire torpediert wurde.
Grimsby, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter. Der Fischdampfer„Fleetwood“ lief hier ein; er neigte sich stark zur Seite. Das Schiff war ohne vorhergehende War⸗ nung in der Nordsee von einem deutschen Unterseebvot be— schossen worden. Ein Mann ist tot, drei sind verwundet. Kristiania, 12. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Markland aus Bergen wurde am 30. Juni nach einer Mel⸗ dung des Ritzauschen Bureaus von einem englischen Kreu⸗ zer auf norwegischem Gebiet bei Kya angehal⸗ ten. Der Kreuzer forderte den Dampfer auf, anzuhalten und seuerte einen blinden Schuß ab. Die norwegische Regierung hat ihre Ge⸗ sandtschaft in London ersucht, bei der britischen Regierung hier⸗ gegen Einspruch zu erheben und auszuführen, daß die nor⸗ wegische Regierung selbstverständlich nicht im geringsten Maße den Gedanken hegt, daß das Auftreten des britischen Schiffskomman⸗ danten durch die Geringschätzung der norwegischen Neutralität be⸗ gründet worden sei. Wiederholte Fälle würden es aber notwendig machen, daß die betreffenden Kommandanten von der britischen er aufgeklärt werden und zukünftig größere Aufmerksam⸗ keit zeigten. N
Aus dem Reiche. Die Zusammenkunft der bundesstaatlichen Finanzminister. Berlin, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt: In der am 10, Juli stattgehabten Zusammenkunft der bundesstaatlichen Fi⸗ nanzminister gab der Staatssekretär des Reichsschatz⸗ amtes einen Ueberblick über die Finanzlage des Reiches und die zur Durchführung des Krieges bisher 7 4 und meiterhin geplanten Maßnahmen. Die hierauf folgende Aussprache ergab allseitige Uebereinstimmung in der günstigen Beurteilung der deutschen Finanzkraft und die einstimmige Bekundung des unerschütterlichen Entschlusses des opferbereiten Zusammenwirkens bis zum siegreichen Frieden. Die vom Reichsschatzsekretär in Aussicht genomme⸗ nen finanziellen Maßnahmen, insbesondere seine Vorschläge über die bei den gesetzgebenden Körperschaften in der nächsten Tagung dem Reichstage einzubringende
neue Kreditvorlage fanden einhellige Zustimmung. Auch über die Frage der Besteuerung der seh att der ch statt, der
Kriegsgewinne fand ein Meinungsaustau eine Uebereinstimmung darin ergab, daß die Erhebung einer Sondersteuer auf den durch den Krieg und während 155 1 entstandenen Vermögenszuwachs dem Reiche zustehe. 1 1 Vertriebsgesellschaften
für den Steinkohlen- und Braunkohlenbergbau. Berlin, 72. Juli.(WTB. Amtlich.) Durch die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 4. August 1914 vom Bundesrat heute beschlossene Verordnung, betreffend die Errichtung von Ver⸗ triebsgesellschaften für den Stelnkohlen⸗ und Braun⸗ kohlenbergbau werden die Landeszentralbehörden ermach⸗ tigt, die Besitzer von Steinkohlenbergwerken und Braunkohlen⸗ bergwerken ohne ihre Zustimmung zu Gesellschaften zu vereinigen, denen die Regelung der Förderung sowie der Absatz der Berg⸗ werkserzeugnisse der Gesellschafter obliegt. Die Errichtung einer derartigen Zwangsgesellschaft hat zur Folge, daß die beteiligten Bergwerksbesitzer in dem Absatz der gewonnenen Bergwerkserzeug⸗ nisse nicht mehr frei sind, sondern 8 unterliegen, die sich aus der Verordnung selbst und aus der Satzung ergeben, die zur näheren Regelung der Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und der Gesellschafter von der Landeszentralbehörde zu erlassen ist. Nach der Verordnung liegt den Gesellschaftern namentlich die Verpflichtung ob, von dem Geschäftsbeginn der Gesellschaft ab ihre Bergwerkserzeugnisse der Gesellschaft zum Zwecke des Ab⸗ satzes zu Uberlafsen, Zur Sicherung der öffentlichen Interessen gegenüber dem starken wirtschaftlichen Eups⸗ Zwangssyndikat der Zechenbesitzer haben wird, sind in der Ver⸗ ordnung dem Staat verschiedene Aufsichtsbefug⸗ nisse 9 Inessbesondere ist ihm eine gewisse Einfluß⸗ nahme der eee eee Auch ist die Bestellung eines Staatskommissars vorgesehen, der an den Ver⸗ sammlungen der Gesellschaftsorgane mit beratender Stimme 10. nehmen und die gefaßten Beschlüsse wegen der Verlegung der We⸗ setze, der Satzung, oder öffentlicher Interessen Peamstanden kann. Ueber die Berechtigung der Beanstandung entscheidet die Landes⸗ 11 Die Verordnung wird alsbald bei der Frage der
rneuerung des Rheinisch⸗Westfälischen Kohlensyn⸗ dikats praktische Bedeutung gewinnen. Der Vertrag, auf dem die Tätigkeit dieses Syndikats beruht, läuft mit dem 31. November
dem Syndikat beteiligten Zechenbesitzer über ihre Produktion für die Zeit nach dem 1. Januar 1916 frei verfügen. Die bisherigen Versuche, eine Verständigung über den neuen Vertrag herbei zuführen, sind“ ohne Erfolg geblieben, hauptsächlich infolge
den ein solches 3
1915 ab; schon vom 1. Oktober 1915 ab können die bisher bei] hätten
* 1 nannten Außenseiter bei dem neuen St ten sind. Der Eindruck des syndikatlosen 98 9 rde tiefgreifenden Störungen unseres wirtschaftlichen Lebens
115 Zunächst wäre in Zeiten von Kohlenknappheit eine gebemmte Aufwärtsbewegung der Kohlenpreise zu Lasten der Ber⸗ ichen Kohlenen⸗
eee e vo
braucher zu erwarten, der dann in Zeiten reichli gebots ein starker Preissturz mit seinen für die Löhne der Ber arbeiter und die Finanzen der im Kohlengebiet gelegenen Gemei den gleich nachteiligen Wirkungen folgen würde. Derartigen. schaftlichen Erschütterungen muß während des Krieges und der
auf ihn folgenden Jahre mit allen zulässigen Mitteln vorgebeugt werden. Das durch die Verordnung in Ermangelung 3
Einigung der Beteiligten vorgesehene Zwangssyndikat sichert en
weitere ruhige Entwickelung des Bereiches des Kohlenbergbaues
und bietet insbesondere durch den vom Staate vorbehaltenen Ein⸗ fluß die Möglichkeit, für eine gewisse Stetigkeit der Kohlenpreise ö zu sorgen, bei der sowohl die Bedürfnisse des Bergbaues, als auch die berechtigten Interessen der Verbraucher gebührend berück⸗ sichtigt werden. Die Verordnung des Bundesrates läßt übrigens auch nach ihrem Jukrafttreten den Zechenbesitzern der niederrhei⸗ nisch-westfälischen Steinkohlenreviere noch den Weg zu einem freiwilligen Zusammenschluß offen, denn sie bestimmt ausdrück⸗ lich, daß von der den ndeszentralbehörden beigelegten Befugnis zur Bildung eines Zwangssyndikats kein Gebrauch zu machen ist, wenn von den Bergwerksbesitzern, deren Förderung mehr als 97 v. H. der Gesamtförderung des in Betracht kommenden Bezirkes ausmacht, innerhalb einer durch die Landeszentralbehörde zu be⸗ stimmenden Frist eine Vereinigung zum Zwecke des gemeinsamen Absatzes der Bergwerkserzeugnisse durch Vertrag gebildet wird. Voraussetzung hierbei ist, daß die Landeszentralbehörde durch den geschlossenen Vertrag die öffentlichen Interessen als gewährt er⸗ achtet. Dadurch ist also dem Staat auch für den Fall einer frei⸗ willigen Syndikatsbildung ein gewisser Einfluß gewährt. a
* 0 1 i Berlin, 23. Juli. Bei der gestrigen Truppenver⸗ eidigung in Stuttgart führte der König in einer Ansprache an die Neuvereidigten folgendes aus: Schwere Pflichten und Aufgaben warten Euer, da Ihr heute als ge- reifte Männer, als Kriegsfreiwillige oder als Rekruten ins Feld zieht. Ich gebe Euch die Versicherung, daß ich mich auf jeden von Euch verlasse, daß er den glänzenden Vorbil⸗ dern nacheifern wird, welche unsere tapferen, herrlichen Trup⸗ pen im Westen und im Osten gegeben haben. Für Euren Lebensweg, insbesondere für Eure militärische Tätigkeit, rufe ich Euch allen ein inniges und herzliches„Gott befohlen!“ zu. Berlin, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Kürzlich fand in der Kaiser-Wilhelm-Akademie für die Medizinalabtei⸗ lung des Kriegsministeriums eine Sitzung von Chirur⸗ gen und Orthopäden, sowie Vertretern des Gewerbes der Orthopädie-Mechaniker aus den verschiedensten Teilen des Reiches statt, in der die Frage der Beschaffung von künstlichen Gliedern für verstümmelte Kriegs⸗ teilnehmer eingehend beraten wurde. Von dem Ergebnis der Beratungen kann man erhoffen, daß es den Verstümmel⸗ ten un Segen 2 87 wird. 1 b erlin, 13. Juli. Dem Vizepräsindenten des Herrenhauses, dem frühere Oberbürgermeister von Köln, gestern seinen 80. Geburtstag in Köln im Hause
E 8 * 8. 8 3 S. E 8 4. 3 8 5 8 2 8 2 8 8
der Stadt Köln.
Berlin, 12. Juli.(W. Amtlich.) In der Sung 0
München, 12. Juli.(B.. Nichtamtlich) Wie die Korrespondenz Hoffmann erfährt, ist der Erlaß des stellver⸗ tretenden Generalkommandos des 1. bayerischen Armee⸗ lorps, welcher sich mit Strafandrohungen gegen den Lebensmittelwucher wendet, auch von den stelwer⸗ N tretenden Generalkommandos des 2. und 3. bayerischen Armeekorps in Würzburg und Nürnberg in vollem Um⸗ fange übernommen worden. 8 far g. ist diese wichtige Ange⸗ legenheit nunmehr einheitlich für ganz Bayern geregelt.
Heimstätten für unsere Arieger. f Wenn unsere Helden nach einem ehrenvollen Frieden kehren, wird man ihnen nicht nur einen herzlichen Empfang be⸗ reiten, sondern unser deutsches Volk wird auch mit Taten danken wollen. Ta gibt es wohl keine größere und bessere Gabe, als ein i Vaterlandes, das sie mit ihrem Leben ge⸗
deutsche Heimstätte. 2 Lessingstr. 11) „die weit
lichkeit der Ansiedlung
Ba geld, 50 2
werden. i 11 sobald
zufällt. ö 1 b 8
Durch Uebergabe des billigen Bodens gegen eine müßige Rente verhi wir, daß der Krieger seine Heimstätte nur zum wecke eines augenblicklichen Gewinnes wieder verkauft. Er hat also ein lebhaftes Interesse, möglichst bis zu seinem Lebens- ende auf dem billigen Rentengute zu bleiben. Das e
wird ihm dann dauernd Heim und Heimat geben. Unser ö
wird dann wieder wurzelfest und bodenständig.. Es ist klar, daß durch Hergabe von Land in dieser Form
besten der Abwänderungsbewegung vom Lande Einhalt
In unserem weiten deutschen Vaterland ist noch gen
für Kriegerheimstätten vorhanden. Nach gewissenhafter
haben allein 650 Orte mit über 5000 Einwohnern mehr
363 000 Hektar eigenen Bodenbesitz, wobei große Waldbestände,
ebenso die Berliner Rieselfelder, nicht mitgezählt sind. Würde
hiervon nur der 1 Teil zu 1 Heimstätten von
durchschnittlich 250 Quadratmetern zur Verfügung gestellt, dan,
0 wir 40 Kleinwohnungen auf den Hektar und allein an
diesen Orten Unterkunft für 1500 000 Familien.
Dazu kommt noch das Eigentum so manchen Dorfes
der Bodenbesitz der gar nicht geringen Zahl unserer
5000 Einwohnern. Auch die Oedländereien und Moo
großer Schwierigkeiten, die wegen Beteiligung soge⸗
.
der Erschließung. Das in unser
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