Ausgabe 
(13.7.1915) 162. Erstes Blatt
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unten wir uns eine Provinz im Frieden erobern! l

1 fiskalis

f e Staat kolonisation w

sses für Kriegerheimstätten unterstützen. Bei Berufung auf unsere Zeitung versendet der Hauptausschuß für Kriegerheimstätten GGerlin, Lessingstraße 11) gegen Einsendung von 40 Pfg. in Brief⸗ marken portofrei die BroschltreStaatsbürgerliche Bildung bon Wirkl. Geh. Rat Adolph Wagner, Exzellenz, mit einem Anhang über das Heimstättenrecht von Adolf Tamaschte und die Broschüre Kriegerheimstätten von Johannes Lubahn. ieee 8 Aus Stadt und Land. 1 Gießen, 13. Juli 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5

*

. AAus Hessen und den Nachbargebieten.)

Landwehrm: Ph. Babel, Res.⸗Inf,⸗Regt. 222, aus Darm⸗ stadt. Landwehrm. Karl Siegfried, Zementwarenfabri⸗ kant, aus Alten-Buseck. Landwehrm. Wilh. Webe r, Res.-Inf. Regt. 87, aus Engelbach. Landwehrm. Heinr. Belz aus Eifa. Ers.⸗Res. Siegfried Schiff, Res⸗Inf⸗Regt. 83, aus Gladen⸗ bach. Kriegsfreiw. Gefr. Wilh. Lindner, stud. chem., aus Darmstadt. Jäger und Direktor der Deutschen Realschule in Kairo Konr. Hildenbrand, Jägerbat 14, aus Darmstadt. Musk. Lehrer Heinr. Wei 1 Res.⸗Inf.⸗Regt. 224, aus Heblos. Pionier Franz Kraft, Eifenbahn⸗Komp. 24, aus Wingenstein. Musk. Osk. Krumm, Juf.⸗Regt. 253, aus Haigerseelbach. Ers.⸗Res. Otto Wetter, Inf.⸗Regt. 99, aus Siegen.. Schütze Karl Mohr, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Reis- kirchen(Wetzlar). Musk. Heinr. Becker, Ref.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Tiefenbach. Musk. Aguilin Filler, Inf.⸗Regt. 53, aus Offenbach a, M. Musk. Otto Bullmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Leidhecken. Musk. Karl Leonhardt, Res.⸗Inf. Regt. 223, aus Dauernheim. Gardefüs. Herm. Geyer, Inf. Ju 118, aus Offenbach a. M. Mrtsk. Heinr. Wagner, Inf.⸗Regt. 222, aus Ruppertsburg. Res. Johs. Zimmer mann aus Bergheim.

* g Amtliche Personal nachrichten. In den Rube- stand versetzt wurde am 23. Juni d. J. der Lehrer an der Volks- schule zu Darmstadt Abraham Stern auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juli 1915 an. Die Großherzogin hat ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In den Ruhestand versetzt wurde am 23. Juni d. J. der Lehrer an der Volksschule zu Spachbrücken, im Kreise Dieburg, Andreas Heid auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juli 1915%an. Ihm wurde die gleiche Auszeichnung verliehen. rei Brüder Ritter Eisernen Kreuzes. Mit dem Leutnant der Reserve Erwin 7 urn, der in einer Feldflieger-Abteilung im Osten steht, hat nunmehr der dritte der lange Jahre in 2 ansässigen drei Brüder Thurn das Eiserne Kreuz 2. asse erhalten. Es wurde ihm vom General v. d. Mar- witz für hervorragende Aufklärungsflüge das besondere Lob Seiner Majestät ausgesprochen. Seine Brüder, Oberarzt d. R. Dr. Otto Thurn in Herbstein und Leutnant d. L. 2 ard Thurn in Lauterbach(Hessen) haben bereits halt ptember bezw. Oktober 1914 das Eiserne Kreuz er⸗ alten. g Ehrung unserer gefallenen Helden. In einem von Provinzialdixektor Fey an die Bürgermeister der Landge⸗ meinden des Kreises Darmstaßt gerichteten Ausschreiben wird folgendes ausgeführt:Im Kampfe für Heimat und Vaterland sind aus unseren Landgemeinden schon manche tapferen Helden 8 oder an unden und Krankheiten im Kriege gestorben. Andenken dauernd in Ehren zu halten ist eine hohe und heilige vaterländische Aufgabe. In welcher Weise dies öffentlich in den Gemeinden durch Denkmäler, Ehrentafeln usw. nach außen 4 2 geschehen hat, darüber jetzt schon zu beschließen, erscheint nicht angängig. Diese Frage wird, damit sie dem Empfinden unserer ländliche völkerung entsprechend in würdiger Weise vorbereitet und gelöst werden kann, zu gegebener Zeit u. a. auch imVerein für ländliche Heim t⸗ und Kunstpflege mit Sachverständigen erörtert werden. Wir sind weiter der Ansicht, daß die Bilder, unserer unvergeßlichen Helden in den Gemeinden, in denen sie ge boren sind oder in denen sie gewohnt und gelebt haben, im Rat- 8 oder in einem sonstigen würdigen Raum der Gemeinde ür die Mitwelt und die kommenden Geschlechter in entsprechender künstlerischer Anordnung und Umrahmung zur ewahrung kommen sollen. In welcher volkstümlichen Art und Weise dies am be sten zu geschehen hätte, soll ebenfalls später erwogen werden. Wenn dieser Gedanke bei Ihnen und Ihrer Gemeinde Anklang findet, so wollen Sie jetzt. 5 die Angehörigen der Gefallenen und. an Wunden oder Krankheiten im Kriege Verstorbenen bitten, zu diesem Zwecke Ihnen gute Photographien mit den nötigen No⸗ tizen zu übergeben. Für Minderbemittelte kann die Gemeinde die Kosten der Vervielfältigung einer Photographie, wenn sie nötig werden solkte, übernehmen, auch sind wir bereit, auf Anfordern in solchem Falle hierfür einen Betrag zu bewilligen. Entweichen von Kriegsgefangenen. Tau⸗ sende von Kriegsgefangenen aus den Gefangenenlagern des Korpsbezirks sind als Arbeiter in der Landwirtschaft und in der Industrie auf rund 1000 Arbeitsstellen beschäf⸗ tigt. Die Beschäftigung der Kriegsgefangenen an so vielen verschiedenen Stellen hat naturgemäß ihre Bewachung er⸗ schwert. Wenn trotzdem verhältnismäßig wenig Ent⸗ weichungen vorkommen und in den meisten Fällen die Entwichenen sehr bald wieder ergriffen sind, so ist dies zum größten Teileinzelnen Sicherheitsbeamten undein zelnen Privatpersonen zu verdanken. Es kann hier aber noch viel mehr geschehe n. Nicht nur einzelne Leute, sondern die Allgemeinheit, jeder an seiner Stelle, muß auf frag⸗ würdige e, Personen achten und dafür sorgen, daß sie festgenommen werden, wenn sie sich nicht zweifelsfrei aus⸗

des

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weisen können. Wenn alle Landbewohner auf einzelne oder in kleinen Trupps wandernde Personen achten und sie zur Anzeige bringen würden, ist anzunehmen, daß das völlige Entkommen entwichener Kriegsgefangener, die unter Um- ständen auch eine Gefährdung für unsere Ernte, für einsam liegende Gehöfte und deren Bewohner bilden können, zur Unmöglichkeit wird.

* Oberhessischer Kunstverein. Sämtliche Gemälde zu der bereits angesagten Professor Illner-Ausstellung sind eingetroffen, so daß eine Vorbesichtigung der Ausstellung, zu der Einladungen ergangen sind, am Donnerstag erfolgen kann. Un⸗ ter den ausgestellten Porträts finden sich solche von Großherzog und Großherzogin sowie der Fürstlichen Herrschaften zu Lich. 5 Nu s ahlung der Familienunter⸗ stützung für die Zeit vom 16. bis Ende Juli 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: an diejenigen, deren Namen beginnen mit: AK Freitag, den 16. Juli, L3 Samstag, den 17. Juli. Die Auszahlung findet von 81 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt.

* Fischschaukochen. Uns wird geschrieben: Um den breitesten Volkstreisen die schmackhafte Zubereitung des Klippfisches zugänglich zu machen, fand gestern in der musterhaft eingerichteten Schulküche der Alice-Schule, Stein straße 10, ein Schaukochen mit anschließenden Kost⸗ proben statt. Dieser gegen eine geringe Vergütung zugäng lich gewesenen Veranstaltung wird heute eine zweite, losten⸗ lose, folgen. Hauswirtschaftslehrerin Frl. Hof erläuterte in kurzen, treffenden Worten den zahlreich erschienenen, andächtig zuhörenden Damen, wie in dem Klippfisch ein billiger Ersatz für das jetzt im Preise sehr gestiegene Fleisch gefunden ist. An die theoretischen Ausführungen schloß sich die praktische Vorführung einer Reihe wohlschmeckender Klippfischgerichte. Die liebenswürdige Art, mit der Frl. Hof den Anwesenden in ruhiger und doch so behender Weise die praktische Zubereitung der einzelnen Speisen klar machte, war zu bewundern. Es ging alles wie am Schnürchen. Vor den Augen der Anwesenden, die der Zubereitung mit großem Interesse folgten, entstanden im Nu die schönsten Aufläufe, Puddings usw. Als die goldgelben Frikandellen, die den Schluß der Kochfolge bildeten, einladend in der Pfanne schmorten, wurde auch schon das erste Gericht(ein ge würziger Pichelsteiner) gereicht. Wie vortrefflich die Speisen mundeten, zeigte ihr schnelles Allwerden. Alle, die dem Schaulochen beiwohnten, werden wohl dem Alice-Schul⸗ Verein Dank wissen, daß sie an einer in allen Teilen so lehr reichen und wohlgelungenen Veranstaltung teilnehmen durften.

Kreis Büdingen. 0

Üsenborn, 9. Juli. Assistenzarzt Dr. Albert Lu zius von hier beim Landw. ⸗Inf.-Regt. 87 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 4

Dauernheim, 10. Juli. Lehrer Richard Walter, der bei Beginn des Krieges als Kriegsfreiwilliger zum Inf. Regt. 168 eintrat, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zum Unteroffizier befördert. 0

ö Kreis Alsfeld.

O Aus dem oberen Schwalmtal, 13. Juli. Endlich ist auch bier ein durchweichender Regen niedergegangen. Sommer- frucht und Kartoffeln haben eine frische, neubelebte Farbe ange nommen. Die Landwirte sind nun an der Arbeit, die verdorrten Dickwurzpflänzchen durch srische zu erseten. Auch dem jungen Grummetansaß kommt der Regen sehr zu statten.

Kreis Schotten.

O Herchenhain, 12. Juli. Wehrmann Wilhelm Dietz, in der 10. Kompagnie Reserve⸗Insanterie-Regi⸗ ment Nr. 219, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zum Gefreiten befördert. ö

Stumpertenrod, 12. Juli. Gestern wurde in der hiesigen Kirche die Gedächtnis feier für den für das Vater⸗ land gefallenen Gefreiten Otto Hahn, der im Reserve⸗Insanterie⸗ 8 Nr. 224 kämpfte, gehalten. Er war der einzige Sohn un 3 Hahn. Welcher Beliebtheit sich der Ge⸗ fallene in unserer Gemeinde erfreute, bewies die Tatsache, daß

r aus den Nachbargemeinden Bekannte und Freunde des in

ren Gefallenen erschienen waren. Er war bei Ausbruch des Krieges dem Bezirkskommando Gießen zugeteilt gewesen, hielt es aber für seine Pflicht, hinauszuziehen, um für das Vaterland, zu kämpfen; nach kurzer Zeit traf ihn auch schon die Kugel.

g Kreis Friedberg.

Aus der Wetter au, 11. Juli. Die Ernte ist nun in vollem Gange. Der Roggen ist geschnitten und man muß sagen, daß er die beste Ernte liefert, wenn auch der Halm etwas

kürzer ist. Allerdings ist der Kern auf trockenem Boden etwas

kümmerlicher Bereits wird hier und da Sommergerste geschnitten, von der dasselbe gilt. Die Wintergerste leider nicht sehr viel angebaut war vorzüglich in Halm und Kern. Hafer bedürfte noch, besonders auf sonnigem Boden, eines guten Regens. Manche Ortschaften hat ein solcher schon bedacht, während andere leer aus⸗ gegangen sind. Der zweite Klee will deshalb mancherorts nicht austreiben und die Hackfrüchte bedürften der Feuchtigkeit. Die Frühlartoffeln, welche vereinzelt schon geerntet werden, liefern einen mittelguten Ertrag, während für spät gesetzte Kartoffeln Regen allgemein erwünscht wäre. Viel Schaden verursachen die Kohlweißlinge an Kraut und Gemüse, da sie geradezu massenhaft

auftreten. Hessen⸗Nassau. 1

b. Vom Main, 12. Jul.. Im Hemsbacher Walde wurde die Ehefrau Agnes Hofmann beim Himbeerenpflücken von einer bisher nicht ermittelten Person erschossen. Man nimmt an, daß ein Jäger die gebückt dahingehende junge Frau für ein Stück Wild hielt und darauf den verhängnisvollen Schuß abgab.

1 Wiesbaden, 13. Juli. Die Wiesbadener Regierung erließ zu den Schulfeiern aus Anlaß von Siegesnachrichten eine Verfügung, in der sie bestimmt, daß nur die Kreisschul⸗ inspektoren über den Ausfall des Unterrichts bei Siegesnachri zu bescheiden haben, nicht aber die Schulleiter und Lehrer. Unterricht soll aber nur in den seltensten Fällen

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aussalleu, da er infolge des Lehrermangels ohnehin schon beschränkt

ig, ist. Wahre Vaterlandsliebe, so betont die Verfügung zu Schluß, äußere sich nicht in lauten Feiern, sondern in treuer r Und zu dieser Einsicht müsse schon das

chulkind kommen.

0 ri. Limburg, 12. Juli. Der Landsturmmann Heil aus Worms stürzte sich am Samstag in einem Anfall geistiger Umnachtung von der Höhe des Domfelsens in die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. Der Unglückliche wurde erst am nächsten Tage noch lebend aufgefunden, starb aber dann bereits auf dem Transport nach dem Spital.

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberüssichtigt.) Landsturm 2. Geringe Fehler an den Beinen, einstweilen garuisondienstsähig, spätere Felddienstläligkeit nicht ausgeschlossen.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die nördliche Depression sist weiter ostwärts abgezogen, während

das südwestliche Hochdruckgebiet sich ostwärts über das Festland

hin ausbreitet.

bleiben. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 14. Juli 1915:

Ziemlich heiter, trocken, wärmer, westliche Winde.

Wir werden morgen daher unter Hochdruckeinfluß

Letzte Nachrichten. Beschießung von St. Die und Pont⸗à⸗Mousson.

Genf, 13. Juli. Wie die Pariser Blätter berichten, war St. Dié am letzten Donnerstag einer starken Beschießung aus⸗ gesetzt. Gegen zwanzig 10,5 Zentimeter-Geschosse fielen in den Ort, töteten und verletzte mehrere Personen und verursachten einen bedeutenden Schaden. Auch Pont⸗a⸗Mousson hatte lautTemps vorgestern unter einer Bombardierung mit Brand⸗ bomben zu leiden.

Bulgarien und die Entente.

Sofia, 13. Juli. In den bulgarischen Zeitungen war angekündigt worden, daß am letzten Mittwoch die Antwort des Vierverbandes auf die Frage Radoslawow brieflich mitgeteilt werden sollte. Infolge der Leichenfeier für den Exarch Josef, die am Donnerstag abend stattfand, hatte sich die Ueberreichung der Note verzögert. Mit der Antwort dürfte sich der Minister⸗ präsident auch diesmal Zeit lassen.

Die Nachricht der TurinerStampa über ein Zusammen⸗ kommen der Könige von Rumänien, Bulgarien und Griechenland in Athen, ist unglaubwürdig, und die von manchen Blättern verbreitete Verston, daß auch ein, Vertreter Serbiens an der geplanten Zusammenkunft teilnehmen solle, widerlegt sich von selbst. Es scheint, daß es sich bei der von Paris aus weitergegebenen Meldung um einen verunglückten Versuchsballon handelt, wenn nicht gar um eine reine Erfindung. Zu einer Verständigung mit Serbien ist umsoweniger die Mög⸗ lichkeit gegeben, als gerade in den letzten Tagen die gesamte ser⸗ bische Presse jedes Zugeständnis an Bulgarien in schärfsten, das bulgarische Nationalbewußtsein kränkenden Ausdrücken abgelehnt hat. Günstige Nachrichten liegen über die Ver⸗ handlungen mit der Türkei vor. Zu Rumänien sind in den letzten Monaten freundschaftliche Beziehungen ange⸗ bahnt worden. Aber bis zu einer Solidaritätserklärung mit Ru⸗ mänien ist noch ein recht weiter Weg. Wenn sich Rumänien jetzt für die Durchfuhr von Munition und für ein Zusammengehen mit den Zentralmächten entscheiden will, wird es Bulgarien unbe⸗ dingt an einer Seite finden. Andernfalls hat es immer noch mit der Möglichkeit zu rechnen, die Bulgaren an der Seite der Türkei zu finden. Es ist ausgeschlossen, daß Bulgarien gegen die Türkei für Rußland Partei ergreift.

Montenegro und Italien. a

London, 13. Juli. Die LondonerDaily News mel⸗ den, daß auf Vorsteklungen des englischen Gesandten in Cetinle Montenegro die UÜebergabe Skutaris an Italien verweigere. Die englische Meldung trägt den Zensurvermerk. 1 f 5

1 gegen 10.

Amsterdam, 13. Juli. DerNieuwe Rotterdamsche Courant schreibt in einer Erörterung der Ereignisse in Südwestafrika: Die Deutschen zählten 3370 Mann. Wie groß die Kampfkraft der Union war, wissen wir nicht genau. Am 15. Juni sagte der französische Generalgouverneur Buxton in einer Rede in Bloemfontein, daß noch 30000 bis 40000 Mann an den Operationen teilnehmen. Also standen die Deutschen in den letzten Monaten ein Mann gegen 10.

Das Nachspiel des Mordanschlags in Sofia.

Berlin, 13. Juli. Aus Sofia erfährt, wie verschie⸗ denen Morgenblättern berichtet wird, derSecolo, daß der ehemalige Minister Genadiew e auf Veranlassung des dor⸗ tigen Kriegsgerichts verhaftet wurde, weil er dem Ur⸗ heber des Königsattentates im Kasino, der mit drei Kom- n zum Tode verurteilt worden ist, 10000 Franks ge⸗ lieh

Die Cholera in Rußland.

Wien, 13. Juli. Wie derCuryer Sowski berichtet, wirkt die Cholera stark im russischen Heere. Die Gefahr ist um so größer, da die hygienischen Maßregeln mangelhaft sind.

Tripolis.

Chiasso, 13. Juli. Wie demSecolo aus Tripolis gemel⸗ det wird, hat der Verrat der Scheichs der Stämme der Tarfuna, und der Scheichs Saad und Akmed el Suni einige Stämme zwi⸗ schen Tripolis und dem Gebel zum Aufruhr veranlaßt. Infolge⸗ dessen hat die Regierung die Räumung des Gebel Nefuha und des Gebel Gaxian angeordnet. Wie es in der Nähe der Stadt Tripo⸗ lis aussieht, geht aus einer weiteren Notiz desSecolo her⸗ vor, wonach in der Nähe der Stadt eine große Karawane, die den Rebellen Mehl und Zucker bringen wollte, aufgerieben wurde. Der Polizeidienst gegen den Waffenschmuggel längs der Küste wird wieder wie zur Zeit des Tripolisfeldzuges durch Kriegsschiffe

ausgeübt.

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en und zu ihm auch sonst Beziehungen unterhalten habe.