Ausgabe 
(13.7.1915) 162. Erstes Blatt
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keiten wie die Engländer, und

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Nr. 162 Erstes Blatt Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich EießzenerFamilienblätter; weimal wöchentl. Kreis- erden cieze (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech⸗Anschlüͤsse: für die Schriftleitung l12 Verlag, Geschäftsstelle5 1 Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Eine Pause im 6 Die Nonferenz der b

(WB.) Großes Hauptquartier, 12. Juli. (Amtlich.) r Westlicher Kriegsschauplatz.

Am Nordhang der Höhe 60 südöstlich von Npern wurde ein Teil der englischen Stellung in die Luft ge⸗ sprengt.

Der Nahkampf am Westrande von Souchez schreitet vorwärts. Der südlich von Souchez an der Straße nach Arras gelegene, viel umstrittene Kirchhof ist wieder in unserem Besitz; er wurde gestern abend nach hartem Kampfe gestürmt. Zwei Offiziere, 163 Franzosen wurden gefangen genommen, vier Maschinengewehre und ein Minen werfer erbeutet.*

Bei Combres und im Walde von Ailly ging der Gegner gestern abend nach starker Artillerievorbereitung zum Angriff vor; auf der Höhe von Combres gelang es dem Feinde, in unsere Linie einzudringen; er wurde wieder

hinausgeworfen; im Walde von Ailly brach die feindliche Infanterie bereits vor unserer Stellung in unserem Feuer zusammen.

Nördlich der Höhe von Ban⸗de⸗Sapt wurde ein Waldstück vom Gegner gesaͤubert.

Bei Amerzweiler(nordwestlich von Altkirch) über⸗ fielen wir eine feindliche Abteilung in ihren Gräben; die feindliche Stellung wurde in einer Breite von 500 Metern eingeebnet; unsere Truppen gingen sodann planmäßig unter Mitnahme einiger Gefangener vom Feinde unbelästigt in ihre Linie zurück.

Oestlicher Kriegsschauplaß.

An der 1 von Suwalki nach Kalwarja, in der Gegend von ipi ena, stürmten unsere Truppen die

feindli Vorstellungen

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den deulschen Truppen ist unveründert. Oberste Heeresleitung.

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Su do

Lage bei

Die

Die russische Gegenoffensive bei Krasnik hatte keinen großen Einfluß auf die Kriegsereignisse; nach neuesten Mel dungen befindet sich der Feind wieder in der Verteidigungs⸗ stellung. Die Ruhe unserer Heere im Osten hat sicherlich ihre guten Gründe. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß möglicherweise eine andere Kräfteverteilung beabsichtigt ist und man gespannt sein könnte, an welcher Stelle im Osten oder Westen sich dies plötzlich geltend machen würde. Aber auch wenn keine Truppenverschiebungen stattgefunden haben sollten, so wäre einige Zeit erforderlich, um die rückwärtigen Verbindungen umzulegen und für die neue Kriegslage zweck mäßig auszubauen. Das Drama in Galizien ist zu Ende, der Vorhang ist zunächst einmal gefallen, und wenn im Zu⸗ schauerraum wieder einmal unnütze Geister ihr Wesen treiben, die in Ermangelung von Stoff falsche Gerüchte in Umlauf setzen und weiterverbreiten, so sollte man sich durch solchen Klatsch nicht die Stimmung verderben lassen. Auch in Gießen waren gestern wieder Gerüchte verbreitet, die von hohen Ge fangenenziffern fabelten; selbstverständlich ist auch daran kein wahres Wort. Die Quelle, aus der solche Kenntnisse strömen, hält sich schamhaft versteckt.

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, daß der deutsche Schatzsekretär Dr. Helferich die bundesstaatlichen Finanzminister zu einer Sitzung nach Berlin gebeten habe, um die Uebereinstimmung der maßgebenden Stellen in Reichsfinanzfragen sicherzustellen. Diese Konferenz hat am 10. Juli stattgefunden, und dieNordd. Allg. Ztg. teilt uns heute über das Ergebnis einige interessante Andeutungen mit. Man ist sich in'der günstigen Beurteilung der deut⸗ schen Finanzkraft einig und will unerschütterlich durchhalten bis zum siegreichen Frieden. Wir haben keineUnstimmig⸗ inder schon heute ist man sich

über die Art und Weise einig, wie die neue Kreditvorlage aussehen soll, die dem Reichstag unterbreitet werden soll. Ueber die sogenannte Kriegsgewinnsteuer hat man sich in Berlin grundsätzlich dahin geeinigt, daß die Einzelstaaten keinen Anspruch darauf haben, diese Steuerreform zur Besserung ihrer Einnahmen heranzuziehen. Einzig und allein das Reich könnte eine Kriegsgewinnsteuer auf wäh⸗ rend des Krieges entstandenen Vermögenszuwachs erheben. * Ob und in welcher Weise dies beabsichtigt wird, ist aus der 1 ee Notiz derNordd. Allgem. Ztg. noch nicht zu ersehen.

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N* Der österreichisch⸗ungarische Ta gesbericht. Wien, 12. Juli.( TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz.

3 Am Bug nordwestlich Derewlany einen russischen Stützrunkt genommen.

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Italienischer Kriegsschauplatz. n der küstenländischen Front versuchten die Italiener einige Angriffe, die wie immer abgewiesen

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. Gieße General-Anzeiger für

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.

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165. Jahrgang

ner Anzeiger

b sür Stadt Vermischtes

Buch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

Dienstag, 18. Juli 1915

Sezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 5 durch die Post? rtel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; und Land,

und Ge richtssagl: Otto Braun; für den Anzeigenteil: 5. Beck, sämtlich in Gießen.

wurden, so bei Vermegliano, Redipuglia und an mehreren Punkten südlich des Krugipfels. 4

Im Kärntner Grenzgebiet dauern die Geschützkämpfe fort. Auch gegen unsere Stellungen auf den Grenzbergen nordöstlich des Kreuzberg-Sattels und gegen einzelne Tiroler Werke richtete sich feindliches Artillerefeuer. Neuerliche An⸗ griffe des Gegners auf den Col di Lana scheiterten gleich allen früheren.

döstlicher Kriegsschauplatz.

In letzter Zeit entwickelten die Montene griner an der herzegowinischen Grenze eine lebhaftere, jedoch ganz er folglose Tätigkeit. So griffen unlängst wieder ca. zwei monte⸗ negrinische Bataillone unsere Grenzstellungen östlich Avto⸗ vac nach längerer Beschießung 1 schwere Artillerie an. Sie wurden abgewiesen. Einer unserer Flieger bewarf zu dieser Zeit ein montenegrinisches Lager sehr erfolgreich mit Bomben. Weiter südlich ktleß ein Vataillon des Feindes über die Grenze vor. Auch Jieses wurde durch einen Gegen angriff unserer Truppen auf montenegrinisches Gebiet zu⸗ rückgeschlagen.

Oestlich Trebinje versuchte der Feind nach den Miß⸗ erfolgen der vorigen Woche bergebens, durch schweres Ar tilleriefeuer eine Wirkung zu erzielen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Von der galizisch⸗polnischen Front. Berlin, 13. Juli. An der galizisch-polnischen Front herrscht relativ Ru es auch, wie demBerliner Tag 1 pressequartier gemeldet wird, und deutschen Truppen, sich vi

att aus dem k. k. Kriegs- österreichisch-ungarischen naturgemäß beträcht⸗ nden heftigen Kämpfen erbrachten letzten Wochen zu erholen.

Berlin, 13. Juli. DemBerliner Lolalanzeiger wird über die Kämpfe südlich Lublin berichtet, daß der Versuch einer russischen Offensive bei Lublin völlig zum Stehen gebracht und wieder zur Defensive geworden sist. Die Russen weichen auf dem von ihnen eroberten Gelände, dessen sie sich in einer Breite von vier Kilometer bemäch⸗ tigten, wieder zurück.

Am Isonzo versuchten, wie weiterhin derBerliner Lokalanz. meldet, kombinierte, aus Alpini, Bersaglierie und Infanterie gebildete Heereskörper, an verschiedenn Stellen Angriffe, wurden aber überall zurückgeschlagen.

Rußland befestigt seine rumänische Grenze.

Czernowitz, 13. Juli. Es wird bekannt, daß die Russen ihre rumänische Grenze stark befestigten. Mehrere Tausend russische Arbeiter stellen Schützengräben und Draht⸗ hindernisse parallel mit der rumänischen Grenze her. An einer einzelnen Stelle der Grenze arbeitet man Tag und Nacht. An der bessarabischen Frontlinie herrscht fast voll⸗ ständige Ruhe.

Ungarn und Rumänien

Budapest, 10. Juli. Das Ungarische Telegrafen-Korrespon⸗ denzbureau meldet: Der Weltkrieg hat allen ungarischen Kreisen, in denen man von Verständnis und Freundschaft für den Stand⸗ punkt der ungarländischen Rumänen erfüllt war, hohe Genugtuung geboten. Die Haltung der ungarländischen Rumänen während der jetzigen stürmischen Heiken hat die denkbar schärfste Widerlegung des Ammenmärchens gebracht, das von einer Unterdrückung der Rumänen in Ungarn erzählte und die in Ungarn lebenden Rumä⸗ nen verdächtigte daß sie in den Soldaten der feindlichen Armee ihre Befreier erblicken würden. Die Beweise glänzender Opfer⸗ willigleit, die Kundgebungen patriotischer Gesinnung, die in allen non Rumänen bewohnten Gegenden in schier endloser Reihenfolge zu verzeichnen waren, haben den unwiderleglichen Beweis eines Staatsgefühles und einer vaterländischen Gesinnung geliefert, die überall in Ungarn mit größter Freude begrüßt wurden. Als das Schreiben des Ministerpräsidenten Grafen Tisza an den Erz- bischof Metianu zur Veröffentlichung gelangte, fanden neuerlich zahlreiche Kundgebungen statt, in denen alle Schattierungen der rxu⸗ mänischen Parteien diesen Schritt des Grafen Tisza mit dankbarer Freude begrüßten und darin ein Unterpfand dauernden Einverneh⸗ mens zwischen Ungarn und Rumänien erblickten. Die allmählich hervortretenden Zeiche feindlicher Gesinnung Italiens und der darauf erfolgende Ausbruch des Krieges wurden von einem Teile der Bukarester Presse in der Weise ausgelegt, daß Rumänien nun⸗ mehr dem italienischen Beispiele folgen und einen Einfall in das Gebiet der Monarchie versuchen sollte. Diese Unterstellung wurde in den Kreisen der ungarländischen Rumänen mit dem Zeichen unverhohlener Empörung zurückgewiesen. Die rumänischen Kreise fühlten sich vielmehr gedrungen, gegen diese politische Tendenz mit aller Entschiedenheit zu protestieren und ihrer Anhänglichkeit an das ungarische Vaterland beredten Ausdruck zu verleihen. Es ist unmöglich, die lange Reihe von erhebenden patriotischen Kund⸗ gebungen der rumänischen Bevölkerung im einzelnen aufzuzäh⸗ len. Wir verweisen namentlich auf die würdige Kundgebung, die auf den rumänisch-orthodoxen Synoden in Arad und Hermann⸗ stadt am 13. April stattgefunden hat. Die Hauptversammlungen der Komitate Temes, Torda⸗Aranyos, Fogaras, Hermannstadt und Kronstadt folgten diesem Beispiele. Andere Körperschaften, wie der Verwaltungsausschuß des Komitats Marmaros, die Diö⸗ zesanversammlung in Nagybanya, ferner Abordnungen der Komi⸗ tate Szilagy und Maros⸗Torda schlossen sich an. Diese freien Kundgebungen sind der Ausdruck des allgemeinen Gefühls der un⸗ garländschen Rumänen, die alle Versuchungen staatsfeindsicher Um⸗

se. Die Pause ermöglicht!

stlichen Bewegungskrieg.

undesstaatlichen Finanzminister.

triebe entschieden zurückweisen und sich durch unauflösliche Bande der Liebe und der Pflicht mit dem ungarischen Vaterlande, dessen Schutz und Wohlwollen sie genießen, verbunden fühlen. Diese Kund⸗ gebungen, die in den stürmischen Tagen des Weltkrieges doppelt wertvoll sind, haben allüberall in Ungarn tiefen Eindruck ge macht und eröffnen den Ausblick in eine Zeit der inni⸗ gen Freundschaft und des dauernden Einverneh⸗ mens zwischen Ungarn und Rumänen. Brutalitäten der Italiener.

. Wien, 11.. Juli. Das Kriegspressequartier meldet: Vom italienischen Kriegsschauplatz kommen Nachrichten über völker⸗ rechtswidrige Handlungen und Grausamkeiten unserer Feinde. Am 2. Juni abends kamen 200 Bersaglieri auf Rädern nach San Lorenzo in Friaul, nahmen den Ortspfarrer und den Bürgermeister gefangen und erpreßten unter Droh⸗ ungen mit Gewehr und Bajonett Aus sag en über die Stellungen der Oesterreicher. Ebenso wurden die sich ruhig verha bewohner behandelt. Der Pfarrer und der Bürge 20 Männer wurden nach Üdine weggeschleppt, die übrigen Be⸗ wohner hart drangsaliert und mehrere von ihnen durch Schüsse getroffen. Den ganzen Tag über wüteten die Italiener wie eine wilde Horde, um von den Bewohnern die Stellungen der Oester- reicher zu erfahren. Frauen wurden belästigt und geschändet. Als am 5. Juni vormittags unsere Artillerie die Italiener aus San Lorenzo vertrieb, verließen alle Familien mit Zurücklassung ihrer Habe den Heimatort und flüchteten nach Görz, von⸗wo aus sie ins Hinterland weitergesendet wurden. Männer, Frauen und Kinder sind nur eine Stimme, daß sie nie und nimmer geglaubt hätten, daß die Italiener solche Barbaren und so jeder Zivilisation und Kultur bar seien, dabei ist zu betonen, daß die Italiener sich so in Friaul benahmen, einem Lande, das sie angeblichbe⸗ freien wollen.

Die Kulturhöhe der Franzosen.

Berlin, 12. Juli.(WTB. Amtlich.) Eine jetzt als Kranken⸗ schwester tätige deutsche Dame, die in den ersten Kriegsmonaten in Frankreich lebte, schildert als Zeugin unter Eid einen von ihr selbst beobachteten Vorfall, der sich in dem Vororte Le Bourget bei Paris abgespielt hat. Dort wurde aus dem Krankenzuge ein schwerverwundeter deutscher Infann⸗ terist ausgeladen und in den Wartesaal gebracht. Man sah ihm an, daß er bald sterbem würde. Die Zeugin begab sich zu ihm, um ihn nach dem letzten Wunsche zu fragen. Er bat um einen Geistlichen, der auch bald erschien. Der Bahnhof war nicht ab⸗ gesperrt. Eine große Anzahl der Bewohner von Le Bourget fanden sich⸗ ein, um sich an dem Schauspiel der verwundeten Kriegsgefangenen zu ergötzen. Als der Schwerverwundete vom Wagen gehoben wurde, begann ein ungeheures Johlen und Schimpfen der Menge, zahlreiche Steine, dar⸗ unter solche von Eiergröße, wurden gegen den wehrlosen Mann geworfen und trafen ihn mehrfach; selbst als der Geistliche ihm die letzten Trostworte zusprach, hörte das Schimpfen und das Werfen mit Steinen nicht auf. Die Bitten des Geistlichen und der Zeugin, die letzten Minuten des Schwer verwundeten zu achten, wurden mit Hohn und Spott beantwortet. Die zahlreichen an⸗ wesenden französischen Soldaten, die die Vorgänge ebenfalls be⸗ obachteten, machten keinerlei Miene, den Bedauernswerten irgend⸗ wie vor der Volkswut zu schützen. So hauchte der Mann, der in der Ausübung der höchsten Pflicht für das Vaterland geblutet hatte, unter Schmähungen und Mißhandlungen desersten Kulturvolkes der Welt sein Leben aus.

Die Rückkehr von 257 schwerverwundeten Deutschen aus Frankreich.

Konstanz, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der erste Zug mit 257 schwer verwundeten Deutschen, darunter neun Offtzieren, lief heute vormittag Uhr fahrplanmüßig im hiesigen Bahnhof unter den Hochrufen eines nach Tausenden zählenden Publikums ein, die Musik spielte die Nationalhymne, die Ver⸗ wundeten erklärten, daß die Behandlung in Frankreich durch⸗ schnittlich anständig war.

Konstanz, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Zum Empfang der kriegsuntauglichen und schwer verwundeten Deutschen sind Prinz Max von Baden, der Minister des! Innern Freiherr v. Bodmann und vom Stellvertretenden Generalkommanda General v. Manteuffel hier eingetroffen.

Konstanz, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kai⸗ serin richtete an die Austauschkommisfion in Konstanz folgendes Telegramm: Neues Palais, 11. Juli. Den tapferen Kriegern, die heute zum ersten Male wieder deutsche Erde betreten, die sie mit ihrem Blute verteidigt haben, sende ich dankbaren Will⸗ kommengruß. Die Heimat wird sie und ihre Verdienste nicht vergessen. Auguste Viktoria.

Genf, 12. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Am Sonntag abend kam der erste Transport deutscher Kriegsin validen aus Lyon in Genf an. Die Kriegsinvaliden wurden am Bahnhofe von Mitgliedern des deutschen Konsulats und des Genfer Roten Kreuzes bestens empfangen und gestärkt. Nach einstündigem Aufenthalt fuhr der Zug nach Konstanz weiter. Der erste Transport kriegs⸗ invalider Franzosen aus Deutschland trifft hier am Montag trüh ein.

Weitere Vergeltungsmaßregeln gegen Frankreich.

Berlin, 12. Juli. WTB. Amtlich.) DieNord. Allg. Ztg. schreibt unter der Ueberschrift:Weitere Vergeltungsmaß⸗ regeln gegen Frankreich. In letzter Zeit sind hier Fälle bekannt geworden, wonach kriegsgefangene deutsche Offiziere in Frank. reich in einer nicht den Kriegsgebräuchen entsprechenden Weise behandelt werden und zwar lediglich aus dem Grunde, weil sie ihr Ehrenwort, nicht mehr gegen Frankreich und seine Verbün⸗ deten zu kämpfen, verweigert haben. Insbesondere werden nach Privatbriefen, wie nach dem Bericht eines Vertreters eier neu⸗ tralen Macht etwa 50 deutsche Offiziere, die im Fort Entre⸗ veaur in den Alpen interniert sind und die Abgabe des Ehren wortes verweigerten, in vier stets verschlossenen Räumen ngen gehalten; sie dürfen sich täglich nur eine unde auf einem kleinen Hofe von zehn bis zwölf Metern bewegen und sich nicht gegenseitig besuchen. Dieses Verfahren widerspricht den Bestim⸗ mungen der Haager Landkriegsordnung, denn nach Art. 11 dary auf kriegsgefangene Offiziere irgend ein Zwang auf die Abgabe des