Blatt, daß der deut sche Rechts- und Infecsssen⸗ standpunkt im Kampfe der Meinungen den neutralen Staaten gegenüber nicht aufgegeben wird. Es handelt sich um die Frage, ob es möglich sei, berechtigte Ansprüche der Neutralen, mehr als es bisher chehen war, unter 5 8 Aufrechterhaltung der deutschen Seekriegs führung zu schützen. 8 N Tageblatt“ schreibt Kapitän a. D. Persius: Aus der Note wird deutlich erkennbar, daß die Beziehungen zu Amerika freundschaftlich bleiben sollen. Mit diesem Ziel wird sich jeder Realpolitiker dankend einverstan⸗ den erklären, da diese Note besagt, daß der bisherige Kurs Aunter größter Rücksichtnahme auf die Interessen Nord⸗ amerilas weiter verfolgt werden wird.. In der„Voss. Zeitung“ heißt es: Der ernste, wür⸗ dige, aber auch allen berechtigten Wünschen Amerikas ent⸗ gegenkommende Inhalt der Note wird überall in Deutsch⸗ land mit großer Befriedigung aufgenommen werden. Wir geben uns aber auch darüber hinaus der unserer dene hin, daß auch in Washington die Erklärungen unserer Regierung die rechte Würdigung finden werden. Die positiven Vor⸗ schläge, die das Auswärtige Amt am Schlusse der Aus⸗ führungen macht, um die Sicherheit des Personenverkehrs der Neutralen zu verbürgen, erscheinen uns sehr beachtens⸗ wert. . In der„Kreuzzeitung“ wird gesagt: Die Note ist in sehr versöhnlichem Tyne gehalten und beweist auch sonst 5 ein weitgehendes Entgegenkommen. Nochmals wird wir⸗ fklungsvoll hervorgehoben, daß die Vernichtung der„Lusi⸗ tania“ eine Pflicht den deutschen Müttern und Kindern gegenüber war, da durch die Tausende Kisten von Munition ihre Ernährer hingemäht worden wären. . Auch die anderen Blätter, wie die„Post“,„Tägl. mundschau“ und die„Deutsche Zeitung“, äußern sich in zustimmendem Sinne.
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2
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
5 Wien, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird
verlautbart: 9. Juli 1915 mittags.
* Russischer Kriegsschauplatz.
Die allgemeine Lage im Nordosten ist unverändert.
ö In Russisch⸗Polen wird auf den Höhen nördlich Kras⸗
nik weiter gekämpft. Wie in den vorhergehenden Tagen wurden auch gestern an mehreren Stellen der Front äußerst
heftige rufsische Angriffe zurückgeschlagen.
BVestlich der Weichsel wurden alle genommenen russi—
schen Vorstellungen behauptet.
6 Italienischer Kriegsschauplatz.
* An der küstenländischen Front herrschte gestern
verhältnismäßig Ruhe. Ein italienischer Flieger
war bei Görz zu einer Notlandung gezwungen. 5
Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet
Geschützkämpfe und Scharmützel. Ein Angriffsversuch zweier
feindlicher Bataillone auf den Col di Lana(bei Buchenstein)
wurde abgewiesen..
75 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs
8 v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
* Der russische Bericht. a
Petersburg, 9. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ alstab des Generalissimus gibt bekannt:
In der Nacht zum 7. Juli griff der Feind 8 „Stellungen am Bahnhof von Murajewo an. stlich der Cbaussee Kalwarja⸗-Suwalki gelang es dem Feinde am 6. Juli die Chementka zu überschreiten; er wurde am nächsten Tage aber wieder zurückgeworfen. Am Orzyc griff der
Feind in der Nacht zum 7. Juli unsere Schützengräben südwest⸗ lich des Dorfes Jednorozec vergebens an. Einige deutsche Gruppen hielten sich bis Tagesanbruch vor unseren Schützen⸗ 0 3— sig e 5—9— 2 alle, aufgerieben. Am Tage gri r i ieselben Schützen⸗ gräben an, wurde aber unter großen Verlusten abgeschlagen. Am linken Ufer der Weichsel griff der Feind in der Nacht zum 7. Juli unter dem Schutze ungeheuerer giftiger Gaswolken mehrmals in 5 Richtung auf Bolimow auf der Front von 12 Werst an. Es gelang dem Feinde in einigen Abschnitten, die Schützengräben der ersten Linie zu nehmen. Am folgenden Tage warfen wir ihn aber im Gegenangriff zurück und stellten den früheren Zustand Wieder her ausgenommen in einem Abschnitt. In der Nähe der Staatsstraße nach Bolimow geht der Kampf gegen die iftmörder weiter. Zwischen dem Marktflecken von Ren no d dem Dorfe Jozefow unternahm der Feind in der Nacht und bei Tage am 7. Juli vergebliche Angriffe auf Seche in in der Nähe der Weichsel. 2 der Weichsel und dem Bug griff der Feind am 7. Juli nicht an. Gleichzeitig setzten unsere Truppen in der Richtung auf Lublin erfolgreich die Offensive, e sie in dem Abschnitt Urzedow⸗Bychawa ergriffen haben, fort. Nachdem sie die Urzedowka überschritten hatten, marschier⸗ ten sie gegen Blory⸗Systrica und schlugen den Feind schwer aus t. Sie machten vom 5. bis 7. Juli 11000 Gefangene und nahmen viele Maschinengewehre sowie eine Fahne. In diesem Ab⸗ Ichnitt befindet sich der Feind auf dem Rückzug. Wir verfolgen ihn. 2 3 Zlota-Lipa und am Dnujestr veränderte h nichts.
N Die„Times“ über die Lage der russischen Armeen.
8 London, 9. Juli.(Ctr. Frkft.) Die„Times“ berichtet über
den russischen Kriegsrat, der kürzlich abgehalten wurde, folgender⸗ maßen: Vor einigen Tagen fand in dem Hauptquartier des Groß⸗ flürsten eine wichtige Versammlung statt. Der Zar und verschiedene seiner Minister waren bei dieser Konferenz gegenwärtig, die in einem Zelte stattfand und drei Stunden dauerte. In dieser ferenz wurden zweifelsohne wichtige Beschlüsse gefaßt, die etzt zur Ausführung gelangen sollen. Wir sind natürlich nicht in der Lage, die Fragen und die Beschlüsse zu kennen, um die es sich hierbei gehandelt hat, wir können* vermuten, daß zwei Dauptfragen behandelt wurden, 1. ob die russischen Zentralarmern sich auf den Bug zurückziehen sollen, 2. ob die Sü bleiben sollen, wo sie sind, d. h. auf der Basis Südwestrußlands, oder ob sie nach dem Norden * schwerwiegender Entschluß, nach dem Bug u i
Iwan
d, ihrem Schicksal zu überlassen.
von den russischen Zentral- und Nordarmeen genügend ppen hinweggenommen werden können, um die von Süden an⸗
rückende Welle aufzuhalten, dann wird man
Stellungen an der Weichs
en sestzuhalten. Aber n der Mun
ich zurückz bebenben—
segung durch den Fein mit vollständiger Ruhe jedem Be lletzerzeugung, daß Rußland
getrenut werden Menden dern un di 0 1 1 tärke— über den feindlichen Kräften im Gleichgewicht erhalten. Wir milssen uns daran erinnern, daß außer auf Kriegsschauplatz in Laluem noch vier beutsche Armeen im Felde siehen, nämlich die nördlich des Njemen, die in Ostpreußen und die in Nord- und
sollte, wird dies noch nicht notwendigerweise den eslen zuwiderlaufen, wenn die Russen nur ihre
zurückgezogen werden sollen. Es 6 Festungen der Weichsel, Nowogeorgtijewsk, Warschnr—
7 schantaldhe schwächen, um den Feind im Suden aurzußhalt würden die 2 deutschen Armeen sicherlich den Befehl er⸗ halten, vorzurücken und einen Druck auf die Russen auszuüben. Warschau ist ein ausgesprochen vorspringender Punkt, und die Gefahren, die eine frechterhaltung der Weichsellinie bieten, können nicht außer acht gelassen werden. Es wäre bedauerlich, wenn man zum Rü genötigt wäre. Aber dies würde nun eine Episode darstellen. Die Niederlage und die Einschließung der russischen Zentralarmeen, die der deutschen Strategie so 2 am Herzen liegt, muß unter allen Umständen und selbst auf Kosten der Gefühle und des Ansehens vermieden werden. Wir wissen, daß noch große russische Reserven vorhanden sind und daß Waffen und Munition nun eintreffen. Ein Rückzug der Russen kann be⸗ dauerlich sein, aber bei weitem nicht so sehr wie die Notwendigkeit, eine entscheidende Schlacht zu schlagen unter Bedingungen, die bei einem Mißerfolg einen Rückzug schwierig 8 5 (Frkf. Itg. Berlin, 9. Juli.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z.“ meldet aus Petersburg: General Rußki, der vor einiger Zeit spegen Unstimmigkeiten mit Großfürst⸗Generalissimus einen angeb⸗ lichen Krankheitsurlaub erhielt, wurde der Oberbefehl über die russischen Armeen an der Nordwestfront über⸗ tragen. Er erhielt besondere Machtbefugnis. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß er demnächst offiziell den Titel Vize-Gene⸗
ralissimus erhält.
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5 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von einem Besuche an der Dardanellenfront zurückgekehrt, sagte der Konstantinopeler Deputierte Dschahid über seine dort empfangenen Eindrücke: Ich kehre voll Stolz, Hoff⸗ nung und Vertrauen zurück. Wenn ich die bisher zu Lande und zu sser unternommenen Operationen füberblicke, für die der Feind eine mächtige Flotte, sodann eine etwa 300 000 Mann starke Armee heranführte, die reichlich über jedes Kriegsmaterial über zahlreiche Flieger und Verteidigungsmittel, wie Blendwerke usw. verfügt und von Kriegsschiffen unterstützt wird, die zuweilen an einem Tage bis 40 000 Schusse abgaben, wenn ich bedenke, daß der Feind trotz alledem nach 2½ Kriegsmonaten nicht imstande war, auch nur das kleinste Dorf zu nehmen und auf einen kleinen Streifen Landes von einem Kilometer bei Sedd⸗ül⸗Bahr ein⸗ eengt blieb, kann ich nur feststellen, daß auch in Zukunft dem inde jedes Vorrücken unmöglich sein wird. Das große Geheimnis des Erfolges der Türken liegt in der vollendeten Organisation aller Zweige der Armee, die, wie eine tadellos arbeitende Maschine funktioniert und die, um der türkischen Nation neues Leben zu⸗ zuführen, alles, vom Führer bis 2 einfachen Soldaten, vom Automobil bis zum Kamel in den Dienst dieser Sache stellte und selbst die alten, seit Jahrhunderten unbenützten türkischen Mörser
wieder gebrauchsfähig zu machen verstand. Eine englische Niederlage in Arabien.
Konstantinopel, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Privatnachrichten aus Bagdad griffen die den Türken treuen Stämme Elkiab und Devrek, die auf persischem Ge— biete in der Gegend des Flusses Karun wohnen, der sich südlich Bassorah in den Schatt el Arab ergießt, die eng⸗ lischen Truppen in der Umgebung von Hasai Hasalie und Elmare an, nahmen tausend Engländer gefan⸗ gen und erbeuteten sechs Kanonen, zwei Ma⸗ schinengewehre undeine Menge Munition und Lebensmittel. Außerdem hatte der Feind eine Anzahl von Toten und Verwundeten.
5„
Die französische Jahresklasse 1917.
Lyon, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ will wissen, daß die französische Regierung die Einberu⸗ fung der Jahresklasse 1917 solange wie möglich hinausschieben wird. Auf jeden Fall werde die Einberufung vor Ende Oktober nicht in Erwägung gezogen.
Eine schweizerische Anleihe. Bern, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Zwecks Beschaf⸗ fung weiterer Mittel zur teilweisen Deckung der außer- ordentlichen Ausgaben für die Mobilisation der schweizerischen Armee hat der Bundesrat beschlossen, eine Anleihe im, Nominalbetrage von 100 Millionen Franken, zu 4 Prozeft verzinslich, während zehn Jahren un⸗ aufkündbar und mittels 30 Annuitäten rückzahlbar, auf⸗ zunehmen. Ein Kartell schweizerischer Banken und der Ver⸗ band schweizerischer Kantonalbanken übernahmen die Anleihe est optionsweise. Die Anleihe wird in den nächsten agen zur öffentlichen Zeichnung zum Kurse von 96,5 auf— gelegt werden. Englische Meldungen über den Krieg in
Deutschsüdwest⸗Afrita. Berlin, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber den Krieg in Deutschsüdwestafrika liegen folgende Mel⸗ dungen aus englischer Quelle vor: Kapstadt(Reuter). Ein amtliches Telegramm aus Pretoria meldet, Botha habe die Kapitulation der deutschen Streitmacht von Deutsch⸗ südwestafrika angenommen. Ein früher eingelaufenes amt⸗ liches Telegramm meldet: Oberst Mybuoch kam in Tumeb in Damaraland an. Er machte 1 600 Kriegsgefangene, erbeutete eine Kanone und befreite die gefangen gehaltenen Engländer. Oberst Brits, der einen 2 Umweg in west⸗ licher Richtung machte, nahm 150 Mann gefangen und be⸗ freite den Rest der gefangenen Uniontruppen. Das Ende des Krieges scheint nahe. Die Uebergabe des Restes der feindlichen Streitmacht ist eine Frage kurzer Zeit. Ein anderes Telegramm besagt: Oberst Mybuoch traf die Deutschen unter dem Befehl von Kleist in Ghaub. Die Deut⸗ schen zogen sich zurück und ließen 86 Gefangene zurück. Kurz darauf machten die Briten noch 500 und eroberten eine Kanone. Die englischen Verluste sind: ein. Mann tot, drei verwundet. Oberst Brits hat Otyossasu am 30. Juni verlassen. Er rückte über Oty Okakena vor und erreichte Namutoni, wo er 150 Mann gefangen nahm,
daf Vorräte erbeutete und die englischen Gefangenen befreite.
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der Seekrieg.
Deutsche Unterseeboote im ägäischen Meer.
Bern, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Mailänder „Secolo“ meldet aus London, daß laut Berichten aus Athen deutsche Unterseebooteim Aeg äischen Meer er⸗ schienen sind, die in der Flotte der Alliierten große Auf⸗ regung hervorgerufen haben. Daraufhin hat der Admiral die hauptsächlichsten Einheiten von den Dardanellen zurück⸗ gezogen. In London messe man dieser Nachricht nicht viel Glauben bei, wenn man auch die Möglichkeit zugäbe, daß einige Schiffe zurückgezogen worden seien, weil sie ausge⸗ bessert werden müßten. Die Zurückziehung der Schiffe könn⸗ 1 auch aus der Notwendigkeit von Dislokationen ergeben aben.
Die Turiner„Stampa“ erfährt aus Sofia, daß die englische Flotte mit der Blockade der gesamtengrie⸗ chischen Küste begonnen habe. Die griechische Regierung habe in London energischen Einspruch mit der Begründung erhoben, daß die Blockade eine Verletzung der griechischen
0 ittelvolen. Wenn die gtussen die Front an einem dieser Kriegs⸗
Neutralität darstelle.
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12
Italienischer Flaggen mißbrauch. Athen, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Von unserem
berichterstatter. Ein unter griechischer Flagge fahr
Dampfer, der eine Ladung Benzin und Oel an Bord
00
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Berlin, 9. Juli.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lok.⸗Anz.“ meldet aus Kopenhagen: Der dänische Dre Ellen“, mit Holz auf der Fahrt nach Liverpool, wurde in der Nordsee von einem deutschen Unterseebobt in Grund geschossen, da er Bannware an Bord hatte. Die Besatzung wurde gerettet und in Helsingborg gelandet.
London, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Hull: Der Dampfer„Dido“ von der Wilson⸗Linie, der in der letzten Woche einem deutschen Unter⸗ seeboote entronnen ist, nachdem ihn dieses durch einen Kanonen⸗ schuß beschaͤdigt hatte, ist jetzt in der Nähe von Nordschottland durch einen Torpedo versenkt worden. Die ganze Besatzung
wurde gerettet. **
* a 5 Aus dem englischen unterhause. London, 8. Juli.(WT B. Nichtamtlich) Unterhaus vom 7. Juli. Tennant
N N daß die Einrichtungen für die Aufnahme der an den
Wochen in jeder Beziehung hinreichend 1 9
Office r werden. Tennant bestritt auf eine weitere
allgemeine Wehr⸗ r Le ng erklärte,
„Long e ein⸗
London, 9. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Wie die„Ti⸗ mes“ aus Toronto meldet, spendete der e ameri⸗ lanische Staatssekretär Bryan 2000 Mar für die deutschen Gefangenen in den kanadischen Ge⸗ fangenenlagern..
Aus dem Reiche.
Berlin, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ verband des Vereins deutscher 3 em rer hat seinen der Kaiserin für der Kriegsfür⸗ sorge zur Verfügung gestellten reichen Sammlungen im Betrage von bereits mehr als 200 000 Mk. einen weiteren Betrag von 40000 Mk. folgen lassen. Er bereitete da⸗ durch Ihrer Majestät eine große Freude. Die Kaiserin ließ den Angehörigen des deutschen e für ihre hervorragende patriotische Op illigkeit ihren 8 Dank übermitteln. Die Gabe wurde dem
omitee des Deutschen Vereins vom Roten Kreuz für Zwecke der. überwiesen.
Hamburg, 9. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bund deutscher Getreide, Mehl⸗, Saaten, Futter⸗ und Düngemittelhändler richtete an den Reichs⸗ känzler eine umfassende Eingabe, in der er in erster Linie um Berücksichtigung des arbeitenden Handels bei der Vertei⸗ lung der neuen Ernte bittet. gleich wurden in der
Eingabe cnc en Vorschläge t, in welcher Weise
diese ücksichtigung durchgeführt werden kann. 7 ————— Aus Stadt und Cand. Gießen, 10. Juli 1915.
% Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde am 3. 920 d. 1 dem Schulamtsaspiranten Heinrich Sames aus Holzheim eine Lehrerstelle an der Volksschule* Ober-Schmitten, Kreis Schotten.— Das Ehrenzeichen für— glieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen Philipp Wilhelm Neuer zu Beerselden.— Die Großherzogin hat am 7. Juli d. Is. den Bezirkskassier der Bezirkskasse Nidda Rendanten Chrissian Becker zu Nidda vom 1. Oktober 1915 ab zum Ministerialregistra⸗ tor bei der Registratur des Ministeriums der Finanzen und den Ministerialregistrator bei der Registratur des Ministeriums der Finanzen Philipp Jünger zu Darmstadt vom 1. Oktober 1915 ab zum Bezirkskassier der Bezirkskasse Nidda ernannt.— Der Großherzog hat am 5. Juni d. Is. den evangelischen Pfarrer Heinrich Heintze zu Gettenau auf sein Nachsuchen, unter An- erkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst⸗ ordens Philipps des Großmütigen, mit Wirkung vom 16. Juli l. J. ab, in den Ruhestand versetzt.— Das Ehrenzeichen für Mitgliedern freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen an Philipp Mehlmer zu Budenheim. g 0
Die Fleischpreise. Die Metzger haben sich vor einigen. in ganz Deutschland an die Bevölkerung ewandt und dargelegt, daß die Viehpreise so 1 ich in die Höhe gegangen sind, daß sie 5 Aufgabe, die Bevölkerung mit Fleischnahrung zu angemessenen Preisen u versehen, nicht mehr erfüllen können. Wir haben von diesen Darlegungen ausführlich Notiz genommen. Soweit es sich um die augenblicklichen Preise für Schweine handelt, mag die Behauptung der Metzger gelten. Die Rindvieh⸗ preise sind 5 75 man 3 een 55 W acht Tagen erheblich gefallen und ste zurzeit, wenigsten 2 K Nera zu den La denprensen für i und Rindfleisch. Die Preise in Schlacht⸗
ewicht, die unsere l zurzeit in Gießen anlegen, seellen sich nämlich für Ochsen auf 1.05—1.10 Mk., für Rinder auf 0.95—1.00 Mk., für Kühe bester Sorte 0.90 Mk., geringerer Sorten 0.80—0.70 Mk. per Pfund. Hierbei ist zu berüclsichtigen, daß die Metzger zurzeit für die Haut der geschlachteten Tiere und für das 5 erzielen; ebenso werden jetzt alle A verwertet. Die Klagen wegen m gel
3
ehr hoh


