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Dörfer, die hier weit weniger zahlreich sind, als in Westgalizien, schienen sich in ihren halbzerstörten Häusern schon wieder wohnlich eingerichtet zu haben; behaglich ihr Pfeifchen schmauchend, hockten die weißkittligen Ruthenen auf den Schwellen, und die Juden zogen freundlich grüßend die Hüte von den Ringellocken, wo wir an ihren Häusern vorbeifuhren. Oft wurde man weite Strecken lang fast durch nichts daran erinnert, daß hier noch vor wenigen. Tagen blutige Kämpfe sich abgespielt hatten. Doch wir nähern uns dem Operationsgebiet. Von einer deutschen Feldfliegerstation, die links im Felde lagert, steigt ein Doppeldecker auf und verschwindet bald vor uns in den Wolken. Kolonnen aller Art nähern sich. Ein kilometerlanger Transport russischer Gefangener, mehrere tausend Mann, die während der Gefechte des heutigen Morgens in unsere Hände fielen, bewegt sich an uns vorüber. Dann kommen uns Verwundetentransporte entgegen. Und plötzlich halten wir zwischen den noch rauchenden Trümmern von Janow, nur noch einige zwanzig Kilometer vor Lemberg. Da die Russen hier bereits im Rückzuge sind, wollen wir weiter nach Grodek. Die bei Janow liegenden Höhen gewähren uns einen Ueberblick über die Lage. Hier müssen die Russen verzweifelten Widerstand geleistet haben.
Neue Trupps Leichtverwundeter kommen uns entgegen, aus ihren A rr
Gesichtern läßt sich erkennen, daß es vorn gut stehen muß. Jetzt sind wir bei einer österreichischen 30,5 Ztm.⸗Mörserbatterie. Aber sie feuert nicht mehr, sie baut ab. Wir halten an und fragen: „Wie steht es um Lemberg?“„Lemberg ist unser! Sechs Kilo⸗ meter jenseits der Stadt ist unsere neue Stellung.“ Das Kampf⸗ gebiet liegt also bereits weit östlich der Stadt. Nun so schnell als möglich nach Lemberg. Bald haben wir den Schauplatz der letzten Kämmfe erreicht. Noch liegt im Felde mancher Brave, der sein Leben lassen mußte im heißen Ringen um das langersehnte nahe Ziel, noch war keine Zeit, ihm die letzte Ruhestätte zu bereiten, kaum daß die Straße freigemacht werden konnte, auf der nun ein siegreiches Heer seinen Einzug hält in die befreite Stadt.
Und da kommen sie schon den Befreiern entgegen, in dichten Scharen, zu Wagen und zu Fuß, Blumen in den Händen, Freuden⸗ tränen in den Augen, Jubel im Herzen, der nach Ausdruck ringt. Zehn Monate haben sie uns geknechtet, jetzt sind wir frei! Hoch Desterreich! Hoch Deutschland!
Und sie klettern auf die Protzen der Geschütze, sie hängen sich an die Wagen, sie drängen sich zwischen die Pferde und küssen die Stiefel der Reiter. Im Nu hat ein jeder Krieger sein Sträußchen am Käppi, Säbel, am Gewehr; ein Wagen mit deutschen Offi⸗
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zieren ist mit Blumen illt. Wo sie erkannt Jubel am größten. Sträuße mit Schleifen werden en. Heil Deutschland! Heil Kaiser Wilhelm! steht darauf. Und immer ge⸗ waltiger schwillt der Jubel an, je weiter ins Stadtinnere man kommt, wo von allen Balkonen schon die Teppiche hängen, wo aus allen Fenstern die Fahnen flattern, österreichische, un, arische, ga⸗ lizische und deutsche. Auf den Straßen wogt es. ereine mit ihren Fahnen und Zeichen ziehen auf, Heiligenbilder werden her⸗ umgetragen und lorbeerumkränzte Bildnisse des Kaisers Franz Josef. Ein Freudentaumel hat all die Tausende erfaßt und immer aufs neue schallt es stundenlang: Hoch Oesterreich Hoch Deutsch⸗ land! Was müssen diese Menschen während der Fremdherrschaft gelitten haben, um in der Stunde der Befreiung in diesen Zustand der Exstase versetzt zu werden. Und wie haben die Russen sich ver⸗ rechnet, als sie glaubten, aus Lemberg eine russische Stadt machen zu können! Nein: Lemberg ist österreichisch geblieben, oder ist es mehr noch geworden, als es jemals vor der Russenzeit war, dies ist der größte freudige Eindruck, den ich mit mir genommen
von diesen unvergeßlichen Stunden. 5
Richard Schott, Kriegsberichterstatter.
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Der Gemeinderat von Heuchelheim hat am 6. Juli 1915 nachträglich beschlossen, wie im Jahre 1914 auch für 1915 auf 100 Mark Steuerwert des Vermögens 20,792 Pfg. und auf 1 Mark
staatliche Einkommensteuer 143,274 Pfg. aus⸗ zuschlagen.
Dieser Beschluß liegt vom 12. Juli bis 19. Juli 1915 auf dem Geschäftszimmer der
Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht offen. Heuchelheim, am 9. Juli 1915. Großh. Bürgermeisterei. Kreiling.
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Berichtigung. Bei der Veröffentlichung unserer Vermögens⸗ Bilanz von 1914 in Nr. 154, 2. Blatt des Gießener Anzeigers ist ein Fehler unterlaufen. Es muß heißen:„Spar- und Darlehenskasse, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht“, statt mit„unbeschränkter“ Haftpflicht. 5702 Lich, den 9. Juli 1915. Spar⸗ und Darlehenskasse Lich(Oberhessen) eingetr. Gen. mit beschr. Haftpfl. Heller, Direktor. Schnabel, Rechner. Die Gemeinde Geilshausen beabsichtigt einen
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auf Lebendgewicht durch schristliches Angebot zu verkaufen. Angebote werden bis zum Montag, den 12. d. Mts., abends 8 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei erbeten. Ebenso werden An⸗ erbieten für den Ankauf eines jungen, sprung⸗ fähigen Bullen(Simmentaler Rasse) daselbst angenommen. Geilshausen, den 7. Juli 1915. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen.
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