Ausgabe 
(9.7.1915) 159. Erstes Blatt
Seite
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1 Nussische Hilferufe an Japan.

6 Berlin, 9. Juli. Dazu, daß von russischer Seite ein neuer Hilferuf an Japan ergeht, schreibt dieKreuz- zeitung: Es beleuchtet die militärische Lage Rußlands, daß es jetzt den früher von Frankreich vergeblich ergangenen Ruf nach japanischer Hilfe seinerseits aufnimmt. Voraussichtlich wird er nicht von großer Wrikung sein, denn womit soll der Vierbund die japanische Hilfe bezahlen? Es kommt dazu, daß England schwerwiegende Gründe hat, diese Hilfe nicht zu wünschen. Ein russisch⸗japanisches Bündnis könnte nur all⸗ zuleicht seine Spitze gegen den asiatischen Besitz Englands kehren. Japan hat aber durch den Ausbau seiner Stellung in China und in der Südsee die Ernte, die es von diesem Kriege erhoffte, in seine Scheuern gebracht, nicht zuletzt zum Schaden des englischen Verbündeten.

Sven Hedin.

Berlin, 9. Juli. Nach vier Monaten Aufenthalt an der Ostfront kehrte Sven Hedin nach Stockholm zurück. Er sprach sich, wie demBerliner Lokalanzeiger berichtet wird, lobend über die Tapferkeit der russischen Soldaten aus und sagte, daß weder in Deutschland noch in Oesterreich-Ungarn Haß gegen die Russen bestände. Die Deutschen meinten sogar, daß die Russen ihre an⸗ ständigsten Gegner seien. Sven Hedin erwähnte seine Besuche bei dem Feldmarschall von Hindenburg und bei Kaiser Franz Josef. Der alte Kaiser sei über alle Einzel⸗ heiten des Krieges genau unterrichtet. Hedin schloß seinen Bericht mit der Versicherung, daß sein Aufenthalt an der Ostfront das größte Ereignis seines Lebens sei.

Aus dem Reiche.

Höchstpreise für Petroleum.

Berlin, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bun- desrat erteilte in seiner heutigen Sitzung der Verord- nung über Höchstpreise für Petroleum und die J Verteilung der Petroleumbestände seine Zustimmung. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Der Preis für einen. Doppelzentner Leuchtpetroleum darf bei Verkäufen von eeinem Doppelzentner und mehr(Großhandel) 30 Mk., bei geringen Mengen(Kleinhandel) 32 Pfg. für einen Liter

ab Laden oder Lager und 34 Pfg. frei ins Haus nicht über⸗

steigen. Für die Ueberlassung in Kesselwagen und Fässern

sind Zuschläge festgesetzt. Der Reichskanzler kann die Grund

sätze bestimmen, nach denen die Verteilung der im Handel N befindlichen oder in den Handel kommenden Petroleum bestände an die Verkäufer zu erfolgen hat.

In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten ferner zur Annahme: Der Antrag betreffend Zollfreiheit für Halbzeug, Tarifnummer 650; die Vorlage betr. Be lastung des in kleineren Brennereien hergestellten Brannt- weins, betr. Verarbeitung von Kartoffeln im Lohnbetriebe für die Reichsstelle für Kartoffelversorgung; die Vorlage betr. Aenderung des Militärtarifs für Eisenbahnen.

Gegen Lebensmittelwucher in Bayern.

München, 8. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Das Stellver⸗ tretende Generalkommando des ersten Armeekorps erläßt

Bekanntmachung:

Die Prrise der notwendigen Lebensmittel und Bedarfsgegen⸗ stände erreichten teilweise eine Höhe, die die Lebenshaltung außer⸗ ordentlich erschwert. Die Teuerung ist nicht zuletzt zurückzuführen auf die unlauteren Machenschaften einzelner Personen und Aus⸗ wüchse des Zwischen handels. Um dem wucherischen Trei⸗ ben entgegenzutreten, wird bestimmt: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre wird bestraft 1. wer bei dem gewerbsmäßigen Ein⸗ kauf von Gegenständen des täglichen Bedarfs Preise bietet, die unangemessen hoch sind, wenn nach den Umständen des Falles die Absicht anzunehmen ist, eine Preissteigerung oder Heraufsetzung bestehende Höchstpreise herbeizuführen; 2, wer Vorräte an Gegen⸗ st des täglichen rfs, die an sich zum Verkauf bestimmt sind, aus dem Verkehr zurückhält, um eine Preissteigerung oder Heraufsetzung der bestehenden Höchstpreise herbeizuführen; 3. wer beim gewerbsmäßigen Kleinverkauf für Gegenstände des täglichen 8 Bedarfs Preise fordert oder annimmt, die nach der Marktlage 8 ungerechtfertigt hoch sind; 4. wer als Verkäufer von Gegenständen 40 des täglichen Bedarfs ohne genügen Entschuldigungsgrund, solange seine Vorräte reichen, einem Käufer die Abgabe seinen Verkaufsgegenstände gegen Bezahlung verweigert. In dem Urteil ist anzuordnen, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen in drei vom Gericht zu bestimmenden Tageszeitungen öffentlich bekannt zu machen ist. Im Strafverfahren entscheidet über die 8 ob der Preis angemessen ist, die Distriktspolizeibehörde endgültig. 80 Die Verfügung wird von den Münchener Blättern zustimmend begrüßt, insbesondere drücken dieMünch. N. Nachrichten dem 0 Wunsch aus, daß sich womöglich alle übrigen Generalkomman⸗

dos den Maßnahmen des Generalkommandos des 1. bayerischen 1 Armeekorps anschließen, zum mindesten aber die drei bayerischen 0 Korpsbezirke übereinstimmend vorgehend ihren Bestrebungen durch ö Ausfuhrverbote den nötigen Rückhalt verleihen.

Die Beschlagnahme des Brotgetreides in Belgien

8 und Polen. b Brüssel, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der General-

gouverneur hat angeordnet, daß in Belgien im Bereiche des Generalgouvernements das angebaute Brotge⸗ treide aller Art, wie Roggen, Weizen, Spelz, Gerste (Futter- und Braugerste), gleichviel ob ungemengt oder mit anderen Getreiden gemengt, mit Trennung vom Boden zugunsten der Zivilbevölkerung im Bereiche des General- gouvernements beschlagnahmt wird. Die Beschlag⸗ nahme erstreckt sich auch auf den Halm und das ermahlene Mehl einschließlich Dunst. Mit dem Ausbrechen wird das Stroh von dieser Beschlagnahme frei. Durch die Beschlag⸗ nahme sollen Preistreibereien verhindert werden, es soll aber auch eine gerechte Verteilung unter der Bevölkerung ermöglichen. Wer gegen die Verordnung verstößt, wird mit Gefängnis bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bis 20000 Mark bestraft.

28 Posen, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Verordnungs⸗

blatt der deutschen Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel veröffentlicht u. a. eine Verordnung über die Sicher⸗ stellung der im Gebiete der deutschen Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel gewachsenen Ernte für die Bedürf⸗ nisse des deutschen Heeres, der deutschen Volkswirtschaft und der Bevölkerung des besetzten Gebietes; ferner Verordnungen betr. das Bergwerk, die Industrie und betr. das Bergwesen.

Dr. Eduard David über den Weg zum Frieden.

Mainz, 8. Juli(WTB. Nichtamtlich.) In der Mainzer Volkszeitung veröffentlicht der sozialdemokratische Reichs- tagsabgeordnete Dr. Eduard David unter der Ueber⸗ schriftDer Weg zum Frieden einen Artikel, in dem es 22 Einmal 1 wir alles daran setzen, die militä⸗

e Lage noch meür zu unseren Gunsten zu gestalten. Jeder

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e

Wasser oder zu Lande, fördert die Friedensneigung unserer Gegner. Denn er schwächt ihre Kraft und damit ihre Sieges⸗ und Eroberungshoffnungen. Unsere braven Partei⸗ genossen, die draußen in treuer Kameradschaft mit unserer esamten Wehrmacht Uebermenschliches an Ausdauer und apferkeit leisten, fördern damit den Frieden. Sie in ihrem 24 in ihrer Kraft des Ausharrens stärken, heißt den Tag des ersehnten Friedens beschleunigen. Zum zweiten gilt es, die Widerstandskraft der Bevölkerung in der Heimat aufrechtzuerhalten, alles zu tun, was den festen Zusammen⸗ halt des deutschen Volkes in diesem furchtbaren Ringen um seine nationale Existenz und Entwicklungsfreiheit fördert. Unsere Gegner sind begierig auf jedes Zeichen der Schwäche und Uneinigkeit innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Sie frohlocken über alles, was sie in diesem Sinne auslegen können. Das ist nur zu natürlich. Stärkt es doch ihre Lieb⸗ lingshoffnung, daß, je länger der Krieg dauere, um so we⸗ niger das deutsche Volk imstande sein werde, der unge⸗ heueren Ueberzahl seiner Feinde zu widerstehen. Aus diesem Grunde sind auch die Quertreibereien der Oppo⸗ sition in den Reihen der deutschen Sozialdemokratie vom feindlichen Auslande begrüßt worden. Auch das Manifest der Genossen Haase, Bernstein und Kautzly wurde nur unter diesem Gesichtspunkt gewertet. Sie tragen deshalb nicht zur Förderung des Friedens bei, sie bewirken das Gegen⸗ teil: Sie verlängern den Krieg! Wollen wir darum, daß der ersehnte Tag des Friedens bald herannahe, so müssen wir alles daransetzen, daß auch unsere Gegner sich von der Unüberwindbarleit unserer Wehrmacht und der Unerschütter lichkeit unserer inneren Einheit überzeugen. Je schneller wir ihnen die Einsicht beibringen, daß es mit all ihren Zer⸗ schmetterungs- und Eroberungsplänen nichts ist, je deut⸗ licher wir ihnen zeigen, daß alle ihre Hoffnungen auf innere Uneinigkeit und Schwächung eitel sind, um so eher werden wir sie zum Frieden geneigt machen. Das ist der einzige Weg zu einem baldigen, guten und sicheren Frieden. Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Juli 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreuv. Unteroff. Lehramtsreserendar Eugen Rink, Res.-Inf.-Rgt. 221, aus Darmstadt. Ersatz-⸗Res. Peter Kadel, Ins.-Rgt. 168, aus Darmstadt. Pionier Hans Weißenborn, Pionier-Bat. 21, aus Dillenburg. Garde-Füs. Heinr. Hermann, Lehr ⸗Juf.-Rgt., aus Dillenburg. Musk. Friedrich Boden- bender, Ins.-Rgt. 224, aus Offdilen. Musk. Wilhelm Stroh, Inf.-Agt. 224, aus Dannenrod. Musk. Ludwig Jakobi, Inj.-gt. 223, aus Kirtorf. Landwehrmann Adam Meinrath, Ersatz⸗Ins.-⸗Agt. 8, aus Weinsheim. Musk. Heinr. Jäger, Res.-Ini.-Agl. 22, aus Borsdorf. Unteroffizier Johs. Müller aus Effolderbach. Res. Ad. Heck aus Orleshausen. Res. Karl Janz aus Büdingen. Res. Heinr. Reibert aus Langenbergheim. Erf.-Res. Konrad Schäfer, Ins.-Ngt. 221, aus Ueltershausen. Landwehrm. Heinr. Achenbach, Landw. Juf.-Agt. 83, aus Breidenstein. Res. Heinr. Weber aus Eckelshausen. Unteroff. Lehrer Ernst Schmidt, Res.-Juf.- Regt. 83, aus Obereisenhausen. Musk. Karl Grein, Inf. Regt. 118, aus Reibertenrod. Kriegsfreiw. Lehrer Adam, Inf.⸗Regt. 80, aus Niedernhausen. Kriegsfreiw. Lehramtsref. Dr. Wilhelm Lauterbach, Inf.⸗Regt. 115, aus Darmstadt. Kriegsfreiw. Unteroff. Lehramtsref. Eugen Rink, Inf.⸗Regt. 221, aus Darmstadt. Hauptm. Bergrat W. Schulz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg. Georg Bechtold aus Lauterbach. Gardist Otto Stier aus Lanzenhain. Unteroff. Friedrich Viehmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Schwalbach. Kriegs⸗ freiw. Lehrer Karl Mandler aus Kinzenbach. Landsturmmann Theodor Gau p, 58. Inf.⸗Div. Musk. Heinrich Aff, Inf. Regt. 168, aus Harbach. Musk. Georg Sander, Inf.⸗Regt. 223, aus Dorn⸗ Dürkheim. Res. Math. Holz, Res.-Inf.⸗Regt. 70, aus Worms. Inf. Peter Röder, 17. Bayr. Inf.⸗Regt., aus Eberstadt. Kriegsfreiw. Gefr. stud chem. Wilh. Lindner, Feld⸗Art.⸗Regt. 61, aus Darmstadt. Lt. d. R. cand. sorest. Fritz Grobe, Res. Inf. Regt. 258, aus Butzbach. Er-Nes. Ludwig Schmitt, Inf.⸗Regt. 43, aus Butzbach. Musk. Otto Bullmann, Inf.⸗Regt. 222, aus Leidhecken. Kriegsfreiw. Gefr. August Birk aus Büdingen. Musk. Wilhelm Lorey aus Wolferborn. Musk. Heinrich Diehl, Inf.⸗Regt. 223, aus Offenbach. Musk. Ludwig Kunkel, Inf.⸗Regt. 116, aus Burk⸗ hards. Musk. Heinrich Schneider, Res.⸗Jnf.⸗Regt. 224, aus Einartshausen. Schütze Wilhelm Seipel, Inf.⸗Regt. 115, aus Dorheim. Vizefeldw. Willy Haeußer, Garde⸗Füs.⸗Regt., aus Offenbach a. M. Musk. Willy Tacker, Inf.⸗Regt. 222, aus Offenbach a. M. Musk. Jean Eichenauer, Inf.⸗Regt. 168, aus Offenbach. Landsturmmann Karl Höfinger aus Offen⸗ bach a. M. Musk. Lehrer Wilhelm Cunz aus Sinn. Musk. Reinh. Christ, Res.⸗Inf.⸗Regt. 224, aus Tringenstein. Unteroff. d. Res. Moritz Bender, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg. Kriegsfreiw. Max Leberle, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg⸗Fauerbach. Landsturmmann Franz Bungert, Inf.⸗Regt. 223, aus Gundersheim. Musk. Wilh. Becker aus Solms⸗Ilsdorf. Musk. Karl Müller, Inf.⸗Regt. 224, aus Deckenbach Ers.⸗Res. Rich. Bode aus Effolderbach. Pionier Heinrich Gerhardt aus Rommelhausen. Unteroff. Joh. Müller aus Effolderbach. Ersatz⸗Res,. Joh. Glöckner, Res. Inf.⸗Regt. 222, aus Offenbach a. M. Musk. Phil. Heberer, Inf-⸗Regt. 118, aus Dietzenbach.

Ritter des Eisernen Kreuzes. Wehrm. Joh. Razing von Horchheim bei Worms. 5 Karl Reineck, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus rms. Adam Loeb, Oberapotheker, aus Worms. Res. Gefr. Karl Nau⸗ mann aus Groß⸗Eichen. San.⸗Unteroff. Joh. Diefen⸗ bach aus Thalheim, Kr. Limburg. Feldw⸗Lt. Dreher aus Freiendiez. Unteroff. Josef Schuy aus Wallmerod. Unter⸗ offizier Karl Schumann aus Worms Neuhausen. Gefr. Johann Krall, Landst.-Inf.⸗Batl. 1 Darmstadt, aus Bür⸗ gel. Dr. med. H. O. Weckbecker aus Bad⸗Nauheim. Land⸗ wehrmann Gefr. Aug. Kroth, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Wippenbach. Unteroff. Emil Scheid aus Eckartshausen. Reichsbankvorstand Walz aus Wetzlar, Rittmeister bei der Prov.⸗Kolonne 5. Kriegsfreiwilliger im Feld⸗Art.⸗Rgt. 111, Unteroff. Oskar Kroh aus Niederlaasphe. Lehramtsassessor Dr. H. Koch, Feld⸗Art.⸗Regt. 61, aus Villingen. Unteroff. Josef Pfeffer aus Vockenrode.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 12. Juni d. J. dem Lokomotivführer Karl Müller und dem Zugführer Franz Emig zu Mainz, beide in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft, aus Anlaß ihrer am 1. Juli d. J. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Sil⸗ berne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Schrankemwärter in der Hessisch⸗-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Konrad Breitwieser zu Langstadt aus Anlaß seines am 22. Mai d. J. erfolgten Ausscheidens aus dem Staatseisenbahn⸗ dienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue

schen Eisenbahngemeinschaft Ferdinand Ebel zu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Juli d. J. an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Die Großherzogin hat am 23. Juni d. J. den Bahnmeister 1. Klasse in der Sessisch⸗ Preußischen Eisen emeinschaft Heinrich Braunewell zu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Juli d. J. an in den Ruhestand versetzt, und dem Eisenbahnobersekretär in der Hessisch⸗Preußischen

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ri Sl der deutschen Waffen im Osten oder im Westen, zu

Eisenbahngemeinschaft Anton Stüber zu Mainz den Charakter

Arbeit verliehen, den Oberbahnassistenten in der Hessisch⸗Preußi⸗ V

als Rechmungsrat verdi. Jn den versetzt wurde der Stationsschaffner Sede h- Breupi 8 fa zu Sprendlingen(R sen) vom Juli 5 an.

* Jugendwettkämpfe. Die Anmeldungen zu den am 17 und 18. Juli stattfindenden Jugendwettkämp⸗ fen sind, wie man uns schreibt, in erfreulicher Weise in außerordentlich großer Zahl eingelaufen. Ueber 250 Jugend⸗ liche werden daran teilnehmen. Die Veranstaltungen sollen nicht, wie vielleicht vermutet wird, ein festliches Gepräge tragen. Sie sollen in dieser schweren Zeit unsere Jugend darauf hinweisen, daß es eine vaterländische Pflicht ist, die Kräfte zu stählen und in edlem Wettstreit zu messen, wäh⸗ rend draußen unsere tapferen Krieger für des Reiches Schutz und Wehr Kraft und Gesundheit einsetzen. Es wird deshalb keine besondere Kleidung gefordert. Jeder kann sich beteili⸗ gen, wie es ihm seine Verhältnisse gestatten. Die letzte Probe für den Aufmarsch und die Freiübungen findet nächsten Samstag abend um 6 Uhr im Hof der Oberrealschule(nicht an der Hardt) statt.

** Die Getreideernte. Wir verweisen auf die in vorliegender Nummer enthaltene kreisamtliche Bekannt⸗ machung betr. die Beschlagnahme der Getreide- ernte. Die wichtigen Bestimmungen über diesen Gegen- stand seien namentlich der Aufmerksamkeit der Landwirte empfohlen.

* In Sachen der Obstverwertung warnt der Kriegswirtschaftliche Ausschuß beim Rhein⸗Main⸗Verband für Volksbildung entschieden vor Dezentralisie⸗ rung. Durch eine Verzettelung des Dörrens und Ein⸗ machens an vielen Stellen gehe ohne Zweifel sehr viel Ware infolge von Mißerfolgen zugrunde. Wir müssen, so schreibt der Ausschuß, aber jede noch so geringe Menge 8. erhalten trachten und da ist nur eine Verarbeitung in Dauerware an möglichst zentralen Plätzen angebracht. Von Stadt oder Gemeinde müssen Dörraparate und Ei i gen zur Verfügung gestellt werden. ate Einrichtungen ließen sich zum Teil für di Zwecke entsprechend ausnutzen, wie: kessel, Trockenanlagen irgend welcher stilliegenden Industrien usw.(Möbelfabriken, Brauereien). Die Obst⸗ und Gemüse⸗ besitzer hätten ihren Ueberschuß an die Verarbeitungsstelle zu verkaufen, die Behandlung und Aufbewahrung übernimm: die Gemeinde und verkauft im Winter bei Mangel an Frisch⸗ gemüse die gedörrten und eingemachten Erzeugnisse zu billi⸗ gen Preisen. Die Verarbeitung wäre natürlich unbedingt von einem erfahrenen Fachmanne zu leiten, da die einzelnen Be⸗ handlungsweisen nicht so einfach sind, wie vielfach angenom⸗ men wird, sich auch nicht in zwei- bis dreitägigen wohl⸗ gemeinten Kursen oder gar Vorträgen erlernen lassen, son⸗ dern viel, sehr viel Erfahrung, Uebung und Umsicht ver⸗ langen.

** Fischnahrung. Zur weiteren Einführung und Popu⸗ larisierung der Fischnahrung veranstaltet der Aliceschulver⸗ ein zwei Unterrichtstage, deren nähere i gen eine Anzeige in vorliegender Nummer enthält.

Der städtische Kartoffelverkauf hat jetzt aufgehört, da der Vorrat geräumt ist. Es wurden im ganzen an 37 Verkaufstagen 3500 Zentner Kartoffeln an unsere Bevölkerung abgegeben. Ein Ueberschuß bei der Einnahme wurde bei dem Handel nicht erzielt; soweit sich bisher überblicken läßt, ist aber auch kein Verlust zu ver⸗ zeichnen, obgleich ca. 50 Zentner billig als Futterkartoffeln abgegeben werden mußten und ein Weniger an Gewicht durch Eintrocknen nicht zu vermeiden war. Die bei der Maßnahme gesammelten Erfahrungen dürften für später, wenn die Verhältnisse wieder dazu führen, für die städtische Kartoffelversorgung 2 wertvoll sein. Einstweilen beab⸗ sichtigt man nicht, den Verkauf alter Kartoffeln wegen der

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Schwierigkeiten des Transports der leicht verderbenden Ware fortzusetzen. Ob man, wenn? eln in Menge an den Markt kommen, wieder zum städtis Ver⸗

kauf übergehen wird, steht noch dahin.

1 r im Etappengebiet. Wie wir bereits gestern mitteilten, wird das Theater desRhein⸗Main⸗ Verbandes für Volksbildung demnächst eine Gastspielreise durch die belgischen Landsturmgarnisonen unternehmen. Zur Bestreitung der Kosten hat die Frankfurter Kriegsfürsorge dem Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung einen an⸗ sehnlichen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Die Vorstel⸗ lungen sollen den Landsturmleuten als Liebesgaben ko los vermittelt werden. Daneben ist beabsichtigt, noch eine Reihe von Vorstellungen in den größeren Standorten für die Offiziere und Beamten der Be* zu ge bei denen r erhoben werden. Die aus diesen Vorstellungen erzielten Einnahmen sollen dazu verwandt werden, das Theater für einen weiteren Zeitraum in dem Etappengebiet zu unterhalten. Die erste Vorstellung findet voraussichtlich am 19. Juli in Brüssel statt. dem Spielplan steht GoethesIphigenie auf Tauris mit der Berliner Schauspielerin Fräulein Mary Dietrich als Gast in der Titelrolle. An den beiden folgenden Tagen ebenfalls in Brüssel Vorstellungen statt von FuldasJu⸗

endfreunde und LessingsMinna von m 92. Juli soll in Antwerpen die Vorstellung der; wiederholt werden.

» Studentinnen Vereinigung. An der Landes⸗ universität hat sich nach Genehmigung durch den Reltor und die Kriegskommission eineVereinigun von Gießener Studentinnen gebildet. Eine erste Vorbesprechung über das Winterprogramm findet Dienstag, den 13. Juli, statt.

Freilichtbühne. Nächsten Sonntag, den 11. Juli, ver⸗ anstaltet die Freilichtbühne ihren zweiten Unterhalkungs⸗ nachmittag. Ursprünglich war eine f der 1 Verwickelte Geschichte. geplant, die jedoch infolge Erkrankung eines Darstellers auf später verschoben werden muß. Das Pro⸗ gramm des Nachmittags ist wieder sehr reichhaltig: Fräulein Gretel Leist wird mit Herrn Hellmut Eckhardt einige Lieder

ur Laute singen, worauf Herr Willy Werner Göttig mit ezitation folgen wird. Den Höhepunkt bildet die Aufführung vonDie Rosen des Herrn von Malesherbes, einem ländlichen Gemälde in einem Aufzug von 9 dürfte 12 über di ein; e ee ardt u re in 0 dessen Stoff eine wahre Le heit geliefert hat. So N auch dieser Unterhaltungsn g. wieder eine, der vorhergehen⸗ den Vorstellungen würdige Veranstaltung zu werden. Da diese bei kleinen Preisen stattfindet, darf auf einen guten und 1 Besuch gehofft werden, der die freiwilligen Mitglieder der G. F.⸗B. für alle Mühe reichlich entschädigen wird. Die Vorstellung beginnt diesmal um 5 ½ Uhr; bei schlechter Witterung wird die iebung um 4 Uhr am Stadthause(Süd⸗Anlage) bekannt gegeben.

* Bau gesuche lagen im 2. Vierteljahr 6 vor, bei denen es sich aber nur um Bauwerke von untergeordneter Bedeutung, wie Autohalle und Gartenhütten handelte. Wohnhausbauten waren leine beantragt. Im gleichen Quar⸗ tal 1914 war dies bei 8 Gesuchen ebenfalls der Fall. 4

* In der Herberge zur Heimat kehrten i Juni 527 Gäste(gegen 1130 im Juni des Vorjahres) ei

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