bßsterreichisch-ungarischen Tagesberichts
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0 8 5 2205 . monatl. Lanz. 3 2 Nauschleß e: die Schriftleitung 112 Verla Geschästsstellesl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. von Anzeigen
die Tagesnummer
is vormittags 9 Uhr.
GTB.) Großes Hauptquartier, 6. Juli. (Amtlich.) 5
Westlicher Kriegsschauplatz. Nachts wurden zwei französische Angriffe bei Les Eparges abgewiesen. Die Beute des Erfolges am Priesterwalde hat sich Au ein Feldgeschüz und drei Maschinengewehre erhöht. 5 erdem fiel ein Pionierpark mit zahlreichem Material in 1 n Hand. Unsere Flieger griffen den Flugplatz Cor⸗ ze u r östlich von Epinal und ein französisches Lager am Breitschild östlich von Krüt in den Vogesen an. Destlicher Kriegsschauplatz. 25 Heute am frühen Morgen wurde der stark befestigte Wald füdlich OBiale⸗ Blot(westlich der Straße Suwalki—Kal⸗ waria) erstürmt. Dabei nahmen wir etwa 500 Russen gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Late bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung.
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Deer gestrige knappe deutsche Tagesbericht, der aber einige erfreuliche& hielt über den 1 schen Satz:„Die Lage bei den deutschen Truppen ist un⸗ verändert.“
1 N Die Armee des Erzherzogs Josef Fer⸗ inan!
Teil unserer Truppen steht also jetzt nur noch etwa 30 Kilometer von Lublin. Die
ber Tarnagora zurückweichen zackensen heute das Seinige tun, um dort den russischen Rückzug gründlich auszunutzen. Das Ziel wird zunächst wohl Lublin sein, wo man die rück⸗ wärtige Eisenbahnlinie der russischen Weichselstellung in die Hand bekommen wird.
Ein in seinen Folgen nicht minder bedeutungsvoller
Sieg wurde von den Oesterr rn im Görzer Küstenland, am unteren Isonzo, gewonnet. Die Italiener haben eine furchtbare Niederlage erlitten, und nach dem Wortlaut des bedeuten die dortigen
Kämpfe vorläufig überhaupt einen höchst günstigen Abschluß.
Alle unsere Stellungen blieben unverändert in unseren Händen.“ Dabei hatte es sich um einen Angriff von vier feindlichen Korps, also etwa 160 000 Mann gehandelt, die unter mächtiger Artillerieunterstützung in einer Front von über 30 Kilometer Länge vorgegangen waren. Wir begreifen es, daß der Wiener Heeresbericht sich in Lob⸗ und Dankes⸗ worten für die tapferen Verteidiger ergeht. Solche Erfolge werden unsere Bundesgenossen zu neuen Taten und kraftvol⸗ lem Ausharren begeistern, während Cadornas Kämpfer, und darüber hinaus das italienische Volk zu einiger Besinnung kommen, die auf ihren Tatendurst nicht günstig einwiürken wird. Einen ähnlichen Heldenmut wie die Oesterreicher am Isonzo haben die Türken seit vielen Wochen auf der Halbinsel Gallipoli entwickelt, und der neueste Konstantinopeler Be⸗
richt darf mit voller Befriedigung der Wiener Meldung am die Seite gestellt werden. Wir erfahren dabei auch von der neuesten Tat eines deutschen Unterseebootes, das an
der Dardanellenfront einen großen französischen Transport⸗ dampfer versenkt hat. 100 Die Wirkung des deutschen Unterseebootskrieges nimmt, wie der gestern hier veröffentlichten Zusammenstellung und den neuesten Ersolgen zu entnehmen ist, ständig zu. Umso⸗ mehr muß man sich wundern, daß es noch Deutsche gibt, die einer Abmiilderung des Seekrieges im amerikanischen Sinne das Wort reden möchten. Neuerdings hat sogar ein See⸗ mann, Admiral Truppel, im„Dag“ den Wunsch nach einem Ausgleich ausgesprochen, und in der rechtsstehenden Presse regt 0 demgegenüber scharfer Widerspruch. In seiner letzten Nummer finder der„Türmer“ sehr gute Worte, um die deutsche Regierung zum Aushalten auf⸗ zufordern. Er bezeichnet die amerikanische Forderung, seren Tauchbootkri gegen jedes mit amerilanischen gieren besetzte Schi
nötig Per Je für jedes seiner
ereinigten Staaten
en U⸗Bootleuten bleibt dann 55
. 9 15 1 der unlieb Störung ge⸗
abzutreten. Das heißt: wenn man. gnädigen
id Spafses halber dazu kommen läßt„und es nicht vorzieht,
Gießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
0 Weitere große Erfolge bei Krasnik. Eine schwere Niederlage der Italiener am unteren J
liche
0
165. Jahrgang
das deutsche Barbarenboot mit seiner Mannschaft in Grund zu schie⸗ ße moder zu rammen, was wohl die Regel bilden würde.— Es ist etwas reichlich, was man uns zu bieten wagt! Man hält uns an⸗ scheinend immer noch für de ndummen deutschen Michel, der auch gegen Selbstmord nichts einzuwenden hat, wenn er ihm nur im Namen der„Menschlichkeit“ und mit Anrufung seines guten Herzens freundlichst empfohlen wird. a f
Diesen Sätzen kann man nur lebhaft zustimmen. Wir sind überzeugt, daß unsere Regierung ihren bis jetzt so nachhaltig und wirksam vertretenen Standpunkt nicht etwa in unverständlicher Weise plötzlich aufgeben wird!
*** Der österreichisch⸗ungarische Ta gesbericht.
Wien, 6. Juli.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird
verlautbart: 6. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplaz.
g Durch die Armee des Erzherzogs Josef Ferding nd in der zweiten Schlacht bei Kragnik geworfen, ziehen sich die Russen in nördlicher und nordöstlicher Richtung zurück. Die Armee des Erzherzogs dringt nach gelungenem Durch⸗ bruch unter neuen erfol reichen Kämpfen weiter vor und hat gestern die Gegend von Kielezew und die Höhen nördlich der Wynica erkämpft. Unter dem Druck dieses Vorgehens wich der Gegner auch am Wienrz über Tarno⸗ grad zurück. Die in diesen Kümpfen eingebrachte Beute hate sich auf 41 Offiziere, 11500 Mann und 17 Maschinengewehre erhöht.
Am Bug und in O unverändert. N An der Zlota⸗Lipa und am Dujestr herrscht
Ruhe 4 talienischer Kriegsschauulatz. Kämpfe in„ Görzischen, die in den letzten Tagen
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Korps gegen unsere vor. S erlit Lob vortrefflichen kriegs⸗ tapferen Infanterie. en unverändert Helden an der Süd⸗ westgrenze der Monarchie starke und treue 17 gegen die
aller Völler und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein.
Am mittleren Isonzo, im Krngebiet und an den übri⸗ gen Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Niederlage der Italiener an der Isonzofront.
Berlin, 7. Juli. Zu der schweren Niederlage der Italiener an der Isonzofront schreibt die„Berliner Morgenpost“: Die Nachricht von der italienischen Niederlage wird auf die anderen Bundesgenossen einen tiefen Eindruck machen; hatten sie sich doch von dem Eingreifen Italiens eine Aenderung der Kriegslage ver⸗ sprochen. Sie sahen das italienische Heer schon in siegreichem Vormarsch auf Wien begriffen, ganz Tirol in den Händen des Feindes und hofften nach dem ersten Siege auf die Entsendung starker Kräfte nach dem französischen Kriegsschauplatz, auf eine ak— tive Teilnahme an den Dardanellenunternehmungen. Keine von diesen Hoffnungen ist in Erfüllung gegangen, und nach dieser schwe— ren Niederlage werden die Italiener weniger denn je bereit sein, sich auf weitreichende Auslandsunternehmungen einzulassen. Sie brauchen alle ihre Kräfte im Lande selbst.
0 Die Spionitis in Italien.
Berlin, 7. Juli. In Italien greift das Spionenfieber weiter um sich. Der„Corriere della Sera“ bringt aus Treviso die Nachricht, daß in den vom Feinde verlassenen Schützen⸗ gräben Pakete mit vergifteten Zigarren und Zigaretten ge⸗ funden worden seien. Die italienischen Zeitungen sind mit Verräter⸗ und Spionengeschichten ausgefüllt. In einer Mai⸗ länder Kaserne wurde ein angeblich deutscher Spion verhaftet, der sich in der Kleidung eines italienischen Alpenjägers ein— geschlichen hatte. Die Verwaltungsbehörden erhielten das Recht, jede geeignet erscheinende Fabrik oder Werkstatt zur Herstellung von Munition heranzuziehen.
Berstimmung innerhalb des Vierverbandes.
Berlin, 7. Juli. Nach einer Konstantinopeler Meldung der „Neuen Freien Presse“ heißt es über die Verstimmung in nerhalb des Vier verbandes: Der Zar hat seinen Flü⸗ geladjutanten, General Sadausky, nach Paris geschickt, um die Franzosen zu einer energischeren Aktion auf der Westfront zu veranlassen. Schwer enttäuscht ist man auch in Petersburg über den Eindruck, den das Auftreten Italiens auf dem Bal kan hervorgerufen hat.
Die Verwendung von Studenten in den russischen Munitionsfabriten. Petersburg, 7. Juli.(WB. Nichtamtlich). Der
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„Rjetsch“ schreibt: Das Handelsmtnisterium hat beschlossen,
stgalizien ist die allgemeine Lage]
Mittwoch, 7. Juli 1015
Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- 8 jährl. ausschl. Bestellg. 8 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, f Vermischtes und Ge⸗ 4 richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
onzo.
die Studierenden der Technischen Hochschule zu mobilisieren. Sie sollen die Arbeit in den sieben Muni⸗ lionsfabriken und Bergwerken im Ural leiten.
Russische Greueltaten. 5 Berlin, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Folgender Fall
unerhörter Barbarei ist durch vier beeidigte Zeugen⸗ aussagen festgestellt worden. In der Gegend von Jednorozee wurde am 15. Juni ein schwerverwundeter deut scher Soldat an dem Pfahl eines Drahthindernisses mit Draht angebunden vorgefunden. Das andere Draht- ende war ihm um den Leib geschlungen und vorn in der Höhe des Koppelschlosses zusammengedreht. Der Schwer⸗ verwundete wurde aus der qualvollen Lage von Kameraden. die das Gelände nach Verwundeten absuchten, befreit und nach dem deutschen Schützengraben gebracht, wo er bald
darauf starb.
Aus Riga.
ortiert. Die ontrolle der Passagi
Hauptbahnhof begonnen 9 0
Jöfen aussteigen, zu ihrer Kontrolle Schranke benutzen können. Zur Ausfahrt von Riga erhält das Publikum Bescheinigungen ohne Stempelgebühr der Gouverne⸗ mentskanzlei.— Die englischen Da mpfer, die sich seit Ausbruch des Krieges im Rigaschen Hafen aufhalten, berlassen demnächst Riga und begeben sich nach Petersburg.— Vier Rigasche Hafenkutter werden von Riga nach Archangelsk abgesandt werden. ** 7
nur die Ausgänge durch die
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Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 6. Juli.(WI B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:
An der Kaukasusfront verfolgen wir die von un⸗ serem rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kanaller ie. 700
An der Dardanellenfront versenkte am 4. Juli nachmittags ein deutsches u nterseeboot vor Seddeül⸗Bahr einen großen französischen Trans 1 bortdamp fer mit zwei Schornsteinen Der Dampfer ging nach drei Minuten unter. An der Nordgruppe wollte der Feind in der Nacht zum 4. Juli nach lebhaftem Gewehrfeuer gegen unseren rechten Flügel starke Aufllärungsabteilungen vorrücken lassen, die wir zurückwarfen. Bei der Südgruppe 3 sprengte unsere Artillerie am 4. Juli ein feindliches Muni⸗ tionslager in die Luft und rief in den feindlichen Batterien einen Brand hervor. Die Exhlosion dezimierte die feind lichen Soldaten, die herbeieilten, um das Feuer zu löschen
An der Jrakfront gegen Bassorah wurde eine feind⸗ liche Truppenabteilung, die mit der Euphratbahn befördert wurde, von unseren Truppen und Freimilligen in die Flucht geschlagen. Der Feind ließ über 60 Tote zurück, darunter einen Major und zwei andere Offiziere. Auf der Flucht führte der Feind auch zwei mit seinen Verwundeten gefüllte Fahrzeuge weg. Wir erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Auf diese Weise haben wir die en glische Un⸗ ternehmung in dieser Gegend in einen Rück z ug ver⸗- wandelt, der unter dem Schutze der auf dem Flußlause bo⸗ findlichen englischen Kanonenboote ausgeführt wurde.
Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.
Russische Gelüste.
Berlin, 7. Juli. Unter der Ueberschrift„Das tür⸗ lische Bävenfell“ heißt es in der„Vossischen Zeitung“ aus Lugano: Der Vertreter des„Secolo“, Magrini, berichtet, daß man in Petersburg nur an die Dardanellen denle. „Rietsch“ bringe einen Artikel, den der Kadettenführer Mil- jukow verfaßt habe und in dem es heißt, niemals werde Ruß⸗ land einer Neutralifierung der Meerengen zustimmen. Kon⸗ stantinopel und die Meerengen müßten in unbeschränktem Besitz Rußlands sein. Jedenfalls müsse Rußland auch die Inselgruppe der Dardanellen bekommen und alles Land öst⸗ lich bis zur Linie Enos⸗Midia, in Kleinasien bis zur Linie von der Mündung des Sakaria bis zur Insel Lesbos. Brussa müsse russisch werden. Weiter teilt Magrini mit, daß die Russen bereits 200 000 Mann in Sebastopol und Nikolajew bereitstehen hätten, die bei dem Bosporus landen sollten.
Ein franzöfisches Heldenstück! Konstantinopel, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)
Der französische Panzerkreuzer„Jeanne d'n re, der gestern in den Hafen von Alexandrette cuuhr,
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