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1 a. M.“ 5 Tagespost“ vom italienischen Kriegsschauplatz
solche Maßnahme vorzu
aus ber fatholise
von der Gelegenheit, die frühere Kriegsanleihe und Tonsols um⸗ zutauschen, Gebrauch gemacht würde. Besitzer der alten Kriegs⸗ anleihe, die auf die neue zeichnen wollen, können nämlich unter Einreichung der Zwischenscheine der alten Anleihe, die zu 95 ausgegeben wurde, unter Zuzahlung des Unterschiedes von fünf Pfund einen entsprechenden Betrag der neuen Anleihe zu 100 er⸗ halten. Den Besitzern von Konsols werden diese zum gegenwärtigen Preise von 66¼ gegen neue Anleihe umgetauscht, wenn sie den gle Betrag zu erhalten wünschen. Der Staat hat das Recht, die Anleihe 1925 zu Pari zurückzuzahlen, oder die Besitzer haben 1945 Anspruch auf Einlöfung. Um allen Klassen der Bevölkerung die Beteiligung an der Anleihe zu ermöglichen, können die Zeich⸗ nungen in Beträgen von 10 Pfund aufwärts bei der Bank von England oder in Anteilscheinen und Schatzscheinen von 5 Schilling bis zu 25 Pfund Sterling, die bei den Postämtern, Gewerkschaften und anderen Korporationen erhältlich sind, bewirkt werden. Mac Kenna schloß, daß Großbritannien Hunderte von Millionen braucht, und daß jede Anstrengung, die jetzt 13 würde, nicht nur eine Anstrengung zur Fortsetzung des Krieges sei, sondern auch zur Sicherung der späteren
finanziellen Vorherrschaft Großbritanniens er⸗
folge.
Die Anleihe vorlage wurde einstimmig angenom⸗ men.— Reuter fügt hinzu, daß die Anleihe für die vorteilhafteste Anlage gehalten würde, die dem Publikum in der letzten Zeit ge⸗ boten worden ist. Der Zudrang zur Erhaltung von Prospekten sei bereits außerordentlich groß.
Die Verluste der englischen Handelsmarine.
London, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Ad⸗ miralität hat ein Communiqué ausgegeben, nach dem seit Kriegsbeginn die Verluste der britischen Han⸗ delsmarine 145 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 524080 Tonnen und 118 Fischer fahrzeuge mit einer Gesamttonnage von 19924 Tonnen betragen. 80 Handels- schiffe sind von Unterseebooten versenkt worden. 50 wurden von Kreuzern versenkt oder erbeutet, 15 durch Minen zerstört. 24. wurden durch Minen und 94 durch Kriegsschiffe zerstört.
* 4* Zwei französische Divisionsgeneräle gefallen.
Paris, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Petit Parisien“ meldet: Die beiden Divisionsgenerale Barbot und Stirn fielen bei den Kämpfen im Gebiete von Arras und bei der Farm von Quennevierre.
Englisch⸗französische Vesprechungen.
Paris, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Unterstaats⸗ sekretr des Krieges Albert Thomas traf in Boulogne mit dem englischen Munitionsminister Lloyd George zusammen. Beide hatten lange Besprechungen, vornehmlich über die Verstärkung der Artillerie der Verbündeten und über die Hilfe, welche die beiden Länder sich zu leisten vermögen, um die Munitions- erzeugung noch zu erhöhen. Es wurden bereits regelmäßige Ver⸗ bindungen eingerichtet. Es wird die enge Zusammenarbeit der Nationalindustrien der beiden Länder angestrebt.
New Pork, 22. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Gerüchtweise verlautet, daß über eine neue französische Anleihe von 75 Millionen Dollar zum Ankauf von Muni⸗ tion verhandelt werde.
Vom italienischen Kriegsschauplatz.
Berlin, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„B. Z. meldet aus Graz: Nach einem der„Grazer
ugegangenen Bericht halten die österreichisch-ungarischen ruppen in der Kampflinie am Isonzo einen der höchsten unkte, etwa 1200 Meter, besetzt. Eine Kampfgruppe Ita⸗ iener nach der anderen greift in Schwarmlinien die Schützengräben an, aber die österreichisch-ungarischen Ma⸗
schinengewehre mähen die Angreifer unbarmherzig nieder. Sechsmal stürmten die Italiener vergeblich an, mußten sich aber mit kolossalen Verlusten zurückziehen. Was die
Zivilbevölkerung betrifft, so ist namentlich die mutige Haltung der Frauen und Mädchen, die den öster⸗ reichisch⸗ungarischen Kämpfern in die Kampflinie Wasser, Milch und sonstige Lebensmittel tragen, über alles Lob
erhaben. Die Lage in Griechenland.
Athen, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräsident Gunaris erklärte einem Vertreter des„Messager d' Athenes“, der ihn auffuchte, daß das Wahlergebnis den Veneselisten die Mehrheit gebracht habe. Der Gesundheitszustand des Königs gestatte aber unglücklicherweise keine andere Entschei⸗ dung, als die des Abwartens. Die Aerzte bleiben der i⸗
nung, daß es dem König ohne Gefährdung feines Lebens nicht
möglich sei, die politische Lage zu erörtern. Sie untersagten auch
jede Zusammenkunft des Königs mit ihm. Unter solchen Umständen
. es nur die Einberufung der Kammer abzuwarten; er sagte : Wenn sich natürlich inzwischen, wie wir erhoffen, die Ge⸗ fundheit des Königs so bessert, daß man sich ohne Gefahr mit der Regelung der politischen Lage beschäftigen kann, dann werde ich nicht zögern, das zu tun, was das Wahlergebnis verlangt. Diejenigen, die von einer Regentschaft sprachen, vergessen, daß nach der Verfassung die Initiative zur Errichtung einer ft im Falle einer Erkrankung des Monarchen dem König zusteht. Der Gesundheitszustand des Königs aber, so wie er heute ist, schließt jeden Gedanken aus, dem König eing agen. Es ist iß ein Unglück, daß der Zustand des Königs keine schnellere Lösung der Krise, in der sich das Land befindet, zuläßt. Wir können unglücklicherweise nichts Besseres tun als warten. Hoffen wir, daß die Besserung im Be⸗ finden des Königs schnell genug zunehmen wird, um die Lösung der Krise noch vor der Einberufung der Kammer zu gestatten.
Italien und Griechenland.
Athen, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Blatt „Espacins“ schreibt: Wir werden den Tag feiern, an dem Mailand von den Oesterreichernbesetzt wird, denn es muß von ganz Griechenland verstanden werden, daß die gefährlichsten Feinde des Griechentums die Ita⸗ liener sind. f Eine Kundgebung des Papstes.
Paris, 22. Juni.(Ctr. Frkft. In der Fortsetzung der — 7—— 4— 1. Vatiban aus von bachteten r. rauszudrüngen, hat die Pariser nationalistische„Liberté“ ihren politischen Redakteur Latapie nach Rom ckt. Latapie wurde vom
e ge guss, is Jin deter a een 1 een ene zugunsten des
Friedens, die er seit unternommen hat. Er be⸗ Dauerte, daß er nicht mehr habe tun können, um das Ende des ri zu beschleunigen. Er mißbillige jede Ungerechtigkeit, von Seite sie auch kommen miöge, aber er sei der Ansicht, daß in die Streitigkeiten der Kriegführenden einzugreifen. Er könne weder im Vatikan eine ständige Debatte einrichten, gegen⸗ wärtig eine Unterfuchung anstellen. Auf die Frage, ob es nötig sei, eine Untersuchung vorzunehmen, um sestzustellen, ob die Neu⸗ tralität Belgiens verletzt worden sei, antwortete der Papst:„Das war unter dem Pontiffkat von Pius X.“ Der Papst sagte weiter: e ee, g n- le 7 gen un i an. zon Cremona verfichert, daß die italienische Armee 18 öster⸗ zeicläsche Priester als Geißeln mitgenommen habe. Oesterreichische
schen erklären, die Bevölkerung von Löwen habe auf ihre Truppen geschossen. Sie erklären auch, daß die Franzosen einen Beobach⸗ tungsposten auf den Türmen der Kathedrale von Reims hatten. Andererseits haben die Vertreter von sieben ationen Bel⸗
ens dem Kardinalstaatssekretär erklärt, sie hätten keinen einzigen Gal von Gewalttaten in ihren Kongregationen anzuführen.“ Der Papst sagte weiter:„Wir werden die Bibliothek von Löwen wieder herstellen, wir werden dazu helfen, die Kathedrale wieder⸗ aufzubauen, jeder Schuß, der auf die Kathedrale von Reims ge⸗ richtet wurde, widerhallte in meinem Herzen. Aber die Stunde ist noch nicht gekommen, um die Wahrheit aus allen diesen sich widersprechenden Versicherungen herauszufinden. Der Vatikan ist r Wir fällen keine Urteile. Der Richter ist dort oben!
Latapie sprach sodann von der Verhaftung des Kardinals Mercier und der Torpedierung der„Lusitan ia“. Der Papft erwiderte:„Was den Kardinal Mercier betrifft, so werde ich Sie in Erstaunen versetzen. Er ist niemals verhaftet worden. Er kann sich in seiner Diözese nach seinem Belieben bewegen. Ich habe vom Gouverneur von Belgien, General v. Bissing, einen Brief erhalten, in dem er versichert, er werde von nun an mit der größten Tatkraft alle Gewalttaten gegen die Kirche und die Diener Gottes unterdrücken. Was die Torpedierung der„Lusi⸗ tania“ betrifft, so kenne ich keine schrecklichere Missetat,“ erklärte der Papst mit tiefer Bewegung.„Mein Vaterherz ist zerrissen, aber glauben Sie, daß die Blockade, welche Millionen unschuldiger Wesen zur Hungersnot verurteilt, auch aus menschlichen Gefühlen entspringt?“ Der Papst fügte hinzu:„Ich sage nicht, daß ich nach dem Kriege nicht einen Syllabus veröffentlichen werde, der an, die Lehren der Kirche hierüber erinnert, sie zusammenfaßt und für die Zukunft die Rechte und Pflichten der Kriegführenden regelt. Man wird daran dann ohne Zweifel die ausdrückliche Verurteilung der Verbrechen finden, welche während des Krieges begangen wor⸗ den sind.“(Frkf. Ztg.) l
Paris, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich) In dem zweiten Teil seiner Unterredung mit dem Mitarbeiter der„Liberts“ führt der Papst aus, daß er alles untetnommen habe, um Ita⸗ lien vom Einschreiten zurückzuhalten. Er verheim⸗ licht nicht, daß er hierbei auch an die Interessen des Heiligen Stuhles dachte, die durch den Kriegszustand gefährdet seien. Die Lage des Vatikans sei unsicher. Die italienische Regierung habe zwar den guten Willen igt, und die Beziehungen des Vatikans zum Quirinal hätten sich gebessert, aber es sei doch nicht alles zu seiner vollen Befriedigung geregelt worden. Der Papst be⸗ dauert, daß ein Teil seiner Garde eingezogen worden sei, deren er zum Schutze seiner Person und der Kunstschäte im Vatikan bedürfe. Besonders schwer sei der Uebelstand, daß er nicht mehr un⸗ mittelbar mit allen Gläubigen korrespondieren könne. Die ita⸗ lienische Regierung habe zwar ein Chiffrengeheimnis für den Heiligen Stuhl angeboten, aber der Vatikan habe dies nicht angenommen, weil es zu gefährlich gewesen wäre, da man ihn Indiskretionen in militärischen Dingen hätte beschuldigen können. Leider wurde auch die Zensurfreiheit, die ihm von der italienischen Regierung zugesichert war, nicht eingehalten. Seine Korrespondenz werde geöffnet; alle Verbindungen mit den Feinden Italiens seien auch für den Vatikan unterbrochen. Der Papst äußert sodann seine Besorgnis wegen der Rückwirkung des Krieges auf Italien. Er wisse nicht, wie sich das Volk bei einem Siege und bei einer Niederlage benehmen würde. Er fühle sichnicht geschützt. In besorgtem Tone schloß der Papst, in⸗ dem er sagte, die Zukunft sei sehr dunkel; er werde freudig die erste Hand ergreifen, die sich ihm zum Zwecke einer Friedens⸗
vermittelung biete. N Der Seekrieg.
London, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter be⸗ richten, daß der Dampfer„Cameronia“ der Anchorlinie, der am Sonntag aus New Pork in Liverpool ankam, auf der Reise von einem Unterseeboot angegriffen wurde, dem man, obwohl der Dampfer mit voller Geschwindigkeit fuhr, unmöglich ausweichen konnte. Die„Cameronia“ versuchte das Unterseeboot zu rammen; das Boot tauchte unter und wurde nicht mehr gesehen. Viele an⸗ gesehene Amerikaner, die sich an Bord der„Cameronia“ befanden, berichteten darüber an den amerikanischen Botschafter.
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Aus Deutsch⸗Südwestafrika. Prätoria, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: General Botha besetzte Omaruru an der hnlinie Swakopmund⸗Grootfontain. Er fand nur wenig Widerstand. Einige Deutsche wurden ge⸗ fangen genommen. Prätoria, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Die Gesamtverluste der Union⸗ truppen betrugen bis zum 14. Juni bei den Operationen gegen die Aufständischen 414, gegen Deutschsüdwestafrika 1045 Mann. Ferner starben 153 Mann an Krankheiten und Unfällen. Die Aufständischen verloren vermutlich 190 Tote und 300 bis 350 Verwundete. Die in der Union inter⸗ nierten Deutschen beziffern sich auf 39 Offiziere und 859 Mann. London, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Prätoria. Am rechten Flügel von Bothas vorrückender Armee kamen Kundschafter Bothas am 8. Juni bei Otjikatjongo, 15 Meilen nordöstlich von Wilhelmtal, in Fühlung mit dem Feind. Die Kundschafter verloren einen Toten und fünf Ver⸗ wundete. Die dritte berittene Bri lieferte in den Bergen von Otjihangwe 50 Meilen östlich von Okahendja ein gegen feindliche Patrouillen. Die Uniontruppen hatten einen Toten und 4 Verwundete; 2 verwundete Feinde wurden gefangen. Wie groß die feindlichen Verluste sonst sind, ist unbekannt. Die Uniontruppen setzen den Vormarsch fort.
Dewet zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Bloemfontein, 22. Juni.(WDB. Nichtamtlich.) Dewet ist zu sechs Jahren 3 und 200 Pfund Sterling Geldstrafe verurteilt worden. a
Aus dem Reiche.
Eine Erklürung des sozialdemokratischen Parteivorstandes gegen Haase, Bernstein und Kautsky.
Unter der Ueberschrift„Zur Klarstellung“ bringt der „Vorwärts“ heute folgende Veröffentlichung: „Genosse Hugo Haase veröffentlicht im Verein mit den Genossen Eduard Bernstein und Karl Kautsky in der„Leipziger Volkszeitung“ vom 19. Juni einen Aufruf mit der Ueberschrift:„Das Gebot der Stunde“. Darin wird
Kreise das Aufgeben der bisherigen parlamentarischen und außerparlamentarischen Haltung der Partei verlangt. Ohne auf den Inhalt weiter einzugehen, stellen die Unterzeich⸗
neten fest:
Der Genosse Haase, der das Amt eines Vorsitz der Partei und der Rei sfraktion in seiner on ver⸗ einigt, hat in keiner der beiden Körperschaften Anträge auf eine Aktion im Sinne seines Aufrufes gestellt oder irgend eine Mitteilung von der Absicht seines Vorgehens gemacht. Getreu unserer am 4. August abgegebenen Erklärung, daß wir jeden Eroberungskrieg verurteilen, haben wir schon neulich jenen Eroberungsäu 1 ent irkt und den Friedensgedanken gefördert. An der prinzipiellen Ge⸗ neigtheit der beiden Körperschaften, dieses auch ferner zu tun— selbstverständlich unter Wahrung der Interessen des
wehen die Siegesfahnen. Just um das
unter 1 auf Erwerbungsabsichten einflußreicher fi
der mindeste Anlaß zu einem derartigen Promunzrar vor. Wenn darin von der Einmütigkeit der Partei g wird, so sind wir der Ueb ung, daß diese durch schwerer gefährdet wird, als ein solches Vo
Berlin, 21. Juni 1915. 1 Die Mitglieder und Vorstände der Partei und Reichstagsfraktion: Bartels, Braun, David, Richard Tuche „ Hermann Müller, Pfannkuch, Scheid mann, Wels. 2 5 l (Die Genossen Ebert und Hoch sind heute nicht in B anwesend.)“
0 g 1 Berlin, 22. Juni.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z.. MY meldet aus Hamburg: In der Nacht zum Montag warde der in Altona wohnende russische Staatsangehörige Fran Frankows ki verhaftet. Er ist verdächtig, die letzten dr großen Brände in Hamburg gelegt zu haben, leugnete a bei der Vernehmung jede Schuld.. Berlin, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Vo Zeitung“ meldet aus Halle(Saale): Der Kaiser hat 25 loben en de—
midt in Zeitz, der wegen idiun i 5 Stadtverordneten-Versammlung zu drei Monaten Gefäng⸗ nis verurteilt worden war, die Strafe auf dem Gnaden⸗ wege vollständig erlassen. 12 5 0 München, 22. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der in München infolge einer Kriegsverwundung verstorbene fra n⸗ zösische Oberleutnant Armagnac ü zum Dank für die sorgsame Pflege letztwillig, daß sein Nachlaß in Deutschland für bayerische Familien, deren Söhne im Kriege gefallen sind, verwendet wird.
————.— Aus Stadt und Cand.
g Gießen, 23. Juni 1915. L. U. Herr Geheimerat Prof. Dr. Heß begeht am 23. Juni seinen 80. Geburtstag. Wir gedenken dabei seiner großen Verdienste um die Entwickelung des forst⸗ wissenschaftlichen Unterrichts an der Landes⸗Universi * Matthäusgemeinde. Am Sonntag wurde der neuernannte Pfarrer der Matthäusgemeinde, Gustav Mahr, in der hiesigen Stadtkirche in sein Amt eingeführt. Die scharf durchdachte Antrittspredigt, der der Text zugrunde lag:„Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht“ usw. machte auf die Gemeinde einen tiefen Eindruck. Herr Pfaxrer Mahr, der schon durch manch' treffliche Schrift den Nachweis wissenschaftlicher Tüchtigkeit erbracht hat, würde sich den Dank vieler Gemeindeglieder erwerben, wenn er gleich seiner Langsdorfer Abschiedspredigt auch die Antritts⸗ predigt im Druck erscheinen ließe. 5 * Die Hessische Tapferkeitsmedaille hat er⸗ halten der Kriegs freiwillige stud. chem. Heinz Schmecken⸗ becher aus Gießen, Unteroffizier im Res.-Ins.⸗Regt. 222, der in⸗ zwischen gefallen ist. * Kriegsfreiwillige werden, wie man uns mitzuteilen bittet, vom 5. bis 15. Juli 1915 beim zweiten Ersatz⸗See⸗ bataillon in Wilhelmshaven eingestellt.
Lemberg. Nicht unerwartet, aber deshalb nicht weniger froh begrüßt, traf gestern abend die Nachricht von der Wiedereroberung Lembergs ein. Zum zweitenmal im Juni 0 iden des Früh⸗ lings brachte der Feldzug in Galizien die Wiedereinna der Hauptstadt des fast ganz befreiten Landes wie ein zeichen für die reifende Vollendung im begonnenen Sommer. Mit dem Geläut der Glocken wurde heute vormittag die frohe Kunde verherrlicht und die Schuljugend durfte sich wieder einmal eines schulfreien Tages erfreuen.
* Postverkehr mit Gefangenen. Im Reichs⸗ Postamt ist ein neues Merkblatt der Besti* jüber den Postverkehr mit den Kriegs⸗ und Zivil⸗ Nan im Auslande aufgestellt worden. Das
erkblatt ist in den Schaltervorräumen der Postanstalten ausgehängt und wird Nachfragenden auf Wunsch auch von der Geheimen Kanzlei des Reichs-Postamts zugesandt. 9
* Turnerisches aus dem Gau Hessen. Am Sonntag, den 20. d Mts., fand im Gasthof„Großherzog von Hessen“ in Gießen der 83. Gauturntag des Gaues Hessen unter dem Vorsitz des 2. Gauvertreters E 1 F 0 7825 5 40 ü e fl ö sehr groß und bezog sich in der ache auf ge Mitteilungen, Erstattung des Sueben durch den Gau⸗-⸗ vertreter Eidmann, des Turnberichtes durch den 2. Gau- turnwart Günther⸗Marburg, des Kassenberichts durch Gaurechner Post⸗- Alsfeld sowie auf den betrieb g rend der Kriegszeit. Anwesend waren 79 Vertreter von 63 Vereinen. Aus den gegebenen Berichten konnte entnom⸗ men werden, daß dem Gau Hessen am 1. f 168 Vereine mit 13 750 Mitgliedern angehörten, von welchen 4756 Turner unter den Fa standen, heute sind es etwa die Hälfte mehr.— Um das Turnen auch wähwend des Krieges zu pflegen, wurde in Vorschlag gebracht, im Monat August oder September ein Bergturnen 8 1* in g
n Frei„Freiweitsprung, n Sglinge und Turner. Ueber die Art des Turnens ob man einem Gauturnen oder den ATsturnen den Vorzug geben sollte— konnte man nicht 1 a Die Vertreter der anwesenden Vereine verpflichteten sich, alsbald nach Heimkehr mit ihrem Verein ins N setzen und spätestens bis zum 1. Juli an den 0 vertreter W. Eidmann in Gießen zu berichten, wel schauung über diese Frage in den einzelnen Verein steht. Nach Eingang dieser Mittei den, ob ein Bergturnen des Gaues auf dem Schiffenberg bei Gießen, oder Turnen in den einzelnen Bezirken Alles nähere wird dann auf dem im Juli so Gauvorturnertag bekannt gegeben.
* Brotmarkenausgabe. Wir verweisen auf die im Anzeigenteil vorliegender Nummer enthaltene Bekanntmachung des Oberbürgermeisters betr. die Ausgabe der nenen Brotmarken.
** KHartoffelversorgung. Der Kommunal verband Gießen hat e 8 und zwar ür die Minderbemittelten in den Landgemeinden, ein bestimmtes Quantum Speisekartoffeln t. Wie uns mitgeteilt wird, sind nunmehr diese Kartoffeln zum Preise von 3 Mk. der Zentner durch Vermittlung der Bürgermeistereien an die Minderbemittelten abgegeben worden..
* Vom Heu. Vorgestern sah man in unseren An⸗ lagen zahlreiche mit Vogelsberger Rindern* werke, die hochauf mit duftigem Heufutter beladen waren. Gelenkt wurden die Heusuhren von kleinen Landwirten der Umgegend, die den Grasauswuchs besonders auf unsern städtischen Wiesen m haben und nun fertige ue Fein. ie Heuernte, welche im vorigen Jahre 70 bis 75 Proz. eines reichen Heujahres brachte, ist nicht geringer ausgefallen; dabei ist das Futter in der 1 lität besser als im vergangenen Jahr. Es haben sich auch
Stadt bisher ge
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eigenen Landes und Volkes als höchsten Gebotes der Stunde!
Bischöfe— daß die russische Armer 9 Geißeln
— konnte daher lein Zweifel bestehen. Es lag sonach nicht
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die Verkaufspreise für Heu in unserer 1 so gestellt, wie im letzten Jahre 1 n
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